Ausgabe 
7.4.1895 Erstes Blatt
 
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Sonntag den 7 April

Erstes Blatt

Nr- 83

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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den sorgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn, in Uhr.

Anerkennung für die Annahme der Gebäudesteuerreform aus und bezeichnete die Aufgaben, an denen der Landesausschuß mitwirken müsse, um geordnete Zustände aufrecht zu erhalten, da auch hier Elemente feien, die nicht zur Ruhe kommen ließen. Erstrebt werden müsse die Herstellung eines Wasser­weges auf dem Oberrheine, ferner sei die Bewässerung der durch die Rbeinregulirung verödeten Gegenden nothwendig. Seien Sie überzeugt, daß mich nur ein Gedanke beseelt, wie ich dem mir gewordenen Auftrage zum Heile des Landes am besten nachkomme.

Rom. 5. April. DaS italienische Geschwader, daS zur Thetlnahme an den Festlichkeiten in Kiel bestimmt ist, geht zunächst nach Kiel und besucht dann englische Häsen. __________

vierleklähriger Aflonncmtntsprd»: 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn Durch bie Post bezöge» 2 Mark 50 Psg.

Siedaction, Lxprditto» und Druckerei:

KchulstratzeNr.7. Fernsprecher 51.

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Budapest. 5. April. Die Dämme der kleinen Theiß sind durchbrochen und 20,000 Joch von dem Gebiete der Theiß-RegulirungS Gesellschaft find unter Wafier gesetzt. Die Ueberschwemmungen durch die Maros haben bedenkliche Dimenfionen angenommen. Die Umgebung von

llnohme bei btt n Satten, bei mer, Renten sage ich [3057 e Gattin.

Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 5. April. Die Adresse, die der Magistrat tn den Fürsten Bismarck gesandt chat, hatte folgenden Wortlaut:Berlin, 30. März 1895. Durchlauchtigster Fürst'. Wo immer die Herzen sich an der Größe und Kraft deS Deutschen Reiches erfreuen, ruft der 1. April 1895 die Er­innerung an die Thaten Euerer Durchlaucht mächtig wach. I Was tn Generationen von den reinsten und edelsten Bater- laudSfreunden geträumt, ersehnt, erstrebt ward, Euere Durch­laucht, berufen und getragen von dem Vertrauen des hoch- I Herzigsten Herrschers, konnten es zur Wahrheit machen. In unaus ölchlicher Dankbarkeit gedenkt daS lebende Geschlecht Ur Deutschen der Mühen und Sorgen, die jenen Träumen die Erfüllung brachten, und die Gelchichte wird für alle Zeiten aufbewahren, wie Euere Durchlaucht mit weit auS- fchauendem Blick, mit erstaunlicher, nie ermattender Thal- I kraft, mit kühnem Muthe und erfindungsreichem Scharfsinne, Sie Früchte zu großen Tharen unseres Volkes in Waffen zu I sichern verstanden und den tn schweren Kämpfen errungenen Frieden bewahrt haben. Unserer Stadt aber, welcher diese Thaten die'ehrenvolle Stellung der Hauptstadt deS deutschen I Reiches bereitet haben, gereicht eS zur besonderen Genug­tuung, daß Eurer Durchlaucht Lebensgang vielfach mit ihr I eng verknüpft ist, daß sich die glücklichen Erinnerungen der Kindheit und der Jllnglingsjahre an unsere Mauern knüpfen, daß Sie Ihre weltbesttmmenden Thaten tn Berlin vollbracht I bet doch vorbereitet haben, und daß Sie als Ehrenbürger unserem bürgerlichen Gemeinwesen dauernd angehören. Möge )er Allmächtige Gott Euer Durchlaucht immerdar segnen und I vergelten, was Ste an unserem deutschen Volke gethan I haben. Eurer Durchlaucht ergebenster Magistrat hiesiger | Haupt- und Residenzstadt. I. A.: Zelle." Daraus ist I ton dem Fürsten Bismarck folgende Depesche beim Magistrat am 3. d. M., 8 Uhr Vormittags, etngegangen: Verbindlichsten Dank für die freundliche Mitthetlung, durch Pie ich mich hochgeehrt fühle. Bismarck."

