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6.3.1895 Erstes Blatt
 
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itt sand hier im,Englisch« S des LerbandeS der für die Provinz Oberhrsse» se Besprechung mit Grün­der Borstand beschiotz die eine, SbhalMtz tlelnerer g einer größeren^o6lnjMi-' idda. Ferner mürbe die , des Tiseuachn W? )|ung ber SanbagMonbtx »mm.

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^tu*b» unb Pachtpreises unserer Ackerfläche. Durch Zer- 'chlagnng der Fideicommiffe und Beseitigung aller Hindernisse der freien Theilbarkeit deS Grundeigenthums könne nur in dieser Hinsicht Abhilfe geschaffen werden. Alle auf Selbst­hilfe der Landwirthe gerichteten Bestrebungen seien zu fördern. Keil-Grünberg ergänzte vom Standpunkt deS Land- wirthS diese Ausführungen und Bürgermeister Heller-Lich beantragte folgende einstimmig angenommene Resolution: Die Versammlung mißbilligt einmülhig die insbesondere von Vertretern des Großgrundbesitzes unternommenen, nur diesem nützlichen, der Gesammthett der Nation nachtheiligen agrarischen Vorschläge und spricht die Erwartung aus, daß die frei« sinnigen Parteien wie seither diese Bestrebungen bekämpfen, benso entschieden indeffen dieser Agitation mit positiven, zur Hebung der Lage des mittleren und kleinen Bauernstandes geeigneten Vorschlägen hervortreten werden." Rechtsanwalt Grüne Wald« Gießen referirte über die Umsturzvorlage und beantragte ebenfalls die Fassung einer Resolution, die in folgendem Wortlaut einstimmige Annahme fand:Die heute zu Grünberg tagende Versammlung freisinniger Männer er­hebt Protest gegen die Annahme eines Gesetzes, wie es gegen­wärtig als Vorlage gegen den Umsturz in Berathung steht. Sie erblickt in dieser Vorlage eine Bedrohung der Freiheit der Wiffenschaft, deS Denkens und Bekennen«, eine Unterdrückung des freien Wortes. Die Versammlung be­fürchtet, daß ein Gesetz, das in dehnbaren Worten harte Strafen gegen gewiffe Klaffen von Staatsbürgern androht, den Klassenhaß verschärfen und die fortschreitende Aus- gleichung der socialen Gegensätze hindern wird. Die Versammlung glaubt, daß eine gerechtere Vertheilung der Staatslasten, die aufrichtige Anerkennung der Gleich­berechtigung aller Stände, Einschränkung von Luxus und Wohlleben der oberen Klaffen der'Bevölkerung und Beseitigung aller Bevorzugung dieser durch den Staat weit beffer wirken würde als solche auf Fesselung deS Menschengeistes gerichtete Strafgesetze, zu deren Schaffung Orthodoxe, Junker und N tramontane sich verbunden haben." Zum Schluß sprach der Landtagsabgeordnete Guntru m-Alsfeld den Referenten den vollen Beifall und Dank der Versammlung aus.

Büdingen, 4. März. Bei dem 6 3. Gauturntag, welcher gestern in Gießen tagte, wurde als Festort für das im Juli 1896 stattfindende Gauturnfest unsere Stadt ge­wählt. Das Fest wird von ca. 2000 Turnern besucht werden, welchen wir heute schon ein kräftigesGut Heil" entgegen« bringen.

Hirschhorn, 3. März. Eine furchtbare Nachricht kommt vom benachbarten Unter -Schönmattenwaag. Dort fand letzten Freitag Wahl eines Beigeordneten statt, worüber die Gemüther sehr erhitzt waren. Der Feuerbesichtiger Becker, Sohn des früheren Bürgermeisters, wurde gegen den Sohn des unlängst verstorbenen Gemeinderechners Vogel mit wenigen Stimmen Majorität gewählt. Abends herrschte m den Wirthschaften bewegtes Leben. Auf den Straßen vergnügten sich die Sieger mit Schlittenfahrten. Auch der auf den Jahrmärkten und Kirchweihen der Umgegend be­kannte Waarenoersteigerer Joseph Martin soll auf einem Schlitten gesehen worden sein. Am Abend fand man Martin kurz vor dem Orte gegen Hirschhorn zu als Leiche. Er hatte am Kopf Wunden und starke Blutungen. Die gestern stattgehabte gerichtliche Section der Leiche ergab, daß Martin todtgeschlagen worden ist. Leider haben die sofort eifrig betriebenen gerichtlichen Ermittelungen bis jetzt keine An Haltspunkte zur Festnahme der Thäter gegeben. Offenbar würbe die grausige Thar von Zweien vollbracht^ denn von der Mordstelle sollen zwei Mannesfährten durch den Schnee feldetn führen. Hoffentlich gelingt es, die ruchlosen Menschen der gerechten Strafe zuzufllhren.

ilttivcrfifäte - Nachrichten.

