k8> Zithern, |
en« Flöten 'M» ▲
1 Fabrlkprelien ▼
Leihanstalt ♦ in *
cM,\ Giissin. ▼ id franco. 128- ▼ ♦♦♦♦♦♦♦♦ penglermeister 3
rkstätte ne insbesondere Mttfc
fr«n|.
-ä‘ü;
iü
latioix
Ur ^°l'den dualitättn, n ^artiger Ausvch, in'wunberüoQ*
- UU wach, damenconfectiov.
i 1141
Memchtt, e 58.____________
& Thiele
Loberstraße 3
Ährung von:
tu jtiikl Akt-
)t u. s. ro.
(U jebtT SvM«rck. menstellungu.SMd»-. nb Trottoire.
itbielen «b ®M«f* r Ausführung von Jun»
als auch für M»
«i/fertige nt Deckenputz str M für iämmMe Sch fowie auch ^eueMer.
und Verblend»««' S.?5SS Ä*.
i M I« 1*" °
IfiSTF Giessen-A
Dienstag den 5. März
Erstes Blatt.
1S95
Nr. 54
Gießener Anzeiger
Kemrat-Mnzeiger.
3iebaction, Grptbiuoi. und Druckerri:
SchutstraßkIr.7.
Ferujp rechc r 51.
vierleljäbriger AßonncmcnUprri»: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.
Die Gießener
AamllieaStLller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigrlegt.
Der
Hießen er Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montags.
Zlints- und Zlnzeigeblutt für den Avers Gieren.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erfcheinendcu Nummer dis Dorm. 10 Uhr.
Gratisbeilage: Gießener Iamilienbkätter.
Alle Annoncen-Bureaux dcS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" eukge-
Verrtscher Reichstag.
50. Sitzung. SamStag, den 2. Mär, 1895.
Extra-Ordtnarium deS Marine-Etats.
2 400 000 Mk. zur Hr stellar, g von Torpedobooten werden trotz der Bitte deS Saatesecr.täis Hollmann auf Antrag der Com- «tifsion gestrichen. Sodann werden nach dem Vorschlag der Commission 1 640000 Mk. für Reparaturen von zwri Schiffen der , SaLsenklasse genehmigt, ebenso 400000 Mk. zur Berg'oßerung der Rotlcnfaaer genehmigt Bei dem auß-rordentlilben Etat wird für ein großes Trockendock auf der Kieler Werft eine Million gesord.rt, als zweite Rate r«sp. erste Baurate. Die Commission empfiehlt die Streichung. Nachdem der Slaaissecrelär Hollmann und der Abg. ' Iebsen thr Bedauern hierüber auSgedrückt, erkennt das Haus demgemäß.
Zu Titel 8 liegt der gestern schon bet der Berathung über die vier Kteujer erwähnte Antrag Müller-Fulda vor, den "uschutz aus Anleihen zu den Ausgaben tm Ordtnai tum von 2 145 000 Mk. auf 3 335 000 Mk., also um 1 200 000 (der Betrag für einen K euzer, erste Rute) zu erhöhen. Der eme Kreuzer soll also auf Anleihe übernommen werden.^
Abg. Hammacher (ntl.) erklärt, daß diese Anleihen zum Ab- irenbe führen würden. j
Abg. Rickert (frf. Vg.) bemerkt dem gegenüber, daß wir uns diesmal in einer außergewöhnlichen Lage befänden.
Der Abg. Hammacher und Schatziecretär PosadowSky widersprechen dem.
Abg. Rickert hebt hervor, daß in diesem Jahre 22 Millionen riehr an außerordentlichen Ausgaben auf daS Ordtnarium genommen ( worden seien. .
Abg Richter (frf. Volksp.) führt aus, daß unsere Ausgaben ; «och nie so niedrig waren, wie tn diesem Jahre.
Graf PosadowSky, Abg. Hammacher vertreten nochmals j ihren Standpunkt.
Abg. von Leipziger pflichtet ihm bei.
Der Antrag Müller-Fulda wird hieraus angenommeu.
Es folgt Militäretat.
Zum Besoidungstitel Kriegsminister liegt vor der Antrag fruer u. Gen., die Regierung zu ersuchen, dem Reichstage einen , Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die Erziehung der Jugend > zur Wehrhaftigkeit und die Umwandlung der jetzigen Heeres-Organt- \ scrlion ungebahnt wird.