Berlin, 5. April. Der neuernannte russische Botschafter Graf v. d. Osten-Sacken ist heute aus Petersburg hier eingetroffen und sofort nach München zur Ueberreichung seines I KbberufungSschreibenS abgeretst.

Pofen, 5. April. Der Präsident des OberlandeSgerichtS, Kranz, ist infolge Herzschlags gestorben.

Hamburg, 5. April DenHamburger Nachrichten zufolge beträgt die Zahl der in den drei Tagen vom 31. März bis 2. April beim FürstenBiSmarck eingelaufenen Tele- «ramme 8390, deren Wortzahl sich auf 277 697 beläuft. Die Zahl der Briefe wird auf 50 000, die der Postkarten auf 110- bis 120 000 geschätzt.

München, 5. April. Der medicinische Congreß wurde heute Mittag 12 Uhr von Prof. Dr. Ziemffen ge­schlossen. In seinem Schlußworte betonte der Redner, daß die gegenwärtige Tagung eine der bedeutendsten gewesen sei von allen, die bisher stattgefunden. Auch die Zahl der Theilnehmer (384) sei noch nie so groß gewesen. Der größte Theil der angekündigten Vorträge habe zwar nicht gehalten werden können, dies sei aber an der großen Wichtigkeit der Referate und ihrer erschöpfenden Behandlung gelegen (Heilserum-Therapie, Eisen-Therapie, Behandlung der Typhlitiden). Prinz Dr. Ludwig Ferdinand, der den Verhandlungen bis zum Schluß mit großem Jntereffe bei­wohnte, wurde zum Ehrenmitgliede deS Congrcffes ernannt. Bet den heutigen Vorträgen wurden besonders erwähnens- werthe Mittheilungen von Prof. Peiper über Behandlung ton Unterleibstyphus mit antitoxischem ThphuSserum und ein Vortrag von Professor v. Noorden (Frankfurt a. M.) Iber rechtzeitige Behandlung der Zuckerkrankheit gemacht.

Straßburg i. Els., 5. April. Der Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langenburg und Gemahlin veranstalteten gestern ein Diner zu Ehren des Landesausschuffes. Ein­ladungen hatten erhalten StaatSsecretär v. Puttkamer, die Unterstaatssecreläre, die drei Bezirkspräsidenten, die Spitzen der Civilbehörden und General v. Mischke, der im Auftrage der Kaiserin Friedrich hierher gekommen war, um heute mit dem Statthalter daS Schlachtfeld von Wörth wegen Auswahl eines Platzes für das Denkmal Kaiser Friedrichs zu besichtigen. Der Statthalter hielt eine längere Ansprache, in der er dem Landesausschuß seinen Dank aussprach für den

Localer and KrovinzleVler

Sießeu, den 6. April 1895.

» Sitzung Großh. Handelskammer Gießen vom 2. d. M. Anwesend waren die Herren Koch, Gail, Heichelheim, Hom- berger, Klingspor, Kraatz und Wortmann. In Verfolg der schon in der vorigen Sitzung durch eine Eingabe an den Reichstag mit der Bitte um Ablehnung des Antrags Kanitz vertretenen Stellung wurde beschloffen, auch in der am 4. April in Berlin stattfindenden Plenarversammlung des deutschen Handelstags gegen den Antrag Kanitz, sowie gegen jede Währungsänderung zu stimmen. Eben­falls ablehnend verhielt sich die Kammer dem Gesetz Ent- wurf betr. Communalb e steu erun g des Weins gegen­über und wird in diesem Sinne bei dem Reichstag vorstellig werden. Im Anschluß an einen der Kammer vorliegenden Antrag der Handels- und Gewerbekammer Würzburg wurde beschloffen, dem schon in einer vorjährigen Eingabe an den Herrn Reichskanzler ausgesprochenen WunscheeS möchte das für dasArzneiduch bezüglich der Medicinal- weine (Sherry, Malaga rc.) auf 2 Gramm per Liter fe st gesetzte Maximum an Schwefels äure- Gehalt auf 4 Gramm per Liter erhöht und für solche in den Handel schwer einschneidende Ver­ordnung eine 2jährige Dacanzzeit eingehalten werden", in einer erneuten Vorstellung wiederholt AuS-

Depeschen deS Bureau .Herold".