, _ Marburg, 2. März. Wie man derOberh. Ztg." mitthetlt, wird sich im nächsten Semester an biestger Unioeisität ein weib­licher Student dem Studium der Medicin widmen. So viel bis jetzt bekannt, ist die junge Dame bei der Unioersttätsbehörde vorstellig geworden, um die Genehmigung zu ihrer Jmmatriculatton bewirken zu lassen.

Verkehr, Land- nnd VoU-wirthjchaft.

«Ute*, 5. März. Marktbericht. Aus dem heutigen MoLemnarckt kostete: Butter pr- Dst». JA 0.800,90, ßflbnerrer pr- Stück 6-7 A. Enteneier pr. St. 7-8 H, Gänseeier pr. St. 1415 H, Läse pt St 5-8 «eäsem^e or. 6t 8 A. Erb en pr. Liter 20 A, Linsen vr. Liter 32 A. Tauben pr. Baar X 1.10 bis 1,30, Hühner pt. TMck * 1.30 bis l 50, Hahn-^ pr. Stück x 1 60-2.00, Enten pr. St. X 1,80-2,20, Ochfevffeisch vr. Psd. 7478 A< Kuh- u Rindfle sch pr. Psd. 6670 H, Schwer» fleisch pr. Ptd. 6472 A, Kalbfleisch pr. Vsd 64 66 A, Hammelflcis b pr. Vfd. 60-70 A. Kartoffeln vr. 100 Kilo 5,006,00 X, SBetfitantt pt ^tück L, Zwiebeln pr. Eentner 6,507,00 X, Milch pr. Liter 1620 A-

kirchliche Anzeigen der evang. Gemeinde.

Mittwoch den 6. März, Abends 6 Ubr, in der Stadtkirche: II. Passtonsandacht: Pfarrverwnlter Dr. Grein.

Verfälschte schwarze Seide.

Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen wM, und die etwarge Bersälschuna tritt sofort ,u Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinter» laßt wenig Asche von ganz hcllbräunlicher Farhe. Verfälschte ©eibe (btc leicht speckig wirb unb bricht) brennt langsam fort, nament­lich glimmen bieSchußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff er­schwert), unb hinterläßt eine dunkelbraune Asche, bie sich im Gegen­satz zur ächten Seibe nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man bie Asche bet ächten Seide, so zerstäubt sie, bie ber verfälschten nicht Die eeibenfabrif G. Henneberg: (f. u. k. Hoflieferant) ^urich oerfenbet gern Muster von ihren echten Seibenstoffen an Jebermann unb liefert einzelne Roben unb ganze Stücke porto- und steuerfrei in die Wohnung 197

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Verlag von Walther Fiedler, Leipzig.

8. Klein Bankgeschäft

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Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß für die Folge ^uf dem städtischen Friedhöfe außer Erbbegräbnißstätten und einfachen Einzelgräbern auch sogenannteEinfafsungs-^ oderGruppeu- iZräbcr" unter folgenden Bedingungen abgegeben werden:

1) Die Umrahmung der Grabstätte mittelst Lungfteinrahmen erfolgt auf Kosten der Stadt, ebenso die Unterhaltung dieser Umrahmung.

2) ES kann jeweils nur ein Grab für eine Person erworben werden und erfolgt die Abgabe der Gräber nach der Reihe der Beerdigungen.

3) Die gärtnerische Unterhaltung der Gräber obliegt den Eigen- thümern derselben.

4) Der Preis eines Grabes, einschließlich der Steinumrahmung ist bis auf Weiteres auf 60 Mk. festgesetzt, welche auf Anfordern an die Stadtkasse zu entrichten sind.

Heber jedes Grab wird beim Erwerb eine besondere Legi­timationsurkunde ausgestellt, für welche der Betrag von 2 Mk. zu entrichten ist.

5) Die Abgabe der Gräber erfolgt durch unser Stadtbauamt.

6) Im Uebrigen finden die Bestimmungen der Friedhofsordnung auch auf diese Gräber sinngemäße Anwendung.

Gießen, im März 1895.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

'1390____________________Gnauth.________________________

HolzBersteigerung.

Donnerstag den 7. und Freitag den 8. März, jedesmal Morgens 10 Uhr anfangend, soll in dem Muschenheimer Mark- und Gemeindewald nachverzeichnetes Holz versteigert werden:

I. Donnerstag den 7. März kommen zur Versteigerung:

10 Eichen-Stämme, 2546 cm mittl. Durchm., 47 m Länge, 5,63 fm haltend,

6 Buchen-Stämme, 4459 cm mittl. Durchm., 510 m Länge, 8,79 fm haltend,

98 Fichten Stämme, 1424 fm mittl. Durchm., 517 m Länge, 20,32 fm haltend,

46 Kiefern-Stämme, 1733 fm mittl. Durchm., 49 m Länge, 9,74 fm haltend,

380 Fichten-Derbstangen, 713 fm mittl. Durchm., 514 m Länge, 25,86 fm haltend.

n. Freitag den 8. März:

100 rm Buchen-Scheiter,

94 , Eiche- und Radel-Knüppel,

* 11 n // Reisig,

J * h ,, .. Stockholz,

72 , Fichten-Reisig, zu Bohnenstangen geeignet.

