Unterverbände der gestrigen Versammlung ferngeblieben seien, gab Veranlassung zu längerer Debatte, auS der erwähnt werden mag, daß eine derartige Beschränkung lebhaft bedauert wurde, zumal die Theilnahme am Verbände lediglich zum Nutzen der Kaffenmitglieder und Kaffenverwaltungen diene. Es wurde beschlossen, beim ReichSamt des Innern bezw. den einzelnen Ministerien um Aufhebung des Erlasses zu bitten event. beim Reichstag eine entsprechende Gesetzesbestimmung anzustreben. Don einer Eingabe des DerbandeS der Der- waltungSbeamten der Ortskrankenkassen und BerufSgenossen« schäften Deutschlands über die Bestrebungen des genannten BerbandeS wurde Kenntrnß genommen. Die GeschäftSleitung des EentralverbandeS wurde auf die nächsten drei Jahre der Ortskrankenkasse Leipzig übertragen, während zum nächsten Versammlungsort Dresden gewählt wurde. Mehrfache von Ortskrankenkassen eingebrachte, daS KrankeuversicherungSgesetz betreffende Anträge kamen zwar zur Besprechung, wurden aber für die nächste Versammlung zurückgeftellt.
Wien. 30. September. Heute Vormittag traf der König von Sachsen hier ein und wurde vom Kaiser Franz Josef am Bahnhofe empfangen.
Wien, 30. September. Die „Pol. Corresp." demenrirt die Blättermeldung von einer demnächst erscheinenden neuen Militäradjustirung.
Budapest. 30. September. Gestern, also am letzten Sonntage vor Inkrafttreten des Gesetzes über die Civilehe, wurde von allen Kanzeln Ungarns der Hirtenbrief der v> garischen Bischöfe verlesen. Zugleich fanden über 300 kirch- 1'iSe Trauungen statt, denen heute wettere tausend nachfolgen. Allen Brautpaaren wurde Dispens vom Aufgebot gewährt.
Rom. 30. September. Katholischen Blättern zufolge ist die Regierung entschloffen, die Drohungen CriSpiS zu verwirklichen. Der Bischof von Mailand hat vom Mi- ' ister einen energischen Verweis erhalten, weil er in einer Versammlung von hundert Bischöfen erklärte, das unantastbare Rom sei das päpstliche.
Rom, 30. September. Gestern hatte eine Deputation k italischer Journalisten unter Führung deS Advokaten Skala, des Directors der „Regale", beim Papste Audienz. Skala überreichte dem Papste einen PeterSpfennig im Betrage von 15 000 Frcs. Als hierauf ein Redacteur deffelben Blattes den Segen deS Papstes für die liberalen Journalisten erbat, verweigerte der Papst dieses Ansinnen.
Brüffel, 30. September. Gestern haben hier imposante Feierlichkeiten ftattgefunden, um daS Wiedererstehen der H lfenstadt Brügge zu feiern. Abgeordnete, Senatoren, Minister und zahlreiches Publikum wohnten der Feier bei. 'tud) wurde ein Denkmal enthüllt, welches dieses Wiedererstehen symbolisirt. Abends fand großer Umzug und Banket statt.
Paris, 30. September. Die Wittwe Pasteurs ist von der Regierung benachrichtigt worben, daß daS Begräbnih 'hreS Gemahls ein nationales sein und deshalb auf Staatskosten stattfinden werde. Voraussichtlich erfolgt die Beerdigung Mittwoch oder Donnerstag.
Paris, 30. September. DaS „Journal" meldet auS Berlin, Kaiser Wilhelm habe ein lebhaftes Jntereffe für die Bewegungen auf MadagaScar. Zwei deutsche Offiziere sollen der Meldung zufolge auf MadagaScar sich aufhalten, um die Tactik der Truppen genau zu verfolgen. Sie hätten den Auftrag, fortlaufend Bericht zu erstatten und zwar an den General Hahnke.
London, 30. September. Die Blätter sagen, der Tod Pasteurs sei nicht nur ein Verlust für Frankreich, sondern für die ganze Menschheit.
