Ausgabe 
3.3.1895 Erstes Blatt
 
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sehen wir Napoleon im Begriff, sich nach St. Helena eia-

zuschiffen.

Graf Mario, der die Sache des König» verrathen

die Tagung die ZahreS« evangelischen

Tagen ereilt ihn in der Sch acht bet Im letzten Acte unsere» Drama»

7. März, Vormittags 9 Uhr, gegen aus Gotha wegen Verbrechen» wider

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e ne andere Jnsurgentenschaar soll bei Luantaoano von den Spaniern völlig zersprengt worden sein.

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** Evangelischer Band. Im Anschluß an der evangel. LandeSiynode wird am 6. März Versammlung deS hessischen HauptvereinS deS Bundes in Darmstadt abgedalten.

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Grasen von Paris noch 4 Millionen von Baron Hirsch an die Boul ang ist en gezahlt worden seien.

Loudon, 1. März. AuS St. Johann (Neufundland) wird gemeldet, daß das Elend dort unbefchreibbar sei. Die Stadt Boston schickte 17,OOO Dollars Unterstützung, die Stadt Halifax 400 Kisten Proviant.

Newyork, 1. März. Hier eingelaufenen Nachrichten zu­folge ist in Havanna ein Complott gegen die Re« gierun g entdeckt worden. Es verlautet, es seien dreihundert Personen, darunter Mitglieder der angesehensten Familien, verhaftet worden.

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Andreas Klüber auS Gießen, wegen Mordversuchs und Raub. Die Anklage vertritt Eister StaatSanwalt Dr. Gänge- rich, die Denhetdigung führt Rechtsanwalt Justizrath Dr. Schwarz.

Dienstag den 5. März, Vormittags 9 Uhr, gegen August Huhn aus Baucrnheim, wegen Meineids. Die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Dr. Güng erich, die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Keller.

Mittwoch den 6. März, Vormittags 9 Uhr, gegen Hieronymus Simon aus Ruhlkirchen, wegen Verbrechens wider die Sittlichkeit. Die Anklage vertritt StaatSanwalt Zimmermann, die Vertheidigung führt RechtSanwalt

hatte und dem Kaiser gefolgt war, wird standrechtlich erschaffen. Napoleon nimmt von seinen Grenadiren er- gretsenden Abschied und betritt da» Schiff. Die Ttiel« rolle liegt in den bewährten Händen de» Hofschauspieler» Wagner, wie denn überhaupt daS Drama seilen» der Darm« ftädter Künstler eine mustergiltige Wiedergabe erfährt. Der Theaterabend stellt unS also in jeder Hinsicht einen hohe» Kunstgenuß in Aussicht.

* 22. Mittelrheiuische» Turnfest. Mit der gestern Abend erfolgten Eonstiluirung deS geschäskSführenden AuS« schuffeS, bei der Herr Beigeordneter Georgi zum 1. uud Herr Weinhändler Helm zum 2. Vorsitzenden gewählt wordea find, ist die Bildung sämmtlicher Ausschüsse, elf an der Zahl, vollendet. Den EinzelauSschüffen wurde sosort da» nöthige Material eingehändigt, damit sie ungesäumt an ihre Arbeit gehen können. Al» Feftplatz ist Oswald» Garten ta Aussicht genommen und als Festtag der 7. Juli bestimmt. Die bet den nöthigen Vorbereitungen und der Bildung der AuSschüffe aezeigre rege Theilnahme, sowie die allgemeine Bereitwilligkeit zur ferneren Mitarbeit bieten die freudige Gewißheit, daß in unserer stet» bewährten, gastfreundliche» Feststadt Gießen der turnerische Geist noch ungeschwächt sich erhalten hat, und daß unsere sehr zahlreich zu erwartende» Gäste eine Aufnahme finden werden, wie sie Festgäfte i» Gießen stet» zu finden gewohnt find. Wenn die beiden hie­sigen Turnvereine bei Uebernahme deS Feste» aus dem Krei»- Turntag in Bingen, in Anbetracht der rlesigea Anforde­rungen, die heute an den Festort gestellt werden, mit einer gewissen Bangigkeit in die Zukunst schauten, so ist diese nun gänzlich geschwunden. Die ganze Bewohnerschaft steht hinter ihnen und auf die weitgehendste Unterstützung dcS Stadt« Vorstände», die schon vor Uebernahme de» Feste» aus Nach­suchen in Aussicht gestellt worden ist, kann mit Bestimmtheit gerechnet werden. Darum srisch, froh, fromm und frei an» Werk. Segen ist der Mühe Preis. Gut Heil!

