V.i Besprechung der Gefahren der Hypnose verwüst er auf die Erfahrung, wonach diese zumeist in der Ungeschicklichkeit oder Böswilligkeit des Hypnotiseurs begründet sind.
Die moderne Lehre vom Hypnotismus wirft neues Licht q f das Hexenwesen. Von den Opfern der Hexenverfolgung waren wohl gut zwei Drittel männliche und weibliche Hysterische. Der im 15.—17. Jahrhundert allgemeine Glaube an einen persönlichen Teufel und die Möglichkeit eines Bundes und Verkehrs mit demselben erklärt alle die Scheußlichkeiten der Hexenprocesse, und beim Studium der letzteren stößt man auf eine Fülle von Thatsachen, die nur erklärbar sind, wenn man den SuggestioniSmuS bezw. HhpnotiSmuS studirt hat. Don diesem Standpunkt aus bearbeitet wird eine künftige Geschichte der Hexenprocesse dem Culturhistortker, dem Arzt, dem Juristen und Theologen eine Fülle interessanten Materials bringen.
Zum Schluß seines Vortrags warnt G erster dringend vor hypnotist'schen Spielereien und öffentlichen Schaustellungen, d t für manchen actio oder passiv Betheiligten schlimme Folgen baben könnten. Er verweist dagegen auf den Nutzen, den alle vier Facultäten vom Studium des HypnoriSmuS haben werden, fpeciell die Philosophie und die Medicin und spricht die Erwartung auS, daß auch die Theologie nichts dagegeneinwenden könne, wenn man manche Wunder naturwiffen- fchafrlich erkläre, denn die wahre Religion werde hierdurch nicht berührt, wie Goethe sage:
Wer Wiffenschast und Kunst besitzt, Hat auch Religion, Wer jene beiden nicht besitzt, Der habe Religion.
foeoU« rrn- peovtirzLeLes
Giebeu, den 9. August 1895.
♦♦ Turnerisches. Auf Veranlassung der Bockenheimer und Homburger Turnerschast hat der hiesige Turnverein einen größeren Turngang über Homburg nach Dockenheim geplant, welcher voraussichtlich am Sonntag den 25. August stattfinden soll. Die Abfahrt erfolgt Sonntag Morgen von hier nach Friedberg, von wo aus alstann die F.ißtour nach Homburg beginnt, und von hier nach Einnahme des Frühstücks unter Betheiligung der Homburger Turner nach Bockenhe'm fortgesetzt wird. Die Mitglieder der Turn« v-reine von Homburg und Bockenheim haben die weitgehendsten Vorbereitungen getroffen, um den Gießener Turnern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Es ist somit den Mitgliedern des Gießener Turnvereins, sowie Freunden der Turnsache, Gelegenheit geboten, an einer von ersteren schon lang ersehnten größeren Tour, die mit wenig Kosten verknüpft ist, theilzunehmen, und steht auch eine zahlreiche Betheiligung in Aussicht. Wir bemerken noch, daß in der Turnhalle des Turnvereins eine Liste zum Einzetchnen offen liegt.
* ♦ Anschütz' ProjectiouSvortrage. Der heute Freitag Abend in Steins Garten durch Herrn Dr. Emil Kindler zu haltende ProjectionS-Dortrag ist ein ö f f e n t l i ch e r, zu dem Jedermann Zutritt hat. Wir sehen uns zu dieser Erklärung veranlaßt, weil im Publikum sich der Glaube verbreitet hat, die Vorführungen seien lediglich für Mitglieder des Kaufmännischen und des Gewerb - Vereins bestimmt. Diesen Dereimn gebührt freilich der Ruhm, Herrn Dr. Kindler veranlaßt zu haben, drei für sich völlig abgeschloffene Vorträge in einen zusammenzufaffen. Man kann nicht nur die Bilder auS dem Leben und die lebende Photographie bewundern, sondern man sieht den Nordostsee-Canal und die Panzerschiffe nach und nach entstehen. Bet den Marine-Bildern, die streng auf amtlichem Materiale beruhen, bilden ColltstonS-Bilder und die Wirkungen von Geschaffen auf Panzerplatten einen recht interessanten Punkt. Alle Bilder erscheinen in einer Größe von 5 zu 4 Metern. Weitere Vorträge finden in Gießen nicht mehr statt. Die heutigen Vorführungen beginnen um 81/« Uhr Abends zu dem ermäßigen Preise von 1 Mark.
