Ausgabe 
1.1.1895 Zweites Blatt
 
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her inneren Lage sich im neuen Jahre in einer für daS Gekammtwohl gedeihlichen und ersprießlichen Weise beseitigen lassen werden. , ,

Berlin, 29. December. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe wird, wie Berliner Meldungen bestimmt ver­sichern, dem Fürsten Bismarck im Laufe der nächsten Tage den schon wiederholt angekündigten Besuo Fr edrichsruh abstatten. In allen patriotischen Kreisen unserer Nation blickt »an gewiß nur mtt inniger Genugthuung dieser bevorstehenden Begegnung zwischen dem ersten Kanzler deS deutschen Reiches und seinem jetzigen Nachfolger entgegen. Wenngleich ein erkennbarer Einfluß aus den Gang der politischen Angelegen­heiten von dem Gedankenaustausche zwischen beiden Staats- Männern für's Erste nicht zu erwarten steht, so wird es doch in weiten Schichten der Bevölkerung schon große Ge­nugthuung erregen, zu sehen, wie der jetzige Reichekanzler eS nicht verschmäht, den erprobten Rath des Begründers deS Reiches entgegenzunehmen.

Berlin, 29. December. Die Bierboycott - Commission Iheilt in der heutigen Nummer desVorwärts" osficiell die Aufhebung des Bierboycotts mit. Sie gedenkt gleich­zeitig des achtmonatlichen Kampfes und bezeichnet diesen als einen sehr ehrenvollen für die Socialdemokraten. Indem sse weiter allen denen ihren Dank aussprichl, die in diesem Kampfe sse unterstützt haben, drückt sie gleichzeitig auch die Hoffnung aus, daß die Arbeiterschaft auch in Zukunft, falls es notwendig sein sollte, ihre Ehre und Interessen mit solchem Opfermuth verkheidigen werde, wie es während des Bierboycotts geschehen ist. g Infolge der Aufhebung des B'erboycotts haben nunmehr auch die Saalbesitzer be­schlossen, ihre Säle für Versammlungen den Social- demokraten wieder zur Verfügung zu stellen.

Kiel, 29. December. Auf der kaiserlichen Werft wird in der Mitte des nächsten Monats die Feier der Taufe und der Stapellauf des Panzerschiffes T vorgenommen werden. Dasselbe ist zum Schutze der Elbmündung, nach der Vollendung des Nordostseecanals, bestimmt. ___________!______--------------*

Ausland.

Paris, 29. December. In dem Dorse Dagorn hat gestern der Führer der radicalen Partei den katholischen Ortsgeistltchen auf öffentlichem Platze erschossen. Beide Parteien lebten schon längere Zeit im Streite.

London, 29. December. Hiesige Blätter melden aus Shanghai, daß Kung Chou-Shuang, Bruder des chinesischen Gesandten in London, wegen Feigheit vor dem Feinde an­geklagt ist. Der chinesische Kaiser hat ihn zur Aburtheilung nach Peking berufen. Ebenso wurden, infolge eines Berichtes des Gouverneurs von Shangtung, der Admiral Tinz und der General Weh vor ein Pekinger Kriegsgericht wegen Feigheit, Nachlässigkeit und Unfähigkeit gerufen. Alle drei Personen werden wahrscheinlich gefoltert und sodann geköpft werden.

Bnenos-Ayres, 29. December. Zwischen den Politikern Sarnuento und Dizente Lopez sand gestern ein Pistolenduell statt. Lopez wurde gelüftet.

Locales und provinzielles.

M.W. Aus der mittleren Wetterau, 28. December. Das Geschäft mit fetten Wetterauer Gänsen ging vor den Feiertagen sehr flott. Einsender kennt Händler, welche 250 biö 300 Stück nach Frankfurt lieferten und gute Preise erzielten. Von besonderem Interesse dürfte aber sein, daß das Brutgeschäft bereits wieder begonnen hat. Hierzu werden die Truthühner benutzt, die man als lebendige Brut­maschine bezeichnen kann, denn sie sind so eifrig, daß sie sich, wenn der erste Satz ausgebrütej ist, nach wenigen

Tagen schon zu einer zweiten Brut benutzen lassen und auch di-' und gut ausbringen.