Umsturzvorlage nab Antrag Katutz werden u. A. Gegenstand der morgen Sonntag in Grünberg stattfinde» den zwanglosen Besprechung de» Ausschüsse» der freisinnige» Volkspartei für die Provinz Oberhessen jein.

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W.B. Berlin, 2. März. Die Morgenblätter melden: Bei dem gestrigen Bismarck-Commers der Studenten­schaft hielt der Reichskanzler eine Ansprache- er freue sich mit den Studenten, den Mann zu feiern, in dem er nicht allein den größten Staatsmann, sondern auch seinen Freund verehre. (Brausender Beifall.) Möchten die Studenten den patriotischen Geist bewahren, der den Studenten Deutsch­lands traditionell, möchten sie bewahren die Treue gegen Kaiser und Reich und sich frohen, muthigen Sinn, möchten sie festhalten an der idealen Weltauffassung, ohne welche das Leben werthloS sei. Er trinke auf das Wohl der akademischen Jugend. (Donnernder Beisall.) Generaloberst von Los hob die Solidarität des OsfiziercorpS mit der Studenten­schaft hervor.

sammlunge» statt, welche gut besucht waren. In denselben wurde über da» Thema gesprochen:Die Tabaksteuer oder 40,000 Menschen brodlos." Seiten» der Referenten wurden die üblichen socialen Wirkungen der Tabakfabrikatsteuer er­läutert und eS wurden gleichlautende Resolutionen ange­nommen, in welchen in Erwägung der infolge deS Consum« Rückganges zu befürchtenden Lohnreductrung der Tabak- arbeiter und in Erwägung, daß bei dem Inkrafttreten de» Gesetzes 40,000 Menschen brodloS würden, der Reichstag gebeten wird, die Vorlage entschieden abzulehnen.

Berlin, 1. März, lieber da» Vermögen derUrania* (Uhren- und Säulen-Commauditgesellschaft) ist der ConcurS eröffnet worden.

Schmalkalden, 1. März. DaS bisherige Resultat der Reich»tagS-Ersatzwahl Eschwege -.Schmalkalden ist folgendes: PeterS (nl.) 3167, Stengel (fr. VolkSp.) 3438, J»kr aut (Antis.) 3742, Huhn (Soc.)5497 Stimmen. Somit muß eine Stichwahl zwischen dem Socialisten Huhn und dem Antisemiten Jskraut stattfinden.

Wien, 1. März. Fürst Richard Metternich, der ehemalige österreichische Botschafter in Paris, ist heute Morgen 3 Uhr an einem Schlaganfall gestorben.

Triest, 1. März. Gestern Abend wurde hier ein kurzes

Neueste Nachrichten.

Wolff» telegraphische» Correspondenz-Bureau.

Berlin, 1. März. Auf dem gelegentlich der Feier de» zehnjährigen Jahrestages der Verleihung de» kaiserlichen Schutzbriefes an die Deusch-Ostafrtkanische Gesell­schaft Seitens der letzteren veranstalteten Festmahle wurde an den Kaiser ein Telegramm abgesanöt, worin der ehrfurchts­volle Dank und unwandelbare Treue der Gesellschaft auS« gedrückt wurde. Darauf ist eine Antwort eingegangen, nach welcher der Kaiser für den HuldtgungSgruß und die treue Gesinnung seinen Dank aussprach.

Wien, 1. März. Die hier anwesenden preußischen Offiziere wohnten heute in der Franz Joseph Kaserne einer Hebung der bosnischen Bataillone bei und sprachen sich anerkennend über die Strammheit dieser Truppe aus.