• • Gaunerei. Gestern Nachmittag wurden von einem fremden Gauner in hiesiger Stadt zwei Diebstähle in ganz raffinirter Weise auSgeführt, wobei demselben in einem Falle eine goldene Uhr, und im anderen 35 Mk. Geld in die Hände fielen. Der Dieb gab sich als Handwerksgeselle aus, der von seinem Meister geschickt sei, in dem Hause eine Reparatur vorzunehmen und führte so die Diebstähle aus. In einigen anderen Fällen, wo derselbe Gauner auf gleiche Weise Versuche machte, gelang eS ihm nicht, da er beobachtet wurde.
♦ ♦ SittlichkeitSverbrecheu. Auf der Straße zwischen Klein-Llnden und Heuchelheim wurde gestern Nach- mittag von einem Fremden an einem 13 jährigen Mädchen ein SittlichkcitSverbrechen versucht.
* • Die Locomotivführer der deutschen Eisenbahnen, welche in deut Feldzug 1870—71 zur Dienstleistung bei der Armee in Frankreich herangezogen waren, begehey in den Tagen vom 12. bis 15. August in Würzburg eine ErtnnerungSfeier.
* * Zu Amerika verstorbene Hessen. N e w-D orkCity, N. U. LoutS Gebhard, 45 Jahre alt, aus Erbach t. O. B o ody, Jll. Elisabetha Schwab geb. SuppeS, 62 Jahre alt, aus Stockhausen. Brooklyn, N. f). Margaretha Suffa geb. Jacob, 75 Jahrealt, aus Hessen-Darmstadt. Buffalo,Pr airie Jll. Heinrich Ziegler, 66 Jahre alt, auS Heffen - Darmstadt. Rochester, N 9). Maria Knobloch geb. Kreuz, 68 Jahre alt, auS Steinau. Sheboygan, Wis. Caspar Uhl, 65 Jahre alt, auS SchwabSburg. Spencerville, Allen Co., O. Elisabetha Beach geb. Becker, 77 Jahre alt, auS Nauheim. St. Genevteve, Miss. Marg. Jacob geb. Stegmryer, 67 Jahre alt, aus Gau-AlgeShetm.
R. Reichelsheim. 8. August. Vorsicht bei Wunden! In dem benachbarten B. starb heute Nacht ein hoffnungS» voller, braver Knabe von 15 Jahren, welcher hier in Arbeit
stand. Er hatte kürzlich in einen rostigen Nagel getreten, ohne daß er irgend welchen Werth auf die Wunde legte, die ihm auch nicht viele Schmerzen machte. Bor drei Tagen zeigten sich Anschwellungen in den Beinen und starkes Fieberalle angewandten Mittel erwielen sich als erfolglos, heute Nacht ist der Junge seinen Leiden erlegen. Die Kinder aus dem Lande Pflegen während deS Sommers fleißig barfuß zu laufen, was recht gesund ist und wodurch viel Schuhwerk gespart wird. Es find aber auch schon viele Unglücksfälle dadurch entstanden, daß sich die Kinder die Füße verletzten. Man muß den Eltern dringend anrathen, die Füße der ohne Schuhwerk umherlaufenden Kinder nicht bloß fleißig zu reinigen, sondern auch aufmerksam nachzusehen, ob keine Verletzungen und Wunden vorhanden sind, die dann unverzüglich gereinigt und verbunden werden müssen.
