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Songogebietes durch den belgischen Staat, ruft unter der congofeindl'chen Presse, besonders unter den pro- gressistischen und socialistischen Blättern große Entrüstung hervor. Man wirst der Regierung vor, die Privatgeschäfte ; -es Königs und nicht die Interessen des Landes im Auge zu I haben. Belgien werde den Schwankungen in den Geschäften . des Congostaates folgen, weil durch dieselben die Unabhängig- | feit deS Landes gefährdet sei- da« Land stürze sich in schwere i Militärlasten durch die Afrika Expedition, die Anschaff mg einer Flotte und eines Budgets für die Colonien rc. Die »sfictöse Presse enthält sich dagegen einer Besprechung, weil sie noch nicht an die Nachricht glaubt.

Foix, 5. Januar. In dem Dorfe Orlu ((Santon Axe leS Thermes) ging eine Schneelawine nieder, durch welche 4 Häuser und 12 Scheunen zerstört wurden. 15 Personen wurden getödtet, 8 verwundet. Zahlreiches Vieh wurde ver­schüttet.

Paris, 5. Januar. Die Vorbereitungen zur Expe­dition nach MadagaScar werden eifrig betrieben. Die Küsten der Inseln werden scharf überwacht, um eine Waffen- einfuhr zu verhindern.

PartS, 5. Januar. Heute Vormittag um 9 Uhr wurde die Degradation des Hauptmanns Dreyfuß voll­zogen. Im Augenblick, wo der General DarraS bie üblichen Formeln gesprochen hatte, erhob Dreyfus die rechte Hand und rief:Ich bin unschuldig! ES lebe Frankreich"! Unter den Anwesenden wurden Protestrufe laut; man rief:23er räther! Judas! Tödtet ihn!" Nach der Ceremonie wurde DreyfuS ins C vilgesängniß überführt. Weitere Zwischenfälle kamen nicht vor.

London, 5. Januar. Im Canal herrscht fortgesetzt furchtbarer Sturm, sodaß von Dover keine Paffagier­dampfer abgegangen find. Man hofft, den Postdampser Empreß", der mit der Landungsbrücke collidirte und auf den Strand getrieben wurde, sehr bald wieder flott zu machen.

Petersburg, 5. Januar. Der Kaiser und die Kaiserin find heute aus Zarskoe Selo hierher zurückgekehrt.

Warschau, 5. Januar. Um dem Czaren einen Beweis ihrer Ergebenheit zu geben, wird eine Deputation des polnischen Adels und Bürger st andeS dem Grasen Schuwalow entgegenfahren.

Algier, 5. Januar. Heftige Schnee stürme wütheten über Algerien und richteten großen Schaden an.

Oran, 5. Januar. In der vergangenen Nacht wurden , durch einen Sturm viele Häuser zerstört.

Washington, 5. Januar. Die Vereinigten Staaten Central-AmerikaS vereinigten sich zu einer Liga, um Quate- mola gegen Mex ko zu unterstützen. Es stehen Feindselig­keiten gegen Mexiko bevor.

Neueste Nachrichten.

Wolff« telegraphische« Correspondenr- Bureau.

Budapest, 6. Januar. Der König empfing im Laufe deS Tages den Präsidenten des MagnatenhauseS, Szlavy, und den Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Banffy, sowie ferner Coloman Szell und den Grasen Khuen-Hedervarh.

Dweschen oe« Buresu .Herold".

Berlin, 6. Januar. DerPost" zufolge wird der russische Botschafter Graf Schuwalow am 19. dsS. MtS. Berlin vcrlaffen und sich nach Warschau begeben, nm daselbst seinen Posten als Generalgouverneur anzutreten.