Abg. Liebknecht (Soc.)- bemerkt zur Begründung dieses An- ; tiages, daß nur auf diesem Wege unser Volk zu einem wirklichen Volk in Waffen, einem Volksheere werde.
Abg. Baumbach (Rp.) erklärt, nur eine regelmäßige Armee mit fester Disciplin könne dauernde Erfolge erzielen. !
Abg. Rickert tritt dem Anträge Auer entgegen, weil eS sich ziffermäßig nachweisen ließe, daß daS Milizheer mehr Kosten verursachen würde.
Abg. Podbtelskt (cons.) wünscht Klarheit in dieser Sache, um den loc aiisttschen Massen zu zeigen, wie werthlos der Vorschlag ihrer Führer sei.
Weiterberathung Montag 1 Uhr. »
Deutsches Reich.
Berlin, 2. März. Heute Abend empfängt daS Kaiserpaar den türkischen General Schakir Pascha in Audienz, welcher dem Kaiser ein Geschenk des Sultans, einen Ehrensäbel, und den Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert den Okmanieorden in Brillanten überbringt.
Schmalkalden, 2. März. Dos nationalliberale „Tageblatt" fordert die Wähler auf, in der Stichwahl Mann für Mann für J Skraut (den Antisemiten) einzutrelen. Frkf. Ztg.
Stuttgart, 2. März. Die Kammer der Abgeord- n e t e n berieth heute den Gesetzentwurf betreffend die periodische Wahl der Stadtvorsiände durch die BÜrgercollegien. Die Redner aller Parteien, Geß, Konrad Haußmann, Sachs, Rembald, Groeber u. A. sprachen sich gegen die oorgeschlagene Entziehung deS Wahlrechts der Gemeindebürger aus. Der Minister des Innern, Pteschek, wies auf die Gefahr hin, daß die Socialtsten die Herrschaft in den Stadtrathshäusern erobern könnten und versprach, der gegenwärtigen Kammer einen Gesetzentwurf, betreffend die Abschaffung der Lebens- länglichkeit sämmtlicher Oitsvorsteher vorzulegen, sobald die Reform des Notariats- und Pfandwesens durchgesührt sei. Abg. Groeber empfiehlt zur Bekämpfung der Socialdemokraten wie der Umsturzbestrebungen überhaupt die Zulassung der Männerklöster in Württemberg. Entsprechend einem Antrag deS Abg. Konrad Hausmann wurde der A-urag einer besonders zu wählenden Commission überwiesen.
Regensburg, 2. März. Die verschiedenen Gruppen und Kreisverbände der bayrischen Banernb mb Bewegung bereinigten sich in der heutigen, von 68 Delegirten besuchten Versammlung zu einem bayrischen Bauernbunde unter dem Vorsitze deS Baron Thüngen. Angenommen wurde der Antrag Kanitz, ferner die Beseitigung der Bodenzinsen, die Errichtung einer Staats Hypothekenbank, die Herabsetzung der Zinslasten und die Ablösung der bäuerlichen Hypothekenschulden.
Arrrland.
Wie», 2. März. Aus Anlaß des Ablebens ihres Gemahls ist der Fü > st in Metternich ein Telegramm Sr. Majestät deS Kaisers Wilhelm zugegangen, welches besagt, Se. Majestät spreche der Fürstin sein von Herzen kommendes, tiefempfundenes Beileid aus zu dem unerwarteten Schlage, der sie betroffen habe und wünsche, daß der Himmel der Fürstin Kraft verleihe,
den Schmerz zu ertragen. Auch zahlreiche andere deutsche Fürstlichkeiten sandien Beileidstelegramme.
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 3. März. Die „Post" schreibt: Gegenüber den neuerdings an der Börse mit großer Bist mmiheit ausl>eienden Gerüchten von einer unmittelbar bevorstehenden Conver- tirung der vierprocentigen Retchsanleihen und preußischen ConsolS können wir auf Grund von unS gewordener Mittheilungen versichern, daß eine solche unmittelbar nicht bevorstcht. Die Gerüchte, daß sich der Bundesrath bereits mit der Convertirung beschäft'gt habe, sowie daß eine Convertirung in dreiprocentige Papiere schon jetzt erfolgen soll, den Inhabern aber bis 1898 noch 4 Procent Zinsen gezahlt werden iollen, beruhen auf freier Erfindung. Weder ist bisher eine Entscheidung über die Convertirung überhaupt gefallen, noch viel weniger aber über ihre Art. Andererseits darf aber alS Thatsache anerkannt werden, daß die Regierung mit den Vorarbeiten zur Entscheidung der ConvertirungS« frage beschäftigt ist. Ob diese in der nächsten Zeit soweit gefördert werden, daß noch vor Schluß dieser S ssion dem Reichstage und dem Abgeordnetenhause bezügliche Gesetzentwürfe zugehen werden, ist heute noch nicht zu übersehm.