London, 1. März. Nach einem dem Reuter'schen Bureau auS Mexiko zugegangenen Telegramm entgleiste gestern bei Temamalta ein Zug der interoceanischen Eisenbahn. Der Zug war von Pilgern, welche nach Mexiko reisten, dicht besetzt. ES sollen 104 Personen getödtet und 85 verletzt worden sein.

Glasgow, 1. März. DaS Royal-Theater ist heute Nachmittag abgebrannt. Der Schaden beträgt 40000 Pfund Sterl.

Hiroshima, 1. März. Nach dem amtlichen Berichte des Marschalls Oyama vom 27. v. M. wurden die Chinesen am 24. v. M. Vormittags in der Nähe von Tafingshan ge­schlagen. Nachmittags griffen 13000 Chinesen Haitsching an, wurden aber zurückgeworfen und zogen sich in der Richtung auf Uinkao zurück. Die Japaner hatten 20 Tobte und 250 Verwundete, die Chinesen 200 Tobte- die Zahl der Verwundeten ist unbekannt.

CocaXts und ^provinzielles.

Vietze«, ben 2. März 1895

** Verzeichnitz der Sitzungen des Schwurgerichts pro Quartal 1895:

Montag den 4. März, Vormittags 9 Uhr, gegen

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** Huldiguugßfahrl zum Fürsten Bißmarck. Fahrpreis- Ermahigung. Wir erhalten vom AuSsch ß der deutschen Studentenichast folgende Nachricht: AuS Anlaß der Eingabe vom 22. Januar ist daS Reich» Eisenbahnamt wegen Ge­währung der erbetenen Fahrpreisermäßigung für die geplante Huldigungssahrt nach FriedrichSruh, da in erster Linie preu­ßische Eiienbahnstrecken in Betracht kommen, zunächst mit dem Königlich preußischen Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten inS Benehmen getreten. Wie dieser mitgetheilt hat,

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Erdbeben verspürt.

Rom, 1. März. Dem Admiral Accini wurde Geschwaderführung nach der Ostsee übertragen.

Pari», 1. März.Estafette* theilt mit, daß außer 3 Millionen der Herzogin von UzeS und den 4 Millionen

werden auf Grund Allerhöchster Ermächtigung oom 18. v. M. die Lönigl. Eisenbahndirectionen und die preußischen Privat­bahnverwaltungen veranlaßt werden, den Tdetlnehmern an der HuldigungSsahrf, die sich durch ihre Studentenkarte an»« weisen, in der Zeit vom 31. März bi» 3 April d. I. eine Fahrpreisermäßigung in der Weise zu ge­währen, daß für die Reife von ihrem Wohnorte nach Ham­burg und zurück bei Benutzung der dritten Wagenklaffe aller Züge der MilitärsahrpreiS und bei Benutzung einer höheren Waqenklaffe für Hin und Rückfahrt der Preis der ein­fachen Fahrkarte erhoben wird. Wegen Bewilligung ent­sprechender Fahrpreisermäßigungen auch auf den übrigen deutschen Eisenbahnen bat sich da» Reichö-Eisenbahnamt nun­mehr mit den beteiligten Bundr»reg'erungen in Verbindung gesetzt und behält sich in dieser Beziehung weitere Mit« theilung vor.

