Ausgabe 
31.7.1894 Erstes Blatt
 
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Entwurf, indem er der Regierung vorwarf, daß sie die Autorität untergraben habe, indem sie den Revolutionären jegliche Vergünstigung gewährte. Ministerpräsident Dupuy versicherte in seiner Erwiderung, das thatkräftige Streben der Regierung sei darauf gerichtet, die Republik zu befestigen. So lange die Macht in ihren Händen sein werde, werde sie verhindern, daß die Republik mit gewissen Doctrinen vermischt werde, hinter denen man einen Cäsar vermuthen könne. Dupuy schloß mit der mit großem Beifall aufgenommenen Erklärung: Wir wollen der Demokratie zwei Worte als Devise geben: Vernunft und Freiheit!" Auch Arago be­zeichnete den Entwurf als wirkungslos gegen die Anarchisten, er lehne ihn ab, weil er die Veröffentlichung der Verhand­lungen untersage. Nur der Berichterstatter Trarieux trat für den Antrag ein. Hierauf wurde die Generaldiscussion ge­schloffen und Artikel I ohne Debatte mit sehr großer Majorität angenommen.

Nach einer Meldung aus Coustautiuopel haben in Macedonien und Altserbien Erdbeben stattge­funden. Auch in Varna sollen durch das Erdbeben viele Häuser beschädigt und zahlreiche Menschenleben zu be­klagen sein.

Coustautiuopel, 28. Juli. Die mit der Eisenbahn von Europa kommenden Reisenden unterliegen in Mustapha-Pascha einer 24stündigen Quarantäne.

Washington, 28. Juli. Einer' Depesche des Capitäns des amerikanischen DampfersBaltimore" zufolge bestätigt sich die Nachricht von der Gefangennahme des Königs von Korea durch die japanesischen Truppen. Die amerikanische Regierung beabsichtigt, im japanesisch - chinesischen Conflict Partei zu ergreifen.

Nerrefte Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Korrespondenz-Bureau.

Heidelberg, 29. Juli. Zu dem heute dahier eröffneten l2. Verbandstage der Vereine Credit - Reform sind 63 Delegirte, welche 151 Vereine vertreten, eingetroffen. Im Namen der Stadt begrüßte Herr Oberbürgermeister Wilckens die Versammlung. Zum ersten Vorsitzenden wurde Demeter (Kempten) gewählt. Auf der Tagesordnung stehen außer der Erstattung des Jahresberichtes 35 Anträge, die von den verschiedenen Gauvereinen gestellt worden sind.

Florb', 29. Juli. Der Kaiser verließ heute Vormittag S1^ Uhr Oldören- der Gottesdienst wurde auf derHohen- zollern" abgehalten. An Bord ist alles wohl.

Paris, 29. Juli. Aus Saint Louis am Senegal wird gemeldet: Alikart, der Marabout von Boffo im Süden von Bandjagara, welcher den heiligen Krieg predigte, brachte der ihm entgegentretenden französischen Truppen« abtheilung eine Niederlage bei. Der Commandant von Segun schickte hierauf Verstärkungen ab. Diese eroberten Boffo und lödteten im Gefecht Allkari mit 500 Einwohnern. Auf fran­zösischer Seite fielen ein Europäer und acht eingeborene Tirailleurs, außerdem wurden 6 Offiziere, 15 europäische Soldaten und 128 Tirailleurs verwundet.

Shanghai, 29. Juli. Meldung des Reuter'schen Bureaus. Drei japanische Kriegsschiffe stießen am 27. d. M. bei Asan auf die chinesischen KriegsschiffeChenyuen" undKotse", sowie einen Aviso, welche sieben Transport­schiffe begleiteten. Es kam zum Kampfe, derChenyuen" zog sich zurück, derKotse" und sechs Transportschiffe ent­kamen. Die Japaner nahmen den Aviso fort und bohrten ein Transportschiff in den Grund. Die japanischen Truppen griffen an demselben Tage die Chinesen bei Asan an. Weitere Nachrichten über diesen Kampf fehlen. Der englische Kreuzer Porpoise" ist heute von Shanghai abgegangen, um die Eng­länder in Chefoo zu schützen.

Shaughai, 29. Juli. Nach Nachrichten aus Soeul hat der japanische Gesandte bei der koreanischen Regierung beantragt, die Zurückziehung der chinesischen Truppen zu verlangen. Auf die Weigerung der koreanischen Regierung fand ein kurzer Kampf in Soeul statt, in Folge deffen die japanischen Truppen den Palast, in dem sich der König befand, in Besitz nahmen. Der letztere hat sich an die europäischen Vertreter mit der Bitte um Vermittelung gewandt.