Berlin, 5. April. DerReichsanzeiger" schreibt: Dem Kaiser sind aus Anlaß der Feier des 80. Geburtstages I des Fürsten Bismarck zahlreiche HuldigungS-Tele-I gramme von Fest - Versammlungen und Vereinen, von städtischen Behörden und einzelnen Personen zugegangen. Der Kaiser hat diese Kundgebungen, deren Beantwortung im Einzelnen unmöglich ist, mit Genugthuung entgegengenommen I und seine Freude über diesen Ausdruck patriotischer Gesinnung I zu erkennen gegeben.

verli«, 5. April. DaS neue Zuckerst euergesetz I ist jetzt, wie diePost" erfährt, in der Ausarbeitung be­griffen. ES dürste zu den Ausgaben gehören, deren Er I ledigung noch in der laufenden ReichStagSsession als besonders I erwünscht zu betrachten sein dürfte.

Berlin, 5. April. Ein Buchhalter einer hiesigen Bank, welcher, um die im Börsendtfferenzspiel erlittenen be­deutenden Verluste zu decken, von den ihm anvertrauten Effecten einen Betrag von mehr als 40.000 Mark unter­schlagen und zwecks Verdeckung der Unterschlagungen falsche Eintragungen in die Geschäftsbücher gemacht hat, ist verhaftet worden.

Berlin, 5. April. DiePost" meldet aus Wien: Kaiser Franz Josef habe die Einladung des Deutschen § Kaisers zu den Herbstmanövern bei Stettin angenommen.

Berlin. 5. April. Der Direckor tm Reichspostamt, Geheimerath Fischer, ist nunmehr, derKreuz Zeitung" zufolge, zum UnterstaatSsecretär des Reichspostamtes ernannt worden.

Berlin, 5. April. In einer gestern Abend abgehaltenen Versammlung von 3000 Bäckermeistern und Gesellen kam es hinsichtlich deS MaximalarbeitstageS und der Sonn- I tagsruhe zu stürmischen Debatten. Eine Enigung konnte nicht erzielt werden, so daß die Versammlung resultatlos verlief. c ,

Posen. 5 April. Der erste Buchhalter und Rechnung-, führer, Notar Hempel, vom Dominium Kerkowo wurde bei dem Bahnübergänge unweit Luchotowko von einem Eisen- bahnzuge überfahren und getödtet. Ob Zufall oder Selbstmord vorliegt, ist noch nicht festgestellt. Letzteres ist wahrscheinlich, da an dem Rocke deS Verunglückten ein Zettel mit seinem Namen befestigt war.

Karlsruhe, 5. April. Der Kaiser wird in den nächsten Tagen zur Auerhahn-Jagd hier erwartet.

Lemberg, 5. April. Polnische Blätter melden aus Warschau: Der russische Minister des Innern, Durnowo, habe mittelst Circular die russischen Postämter angewiesen, genau auf alle vom Auslande kommenden Briefe zu achten. In letzteren seien häufig verbotene Drucksachen eingeschmuggelt worden, weßhalb die Postanstalten nunmehr verpflichtet werden, alle verdächtig erscheinenden Briefsendungen zu öffnen und bedenklich befundene zu vernichten. Recom- mandirte Briefe sind im Beisein deS Adreffaten zu öffnen und im Verdachtfalle unverzüglich dem GenSdarmen zu über­geben. Die Postbeamten werden ferner angewiesen, die Ab- sender der nach dem AuSlande bestimmten Geldbriefe in un­auffälliger Weise zu beobachten und bie Personalbeschreibung der Absender zu registriren.

