Ausgabe 
10.2.1895 Erstes Blatt
 
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Somtrale Ti°, und M-clur- an B^-d hott«,. Wi- -« be.tzt wurden die Torpedoboote im Norden von Tschisu etnqeholt und zum Sinken gebracht. - AuS Wei-Hai-Wei wird gemeldet, da- chinesische PanzerschiffTiugyen" sei ausge- fabren und daS KriegsschiffChengyuen" gesunken. Die Ehlaesen verlaffen Tschisu zu Tausenden. Die japanischen Schiffe, welche hier kreuzten und ans die Fort- feuerten, sind abgesegelt. DaS Feuer hat keinen Schaden augerichtet.

Depeschen deS Bureau »Herold".

Berlin, 8. Februar. In der ReichStagS-Commisfion für die Umsturzvorlage begründete Abg. Spaho (Leutrum) folgenden vom Centrum gestellten Antrag: Der § 112. Abs. 2, ist wie folgt zu faffen:

Die gleiche Strafe Gesängniß bis zu 2 Jahren trifft, sofern nicht schwerere Strafoorschriften zu hoffen, Den­jenigen, welcher durch Wort, Schrift, Druck oder Bild einen Angehörigen des actioen Heeres oder der activeu Marine zur Widersetzlichkeit oder THLtlichkeit gegen einen Vorgesetzten oder zur Gehoriamoerweigerung im Falle de» Einschreitens der bewaffneten Macht auffordert oder anreizt, oder einem solchen gegenüber daS deutsche Heer oder die kaiserliche Marine oder deren Einrichtungen de« schuldigt, um sie verantwortlich zu machen."

ES handelt sich vor Allem darum, die ManneSgewalt in der Armee gegen die Agitation zu unterstützen. Redner be­streitet, daß sich daS Cevrrum bet seinem Anträge von kind­lichen Interessen letten laffe. StaatSsecretär Nieberüng ist noch nicht in der Lage, über den Antrag Gröber und Ge- □offen ein abschließendes Unheil abgeben zu können, glaubt jedoch, die allgemeine Stellung der Regierung sei wohl dem Amendement nicht günstiger. Die Regierung läßt stch von Bejorgntssen höchst gewichtiger Natur leiten, eS könne zum Beispiel beim AuSbruch eines Kriege- mit einem Nachbar- . staate die Regierung dieses Staates geneigt sein, mit dem Radikalismus zu sympathifiren. Die internationale Umsturz- Partei könnte in einem solchen Falle durch Geltendmachung Ihres Einflusses auf die Soldaten die militärischen Dis­positionen unwirksam machen. Abg. Bebel sührt au», daß die Soctaldemokratte eine Niederwerfung Deutschlands in einem Kriege keineswegs wünschen könne, eine solche Nieder­lage würde ja nicht nur für die gesammte deutsche Nation und die gesammte Lultur, sondern auch für die gesammte deutsche Socialdemokratie da» größte Unglück sein. Die Socialdemokratie halte die Aufreizung zum Breche« der DiS- eiplin für die größte Thorheit schon m t Rücksicht auf die Soldaten selbst, die man damit den schwersten Bestrafungen audsetze. StaatSsecretär Nteberding will zugeben, daß eine -ringende Gefahr in der Armee zur Zett noch nicht besteht, aber sie könnte kommen und man müsse ihr vorbeugen. Abg. Rmtelen (Centr.): Bei der Formultrung deS vorliegenden Antrags hat daS Lentrum übrigens noch nicht daS letzte Wort gesprochen. Sobald die Regierung weitere concrete Fälle zur Begründung ihrer Vorlage betbringen kann, läßt sich weiter sprechen.- Hieraus wird die Generaldebatte Iber § 112 geschlossen und die Abstimmung auf Mittwoch vertagt.

Berlin, 8. Februar. Im preußischen Landtage wurde heute die Berathung deS EisenbahnetatS fortgesetzt. Bei dem CapitelTarifreform" entwickelte sich eine lebhafte Debatte.

Berlin, 8. Februar. Der Reichstagsabgeordnete Ahl- wardt erklärt in einer Zuschrift an dieStaatSbürger- Zeitung", daß die Angaben der deutsch-socialen Reformpartei über seinen Ausschluß in allen Punkten entstellt seien.

