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Depeschen deS Bureau ^Herold".

Berlin, 5. Februar. Bei dem Empfange der Depu­tation der städtischen Behörden am Sonntag Vormittag be­tonte der Kaiser in seiner Ansprache, e8 liege ihm sehr viel daran, daß die Erinnerung an die glorreichen, vor fünf­undzwanzig Jahren durchlebten Zeiten namentlich auch in der Bürgerschaft wach erhalten würde. Deßhalb habe er nach langem Ueberlegen den Plan gefaßt, die Standbilder der ; Fürsten unsere- Landes in Berlin aufstellen zu lassen. Am ! Schluffe seiner Ansprache sagte der Kaiser, er hoffe nun aber | auch, daß die gesammte Bevölkerung ohne Unterschied des BekenotniffeS und der politischen Parteien auch in Zukunst und auch in schweren Zeiten einmülhig und treu zu ihrem Fürsten halten und eS ihm erleichtern werde, seine schwere Pflicht zu ersüllen.

Berliu, 5. Februar. Morgen Abend findet beim Laiserpaar ein kleiner Ball statt für den engeren KretS der Hofgesellschaft. Zu demselben hat auch der bekannte frühere Reichstagsabgeordnete von KoScielSki Einladung erhalten.

Berliu. 5. Februar. Die GeschäftsordnungS- Commission deS Reichstag« tritt heute Abend zu ihrer dritten Sitzung zusammen über die Frage der Ver­schärfung der DiSciplinargewalt des Präfidenten. Wie die ^StaatSbÜrger-Zeitung" hört, ist zwischen den Conservativen, Nationalliberalen und dem Centrum ein Compromiß geschlossen. Das letztere wird dafür stimmen, daß ein Mitglied, welches fich in grober Weise gegen die Ordnung des HauseS vergeht, für die Dauer der Berathung des zur Verhandlung stehenden ; Gegenstandes von der Sitzung ausgeschloffen werden soll.

Berliu, 5. Februar. In einer gestern Abend statt- gefundenen Mitglieder-Versammlung der A nt isem it e n l ig a . wurde der Ausschluß AhlwardtS auS der deutsch socialen Reformpartei besprochen. In ausführlicher Rede führte der Reichstagsabgeordnete Bindewald die Gründe an, weiche die Ausschließung AhlwardtS aus der Partei veranlaßten. Särnmt- liche Anwesenden erklärten einstimmig, daß der Ausschluß AhlwardtS im Jntereffe der guten Sache durchaus ersorder« ltch war. Gleichzeitig wurde beschlossen, den Abgeordneten Ahlwardt und Bückel in der zu ihrer Rechtfertigung cm- berufenen Versammlung, die heute Abend stattfindet, nicht entgegeuzutreten, sondern den Beschluß der Fraction über eventuell weitere Schritte abzuwarten.

Berlin, 5. Februar. DieNordd. Allg.^Ztg." schreibt: Eine von einem hiesigen Blatte gebrachte Mittheilung können ; wir dahin richtigstellen, daß ein Hauptpunkt der staatlichen I Fürsorge für die Landwirthschaft die Creditfrage für Groß« und Kleingrundbesitz (Personal- und Real* * credit) bilden wird, die namentlich in den östlichen Provinzen ! de« Staates weiterer Entwickelung fähig ist.

Forst i. L., 5. Februar. Daß Hanptfabrikgebäude der Tuchfabrik von Eberle ist heute früh niedergebrannt.

Bremen, 5. Februar. Heute früh um 5 Uhr traf bei der hiesigen Oberpostdirection der von einem Ostender Fischer aufgefundene Briefsack der untergegangenenElbe" ein. Der Sack enthält nur etwa 20 Briefe, welche für mehrere Ortschaften bei Chicago bestimmt waren. Die Oberpost- direetion telegrophirte an die Stadlbehörde in Ostende, falls noch mehrere Postsäcke aufgefunden werden, möchte man sofort der Oberpostdirection telegraphisch mitthetlen und die Ausfinder bezeichnen, denen die hierfür auSgeworsenen Be­lohnungen demnächst zugesandt würden.