MW. An8 der mittleren Wetteraa, 8. August. AuS dem Kreise Alsfeld wird berichtet, daß dort e'n schauder- Haftes Ernte wett er bei fortwährendem Regenwetter herrscht. Genau daS Gegenthetl ist bet unS der Fall, wir haben einen anhaltenden, durchweichenden Regen seit Ende Mai nicht mehr gehabt. Wiederholt zogen Gewitter mit schweren, elektrischen Entladungen über uns hin- eS kam auch zum Regnen, aber nur mitunter auf fünf bis zehn Minuten, denn alsbald folgten orkanartige Stürme auf den Regen, welche die Wolken in rasender Schnelligkeit über uns weg- trieben. Mitunter kam es vor, daß der Himmel tagelang mit Wolken bedeckt war- diese sandten leichte Sprühregen hernieder, welche an der Oberfläche der Erde oder on den Blättern und Stengeln der Pflanzen hängen blieben. Die Leute brauchten nicht einmal das Garbenbinden zu unterbrechen, so gering war die niedergehende Feuchtigkeit. In unserer Gegend hat Falb mit seinen Prophezeiungen gründlich FiaSco gemacht. Jedenfalls ist eS sehr merkwürdig, daß auf so kurze Entfernungen von kaum 10 bis 12 Stunden so ganz verschiedene Witterungsverhältnisse herrschen. DaS Jahr 1895 ist daher ebenso extrem in seinen meteorologischen Erscheinungen wie seine drei Vorgänger 1894, 1893 und 1892. Wir könnten in unsrer Gegend einen 48 stündigen Regen brauchen, und eS wäre noch kein Tropfen Feuchtigkeit zuviel gekommen.
-d-. Ans dem Niddalhale, 8. August. In Nr. 170, zweites Blatt des „Gießener Anzeiger" vom 23. Juli wurde berichtet, daß ein schlauer Pflanzendieb einem jungen Ehepärchen sämmtliche Pflanzensetzlinge weggeluxt habe. Dieser Schlaukopf scheint nicht bloß ein sehr gewandter, sondern auch von der Gelegenheit begünstigter Stegreifritter zu sein, denn er hat dem jungen Ehepärchen jetzt alle Johannisbeeren und Stachelbeeren, welche lange hangen sollten, damit sie tüchtig ausreiften, fortgeholt und noch verschiedene andere Dinge mitgehen heißen, die nicht niet- und nagelfest waren.
-h-. Alsfeld, 8. August. Nachdem daS Sedan fest hier seither alljährlich gefeiert worden ist, soll dem Beschluß des Comitvs zufolge die sünfundzwanzigjährige Jubelfeier in erweiterter Weise stattfinden. Es ist u. A. in das Programm eine Ehrung der 1870er Veteranen ausgenommen worden. Die kirchliche Feier wird Sonntag den 1., die eigentliche Feier dagegen am 2. September abgehalten werden. — Die Vorbereitungen zu der hier am 25. dS. Mts. beginnenden Ob er hessischen Gewerbeausstellung werden aufs Eifrigste betrieben. An daS Comite werden dadurch, daß immer noch, lange nach dem vorgesehenen Schlußtermin, neue Anmeldungen etnlaufen, die größten und schwierigsten Anforderungen gestellt. Hoffen wir, daß bei dem guten Willen des AuSstellungscomitvS allen nicht zu weitgehenden Wünschen der Aussteller ensprochen werden kann.
Siefersheim bei Wöllstein, 7. August. Aus hiesiger Gemeinde zogen 1870 17 Krieger nach Frankreich. Alle kehrten wieder zurück- aber auch Alle find sie jetzt noch am Leben und erfreuen sich der besten Gesundheit — gewiß eine große Seltenheit und zugleich ein großes Glück.
Verrichte-.
* Marburg, 8. August. Harry Finking, früherer Redacteur der „Oberhesfischen Zeitung" in Marburg, der hier die Rechte ftudirte, wurde heute Morgen auf dem Sopha (tobt aufgefunden. Die Todesursache ist bislang nicht festgestellt.
* Marburg, 8. August. Am Sonntag fand in Ockers- Hausen zwischen zwei halbwüchsigen angeheiterten Burschen eine Rauferei statt, die damit endete, daß der ältere, Joh. Dittmer, dem jüngeren, Schneider, verschiedene Messer- stiche beibrachte. Die Verletzungen waren so starker Natur, daß der Sch. gestern Mittag ihnen erlegen ist.
