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Freitag den 1. November
Crftcs Blatt
Nr. 257
Aints- und Anzeigeblatt für den Aveis Gisszen.
chratisöeitage: chießener Kamitienötätter.
Zur Handwerkerfrage.
Alle Annoncen-Bureaux deS In« und 8ul(anbc8 nehm» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer- bi- Borm. 10 Uhr.
Nerrefte Nachrichten.
DolffS telegraphisches Correfpondenz-Bureau.
Berlin, 30. October. In der heutigen Sitzung des GesammlvorstandeS der nächstjährigen BerlinerGewerbe* Ausstellung, verstärkt durch die Vorsitzenden der AuS- stelluogSgruppen, wurde die Beleuchtung der Industrie« hallen der Gewerbe-AuSstellung mit 64 gegen 61 Stimmen abgelehnt.
rungsacte auszuschließen, zukünftig nur auf speciellen Befehl desselben von der ihm ertheilten Vollmacht Gebrauch machen.
Ronflantinope!. 30. Oktober. Bon türkischer Seite werden olle in der letzten Zeit in Kleinasien borge- kommenen blutigen Excesse al« Folg- der Prodokationen r " . DaS armenische
vikrteljähriger AdousemrntoPrel» t 2 Mark 20 Pfg. mit Briugkrlohn. Durch dir Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg.
Redactton, Expedition und Druckerei:
Fernsprecher 51.
der Hauptsache decken. c t
Sehr wichtig ist ferner, daß die Handwerkerfrage allgemein zur Reichssache gemacht wird, wobei ja die Handwerkerverbände in den einzelnen deutschen Bundesstaaten u weiter bestehen können, nur müssen sie durch ihre einheimische uni) Angriffe der Armenier hingestellt. Reg,krung Einfluß aus die B-schwff- de« Bund-sralh« in P„eia,ch°t ist um da« Schicksal der Bewohner der Provinz Gewerbesachen und von diesem auf den Reichstag zu erlangen schwer besorgt und rathloS, da über die Zahl der Opfer bemüht sein. Sehr richtig spricht daher der bayerische Hand- unb bte Einzelheiten der jüngsten Vorfälle nähere Nachrichten werkertag der Königl. bayrischen Staatsregierung für ihre f^len. Die Anzahl der in Erzinghian ums Leben ge- durch Thaten zum Ausdruck gebrachten handwerkerfreundlichen kommenen Personen wird auf 85 angegeben. In der letzten Gesinnungen wärmsten Dank auS und gibt sich der sicheren ßett pnb zahlreiche Armenier verhaftet worden. In der Erwartung hin, daß sie den berechtigten Forderungen des armenischen Kirche in Pera wurden gestern zwei als türken- HandwerkS ihre Unterstützung auch im BundeSrath verleiht, feindlich geltende Geistliche von Mitgliedern des armenischen Der bayerische Handwerkertag schließt sich ferner dem Proteste EomitäS insultirt. s:s“ sä „**>■“täu: ........... inhaltlich an und erwartet, daß in einer vom ReichSamt deS I Berlin. 30. October. Der Kaiser empfing heue Innern zu berufenden Handwerkerconferenz auch den süddeutschen Handwerkern Gelegenheit gegeben werde, ♦*« Meinungen und Anfichten über die neuesten Handwerker- ° CW .. ■ kw.. J LvIwaom SH nrtOn m t a
zahlreiche Volksmenge.
Loburg, 30. Octobrr. Nach einer im Landtage ab* gegebenen Erklärung wird Minister Strenge in ©teil-
Der chi,tze«er Anzeiger rricheint täglich, mit Ausnahme de» Montags
Die Gießener A«»llte«ßlLlter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
gi-rungkprogramm verständigen werden. Cavatgnac möchte das Portefeuille des Krieges übernehmen, Lecroy das der Marine, Goblet Justiz und Bourgeois Inneres.