Berlin, 8. Februar. Wie dieVoss. Ztg." mittheilt, wird soeben eine öffentliche Erklärung gegen die Umsturz­vorlage von einer Reihe Professoren, Pfarrern und Personen, die sich mit der socialen Lage angelegentlichst be­schäftigen, abgegeben.

Berlin, 8. Februar. DerVorwärts" theilt mit, daß Minister v. Köller den Poltzeirarh Eckhardt auS Frank­furt a. M. zum Chef der politischen Polizei gemacht habe.

Berlin, 8. Februar. DerLocalanzeiger" meldet auS Parts: DieCompagnie transatlantique" hat den Dampfer Normandie" mit RetiungSapparaten und Proviant auf die Suche nach dem vermißten PaffagierdampferGaScogne" geschickt. DieNormandie" hat den Auftrag, den Ocean nördlich der gewöhnlichen SchiffSroute abzusuchen für den Fall, daß dieGaScogne" irgendwo steuerloS oder mit tzavarirten Maschinen treiben solle.

Köln, 8. Februar. In zahlreichen Orten deS Ober- rheinS find in der verstoffenen Nacht die Weinstöcke voll­ständig erfroren. Namentlich in dem Moseldiftrtct und en der Ahr hat der scharfe Ostwtnd ungeheuren Schaden au­gerichtet.

Pari», 8. Februar. Der Postdampfer, welcher den General Gouverneur von Jndochina, de Lanessan, nach Frankreich zurückbrtngen soll und der schon seit gestern in Marseille erwartet wird, ist noch nicht ewgetroffen. Man glaubt, daß derselbe wegen der ungünstigen Witterung mit einigen Tagen Verspätung anlangen wird.

1 Pari«, 8. Februar. DaS französische Packetboot A mer«q ue" ist mit der ganzen Ladung untergegangen. Die geretteten Paffagiere find in Colon angekommrn und sagen au», daß daS Schiff am 2. Februar in der Nähe von Ha Manilla an der Mündung de» MagdalenenstrcmeS ge­scheitert sei, daß jedoch nur einige Paffagiere bei den RettungS- Qibeiten ertrunken seien.

Triest, 8. Februar. Hier herrscht seit vorgestern ein furchtbare» Unwetter. Eine eisige Bora hat die Straßen mit spiegelglatter Eisfläche überzogen. Der Wagen- verkehr ist vollständig sistirt. Die Theater-Vorstellungen sind eingestellt, die Straßen wie auSgeftorben. Sämmrliche Telephondrähie find Infolge der Kälte gerissen. Ernste Un- \ fälle werden befürchtet.

Bnkarest, 8. Februar. In mehreren Zeitungß-rnckereien ist ein Strike au-gebrochen.

VeterSbnrg, 8. Februar. Der Gesetzentwurf dr» Minister» deS Innern, worin die gegenwärtig bezüglich der Aufnahme von Ausländern in den russischen SraatSverband geltenden Bestimmungen bedeutend er­leichtert werden, wird demnächst den ReichSrath beschäftigen.

Mainz, 9. Februar. Da» Rheineis steht bis Erbach. In oerfloffener Nacht herrschte starker Schneefall bei 6 Grad Kälte.

totale» «n» provinzielle».

Gießen, den 9. Februar 1885.

* AuS dem Znstizdienst. Se. Kgl. Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, 1) den Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Franz von Hessert zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I, 2) den Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Rhein- heffen Ludwig Lang zum Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, 3) den Gerichtsassiffor Rudolf Münzer aus Darmstadt zum Staatsanwalt bei dem Land- gerlcht der Provinz Rheinheffen zu ernennen, und dem Amts­richter bet dem Amtsgericht Darmstadt I Franz v. Hessert den Character alsAmtSgertchtSralh" zu ertheilen. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums de» Innern und der Justiz wurden beauftragt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen: 1) eine» StaatSanwaltS bei dem Landgericht der Provinz Rheinheffen der GerichtSaffeffor Dr. Schneider> in Lauterbach und 2) eines ÄmtSanwaltS bei den Amtsgerichten Lauterbach, Herbstein, Schlitz und Ulrichstein der Gerichtsaffessor Pullmann in Darmstadt.

