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eine große Menge Waffen und Munition beschlagnahmt worden.

H. Darmstadt. 4. September. Der Großherzog kehrt Sonntag NacbtS hierher zurück. Die Großfürstin Sergius von Rußland und Prinzessin Heinrich von Preußen werden hier eintrrffen.

8. Berlin, 4. September. Die SonotagSnummer des Vorwärts" wurde coofi-cirt, vermuthlich wegen eines Artikels über die Kaiser-Wilhelm Gedächrnißktrche. Der Re- dacteur wurde verhaftet.

Der Krieg von 1870|71,

geschUdert durch Ausschnitte auS Zeitung--Nummern jener Zett.

(Nachdruck verboten)

5. September.

Parts, 4. September. Provisorische Regierung ge­bildet. Trochu bleibt Generalgouverneur von Parts. An den Thüren des gesetzgebenden Körpers find Siegel angelegt. Damir ist geschehen, maß zu erwarten war. Die Republik ist das Kind der Lügen-Politik PalikaoS. Als der Lügen- ichleier zerriß und bekannt wurde, daß Napoleon gefangen «et und das letzte Feldheer capitulirt habe, da sprengte daß Volk die Kammer und rief unter dem Beifall der Soldaten und der Nationalgarde die Republik aus. AuS zehn Männern der Linken bildete sich eine provisorische Regierung. Die Dynastie Napoleon wurde abgesetzt. Als Ziel der Republik ist verkündigt die Vertreibung der fremden Truppen vom französischen Boden, wie 1792. Alle politischen Verbrecher find begnadigt. Bereits ist auch in Lyon, Grenoble, Bor­deaux und anderen Städten die Republik auSgerufen worden. Die Orlean-, die Prinzen Aumale, Joinville und Chartres find in Parts angekommen, um im französischen Heere zu dienen. Palikao scheint wie weggeweht.

Cecelts wwb ptwfcttitettes»

Gießen, den 4. September 1896.

** Bor 25 Fahren. Am Nachmittag deS 4. September traf aus der Fahrt nach WilhelmShöhe der Kaiser Napo­leon auf Station Gießen ein. Zum Fürftenzimmer, in rem Napoleum das Mittagsmahl etnnahm, hatte außer dem Gefolge Niemand Zutritt, auch war der Bahnsteig ab­gesperrt. Napoleon trug GeneralSuntform, als er dem Zug entflieg und sich nach dem Fürstenzimmer begab; die vor dem Perron versammelte Menge grüßte den Kaiser, dieser zog, sich leicht verneigend, sein Käppi. Die Personen innerhalb deS Perrons, worunter verwundete deutsche Offiziere, fragte Napoleon, der ziemlich gut deutsch sprach, nach der Art und dem Orte ihrer Verwundung, und schien jedesmal schmerzlich bewegt, wenn ihm die Namen Wörth, Weißenburg, Grave- lotte u. s. w. genannt wurden- er wünschte ihnen baldige Genesung, er lobte die Tapferkeit der deutschen Armee, besonders der Infanterie und Artillerie. Nach dem Mittags­mahle, an dem auch die deutsche Begleitung, Generaladjutant v. Boyen und Fürst Lynar theilnahmen, begab fich Napoleon fofort wieder in den Zug, welcher sich hierauf feinem Ziele, WilhelmShöhe, zu in Bewegung fetzte.

** Gestohlen. Im Besitze eines gestern wegen Bettelns verhafteten Handwerksburschen fanden fich ein goldenes und ein silbernes Armband, welche derselbe in einem Hause der Grabenstraßc, woselbst er gebettelt, gestohlen halte.

-u- Großeu-Linden, 3. September. Rasch wechselt Freud und Leid. Kaum ist das herrliche Sedanfest verklungen, da ertönt heute Nachmittag 5% Uhr Feuerruf. Die Scheuern des Ludwig Magnus IV. und JohS. Leun VI. Erben standen in Flammen und brannten nieder. Schon fingen andere I nachbarliche Gebäude an zu brennen, jedoch konnten diese I wieder gelöscht und daS Feuer auf feinen Herd beschränkt werden. ES erscheint fast wie ein Wunder, daß bet der herrschenden Dürre das Feuer keine große Ausdehnung annahm.