Paris, 30. October. ES scheint sicher, daß der Präsident der Republik heute Leon Bourgeois rufen laffen wird, welcher ein C o n c e n t r a t i o n S - C a b i n e t bilden wird mit Cava gnac, Locroy, Doumer, Barthou. Hanotaux wird das Portefeuille des Auswärtigen übernehmen. Man spricht auch von der Möglichkeit, daß Ribot daS Portefeuille der Finanzen ohne Vorsitz übernimmt. Einige Blätter schlagen die Auflösung der ^"^go^October. Heute begann die Verhandlung in der Schwarz'sch en Spionage-Affaire, der Stab* träger des Advokatenordens war von den Angeklagten er ucht worden, für sie zwei Vertheidiger zu ernennen. Derselbe bot diese« Amt fünf Advokaten an, welche indeß alle nacheinander ablehnten. Man mußte zwei Mitglieder de« «dvo- katewOrden« al« Vertheidiger bestimmen, welche in ihrer Eigenschaft nicht ablehnen konnten.
Belgrad, 30. October. Zwischen der serbischen Grenz* wache und einer ungarischen Schmugglerbande
I kam es zu einem Kampf, wobei 15 Schmuggler gefangen genommen wurden.
WB. Berlin, 30. October. Die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet: In seiner Rede bet der Le Bourget-Fe terder Gardeschützen drückte der K ais er seinen Dank für daS Ge- lübde der Treue aus und in Bewunderung der Leistungen des Bataillons am 18. August 1870, vor denen er be seinem kürzlichen Ritt bei AmanvillerS im Stillen den Hut ziehen mochte. Die Quelle solcher Leistungen sei der von seinem Kaiserlichen Großvater eingepflanzte Geist. Mdgen die drei Haupttugenden der Armee erhalten bleiben : Ehrgefühl, un bedingter Gehorsam, hingehendste Tapferkeit.möchten die Gardeschützen in Krieg und Frieden neue Lorbeeren hinzu- I fügen.
B Mainz, 31. October. Bezüglich der Verstaat* lichung der Hessischen Ludwigsbahn sand gestern in Heidelberg eine Couferenz zwischen he fischen und preußischen RegierungSoertretern statt. DaS Resultat ist noch unbekan^. 31 October. Der Reichstags*
abgeordnete Pfarrer Neumann ist in vergangener Nacht gestorben.
Berlin, 30. October. Gestern Abend fand bei dem Reichskanzler ein Diner zu Ehren der Mitglieder der Commission für die zweite Lesung deS bürgerlichen Gesetz* bucheS statt. Demselben wohnten 41 Personen bei, darunter Justizminister Schönstedt und Staatssecretär Nicberding. C Eckernförde, 30. October. Heute Nachmittag 5 Uhr wurde hier das vom Kaiser gestiftete Denkmal für dre bei Miffunde im Jahre 1864 gefallenen Preußen feierlich etnaeweiht. Die Wetherede hielt Hauptpastor Riffel. An der Feierlichkeit nahmen Theil Landrath v. Bülow, Baurath Ktrstein, sowie Vertreter der Stadt, Kriegervereine und eine
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mzeiger.
Der Krieg von 1870|71,
-.schUdeet durch Ausschnitte .us fcmSett.
1. November.
Am Tage der Capitulation trat die preußische Armee vor Metz ihren Gesungenen ihre ganze Tagesration ab. Die Metzer Einwohner, die sich die Preußen nur als Menschenfreffer vorstellten, waren 6ctü^rt- .