London, 30. September. Den „Times" geht aus Capstadt eine Meldung zu, wonach sich die BoerS zu einem heftigen Kampfe gegen die Engländer rüsten, weil dieselben im Zululande immer weiter Vordringen. — Wie es weiter in der Meldung heißt, hat Präsident Krüger bedeutende Waffenbestellungen in Deutschland gemacht.
Gießen, den 1. October ISS5
* • Die offizielle PrämiiruugSliste der landwirthschastlichen Ausstellung liegt der heurigen Nummer deS „Gießener Anzeiger" bei.
* * Die Postschalter werden von heute ab erst um 8 Uhr Morgen- geöffnet.
* * B. Stenographisches. Der GabelSberger Stenographen-Verein eröffnet Donnerstag den 3. October, Abends Uhr, in der Aula der Universität einen Unter- richtscurS für Anfänger in der practifchen, vorzüglich bewährten und deßhalb der weitesten Verbreitung und vielseitigsten Anwendung sich erfreuenden Gabelsberger'schen Stenographie. Wir wollen nicht Unterlasten, Jnterestenten nochmals auf die gebotene Gelegenheit zur gründlichen Aneignung der Kurzschrift, die von allen vielschreibenden Berufs- klasten heute nicht mehr entbehrt werden kann, ganz besonders aufmerksam zu machen. Theilnehmerkarten k 6 Mk. sind in der Ferber'schen Univ.-Buchhandlung erhältlich.
** Bon der AosstellungSlotterie. Wie schwer es mit' unter hält, die glücklichen Gewinner irgend welcher werthvollen Gegenstände zu ermitteln, hat sich auch bei der hiesigen AuSsiellungSlotterie gezeigt. Außer einer Anzahl Maschinen, Geräthen und kleinen Gegenständen harrt auch noch der Empfangnahme der zweite Hauptgewinn, bestehend auS 6 Stück prachtvollen Vogelsberger Kühen und Rindern, ferner zwei trächtige Rinder, verschiedene Stämme Gänse, Enten und Hühner. Laut BerloosungSbedingungen werden die Thiere am nächsten Donnerstag Nachmittags 2 Uhr ver- steigert, und der Erlös dafür nach weitere» 3 Wochen dem AuSstellungSunteruehmcn überwiesen, wenn er nicht inzwischen von den Gewinnern in Empfang genommen wird. Auch die anderen nicht abgeholten Gegenstände verfallen 4 Wochen nach der Ziehung.
**S. Bei den letzthin verstossenen Festtagen dahier bot sich wieder einmal Gelegenheit, die enormen Fortschritte, welche die Technik in ihren vielen Zweigen stetig macht, bewundern zu können. Abgesehen von den vielen Verbesserungen, die man an den verschiedensten landwirth'chast- lichen Maschinen und HülfSwerkzeugen gewahrte, trat diesmal wieder daS jüngste Erzrugniß unseres technischen Zeitalters ganz besonders hervor. Die« war die electrische Beleuchtung. Je nach den örtlichen Verhältnissen, muß eine solche Lichtanlage mehr oder weniger gegen äußere Einslüffe geschützt sein, gerade so wie auch in Bezug aus die oft feuergefährliche Umgebung ganz besonders Rücksicht genommen werden muß. Auch diesmal wurde die Ausführung der Anlage, die 22 Bogenlampen und ca. 85 Glühlampen umfaßte, der bewährten Firma C. Buchner in Wiesbaden übertragen, welch: wiederum bewiesen hat, daß sie als Spreialfirma ersten Ranges für electrische Beleuchtung dasteht. Nicht nur die einfache Handhabung und absolute Feuerficherheit der elecirischen Beleuchtung in den Stallungen und den Hallen (in den ersteren waren die Lampen nochmals staub- und wasserdicht in GlaS eingeschlosten) zeigten eine große Erfahrung auf dem Gebiete deS Beleuchtungswesens, sondern auch die außerordentlich günstige Lichtvcrtheilung außerhalb der Gebäude, nebst der beständig ihre Farben wechselnden Grotte deS Herrn Gabriel boten em hochinteressantes Bild. Die Gleichmäßigkeit und Ruhe der Lichter ließen auch nichts zu wünschen übrig, und die von Herrn H e n n in ger L Cie. auS Darmstadt zum Antrieb der Dynamo gelieferte Compound- locomobile konnte nur als sehr geeignet für elektrischen Lichtbetrieb bezeichnet werden. Wir können auch diesmal wieder sagen, daß die electrische Beleuchtung zu unserer größten Zufriedenheit auSgeführt und betrieben wurde und iprechen den Wunsch auS, daß der wohlverdiente gute Ruf der Firma C. Buchner in Wiesbaden sich immer noch mehr auSbreite.