§§ Großen Linden, 3. September. Auch in unserer Gemeinde fand am 1. d. M. eine ErinnerungSseier an die Schlachten von MarS - la - Tour, Gravelotte und Sedan statt. Früh 6 Uhr wurde von den Spielleuten der hiesigen freiwilligen Feuerwehr und des KriegervereinS eine Reveille auSgefÜhrt, worauf um 7 Uhr der Posaunenchor vom Kirchlhurm herab einige Choräle anstimmte. Die Gedenktafeln an die gefallenen Krieger wurden geschmückt. An dem Vormittag«.Gottesdienst nahm der Kriegerverein Theil. Nachmittags 2 Uhr wurde der Festzug an der Universität«- mähte ausgestellt. An demselben nahmen sämmtliche Vereine Theil, voran die Schüler der vier Klassen mit ihren Lehrern und Festordnern. Die Knaben trugen Fähnchen in den hessischen LandcSfarben, die Mädchen waren mit Kränzen ge­schmückt, den Schulkindern folgte der Radfahrverein auf schön geschmückten Rädern. Ihm schloffen sich mit einem Musik- chor die Veteranen auS den Jahren 1848 (in einem reich- geschmückten Wagen), 1870 unb 1871, an, von ihren Töchtern als Festdamen begleitet. Hierauf folgten die Geistlichen, der Orts- und Kirchenvorstand, die GesangvereineHarmonie" undGermania", die freiwillige Feuerwehr, dann der Turn­verein und den Schluß bildete der Kriegerverein. Viele Häuser waren schon geschmückt, namentlich thaten fich die Bewohner der Fallthorstraße, in deren nächster Nähe der Festplatz sich befand, hervor. Auf dem Festplatze fand zu­nächst ein FeldgotteSdienst statt. Nach Beendigung desselben wurden auf die Ereignisse von 1870 bezügliche Ansprachen von dem Vorsitzenden deS KriegervereinS und dem ersten Lehrer gehalten, die mit einem Hoch auf Kaiser und Groß- Herzog schloffen. ES folgten die Jugendspiele der Schul­kinder, die ihren Lehrern alle Ehre bereiteten; besonders leisteten einige Kinder der ersten Klaffe im Vortragen von Gedichten, wieDie Roffe von Gravelotte",Deutsche Siege 1870",Eineö deutschen Knaben Tischgebet" :c. ganz Vorzügliches. Auch der Turnverein trug zur Verschönerung deS Feste- d^rch Freiübungen und Gerätheturnen bei. Im I

I Weiteren trugen btt beiden Gesangvereine verschiedene für den Tag geeignete Lieder vor, denen abwechselnd Musikstücke und patriotische Lieder, von der Feftversammlung gesungen, folgten. Am Abend führte der Turnverein freistehende unb Letterpyramiden auS, bie alle Anerkennung verdienten. Zu­letzt, unter Abbrennung eines Feuerwerks, gab der Krieger­verein noch ein lebendes Bild, darstellend die Uebergabe des DegenS des Kaisers ber Franzosen an König Wilhelm von Preußen. Zur Nachfeier deS fo ungetrübt verlaufenen Festes versammelten fich am folgenden Abend die Mitglieder deS KriegervereinS unb veranstalteten einen Lampionzug. In

I bem GasthausZur Linbe", wohin der Zug sich begeben hatte, fand bann noch unter Absingen einiger Volkslieder ein Bier- commerS statt.

(C Benern, 3. September. Auch in ber hiesigen Ge- meinbe ist baß Gedächtniß der Sieges- unb Ehrentage unseres Volkes aus ber Zeit beß großen Krieges gelegentlich ihrer 25. Wiederkehr in würdiger Weise begangen worben. Schon am 18. August hatte der Ortsgeistliche einen besonderen Festgottesdienst veranstaltet, der überaus zahlreich besucht war. Dann fand am letzten Sonntag bie kirchliche Feier beß TageS von Sedan statt, an ber sich ber hiesige Krieger­verein durch gemeinsamen Kirchgang beteiligte, während die unter Leitung von Herrn Lehrer Musch stehende Chorschule durch den wohlgelungenen Vortrag zweier Lieder zur Schmückung beß Gotteßdienftes nicht unwesentlich beitrug. Eine Schulfeier, von demselben Lehrer am Vormittag beß 2. September veranstaltet unb geleitet, suchte bann ben Kindern baß Verständniß beß Tages näher zu bringen, währenb die von bem Geistlichen an sämmtliche Kinber au«- getheilte FestnummerDes Nachbarn" mit ihrem reichen | Schmuck an Silbern, Erzählungen unb Gedichten die Er­innerung an diesen Festtag zweifellos weiter vertiefen und befestigen wirb. Auf Veranlassung von Herrn Pfarrer