* Frankfurt a. M., 8. August. DaS Sommerfest, welches der Zoologische Garten am SamStag dieser Woche zur Feier seines 37jährtgen Bestehens giebt, verspricht in jeder Beziehung ein großartiges zu werden. Seit Anfang der Woche schon arbeiten viele Hände an den Vorbereitungen und besonders fleißig erscheinen diesmal die Ge- hülfen des Herrn BeleuchtungSinspector Behrend, die die Vorrichtungen anbringen für daS Feuerwerk, daS sich wieder an die gegebene Scenerie, welche von der Burg, den an« grenzenden Baumgruppen und dem Weiher gebildet wird, anlehnt und einen ganz eigenartigen Reiz haben soll. Auf dem Weiher hat man ein Floß errichtet, von welchem aus vermutlich das Schlußbild deS Feuerwerks, daS auf dem Programm als „Zaubergarten" bezeichnet ist, aussteigen wird. Umfangreiche Vorbereitungen werden auch in der Restauration getroffen, alle verfügbaren Räume werden auSgenutzt, eine zweite Küche ist eingerichtet worden, so daß die Verabreichung von Speisen erleichtert und ein rascherer Betrieb ermöglicht wird. Ja dem Feldlager am Bärenzwinger soll ein ganzer Berg von Bierfäffern angefahreu werden, so daß auch für den größten Durst gesorgt sein wird.
• Frankfurt a. M., 6. August. Verhaftung eines schweren Verbrechers. Ein Schäfer, der gestern nach
dem hiesigen Diehhofe Schafe aNgetrieben hatte, erkannt^ unter den Handelsleuten in der dortigen Wirthschaft einen Kellner WieSner, den er der Polizei als jenen Mann bezeichnete, der vor etwa vier Jahren tm Bayerischen einen Viehhändler ermordet und beraubt haben soll, für welch' letzteres Verbrechen der Anzeiger selbst längere Z'it unschuldig in Untersuchung war. Mehrere Criminaldeamten verhafteten sofort den Fremden. Derselbe ist nach der vorläufigen Feststellung der auS Queck^orn stammende stllungs- lose Kellner WieSner, der wegen verschiedener Einbrüche in Mainz, Köln und Aschaffenburg steckbrieflich verfolgt ist. Der Schirre soll auch an einigen EinbruchSdiebstählen, welche in letzter Zeit hier zur Ausführung faycn, betheil gt ge- wesen sein. Der Verhaftete hatte vor Kurzem eine mehr- jährige Zuchthausstrafe verbüßt, zu der er wegen hier verübten Einbruchs durch die hiesige Straikammer vernrtbeilt worden war. Er ist 35 Jahre alt und steht tn dem Verdachte, bei einem Gastwirthe in der Alten Mainzergaffe kürzlich 5000 Mk. mittelst Einbruchs entwendet zu haben. Zuletzt hielt sich W. tn Mainz und Umgebung auf, wo er von dem erwähnten Raubgelde lebte. Nachdem letzteres aufgebraucht war, kam W. wiederum hierher und befindet sich nunmehr, trotzdem er meinte, bereits verqeffen zu sein, in Sicherheit. Er ist, wie die „Fr. N." melden, derselbe, der s. Z., als er wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt verhaftet war, zu einem Fenster des ersten Polizeireviers hinauSsvrang.
* Aas dem TauunS, 7. August. Bei Diedenbergen, Landkreis Wiesbaden, wurde kürzlich die ReblauS in einem vierjährigen Weinberge an der Straße nach Maffenhcim festgestellt. Die Vernichtung der verseuchten und gefährdeten Weinstöcke ist im Gang.
* Biebrich, 2. August. Nachstehende köstliche Episode aus dem Feldzuge 1870/71 wird der „B. T.-P." von einem Mitkämpfer mitgetheilt: „Am 4. August, dem Tage von Weißenburg, befand sich unser Bataillon (^aS 11. Jager» bataillon, bei welchem Einsender stand) beim Vorgehen der 41. Infanterie-Brigade auf dem linken Flügel des ersteir Treffens. So gegen den rechten Flügel des Feindes vorgehend, ^erhielten wir Feuer aus dem Dorfe Rwdseltz- wir schwenkten gegen daS Dorf ein und vertrieben die Franzosen, welche auS Fenstern und Dachtt-cken das Dorf hartnäckig vertheidigten. Ein am Eingang des Dorfes liegendes Haus, welches' mit 30 Chasseurs besetzt war, wurde ab» geschnitten und Lieutenant Horstmann forderte dieselben in französischer Sprache auf, sich zu ergeben. Dessen ungeachtet setzten dieselben aber das Feuern fort. Da lhat sich ein Nassauer Jäger, Wengenroth, durch sein ebenso kühnes wie naives Benehmen hervor- er sprang nämlich auS seiner Deckung hervor, schlug auf einS der gegenüber befindlichen, vom Feinde besetzten Fenster an und schrie im echten nassauer D'alect: „Den ersten, der jetzt noch schießt, den soll ein Donnerwetter verschmeißen." Die Besatzung des Hauses ergab sich und wurde gefangen genommen. Die Chasseur- schienen demnach besser nassauisch wie französisch verstanden zu haben.
