Sommer vergönnt war, die Alpen zu bereisen. ES wurden im Berichtsjahre 9 Vorträge gehalten und 12 Ausflüge in unsere schöne Umgebung unternommen. Mit besonderem Dank wurde der Bereitwilligkeit des hiesigen Verschönerungsvereins und des Wetzlarer TaunuSclub gedacht, den Verein bet seinen Wegbezeichnungen zu unterstützen. In den Vorstand wurden die Herren Dr. Klewttz, Verlagsbuchhändler Roth, Dr. Nestling, Realgymvafiallehrer Hedderich und Kaufmann Th. Haubach gewählt.
** Lahuthal Zilherbvud. In dem morgen (Sonntag) Abend in „Steins Saalbau" stattfindenden Zither»Coucerte wird die Vielseitigkeit der Zither in so abwechslungsreicher Weise vorgeführt, daß Alle, die von derselben als einem dürftigen, außerhalb der Tonkunst stehenden Instrumente sich bisher abwenden zu müffen glaubten, für die Klangschönheit und den Reichthum der Töne dieses Instrumentes gewonnen werden. Das Programm bringt Namen bedeutender Zither- Componiften, von welchen besonders Jos. Haustein und Johs. Pugh hervorgehoben zu werden verdienen. AuS-
haltung aus. In Berlin und Leipzig wurde gekauft: Weizen für 137 bi» 150 Mk., je nach Güte, Roggen für 116 bis 122 Mk., Gerste für 112 bis 175 Mk., Hafer für 117 bi» 150 Mk. per 20 Gentner.
Auszug aus den Standesamtsreglfterir
der Stadt Oieheu.
#ofge»M>u.
November: 30. Wiegand Wagner, Metzger zu Gießen, mit Anna Katharina Schäfer zu Ernsthausen December: 3. Friedrich Ludwig Weber, Feldwebel dahier, mit Emma Elisabetha Karolina Sophie Marte Schmidt zu Bauernbetm. 6. KaSpar Becker, Straß.» wart zu Gießen, mit Anna Franziska Elisabetha Schmitt von Rödgrn.
December: 4. Friedrich Peter Ferdinand Brandl, Monteur dahier, mit Anna Mart- Panz hterselbst. 6. Johannes Schneider, Arbeiter dahier, mit Katbartna Wagner Hierselbst. 6. Johann Ludwig Appel, Schuhmacher dahier, mtt Elisabeth Heidelbach hterselbst 6. Johann Georg Panz, Dachdecker dahier, mtt Helene Frey hterselbst.
•Ootetu.
November: 27. Dem Bremser Georg Schäfer etn Sohn. 29. Dem Schuhmacher KaSpar Wilhelm Backhaus etn Sohn. 29. Dem Feldwebel Theodor Ernst etn Sohn. 30. Dem Schreiner Heinrich Klinke! Zwillinge, zwei Söhne, Heinrich und Ernst. — December: 1. Dem Schneider Karl August Göbel etn Sohn, Karl. 1. Dem Fabrikarbeiter Ludwig Weber II. ein Sohn, Wilhelm Adam Christian. 4 Dem Weinhändler Carl Schwan jun. dn Sohn
SttUirMot.
November: 29. Margarethe Steuernagel, geb. Semmler, 67 Jahre alt, Wittwe von Landwtrth Johannes Steuernagel dahier. 30. Luift Schäfer, geb. Lang, Ehefrau von Maichtnenarbetter Ludwig Schäfer dahier. December: 1. Carl Stumpf, 7 Wochen alt, Sohn von Schuhmacher Carl Stumpf dahier. 2 Wilhelm Ries, 31 Jahre eit, Landwtrth von Eppenrod, Unterlabnkrets. 3. Pauline Püse, geb. Kranz, 44 Jahre alt, Ehefrau von Mtistonar Heinrich Püse zu Herborn. 4. Jobannette Lyncker, geb. Wetdtg, 79 Jahre alt, Wittwe von Land- wirth Friedrich Lyncker zu Schtffenberg.
Frifchboru, 6. December. Ein mit Glücksgüterv wenig gesegneter Schuhmacher dahier hatte das Glück, bei der am 8. und 9. November dss. I». abgehaltenen Berliner Pferdelotterie einen Hauptgewinn (Luxuswagen) ü« Werthe von 2500 Mk. zu gewinnen. Der Betreffende er« hielt dafür 1875 Mk. ausbezahlt.
