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Mrthe von 1000 Thalern (3000 Mk.) sollte der Bauer abtreten, wogegen ihm diese Gebäulichkeiten funkelnagelneu auf die andere Seite seines Hofes gestellt werden würden. Der Pfiffikus lehnte ab und verlangte die horrente Summe von 30 000 Thalern (90 000 Mk.). Um zum Ziele zu gelangen', zeigte sich die Ballgesellschaft schließlich geneigt, die bedeutende Summe mit einer kleinen Einschränkung zu zahlen. Sobald dies der Bauer merkte, hielt er fein Wort nicht mehr und verlangte einige Tage später 60 000 Thaler (180 000 Mk.). Darauf sahen sich die Ingenieure das Terrain noch einmal an, -verlegten den Bahnkörper um 50 bis 60 Meter von dem
Anwesen des Bauers weg und brauchten dazu nicht einmal 5 bie erftgebotenen 30 000 Thaler. Der Bauer hatte das
Nachsehen. Seine Bekannten und sogen. Freunde ärgerten vnd verspotteten ihn so wegen feiner bodenlosen Dummheit, daß er schließlich hinging und sich an seinem gichtbrüchigen kjauwesen aufhing.
n. Gettenau, 30. Juli. Gestern wurde hier der im ; 69. Lebensjahre stehende Bürgermeister a. D. Heinrich Muth beerdigt. Derselbe stand unserem Gemeindewesen lauge Jahre als Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamter vor. Bor der letzten Wahl erklärte er, in Mckficht auf sein Alter kein Gemeindeamt mehr bekleiden za wollen.
§ Freiensteinau, 30. Juli. Heute Nachmittag verschied hier der 58 Jahre alte Arzt Dr. Heinrich Lehr. Schon vor längerer Zeit hatte er einen Schlaganfall erlitten. Der verstorbene war ein allgemein beliebter, geachteter und wohlthätiger Mann.
Oppenheim, 31.Juli. Die Weinbauschule ist heute durch Vertierer der Regierung in Anwesenheit der rheinhessischen Kreisbeamten, der Vertreter der Handelskammer und der Landwirthschaftsbehörden eröffnet worden.
Vermischtes.
* Krofdorf, 31. Juli. Auf Anregung einiger Gemeinde- Vertreter haben alle Gemeinderäthe der Bürgermeistereien Atzbach und LaunSbach beschlossen, zur Feier der 25 jährigen Wiederkehr der glorreichen Tage von 1870/71 allen ihren Veteranen von 1870/71 und zurück bis 1848, welche zu Kriegszwecken zur Fahne einberufen waren, ein Festmahl zu geben. Dies Festmahl soll am 4. August er. stattfinden und zwar, damit sich auch die alten Veteranen und gebrechlichen Invaliden daran betheiligen können, in jeder Gemeinde für sich. Alle Veteranen haben besondere Einladungen erhalten. Das Programm ist in den meisten Gemeinden folgendes: 1. Von Nachmittags 1 Uhr ab Festesten. 2. Um 3 Uhr Zug nach dem Friedhof, woselbst auf die Gräber der verstorbenen Veteranen Kränze niedergelegt werden, mit Gesang der Schuljugend und der Gesangvereine. Voraussichtlich werden sich hieran auch die Herren Pfarrer betheiligen. 3. Festzug durch die Gemeinde. 4. Sodann Zusammensein auf dem Festplatz, wo Jeder Zutritt hat und wo sich die Veteranen mit ihren Angehörigen der siegreichen Tage erinnern und die jungen Leute sich mit Tang belustigen können. Den Gemeinden gebührt für diese gutgemeinten Be- I willtgungen herzlicher Dank. Möge auch der Himmel zu der
geplanten Feier schönes Wetter und reichen Segen geben. Das gute Verhältniß zwischen den meist zuvorkommenden Gemeinde-Vertretern und den Eingesessenen und die treue Vaterlandsliebe werden hoffentlich dazu beitragen, daß die Theilnahme an der Feier, insbesondere an dem Festmahle zu einer großen und allseitigen sich gestaltet. W. A.
