Zweites Blatt
Dienstag den 3. September
Nr. 206
189»
Nr
und tze.
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren.
Hratisöeilage: Gießener Jamilienbkätter
Anrtli^e^ Theil
Flur
Flur
2.
3.
4.
5.
6.
158
10.
4
48.80
U
24.5»
«nnahm. von Anzeigen zu der Nachmittags für de» pikgmden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
Flur Flur
i
8
4
1U-
15t»
lr- 33. 7301
SS'/« 250'/, 185.80 1M0 142.80 94.50 80.70
ährmittel.
senius lagt: Kaitanf’s i hergeßelltrtz, rationell bneiietei t cigenthünilichen Sorjüge mH
145.30
155.70
118.80
142.50
141.65
133.40
131.20
97.70
44.-
96'!, 252', 188.8» 149»
IV Nr. 444, 459, 460, 463.
II. Gemarkung Inheiden: IV Nr. 411, 412, 421, 443, V Nr. 16, 17, 24, 27, 33, 228. in. Gemarkung Feldheim: III Nr. 265.
Die Gießener I>«mitienbkätlrr werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelrgt.
4 j i
Der
Gießener Anzeiger rrlcheint täglich, mil Ausnahme deS MontagS.
Abtretung oder Beschränkung,
Erklärung auf die angebotene, aus den aufgelegten 98er« zeichniffen ersichtliche Entschädigungssumme bei Meidung der Unterstellung der Annahme des Angebotes,
Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausschluffes mit solchen.
Anträge auf Aufrechterhaltung bestehender Lasten bei Meidung des AuSschluffeS mit solchen,
Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen, welche für die benachbarten Grundstücke oder im öffentlichen Interesse zur Sicherung gegen Gefahren und Nachtheile nothwendig sind, etwaige noch unbekannte Rechte oder Ansprüche an die zu enteignenden Grundstücke in dem obenerwähnten
iö>
Wi 1JJ 15
Vierteljähriger Avonnementsprei»» 2 Mark 20 Psg. mit Bringrrlolm. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psg.
Redaktion, und Drucker.'»: Zchulstraße "iRr.7.
Fernsprecher 51.
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
sieht diesen Maßregeln mit großem Mißtrauen entgegen,Ihofft jedoch, CriSpi werde sich auf den Rathschlag deS Generals Mtrri nicht zu Gewalttätigkeiten hinreißen lassen, sondern durch Verbesserung der Lage der Landarbeiter den Unruhen zu steuern suchen.
Spaa, 31. August. Die Königin der Belgier machte gestern einen Ausflug zu Pferde. Beim Ueberspringen eines Grabens wurde die Königin auS dem Sattel geworfen, auf die Chaussee geschleudert und leicht am Kopfe verletzt. Obgleich Blut aus der Wunde floß, bestieg die Königin wieder das Pferd und kehrte nach Spaa zurück. Ihr Zustand ist nicht bedenklich, doch hütet die Königin daS Bett.
Madrid, 31. August. Seit seiner Rückkehr aus Cuba wird General Saledo von zahlreichen Journalisten ausgefragt über die Lage auf Cuba. Der General ist der Ansicht, daß die Regierung zahlreiche Truppen nach , dort senden müsse, da der Aufstand nur durch Uebermacht zu beseitigen sei; den Kriegsminister lobt der General wegen seiner Energie, mit welcher er den Feldzug organistrt.
Sofia, 31. August. DaS Organ der sogen. Militär« Partei, da« „Militärblatt", welches die Abschaffung der Verfassung, die Einsetzung einer Militärdictatur als einziges Mittel zur Erhaltung der Sicherheit und zur Wahrung der Interessen Bulgariens empfohlen hatte, hat zu erscheinen auf« gehört.
AttsUr«-.
Bozen, 31. August. In der hiesigen Umgebung ist ein unbekanter Tourist in einen Abgrund abgestürzt, konnte sich jedoch an einen Wurzelstock so lange festhalten, bis er gerettet wurde.
Prag, 31. August. Das Abendblatt „Politik" meldet gerüchtweise, daß bei den letzten Divifionsmanövern ein Oberst und ein Hauptmann erschossen worden seien.