Darmstadt, 5. December. In der gestrigen Monat» verfammlung des AnwaltSvereinS wurde hinfichtltch der Sonntagsruhe einstimmig beschloßen, vom nächsten Jahre ab„ an Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen die GeichäftSräume geschloffen zu halten und mtt Ausnahme von Notfällen Parteien nicht zu empfangen, vorausgesetzt, daß sämmtliche hiesigen Anwälte mit dieser Anordnung einverstanden sind und dem Beschluffe beitreten. Infolge Entgegenkommens des Präsidenten und der Directoren des hiesige« Landgerichts ist, wie die „Darmst. Ztg." mittheilt, in dem SamStag ein von Terminen freier Tag geschaffen worden, indem die Erste Civilkammer des Landgerichts an Samstagen Termine ferner nicht mehr abhalten wird und an der Strafkammer solche an Samstage nur noch auSnahmweise stattfinden sollen. Man spricht hier die Erwartung au», daß sich keiner der hiesigen Anwälte von jener Neuerung ausschlteßeu wird und ähnliche Beschlüsse in Mainz und Gleßen gefaßt werden.
Dcmrifcfrtts»
* Marburg, 5. December. In Winterscheid (Kreiß Ziegenhain) ereignete sich bet einem Schlachtfest ein Unglücks- fall. Am Abend begehrten junge Leute, al» „Wurftmännchen" verkleidet, nach örtlicher Sitte, Einlaß bei einem dortigen Einwohner. Der Einlaß wurde ihnen verweigert, da foll einer der „Wurftmannchen" zum Scherz das Gewehr, da» er wohl für nicht geladen hielt, auf den Mann angelegt haben. Ein Schuß fiel, die Kugel drang dem Unglücklichen in den Kopf und führte feinen sofortigen Tod herbei.
* Berlin, 6. December. Die Volkszählung ergab für Berlin eine Bevölkerungsziffer von 1674115.
* Rill, 6. December. Infolge der Maul- und Klauenseuche wurden im Kreise Siegburg, in Merheim (Kreis Köln), sowie im Kreise Saarlouis die gesammten Viehmärkte gesperrt.
übende Vereine dabei sind: Gießener Zitherkranz, Zither- Verein AlpenröSchen Gießen, Zitherverein Marburg, Zitherclub Bad«Nauheim, ferner Mitglieder des Bundes aus Wetzlar, Grünberg, Butzbach und Schotten. Als Begleitung zum Gesang ist die Zither vermöge des lieblichen, an« schmiegenden Tones geeignet, die schönsten Wirkungen und Klangeffecte hervorzubrtngen.
Auszug aus -en Kirchenbüchern
der Stadt (Siehe«.
Svaagelifche Gemeinde.
Getraute.
MatthäuSaemeinde.
Dm 4. December. Friedrich Peter Ferdinand Brandl, Monteur zu Gießen, und Anna Marte Pan;, Tochter des Dachdecker» Hermann Phllipp Ludwig Panz zu Gießen.
MarkuSgemetnde.
Dm 5. December. Konrad Seibert. Ackermann zu Wdgolt»- Hausen, und Marie Elise Brück, Tochter deS Forstwart» Karl Brück zu Rödgen.
Den 6. December. Johann Georg Panz, Dachdecker zu Gieße», und Helene Frey, Tochter deS verstorbmm Maurer» Adam Fr«, zu Gießen.
SttaafU.
Matth SuSgemetnde.
Dm 3. December. Ein unehelicher Sohn, Alfred Harry, geboren den 30. October.
Den 5. December. Dem Kaufmann Heinrich Müller etn Sohn, Friedttch Reinhard Otto Heinrich, geboten den 23. October.
MarkuSgemetnde.
Den 1. December. Dem Archtteci Gustav Hamann eine Tochter, Emma Antonic Johanna, geboren dm 30. October.
Denselben. Dem Bierkutscher Joseph Schuhmann et» Sohn, Heinrich Christian Georg Martin Otto, geboren dm 15. October.
Denselben. Dem KrdSkassmrechner Adam Kau» ein Sohn, Heinrich WUhelm, geboren den 16. October.