WB. London, 30. Juli. Reutermeldung aus Shanghai. In dem Seegefecht am 27. Juli wurde ein chinesischer Aviso nach hartnäckigem Kampfe gefangen, das Transport­schiffKowshung" von japanischen Schiffen mit Torpedos beschossen, sank mit 1500 Mann, wovon nur 40 vom franzö­sischen KanonenbootLion" gerettet wurden. Alle Europäer an Bord desKowshung" find erschossen oder ertrunken.

Depeschen de» Bureau «Herold*.

Berlin, 29. Juli. Ein hier verbreitetes Gerücht über das angeblich ungünstige Befinden des Fürsten Bismarck ist vollständig unbegründet Nach Meldungen aus Varzin befindet sich der Fürst im besten Wohlsein.'

Belgrad, 29. Juli. Die Regierung trifft Maßregeln, um der drohenden Hungersnoth infolge der Mißernte von Mais unter der Landbevölkerung vorzubeugen. Der Finanzminister hat dieserhalb eine größere Summe flüssig gemacht.

Paris, 29. Juli. Der Assisenhof in Versailles o er* urtheilte gestern einen An archisten wegen Verherrlichung des durch Caserio begangenen Mordes zu 13 Monaten Gefängniß. Zwei andere Anarchisten, welche desselben Ver­gehens angeklagt waren, wurden fretgesprochen.

H. Wien, 30. Juli. Erzherzog Wilhelm, der Generalinspector der Artillerie, ist gestern Vormittag in Baden bei Wien vom Pferde gestürzt und Nachmittags 5Vz Uhr infolge des Sturzes gestorben.

Loeales unb pesvtirztelles.

Gießen, dm 30. Juli 1894.

** Sitzung Großh. Handelskammer vom 27. Juli 1894. Anwesend die Herren Koch, Scheel, Gail, Heichel­heim, Homberger, Katz, Klingspor, Kraatz, Wortmann. Die Kammer war höheren Orts zur Begutachtung einer Anzahl wichtiger Abänderungsvorschläge zur Concursordnung aufgefordert worden und trat heute vollzählig versammelt in die Berathung derselben- meist an der Hand practischer Erfahrungen war sie in der Lage, sich über sämmtliche Punkte eingehend gutächtlich äußern zu können. Der Herr Minister der öffentlichen Arbeiten antwortete der Kammer auf ihre Eingabe, betr. Wieder­aufhebung der Platzgebühr, bezw. Reduction der­selben bei kurzen Fahrstrecken, daß die Platzgebühr vom 1. September 1894 ab im Falle der Benutzung dieser Züge auf Strecken von nicht mehr als 150 Km. auf die Hälfte, d. i. 50 Pfg. für die 3. Klaffe und 1 Mk. für die 2. und 1. Klaffe herabgesetzt werde, weitergehenden Wünschen aber nicht entsprochen werden könne. Der in den hiesigen Zeitungen erfolgte Aufruf, betr. das Gesetz zum Schutz der Waarenbezeichnungen vom 12. März 1894, scheint immer noch nicht in der gewünschten Weise bethätigt worden zu sein. Die Anzahl der bis jetzt eingegangenen Anmeldungen läßt befürchten, daß noch Inhaber von gesetzlich eingetragenen Schutzmarken im Rückstände sind. Wir empfehlen denselben an dieser Stelle nochmals in ihrem eigenen Interesse, mit Einsendung ihrer Waarenzeichen nichr länger zu zögern. Die Uebermittelung derselben unsererseits an das Kaiserliche Patentamt muß bis spätestens 1. September 1894 erfolgt sein- das Gesetz tritt am 1. October 1894 in Kraft. Von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz gingen der Kammer zu: 1) ein Circular des Kaiserlich russischen Zoll-Departements, betr. die Regelung für die Zoll­behandlung von Waarenmustern, die von Hand­lungsreisenden nach Rußland mitgeführt werden, und wird die Einhaltung dieser Vorschriften den letzteren zur beson­deren Nachachtung empfohlen. Das Circular liegt den Interessenten auf unserem Bureau zur Einsicht offen. 2) Ein Entwurf von Ausnahmebestimmungen, betr. die Sonntags­ruhe für die Seifenindustrie. Etwaige Anträge und Aeußerungen betheiltgter Industriellen sind wir beauftragt entgegenzunehmen und bitten wir, dieselben an unser Bureau gelangen zu lasten. 3) Eine Zusammenstellung beachtens- werrher Vorschläge für die Herstellung einer geeigneten Ver­packung von Maaren, die zum Export in das Ausland speziell nach dem Copland und der südafrikanischen Re­publik bestimmt sind. Diese Zusammenstellung, sowie weitere an die Kammer zur Benachrichtigung etwaiger be* theiligten Kreise gelangten Berichte, die Geschäftslage in Rumänien, die Creditgewährung in Serbien und zweifelhafte Firmen im Auslande, namentlich in den Niederlanden betr., liegen ebenfalls auf dem Bureau der Kammer zur Kenntniß- nahme der Interessenten offen. Am 6. August 1894 findet eine Sitzung des Großh. Eisenbahnbeiraths in Darmstadt statt und wird in derselben auch eine Anzahl dieffeitiger, den Fahrplan der Oberhessischen Bahnen be­treffender Anträge, die den Leserkreisen bereits bekannt sind, zur Berathung gelangen und von dem Vorsitzenden der Kammer vertreten werden. Letztere nimmt berechtigte Wünsche, die sich zur Aeußerung an genannter Stelle eignen, noch gerne entgegen.