-in, 24. December. Dem Postillon Pius Wieg and der ü rsi,.en Poftfuhrstation ist in Anbetracht seiner guten Dlenstsührung und feiner Fertigkeit im Blasen des Posthorns von der Kaiserlichen Ober Postdirection in Darmstadt ein Ehrenposthorn verliehen worden.

Nidda, 27. December. Eine für Fischereipächter wichtige Angelegenheit wurde kürzlich vor dem hiesigen Schöffengericht verhandelt. Verschiedene Male im Laufe dieses Jahres zeigte sich das Wasser der Nidda durchweg braun ge­färbt. Infolge davon war zu bemerken, daß sich sofort die Fische in die Seitenbäche der Nidda drängten, und daß die, welchen es nicht gelang zu entkommen, hinstarben und tobt aus dem Wasser gelesen werden konnten. Man nahm des­halb an, daß die Färbung des Wassers und das Sterben der Fische in ursächlichem Zusammenhang stände und erstattete, da die Färbung deS Wassers als von dem Abwasser einer im oberen Ntddathal gelegenen Fabrik herrührend nach­gewiesen worden war, gegen diese Fabrik Anzeige bei der Behörde. Die Fabrik wurde von dem Schöffengericht in eine Strafe von 20 Mk. verurtheilt. Wahrscheinlich wird die Fabrik Recurs ergreifen, da die Frage eine principielle Bedeutung hat. Die Fischereipächter behaupten überdies, daß die Fischbrut durch dergleichen Abwasser geradezu ver­nichtet würde. Darm ft. Ztg.

§ Merlau, 28. December. Bei einem am zweiten Weih­nachtsfeiertag hier abgehaltenen Tanze entstand zwischen Burschen eine Rauferci, bei der das Messer eine Rolle spielte. Ein Bursche erhielt durch Messerstiche schwere Verletzungen und auch der herbeigeeilte Polizeidiener wurde durch einen Messerstlch an der Hand verwundet. Ein Denkzettel wird die Messerhelden hoffentlich eines Besseren belehren.

F. Von der Feldkrücker Hohe, 28. December.' Auch bei uns hat jetzt der Verkauf von Brennholz stattgefunden. Es kam Eichen-, Fichten-, Kiefern- und Birkenholz zur Ver­steigerung. Die Preise sind mäßig und betragen nur 90 °/0 des Tarifsatzes. Das seitherige milde Welter ließ an Brennmaterial sparen. Geringere Sortimente, wie Reisig und Stockholz, haben kaum die Aufarbeitungskosten erzielt.

Verwischtes

Berlin, 28. December. Kehrichtbauern entdeckten beim Entleeren eines Kehrichtkastens in der Ninnstraße Nr. 5 die angekohlte Leiche eines Kindes. Der Kopf war abgehackt, die Beine lagen zerstückt neben dem Körper. Die Polizei nahm die Leichentheile in Beschlag.

* Berliner Leben. Auffallend groß ist in diesem Monat die Zahl der Straßen- und Wasserleichen in Berlin. Während im November nur sieben solcher Leichen zu obduciren waren, hat die Zahl derselben im December bereits 25 über­schritten. Merkwürdigerweise befinden sich unter den Leichen sehr viele Personen, welche durch Ueberfahren getödtet worden sind, eine Erscheinung, welche schwer anders als durch Zufall zu erklären ist.

* Hamburg, 28. December. Während des Hebens eines zwölftaufendpfündigen Walfisches, der hier ausgestellt werden : sollte, ritz eine Kette. Der Walfisch fiel auf zwei Ar­beiter, von denen der eine sofort getödtet, der andere schwer verletzt wurde.