Denselben. Dem Kaufmann WUhelm Fritfch eine Tochter, Frieda Anna, geboren dm 4. October.
Denselben. Dem Briefträger Georg Dehn» eine Tochter, Lina Marie, geboten dm 16. Octoder.
LukaSgemetnd e.
Den 1. December. Dem Gärtner Johanne» Heß di Sohn, Johannes Georg Karl, geboren den 18. Octoder.
Diese und andere Vorzüge bestimmen sie deshalb zur treuen Gefährtin bet Arm und
Reich, Jung und Alt, in frohen und ernsten Stunden, lieber den für die Liedervortrage mit Zitherbegleitung gewonnenen Künstler Herrn D. Emge entnehmen wir aus vorliegenden Berichten der „Offenbacher Zeitung" Folgendes: „DaS Tenorsolo deS Herrn Emge, ein stimmungsvolles Lied „Abschied", war ungemein reizvoll bei der feinen Nüancirung des innig empfundenen Inhalts der Tondichtung. Der junge Künstler brachte außerdem eine Romanze aus der Mehul'schen Oper „Josef" zu Gehör und gefiel auch hier durch den zarten Ausdruck, welchen er den dramatischen Stimmungen zu verleihen versteht. Der große Beifall veranlaßte ihn zu einer Zugabe." Somit kann den Concert- besuchern ein genußreicher Abend verbürgt werden.
** Da» Löwentheater ist auf Oswalds Garten eingetroffen und werden die Pioducttonen der Frl. Geschwister Berg im Centralkäfig nicht wenig überraschen. ES sei bemerkt, daß der Raum mit besonderer Rücksicht auf die tropischen Bewohner gut gehetzt ist. Der Besuch des Theaters sei daher bestens empfohlen, zumal der Ekntritlsprels ein mäßiger ist.
*♦ Seltene WitternngSerfcheinnng. Sturmwind mit Schneegestöber, Donner und Blitz und gleichzeitig Heller Mondschein in einer Decembernacht dürften ein seltenes Naturschauspiel bieten. Heute Nacht gegen 2 bis 2i/i Uhr zeigte sich die Witterung in dieser tollen Laune. Die weißen Dächer im Mondschein, die im Winde treibenden Schneeflocken und die elektrischen Entladungen am süd östlichen Himmel boten ein auffallendes LandschaftSblld, wie man eS so leicht nicht wieder zu sehen bekommt. — Wie wir soeben erfahren, soll in Musch en heim der Blitz in den Ktrchihurm ein- geschlagen und auch gezündet haben. Nähere Nachricht fehlt noch.
** Aos dem Jllstizpalast. Gestern hielt weder die Strafkammer, noch das Schöffengericht eine Sitzung ab, es fehlte eben an spruchreifen Strafsachen. — Die angesetzt ge- wesene Schwurgerichtssitzung gegen Wilhelm Eckhardt von Ruppertsburg wegen Meineid wurde deßhalb abgesetzt, weil die Frist bei einer Zustellung gegen den Angeklagten nicht gewahrt war und dieser gegen die Verhandlung seiner Sache Einspruch erhob. Eckhardt verbüßt augenblicklich eine längere Freiheitsstrafe im Zellengesängniß Butzbach.