Budapest, 5. Februar. Im Abgeordnetenhause wurde heute daS Rekrutengesetz angenommen, desgleichen auch der Bericht über die OsfizierSprüfung Einjährig Freiwilliger und zwar mit großer Majorität., Nur die äußerste Linke stimmte mit Nein.

Rom, 5. Februar. Wie verlautet, wird fich Crispi bei den nächsten Wahlen in einer großen Anzahl von Wahl- kreisen als Candidat aufstellen lassen, so z. B. in Neapel, auf Stellten und in Rom. ES sind drei große Wahlcomttss gebildet in Turin, Florenz und Neapel und ein Central- comits in Rom.

Rom. 5. Februar. Diele Präsiden haben telegraphisch Hilfe zur Unterstützung der infolge der großen Kälte in die höchste Noth versetzten Bevölkerung verlangt.

Triest. 5. Februar. An der Riviera herrscht ein ent­setzliches Unwetter. In Mentone, Monte Carlo und San Remo schneit es heftig.

Mailand. 5. Februar. In Argenea bei Bologna zögen gestern 4000 Lohnarbeiter vor das RathhauS und verlangten drohend von dem Bürgermeister Beschäftigung. Der Bürgermeister versprach, der Regierung zu telegraphiren, damit die längst zugesagten RegulirnngSarbeiten am Rhena- fluffe vorgenommen würden. ES gelang ihm, die Menge zu beruhigen.

Paris. 5. Februar. Aus der Journalisten-Tribüne der Abgeordnetenkammer wurde gestern eine Ovation für Rochefort veranstaltet, welcher dieser jedoch nicht bei­wohnte. Er lehnte sogar alle Einladungen zu Festessen, welche ihm zu Ehren gegeben werden sollen, ab oder verdat fie sich bi« auf Weitere«.

Madrid. 5. Februar. AuS Maquinez in Marokko wird gemeldet, daß die dortige Lage eine s ehr ernste sei. Der Sultan hat den Gouverneur verhaften lassen- man be­fürchtet, daß der Aufstand große Dimensionen annehmen werde. Drei Nachbarstämmc befinden fich in vollem Ausstande.

Lissabon, 5. Februar. Zwischen portugiesischen Truppen nb Eingeborenen in Lorenzo Marqurz hat wieder ein Ges echt stattgesunden. Auf beiden Setten gab viele Todte und Verwundete.

CocaU* ttnO ptßoinikde».

Gieße», dcn 6. Februar 1895.

* Provinsialausschuh Sitzung. Samstag den 9. Februar d. I., Vormittag« 9 Uhr beginnend, findet im Regierung«-

gebaute dahier eine öffentliche Sitzung des ProvinzialauSschuffeS der Provinz Oberheffen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen: 1. Gesuch der Karl Spamer Ehe- [gute zu Ruppertsburg um Erlaubn'ß zum Betriebe einer Gastw,rthschaft. 2. WildschadenSklage des Großh. Rentrmt- mannß Schäfer zu Bingenheim gegen Jagdpachter Stieß zu Frankfurt a. M- 3. KreiSstraßen.Sngelegenheiten.

* ReichSgerichtSrath L P. Wilhelm Buff in Leipzig feiert morgen seinen 7 0. Geburtstag.

* Die Pfarrstelle zu Wieseck wurde dem Pfarrer Friedrich Hellwig zu HarterShaujen übertragen.

H. Neues Theater. Frau GerlachS Benefiz brachte , uns gestern Abend:LoloS Vater" von L'Arrooge. Die i Benefiziantin, bei ihrem Auftreten mit lebhaftem Applaus i begrüßt, stellte in der Rolle der Auguste Klemm eine Figur auf die Bühne, die durch ihre Schlichtheit und die Gerad- ( heil ihres Empfindens sofort alle Herzen gewann, und zeigte . uns damit eine neue Seite ihres schönen Talentes. Fraul. Egger hatte als Lolo recht hübsche Momente, leider be­merkte man in ihren langen Reden allzuviel bayerischen Dialekt. Fräulein Patuschkas Stärke find Rollen wie die der Hedwig nicht, darum war ihr auch die Personifizi- rung dieser Parthie nicht sonderlich gelungen- nur in den Momenten, in denen sie resolut zu sein hat, konnte sie be­friedigen. Von den Herren nennen mir zuerst Herrn Heyne alö Bojatzki, dessen Auffassung und Durchführung dieser Rolle durchaus angemessen war. Herrn Niemeierß Maske war recht hübsch- sein Briefträger Klemm erinnerr anfangs ein wenig an den alten Hein ck/ in derEbre", kehrte aber im Laufe deS Abends den Biedermann immer mehr hervor und gewann dadurch in solchem Maße, daß z. B. seine zweite Szene mit Pojatzki lauten Beifall heroorrief. Doch ist hier- bei Herrn HeyneS Spiel dte Hälfte zuzumeffen. Herr Otto als Buchbinder HilgerS war von frischer Lebendigkeit und verdient alles Lob. Auch die Herren Hacker und Geisel in ihren kleinen Rollen als Neumann bezw. v. Stein verdienen erwähnt zu werden.