Nom, 31. August. D-e Mittheilung der Blätter, daß die Regierung demnächst Maßregeln zur Wiederher« stellung der Ruhe in Sicilien ergreifen werde, hat im Publikum eine gewisse Erregung hervorgerusen. Man
Termin vorzubringen.
Wenn dritte Personen als dinglich Berechtigte oder wegen sonstiger Rechtsverhältnisse bei der Enteignung betheiligt sind, so muß sie der Eigenthümer sofort nach Zustellung der Bekanntmachung uns bezeichnen, andernfalls bleibt er für diese Ansprüche verantwortlich.
Die Eigenthümer der abzutretenden Grundstücke müssen von der Zustellung dieser Bekanntmachung an zu neuen An« lagen oder zu einer von der bisherigen bezw. der gewöhnlichen abweichenden Art der Bewirthschaftung die Genehmigung des Unternehmers einholen, widrigenfalls eine Entschädigung demnächst nur insoweit verlangt werden kann, als durch die Veränderung auch für den öffentlichen Zweck, für welchen die Enteignung geschieht, der Werth des Geländes erhöht worden ist.
Räumt der Eigenthümer einem Anderen von dem Zeitpunkt der Zustellung an ein dingliches Recht an dem zu ent- tignenben Grundstücke oder ein persönliches Recht auf dessen Benutzung ohne Genehmigung des Unternehmers ein, so lieht jenem Anderen eine besondere Entschädigung nicht zu.
Sofern die Betheiligten vor der Tagfahrt sich über Bestellung der Sachverständigen einigen und dieselben der Kommission bezeichnen und wenn Einwendungen gegen Zweck und Plan, sowie die damit in Verbindung stehenden Anträge in der Tagfahrt nicht vorgebracht werden, wird in dem Termin: Montag, 23. September, zugleich über die Höhe der Entschädigung und die mil ihr zusammenhängenden fragen verhandelt werden.
Falls die Betheiligten bis zum 18. September l. Js. der Commission keine Sachverständigen bezeichnen, werden dieselben von der Localcommission ernannt werden.
Bekanntmachung.
Betr. die Erwerbung des zum Bau der Nebenbahn Friedberg-Hungen erforderlichen Geländes.
Seitens der zum Erwerb des Geländes für den rubr. Vahnbau von den Gemeinden bevollmächtigten Commission, sowie Seitens des Großh. Ministeriums der Finanzen ist in Gemäßheit des Art. 22. des Gesetzes vom 26. Juli 1884 Antrag auf Einleitung des Enteignungsverfahrens bezügl. der nachstehend bezeichneten Grundstücke in den aufgeführten Gemarkungen gestellt worden:
I. Gemarkung Hungen:
Flur I Nr. 547, 549, 366»/io,
6
«®tt
U 3
0 0
1/
I
0
Es wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß obiger Antrag nebst den betreffenden Gelände- Grwerbsplänen in der Zeit vom 6. September bis 580. September l. I (einschließl.) auf den Rathhäusern zu Hungen, Inheiden und Utphe (für Feldheim) zu Jedermanns Einsicht offen liegen.
Zugleich wird zur Verhandlung über den Plan und die zu leistenden Entschädigungen Tagfahrt vor der Localcommission auf
Montag, 583. September l. I., Borm. 9V2 Uhr,
im Rathhause zu Hungen anberaumt.
Die Eigenthümer, Pächter, Miether und sonstige an den adzutretenden Grundstücken persönlich Berechtigte, sowie alle übrigen an der beantragten Enteignung Betheiligten werden aufgefordert:
1. Einwendungen gegen den Plan bei Meidung des Ausschlusses und Annahme der Einwilligung in die beanspruchte
bo.6übb.(86)- Oest.Mw'^ Gotthardbahn- S-Hwz. Central eitDy'Jlorbojt -»tl.Mtelmeer Pr.HeimAb.) yel!ioU"le 8flb,2Ä W1'?- 00 DonauM- • <»£•
Banina
Gießener Anzeiger
Kmerat-Mnzeiger.
* ■<«
Kasse. ♦ .’S-’.
fonnen Markt.
7936 iannj Rchamteur.
Der Krieg von 1870|71,
geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zeit.
(Nachdruck verboten.)
