Ausgabe 
2.11.1895 Erstes Blatt
 
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18SS

Samstag den 2. November

Erste? Blatt

Mr. 258

Amts- unb Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren.

Hralisöeitage: Gießener Kamitienötätter.

40. Schleuke, Karl,

Amtliehev Theil

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28.

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All- Annoncen-Bureaux de« In- und Auslandes nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

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Gießen-Hardthof Gießen Braunfels Hungen

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24. Möser, Heinrich Wittwe,

25. Müller, Gustav,

26. Müller, Karl,

Burk, Ferdinand Wittwe Euler, Andreas, Gail, Wilhelm,

Gießen

Sich Gießen

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Wohnort Gießen

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Lollar Gießen

ff Laubach Wiesbaden Gießen

Winnerod.

Friedelhaufen

Darmstadt

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Ord.. «r.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» lohenden Tag erscheinendm Nummer bi» Dorm. 10 Uhr.

46. SolmS-Laubach, Graf zu,

47. Walderndorff, Graf zu,

48. Wafserfchleben, Erich,

49. Will, Heinrich, Dr. Prof., Wittwe,

50. Zimmer, Georg Karl,

1. Actienbrauerei Gießen

2. Adami, Heinrich

3. ASprtou, Eugen,

4. Btchler, Georg,

5. Bücking, Ludwig,

6. BuderuS'sche Eisenwerke,

32. PaScoe, Samuel,

33. Reiber, Wilhelm, Firma,

34. Riegel, Franz, Geh. Rath, Professor,

35. Röhrle, Gebr., Firma,

86. v. Rosenberg, Johann, Oberst,

37. Schaffstaedt, Heinrich II.,

38. Scheid, Louis,

39. Schirmer, Heinrich,

Adalbert Nachlaßverwalrung, v. Nordeck zur Rabenau, Freiherr

Karl Wittwe,

v. Nordeck zur Rabenau, Gesammtfamilie, v. Nordeck zur Rabenau, Freiherr

Karl Ferdinand,

Heute Vormittag um 11 Uhr begab sich'Bourgeois zu Faure, um über feine Unter-

Verzeichnis

der 50 Höchftbesteuerteu des Kreises Gieße«.

vierteljähriger >6t>*ac*tnbprrt»l 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg.

Siebaction, Expedition und Druckerei:

Kch»tstraße Zlr.7.

Fernsprecher 51.

Der Krieg von 1870|71,

gefdjUbert durch Ausschnitte aus Seitung*^^

2. November.

Das Neueste in der Politik ist kurz Folgendes: Paris wird noch nicht bombardirt, im deutschen Hauptquartier wird mit ThierS eifrig über Waffenstillstand verhandelt. Paris hat nur noch für 12 Tage Fletsch. Gambetta und Genoffen wollen den Kampf fortsetzen. Kaiserin Eugente hat den Kaiser in Wtlhelmshöhe tief der- schleierr besucht und ist auch tief verschleiert wieder abgereist.

Mit der Bevölkerung in Metz schien sich Bazaine stark verfeindet zu haben. Fast allenthalben herrscht die Ansicht, daß Bazaine, ehe die Mehrzahl seiner Eavallerte- und Artilleriepserde geschlachtet waren, sehr leicht einen erfolg­reichen Ausfall hätte machen können, sodaß der Mangel an Entschlossenheit einemComplott" mit der Regentschaft zuzu­schreiben sei. In der Stadt und selbst im Lager wurde Bazaine während der Einschließung nur selten gesehen, und in den Lazarethen niemals. Schließlich so sazt mau durste er sich aus Furcht ermordet zu werden, vor seinen eigenen Soldaten nicht mehr zeigen. Zweifelsohne ist es der schrecklich lässigen D'Sciplin zuzuschretben, daddle Ueber- gäbe zu einer Zeit stattfand, wo noch Mundvorräthe für eine ganze Woche da waren. Während der Stab geradezu praßte, fand man am Morgen des 29. fünf vor Hunger gestorbene Soldaten in Montigvy, und am nämlichen Tage wurde der ganzen Armee Proviant für 4 Tage auSgetheilt, nachdem sie zwei Tage voher nichts zu effen gehabt hatte. Anfangs fütterte der Generalstab feine Pferde nur mit Brod, und wären die Borräihe Anfangs vernünftiger gehandhabt worden, so hätte die Festung noch einen Monat länger auS- I halten können. In der Stadt allein find während der Be- lagerung 35 000 Menschen gestorben, meist aus Mangel an ordentlicher Pflege. AlS die Uebergabe bekannt wurde, war die Bevölkerung wütheud. Die Nationalgarden weigerten sich, die Waffen zu strecken, ein Dragoner -Capitän ritt am 27. an der Spitze einer kleinen Truppe durch die Stadt, welche geschworen hatte, eher sterben als sich ergeben zu wollen, und ein Frauenzimmer, welches überall die Marseillaise sang, rief grenzenlose Aufregung hervor. Die Thore der Kathedrale wurden gesprengt, die Sturm- und '^egräbntß- glocken die ganze Nacht über geläutet, und als der Com- wandant der Festung, General CossintsreS, erschien, um die Leute zu beruhigen, wurden drei Ptstolenschüffe auf ihn abgefeuert. Schließlich gelang eS ihm, die Straßen durch zwei Lintenregimenrer zu säubern. Als man dann aber am anderen Morgen hörte, daß 1000 Waggons in EourcelleS I bereit ständen, um der Stadt Lebensmittel zu bringen, und | als die ganze Belagerungsarmee ihre Brodporttonen frei-