Breslau, 3. März. Wie aus Petersburg gemeldet wird, haben heute im philologischen Institut Unruhen stattgefunden, welche das Einschreiten der bewaffneten Macht nothwendig machten. — Eine gestern stottgehabte Versammlung von 1600 Studenten verlangte die Demission deS RecrorS. Der Rector ermahnte die Studenten zur Ruhe, um einen Zusammenstoß mit dem Militär zu vermeiden. Von privater Seite verlautet, die Opfer des Zusammenstoßes am 9./21. Februar waren 36 Verwundete und 4 Todte.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 3. März. Der Besuch, den der Kaiser dem italienischen Botschafter Grafen Lanza am Freitag abstattete, dauerte eine volle Stunde. In diplomatischen Kreisen legt man diesem Besuche politische Bedeutung bei.
Hamburg. 3. März. Die „Hamb. Nachr." besprechen den Artikel der „Zukunft" Über den Standpunkt des Fürsten Bismarck gegenüber der Rede des Freiherrn v. Stumm und heben dabei hervor, die „Zukunft" sei nicht die einzige Zeitschrift, welche tn die socialdemokratische Richtung hinübergeglitten fei; man brauche nur an die „Grenzboten"
Feuilleton.
c. b. Etwas vom Winter in Japan und einer Schlittenrcise.
Der erste Winter, den ich tief im Innern von Japan «erbrachte, hatte mir keine große Luft gemacht, einen solchen in demselben Ort in zweiter Auflage zu erleben; ich erinnere mich noch, als ich bei der Rückkehr von einem Gange in ein benachbartes Dorf Leute beschäftigt fand, um mein Haus herum, in einem Abstand von etwa einem Meter von den Wänden starke Pfähle einzurammen, diese untereinander zu verbinden und bann von Brenstückeu, Schwarten, BambuS und ähnlichem Material ein Dach von der HauSwand nach vcm Pfahlgerüst hcrzustellen, ich erinnere mich noch — sage tch — rote verwundert ich war, als mir der Koch auf meine Frage, warum das geschähe, die Antwort gab, das sei des Schnees wegen. Mir schien dies kaum glaublich, denn ich wohnte damals etwa unter dem 39. Grad nördlicher Breite und n cht sehr hoch über der Meereöfläche, also einer Breite, welche etwa der von Lissabon oder Cagliari entspricht, wo man sehr wenig von Schnee und Eis weiß. — Ich sollte aber ersahren, wie nothwendig cs war, das Haus durch eine solche Vorrichtung zu schützen, in deren dichtem Geflecht von DambuS ober Schilf jedem Fenster im Haus entsprechend u.nb diesem Fenster gegenüber eine viereckige Oeffnung gelaffen war.
Der Beginn deS japanischen Winters unterscheidet sich nicht von dem Anfang des Winters in Europa. Er sängt mit kleinem Schneegeplänkel an, daS sich in immer kürzeren Zwischenräumen wiederholt und endlich in einen Tage lang dauernden ununterbrochenen Schneefall übergeht. So war eS im Winter 1879/80. Ich saß mit meinem Landsmann, i*r am Shlvesterabend zu mir gekommen war, um das neue Hahr anzutreten, bis nach Mitternacht behaglich im Zimmer uuid ahnten wir Beide nicht, daß während der 4 bis 5 Stunden,
i die wir uns durch Domino, Sechsundsechzig, Patience- und j Heimathserinnerungen vertrieben, ein knietiefer Schnee gefallen war. Dabei blieb eS aber nicht, denn es schneite ohne erhebliche Unterbrechung einige Wochen dermaßen, daß i wir eine Schneehöhe von mehreren Metern beobachteten. ' Was nun thun? Spiele, Lesen, Krähenschießen, Lauern auf : Füchse, die in der Nähe des Hauses Nachts vorbeischlichen, j das Alles genügt nicht, den heißen Wunsch zurückzudrängen, i den Verkehr mit Menschen mongolischer aegen die Gesellschaft ! kaukasischer Raffe, insbesondere deutscher Zunge, einzutauschen i und der Einsamkeit des langen Winters zu entgehen.