* * Militärdieustuachrichteu. Unterarzt Dr. Hofmann vom Landwehrbezirk Gießen wurde zum Assistenzarzt 2. Elaste befördert.

* * Diebstahl. Einem auf Oswaldsgarten mit Aufbauen der Festbuden beschäftigten Zimmermann wurde am vorigen Samstag ein Bandmaß entwendet. Die Diebin wurde in der Person einer Taglöhnerin ermittelt und zur Anzeige gebracht.

* * Unfall. Gestern Morgen wurde einem Knecht von einem Pferd die Hand vollständig durchgebisten.

* *nn. Statistik über die gewerblichen Unterrichtsanstalteu im Großherzogthum Hesteu. Unter der Leitung der Großh. Centralstelle für Gewerbe haben im Schuljahre 1893/94 folgende gewerbliche Lehranstalten gestanden: Die Großh. Landesbaugewerkschule in Darmstadt, die Großh. Fachschule für Elfenbeinschnitzerei in Erbach, die Kunstgewerbeschulen zu Mainz und Offenbach a. M., die erweiterten Handwerker­schulen zu Alsfeld, Bensheim, Bingen, Büdingen, Darmstadt, Friedberg, Gießen, Nidda und Worms- ferner 78 Sonntags­zeichenschulen und 39 gewerbliche Fortbildungsschulen für nicht zeichnerische Fächer. Die Zahl der an sämmtlichen vor­genannten Schulen thätigen Lehrer betrug 293. Davon sind 103 Volksschullehrer und 195 gehören dem Baugewerbe an. Die Gesammtschülerzahl beträgt 8472. An den erweiterten Handwerkerschulen, den Kunstgewerbe- und Fachschulen waren im Ganzen 87 Lehrer beschäftigt, darunter 24 fest angestellte. Die Gesammtschülerzahl betrug in den Wintercursen 951, in den Sommercursen 314 Schüler. 584 Schüler hatten sich den Baugewerken gewidmet und 259 Schüler waren im Alter von 18 und mehr Jahren. An den Sonntags-Zeichenschulen wirkten 177 Lehrer und betrug die Gesammtschülerzahl 5863. Außerdem erhielten noch 406 schulpflichtige Knaben (Vor­schüler), soweit thunlich, in besonderen Klaffen Unterricht. Von den Sonntagszeichenschülern gehörten 4459 (etwa 75pCt.) den Baugewerben an und 1493 Schüler standen im Alter von 18 und mehr Jahren. Der Unterricht an den Sonntags­zeichenschulen erstreckte sich auf Freihandzeichnen, geometrisches Zeichnen, darstellende Geometrie und Fachzeichnen. An den 39 gewerblichen Fortbildungsschulen waren 86 Lehrer thätig. Die Schülerzahl betrug 1658. Bei 29 Schulen fand der Unterricht nur im Winter statt, während in 10 Schulen das ganze Jahr hindurch unterrichtet wurde. 28 Schulen waren einklassig, 6 zweiklasfig und 5 dreiklasstg. Der Unterricht an diesen Schulen erstreckte sich auf Deutsch, Rechnen, Geometrie, ferner Buchführung, Naturlehre, Baumaterialienkunde, Ver­

waltung und Gesetzeskunde sowie Aufstellung von Vor­anschlägen.

