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1895.
S. Thiencmann.
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yrr 56 Zweites Blatt. Donnerstag den 7. März
Der fid<*et A«r«tg" erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Siebener Msmtttendlälter werben dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.
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21mHid?er Theil.
Gießen, den 4. März 1895. Vetr.: Ermittelung der landwirthschaftlichcn Bodenbenu^ung und des Ernteertrags im Jahre 1894.
DaS Grotzherzogliche Kreisamt Gießen vm die «rotzh. «ürgermeivereien de» «reise».
Soweit Ihnen die rubr. Uebersichten wieder zugehen, «ollen Sie die dazu erhobenen Anstände erledigen, das in Ihren Acten befindliche Concept ebenfalls richtig stellen und die Ueberfichten mit den Bemerkungen längstens binnen acht Tagen an uns zurücksenden.
v. (Sagern.____________________
Bekanntmachung,
betreffend die Abhaltung öffentlicher Faselschauen.
Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß der am 4. April l. I». zu Grünberg stattftndende Frühjahrs- markt zugleich mit einem Viehmarkt verbunden wird; auch soll an genanntem Tage eine öffentliche Aaselscharr durch die Körkommisfion abgehalten werden. Bei der Schau, welche Vormittags 9 Uhr beginnt und nur zum Zwecke der Ankürung ftattfindet, werden seitens der Körkommisfion nur sprungsähige Ballen der Vogelsberger und Berner speciell Simmenthaler Race berücksichtigt werden.
Die Fasel muffen sicher gefesselt werden, sonst ist Weg. Weisung zu gewärtigen.
Gießen, den 4. März 1895.
Großherzogliches Kreisamt Gieße«.
v. Gagern.
Coc<tiUs unb provinzielles»
Gieße«, den 5. März 1895.
*» Landwirlhschaftlicher Bezirksverein Gieße«. (Schluß des Berichts über die Generalversammlung am 4. März.) Bon den Mittheilungen der Resultate über die auf den Versuchsstationen neu angebauten Katoffel- s ort en: Juli, Kleopatra, Rothbaut, Helios, Germania, Bruce, wurde zunächst diejenige des Herrn Queckbörner in Grünberg zur Kenntniß der Versammlung gebracht,- derselbe erntete bei 20 Pfo. Aussaat von: Juli 190 Psd., Kleopatra
182, Rothhaut 152, HelioS 76, Germania 286, Bruce I 324 Psd., die im großen Ganzen bezüglich der Beschaffenheit befriedigten. — Die Mittheilungen, die Herr Sch lenke über den Anbau machte, können wir hier nur zu einem kleinen Theile auSsühreu. Der Ertrag war per Normalmorgen wie folgt angegeben: Germania 80 (Str., HelioS 70 Str., Kleopatra 103 Ctr., Juli 65 Ctr., Bruce 87 Ctr., Rothhaut 52 (5tr., während an älteren Sorten geerntet wurden: blaue Rieien 212, Phöbus 145, Eesar 150, Schneeflocken 107, Richter- Imperator 75 Ctr. ES wurde für nöthig erachtet, in Zu- kunft behufs genauerer Feststellung der Anbauwürdigkeit die Menge der Saatkartoffeln durch die Zahl zu bestimmen, lieber daß Verhältniß deS Ertrages geschnittener und ungeschnittener Saalkartoffeln wurde ebenfalls von Herrn Schlenke berichtet, doch konnte weder für, noch gegen das Schneiden Einwand erhoben werden, weil manche Sorten geschnitten bessere Erträge