2. September.
Die letzte Feldarmee der Franzosen ist geschlagen und an die belgische Grenze gedrängt, wo sich ihr nur die Möglichkeit bietet, gleich der Bazaioe'schen Armee in den festen Plätzen Sedan und MöziäreS eine augenblickliche Zuflucht zu suchen oder sich durch den Uebertritt auf belgisches Gebiet den weiteren Wechselfällen des Krieges zu entziehen. In beiden Fällen hat die Mac Mahon'sche Armee für den gegenwärtigen Feldzug zu existtren aufgehört. Damit wären die Reste der französischen Armee in den zwei Festungen Metz und Sedan festgenagelt und der Krieg im größeren Maßstabe sonach zu Ende. Es ist allerdings nicht undenkbar, daß ein Theil der Mac Mahon'schen Armee mit Hilfe der Eisenbahnlinie Sedan-MöziAreS'Hirson zu entkommen sucht, aber es würden daS im besten Falle nur unzusammen« hängende Trümmer sein, welche wohl die von ihnen durchzogenen Landstriche belästigen, für den Krieg aber selbst kaum mehr in Betracht kommen können.
Varennes, Donnerstag, 1. September, Vormittags 9 Uhr 20 Min. Der Versuch Mac Mahons, Metz zu entsetzen, ist durch die Operation der letzten Tage und die Schlacht am 30. August völlig vereitelt. — Früh haben preußische Ulanen und Husaren, letztere zu Fuß, zwei von stärkerer feindlicher Infanterie besetzte Dörfer in der Nähe von Sedan genommen.
Telegramm des Königs Wilhelm an die Königin. „Auf dem Schlachtfelde von Sedan, 1. September, 31/* Uhr Nachmittags. Seit heute früh >/z8 Uhr siegreich fortschreitende Schlacht rund um Sedan. Garde-, 4., 5., 11., 12. Corps und Bayern. Feind fast ganz in die Stadt zurückgeworfen. Wilhelm."
3. September.
Sedan, 2. September, V22 Uhr Nachmittags. Die Capitulation, wodurch die ganze Armee in Sedan kriegS- gefangen, ist soeben mit General Wimpffen geschlossen, der an Stelle des verwundeten Marschalls Mac Mahon das Commando führt. Der Kaiser hat sich selbst mir ergeben, da er das Commando nicht führt und alles der Regentschaft in Paris überläßt. Seinen Aufenthaltsort werde ich bestimmen, nachdem ich ihn gesprochen habe in einem Rendez« vouS, da« sofort stattfindet. Welch eine Wendung durch GotteS Führung. Wilhelm.
Die Feder ist kaum im Stande, dem furchtbar raschen Gange der Ereignisse zu folgen; die großen Thaten deS deutschen HeereS überstürzen sich geradezu in so außerordentlicher Weise, daß es schwer wird, den richtigen Ueberblick über dieselben zu gewinnen. Seit dem 29. deS vor. MtS. hatten wir Siege über Siege zu berichten; das letzte gewaltige Ringen der in eiserner Umarmung des Gegners ächzenden Reste des französischen HeereS zur Gewinnung der Freiheit endete stets mir entschiedenen Niederlagen, und als das letzte Ergebniß dieser Kämpfe kommt uns heute die großartigste Siegesbotschaft, die wir nur erwarten konnten: daS französische Heer hat capitulirt, der Kaiser
Eltern-.
? Steift
’] Eine juM, gesunde Frau nmn: ad mitzvsttllm.
__Wetteraasst 5>J khähöfi FahrpreüM lindnug •« «w nberger Wald lle 20 M. ) Fahrpreis j 20 9f0.
k tt. Mamftll (T-lepdon^
^s- tzivt Ladeaihckt und b&nfe in verlausen.
VAftWffe, W°llth°rstr.8^
m Lohrey
. 7306
)fö Hiuterbliebturu.
48.40/ A ÄJO 1* wo "C 29.50
Die Eigenthümer der zu enteignenden Grundstücke werden endlich aufgefordert, in dem zu diesem Zweck auf Dienstag, den 17. September l. Js., Vormittags 10 Uhr, auf unserem Büreau anberaumten Termin ein nicht be- theiligtes Ortsoorstandsmitglied aus einer der drei be« theiligten Gemeinden zu bezeichnen, welches nach Art. 31 Ziffer 4 des Gesetzes vom 26. Juli 1884 der Commission anzugehören hat. Dieses Mitglied haben die Eigenthümer gemeinschaftlich durch Wahl, bei Stimmengleichheit durch das Loos, zu bestimmen. Kommen die Eigenthümer dieser Aufforderung nicht nach, so wird das Commissionsmitglied durch den Vorsitzenden der Commission ernannt werden.
