Ausgabe 
3.9.1895 Erstes Blatt
 
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105.50

4o/o Domm Hop.A.Bk.unk.b.1904

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105.80

iVs/o Oesterr. Silberrente

4°/? Ung. Gold-Rente

3°/c Portugiesen

6°/ Mexic«ner

4% Monopol-Griechen von

Thermometer r min. + 10$ R., max. 4- 191 R.

Hygrometer:

Gewttterbildung.

Geld 8i.SO 169.15 4.15

Seldsorte« Geld

85.80 103.55

27.15

93.10

1887 35.60

tlt ettbeourf et

| Oesterr. Ercdit-Actien

101.60 3Vr0/oH«mbrgr.Hyp.Bk.unk^).19O5 102.C0

101.20 3«/,v/oPreuß.Hyp.Ä.B?.unk.b.l900 101.50

Giessen, New-Orleans, Bad Kreuznach und Saarburg i. Lothr.

Fran». Banknoten

Oesterr. dto. Americ.

20 Franien-Sl. Engl. Sovereignt Doll«, in Gold

Eingesandt.

Gieße«, 2. September 1895.

Herr Pfarrer Dr. Naumann wird gebeten, die herrlichen zu Herzen gehenden Predigten am 16. August und 1. September im Druck erfchetnen zu lassen 1|

Mehrere Verehrer.

Dermifdytes»

* Frankfurt a. M., 31. August. Bei Canalarbeiten in ler Nähe deS OpernhnuseS fand ein Arbeiter durch aus- strömende Gase seinen Tod. Drei andere wurden bewußtlos nach dem BürgerhoSpital gebracht.

Technische Fortschritte.

«LgespLhne FüllSfe«. Diejenigen Gewerbetreibende, welche Sägespähne massenhaft erzeugen oder spottbillig haben können, seien auf einen neuen, sehr leistungsfähigen für Sägespähnehetzung eingerichteten Füllofen aufmerksam gemacht. Dieser SLgetpahne: Füllosen des Eisenwerks H. L. Lattermann u. Söhne in Morgen- röthe i. S. wird in MartinsLeipziger Drechsler - Zeitung" wie folgt beschrieben und empfohlen. Der Ofen hat einen trichter­förmigen Treppenrost mit Luftzuführung von allen Setten, um einerseits das Durchfallen unverbrannter Säge-, Hobel-und Bohr- spähne zu verhindern, andererseits ihre vollständige Verbrennung zu ermöglichen. Das Brennmaterial wird von oben durch eine Fallthüre in den mittleren Theil de« Hohlraumes des OsenS ein- geschüttet, der in verticaler Rtchtrmg tn drei Theile geschieden ist. Die beiden anderen Theile bilden die Zugschächte, durch welche der Rauch von der oberen Deckplatte deS OsenS auS durch ein Knieroor in den Kamin geführt wird. Zur Heizung eines Locales von 80 bis 100 Ebm. Inhalt ist täglich eine ein- biS dreimalige tfuUmifl mit ebenso viel Litern Sägemehl nothwendtg. Die Regultrung des Feuers ist einfach und leicht zu handhaben, um entwedn schnell eine intensive Hitze zu erzeugen, oder um das Feuer schwach weiter glühen zu lassen, ohne daß es ganz ausgeht.

.3en Lebenden zur Lehr^, wurde hierbei eiageweiht. Die Weiherede hielt Herr Pfarrer Walz. Von dem Denkmal aus bewegte sich der Zug nach dem Festplatz. Unter Spielen und Gesängen verging der Tag. Abends fand ein Freuden­feuer statt.

H. Aus dem Horlofsthale, 1. September. Der dies­jährige SedanStag wird vom herrlichsten Sommerwetter begünstigt. Zur Vorfeier sah man gestern Abend auf den umliegenden Bergen Freudenfeuer ausflammen- heute früh hörte man in den Nachbarorten Glockengeläute und Böller- schüsie. In den meisten Dörfern thun sich Kriegervereine, Gesangvereine, Turnvereine zusammen, um den Tag gemein­schaftlich zu begehen. Festzüge nach den Kriegerdenkmälern, Bekränzung und Schmückung derselben, Ansprachen und Ge­sänge verbunden mit Lampionzügen am Abend, Austheilung von Backwerk an die Schuljugend: das haben fast sämmtliche Vereine auf ihr Programm gesetzt.