lieferten, wie ungeschnitten und umgekehrt. — Von den vorn Provinzialverein zur Hebung der Rindviehzucht zur Dispofition gestellten Mitteln war noch ein Rest von 450 Mk. zu vertheileu. Es wurde nach Erstattung des Berichts über die vorgelegten Gesuche beschlossen, dem Viehzuchtverein zu Grünberg 100 Mk., den Gemeinden Allendorf a. d. Lahn und Saasen zur Züchtung reiner Bullen je 50 Mk. zu bewilligen- eine Reihe anderer Gemeinden, die ebenfalls Vogelsberger Bullen angeschafft hatten, waren um Subvention nicht e'ngekommen. Die Versammlung erklärte sich damit einverstanden, daß solchen Gemeinden, welche Statuten errichten, oder Zuchtvereine in- Leben rufen, je 50 Mk. bewilligt werden können. ES wurde ferner auf Antrag des Herrn Provinzialdirector Frhr. v. Gageru beschlossen, die von der Großherzogl. Regierung zur Hebung der Viehzucht bewilligten Beträge, soweit solche nicht verwendet werden konnten, festzulegen zu Preisen für die im September d. I. in Gteßen stattfindende landwirthschastliche AuS- stellung- man ging hierbei von der Zuversicht aus, daß Großherzogl. Regierung diese Art der Verwendung gut- heißen werde. — Vorn Provinzialverein wurden s. Z. 140 Mk. bewilligt zur Hebung der 'Ziegenzucht, außerdem sind noch Mittel deS Bezirksvereins zu gedachtem Zwecke disponibel. SS wird beschlossen, dem Provtnzialverein folgende Bewilligun envorzuschlagen: Ziegenzuchtverein Wieseck 100Mk, den Gern in den Großlinden, Albach und G'ünberg je 20 Mk., der Gemeinde Sich 40 Mk., dem Bockhalter zu Treis a. d. Lda. 7 Mk., demjenigen zu Bellersheim 8 Mk. — lieber den Z egenzuchtverem Wieseck wurde mitgeiheilt, daß die von
demselben bezogenen Schweizer Ztegen bis auf eine etngegange« seien, der Verein habe deshalb mit schweren Verlusten zu rechnen. Der Betrag von 100 Mk. wurde mit dem Vorbehalt bewilligt, daß vorher über die Verwendung Vereinbarung mit dem Vereinspräsidium erzielt werde. — Aus Vorschlag des Ausschusses sollen auch tn diesem Frühjahre durch Ver. Mittelung deS Vereins Saatkartoffeln von auswärts bezogen und den Mitgliedern bis zum Bezüge von 40 Ctr. die Fracht aus der BereinSkaffe bezahlt werden. Es sollen bestellt werden: Magnum bonum, frühe Rose und Bruce, auch können Nicht- Mitglieder sich an dem Bezüge betheiligen, letztere haben die volle Fracht zu entrichten. — lieber den letzten Gegenstand der Tagesordnung: „Versicherung der Landwirthe bei der land- und forstwirthschaftlichcnBerufS- gen os senschäft" wurde nicht weiter verhandelt- Herr Schlenke theilt nur mit, daß eS wünschenSwerth sei, daß sich die Landwirthe biß zu 2000 Mk. Jahreseinkommen versicherten, da selbstständige Landwirthe ebenso in mißliche Verhältnisse wie die Arbeiter gerathen könnten, wenn ihnen ein Unfall zustoße - eine Erhöhung der Versicherungssumme setze allerdings auch eine Erhöhung der Beiträge voraus, weshalb er empfehle, daß die Landwirthe unter sich berathen möchten, ob sie eine Erhöhung der Rente wünschten. In einer späteren Versammlung soll weiter über die Angelegenheit verhandelt werden.