** Ein reicher Obstfegeu breitet sich zur Zeit DienStagS und Samstags auf dem Brandplatz und Canzleiberg aus. Heute waren in zwei langen Reihen netto 100 Wagen an- gefahren, beladen mit Aepfeln, Honigbirnen, in der Hauptsache ober mit — „Quetsche!"
n. Schotten, 29. September. Nachdem bereit- am 25. August die Gastwirtschaft im Lebrerheim am Fuße deS Altenburgskopfes, eine knappe halbe Stunde von hier, eröffnet worden war, fand heute die feierliche Einweihung desselben statt. Gestern Abend bereits wurde die Feierlichkeit durch ein Concert des Gesangvereins „Arion" aus Frankfurt in der hiesigen Turnhalle eröffnet. Die Leistungen desselben waren vorzüglich und dehnte sich daS Concert durch die von dem den letzten Platz füllenden Publikum immer aufs Neue verlangten Dacapovorträgen und freiwillig gebotenen Einlagen bis 1 Uhr NachrS aus. — Heute gegen 12 Uhr begann die Feier im Lehrerheim. Der „Arion" eröffnete sie mit dem Chor: „Die Himmel rühmen". Hierauf ergriff der Obmann des LandeSlehrervereinS, Herr Backes von Darmstadt, das Wort Namens deS provisorischen ComltveS und übergab nach einer schwungvollen Rede daS Gebäude seinem Zweck. Ein gemeinsames vorzügliches Festessen bereinigte dann noch die zur Feier Erschienenen auf einige Stunden im Restaurationssaal dcS Lehrerheims. Die Reihe der Toaste eröffnete Herr Director Fidler von Darmstadt mit einem Hoch aus Seine Kgl. Hoheit den Großherzog und Seine Majestät den Kaiser. Herr BackeS feierte die Gründer und Erbauer, Herrn Lehrer Schultheiß von Schotten und Herrn Bauunternehmer Paulus von Frankfurt. Der Trinkspruch des Herrn Schultheiß gipfelte in einem Hoch auf den Gesangverein „Arion", der durch seine Vorträge wesentlich zur Verschönerung der Feier beitrug. Namens dieses Vereins dankte Herr Hunger sen. Herr Funk von Gießen weihte sein GlaS den Damen und Herr Backes der Stadt Schotten, in beten Namen Herr Fabrikant Kramm dankte. Am Nachmittag begann dann eine wahre Völkerwanderung nach dem Lehrerheim. Von allen Seiten strömten Gäste in hellen Haufen herbei und die zahlreichen Bänke im Wald vermochten nicht alle Erschienenen aufzunehmen. DaS Lehrerheim präsentirt sich dem Besucher, der von Schotten her kommt, mit seinem Verblendsteinmauerwerk und seinem von einem schlanken Thürmchen überragten französischen Schieferdach gar schön. Die Einrichtung ist recht zweckentsprechend. Im unteren Stock befindet sich ein Restaurationssaal, der etwa 80 Personen faßt, und ein kleines WirthSzimmer. Im zweiten und dritten Stock sind 14 Logirzimmer, in welchen 20 Betten aufgeschlagen werden sollen. — Die Beteiligung an der Gründung auS Lehrerkreisen ist bis jetzt noch eine sehr geringe. Nicht nur der Ort, sondern auch die Art deS Betriebs stößt auf lebhafte Opposition. Viele Lehrer können sich eben ein Haus mit offener Wirtschaft nicht als Lehrer heim denken. Auch heute war die Detheiligung aus Lehrer- freifcn gering. Am Festessen nahmen nur 17 Lehrer theil. Noch nicht 200 Anteilscheine ä 10 Mk. wurden bis jetzt voa Lehrern Übernommen.