I Vogel wurde enblich gestern Abenb auf bem von mächtigen Linden beftanbenen Kirchenplatz eine kirchliche Volks- feier gehalten, bie einen überaus zünbenden und schönen Verlauf nahm. Der große, schön gelegene Platz, ber schon

I so manche Misfions- und Volksversammlung gesehen fo besonders im Jahre 1891, als Herr Hofprediger Stöcker hier auftrat war durch Lampen, die man in den Zweigen

I der Lindenbäume aufgehängt hatte, hinlänglich erleuchtet und I füllte fich rasch, als die Glocken nach 8 Uhr zum Beginn der I Feier zusammenriefen. Gesang- und Strtegeroeretne waren in corpore unb mit ihren Fahnen erschienen.Lobet den Herrn, den mächtigen König der Ehren", so klangö in der mondbeglänzten, warmen Septembernacht | mächtig zum Himmel empor. Der Geistliche sprach alsdann

| in längerer Rede, anknüpfend an bie beiden ersten Verse deS Psalmes 103, über beß großen Kriegeß Anfang, Fort- gang unb siegreichen Ausgang, immer und überall mahnend, Gott die Ehre zu geben unb ernstlich ermunternd, baß unter fo viel Blut unb Opfern Errungene nun auch treulich zu pflegen, zu schirmen unb auszubauen. Als Antwort unb Gelöbmß zugleich fang bie Gemeinbe:Deutschland, Deutschland über Alles". Hierauf erfolgte ber Vor­trag des prächtigen Geibel'schen Gedichtes:Nun laßt die Glocken von Thurm zu Thurm" durch einen Schüler ber Oberklasse unb, nachdem ber Schülerchor da« Krüsi'fche:Vaterland, ruh in Gottes Hand" wir- kungsvoll gesungen, bie Rebe beS Herrn Lehrers Musch auf Kaiser und Reich. Anknüpfenb an ein Erlebniß aus ben Augusttagen beß Jahres 1870, sprach er von bem tiefen, langjährigen Sehnen ber deutschen Nation nach einem einigen brutschen Reiche unter einem mächtigen Kaiser; er wieS bann hin auf bie Erfüllung biesev nationalen Sehnens in bet Kaiserproclamation von Versailles, prieS den Enkel Wilhelms des Großen als ben großen Friedenskaiser von heute unb sortierte bie Versammelten auf zu einem dreimaligen Hoch auf Kaiser und Reich, das donnernd erwidert wurde. Es folgte das Lied:Ich hab mich ergeben", der Vortrag beß Gebichtes von Lauxmann:O benke dran!" eben­falls durch einen Schüler der Oberflaffe und endlich bie Wacht am Rhein", ein Lied, das.wie immer, fo auch diesmal wieder die Versammelten gewaltig und begeisternd mit fortriß. Zum Schluß ergriff ber Geistliche noch einmal baß Wort. Von persönlichen Erinnerungen auß ben August- unb Septembertagen beß Jahres 1870 an ben verstorbenen Führer ber hessischen Division, ben bamaligen Prinzen Lud- toig, ausgehend und an dessen Anwesenheit in Beuern vor nun gerade acht Jahren, am 1. September 1887, gelegentlich ber bamaligen Manöver in hiesiger Gegenb anknüpfend, wieß der Redner hin auf den erlauchten Sohn beß nun in ®ott ruhenden Helden, auf ben jugendlichen Erben beß hes- fischen Fürstemhrones unb mahnte, Treue um Treue be- tonenb, in echter Hessentreue zu unserem angestammten Regentenhause unb besten Fürsten zu stehen. Mit einem mächtig braufenben Hoch auf unseren Lanbeßherrn, ber ein milbeß unb gerechteß Regiment führe, würben biefe Auß- sührungen von ber Versammlung erwibert. Feierlich unb ergreifend, zugleich war, als nun bie große Versammlung ber Aufforberung beß Geistlichen nachkam unb laut unb ge> | meinsam mit bemfelben baß heilige Vater Unser betete, llnb dieser Eindruck wurde noch erhöht unb gesteigert, alß zum Schluß ber ganzen Feier baß brutsche Tedeurn von der Menge gesungen würbe, währenb bie Glocken vom nahen Thurrne ihren ehernen Munb aufthaten unb ihre Klänge ernst unb feierlich mahnenb in bie Nacht hinein bröhnten. Die Vereine unb ein Theil ber Versammelten zogen nach dem Schluß ber Feier auf eine benachbarte Anhöhe, um dortbeß Flammen ft oßeö Geleucht" zu entzünden, während andere auf den mondhellen Straßen in ber mtlben Nacht sich ergingen unb an dem flammenden Feuer sich freuten. Möge der Tag und feine Feier nicht vorüber- gegangen fein, ohne bleibende SrgenSspuren in der Gemeinde zurückzulasten!