** Der Selreidemarkt. (Berichlswoche vom 30. November bis zum 6. December.) Das wichtigste Eteigniß auf dem Getreidemarkle ist das Steigen der Welzenpteife in Amerika und die geringer gewordene Zufuhr auf den amerikanischen Märkten. Ware der Berliner Markt nicht noch so seht mit Getreidevorräthen, zumal vom Frühjahr her auS Rußland, so vollgepfropft, so wäre für Weizen und Roggen auf den deutschen und österreichischlu Märkten gewiß in dieser Woche eine bedeutende Preissteigerung eingetreten. Unter den etn«
derer übel mit; sowohl her Versuch auf die Zugspitze von der Wiener Neustädter Hütte auS, als auch der Plan, vom Pusterthal au» in die Dolomiten einzudringen, mußte auf gegeben werden. Die Fahrt ging daher über Trient, Padua, Venedig nach Feltre auf der Südseite der Dolomitalpen, da erfahrungsgemäß hier um diese Jahreszeit beständig schönes Wetter vorausgesetzt werden durfte. Von Primör führte eine dreistündige Fußwanderung nach S. Martino, das als Standort der Hochtouristen in neuerer Zeit sich einen Ruf . mal gegebenen Verhältnissen begnügten sich aber die Verähnlich dem von Zermatt erworben hat. Nach einer sehr I käufer mit kleinen Gewinnen und übten im Uebrigen Zurück-
in dem Hauptgegenstande selbst als in einer Reihe von I anschaulichen Schilderung des Plateaus der Palagrnppe führte Nebenumständen liegen. unS der Vorttagende auf die Fradusta; verblüffend wirkt
Berlin, 6. December. Der Reichskanzler hat die I namentlich der Rückblick auf den Tavignolosattel, der Dez- am 20. September 1893 in Bern zwischen dem deutschen I 8öno und (Simone trennt. Die Besteigung dieses ModebergeS
Reich, Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Nieder« zerfällt in die Ueberwindung eines Borbaus, der beleibten
landen, Oesterreich Ungarn, Rußland und der Schweiz ver« Wanderern durch einen schmalen Durchschlupf einige Ber- einbarte Zusatzerklärung zu dem Internationalen Ueberein- I legenheit bereitet, und die Ersteigung deS dahinter sich auf» kommen über den Eis enb a hn « Fr ach tver kehr vom thürmenden fast senkrechten FelScolosseS, deffen untere Par-
14. Octoder 1890 im Originaltext und in deutscher lieber« thieen nunmehr ohne jede Gefahr mit Hilfe des großen
fetzung zur verfassungsmäßigen Beschlußnahme zugehen lassen. Drahtseiles überwunden wurden. Wir schaffen unS noch durch Der Bundesrath hat diesen Abmachungen zugesttmmt. Eine einen Kamin und gelangen bald auf den Grat und über ihn erläuternde Denkschrift ist beigefügt. Durch diese Erklärung 3um Gipfel. Beim Abstieg wurde noch d e vezzana mit« wird die Frage deS Beitritts anderer Staaten in einfacher genommen, die man vom Travignolosattel bequem über Fels und zweckmäßiger Welse geregelt. Etwaige Bedenken, die und Schnee erreicht. — Von Paneveggio führte der Weg einem ohne Weiteres freigestellten Beitritt entgegenftehen ü&er Eencenghe nach Alleghe und Caprile, zwei jedem Alpenwürden, erscheinen mit Rücksicht auf die den ursprünglichen Wanderer beEennten Ortschaften, die leider in diesem Spät« VrrtragSstaaten vorbehaltene Genehmigung auSgeschloffen. Herbst von einem Brande verheert wurden. Nun an dem
Berlin, 6. December. Anläßlich der Tbatsache, daß prachtvollen Pelmo vorbei nach Cortina und auf den Crtstallo, drei Mitglieder der nattonalltberalen RetchSlagsfractton, und der als Muster eines mäßig schwierigen Dolomitberges alle zwar die Abgg. Frhr. Hehl zu Herrnsheim, Graf Eigenthümlichkeiten dieser Besteigungen zeigt. Bänder führen Oriola und Ho sang sowie der Hospitant derfelden Fraction horizontal den Berg entlang, Kamine vermitteln das Em- Adg. Schwerdtfeger den Antrag Kanitz unterzeichnet porkommen zu einer höheren Stufe. Nach einer sehr anhaben, legt die „Nat.-Ztg." diesen Abgeordneten nahe, aus schaultcheu Darstellung der Ersteigung der großen Zinne der Fraction auSzuschetden. Denn deren ferneres Verbleiben wandte sich Redner der Drelschustersp tze zu, die die beste in derselben sei unmöglich, nachdem sie für eine s. Z. von Aussicht in den Sextener Dolomiten gewährt. Der dem Führer der Nationalliberalen, v. Bennigsen, öffentlich Vortragende fügte noch eine sehr humoristische Schilderung im Reichstage für „gemeinschädlich" bezeichnete Maßregel &er Ersteigung deS Einsers hinzu, und fand für wieder eingetreten find. Wenn Anhänger dieses Antrages ^ine lebendigen Ausführungen reichen Beifall. — AuS Mitglieder der nationalliberalen Fraction bleiben könnten, &em ^arauf erstatteten Geschäftsbericht heben wir hervor, dann würde man, sagt die „Nat.-Ztg.", in weiten Kreisen, | der Verein 85 Mitglieder zählt, deren 27 es in diesem die am gemäßigten Liberalismus festhalten, irre werden an der parlamentarischen Vertretung derselben.