* Die Gießener Rudergesellschaft feiert ihr diesjähriges Stiftungsfest am Mittwoch den 13. d. M. im Festsaale desSafe Leib" -und sind wir In der Lage, unfern Lesern mitthetlen zu können, daß das beliebte Winterfest unserer Ruderer auch in diesem Jahre etwas Außergewöhnliches bieten wird, indem zwei der hervorragendsten und beliebtesten Frankfurter Künstler, die Herren Grün und Strohecker, zur Mitwirkung gewonnen sind. Jeder der beiden Namen allein sichert schon, wie genugsam bekannt sein dürfte, den j vollen Erfolg einer Festlichkeit- die beiden Herren zusammen ; werden jedenfalls ein Programm bieten, welches nicht nur . in künstlerischer Beziehung die besten Leistungen verspricht, sondern welches auch dem heiteren Amüsement in hervor­ragender Weise Rechnung tragen wird. Den musikalischen Theil hat Herr Musikdirector Kraußk mit seiner bewährten Capelle übernommen und wenn wir noch anfügen, daß nach Erledigung des Programms selbstverständlich auch der holden Muse Terpsichore gehuldigt werden wird, dann glauben wir allen Besuchern des 18. Stiftungsfestes der Riidergefillschaft einen besonders genußreichen Abend, dem Feste selbst die stets bewährte Zugkraft Voraussagen zu können.

**th. Mittelrheinisches Turnfest. Nachdem der zu dem Turnfest zusammengetretene vorbereitende Ausschuß längere Zeit in Thätigkeit gewesen und die Vorarbeiten soweit als thunlich gefördert hat, constituirte sich am Montag Abend in Steins Garten der Fest-Ausschuß. Folgende Herren haben den Ehrenvorfitz übernommen: Provinzialdirector Freiherr v. Gagern, RegimentScommandeur Oberst v. Rosenberg, Oberbürgermeister Gnauth, Rector Pro­fessor Dr. Gaff ky und Landgerichtspräsident Freiherr v. Ricou. Beigeordneter Fabrikant Georgi übernahm den Vorsitz, Stadtverordneter Petri II. dessen Stell­vertretung im Fest-Ausschuß. In allernächster Zeit werden sich nun noch conftituiren: Geschäftsführender Ausschuß, Finanz-, Bau- und AuSschrnückungs-, Preß-, Turn-, Wirth- schaftS-, WohnungS-, Empfangs-, Dergnügungs- und der Zug' und OrdnungS Ausschuß. Wir rufen den Mitbürgern, welche sich der Mühe und Arbeit unterziehen, alles zu thun, was in ihren Kräften liegt, um das Ganze zum glanzvollen Gelingen zu bringen, ein kräftigesGut Heil" zu.

* Ehrung der Feuerwehr. Der erste Hauptmann der Gießener Freiwilligen Feuerwehr erhielt die ErmnerungS- Medaille an den Einzug Ihrer Köuigl. Hoheiten deS Groß- Herzogs und der Großherzogin zu Darmstadt.

Der Provinzial Verband der Freifinnigen Volkspartei für Oberheffen wird am nächsten Sonntag eine Vorstands- sitzung in Grünberg abbalten, an welche sich eine zwang­lose Unterhaltung über politische TageSsragen mit Gesinnungs­genossen deS Kreises Gießen atüchließen wird.