0 Au« de« Vogelsberg, 4. März. Dem Winter will doch daS Scheiden diesmal sehr schwer werden. Noch 14 Tage und wir stehen vor Frühlingsanfang, wenigstens dem kalendarischen. Die Tage sind schon merklich länger ge» ; worden und der Sonnenschein wärmer und trotz alledem i schneit eß und friert eß, als ob wir erst am Eingang de» Winters und nicht an seinem kluSgange ständen. Heute Nacht i sank die Temperatur wieder auf 8 Grad R., so daß am Morgen die Fenster sich wieder mit Eisblumen überzogen f hatten und den Tag über wirbelt lustiger Flockentanz. WaS will baß werden? Daß arme Wild, namentlich daß Reh- i wild, ist so durch den Hunger herabgekommen, daß man i vielsach Rehe antrifft, denen man sich nähern kann, ohne ' daß sie die Flucht ergreifen. Auch dem Landmann bangt s vor der allzu langen Lagerung beß Schneeß, die jetzt genau : 68 Tage gewährt. Erfahrungsgemäß leidet die Winterfrucht ’ Noth unter einer zu lange liegenden Schneedecke- sie erstickt, ! fault und geht zu Grunde. Besonders ist baß bei einem fetten Stand der Frucht der Fall. Wenn die gewaltigen
Feuilleton.
«. b. Etwas vom Winter in Japan und einer Schlittenreise.
(Fortsetzung.)
So halten die armen, schlecht gekleideten Burschen doch ! »och Vergnügen bei ihrer mühseligen Arbeit- ich hütete m'ch ; freilich, meine Freude am Umgeworsenwerdeu zu äußern, [ sonst hätte ich schließlich mehr im Schnee gelegen, alß im j Schlitten gesessen. Auch baß größte Vergnügen wird durch ; Uebertrcibung Pein und der Japaner ist zu Uebertrelbungen geneigt. Wie froh waren wir aber Alle, als wir endlich gegen 5 Uhr in unser ersteß Nach!quartier kamen, in daß an der neuen Straße erbaute Wlrthß- und Posthauß von Nobzoki, etwa 13 Kilometer südlich von dem Ort meiner Abreise. Wir hatten, ben Aufenthalt am Fuße des Passes abgerechnet, 42 Minuten gebraucht, um 1 Kilometer voran zu kommen. Wir fanben baß HauS leider ziemlich besetzt und wußte ich mit einem, noch nicht völlig gegen die ein« dringenden Schneeflocken geschützten Zimmer vorlieb nehmen. Sehr angenehm war dieß wcht, aber der Punsch, der Mantel, die Reisedecke und 2 Paar Strümpfe thaten ihre Schuldigkeit und ich fror nicht. Einem Europäer kann die mangelhafte Heizeinrichtung in japanischen Häusern nicht genügen, denn ein Hausen glühender Holzkohlen tn einem mit Asche gefüllten Holzkasten kann keine Wärme im Zimmer verbreiten. Diesen Lasten mit glühenden Kohlen nennen die Japaner Hibachi.
Hat daß Reisen in Japan schon zur guten Jahreszeit viel Unbequemes, alß da ist die Stuhl- und Tistülosigkeit der Zimmer, das Fehlen eineß Betteß, an dessen Stelle der nationale und meist gar zu harte und zerlegene Futon (spr. F’tong), eine Art gesteppter Decke tritt, ferner die Roihwendtgkeit, die Zimmer nur in SirÜmpfen zu betreten (der Japaner geht im Hauß meist barfuß), so wird daß Unbehagen im Winter noch verschärft durch die Unmöglichkeit,
ein warmes Zimmer zu bekommen, denn der vorerwähnte Feuerkasten erlaubt nur abwechselnd den einen oder den anderen Fuß oder die Hande zu wärmen.
Ich ließ mir, um es warm zu haben, mehrere dieser Futon übereinander legen, wickelte mich in meine wollene D.cke und glaubte, in einem gesunden Schlaf die glücklich überstandenen Mühseligkeiten des TageS vergessen zu können, allein eß erhob sich ein solcher Sturm, daß in dem papierenen HauS an Schlafen nicht zu denken war, außerdem aber pflasterten Schneeflocken, die der Wind durch Riffe in den Bretterwänden, den Papierfenstern oder wo sonst Risse klafften, in baß Zimmer wirbelte, mein Gesicht, sodaß ich dasselbe mit dem Baschiik vollständig verhüllen mußte. Der Sturm legte sich gegen Morgen, fing aber mit erneuter Heftigkeit an zu rasen, als wir unß gegen 9 Uhr zum Aufbruch rüsteten und zwang, unß zu bleiben.