Berliu, 6. Januar. In einem längeren Artikel tritt diePost" für die Verstärkung der Marine ein. Das Blatt führt auS, wenn sie rechtzeitig Panzerschiffe gebaut hätte, bann befände sich die Marineverwaltung auf diesem Gebiet nicht in solcher Verlegenheit. Wir haben leider keine zur Hand, wenn jetzt ein Krieg ober Verwicklungen an irgenb einer Stelle im Ausland entstehen, z. B. in Ostasten. Zum Ausbau unserer Flotte gehören viele Jahre. Sollen wir darum den Bau noch weiter verzögern, weil vielleicht übers Jahr ober später aubere Ansichten über bie beste Construk- tion auftaucht. Davor muß bringenb gewarnt werden, denn auch hier gilt, daß das Bessere ein Theil des Guten ist. Die Kreuzerfrage ist für daö Reich eine nationale geworden. ES ist die Frage, ob der Ausbau dieser Kreuzerflotte sich durch die Bewilligung eines TheilquantumS vollziehe, in zweiter Linie von Interesse. Wirklich aber müsse unter allen Umständen dahin gestrebt werden, baß sämmtliche im Etat der Marincverwaltung für 1895/96 geforberten Kreuzer be­willigt werben.

totale* unb peovknzlelle-

Sieben, den 7. Januar 1895.

* * Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 5. Januar u. A. den Director Clement von der Zellenstrafanstalt Butzbach.

* * AuS dem GerichlSdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgll geruht: am 5. Januar 1) den OberamtSrichter bet dem Amtsgericht WormS Franz Gebhardt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz, 2) den OberamtSrichter bei dem Amtsgericht Bingen Dr. Franz Metzler zum OberamtSrichter bei dem Amtsgericht WormS, 3) den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Nieder-O m Emil Schlapp zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Bingen nnd 4) den Amtsrichter bet dem Amtsgericht Manz Peter Fleitz zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Nieder- Olm, sämmtlich mit Wirkung vom 16. l. MtS. an, zu er» nennen.

* * Einkommensteuer in Heyen. Der Bericht des Ersten AnSschuffeS der Zweiten Kammer über den Gesetzentwurf, betr. die Abän dem ng des Einkommensteuer­gesetzes, und Über den Antrag deS Abg. Möllinger, betr. die Reform der btrecten Besteuerung, gipfelt in folgenden

Anträgen.' Die Mehrheit des AnSschuffeS (Abgg. Bergsträßer, Haas, Jöckel, Schröder) beantragt: Die zweite Sommer wolle den vorgelegten Gesetzentwurf zur Zeit ablehnen; die Minderheit. (Abgg. Möllinger, Vogt, WolfSkeffl) und für bin Fall ber Ablehnung ihres primären Antrags auch bie obige Mehrheit, die Zweite Kammer wolle 1) ausdrücklich sich bagegen verwahren, baß sie mit Annahme ber gegenwärtigen Vorlage eine weitere Verbesserung unseres btrecten Steuer* wesens für nicht oder nicht alsbald erforderlich halte, sie wolle vielmehr 2) für dringend geboten erklären, daß bie ungleiche Belastung ber Steuerpflichtigen, welche auf ber seitherigen Veranlagungsweise ber Realsteuern beruhe, beseitigt werbe unb zu diesem Zweck sobald als möglich eine Umgestaltung insbesondere der Grund- unb Gewerbesteuer erfolge, sowie 3) baß bei dieser Umgestaltung ber Realsteuern zwar bas funbierte Einkommen auch fernerhin, sei es mittelst einer VorauSbesteuerung ober mittelst eineS Zuschlags zur Einkommen­steuer entsprechenb höher heranzuziehen sei, als das nicht sundir te, jedoch unter möglich sorgfältiger Rücksichtnahme nickt nur auf die größere ober geringere Leistungsfähigkeit,-ganz besondere auf die etwaige Belastung funbirter Einkommensquellen burch Schuldzinsen, endlich 4) die Großh. Regierung dringend ersuchen, im Sinne vorstehender Darlegungen den Ständen sobald als möglich Vorlage zu machen. Der gelammte Ausschuß beantragt: Die Zweite Kammer wolle den Antrag des Abg. Möllinger, die Resorm der btrecten Besteuerung betr., mit Rücksicht auf bie von Großh. Regierung gegebene Erklärung (wonach dieselbe sich bereit erklärt, einer Reform der Realsteuer alsbald näher zu treten) zur Zeit für erledigt erklären.