Ja, der Winter in Nordjapcm ist lange dauernd, noch im April ist nicht aller Schnee fort, der selten anders abgeht, als durch die Sonne geschmolzen.
Weihnachten und Neujahr, die möglichst glanzvoll begangen werden, füllen in Japan auch nicht mehr Zeit auS, wie in Europa und wecken sehnsüchtiges Verlangen nach den Lieben tu der Heimath. Man freut sich zwar, wenn man mit Schaufeln und Stangen bewaffnet aus dem metertiefen j Schnee eine, zum Weihnachtsbaum paffende kleine Kryptomerie i geholt hat, man schmückt sie mit einer Art Triumphgefühl ' mit Lichtern und buntem Papier, das man vorsorglich schon ; im Sommer aus Yokohama hat kommen taffen, man legt i die Geschenke für den lieben Landsmann und die japanischen ‘ Diener auf den Ti-ch und hat erst recht sein Vergnügen an j dem Jubel deS kleinen, schlitzäugigen Burschen des SohneS i deS Kochs, welcher mit den Armen fuchtelnd und jubelndem : Geschrei um den brennenden Baum herumtrippelt. Erinnert ' doch des Kindes Jubel an so manches im frohen Familien- * kreise verlebte Wcihnachtsfeft! Aberdas sind nur so einzelne Oasen in der Wüste der Langenweile eines japanischen Winters, deffen Unbehaglichkeiten man zu entgehen trachtet und alS ersten Schritt hierzu den Wunsch um Urlaub schon • zeitig genug ausspricht.
I Ich dachte nun dem zweiten Winter im Norden durch meine Abreise im Anfang December zu entrinnen, allein die Erlaubmß des Ministeriums, nach Tokio reisen zu dürfen,
traf erst kurz vor Weihnachten ein, mit dieser Erlauben aber auch ein solch' unaufhörlicher und nachdrücklicher Schneefall, daß an eine Abreise nicht eher zu denken war, als bis nach mehrtägiger Unterbrechung des Schneiens doch einigermaßen Bahn getreten und damit die Möglichkeit gegeben war, fort zu kommen. Das Bahntreten darf nicht etwa mit dem Bahntreten in Europa verglichen werden, wo der sehr rege Verkehr von Fußgängern und Fuhrwerken sehr rasch einen breiten, glatten, rasches Fortkommen ermöglichenden Weg schafft. In Japan besteht, ausgenommen in der Nähe von größeren (Stätten, bi? „Bahn" in einem ganz schmalen Fußpfad, der nicht erlaubt, daß zwei Menschen nebeneinander hergehen. Manchmal besteht eine solche Bahn nur in einer langen Reihe von Fußstapfen, in welche viele im Gänsemarsch gehende Japaner getreten haben und welche ben Gehenden nöthigen, bie Kniee hoch zu ziehen, um Über den zwischen den tiefen Fußftapfen stehengebliehenen Schnee steigen zu können.
Eine derartige Bahn wartete ich- ab und beschäftigte mich zunächst mit meinen Reisevorbereitungen. Natürlich konnte ich an kein anderes Fuhrwerk denken, , wie an einen Schlitten, denn in einem Schnee von 2 dis 3 und stellenweise noch mehr Metern Tiefe ist selbst der Schlitten zu- weilen nicht zu gebrauchen und muß man sich auf ba« Durchwaten mit den höchsteigenen Beinen verlaffen. Aber im Schlitten lustig über die Schnecfläche zu sausen tn einer Lust, welche die Augen glänzend, die Wangen roth und Her; und Lunge gesund macht, daS muß doch ein vergnügliches Reisen fein. Gewiß, verehrter Leser, wenn es io wäre, wie Du meinst, eS ist aber doch ein wenig anders!
Der Schlitten in Japan besteht aus 2, etwa 15 Cent!- weter breiten Ku'en, welche etwa 60 Zentimeter von einander abstehen; über diese Kufen, nicht höher wie 20 Zentimeter über der Schneefläche, wird ein Brett mit Strohseilen befestigt, auf dasselbe kommt eine Matte, so dünn daß eine Milderung der Härte be5 Brettes ausgeschloffen ist und auf diesen Sitz ober daS Lager ober wie man es sonst nennen