* * Theater-Bereit,. Eingetretene Zwischenfälle machen die Aufführung deSVogelhändlers" unmöglich, dafür kommt die ewig junge, reizendeFledermaus" von Strauß zu uns herübergeflattert. Der Anfang auch dieser Aufführung Ist auf 6 Uhr am 15. Februar belassen.

* WohlthatigkeitSvorstellung. ES hat fich hier ein Comite gebildet, daS nach dem Vorgang anderer Städte eine WohlthätigkeitSvorstelluüg zum Besten der Hinter­bliebenen der beim Untergang derElbe" Umgekommenen veranstalten wird. Die Vorstellung, zu der das hübsche See- stückUnser Doctor" in Aussicht genommen ist, soll den Character einer Dilettantenoorstellung tragen. Ein hiesiger Gesangverein hat seine Mitwirkung bereits zugesagt. Alle- Nähere wird demnächst im Anzeigetheil dieses Blattes be­kannt gemacht werden.

W. Besprechung des Antrag« Kauitz. Auf Antrag deS Herrn Gutsverwalters Schuch Hard von Neu-Hos beschloß gestern der Landwirthschastliche Localoerein Gießen, in seiner nächsten Vereinssitzung als Thema:Der Antrag Kanitz" auf die Tagesordnung zu fetzen. Die Versammlung findet in LonyS Bierkeller statt und sollen auch Nichtmitglieder deS Vereins eingeladen werden, der Besprechung über diese intereffante Frage beizuwohnen.

* Ratioualliberaler Verein. Man schreibt unS: DlenS- tag den 12. dfs. Mts., 8 Uhr pünktlich, wird der vierte DiS- cusstonsabend deS Vereins in diesem Winter statifinden. Herr Gutsbesitzer Schienke wird mit einem Vortrag eine Besprechung über die sozialdemokratische Landagi- tatiou einleiten. Der vorjährige sozialdemokratische Partei- tag zu Frankfurt zeigte besonders deutlich, wie die denkenden Köpfe innerhalb dieser Partei durch die Agrarfrage an ihrem Parteiprogramm irre geworden waren: die Entwicklung habe fich doch nicht so vollzogen, wie sie früher von den Sozia­listen vorausgesagt worden sei, welche eine rapide Aussaugung der Kleinen durch die Großen angenommen hätten. Die Einsicht, daß das sozialdemokratische Programm dem Bauern- stand nichts bietet, traf fich mit der Befürchtung,die nägel- beschlagenen Schuhe der Bauern und der Bauernsöhne" würden sich gegen die Partei kehren. In dem heißesten Be- mühen, die Bauernschaft zu sich Herüberzuztehen, entschloß man fich denn zu einem Vorgehen, daö der Referent auf dem Parteitag mit den Worten empfohlen hatte:Die Medizin des Sozialismus muß der Landbevölkerung in homöopathi­schen Dosen beigebracht werden, sonst bringt sie den Bauern um." Man entschloß sich zu dem, was selbst Bebel als Bauernfang" bezeichnete. ES ist allgemein bekannt, daß dieser durch die Arbeit eines fünfzehngliedrigen AgrarauS- schuffeS vorbereitet werden soll, und daß eines der Mitglieder dieses AuSschuffes untere Gegend sich zum Arbeitsfeld er- koren hat. Ein besonderes Jntereffe wird der DiScussions- abend des nationalliberalen Vereins, zu dem Gäste wie stets willkommen sind (BereinSlocal:Zum Andres", eine Treppe hoch) deshalb für fich in Anspruch nehmen dürfen, weil dieser sozialdemokraiische Führer für seine auch literarisch niedergelegten Ansichten über die Lage unsere» Bauernstandes sich vlelsach gerade auf die Untersuchungen des Herrn Schlenke in derHessischen landwirthschaftlichen EnquLte" der Jahre 1884, 1885 und 1886 beruft. .

W. Provmzlal-Berband der freisinnigen Bolklpartei für Oberhesftn. Die gemeldete Vorftandssttzung deS Verbandes der freisinnigen Bolte Partei in Grünberg findet eingetretener Hlnderniffe wegen am Sonntag, den 10. d». MiS., nicht statt, sondern erst in 2 bis 3 Wochen.