* Aus Tyrol, 21. December. Ein schre cklich e s Brandunglück hat sich vorletzte Nacht in Schnauders, einer Abtheilung der Gemeinde Velthurus bei Brixen, zu­getragen. In einer abseits gelegenen Schmiede kam Abends gegen 10 Uhr aus bisher nicht ermittelter Ursache Feuer aus, welches in dem hölzernen Gebäude ungemein rasch um

sich griff. Die Müllerin der benachbarten Mühle merktc gegen halb 11 Uhr zuerst den Brand. Ihr Sohn eilte so­fort auf die Brendstätte- das HauS stand beiehß in Hellen Flammen. Die durch das Feuer aus dem Schlafe geweckten Leute hatte« sich durch die Thür nicht mehr retten können uvd standen nun händeringend an den vergitterten Fenstern. Der MüllerSsohn schlug mit einem Knüttel daS Gitter ein, konnte aber nur ein einjähriges Kind und ein Kindermädchen, beide schon in Flammen stehend, retten. Das Mädchen erlag noch in derselben Nacht ihren Brandwunden. Die übrigen Hausbewohner: der Schmied Steiner, seine Frau, ein Kind und eine Nichte kamen in den Flammen um. Die Nichte war TagS vorher aus Tlchöksch zur Aushilfe heraufgekommen und wollte noch Mittwoch Abends wieder heimkehren, ließ sich aber überreden, nochmals beim Onkel zu übernachten, und verlor so das Leben.

* Genaue Adresfiruug. Unter den Postgegenständen, die während des letzten schweizerischen TruppenzusammenzugeS den Adressaten nicht haben auSgeliesert werden können, be- findet sich ein Kistchen mit der Aufschrift:An meinen lieben Schatz HanS." Inhalt: Ein Packet Cigarren, eine Schachtel Zündhölzchen, Küchli und Krapfen. So zu lesen in einem Erlaß der schweizerischen Postverwaltung.

Universität- - Nachrichten.

Berlin, 29. December. Wie dieKreuzig." bört, bleibi Prof. D. Gras v. Saubiff in, welcher bereits für eine Professur an der Universität Berlin ausersehen war, lauf seinen Wunsch in Marburg und der Greifswalder Professor D. Ba ethgen wird an seiner Statt die B-.rlirer Professur zu Ollern 1895 übernehmen.

Die Frequenz der deutschen Universitäten. An den deutschen Universitäten sind in diesem Winter 28158 Studenten immatricultrt («egen 28 105 im vorigen Sommer und 27 646 im Winter 1893/94), und zwar zählt Berlin 5031 (gegen 4025 und 4979 in den zwei letzten S-mestern), Münwen 3475 (gegen 3744 und 3408), Leipzig 2928 (2764 3066), Halle 1539 (1528 1535), Bonn 1518 (1634 - 1383), Würzburg 1347 (1292 1335), Breslau 1293 (1280 1238), Tübingen 1165 (1210 1151), Freiburg 1136 (1477 1040), Erlangen 1131 (1120 1098), Heidelberg 1028 (1206 -960), Straßburg 949 (913 941), Göttingen 804 (786 770), Marburg 800 (866 8251, Greifs­wald 750 (825 747), Königsberg 709 (712 - 683). Jena 635 (674 - 643), Gießen 528 (576 - 517), Kiel 504 (610 - 507), Rostock 420 (436 420), schließlich Münster 411 (426 399). Den Ländern nach treffen 26 008 auf Deutschland selbst, 1594 auf das übrige Europa und 556 auf Außer-Europa; bei Unterscheidung nach Facultäten entfallen 1604 auf die katholischen und 3084 auf die evangelischen Theologen, 7432 auf die Juristen, 7768 auf die Mchiciner, 8470 auf die philosophisch - naturwissenschaftlichen Fächer, darunter speciell auf Philologie und Geschichte 3083, auf Mathematik und Naturwiss nsckaften 2525, 2862 auf die übrigen der philofophifchen Facultäl zugewiesenen Nebenfächer zusammen.

Lpielplrm der üertinigten Zkranksurter LtaLttheater

Opernhaus.

Dienstag den 1.Januar, Nachmittags 3'/»Uhr: Obersteiger. Abends 7 Uhr: Armida. Mittwoch den 2. Januar, Nachmittag» 31/, Uhr: Das tapfere Schneiderlein. Donnerstag den 3. Januar: Die Hugen otten. Freitag den 4. Januar: Fatinitza. Samstag den 5. Januar. Nachmittags 3Vs Udr: DaS tapfere Schneiderlein. Abends 7 Uhr: Der Wildschütz. Sonntag den 6. Januar, Nachmittag 3'/s Uhr: DaS tapfere Schneiderlein. Abends 7 Uhr: Die Jüdin.