Ein Sieg ist bei Le Bourget, nordöstlich von Parts, von der 2. Garde-Division erkämpft worden. Franzönfche Truppen verdrängten unsere Vorposten am 28. October auS Le Bourget. DaS wäre nun von keiner weiteren Bedeutung gewesen, aber die angestellten RecognoScirungen ergaben daß der Feind mit sehr starken Kräften den Ort besetzt hielt. Eine solche Ansammlung und Festsetzung einer 9TdB<ren T-Uppenmacht de« Feinde« dicht vor unserer Cernirung-lini- lonnte nicht geduldet werden und haben denn am 30. Octobtr die Garderegimenter die Franzosen auS der inzwischen be festigten Position wieder hinausgeworfen. Leider hatten wir fast 500 Todte. m
Was den königlichen Prinzen von Preußen recht war, ist auch dem großen Führer des deutschen Hi eres billig - eS heißt, auch Graf Moltke soll zum Feldmarschall er* hoben werden. .
Altbreisach, 2. November. Heute Morgen nach 7 Uhr hat die regelrechte Beschießung von Fort Mortier und Neu Breisach begonnen. . .
Gray, 31. October. Dijon ist durch Generallieutenant v. Beyer mit den Brigaden Prinz Wilhelm und Keller nach heftigem Gefecht in Besitz genommen AlS am 29. Ociober höherer Weisung gemäß der Rückmarsch auf Besoul bereits befohlen war, erfuhr ich durch RtcognoLcirung, daß Dijon nicht besetzt sei. General Beyer erhielt deßha^ Befehl, den Ort in Besitz zu nehmen. In der Nacht zum 30- Oetober war der Feind auf drei Bahnen wieder in Dijon eingerückt. Fünf Bataillone de« P' "i°n L-ihelm, unterstützt von fech« Batterien, tarnen bie Wn oon I St. Apollinaire. Da« Leib-Grenadier-Regiment nahm die
Berlin, 30. October.
i— Mittag in Gegenwart deS StaatSsecretärS v. Marschall den ihre bisherigen chilenischen Gesandten am hiesigen Hose, Don 7. . Gonzalo Buln eS in Abschieds-Audienz. ^acb'- OrganisaÜonSvorschlSge^ zum Ausdruck zu bringen. AngefichrS mittags begab sich der Kaiser nach Groß L'^^blde, um an ® <- - . r.—vu...«.unuwn h»fi»ht»n -in- I bet Erinnerungsfeier des Garde-Schutzen-Bataillons theil«
zunehmen. Gegen 10 Uhr beabsichtigt der Kaiser in Berlin einzutreffen, um im hiesigen Königlichen Schlöffe zu übet»
Zn ‘Än Seriinet Handwerkersührern beliebten einseitigen Zusammensetzung der vorerwähnten Handwerker* Männer^ Zs^Vert^auen^^der^aye^'schen Handwerker nicht I nachten." Morgen früh begibt sich der Kaiser nach dem Schieß- I
?. c.nnxm,t( iU versolaen aenöthigt ist, nicht diejenige schiedenen Zeitungsartikeln von Neuem darauf hin, daß die
SelbMofiakeitvnd Beständigkei?^ an’ ben Tag legen, welche Reife de« L an d wir t h f ch af t - m in ist e v« durch die
»ut vrrrickuna befferer Verhältnisse im Handwerk nothwendig Provinz Schlesien ausschließlich zum Zweck der Information
rlck^n^^ Wichtig ist auch, daß in der Handwerkerfrage unternommen wurde. Freiherr von Hammerstein, dem die
einmütbia eine A-nderuna der Concursordnung zum Schutze Verhältniffe im Osten der Monarchie bisher aus eigener
n,fnrLrt wird Anschauung unbekannt waren, sei vor Allem bemüht, fich ein
des Handwerks gefordert werd. — Urtheil darüber zu bilden, wo eingesetzt werden könne
Deutrcb'e- Reich. und müffe, um einen Ausgleich zwischen den Jntereffen der
berliner Land- Landwirthe östlich und westlich der Elbe herbeizusühren.