X. «rüningen, 3. September. Auf vielfachen Wunsch fand am Nachmittag beß 28. August, wohl zum ersten Mal I

| wieder seit bem Jahre 1854, ein MifsionSfest h» unsrer Gemeinbe statt. Infolge günstiger Witterung konnte im Freien auf unserem schön gelegenen Kirchenplatz abgehalten werben. Nach einleitenbem Gemeinbegesang predigte zunächst Herr Pfarrer Dr. Grein von Gießen über Röm. 10, 1215 tnbem er ben Gebauten burchsührte:Die Mission, eine Herzenssache für unS Christen in ber Heimath" und die Fragen beantwortete: 1) Warum Haden wir Mission z-, treiben? 2) Wie wollen wir Mission treiben? Nach Chor- unb Gemeinbegesang rebete Herr MisfionSprediger Thumm von Frankfurt a. M. an der Hand von Ps. 84, 6, 8, an- knüpfend an bie glorreichen Siege von 1870/71, von bem SiegeSzuge Gottes in ber Heibenmisfion unb berührte am Schluffe kurz bie Aufgaben, bie jetzt speziell ber Salier Mission gestellt finb. Nach abermaligem Chor- unb Gemeinbe- gefang trat eine »/. stündige Pause ein. Alsdann riefen bie Glocken bie ansehnliche MisfionSgemeinbe zu einer Nachfeier ttieber zusammen. Senachbarte Geistliche hielten erbauliche Ansprachen. Herr Pfarrer Walz von Lang-Göns, der früher mehrere Jahre in unserer Gemeinde gestanden, führte in Anlehnung an JohS. 12, 24-26 auS: Die Mission eine Passion und betonte unter Hinweis auf einzelne Misfions- gebiete, daß gerade in den PassionSzeiten ber Mission bie schönsten MisfionSsrüchte für baß Reich GotteS reiften. Herr Decan Wahl von Hausen forberte rechte Misfionßliebe, regen Missionßeifer, unb legte ber Versammlung anß Herz, baß, um segensreich für bie Missionssache beS Herrn arbeiten za fönnen, für JebeS vor allem darauf ankomme, sich selbst dem Herrn Jesus ganz hinzugeben. Herr Lic. Dr. Preisschere öon Ederstadt knüpfte an ben Grunbgedaoken ber ersten Festpredigt an, unb führte weiter auS, baß die Misfions- fache Lebenssache werden müffe, diese Forderung an zwei anschaulichen Gleichnissen illustrierend. Der gemischte Chor von hier, sowie der hiesige Männergesangverein trugen zwi- schendurch paffende Lieder vor. Mit freundlichem Dank gegen Alle, bie zum Gelingen des Festes beigetragen, mit herzlichem Dank gegen Gott, ber unS mitten in der Woche mit ihrer sauren Arbeit einige köstliche, erquickende ©abbath- stunden geschenkt hat, sowie mit Gebet unb Segen schloß der OrtSgeistliche bie erhebende Missionsfestfeier. Die Gemeinde hatte ben Nachmittag zu einem Festnachmittag gemacht, im Orte herrschte sonntägliche Ruhe. Es ist dies um so mehr anzuerkennen, als man sich gerade mitten in ber Grummet- ernte befand. Vollzählig hatte sie fich zur Festfeier ein- gefunden, auch waren von Nah unb Fern einige MssfionS- freunde erschienen. Die Collecte ergab 77 Mk. 50 Pfg. und wurde der SaSler Mission zugewandt. ES war em schönes Fest, das wir feiern durften, unb willS Gott auch ein gesegnetes Fest.