-e. Neu-Ulrichstein, 1. September. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro August 1895. Ende August 1895 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 39 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 10- Königreich Preußen: Regierungsbezirk Kaffel 2, Regierungsbezirk Wiesbaden 4 , Provinz Rhein­lande 8, Provinz Sachsen 2, Provinz Berlin 1 , Provinz Schlesien 1, Provinz Pommern 1 - Königreich Sachsen 3, Thüringen 5; freie Stadt Hamburg 1- Ausland: Oester­reich 1. Hiervon waren: Arbeiter 17, Bäcker 2, Buch­binder 1, Graveure 1, Kaufleute 2, Kellner 1, Kessel­schmiede 1, Korbmacher 1, Landwirthe 1, Maurer 1, Metzger 1, Sattler 1, Schlosser 1, Schneider 4, Schrift­setzer 1, Schuhmacher 2, Tuchscheerer 1. Gearbeitet wurde an 1112 Tagen. Verpflegt hat die Colonie an 1261 Tagen. Im Monat August 1895 wurden entlasten 13 Mann, und zwar auf eigenen Wunsch 11, wegen Arbeitsscheue 2. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 2861, dagegen abgegangen im Ganzen 2822 Mann, bleibt Bestand am 31. August 1895: 39 Mann.

A Mainz, 1. September. Anläßlich der Ereigniste der Jahre 1870/71 sind seit gestern Abend sämmtliche öffentliche Gebäude, darunter auch der Dom und mehrere andere Kirchen, sowie die meisten Privathäuser festlich beflaggt. In den atholischen Kirchen fand am gestrigen Abend großes Feft- oeläute statt und tn der Synagoge wurde am Morgen für die israelitischen Soldaten der hiesigen Garnison ein feier- icher Gottesdienst abgehalten, bei welchem Rabbiner Dr. Saat­feld in der Festpredigt tn ergreifenden Worten einen Rückblick auf die Vorgänge der Jahre 1870/71 warf. Am heutigen Morgen fand in allen Kirchen Festgottesdienst statt, welchem auch die Spitzen der Behörden anwohnten. Der heute Abend n derStadthalle" stattfindende Fest-Commers, zu welchem sämmtliche hier wohnende Veteranen der Feldzüge 1870/71 Einladungen zu reservirten Plätzen erhalten habcn, verspricht nach den zur Ausgabe gelangten Karten eine riesige Bethei- tigung zu erhalten. Bei dem Commerse wird Provtnzial- dtrector Rothe den Toast auf den Kaiser und den Groß- aerzog, Oberbürgermeister Dr. Gaßner den Toast auf die Armee, Geh. Commerzienrath St. C. Michel ein Hoch -auf das deutsche Vaterland ausbringen und der frühere Stadtverordnete Bern hart der im Kriege Gefallenen Siebenten.

*A Rüdesheim, 1. September. Trotz der zahlreichen localen Erinnerungsfeiern in ganz Deutschland war die heutige Sedanfeier am Nationaldenkmal außer­ordentlich zahlreich besucht. AuS allen Gauen Deutschlands war man zusammengeströmt. Vor dem Denkmal hielt Bürgermeister Alberti von Rüdesheim die Festrede. Nach einem Rückblick auf die Krtegsjahre und deren Folgen ge­dachte der Redner der tapferen Truppen und deren Führer, sowie der Gefallenen und brachte zum Schluß ein dreimaliges Hoch auf den Kaiser aus, in das die tausendköpfige Menge be­geistert einstimmte. Am Abend fand eine bengalische Be­feuchtung deS Denkmals sowie Freudenfeuer auf den Berges- Höhen statt, welche der Rheinstrecke zwischen Rüdesheim und Bingen einen reizenden Anblick gaben.

Berlin, 29. August. Aus verschmähter' Liebe hat gestern Abend tn der zehnten Stunde der 23jährige Schloffer- geselle Schwarz seine Geliebte, die 17jährige Johanna Brunn, durch einen Revoloerschuß in die Brust getödtet und sich dann selbst durch einen zweiten Schuß entleibt. Schwarz unterhielt mit dem hübschen Mädchen seit etwa drei­viertel Jahren ein LiebeSverhältniß. Das Paar entzweite sich und die Brunn wandte sich einem Schlächtergesellen zu. Schwarz erfuhr hiervon und versuchte durch eine Unter­redung am gestrigen Abend die Brunn, die bei dem Hof- schlächtermeister F. Nietsch als Verkäuferin beschäftigt, um­zustimmen. Vor dem Laden deS Schlächtermeisters kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf Schwarz einen Revolver hervorzog und dann die oben geschilderte That vollzog.