Schauspielhaus.

Dienstag den 1. Januar, Nachmittags 3Vs Ubrr Madame Sans-G^ne. Abends 7 Uhr: Die SchmetterlingSfchlacht. Mittwoch den 2. Januar: Julius ESfar. Donnerstag den 3. Januar: D er Schuß. Hierauf: Der Friedensstifter. Freitag den 4. Januar: Wie die Alten sungen. SamSta- den 5. Januar: Moliöre-Cyclus, I. Abend. TartÜffe. Vorher: Die Furcht vor der Freude. Sonntag den 6. Januar: Niobe. Vorder: Die Taube der Messalina. Montag den 7. Januar: Wie die Alten sungen.

dritte Stockwerk wird noch immer groß genug fein, um einer Schwadron Cavallerie Raum zu gewähren, während sich von hier aus eine Treppe bis auf das Obfervatorim hinaufzieht. Bier immense Hebevorrichtungen sind in dem Thurm an­gebracht, von denen zwei nach der ersten, die beiden anderen nach der oberen Etage gehen und an der mittleren Station machen. Diese Fahrstühle, welche mit Bequemlichkeit auf den Tag sechszigtausend Personen hinauf- und herabbefördern können, sind mit ganz neuartigen Patentbremsen ausgeftattet, sodaß ein Unglücksfall absolut ausgeschlossen ist.

Wenn man nicht heute in der Jngenieurwissenschaft so sehr weit vorgeschritten, die Hebemaschinentechnik nicht so außerordentlich vervollkommnet wäre, würde es absolut un­möglich sein, solche gigantische Stahlglieder, wie sie zum Bau des Wembley ThurmeS verwendet werden müssen, auf jene enorme Höhe hinauf zu bringen. Sir Benjamin Baker, der Ingenieur von Weltruf, welcher bereits die großartige Brücke über den Firth of Forth erbaute und unter dessen Direction die Metropolitan Construction Company, Limited, steht, ist der geniale Constructeur deS Rtefenmonumentes, und die Mehrzahl der daran beschäftigten zuverlässigen Arbeiter, welche vollkommen schwindelfrei fein müssen, halsen auch schon jene Brücke errichten.

Der Coloß zu RhoduS, welcher diesem Stahlberg nur biS zur ersten Plattform reichen würde, gehört zu den sieben Weltwundern des Alterthums, während daS heutige Geschlecht in dem Wembley Thurm nichts weiter sieht, als eine geniale Spielerei, welche dem Vergnügen deS Volkes gewidmet ist und bald übertrumpft werden wird.

Tempora mutantur et nos mutamur in illis.

Werth der Gabe nicht in ihrer Kostbarkeit, sondern in bet Liebe besteht, mit welcher sie gespendet werde. Diesem Grundsätze entsprechend, sind seine Gaben trotz seiner noto­rischen Wohlhabenheit immer höchst dürftig, was allerdings auf eine größere Liebe schließen läßt. Auch für das ver­flossene Fest hatte er für Frau und Tochter sehrliebreich", d. h. sehr spärlich eingekauft und dabei namentlich einen der jetzt sehr beliebten Dreimark-Bazare berücksichtigt. Aber Herr R. ist nicht nurökonomisch", sondern auch sehr wiß­begierig die böse Welt nennt es neugierig und schnüffelt gern ein bischen im Hause umher.