Glücklicher Weise hatte ich mich, wie stets auf meinen Reisen in Japan, mit Büchern versehen und so ließ sich doch der Tag unseres EingeschneitselnS mit Lesen, meteorologischen Betrachtungen im Allgemeinen und Beobachtungen beß Wetterß in Nodzoki im besonderen, ohne allzugroße Langeweile hinbringen.
Ich wollte nun doch nicht einen zweiten Tag in dem traurigen Nest zubringen und ordnete die Weiterreise für ben 26. Januar an, ausgenommen für ben Fall, baß eß Mühlsteine oder Schusterjungen regnete. Ein solche-Natur- erelgnlß trat nicht ein, dennoch war daß Wetter nicht besonders einladend und unsere sehr hübsche Winhin meinte, lächelnd und reizende Grübchen in Wangen und Kinn zeigend, sie wolle das Zimmer nicht an Andere abgeben, denn wir würden den an diesem Tage zu nehmenden Paß, den Shonai- toge, gar nicht überschreiten können, seit 4 Tagen sei kein Mansch hinüber gekommen.
Der Schwiegervater unserer Wirthin war auch der Ansicht, eß sei besser zu bleiben, da ich mich aber auf nichts einließ, sagte der brave, alte Mann, er wolle, damit wir nicht vom Weg abirrten, biß auf bie Paßhöhe unser Führer sein, denn bie fremden Niruoku könnten wohl im Sommer,
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nicht aber im Winterschnee den Weg finden. Also hüllte der 67jährige Mann seinen Kops tn ein Tuch, ergriff eine lange Stange, band sich derbe Strohschuhe an und setzte sich an bie Spitze beß Zuges. Seine Beine verschwanden immer biß ein, ober zwet Handbreit über die Knie in Schnee und ich sah ihn, wenn der wüthende Sturm mir n cht gerade Flocken in das Gesicht jagte, den Schnee mit der Stange auf feine Gangbarkeit prüfen. Wenn ich nun sage, baß wir aus eine Länge von 60 biß 80 Schritten unter dem Schnee her fuhren, denn an dieser Stelle hatte der Wind von der einen Seite den Schnee in so merkwürdiger Welse ausgewirbelt, während von der anderen Seite, vom Berghang her, eine compacte Schneemasse sich herunter geschoben hatte, baß zwischen Bergwand und dem Schnee ein tunnelähnlicher Gang entstand, so geht daraus hervor, wie nöthig eß war, baß ber Alte ben Weg mit seiner Stange untersuchte, biete Vorsicht hätte eß geschen können, daß wir gelegentlich, wie in einer Versenkung, verschwinden konnten.
Wenn ich ferner sage, baß wir zur Ersteigung beß Passes volle 4 Stunden brauchten, während man im Sommer nach etwa dreiviertelstündigem Steigen die Höhe hat, f» wird mir Jeder zugeben, daß der Freundschaftsdienst beß alten Japaners kein gewöhnlicher war und daß man in unserem lieben Vaterland nicht leicht Jemand gesunden hätte, der sich verstanden, 4 Stunden in solch' schauderhafte« Wetter freiwillig den Führer zu machen.
Ich konnte dem Mann fein Geld bieten, ich brachte ihm aber auf ber Rückreise im April desselben Jahres eine sehr hübsche, silberne Pfeife mit, die er mit Dank annahm. Zum Glück stand auf der Paßhöhe, vom Bau beß neue* Weges her, noch ein kleines, zleml-ch wohlerhaltenes Häuschen, in welchem unsere ermüdeten Ninaoku auSruhen und ihre Kleider trocknen konnten und wo wir unß mit warmer Speise und Trank stärken konnten. Reisig und ein Säckchen Holzkohlen hatte ber gute, alte Schwiegervater vorsorglich mitgenommen.
, . (Fortsetzung folgt.)