— Dor der 2. Strafkammer des ®erIln,2* Nachdem er sich nun auf seiner Reise durch Schlesien über
gerichteö fand am Dienstag der Proc-ß ,,Dierl und bMt| Perhältniffe informirt hat, wird er nach der 1 Genossen" statt. Die Redacteure Dierl und Pfund vom ßQufe ber nächsten Woche eine weitere Jnfor-
^BorwärtS" waren angeklagt, sich durch ver chiedene Artikel t Heimath, der Provinz Hannover,
ta dem genannten Blatte Beleidigungen theils deS Kaisers mano« '
imb des HeereS, therls des Oberhofmetfters der Kaiserin, 30> October. Der Börsenagent Jakob
Grafen Mirbach, schuldig gemacht zu haben. Außerdem war xod&u hier durch Selbstmord endete, soll infolge
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Last gelegten Vergehen zum Theil schuldig und verur heilte Regittung werde denselben nicht bestätigen. DaS
Raudmann zu einem Jahr, Pfund zu 9 Monaten, Dierlzu ^^„ungs'Organ schreibt, Graf Badeni stehe vor einer
6 Monaten Gefängniß. Die Angeklagten sollen gegen eine Aufgabe, deren glückliche oder unglückliche Lösung
CautionSstellung von je 5000 Mk. aus der UntersuchungS' über b(c Wiener Localintereffen hinauSgehende Be-
haft entlaßen werden. deutung besitzt. Badeni wird nun zeigen wüffen, wie weit
— Am oldenburgischen Hofe hat kürzlichein I Parteien steht und inwieweit er dieselben zu
Familienrath in Sachen der oldenburgischen Thronfolge. ^iß anstatt geführt zu werden. Je nach der Ent-
frage stattgefunden. An der Berathung nahmen Theil der ^duna der österreichischen Regierung werde Ungarn die Großherzog, der Erbgroßherzog, der Herzog Georg und der jajeioung oer H b
au« Paris erschienene Herzog Alexander von Oldenburg. xA/ 30. Oc'tober. Die Polizei verhaftete eine Letzterer reiste nach Abschluß der Famtlienconferenz nach ^g^ch^^.^bande, welche seit langer Zeit ihr Unwesen Petersburg ab. | " ieb
Paris, 30. October. Der Vertreter deS ^Herold" in Paris interviewte über die Ministerkrisis mehrere Abgeordnete, welche erklärten, der Minister des Auswärtigen, Hanotaux, sei unentbehrlich, da die Ablehnung des Madagaskar- Vertrages neue bedenkliche Verwickelungen Hervorrufen würde. Die von den Radicalen eingebrachten Gesetzentwürfe, betreffend die ErbschaftS- und Einkommen Steuer, ließen ein radicaleS Ministerium nothwendig erscheinen. Die Schwierigkeiten liegen nur darin, daß die Radicalen sich schwerlich über daS Re-
Bei jeder großen und tief eingreifenden Reformsrage ist eS von größter Wichtigkeit, daß man die Schwierigkeiten nicht unterschätzt und einseitige Bestrebungen, die nicht zur Lösung der Frage, sondern nur zur Verwirrung derselben beitragen, gewiffenhaft zu vermeiden sucht. An solchen schweren Fehlern hat offenbar die Behandlung der Hand- werkersrage in ihren sämmtlichen früheren Stadien zu leiden gehabt, aber glücklicher Weise tritt nunmehr die so wünschenS- werthe Klärung zu Tage.
Bor allen Dingen freuen wtr unS darüber, daß die deutsche Handwerkerbewegung nunmehr die nöthige Einheit und Einmüthigkeit zu erlangen bestrebt ist und daß sich die ------- ------------ . b
Beschlüsse des bayerischen Handwerkertages mit benienigen oertrctun0 bes Herzogs, um jeden Zweifel an oer beS beulfchen Handwerkerbundes, die auf dem allgemeinen Giltigkeit der in Vollmacht deS Herzogs vollzogenen Regie- deutschen Handwerkertage in Halle a. S. gefaßt wurden, in ' - --------"•*•***