Der Anfang ist jeden Tag am Wetterbergskopf bei Nr. 1.

Muschenheim, am 25. Februar 1895.

Großh. Bürgermeisterei Muschenheim.

_________R o^h._____________________________

Unser Comptoir

»ifinbet sich von h-iu- an nicht mehr Sonn-nstraß- 13, sondern in unserem verbauten Wohnhause

Elke der Mtstunlask und SchüNflnstraße.

Gießen, den 5. März 1895. 1879

J. G. Birkenstock & Schneider,

Maurermeister.

Holzversteigerung

Donnerstag, den 7. März d. I., von Vorm. präc. 9 Uhr an, soll im Anneröder Gemeinde­wald in den Abtheilungen 2, Garben- teichertheil, und 9, Birkeberg, nach- verzeichnetes Holz versteigert werden:

A. Bau und Werkholz:

41 Eichenstämme von 6 12 m Länge, 2746 cm Durchm., 30,90 fm haltend,

128 Fichtenstämme von 8 18 m Länge, 1528 cm Durchm., 42,69 fm haltend,

670 Fichten-Derbst, von 814 m Länge, 14 ern Durchm., 55 fm haltend,

300 Fichten-Reisst. von 610 m Länge, 57 cm Durchm., 9 fm haltend.

B. Brennholz:

30,2 rm Eichenschettholz,

4,4 Buchenknüppel,

17 Eichenknüppel,

52 Nadelknüppel,

700 Buchen- und E.chenwellen, 5100 Nadelwellen,

18 rm Eichenstockholz,

41 Nadelstockholz.

Bemerkt wird, daß das Bau- und Werkholz erst zur Versteigerung kommt.

Die Zusammenkunft ist in der Tempelschneise beim alten Pflanz­garten.

Annerod, den 1. März 1895.

Großh. Bürgermeisterei Annerod. __________Horn._______1789 Holz-Versteigerung im District Schweiuahl und Klafterschlag am

Mittwoch den 13. d. Mts.,

Vormittags 9 Uhr beginnend:

10 Stück Eichen-Abschnitte, 2,63 fm Wagnerholz,

2 Stück Buchen-Abschn., 1,48 fm, 414 Fichtenstangen, 24,84 fm, 36 rm Hainbuchen Rundscheit,

110 Buchen-Scheitholz,

14 Eichen-Prügelholz,

312 Buchen-

54 Eichen-Reisig,

718 Buchen-

100 Buchen- u. Eichen-Stockholz.

Zusammenkunft am LangSdorfer Nonnenröther Weg.

Hungen, den 4. März 1895.

Fürstliche Oberförsterei Hungen.

Wiegmeyer. 1867

Basaltsteinbruch- i Versteigerung.

Samstag den 9. März d. I., Nachmittags 3 Uhr, lassen die Erben des verstorbenen Zugführers Ludwig Port von Straßburg auf hiesigem Nathhaus einen in der Ge­markung Steinbach gelegenen Basalt- steinbruch, 5,193 tUMtr. Flächen- siehalt, unweit der Staatsstraße GießenSteinbach, öffentlich ver­steigern.

Steinbach, am 27. Februar 1895.

Großh. Ortsgericht Steinbach. __________Krämer.______1772 V er Steiger ung.

Ans Anstehen ber Firma Peter Raid Ä. <komp. in Voblenz unb in Gemäß­heit des Art. 343 des Handelsgesetzbuchs versteigere ich im Lager deS Spedi­teurs Lynker zu Gießen Donnerstag den 7. Mär? I. I.,

Bormittags V?12 Uhr, 138 Eimer Aepfelgelee gegen Baarzahlung.

Born, 1842_________________Gerichts Vollzieher.

Mittwoch den 6. Mär) l. I

Nachmittags 2 Uhr.

werden im «ierer'schen Saale Neu­stadt versteigert:

I. 2 Ladmschränke. 1 Partie Schirm­stoffe, 7 Pack Schirmstangen, 1 Partie Zinndeckel, 300 Carions, 2000 Stück Holjschachteln, 8J00 Etiquetten, ICO Porzellanplaiten, 3 Hängelampen, 1 Sovba, 1 Glasschrank, 4 Bilder, 1 Eckschrank.

|II. 3 Sophos, 7 Spiegel, 2 Commoden, 1 Brandkiste, 1 Kleider schrank, 11 vollständige Betten, 1 Oelgemülde 1 Aquarelle u. o. a.

Die Versteigerung ««ter I findet ga«t bestimmt statt.

1839 Geißler, Gerichtsvollzieher.

Stallt Schlachthaus.

Freibank. [1894

Heute und morgen: Faselochsenfleisch, nicht ladenrein, pr. Pfd. 35Pfg.

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