Theaterverein. Die Reihe der diesjährigen Vor­stellungen würdig zu beschließen, hat der Theaterverein am 7. März daS Darmstädter Hosthearer entboten. Zur Dar­stellung gelangt daS bretactige DramaWehe den Besiegten" von Richard Voß. Richard Boß zählt Heuer zu den fruchtbarsten deutschen Schriftstillem. Obgleich sich seine dichtert'che Eigenart und Begabung auf dem Gebiet der Novelle am glänzendsten manifeftiren, so muß ihm dennoch auch unter den dramatischen Dichtern der Gegenwart ein Ehrenplatz eingeräumt werden. Al» vor Jahren seineAlexandra" mit großem Erfolge über die deulschen Bühnen gegangen war, ließ der Dichter in rascher Folge Drama um Drama folgen. Wenn der Mehrzahl derselben nur ein kurze» Bühneudasein vergönnt war, so lag das in der Hauptsache wohl daran, daß ein schwere» Nerven­leiden die Schwingen de» Dichters gelähmt und seine Schaffens­kraft vermindert hatte. Das Drama, welches die Darm­städter Künstler unS demnächst vorführen, stammt aus einer der glücklichsten Perioden des Dichters. Im Mittelpunkt de» Stücke» steht Napoleon Bonaparte. Während Victorien Sardou sich in seinerMadame SanS-G^ne* im leichten Plauderton mit Napoleon abfindet, versucht Richard voß in markigen Strichen die Gestalt des großen (Sorten zu zeichnen. Wir lagenversucht", weil ein lebenswahre» Charakterbild Napoleons im knapp bemeffenen Rahmen eine» Theaterabend» erschöpfend nicht gezeigt werden kann. Richard Voß hat eine interessante Episode au» dem Leben Napoleon» dramatisirt. Der Kaiser landet von Elba auf einer Felseninsel im Golf von Juan. D'e verwittwete Gräfin von Saint Aubonne nimmt den Zurück­kehrenden gastlich in ihrem Schlöffe auf. In jungen Jahren hat sie qii der Seite eine» ungeliebten Gatten einsam ihre Tage auf dem Edelsitze der AubonneS vertrauert. Da führt sie der Zufall mit dem General Bonaparte zusammen. Dem rasch geschloffenen Liebesbunde entstammt ein Sohn, der für den rechtmäßigen Erben de» verstorbenen Grafen gilt. Zn Beginn der Handlung betritt der junge Graf Mario, Legitimist und Offizier deS Königs von Frankreich, da» Schloß seiner Mutter, in der geheimen Absicht, den verhaßten Napoleon, dessen Ankunft von Elba fignaltsirt ist, zu ermorben. Die Gräfin durchschaut den Mordplan ihre» Sohne», kann e» aber nicht verhindern, daß Napoleon und Graf Mario einander begegnen. Napoleon erkennt die Geliebte wieder und erfährt, daß Mario sein Sohn ist. In stiller Nacht dringt der junge Graf, mit der Pistole in der Hand, in da» Sch'afgemach Napoleon». Dieser entwaffnet den jungen Schwärmer kaltblütig und wandelt in der darauf folgenden großen, prachtvollen Scene den wüthenden Feind zu seinem glühenden Verehrer. Dem Kaiser fällt Frankreich auf» Neue zu, er stampft Armeen au» dem Boden und bedroht da» zitternde

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die Sittlichkeit. Die Anklage vertritt StaatSanwalt Koch, die Vertheidigung führt RechtSanwalt Wetdtg.

Freitag den 8. und SamStag den 9. März, jedeSmal Vormittags 9 Uhr, gegen Johannes Raab I. aus Trais- Horloff, wegen Meineids. Die Anklage vertritt Staats- anwalt Koch, die Vertheidigung führt RechtSanwalt Dr. Rofenb erg.

Montag den 11. März, Vormittags 9 Uhr, gegen Wilhelm Zimmer aus Nieder Eschbach und Hilarius Wiegand, ersterer wegen Meineids, letzterer wegen Ver­leitung dazu. Die Anklage vertritt StaatSanwalt Koch, die Vertheidigung führt für Zimmer RechtSanwalt Holzapfel, für Wiegand RechtSanwalt Dr. Stetn.

DienStag den 12. März, Vormittags 9 Uhr, gegen Wilhelm Roth auS Leusel, wegen Meineids. Die An­klage vertritt StaatSanwalt Zimmermann, die Verthei» digung führt Rechtsanwalt Justizrath Dr. Re atz.

** Die fünfte ordentliche evangelische LandeSsyvode hält ihre dritte Sitzung am 5. März 1895, Vormittag» 10 Uhr, mit folgender Tagesordnung ab: 1. Verpflichtung neu ein­tretender Mitglieder. 2. Verkündigung neuer Einläuse. 3. Berathung und Beschlußsaffung über: die im Dekanate Büdingen stattgehabte Neuwahl tineß geistlichen Abgeordneten, sowie den dringlichen Antrag deS Abgeordneten Wahl (Schlitz) und Genossen, betreffend die Wahl zur fünften Landessynode im Dekanate Büdingen. 4. BerichjSanzeigen. 5. Berathung über: 1) die Vorlage Großherzogl? OberconsistoriumS, den Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben des evangelischen Centralkirchenfonds für die Jahre 1895/1900 betreffend - 2) die Vorlage Großherzogl. OberconsistoriumS, den Gesetz­entwurf, die Abänderung deS Art. 99 der Kirchenverfassung und den § 3 der Geschäftsordnung für die Landessynode be­treffend. Die Sitzungen werden voraussichtlich eine Woche in Anspruch nehmen.