Pr. Concertverein. Mangel an Raum hatte gestern den Concertvcrein veranlaßt, abweichend von der Tradition für das dritte diesjährige Concert den Gießener Festsaal zu wählen, dessen gute Acustik bie Wirkung ber gestrigen Dar­bietungen unbeträchtlich erhöhte. Zur Aufführung gelangte zuerst Mendelssohns Ouverrure zum Märchen von der schönen Melusine, welche von ber verstärkten Regimentscap.lle im Allgemeinen befriebigenb zu Gehör gebracht würbe. Gerabe diese Ouvertüre erfordert größte Präcision im Zusammen­spiel, und wenn in dieser Beziehung die gestrige Leistung auch nicht durchgängig auf ber Höhe ber Vollkommenheit stand, so konnte man doch mit dem Vortrag zufrieden sein unb war es namentlich bas Streichorchester, welches eine gute Leistung bot. Vielleicht hätte an einigen Stellen etwas mehr Innigkeit des Vortrages bem Gelingen bes Ganzen nicht geschähet. Der nächste Vortrag war bie Rhapsodie aus GoethesHarzreise im Winter" für Altsolo, Männerchor und Orchester von BrahmS, bie uns den Ernst und den tiefen Gedankenreichthum dieses Meisters recht deutlich er­kennen läßt. Chor und Orchester hielten sich wacker und wurden den an sie gestellten Anforderungen fast durchweg gerecht. AlS Sol'stm begrüßten wir in Frau Luise Geller eine von früheren Concerten her bei uns gern ge­sehene Künstlerin, bie uns burch ihren seelenvollen Vortrag hoch entzückte und sich damit neue wohlverdiente Lorbeeren erworben hat. Den Schluß des Concertes bildete Heinrich HofmannsWaldfräulein" für Soli, gemilchten Chor unb Orchester, ein flott geschriebenes Werk ohne besonders tiefe musikaltsche Gedanken, welches zu ber tiefernsten Composiiion von Brahms in einem seltsamen und wir können es nicht anders sagen nicht gerade vonheilhasten Gegensatz stand. Wie viele seiner Vorgängerinnen, so hat sich auch basWalb- fräulctn" schnell einen Weg in die Concertsäle gebahnt. Heinrich Hofmann gehört nicht zu denjenigen Meistern, bie überall selbststänbige Bahnen wanbeln; in seinemWalb- fräulein" wenigstens wird man gerade beim Anhören der schönsten Stellen mehrfach unwillkürlich an liebe bekannte Componisten erinnert. Trotzdem aber sind seine Compositionen ansprechend unb finben namentlich im großen Publikum fast überall Beifall. Ob sie sich beswegen lange auf ben Concert- programmen halten werben, ist sehr bie Frage. Die Bbr« züge, bie dasWalbfräulein" mit ben meisten früheren Hof- mann'schen Compositionen theilt, sind leicht flüssige, sangliche Melodien, gefällige, meist ungekünstelte Harmoniefolgen und ein reizvolles Orchestercolorit, durch welches an geeigneten Stellen ohne Anwendung von Maffenmitteln oder modernen Jnstrumentationskniffen herrliche Klangwirkungen erzielt werden. Die Behandlung des Cbors zeigt uns den Campo- nisten auch auf diesem Gebiet als kundigen Meister, und von den Soloparthieen stellt namentlich bie Rolle bes Gunther ben sie oertretenben Künstler vor eine dankbare Aufgabe. Die Wiedergabe des Werkes war fast durchweg eine glückliche. Die Chöre, vom Herrn Musikdirector Felchner sorgfältig elnftubirt, wurden vom academiscken Gesangverein befriedigend, ber Chor ber Ritter und Edelfrauen sogar vorzüglich zu Gehör gebracht. Von ben Soloparthien hatte bie Titelrolle an Stelle der erkrankten Frau Uzielli F äulein Johanna Schneider ans Frankfurt, eine Schülerin von Frau Schröder-Hanfstengel, übernommen, eine That, die um so mehr Anerkennung verdient, als die Dame, ohne die Parthie, welche bis jetzt nur wenige Sängerinnen auf ihrem Repertoir führen, flubirt zu» Haden, einfprang und so bie Aufführung bes WerkrS überhaupt möglich machte. Daß wir in diesem Falle eine durchaus vollendete Leiitung nicht erwarten dursten, war selbstverständlich, unb eS wäre undankbar, wenn wir an Fräulein SchneiberS gestrigem Vortrag Ausstellungen machen wollten. Manche ihrer Colleginnen hätte es sicher nicht gewagt, bie burchauS nicht leichte Parthie vom Blatt zu fingen. In ber kleinen Altparthte bot sich für Frau Geller nur wenig Gelegenheit, ihre herrlichen Stimmmittel voll zu entfalten, boch verdient der Vortrag deS DueitS mit Gunther volle Anerkennung. Den Gunther enblich fang Herr Müller auS Frankfurt so, wie wir unS ihn nicht beffer hätten wünschen können. Herr Müller ist uns von früheren Concerten her ein so guter lieber Bekannter, baß wir heute auf feine Vorzüge als Sänger nicht näher einzu- gehen brauchen; wir müßten nur wieberholen, was schon früher an tiefer Stelle über ihn berichtet worben ist. DaS

