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Streit, wobei der eine seinem Gegenüber drei Messerstiche versetzte, die diesen auf der Stelle tödteten. Der Thäter wurde in Haft genommen.
* Luxemburg, 5. Juli. Ein unerhörtes Verbrechen wurde in der Ortschaft Vtonville verübt. Ein Vater schlug seinen zehnjährigen Sohn ans Kreuz. Herbei- geeilte Leute nahmen den blutenden Knaben herab, welcher ohnmächtig ins Spital gebracht wurde. .Der Unhold, welcher die That im Wahnsinn begangen zu haben scheint, wurde festgenommen. Die Volksmenge wollte ihn lynchen.
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Heute (Dienstag) früh 9 Uhr traten auf der großen Schaubühne in der Festhalle 47 Mann in bret Abteilungen zam Fechten an. Es mochten ungefähr 1000 Zuschauer, darunter viel Studenten, in der Halle versammelt sein. Den Beginn machte ein Stoßfechten. Hierauf traten um 10 Uhr die Fechter mit Säbel an. Schlag auf Schlag erfolgte, so mancher gute Hieb wurde ausgetheilt, mancher saß, aber die meisten wurden meisterlich parirt. Die Mehr- za.hl der Turner theilten ihre Schläge mit einer Ruhe und Kaltblütigkeit auS, die geradezu bewunderungswürdig war. Im ersten Gang werden die Fechter nach der Größe geordnet, während dieselben in den übrigen zwei Gängen nach der Punktzahl geordnet sich gegenüber treten. Hierauf fand ein Fechten mit Schlägern statt, worauf um */zll Uhr eine Pause eintrat. Das Fechten war gegen 1 Uhr beendet.
Nachstehend das Ergebniß des heute Vormittag statt- gehabten PreiSfechtenS: 1) Heinrich Mayer, Frankfurt, 37Vs, 2) Georg Eberts, Worms, 35V3, 3) Gustav Weber, Offenbach, 342/3, Emil Schorn, Frankfurt, 34, 5) Gustav Lücke, Frankfurt, 33, 6) Christian Heß, Bornheim, 33, 7) Bartholomäus Rüttgers, Bornheim, 30.
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2. Hirz, Seltersweg 22.
** Fleischversorguug während des Festes. Damit Gießen während oeS Turnfestes nicht in Verlegenheit kommen konnte, hatte der Viehhändler Hamann Jacob in Cöln auf der Mastvieh-Ausstellung neun schwere Schlachtochsen erworben und an hiesige Metzger weiter verkauft, darunter ein besonders schönes Prachtexemplar, das einer Collection angehörte, die einen Ehrenpreis der Stadt Cöln erhalten hatte. Das Thier selbst war noch mit einer silbernen Medaille aus- gezeichnet worden.
** Mit Scheinwerfern wurden gestern Abend vom Wasserthurm der Gail'schen Fabrik aus einige gelungene Versuche gemacht. Der ziemlich intensive Lichtstrahl reichte weit über den Festplatz hinüber. — Hierbei sei besonders hervorgehoben, daß Herr Commerzienrath Gail seine electrische Beleuchtungsanlage auch in den Dienst der Decoration gestellt hat. Während die von seinem Hause nach dem gegenüberliegenden ziehende Guirlande eine Bogenlampe trägt, sind an den am Hause selbst angebrachten Laub- und Tannengewinden in Form von Lilien Glühlichter in verschidenen Farben angebracht, was am Abend einen herrlichen Anblick gewährt.
** Zu den Festvorbereituugeu. Es erscheint auffallend, daß vor dem Fest so außerordentlich viele Häuser neu getüncht und gestrichen worden sind, und müssen wir in Anerkennung dafür, daß im Allgemeinen den auswärtigen Gästen Gießen int schönsten Lichte gezeigt werden sollte, namentlich eins hervorheben, welches ein Kaufmann auf dem Seltersweg hat Herstellen lassen. Das HauS ist in italienisch-französischer Art prachtvoll in Marmor gehalten und gebührt dem Meister für die schöne Arbeit alle Ehre. Auch die an den Säulen desselben Hauses angebrachte Farbentafel wirkt in ihrer Zusammenstellung äußerst günstig. Daß auch die Farbendecoration der Auslage durch in verschiedenen Farben ausgelegte Turnerembleme vortrefflich gelungen ist, sei nur nebenbei bemerkt.