* Zu der bereits gemeldeten Falschmünzerei wird Darrnstädier Blättern geschrieben :Seit einiger Zeit sind im Großherzogthurn Hessen falsche Zweimarkslücke im Umlauf. Der hiesigen Polizei ist nun gestern Abend gelungen, die ganze Falichmünzerbande zu ermitteln und zu verhaften. Nachdem bereits tn voriger Woche eine verdächtige Person verhaftet worden war, wurden gestern weitere vier Personen in Untersuchungshaft verbracht. Die zuerst verhaftete Person wurde dadurch ermittelt, daß dieselbe auSwärtS einen fingierten Namen angegeben halte. Es gelang daraufhin den Bemühungen des hiesigen Polizei-EommissarS Stroemer, die BeräuSgaberin der Falfchftücke hierorts zu ermitteln. Durch die hiesige Polizei ist weiter festgestellt, daß

dieselbe Person auch m Gießen Falschstücke außgegeben bat. Bei der HauSsuckung wurde eine Parthie Herstellungsmaterial , öorgefunben und beschlagnahmt."

* Ans bem gestrigen Viehmarlt war besonders viel Zuchtvieh aufgetrieben und fand zu guten Preisen Käufer. ! RotheS Fahroieh fand zu hohen Preisen Abnehmer. Ost- ' friesische melkende und tragende Kühe waren sehr theuer. Jungvieh, halbjähriges, in allen Gattungen war viel aufge­trieben und wurde .flott verkauft. ES besuchten außer-

gewöbnlich viele Sauser auS Saxen, Württemberg und Bayern, sogar von München den Markt. Fettvteh, worin der Auftrieb nur mäßig, war ui prima Qualität nicht vor­handen, zweite Qaaltiä' erzielte Mk. 52 biS 54 pro Gentner Schlachtgewicht Der Markt wurde fast ganz geräumt.

* Aaktmftsstempel für Postkarten. DaS RetchSpostamt hat, rote die ^ofi erfahrt, infolge einer Anregung der Handelskammern angeordnet, daß die Postkarten bet ihrer Ankunft allgemein und zwar in der unteren linken Ecke der Vorderseite, mit d-m «nkuritsiempel zu versehen find.

* Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Erdarbeiter Frtedr. Arhelger aus Eibelshausen vom Amts­gericht Grünberg wegen Betrugs. Taglöhner Joh. Helfrich auS s bet Eoblenz von der SiaatSanwaltschaft in Gießen wegen Diebstahls. Heinrich L a ch m a n n aus Laugen Schwarz, KcciS Hünfeld, vom Amtsgericht Ortenberg wegen Beiteln». Sreinhauer Martin Meh'rfeIb auS Marburg a. d. L. vom AmtSger cht Grünberg wegen Betrug-. Dtenstknecht Christian Wunderling aus Oschersleben vom AmiSgericht Hom­berg a. d. O. wegen Diebstahls. Taglöhnerin Katharina Weiß aus Maar, Korbmacher Hch. Born von Hattenrod, Korbmacher Markus Weiß von Heldendergen und Korbmacher JohS. Spielmann auS MeicheS, alle vier vom AmtSanwalt in Büdingen wegen BeitelnS.

§ Bermuthshain, 3. Februar. Der Schuhmachermeister Komp von Grebenhain gewahrte bet einem Gange durch unfern Ort in einem größeren WassertÜwpel, der durch Stangen eingefriebigt war, ein mit dem Tode ringende- Schwein. Komp erbarmte fich de- ThiereS und zog eS an­dern Wasser. Das Schwein gehörte einem armen hiesigen Landwinh, der durch die Handlung deS K. vor Schaden bewahrt worden war.