Orchester that im Allgemeinen feine Schuldigke t; nur wäre im Streicherchor an mehreren Pizzicatostellen ein präcisereS a tempo wohl am Platz gewesen.

»* Neues Theater. Wir machen darauf aufmerksam, daß morgen DtenStag die Sensations - ComödieDie Schmetterlingsschlacht" von Herrn. Sudermann zur wiederholten Aufführung gelangt.

* Körperverletzung. In einer hiesigen Schlofferwerkstätte geriethen vorigen SamStog zwei Gesellen in Streit, bei welchem einer dem anderen die Feuerzange derart ins Gesicht schlug, baß baß Nasenbein zertrümmert würbe. Der Ver- letzte muhte in bie Klinik aufgenommen werben.

*» Unfall. Ein Fabrikarbeiter, welcher gestern die SonntagStour in ber Fabrik hatte, stürzte eine Treppe herunter in ben Keller unb brach hierbei mehrere Rippen. Derselbe wurde in die Klinik gebracht.

Weckd'ebstahl. In letzter'Zelt wurden wieder häufig die Wcckbeutel, welche allerdings leichtsertlgerweise biß Morgens 8 Uhr vor den HauSthüren hängen bleiben, ge­plündert. Gestern wurde ein Frauenzimmer dabei ertappt und zur Bestrafung gebracht.

A Mainz, 6. Januar. Angesichts der hervorgetretenen Bestrebungen auf Einführung eines Zolles auf Que- brachoholz hat bte hiesige Handelskammer auf Antrag ihres Vorsitzenden belchloffen, an den Reichskanzler und ben BunbeSrath eine E ngabe zu richten, in welcher gebeten werben soll, derartigen Anträgen keine Folge zu geben. Die Gründe hierfür sieht die Handelskammer barm, daß baß Quedrachoholz für bie beutsche Leberindustrie von außer- ordentlich großer Wichtigkeit ist, indem deren hervorragende Stellung auf bem Weltmarkt burch bte zollfreie Einfuhr des genannten Art kels In hohem Grade bedingt erscheint. Nach Ansicht ber hiesigen Handelskammer würde hier ein Zoll er­heblich schaden, ohne ber deutschen Forstwirthschast Nutzen zu bringen. Die seit Beginn dieses JahreS hier eröffnete Volksküche erfreut sich eines sehr bedeutenden Zuspruchs. Erfreulicherweise nimmt man in Arbeiterkreisen fernen An­stand, die segensreiche Anstalt zu frequenliren. Hier bat sich ein neuer Verein, berM ilchhänblervereln", ge« btlbet. Derselbe verfolgt ben löblichen Zweck, alle Mitglieder anzuhalten, nur reine, unverfälschte Milch an baS Publikum zu verkaufen.