V «Uftlb, 30. S'ptember. Der hiesige Turnverein, welcher den seit zwanzig Jahren benutzten Turnplatz an den Herrn Holzhändler St euer nagel verkauft bat, hielt gestern zum Abschied von dieser Stätte ein größeres Preis - turnen ab. — Heute Nachmittag spielten in dem umschlossenen Hofe deS hiesigen Rentamts mehrere kleine Mädchen. DaS eine davon hob den eisernen Deckel der Abtrittsgrube, wohl in der Absicht, sich in diesem Raume zu verstecken, fiel hinein, und wäre unrettbar verloren gewesen, wenn nicht zufällig ein Nachbar den Vorfall bemerkt und Lärm geschlagen hätte. Herrn Rentamtmann Dexheimer gelang es, daS Kind noch lebend auS seinem unfreiwilligen Bade herauSzuziehen.
-e. Neu - Ulrichstein , I. October. Monatsbericht der Arbeit cr-Colonie pro September 189 5. Ende September 1895 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 41 Mann. Dieselben verteilen sich auf das Groß-
herzogthum Hessen 7; Königreich Preußen: Regierungsbezirk Kassel 4, Regierungsbezirk Wiesbaden 3, Provinz Rhein- lande 7, Provinz Westfalen 2, Provinz Hannover 1, Provinz Sachsen 2, Provinz Brandenburg 2, Provinz Berlin 1, Provinz Schlesien 3; Thüringische Staaten 4; Königreich Lachsen 4; Ausland: Oesterreich 1. Hiervon waren: Arbeiter 16, Anstreicher 1, Bäcker 2, Buchbinder 1, Graveure 1, Kaufleute 2, Kellner 1, Kesselschmiede 1, Kupferschmiede 1, Landwirthe 1, Maurer 1, Messerschmiede 1 , Schlosser 1, Schneider 3, Schreiber 1, Schuhmacher 3, Tapezierer 1, Tischler 1, Tuchscheerer 1, Zimmerleute 1. Gearbeitet wurde an 1026 Tagen. Verpflegt hat die Colonie an 1190 Tagen. Im Monat September 1895 wurden entlassen 17 Mann, und zwar in Stellung durch die Coloate 4, aus eigenen Wunsch 7, wegen Krankheit 1, wegen Arbeitsscheue 4, wegen Trunk 1. Sei! Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 2880, dagegen abgegangen im Ganzen 2839 .Mann, bleibt Bestand am 30. September 1895: 41 Mann.
Darmstadt, 30. September. Der Jnspector der hiesigen Gemälde-Gallerie, Professor Hofmann-Zeitz, ist heute gestorben.
Darmstadt, 28. September. Zum Roman bc8 Herrn Grasen T ombn-Nesselrode dürfte noch Nachstehend?» zu bemerken fein: Aus die vom GerichtStlfche an ihn gerichtete Frage, mit welchen Mitteln er ftuoirt habe, gab Tomba zur Antwort, er habe von der Gräfin monatlich 50 fl. erhalten, und sei auch von dem „alten" Tomba unterstützt worden. Aus die Frage, ob der alte Tomba ftt» ®ater sei, erklärte der Pseudograf, auf diese Frage verweigere er die Antwort. Als ihm vorgehalten wurde, er habe den Namen deS Großfürst Alexis geführt, verneinte er dies wir dem Bemerken, er habe diesen Namen nur geschrieben, n'.cht geführt. In Heidelberg und Budapest studirte Tomba, wie er sagte, Philosophie, lateinische und ungarische Sprache. Nach Maßgabe der absolvinen Studienzeit habe er das Recht gehabt, sich Prosessorencandidat zu nennen, da indeß bitter Titel zu lang sei, habe er sich kurzweg Professor genannt. Die Gräfin Waldeck ist über 50 Jahre alt und stammt au» Kürnbach, wo sie bas früher fi-ca siche Schlößchen inne hat. Die Verhandlung gegen die Gräfin Wulkeck wegen Meineid» findet, dec „Fr. Ztg." zufolge, am 2. October vor dem hiesigen Schwurgericht statt und Tomba wird als Zeuge erscheinen.