Schiffsnachrichten.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl LooS und I. M. Schulhof.
Bremen, 31.Juli. sPer transatlantischen Telegraph.! Der Postdampfer München, Eapttän A. v. Cyllen, vom 3Zorbb. Lloyd in Bremen, ist gestern 2 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Der Postdampfer „Friedland" der „Red Star Line" in Ant- werpen ist laut Telegramm am 29. Juli wohlbehalten in 9kw$ york angekommen.
Der Postdampfer „Switzerland" der „Red Star Line" in '.Antwerpen ist laut Telegramm am 30. Juli wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
Verkehr, Caitfc* und Volksrotrthschaft^
LiM-rrr-, 31. Juli. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 12.90, weißer Weizen X 12.50, Korn, altes, X 9.60, neues X 9.25, Gerste X 7.50, Hafer X 6 35.
Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 1. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 17°, Luft 15Va° im Schatten.
Rübsamen'fche Bade- und Schwimmanstalt.
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Bekanntmachung.
Donnerstag, den 5. September l. I., Vormittags 10 Uhr, wird auf bm hiesigen Rathhaus der an der Frankfurterstratze ne«erba«te, sehr schon telegene Gasthof - Hotel RolandSeck - (Besitzer Josef Pütz) öffentlich meistbietend versteigert. In dem zur Aufnahme von Kurfremden eingerichteten, mit einem sehr geräumigen Saal auSgestatteten Etablissement wurde seither im Sommer wir tm Winter eine stark frequente Wirthschaft betrieben. Die Versteigerungs- brdtngungen sind von unterzeichneter Stelle abschriftlich zu erhalten-
Bad-Nanhetm, den 29. Juli 1895.
Gr. Hefi. vrtSgericht Bad-Rauheim.
Wörner. 6491
Bergebnug von Banarbeite«.
Die zum Bau einer Fluth- brücke im Kreisstraßenzug Staufen- berg-LandeSgrenze (gegen Odenhausen) nölhigen Arbeiten und Lieferungen sollen im Submissionswege vergeben werden und zwar:
veranschlagt zu ,X Erd- und Maurer-Arbeiten 1585.59 Zimmer-Arbeiten 1049.27
Cteinhauer-Arbeiten
a. Sand- oder Lungsteine 2922.13
b. Lungsteine 912.—
Schloffer-Arbeiten 340.—
Iffl aster-Arbeiten 249.—
Lieferung von:
Mauersteinen 300.—
Portlandcement 1250.—
Schwarzkalk 147.—
Lahnsand 180.—
Kleinschlag 128.—
Angebote sind bis
Eamstag, 10. August l. Js., Vormittags 11 Uhr,
im Amtszimmer des Unterzeichneten, woselbst Plan, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, abzugeben. 6484
Zuschlagsfrist 8 Tage.
Gießen, am 30. Juli 1895.
Der Kreisingenieur: Stahl.
©fett* «ttd Herd- Lieferung.
Die Lieferung von 21 Oefeu, vier Herden, 1 Waschkessel, 4 Kohlen- tiinern und von 4 Schürhaken für das Schulhaus zu Schotten soll im cubmissionsweg vergeben werden.
Angebote sind bis
Donnerstag den 8. Aug.l.J., Vormittags 10 Uhr,
K\ der unterzeichneten Stelle, bei welcher die Lieferungsbedingungen zur kinücht offen liegen, einzureichen.
Schotten, am 27. Juli 1895. Großh. Bürgermeisterei Schotten.
Fendt. 6431
Milien-Derßeigerliug.
Freitag den 2. August d. I,
Nachmittags 4 Uhr,
Verden Ludwigstratze 8, II nach- rerzeichnete Gegenstände gegen Baar- Mluttg versteigert:
1 Sopha, 1 Commode, 3 ein- thürige «leiderschränke, zwei Waschschrünkchen, mehrere Tische, darunter ein ovaler Attszieytisch, einige Büchergestelle, sehr gut erhaltene Herren- und Damen-Kleider (Damen-Jacken u. -Mäntel), versch. Unterhaltungsbücher, als: Gartenlaube u. f- w.