D. Dauernheim, 3. Februar. Bei unseren Landwirthen bringt die Uederzeugung immer mehr durch, daß eine richtige Viehhaltung und V.ehernährung nur dadurch erfolgreich zu ermöglichen ist, daß da-Vieh stet- zur rechten Zett getränkt wird. Dies hat besonder- in den heißen Sommermonaten feine Schwierigkeiten, wenn die Leute aus bem Felbe viele Stunden lang beschäftigt sind, während daS Vieh in den Ställen steht und nach einem kühlen Labetrunk lechzt. Um diesem Uebelftanbe abzuhelfen, hat man die Selbst tränk - einridjtungen erfunden, we.chc dem Vieh ermöglichen, jeden Augenblick seinen Durst zu stillen. An jeder Krippe befindet sich eine kleine Wanne mit einem Deckel. Die Wanne wird durch ein Reservoir gespeist. Wenn ein Thier Durst hat, hebt den Deckel auf und nimmt so viel Wasser auf, als' Bedürfniß hat. Die Einrichtung ist so getroffen, daß nicht mehr Wasser aus dem Reservoir zufließt, alß die Wanne zu fassen vermag. Dadurch kann daS Thier stet- frisches Wasser haben, aber der Stall wird nicht über­schwemmt. Die Thiere lernen ungemein rasch den Deckel ihre- TrinkgefäßeS aufheben und wieder niederfallen zu lassen und man ist erstaunt darüber, wie fleißig die Gelegen- heit selbst im Winter benutzt wird. Auch bei Schweinen läßt sich die Selbsttränkeinrichtung mit Boriheil verwerthen. Schon in ganz kurzer Zeil sieht jeder Viehhaller, daß daß regelmäßige Trünken der Thiere von ungewöhnlichem Nutzen ist und daß fich deshalb die Anlagekosten sehr bald rentiren. Auf dem hiesigen Gutshose wurde der große herrschaftliche Viehstall umgebaut und eine Selbsttränkeinrichtung geschaffen. Eine Braunschweiger Firma hat die Arbeiten dazu geliefert.

§ Burg Bracht, 4. Februar. Heute wurde der hiesige Landwirth Heinrich M. VIII., dem Vernehmen nach wegen Verleitung zum Meineid, gefänglich eingezogen.

Hungen, 4 Februar. In Utphe üble sich dieser Tage ein junger Landwinh im Flobertschießen. Er hantierte | dabei mit der geladenen Waffe so unvorsichtig, daß sich die- selbe entlud und ihm die volle Ladung Schrot in den Fuß : drang und durch ärztliche Operation auß demselben entfernt werden mußte. Darrnst. Ztg.

§ Hnugen. 4. Februar. In der Nähe der hiesigen Bahnstation fiel ein mit Grummet beladenes zweispännigeS Fuhrwerk, einem benachbarten Gutspächter gehörig, in dem Moment auseinander, alß der Wagen den Bahnübergang passirte. Das Grummet versperrte die Schienen vollständ g. Dem Bahnwärter gelang, einem gerade daherfahrenden Zug daS Signal zum Halten zu geben und wurde einem Unfall vorgebeugt.

§ Aus dem Kreise Scholten, 5 Februar. In den großen Waldungen unseres Kreises, dem Eeutralpunkt beß Vogels­bergs, hat baß Rothwild sich in ehier Weise vermehrt, daß nach Verfügung Grobherzoglichen Ministeriums bie Heegzeit für weibliches Rothwild, wie für baß vorige auch für baß jetzige Jahr, aufgehoben ist. Namentlich betrifft bieß bie Jagbdezirke, welche in ber Nähe von Schotten und Laubach gelegen sind.

AuS dem Ohmihal, 5. Februar. Herrscht auch nicht mehr bie Kälte in dem ungewöhnlich tiefen Grad der vorigen Woche, so hat sie doch immer noch eine bemerfenß» roerthe Stärke- bas Thermometer zeigte deute gegen Morgen 10 Grad II. So gut man auch die Viehställe gegen baß Ein­bringen ber Kälte zu schützen sucht, Me er Schutz war bei der geradezu sibirischen Kälte nicht immer außre chend genug. Das beweisen die allerorts auftretenben Krankheitsfälle beim Rindvieh. So sind dieselben besonder» häufig in Ruppertenrod. Auch daß Auftreten der schlimmen Kinderklankheiten, namentlich der Diphtherins, wird wieder gemeldet. Nicht immer erweist sich baß Heilserum erfolgreich. Allerbing- muß bemerkt werben, daß noch gar zu häufig der Fehler gemacht wird, daß man erst bann nach dem Arzt schickt, wenn die Krankheit schon iu weit vorgeschritten ist.

Vermischte».

* Köln, 5. Februar. Der Umfang und bie Starke ber Eisschollen hat derart zugenommen, daß auch beite Brücken­köpfe abgefahren werden mußten. Der Strom ist in feiner Breite von Et- bedeck.. Da- Wasser fällt stetig.