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41. Seipp, Wilhelm, Bauunternehmer

42. SolmS-BrauufelS, Fürst zu,

43. Hermann, Prinz

44. SolmS'HohenfolmS-Lich, Fürst zu

45. Ludwig, Prinz zu

bracht sei.

Kolo, 31. October. Der hiesigen socialistischeuRhein. Ztg." zufolge wurde ein Mann, welcher eine vtertäg'ge Haft- strafe zu verbüßen hatte, auf dem hiesigen Depot zu Tode mißhandelt. Der Ehefrau desselben war mitgetheilt worden, daß ihr Mann sich schwer erkrankt im Hospital be­finde. AlS die Frau dorthin eilte, fand sie ihren Mann bereits tobt im Leichenhause vor. Die von der Staats­anwaltschaft angestrengte Untersuchung ergab, daß der Mann infolge erlittener Mißhandlungen tobt aufgefunden worden toa?, worauf daS Begräbniß inhibirt und die Leiche in daS TodtenhauS zurückgeschafft wurde. Die strengste Untersuchung ist ringeleitet worden. Der Borsall erregt berechtigtes aU^C®et|enftl8, 31. October. In der GrubePaul" bei

Niger, fflr

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Der chitßener Anzeiger erscheint täglich, .mit Ausnahme deS MontagS.

Die Gießener D.mitt-nStLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

Handlungen zu berichten.

Pari«, 31. October. Bourgeois legte um Mitter­nacht dem Präsidenten die neue Ministerliste vor.

Georgi, Ludwig,

GrooS, Karl, Dr. Professor, Großherzogliches HauS (Familieueigenthum), Heichelheim, Siegmund, Heyligenstaedt, LoutS und Firma,

Heß, August,

Hess. Rhein. Bergbauveretn, Homberger, Gebr. und Söhne, Jhrtng, Joh. Heinrich, «ltngspor, Karl,

20. Koch, Konrad VI.,

21. Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft, 22. Königreich Preußen (Eisenbahufi-kuS), 23. Mettenheimer, Adolf, Dr.,

27. Roll, I. B., Firma, v. Nordeck zur Rabenau, Freiherr

Gießener Anzeiger

Keneral-Mzeiger.

Theissen fand heute Morgen eine Kessel-Explosion statt. Ein Obersteiger wurde getödtet, zwei Hetzer schwer ver­wundet.

Karttruhe, 31. October. Der Landtag wurde auf den 12. November einberufen. Zum Präsidenten der ersten Kammer wurde Prinz Wilhelm, Bruder des Großherzogs, ernannt, ferner zum 1. Dicepräsidenten Frhr. v. Bodmanu, zum 2. V'cepräsidenten Comwerzienrath Diffentz.

Schwäbisch-Gmünd, 31. October. Bei einer Kessel- Explosion auf dem städtischen Wasserwerk wurden gestern ein Ingenieur, zwei Heizer und ein Schmied getödtet. Ein Monteur und zwei Heizer wurden schwer verletzt, zwei weitere

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Bekanntmachung, betreffend Wahlen zum Kreistag des Kreises Gießen durch die 50 Höchstbesteuerten des Kreises.

Bon den im Jahre 1889 (bez. 1890) für die Dauer von 6 Jahren durch die 50 Höchstbesteuerten deS Kreises gewählten Mitgliedern deS Kreistages haben mit Ablauf deS Jahres 1895 auf Grund des Art. 26 der Kreis- und Pro- Vinzial-Ordnung auSzuscheiden die Herren:

Gutspachter von Oven zu Hungen, Forstmeister Thal er zu Gießen, Geh. Hofrath Prof. Dr. Streng daselbst, Rentner August Heß daselbst.