Der Fechtverband Sießen-Lahr ball morgen Sonntag in SteinS Saalbau seinen ersten diesjährigen Maskenball ab. Sell einer Reihe von Jahren ist dies der besuchteste Maskenball, wobei trotz des starken Besuch- gute Ocdnung herrscht. Da die Besucher nicht nur allein ein gute» Werk fördern Helsen, sondern auch einiger vergnügten Stunden sicher sind, wird der Verband auch diesmal auf guten Zu­spruch rechnen können.

Wiederholte «Batinng. Gelegentlich der vorjährigen Fastnacht find mehrere Personen durch daS Erbsen­werfen derart verletzt worden, daß In einzelnen Fällen ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte - des­gleichen durch den groben Unfug de- Froschwerfen». Die Polizeimannschaft ist angewiesen, ein ganz besondere» Xngcnmcxf solch Unfugtrelbenden -uzuwenden und zur Anzeige

zu bringen, nötbigensall» mit Verhaftung vorzugeben. Dak Strafmaß richtet sich nach § 366, Absatz 7, deS R.-St. G.-B.

Der Oberlandekgerichtlrath PfauNmnller ist, wie der K. Ztg." au» Darmstadt telegrapbin wird, ^plötzlich am Herzschlag gestorben. (Herr Pfaunmüller gehörte längere Zeit dem hiesigen Landgerichte an, bekleidete neben anderen Eh-en Aemteru auch dasjenige eineß Stadtverordneten Gießen-. Red.)

Lied enf bei Kirsten Bismarck. Der Ausschuß der deutschen Studentenschaft fordert in einem Ausrufe zu einer Preisbewerbung für ein Lied auf den Fürsten BiSmarck auf, welche» bei der HuldigungSsahrt und bei dem großen Cornmerse in Hamburg gesungen werden soll. Die wesent­lichen Bedingungen find folgende: Die Melodie soll eine bekannte, leicht fangbare Studentenmelodie fein. Zu Be­werbern sind nur Studenten der Universiiäteu und technischei Hochschulen zugelaffen. Bewerbungen müffen deutlich ge­trieben und mit einem Motto versehen bi» zum 1. März bei dem Au-schuß eingereicht werden. Der Prei» besieht in einer Nachbildung eine» bekannten Bildnisse» de» Fürsten BiSmarck von Profeffor Lenbach mit Rahmen.

- Die gemeinsame größere Confereiz de» Pfarr-Vereins tagt, wie derWetzl. Anz." meldet, am 20. d. Mt»., Nach­mittags 2Uhr, in Gießen. Herr Profeffor Dr. Zimmer In Herborn wird Thesen, die er vorgelegt hat, begründen und vertheidigen. Nach ,hw werden zur Sache reden Herr Pfarrer Schneider von Nauborn u. A., und Herr Pfarrer Zimmermann von Oberquembach wird Vortrag halten. Zahlreiche Betheiligung erscheint wünschen-werth- dleThematen find von hohem Jntereffe.

Bon bet Landeswaisenanfla«. Nach der von der Lande-waisenkaffe veröffentlichten Uebersicht blieben Ende März 1893 2063 Waisen in Verpflegung. Während de» letzten Rechnungsjahres wurden in Starkenburg 209, in Oderheffen 60 und in Rheinheffen 75 Waisen ausgenommen. Ausgetreten sind In Starkenburg 223, in Oderheffen 94 und in Rheinheffen 57 Waisen, so daß am Ende de- Rechnung», jähre» 1894 noch 2043 Waffen in Verpflegung blieben.