Zwei Tage vor dem Feste benutzte er die Abwesenheit der ©einigen, um wieder einmal, wie weiland Mephistopheles, ein bischen zu revidiren", und entdeckte bei dieser Gelegen­heit zu seinem freudigen Erstaunen tief versteckt im Kleider­schrank seiner Frau einen geradezu prächtigen, offenbar sehr kostbaren Herren Plüschschlafrock, der ganz pompös von dem außerordentlich schäbigen gleichen Garderobestück abstach, welches er seit Jahren sein eigen nannte. DaS war also 'sein Weihnachtsgeschenk! Oh! Und er hatte sich so knickerig gezeigt. Er fühlte etwas wie Schamgefühl und eilte, seinem Impuls folgend, in ein großes ConfectionSgeschäft, wo er sich zu der ungeheuren Aufgabe für ein seidenes Kleid und zwei feine Wollkleider aufraffte, um sich nicht von Frau und Töchtern beschämen zu lassen.

Im Traume der Nacht selbst schwebte ihm der kostbare plüschene" vor und die Freude Über denselben stimmte ihn so weich, daß er am Nachmittag in einer Anwandlung von Großmuth den alten Schlafrock, der ihm jetzt schäbiger denn je erschien, der alten Scheuerfrau schenkte, damit sie mit dem­selben ihrem gichtkranken Manne eine Christfreude bereite. Und der feierliche Abend der Bescheerung kam heran. Auf daS Höchste und Freudigste überrascht, musterten die ©einigen die vollständig ungeahnten reichen Geschenke deS Gatten und Vaters, während dieser etwas verblüfft die (einigen beäugen* Ein Paar bescheidene gestickte Pantoffeln ein eine gestickte kleine Haar- Herr R . . . wehrte zerstreut

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die DankeSbezeugungen der ©einigen ab und forschte so auffallend im Zimmer umher, daß endlich feine Gattin fragte:

Suchst Du etwas, Alterchen?"

Na, Kinder," platzte er heraus,nun gebt ihn her, denn, offen gestanden, 'ch hab ihn ja, ganz zufällig, weiß Gott, doch schon gesehen?"

Wen?" erwiderte Frau R . . .

Nun, den prächtigen Plüschschlafrock, den Ihr mir ge­kauft habt. A la bonheure! Macht Eurem Geschmack alle Ehre!"

Der Schlafrock in meinem Schrank," sprach entsetzt Frau R . . ., der jetzt ein Licht über die ungewohnte Frei­gebigkeit ihres Gatten aufging,lieber Mann, den trägt wahrscheinlich jetzt schon der Wirth unten. Seine Frau hatte ihn mir zur Aufbewahrung übergeben, weil ihr Mann immer alle Spinden durchstöbert und ihr so die Festfreude verdirbt."

Unsere Leser können sich wobt daS lange Gesicht malen, welches Herr R. bei dieser Eröffnung mochte. Er trägt heute allerdings einen neuen Schlafrock, allein er ist nicht f» kostbar nicht von Plüsch, und waS daS Schlimmste ist er mußte ihn selbst bezahlen.

* Studentische Weihnachten. Ein originelles Weihnachts­fest im Walde beging eine auswärtige studentische Verbindung. Für alle ihre Kommilitonen, die keinen engeren Familien­anschluß haben und die Kosten der Heimreise scheuten, baute die Verbindung mitten im Walde auf. Ein Tannenbaum wurde hübsch mit bunten Ketten und Sternen, Zuckerfachen und vergoldeten Nüssen ausgeputzt, und darunter im Moose lagen die kleinen Ueberraschungen, die den Beschenkten wie den Gebern gleichmäßig Freude bereiteten. Diese eigenartige Weihnachtsfeier wiederholt sich Jahr für Jahr, immer aber an anderer, möglichst abgelegener und versteckter Steve des Waldes. Die WeihnachtStanne aber behält manchmal bis in die Hochfommerzeit hinein dir letzten Reste ihres bunten Christbaumschmuckes und bann wundern sich die Leute über den sagenhaften Baum.

Eine lustige Weihnachts-Gkschichie.

Herr R . . . an der Lindenstraße in Berlin ist, waS Geldausgaben betrifft, ein etwas zäher Herr, am zähesten aber in dem Punkte deS Geschenkgebens. Deßhalb ist ihm namentlich der Weihnachtstag ein Gräuel und jedes Jahr

predigt er im December den erwachsenen ©einigen, daß der

scheinigte.

gesticktes Zündholzbüchschen bürste ein Zahnstocher!