6483 Schneider, Gerichts-Taxator.
Versteigerung.
Montag, de« 5. August l. IS., beginnend Vormittags 10 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 (früher Bramm) folgende zur ConeurS- maste des verlebten Adolf Schau- mann dahier gehörige Gegenstände gegen Baarzahlung r
1 Taschenuhr mit Kette, 2 Medaillons, 1 Paar Manschettenknöpfe, alles von Gold, 1 vollständige Waffensammlung, mehrere große und kleine Reisekoffer, 2 Handtaschen, 2 Neiseteppiche und 1 Zimmerteppich, 11 Rehgeweihe, Schlummerrollen und Sophakissen, 1 Buff mit Deckchen, 1 Fußschemel, 1 Tischchen, 3 Paar Vorhänge, darunter 1 Paar in Handstickerei, 1 Opernglas, Schreib, und Zeitungsmappen, 1 Revolver, 1 Wecker, 1 Thee- u. 1 Liqueur- Seroice, 1 Sessel mit Läufer, Schemel und Kissen, 1 Rauchtisch, 1 Kleiderständer, Bürsten- und Wandtaschen, allerlei werthvolle Nippsachen, mehrere Herren-Anzüge, Hemden, Kragen, Manschetten, Taschentücher, (Strümpfe, Unterjacken und Unterhosen, 31 Bände und 1 Partie lose Fliegende Blätter, 24 Bände Gerstäckers Schriften, 17 Bände deutsche Roman-Bibliothek, 4 Bände Freitags Soll und Haben, 3 desgl. Dramas Graf von Monte Christo, 1 ganze Anzahl andere Bücher diversen Inhalts, 1 Regulator und sonst Verschiedenes.
Die Gegenstände sind sämmtlich noch sehr gut erhalten und wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß viele solcher, wie Sessel, Schemel, Brief- und Zeitungsmappen, Sophakissen rc., mit den feinsten Handstickereien versehen sind.
Die Versteigerung findet bestimmt statt.
Bor«, 6507__________________Gerichtsvollzieher.
GjchmOmuibilSgksklWst
E. G. M. b. H.
Alle Diejenigen, welche Forderungen an uns haben, werden ersucht, ihre Rechnungen bis zum 5. d. Mts. bei unserem Mttglied E. Hanau einzureichen.
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Fläschchen und Gummiverschlüsse sind nach dem Gebrauch mit Wasser zu spülen und im Carton zurückzugeben.
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Welche Schranken zieht das Evangelium dem Geistlichen
bei seiner Mitarbeit an der
sozialen Frage
von
Lic. theol. Pfarrer Dr. A. Dieckmann in Mainz.
Vortrag
gehalten bei der Provinzial-Conferenz der rhetnhessifchen Geistlichen zu Oppenheim am 13. Juni 1895.
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Der angezeigte Vortrag, dem 9 Thesen vorausgehen, greift tief in die gegenwärtig aus der Tagesordnung stehende soziale Frage. In prägnanter und scharfsinniger Ausführung sucht der Vortragende auf dem rein ethischen Gebiet die Stellen auf, aus welchen ein Theil der sozialen Nöthen erklärlich und führt dem Stande der Geist lichen aus dem Gebiete der christlichen Ethik Mittel und Wege zur Ueberwindung und Heilung der Schäden vor. Zugleich zeigt er auf Grund trefflich angezogener Schriftworte seinen Amtsgenosfen die Schranken, die ihnen bei ihrer Mitarbeit an der sozialen Frage durch das Evangelium selbst gezogen sind. Für jeden Geistlichen dürfte die kleine Schrift hochinteressant sein, aber auch dem gebildeten Laien kann sie treffliche Fingerzeige bieten für seine eigne Mitarbeit an der Losung der sozialen Frage, wozu ja jeder humane deutsche Retchsbürger aus sittlichen Gründen auf; gefordert ist._________
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