** Auszeichnung. Herr Architect KonradSutler erhielt den Preis für feinen Entwurf zu dem Schützenbrunnen, welcher zur Erinnerung an das zehnte deutsche Bundesschießen am Eingänge zur „Neuen Anlage" in Mainz errichtet werden soll.
Schotten, 7. Juli. Der heutige Hauptausflug des Vogelsberger Höhenclubs auf den Hoherods- köpf erfreute sich trotz der etwas zweifelhaften Witterung und trotz dem Turnerfeste zu Gießen sehr starker Betheiligung aus Nah und Fern. Auch der Taunusclub zu Friedberg schloß sich den theilweise aus weiter Ferne (Marburg, Fulda, Frankfurt, Darmstadt, Mainz) herzugeströmten Touristen an. Besonders stark war auch die Damenwelt vertreten. Alle erfreuten sich der entzückenden Aussicht, die der hervorragende Vogelsberger Punkt gewährt. Das Fest an anmuthiger Bergeshalde begann um die Mittagsstunde mit Concert und Tanzvergnügen, Ansprachen, declamatorischen Vorträgen u.s. w.
K. Ober Mockstadt, 6. Juli. Die ersten Ko rn h au fe n schmücken bereits unsere Felder. Im Laufe dieser Woche wird hier und in der Umgegend allgemein mit dem Schneiden desselben begonnen werden. Die Länge und auch die Dichte vom vorigen Jahre hat dasselbe zwar nicht erreicht, aber dasselbe ist im allgemeinen sehr schön und hat eine sehr gewichtige Aehre und man erwartet eine gute Mittelernte.
n. Glauberg, 7. Juli. Der Bezirkskriegerverein Altenstadt feierte heute hier sein diesjähriges Verb ands- feft, das von sämmtlichen 17 zugehörigen Vereinen besucht war. Gleichzeitig wurde die neue Fahne unseres Kriegervereins etngeweiht. Herr Pfarrer Schuster hier hielt die Fest- und Weiherede. Der hier bestehende gemischte Chor trug unter Leitung seines Dirigenten, des Herrn Lehrers Henkel, einige sehr schöne Lieder dabei vor. Namens der Bezirkskriegervereine bewillkommnete der Präsident derselben, Herr Uhrmacher Wagner von Altenstadt, die Festtheil- nehmer, gleichzeitig dem festgebenden Verein herzliche Glückwünsche, auch vom „Hasfia"-Verband, aussprechend. Das Fest war stark besucht und nahm einen sehr schönen Verlauf.
* 50jiihrigeS Jubiläum der freiwilligen Feuerwehr Offenbach a. M. Am 3., 4. und 5. August d. I. wird unsere Stadt eine Feier sehen, die, unter den günstigsten Auspicien vorbereitet, unzweifelhaft sehr freudig sowohl für die direct Betheiligten als auch für die gesammte Einwohnerschaft verlaufen wird. Die freiwillige Feuerwehr begeht ihr 50jähr. Stiftungsfest und hat alle Ursache, mit Stolz auf ihre Ver
gangenheit zurückzublicken. Als zweitälteste aller deutsche« freiwilligen Wehren — die erste ist Meißen und nur um ein Jahr älter — hat sie sich schier unendlich oft im Kampfe mit dem feindlichen Element versucht, das hier der bedeuten- den Industrie zu Folge öfter der Fesseln sich entreißt, und in gar manchen Fällen die größten Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Corps erheischte. Stets den großen Zweck im Auge und allzeit bereit seine Pflicht zu thun, hat das Corps die vielen Jahre hindurch stets wacker auf dem Plane gestanden, trotz manches harten Sturmes, der auch ihm in der langen Jahresreihe nicht erspart geblieben, trotz manches harten Verlustes braver edler Kameraden, und so wird man wohl gerne dem Corps als gutes Recht einräumen, nunmehr anläßlich seines 50jährigen Jubelfestes der Freude zu huldigen. Behörden sowohl wie die Bürgerschaft stehen der Feuerwehr äußerst sympathisch gegenüber und haben auch ihrerseits das Möglichsie gethan, um die Feier recht würdig zu gestalten. Die Vorkehrungen und die bewährten Männer, durch welche sie getroffen sind, verbürgen einen günstigen Verlauf des Jubiläums.