Ruppertenrod, 3. September. Die 2 5jährige Wiederkehr desSebantageS" würbe hier in ebenso toürbiger, als schöner Weise gefeiert. Nachbem ber hiesige Kriegerverein am Morgen in stiller Weise die Gräber seiner entschlafenen Kameraden auf bem Friebhofe geschmückt, stellte­st ch um 2 Uhr ber Festzug auf, ber nach bem Durchmarsch durch die beflaggten Straßen an derFriedenßeiche- Halt machte. Hier an bem Malzeichen au« ber großen Zeit vor 25 Jahren hielt Herr Lehrer Strack eine kurze Ansprache, bie Sebeutung ber FriebenSeiche erörternb, unb schließend mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Kaiser und Großherzog. Nachdem bie zahlreiche FestversammlungHeil Dir im Siegerkranz" gesungen, begab fich ber Festzug auf ben Festplatz. Die hier von Herrn Lehrer Strack gehaltene Festrede mahnte zum Danke für Gott, den allmächtigen Schlachtenlenker, ber vor 25 Jahren der gerechten Sache ben Sieg verliehen, zum Danke gegen bie treuen Tobten, bte den Heldentod fürs Vaterland gestorben, zum Danke gegen alle Veteranen unb zum Danke für alle, bie vor 25 Jahren bt* rathend und pflegend mitgeholfen. Die Festrede zog sodann eine Parallele zwischen ber Segeifterung, die vor 25 Jahren allen Deutschen die Herzen geschwellt, unb ber Verflachung dieser vaterländischen Segeifterung in heutiger Zeit. Mit einem Hoch aufs Vaterland unb seine Veteranen schloß bif Rebe. Unter Musik, Tanz, Gesang unb Spielen ber Schul­jugend nahm das Fest seinen weiteren Verlauf, bi« der Abend dämmerte. Der Festzug hielt unter klingendem Spiele seinen Rückmarsch in ben Ort, in welchem in ber Festwirthschaft Zum Löwen" ein Tanz die vaterländische Gedenkfeier de« SilberhochzeitStagß beß deutschen Reiches beschloß.

n. Friedberg, 2. September. Auf Beschluß beß Stadt- Vorstandes wurden gestern die hiesigen Veteranen von 18 70/71 im Hotel Trapp auf Kosten der Stadt mit einem Ehrenmahle bewirthet. Die kirchliche Feier beS SebantageS fanb Morgens 91/» Uhr in ber Stadtkirche statt. Abenb« 8 Uhr würbe im Saalbau ein Banket abgehalten. Die Volk«- und Jugendfeier wurde indeffen erst heute abgehalten unb war vom herrlichsten Wetter begünstigt.

§ Au« dem Ohmthal, 3. September. Das Ergebniß der Grummeternte bleibt hinter demjenigen ber Heu­ernte weit zurück. Das Grummetgra« vermochte anfänglich bei ber bamalS herrfchenben Trocknung nicht zu wachsen. Die Qualität bes bieSjährigen Grummets ist aber eine ganz vortreffliche; kein beregneter Grashalm ist in bie Scheuer gebracht worben. DaS überaus schöne unb heiße Wetter förbert baS Grummetmachen ungemein rasch. Die Preise für baS Grummetgra« bei ben jetzigen Grasversteigerungen müffen alß mäßig bezeichnet werben. Fällt auch bie Grummet- ernte nicht so reich auß wie bie Heuernte, an Dürrfutter «ehlt für ben kommenden Winter nicht. Die adgemähtt» Wiesen sprießen bei der jetzigen Hochsommerwärme wieder lebhaft empor, sodaß, wenn nicht zu lange trocken bleibt, etne sehr gute Weide zu erwarten ftcht.

Dieburg, 30. August. Einen hübschen Zug werk- thätiger Nächstenliebe bekundeten in ben letzten Tagen einige zwanzig beim Aschaffenburger Kasernenbau beschäftigte Maurer. Mit Genehmigung ihrer Bauherren, ber Herren F "Nb R Wörner, führten sie nämlich am Montag und Dienßtag auß freien Stücken und ohne Lohnanspruch einer