Temesvar, 5. April. Jniolge deS fortwährenden Steigens deS Bega CanalS ist abermals Hochwasser zu befürchten.

Rom, 5. April. In päpstlichen Kreisen wird versichert, daß die Frage der Wiedervereinigung der angli­kanischen mit der römischen Kirche einen bedeutenden Schritt vorwärts gemacht habe. Nach langen Verhandlungen zwischen dem Papste und Lord Halifax hat der Papst den Anglikanern vorgeschlagen, die Entscheidung der römischen Concilien anzunehmen. Im Uebrtgen will der Papst eine versöhnliche Lösung in dieser Frage anstreben und dies in einem Manifest an die anglikanische Kirche darlegen.

Brüffel, 5. April. Obgleich der GeneralauSstand seitens der Führer der Arbeiterpartei vertagt wurde, sind in dem Kohlenbassin von Seraing neue StrikeS ausgebrochen. In drei Kohlenbergwerken feiern 1200 Mann. Der AuS- stand ist von politischer Natur. Man glaubt, derselbe werde noch weiter um sich greifen.

Brüffel, 5. April. Die Kammer nahm heute mit 90 gegen 52 Stimmen daS von der Regierung eingebrachte Gemeindewahlgesetz an. Dafür stimmte die conservative Rechte, dagegen die Socialisten, Progresfisten und Christlich- Demokraten.

Paris, 5. April. Die strikenden Zündholz- arbetter beschloffen, die schiedsgerichtliche Intervention deS Präsidenten Faure nachzusuchen. Nach der gestrigen Ver­sammlung durchzogen sie die Straßen unter dem Rufe:ES lebe der Ausstand!" Der Abgeordnete Gerault Richard ist mit den socialistischen RammermUgliefcern übereingekommen, seinen Antrag wegen Abschaffung des Anarchisten­gesetzes erst nach den Osterferien einzubringen.

I Paris, 5. April. Wie aus Oran gemeldet wird, I mußte der Dampfer8tbau", auf welchem sich Truppen für Madagaskar befanden, daselbst vor Anker gehen, weil er während der Fahrt eine Beschädigung erlitten hatte.

London, 5. April. Aus Washington wird gemeldet, daß der japanische Marschall Nodzu zwei gefangene Chinesen I zum chinesiichen Lager abgeschickr hat, um die Meldung des Waffenstillstandes zu überbringen, nachdem vorher zwei japanische Parlamentäre von den Chinesen mit Schüssen em- I pfangen worden waren.

Petersburg, 5. April. Drei Professoren an der Universität Moskau, welche die Petition um Abänderung des UniverfitätSgesetzeS an den Zaren mitunterzeichnet hatten, wurden irn Auftrage des Unterrichtsrninisters ihres Amtes enthoben. Bier anderen Profefforen wurde eine Rüge I ertheilt.

Belgrad, 5. April. Die an der Save betegenen Straßen find überschwemmt. Der Centralbahnhof ist stark

I bedroht. _

WB. Leipzig, 6. April. Vor dem DiSciplinarhof des Reichsgerichts begann heute die Verhandlung gegen den früheren Kanzler in Kamerun, Leist. Di?

I Orffentlichkeit wurde zunächst nicht auSgeschloffen. Leist war anwesend. Der- Präsident ersuchte die Vertreter der Preffe, die Sache in nicht anstößiger Weise zu behandeln.

Alle Annoncen-Bureaux be« In- unb AuSlanbc« nehmen Anzeigen für brnGießener Anzeige." rr-wn.

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mnd bewährter Vorgänger zum Wohl deS Landes geschaffen Sächsiich^Regen, fotok ein Theil Dörfer längs Habe. Er wolle er ft mit der Eigenart des Landes vertraut Maros stehen unter Wasser. DuEis-nbahnb ück st weg^ »erben; danach müsse die Verwaltung des Landes eingerichtet | geschwemmt. FS segnet ununterbrochen. Der untere S werden. Der Statthalter sprach bann seinen Dank und seine ' theil ist zum Theil überschwemm .

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