Alzey, 29. September. Heute Mittag fuhr eine hiesige Herrschaft in einer Chaise aus die HeimerSheimer Kirchweive, die aber ein recht unglückseliges Ende nehmen sollte. Kurz vor dem Ort scheute daS Pferd, der Kutscher stürzte vom Sitz und gab auf der Stelle seinen Geist auf. Darwst. Ztg.
△ Mainz, 30. September. Laut einer Bekanntmachung der Dtrection der Köln • Düsseldorfer Dampfschifffahrt«. Gesellschaft hat die genannte Gesellschaft wegen deS niederttr WafferstandeS ihre Fahrten bis auf Weiteres gänzlich eingestellt. DaS Gleiche hat die Niederländische Gesellschaft gethan. — Der Rhein ist gegenwärtig so nieder, daß man in der Mitte deS Stromes vielfach b.« auf die Dohle ftt» Flußbettes sehen kann — Der Güterverkehr bei der LudwigSbahn ist in Folge des niederen Wafferstottde» gegenwärtig ein so bedeutender, daß sowohl bei Tag wie bei Nacht fortgesetzt Extragüterzüge gehen. Mit Rücksicht auf diesen starken Verkehr ist mit ministerieller Genehmigung auch vorerst die Sonntagsruhe bei dem Güterverkehr der LudwigSbahn wieder aufgehoben worden. — Heute Haden die Schwurgerichtsverhandlungen der Provinz Rheinhessen ihren Anfang genommen. Al» erster Angeklagter stand ein 23 jähriger Acker-mann, Namen» Decker voa Weisenau vor den Geschworenen und zwar unter der Anklage der Nothzucht. Der wegen eines gleichen Vergehen» schon einmal bestrafte Angeschuldigte wurde zu 1 ,/i3ol!r Zuchthaus verurteilt. — Vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts wurde deute ein 13jähriger Junge wegen DiebstadlS zu 1 Monat Gefängniß verurteilt. DaS vtel- versptechende Bürschchen hat eine ganze Reihe mehr ober minder bedeutende Labendiebstähle auSgeführt.
Dermifdrtec
* Marburg, 30. September. Die 25. Jahre-- vers ammlun g ber hessischen BolkSschullehr er würbe heute Nachmittag eröffnet. Anwesend find circa 5000 Personen. Nach der Begrüßung erfolgten Rechenschaftsberichte. Der Brand in Brotterode kostete her Lehrer- Brandverftchernngsknffe 38,938 Mk. Morgen finden Vorträge statt.
* Marburg, 30. September. Don morgen ab werden, wie daS „M.T." mittheilt, 8 Züge weniger auf unserem Hahn- Hofe verkehren und zwar sind eö die Personenzüge er Strecke Niederwalgern Weidenhausen, die vom 1. k. Mts. ab nur noch zwischen Wetdenhausen und Niederwalgern, dessen Eröffnung als Güterstation nache bevorsteht, ve> kehren. Mancher, der mit ironischem Lächeln den kleinen, meist nur auS wenigen Wagen bestehenden Train in dem bekannten Secundärbahntempo an sich hat vorbeifahren sehen und über die Spottverse der Kinder
Die Eisenbahn von Gladenbach
Hat drei Wagen mit Ach und Krach
sich gefreut hat, wird doch diese VerkehrSvermtnderung nur ungern bemerken. Dte Verbindungen mit Gießen und Fra k furt sind nach dem neuen Fahrplan für die Hinterländer derartig gute geworden, daß wohl schwerlich noch ein nenner s- wetther Verkehr von dieser Seite her in unserer Stadt zu merken sein wirb, zumal ber Zug der Bewohner ber vorma'» heffenbarmstädtischen Landes heile vorwiegend nach Gießen, ihrer früheren Provinzialhauptstabt, geht. Für Marburg bürste also diese Neuetnrichtung entschieden voa Nachtheil fein. Noch größere Einbuße in Bezug auf Personen, und Güterverkehr hat dte Station Frohnhausen erlitten, deren ganzer Verkehr durch die neue Strecke, die alle Gütertranspcrte