Außerdem scheidet auS der im Jahre 1895 verstorbene Herr Georg Buderus zu Lollar.

Für diese fünf auSschetdenden bez. auSgeschtedenen Mit- glieder haben Ersatzwahlen durch die 50 Höchstbesteuerten deS

Deutsch«, deS Bure»» .Herold-.

Berlin, 31. October. DerNordd. Allgem. Ztg." zu­folge wird der Entwurf des Börsengesetzes dem Reichstage fosort bei der Eröffnung der Sesfion zugehen.

Berlin, 31. October. Der König von Portugal wird morgen Abend 6 Uhr 15 Mtn. mit Sonderzug auf der Wildparkstation etntreffen und vom Kaiser unter Ent­faltung aller militärischen Ehrenbezeugungen empfangen werden. Der König nimmt im neuen Palais Wohnung.

Berlin, 31. October. Bor der ersten Strafkammer des Landgerichts II hatte sich heute der focialistifche Reichstags- abgeordnete Schultze-KönigSberg wegen Aufreizung und Verächtlichmachung von StaatSeinrichtungeu zu verantworten. Derselbe soll am 30. Januar dS. IS. in Köpenick in einer Rede gegen die Umsturzvorlage nach Aussage der Polizei- dtener geäußert haben, die Arbeiter wüßten sich ihre Rechte mit dem Schwerte in der Hand erkämpfen. Ferner soll er der Polizei zugemuthet haben, daß sie den Anarchisten Geld gebe, damit sich diese Dynamit für Attentate beschaffen könnten. Der Angeklagte bestreitet entschieden, dies gesagt zu haben, mit der Motivirung, daß er sich in diesem Falle in seiner Stellung in der Partei unmöglich gemacht hätte. Die Polizeibeamten dagegen behaupten, daß die in der An- klage stehende Bemerkung von dem Angeklagten gethan worden sei, während zwölf Entlastungszeugen bekunden, daß der An- geklagte gerade daS Gegentheil gesagt habe. Der Staats­anwalt hält die Anklage aufrecht und beantragt ein Jahr

Leihgestern (Neuhof) Gefängniß. Der Gerichtshof dagegen spricht den Angeklagten

Gießen frei, da der Beweis der straffälligen Aeußerungen nicht er-

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Kreises stattzufinden.

Unter Bezugnahme aus Art. 21 der Kreis- und Pro- vinzial-Ordnung wird nachstehendes Berzeichniß der persönlich oder durch Stellvertreter zur Theilnahme an der Wahl der 50 Höchstbesteuerten des Kreises Gießen Berufenen unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der mit dem geringsten Steuerbetrag Ausgenommene ein Communalsteuer- capttal von 2569,5 Mk. besitzt.

Anträge auf Berichtigung dieses Verzeichnisses find Vinnen , o-, . - R/Q_ , ,

zubringen. 1 München, 31. October. Der Prinzregent hat denjenigen

G^ßen, de« 26.^ October 189 . Fahnen und Standart - - , die bet der Armee, besonders

Der KreiSauSfchuß des KreifeS Gießen. während des Feldzuges 1870/71, in Schlachten und Gefechten,

T ©aflctn I bezw. bei Belagerungen geführt worden find, das Band der

ihjoflnu. ^esen Krieg gestifteten Denkmünze verliehen und verfügt,

daß aus dieses Band die Namen der in Betracht kommenden kriegerischen Vorfälle angebracht werden.

Ztettefte I Süffel ^1. October. Die Save und Kulpa find unauS-

Wolffs telegraphisches Lorrespondmz-Bureau. gesetzt im Steigen begriffen. Militär und Arbeiter find

11 Dctnber Die Nordd. Allgem. Ztg." meldet: an der Befestigung der Dämme thätig. Die Bewohner der Der KaUer fuhr gestern Abend 10 Uhr nach der Rückkehr unteren Stadt haben sich auf Verfügung der Polize au aus Groß Lichterfelde beim Reichskanzler Fürsten Hohen- quartiren müss-n. Qklärte gestern Abend

sx aKÄass Btrlin 31 Dct'ober DI-Post" »«nimmt: Jrn daß d-r Eintritt von nllzn radicalrn Elementen die Be-

die der Etat für 1895/96 bereits enthielt, die aber abgelehnt in Ausficht stehenden KrtegSmiuister Lavgnau e«ra j

Poft" bestätigt, daß von bedeutenden Neuforderungen der | Bo iSdeffre abdanken. - - - rn.. « OAC/O7 ».l«« «J.So 4Ft, Dik HllUpt-