Münster, Wests., 31. August. Die Bergleute Schädel und Strteler, die wegen deS gemeinsam an der Frau Strieler begangenen Mordes zum Tode verurtheilt worden waren, sind heute früh durch Reindel enthauptet worden.I

Der hinkende Bote. Der Bonner Männergesangverein hatte bekanntlich auf Einladung semes ProtectorS, deS Prinzen Heinrich von Preußen bet Gelegenheit der Kieler Festlichkeiten eine Sängerfahrt zu den Gestaden der Nord- und Ostsee unternommen. Ob der errungenen Triumphe waren die fröhlichen Rheinländer stets in bester Stimmung und das Ergebniß war, daß man während einer Dampferfahrt von Bremerhaven aus die dem Bachus zu Ehren geleerten Flaschen dem Neptun opferte. Eine dieser Flaschen wurde mit besonderer Sorgfalt behandelt, mit verschiedenen Besuchskarten der Sänger versehen und verkorkt. Auf einzelnen Karten versprach man dem glücklichen Finder ver­schiedene Belohnungen, z. B. einKinderbett", einKinder­kleidchen", eineMille Holzpinnen für Schuster" u. bergt Für benHähnchens" - Wirth hatte sich ein guter Freunb den Scherz erlaubt, ohne beffen Wissen auf bie betreffende Karte100 Liter Spatenbräu" als Belohnung für die Auf­findung der Flasche zu setzen. Ein Zufall wollte es nun, daß ein alter Bonner Musensohn, A. Cl., aus Nordstrand in Schleswig, der auf der Rheinischen Hochschule von 1887 bis 1889 studirte, an der Küste seiner heimathlichen Insel die Flasche fand. Er war über ihren Inhalt nicht wenig erfreut und alle Bilder der geschwundenen,alten Burschen­herrlichkeit" traten ihm plötzlich mit Macht vor die Seele, darunter auch vor Allem dasHähnchen" und der Genuß des dort gespendeten Spatenbräus. FlugS wurde dem Hähnchen - Wirth von der Auffindung der Flasche Kenntniß gegeben, um Ueberfenbung des köstlichen Gebräus gebeten und dabei auch so viel eingehendes Verständniß für die rechte Behandlung deS Stoffes an ben Tag gelegt, daß das Hähnchen" sich veranlaßt fühlte, die gewünschten 100 Liter in dem nicht minder gewünschtenrichtigen Gebinde" als­bald abzusenden. Auch die übrigen Betheiligten haben von dem Auffinden der Flasche Kenntniß erhalten und sind höflichst an die Erfüllung der verschiedenen Versprechen gemahnt worden.

Wahrend die anderen Fette Feinde des Waffers find, ist das Lanolin im Stande, große Mengen Waffer in sich aufzunehmen. Seinem Wassergehalt insbesondere verdankt es feine vorzüglichen Eigenschaften, die eS für die Hautpflege geradezu unentbehrlich gemacht haben. Wie kein anderes Fett ist eS befähigt, in die Haut einzudringen, und seitdem Professor Liebreich nachgewiesen hat, daß das Lanolin dem natürlichen Hautfett analog ist, hat dieser Körper seinen SiegeSzug durch die ganze Welt angetreten. In allen den­jenigen Fällen, wo der Haut das natürliche Fett verloren gegangen ist, wie bei HautauSschlägen und Hautunreinheiten, stellt das Lanolin gewissermassen einen Ersatz der Natur selbst bar, unb als Schönheitsmittel für Erwachsene unb Kinder wird es von allen Aerzten heute auf daS angelegent­lichste empfohlen. Man verwendet das Lanolin am besten in Form von:Lanolin-Toilette-Cream-Lanolin," eine an­genehm parfümirte Composition, welche in Tuben und Dosen in fast allen Apotheken und Drogerien zu billigen Preisen käuflich ist. Beim Einkauf desLanolin-Toilette-Cream- Lanolin" achte man wohl darauf, daß alle Packungen zur Garantie der Echtheit die Schutzmarke:Pfeilring" tragen.