* Köln, 7. August. Ein mit dem Anftreichen der festen Rheinbrücke h erselbst beschäfttgter Gehilfe stürzte heute Vormittag tn die Tiefe und ertrank.
* Dortmund, 7. August. Ein schreckliche- Ende hat ein hiesiger Arbeiter gefunden. Derselbe hatte sich tn der Nähe der Schlackenhalde der Union zum Schlafen niedergelegt, vermuthlich in dem Glauben, daß in der Nacht keine Schlacken abgestürzt würden- dies geschah aber dow, und der Schlafende wurde von den glühenden Schlacken begraben. Die halbverkohlte Leiche wurde heute gefunden.
* Eberswalde, 7. August. Gestern hat bei Chorin ein Pistolen-Duell zwischen dem Hauptmann Stosch au» Angermünde und dem Ziegeleibesitzer Fruesan aus Eger- mühle stattgefunden. Der Hauptmann ist unverletzt, während der Ziegeleibefitzer durch einen Schuß in die Stirn schwer verwundet wurde. Derselbe ist bereits gestorben. Die Ursache deS Duells soll Eifersucht sein.
* Fleusburg. 7. August. Bet dem Abbruch eines Hause- stürzte eine Mauer ein und begrub vier dort spielende 10- bis 12jährige Knaben. Einer war sofort tobt, btc übrigen wurden schwer verletzt.
• Freiberg i. S, 8. August. Gestern Abend in der 11. Stunde exp lodirte im Bereich der Dynamitfabrtk in Hilbersdorf ein mit 30Centnern Dynamit beladener Wagen, der nach Martaberg bestimmt war. Die Detonation wurde in stundenweitem Umkreise vernommen. Selbst tn den 3/i Stunden weit entfernten Ortschaften wurden stellen» weise die Fenster eingedrückt. In der Fabrik wurde beträchtlicher Schaben angertchtet, Fensterscheiben und Fensterkreuze eingedrückt, stellenweise auch das Dach und Mauerwerk beschädigt. Der Betrieb ist vorläufig eingestellt. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Man nimmt mit Bestimmtheit eine böswillige Inbrandsetzung deS Wagens an.
* Stuttgart, 7. August.) Auf dem Pragfriedhofe erschoß sich heute Nachmittag ein junger Kaufmann au- Mainz.
* Schopfheim, 7. August. Der hiesige Vorsteher S e e b e r wurde vom Zeller Zuge um 4 Uhr 30 Min. .zermalmt.
* Regeusbnrg, 9. August. Wie das „Regensburger Morgenblart" erfährt, ist die Nachricht von dem Brande des Thurn und TaxrS'schen Schlosses in Pilsen unrichtig. Es find nur drei Strohschober durch eine Dampfdreschmaschine in Brand gerathen und für daß Schloß bestand keine Gefahr.
* Metz, 7. August. Das letzte Unwetter Hal einen größeren Schaden angerichtet, als man annahm. Nach der „Metzer Zeitung" schätzt man die in den Bünnen Longeville und Vaux nachweislichen Verluste auf je 250,000 Mk. Gorze, mit nur beschränkter WeincreSccnz, soll für 100,000Mk. Schaden erleiden, während die Gesammt-Cinbuße in dem Striche von Noveant bis Peltre auf mehr als 2 Millionen taxirt wird. Feststehende Ziffern sind noch nicht gegeben, doch ist alle Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß, wenn es nicht