Stiftungen und Bermächiniste. Im Laufe de» 4. Quar­tal» 1894 find vorn Großherzog u. a. nachstehende Stif­tungen und Vermächtnisse bestätigt und hiernach die betreffenden Behörden zu deren Annahme ermäßigt worden: Schenkung verschiedener Geber an die evangelische Kirche Appenrod zur Anschaffung einer dritten Glocke, im Betrage von 220 Mk. 50 Pfg.- Bermächtniß be» Johann | Gilbert Diehl III. zu Münzenberg an die evangelische Kirche daselbst zur Anschaffung einer neuen Orgel, im Be trage von 2000 Mk.- Schenkung de» Pfarrer Eyermann zu Trebur an die evangelische Kirche daselbst, im Betrage von 200 Mk.- Schenkung zweier Ungenannter an die katholische Kirche zu Bad Nauheim zu Gunsten eines dortigen Kirchenbaue», im Betrage von 600 und 520 Mk. - Schen­kung de- Odenwald-Club» an die Gemeinde Neunkirchen, hn Betrage von 300 Mk.- Schenkung der Sparkaffe zu Zwingenberg an die evangelische Kirche zu Ben-Heim zur Errichtung einer Dlaconiffenstation, im Betrage von 200 Mk. - Schenkung des StadtkirchenbauvereinS zu Friedberg an den evangelischen Kirchenvorstand daselbst zur Wiederher­stellung der Stadtkirche im Betrage von 3500 Mk. - Schen­kung verschiedener Personen an die israelitische Religion»- gemeinde zu Pfungstadt zur Erbauung eine» Frauen badeS, im Betrage von 200 Mk. - Stiftung der Stadt Gießen unter dem NamenDiezstiftung", bestehend In einem alle 3 Jahre an einen Schüler der LandeSunloerfität für eine Arbeit auf dem Gebiete der romanischen Philologie zu vergebenden Preise von 300 Mk.- Schenkung de-Heinrich Renkel zu BenSheim an die Gemeinden BenShe,m und Reichenbach zur Derthellung der OrtSarmen dieser Ge- meinden, im Betrage von je 380 Mk. - Schenkung de» Rechners der Gemeinde Heuchelheim, Rendanten Karl Grüneberg in Gießen an die Gemeinde Heuchelheim zur Erbauung eine- ThürmchenS mit einer Glocke auf da» dortige RathhauS, im Betrage von 448 Mk. 40 Pfg.

* Der Getreidemarkt. (BerichtSwoche vom 1. bi» 7. Februar.) Die characteristifche Situation auf dem Getreide- markte ist Unlust auf Selten der Käufer und abwartende Haltung auf Selten der Verkäufer. Deshalb bewegte fich der Verkehr in der letzten Woche in engen Grenzen. Weizen und Hafer wurde deshalb sehr wenig und zu bisherigem Preise verkauft, während im Roggenhandel, wo da» Angebot doch etwa» hervortrat, zu etwa» ermäßigtem Preise, eine Anzahl größerer Käufe stattfanden. Die Anschauung, daß bei günstigen Ernte- aussichten die niedrigen Getreidepreise noch lange bestehen bleiben werden, ist deshalb bei allen Getreideintereffenteu die herrschende. In Berlin und Leipzig wurden gekauft: Weizen per 20 Gentner zu 118 bi- 138 Mk., Roggen ju 110 bl» 115 Mk., Gerste zu 92 biß 170 Mk. und Hafer zu 105 bi» 138 Mk.

4- Bad Nauheim, 8. Februar. Eine furchtbare Ga-explolion hat heute vormittag in der Metzgerei der Herren Gebrüder Rosenthal dahier ftattqefunben. Durch die herrschende Kälte war die Leitung beschädigt und wollte man den Fehler suchen, indem mit Streichhölzern baß Rohr abgeleuchtet wurde, wobei dann die Explosion stattfand. Von vier Personen, die in der Metzgerei anwesend waren, find die beiden älteren Herren Rosenthal nicht unerheblich am Kopse verletzt, während die jüngeren mit dem Schrecken davonkamen. Wie stark die Wirkung de» Gase» war, kann man daraus ersehen, daß schwere Sandsteinplatten, Hackklötze, Steine rc. alles auf einem Hausen lagen und die Fenster durch den Druck total zertrümmert wurden.

Oe. «al dem südlichen Thell del «mtsgerichtsdezirks Herbstein, 6. Februar. Mit großer Freude und Genug- ihuung ist allenthalben von der ganzen Bevölkerung unserer Gegend die Nachricht ausgenommen worden, daß die zweite Kammer der Landstände den Antrag unsere» Abgeordneten Muth, die Thellung de» Amt»gerlchtSbez>rkS Herbstein,