Berlin, 6. December. Wegen Aufreizung zum Klassenhaß ist gegen drei hiesige Buchhändler, welche einen anarchistischen Aufruf vertrieben hatten, Anklage erhoben worden. Die Verhandlung findet am 12. d. M. statt.
Berlin, 6. December. Der Deutsche Buchdruckerverband hat den in Budapest strtkenden Buchdruckern eine Unterstützung von 15,000 Mk. bewilligt.
Berlin, 6. December. Der „Localanzeiger" meldet auS Konstantinopel: Der erste Secretär des Sultans erschien heute in der britischen Botschaft, um die Auslieferung Said Paschas zu verlangen, was ihm jedoch verweigert wurde. Die Situation ist sehr ernst. Gerüchtweise verlautet, Said Paschas Flucht in die englische Botschaft sei erfolgt, weil er Beweise für einen gegen Kiamtl Pascha geplanten Anschlag besitze.
Hannover, 6. December. Der Kaiser wohnte gestern Abend der Vorstellung im hiesigen Hoftheater bei. Heute Vormittag 10 Uhr findet große Parade statt.
München, 6. December. In dem benachbarten Holzkirchen entftanb gestern Abend 7 Uhr ein großer Brand, ber beim Oberbräu entstand und sich auf drei weitere Gebäude infolge deS starken Orkan» übertrug. Später wurde noch ein weiteres Haus vom Feuer ergriffen. Der ganze Ort ist gefährdet.
Paris, 6. December. Der „Figaro" bringt einen heftigen Artikel gegen die Pariser Weltausstellung im Jahre 1900. Derselbe fordert die Abgeordneten auf, gegen die Regierungsvorlage zu stimmen. DaS Land habe von dem Unternehmen gar keinen Nutzen zu erwarten. Der I Artikel erregt großes Aufsehen.
Udine, 6.December. Hier wurde eine Falschmünzer- Werkstatt, die fich mit der Herstellung von 50-Gulden- noten befaßte, entdeckt. Drei Falschmünzer wurden von der Polizei verhaftet und die Utensilien confisclrt.
_ totales unb provinzielles,
Gießen, 7. December 1895.
**W. Volkszählung. Die diesmalige Volkszählung ergab für die Provinzialhauptstadt Gießen 22 807 anwesende Personen gegen 20 571 bei der Zählung im Jahre 1890, also einen Zuwachs von 2182 Seelen. Bei der im Juni ds. IS. vorgenommenen Berufszählung waren 22753 Personen anwesend, so daß seit diesem Zeitpunkt ein PluS von 54 Einwohnern sich ergibt. Seit 1870, wo die Stadt 10223 Einwohner zählte, hat sich die Einwohnerschaft sonach mehr als verdoppelt, seit 1840 verdreifacht. Die genauen statistischen Angaben lassen sich erst in ungefähr 8 Tagen feststellen.
Letzte Dresdener Gefammt Vorstellung. Aus den morgigen (Sonntag) letzten Gastspiel-Abend, ber eines ber besten Lustspiele Heinemanns, „Herr unb Frau Doctor", in überaus vorzüglicher Rollenbesetzung bringt, machen wir unsere Leser nochmals aufmerksam. Zweifellos bürste ein übervolles Haus Fräulein Bernharbt den Beweis bringen, welche Sympathie sich ihre künstlerischen Vorstellungen hier erworben.
** Deutscher uud österreichischer Alpeuvereiu. In ber vorgestrigen Monatsversammlung des Alpenverein» sprach I Herr Dr. Markwald über seine diesjährigen Wanderungen in den Dolomiten. Während der letzte Vortrag eine behagliche Schilderung genußreicher Thalwande- rungen gebracht hatte, führte Herr Dr. Markwald seine zahl- reichen Zuhörer auf die Hauptgipfel jenes Zauberlandes südlich de» Puster« und östlich de» ElsackthalS, das seit zwei Dccennien immer mehr den Strom der Hochtouristen auf fich lenkt. Im Anfang der Reise spielte da» Wetter dem Wan-