A Von der Mainmundung. 6. Januar. Gestern Morgen gerieten unterhalb Kostheim drei Bewohner von FlörSheinr in große Gefahr. Dieselben wollten in einem Nachen Waaren nach Mainz bringen, geriethen aber in ber Dunkelheit ruf die Wehren des Maincanals unb kenterten. Mit großer Mühe gelang eS ben drei Männern, sich durch Schwimmen zu retten unb bis auf bie Haut burchnäßt und steif gefroren tarnen dieselben in Mainz an.

A Aus Rheinhessen, 6. Januar. In Anwesenheit deS Reichslagsabgeorbneten Heyl-Worms unb C. Lucke-PaterS- bausen tagte heute Nachmittag in Osthofen eine von etwa 700 Personen besuchte Versammlung beS Bundes ber Land- wirthe, zu welcher bte Reform ber btrecten Steuern in Hessen, ber Argentinische Getreibe-Jmport unb bie Verstaatlichung beß Getreide-Imports auf ber TageSorbnung flanben. lieber ben ersten Punkt sprachen ber ßanbiagßabgeorbnete Hirsch- Alsheim unb Oberbürgermeister Küch ler-WormS. Beide Redner kritisirten auf baß Schärfste bie bestehende hessische Steuergesetzgebung, wie auch die von der Regierung borge» schlagenen Reformen. Bezüglich ber Steuerfrage nahm schließ­lich bte Versammlung folgende an bie Regierung und bte Stände zu richtende Resolution einstimmig an: 1. Daß Hess, blrecte Steuerwesen bedarf dringend der Reform in der Richtung, daß ausschließlich die Leistungsfähigkeit für die Feststellung der Pflichtigen bestimmend ist. 2. Die Reform sollte sich im engsten Anschluß an die in Preußen glücklich burchgeführte Steuerreform vollziehen und bemgemäß nach folgenden Gesichtspunkten erfolgen: a) durch Führung der Einkommensteuer mit steigender Belastung der Einkommen bis zu 4°/0; b) gleichmäßige und einheitliche Dorbefteuerui g des Vermögens aller Art; c) Aushebung ber derzeitigen Grund-, Gewerbe- und Capttalrentensteuer. 3) Die Bildung sogen. Steuercrpitalien als die Unterlage für bie SteuerauSschläge ist ein Umweg, ber für bie Steuerpflichtigen sowohl bie Höhe ber Belastung, al­ben Weg, auf welchem biefe festgrstellt wurde, verschleiert. Die Beseitigung dieser Einnchiung ist deshalb zu fordern. 4. Als Folge einer nach vorstehenden Grundsätzen burdige« führten Steuerreform ergibt sich eine gänzliche Neugestaltung der Gemeindesteuer. AIS deren Grundlage ist bte lieber- Weisung der Ertragssteuer an die Gemeinden zu betrachten. Zur Erreichung dieses Zwecks ist bie Ablehnung der Ein- kommensteuervorlage der Regierung nothwenbig. Der Abgeorbnete Heyl-WormS sprach über ben Getreibe Import ouS Argentinien, bem er großen Schaden für die deutsche Lundwirthschrst und Industrie beimaß und der nur durch die Kündigung beß MeistbegünstigungSvertragS mit Argentinien beseitigt werben könne. Der Redner fügt hier bei, baß er heute noch keine bestimmte Erklärung über seine Stellung­nahme, zu bem Antrag Kanitz über die Verstaatlichung des Getreide - Imports geben könne. lieber bte eben erwähnte Frage ließ sich zum Schluß noch C. Lucke- PaterShaulen auß, ber den §§ 1 und 2 bkS blkannten Antrags Kanitz folgende Fassung zu geben in Vorschlag brachte: § 1. Die Ein- und Durchfuhr unb Lagerung beS ausländischen Getreides unb der Mühlenfabrkate ist auch fernerhin gestattet, gegen Erlegung beß geictzlich geoibneten Einfuhrzolles beziehungs­weise unter Einhaltung der über die Du chsuhr ^unb Lage­rung von ausländischem Getreide zur Z it bestehenden ge­setzlichen Bestimmungen. § 2. Der Weiterverkauf von auß» ländischem Getreide ist nur an bte gesetzlich georbneten Organe ber Reichsregierung gestattet.

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