Gießen, den 30. August 1895.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
______________I. A.: Muhl, Reg.-Affessor.______________
Deutsches Reich.
Darmstadt, 31. August. Wegen des Ablebens Ihrer Königlichen Hoheit der Erbgroßherzogin von Oldenburg, geborenen Prinzessin von Preußen, ist auf Aller höchsten Befehl eine Hoftrauer vom Heutigen bis zum 7. September l. I. einschließlich angeordnet worden.
Berlin, 31. August. Der Kaiser wird am Sedantage voraussichtlich erst in der elften Stunde die Beleuchtung der öffentlichen Gebäude und Denkmäler Berlins besichtigen. ES ist daher Seitens der Stadt die Anordnung getroffen worden, daß die Beleuchtung überall über die elfte Stunde hinaus ausgedehnt werde.
Berlin, 1. September. Die Kats erin wird am Freitag Nachmittag in Stettin eintreffen und an dem vom Provinziallandtage gegebenen Festmahle theilnehmen. Wahr- scheinlich kehrt die Kaiserin wieder Samstag nach Berlin zurück.
Berlin,31. August. Eine Kundgebung des Kaisers an die deutsche Armee wird, wie der „Loc.-Anz." erfährt, am 25jährigen Gedenktage der Schlacht bet Sedan erfolgen.
Berlin, 31. August. Die deutsch-amerikanischen Krieger, etwa 60 an der Zahl, find heute hier angekommen. Zu ihrem Empfange waren 20 Berliner Kriegeroereine mit Fahnen, sowie ein zahlreiches Publikum erschienen. Der Einzug tn die Stadt, zunächst nach der amerikanischen Botschaft erfolgte in 30 Wagen. Der Präsident der Chicagoer Veteranen, Herr Schlenker, versicherte dem Botschafter, daß sie gleich wie sie vor 25 Jahren für ihr altes Vaterland gekämpft, jetzt auch für ihre neue Heimath kämpfen würden. Der Botschafter dankte für den Besuch und für die versicherte Treue. Es sei eine gute Vorbedeutung für das neue Land, daß sie dem alten in der That die Treue bewiesen hätten. Er wünsche ihnen viel Vergnügen in Deutschland und eine gute Heimkehr.
Berlin, 31. August. Der „Reichsanzeiger" bestätigt, daß der hiesige französische Botschafter Herbette Berlin mit Urlaub verlaffen hat. — Wie der Hofbericht meldet, begibt sich Herbette zunächst nach Paris; seine Rückkehr dürfte erst im Laufe des MonatS October erfolgen.
Oldenburg, 31. August. An der Beisetzung der Erbgroßherzogin werden Theil nehmen: Prinz Friedrich Karl, Prinz Friedrich Leopold, der Großherzog von Mecklenburg, der Herzog von Oldenburg und Großfürst Karl von Rußland.
München, 31. August. Heute früh ist bei Heidenheim der Frankfurter Schnellzug entgleist. Wie es heißt, find Personen dabet nicht verunglückt.
Hamburg, 31. August. Vom Senate ist der Bürgerschaft ein Antrag zugegangen auf Bewilligung von 20000 Mark für den Hamburger Kriegerverband zur Unterstützung hilfsbedürftiger Krieger des Feldzuges 1870/71 und der Hinterbliebenen solcher Krieger. Ferner soll an dem diesjährigen Sedantage, obwohl an demselben nicht gearbeitet wird, allen im Staatsbetriebe gegen Tagelohn beschäftigten Arbeitern ausnahmsweise der volle Tageslohn ausgezahlt werden.
Madrid, ■ ■ * ®S,®186O C|bil*®ioo
Türk. fts.1VV
*■«?*« 1
tffyk $
ZK; L- *■-
'auf & Co., Koblenz.
_______________________7367
rährtesterConftructiou
Ittfat wob Wx M
tat Stöhx I.
tzudwiMay 5. 6135
junbt Frau iudjt ein Knb mitzuWen.
revstlllvst-Lki-nL
°5
' 3
27«