Depeschen de» BureauHerold".

Berlin, 1. März. Die Umsturz- Commission deS Reichstags setzte heute die Berathung deS § 130 fort. Abg. Spahn (Centr.) ersuchte die Regierung um Vor­legung deö Materials zu § 130. Dagegen bemerkt Geheime« rath Seidenspinner, das sei kaum nothwendig, da eS allgemein bekannt wäre, welche schlimme Angriffe die Presse oft aus Monarchie, Religion, Ehe und Eigenthum unternommen habe. Der Paragraph sei au» einem längst empfundenen Bedürfniß hervorgegangen. Zum Beleg hierfür führt Redner auS anarchistischen Zeitschriften, Flugblättern rc. einzelne Beispiele an. Abg. Bebel prottstirt gegen solche Beweise auS Blättern, welche im Auslande erscheinen. Beschimpfende Aeußerungen gegen Religion, Monarchie, Ehe u. s. w. biete unsere Literatur im reichsten Maße und werden durch hoch­geachtete Namen vertreten. Den Socialdemokraten liegt eS fern, die Religion als Schwindel ober Erfindung zu be­zeichnen. Redner führt Fälle an au» ben Werken Hoffmann von Fallersleben u. A., welche scharfe Ausfälle gegen Monarchie, Ehe, GotteSglauben enthalten. Auch die con- fervative Prtffe enthalte in jüngster Zeit Drohungen und Hinweise auf daS Schwinden der monarchischen Gesinnung, was viel gefährlicher wirken müsse al» eine gelegentliche be« schimpfende Aeußerung. Nach kurzen Erklärungen von HammerftetnS (cons.) führt EnnecceruS (natl.) aus, daß Dr. Hänel schon 1878 diesbezügliche scharfe Strafbestimm­ungen vorgeschlagen habe. § 130 sei nothwendig unter Vor- «ahme einiger Aendcrungen der Regierungsvorlage. Abg. Dr. Barth (frs. Der.) hat von Dr. Hänel eine Zuschrift erhalten, worin dieser die gegenwärtige Vorlage für un­annehmbar hält. Nachdem sich Bebel nochmals gegen daS Gesetz ausgesprochen, wird die Weiterberathung auf morgen vertagt.

Berlin, 1. März. In der Wa hl Prüfung S-Com­mission deS Reichstag» wurden heute die Mandate der Abgeordneten v. Manteusfel und Saurma von der Jeltsch für giltig erklärt.

Berlin, 1. März. DerRetchSanzeiger" veröffentlicht heute die Namen derjenigen Herren, welche eingeladen worden find, an den Berathungen des StaatSrathS theil- zunehmen. Unter denselben befinden sich die Reichstag»« abgeordneten Graf von Dönhoff - Friedrichstein, Graf zu Inn- und Knhphausen, Graf Kanitz, v. Kardorff, Graf Hol­stein, Graf von Mirbach, ferner der ehemalige Reichsschatz« secretär Freiherr von Maltzan, Commerzienrath Frentzel, RcichSbankpräfident Dr. Koch und der Kaufmann Simon Moritz Ponfick Frankfurt a. M.

©nlln, 1. März.. In dem Befinden deS Admiral» Freiherrn von der Goltz ist von gestern zu heute eine leichte Besserung eingetreten, doch steht die Krifi» noch Immer aus.

Berlin, 1. März. Im preußischen Landtage sand heute die Fortsetzung der Berathung deS CultuS« tat» statt.

verN«, 1. März. Gestern Abend fanden in verschiedenen Stadtthetlen tnSgesammt acht social demokratische vcr-