DimStag ben 3. September: Rlenzt. Mittwoch den 4. Sep­tember: Obersteiger'.. Donnerstag den 5. September: Die verkaufte Braut. Freitag den 6. Septemder: Tannbäuser. SamStag den 7. Sep'ember: Der Trompeter von Säkktngen. Sonntag den 8. September: Der Troubadour. Montag den September: Napoleon, ober: Die hundert Tage.

Lpielpla« der vereinigten frankfurter Ltadttheatn

Vpernba«».

Witterungsbericht vom 1. September.

Den Norden des ErdthetiS bedeckt ein ausgedehntes DepressionS- aebiet, besten Einfluß sich bis zur deutschen Küste erstreckt Dagegen stehen Central- und Süd-Europa noch unter der H "schast hohen Druckes, welcher jedoch an Intensität verloren hat. Im Bereiche des barometrischen Maximums herrscht allenthalben heitere Witterung und zeigen die Temperaturen in ganz Süddeutschland eine beträcht­liche Zunahme.

»ora«sfi»ttich- Witterung t

Zunächst noch meist heiteres und warmes Wetter.

Verwandten, Freunden und Bekannten machen hiermit die schmerzliche Mittheilung von dem in Frankfurt a. M. erfolgten plötz­lichen Hinscheiden unserer lieben Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante

Frau Marg. Brummer

geb. Horn.

Die trauernden Hinterbliebenen.

«S»aufpteU»a«A. A

Dienstag den 3 September: Der Menonit. Mittwoch den September: Frauenkawvf. In Cioil. Donnerstag den September: CharleyS Tante. Freitag den 6 September: Fedora. Samstag den 7. September: Der Hüttenbesitzer. Sonntag den 8. September: Pastor Brose. Montag den 9. September: FortunioL Lied. Die Nürnberger Puppe.

Buhe für Ä Pfennige erhält man vor Fliegen, Schnaken, Flöhen ulw. durchDalma". Für 2 Pfennige davon tobtet alle Fliegen uiw. eines Zimmers, ber Küche ober Stallung in 3 Minuten unter Garantie. Für Menschen und Hausthiere unschäblich. Glas 30 u. 50 Pig., bazu gehöriger Patentbeutel 15 Pfa. In allen Apo­theken auf Lager. In Gießen in ber Hirfchapothe»«. 5664

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Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemeffen am 2.©eptbr., zwischen 11 unb 12 Uhr Mittag».

Master 15°^Luft" 19° im Schatten? '

Rübsamen'schc Babe- unb Schwimmanstalt.

Verkehr, Land- und Vott-wirthschaft.

Gründers,. 31. August. Fruchtpreise. Weizen X 1364, Korn X 14,62. Gerste X 12,14, Hafer X 11,26, Erbsen X 00,00, Linsen v* 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 0 00, Samen X 00,00.

16.21 ! 16.17 I

20.40 ! 20.36

4.19 ' 4.16 |

3d/d Oesterr. StaalSbahn v. 1885 92.0014% Eisenb. Rentenb. Obl.

3°/v Jt«l. staatSgar. Eisenb. 55.3015°/0 BuderuS Obl.

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t aufrld)tige LMua-uv an näß gefördert werben durch : staatlichen Irrenachalteu, ntzül lLue-MMen und A- cMuntz der ^rrenWunde : Äerzle, durch die Erhöhung rreuanstaiten zu entrichtender 1 Eiuzelsall waßgebckrn Ver- (gen, und überhaupt M bie ler durch die Natur der wie ;eren ausgehender und iigt Veränderung der Stel-v haft gegenüber ihren ®ei; r Regel einnimutt." M.New-AorkCitY,N 6 Jahre alt, ausSeligech. lt, auS WormS a. Rh./ Sieben; M* «-«' i- Mtbridi WO»,b5*

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3Vi°/o Fr-nkturter Hyp. Bi Frkf. Hyv. Crtd.-V.

4o/o DNrtlLcGrbsL^S.llnk.b.1904 105.00

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Coursbericht

Odn «E. Kurz & Co., Giessen, Kahllhofstmßt 63.

Frankfurter Börse vom 31. August 1895.

Mern

8Vb°/o Deutsche ReichSanl.

3o/o Preuß. feonsolS

3Va°/o Gr. Hesfische Obl. 40/0 Stadt Darmstadt v. 1891.

40/c, , WormS unk. b. 1901

am 2. Septbr. Mittag« 12 Uhr (Wetterhäuschen in ber Südanlage)

Barometerstand. |_______ I