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Stetzs«, 9. Juli. Marktbericht- Hut dem heutigen wochenmarkt kostete. Butter pr. Md- x 0,85—0,95, Hühnereier pr.St. 5—6 Ai 2 St. 0 A. Enteneier pr. St. 6—7 H, Gänseeier pr. St. 10—12 A. Jtftfe pr. St. 5-8 A, Käsematte pr. St. 8 A. Erbsen pr. Liter 15 H, Linsen pr. Liter 26 A, Tauben pr. Paar X 0,60 bis 0,75, Hühner pr. Stück X 0,90 bis 1,20, Hahnen pr. Stück X 1,00-1,30, Enten pr. St. X 1,80-2,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 72—76 A, ÄuB<u. Rindfleisch pr. Pfd. 66—68H, Schweinefleisch pr. Pfd. 60—70 4# Kalbfleisch pr. Pst). 60—68 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,50-8,00 X, Weißkraut pr- Stück —A, Zwiebeln pr. Eerüne- 9,00—10,00 •*, Milch pr. Liter 16—20 A> Kirschen pr. Pfund 14—18 H.
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Die zur Unterhaltung der städtischen Schulen für das laufende Jahr vorgesehenen Maurer- und Weitz- binderarbeiteu, wie Herstellung der Treppenhäuser der Stadtmädchenschule und der höheren Mädchenschule, Ausweißen zweier Säle in der Handwerkerschule und Anstrich der Staketen- Einfriedigung bei der Stadtknaben« schule sollen Mittwoch, 17. d. M., Vorm. 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns während der Dienststunden zur Einsicht offen. Angebote sind auf vorgeschriebenem Formular verschloffen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage.
Gießen, den 3. Juli 1895. Das Stadtbauamt.
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*. floltt, 8. Juli. Aus geringfügiger Ursache geriethen einem Neubau in der Sternengasse zwei Maurer in
n war Nachmittag» fand unter großem und tyittt folgendes urn- und Fechtclub tut 641/,; Philipp 14% - 3) Adolf - 4) H. Mrrte, nzer Turnv. 62%; fechtclub 628/|z - 1>/„ - 6)W A61, - ?) 8»'1 _ 8) ChrlstM 9) Georg Frankl, usenstarmner TM- acher Turnv. w’Ar benz, Bornheimer W u. 8-*-
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öffentlich gegen Baarzahlung versteigern.
Versteigerung voraussichtlich bestimmt.
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r Mittelrhem» 'enn die Kürturner *■ Ungeheuer war 'n der Borturnerturnen verkündigt daö dem Namu begleitung wurden ie aus dem Podium brachte „Gut Heil" Feftstadt Gießen, eiujelnen Tischen f getrunken. Wie i wieder die Aus- 'S aber die Dop Reuten 8nbro\ rrauseuden $eM
Gvuerrt uustnr ammruhirlt, wurde Baurr'ichrn Capelle
Eießrv. den 9. Juli 1895.
** Theater. Wie aus unserem Jnseratentheil ersichtlich, gedenkt die Opern- und Operetten-Gesellschaft unter der Direction von Tresper-Baars hier einige Gastvorstellungen »a geben. Die Gesellschaft steht noch seit ihrem letzten Gastspiel beim hiesigen Publikum im besten Andenken, und hoffen wir, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um unser verehrtes Publikum zu regem Besuche anzuspornen, umsomehr als die Gesellschaft, wie vor zwei Jahren, Über vorzügliche Solokräfte verfügt, und das Ensemble tüchtig ist. Auch das Repertoir umfaßt das Neueste, was bisher auf diesem Gebiete producirt wurde, vor Allem aber die neuesten Operetten von F. Zeller: „Der Vogelhändler" und „Der Obersteiger" usw., welche ja bereits die Runde durch die ganze Welt machten. Nach alledem können wir wohl in nächster Zeit auf einige genußreiche Abende rechnen, indem wir uns auch der Hoffnung hingeben, daß der pecuniäre Erfolg hinter dem künstlerischen nicht zurückbieiben möge.
** Turufahrt nach Gleiberg. Morgen früh 9 Uhr findet eine Turnfahrt nach Burg Gleiberg statt, zu welcher Herr Dr. Ebel die Führung übernommen hat. Für Personen, denen der Weg etwas zu beschwerlich sein sollte, bietet die Gießener Omnibus«Gesellschaft durch Stellung mehrerer Wagen Gelegenheit zur Fahrt. Die Wagen bieten zusammen Platz für co. 100 Personen, der Fahrpreis beträgt pro Perlon hin und zurück 40 Pfg. Auf der Burg findet ein gemein- IvmeS Frühstück statt.
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