* * Vorsichtsmaßregeln bei den Herbstübuugen. Für die im August und September stattfindenden Herbstübungen sind für die Mannschaften diesmal besondere Vorsichtsmaßregeln gegen die Gefahr des Hitzschlages erlaffen worden, über welche die Mannschaften aller Truppentheile eingehend zu belehren sind. Erfahrungsgemäß befördern ungenügender Schlaf, Ausschweifungen, Durst und vor Allem der Genuß von Branntwein Sonnenstich und Hitzschlag. Es ist daher dafür zu sorgen, daß den Mannschaften vor Märschen, die voraussichtlich während der beißen Tageszeit auSgesührt werden müffen, eine genügende Nachtruhe gewährt werde- da aber das Antreten frühzeittg geschehen muß, haben die Truppenbefehlshaber die Stunde, zu der Alles in den Quartieren sein muß, früh anzusetzen.

Butzbach, 27. Juli. Die hiesige evangelische Kirchen­gemeinde hat den hiesigen Katholiken einen schönen Altar, welcher jahrhundertelang in unserer evangelischen Pfarrkirche hinter Bretterverschlag aufbewahrt wurde, in anerkennens- werther Liberalität zur Benützung überwiesen. Freunde der Diaspora-Katholiken erbauten außerhalb der Stadt eine katholische Kapelle, in welcher dieser Altar Aufstellung fand. Seit dem 1. Juli besitzt die katholische Gemeinde in der Person des Herrn Pfarrcurats Ambos aus Heppenheim einen eigenen Geistlichen. Derselbe muß indessen vorläufig noch Kost und Logis in einem Privathause nehmen.

E. Echzell, 29. Juli. Hütet die Kinder! ist eine War­nung, die man nicht oft genug erheben kann, wie ein gestern bet uns vorgekommener Unfall leider wieder deutlich beweist. Ein etwa neunjähriger Knabe machte sich an der Häcksel­maschine zu thun- der Kleine kam mit der Hand in die Maschine, welche ihm einen Finger glatt ab, den anderen aber so durchschnitt, daß er nur noch an einem Hautlappen hing. Hütet die Kinder!

H. Aus dem Horloffthale, 29. Juli. In unserer Gegend hat sich seit Kurzem eine lebhafte Auswanderungsluft nach Norddeutschland, Ost- und Westpreußen, Posen und Pommern zu erkennen gegeben. Die Leute verkaufen ihr Anwesen zu guten Preisen, zahlen ihre Verbindlichkeiten ab und behalten noch soviel übrig, daß sie in jenen Gegenden kleine Renten­güter von 60 bis 150 Morgen mit Inventar zu übernehmen vermögen. Die Preise dieser Rentengüter, welche bekanntlich in sehr langer Zeit durch Tilgungsrenten heimgezahlt werden, schwanken zwischen 9000 bis 20,000 Mark. Der Boden in jener Gegend ist fruchtbar, das Klima aber rauh, so etwa, wie es im Vogelsberge ist. Nicht jeder kann das vertragen.

§ Grebenhain, 29. Juli. Heute spielten mehrere Kinder in der Scheune des Landwirths Johannes Komp. Plötzlich wurde die Ehefrau des Komp durch Hilferufe erschreckt- als sie sich nach der Scheuer begab, fand sie ihr sechsjähriges Mädchen mit der Hand in der Häckselmaschine stecken und ein anderes dreijähriges Kind an der Kurbel, die Hand des Mädchens war beinahe durchschnitten. Hätte ein stärkere« (älteres) Kind die Maschine gedreht, wäre die ganze Hand abgeschnitten worden. Auch dieser Fall mahnt, die Kinder nicht bei gefährlichen Maschinen und Werkzeugen allein zu lassen.

Von der unteren Bergstraße, 26. Juli. Durch die große Hitze ist die Reife der Pflaumen so schnell herangetreten, daß die Händler, weil die Früchte einen Transport nicht mehr ermöglichen, den Ankauf einstellen mußten. Den Landwirthen, die sonst erhebliche Summen aus Pflaumen lösten, ist dadurch eine hübsche Einnahme entgangen.

Vermischtes.

* St. Johann, 28. Juli. Heute Morgen brach, als das hiesige Dragoner-Regiment Pontonierübungen auf der Saar aussührte, die Plattform des Pontons ein, sodaß die Mann­schaft in die Saar stürzte. Ein Gemeiner ertrank.

* Stuttgart, 29. Juli. Der württembergische Obstbau­verein hat beschlossen, am 6. September und 4. October versuchsweise zwei Tafelobstmärkte in der städtischen Reit­halle hier zu veranstalten. Zur Zeit versendet der Verein die Marktordnung, welcher eine Anleitung über Pflücken, Sortiren und Verpacken des Obstes angehängt ist.

* Straßburg, 26. Juli. Ein hiesiger Bürger bekam heute eine der seltsamsten Postkarten, die Wohl je zur Absendung gelangt sind. Dieselbe ist nicht aus Papier oder Gorton, oder wie man sonst den vorschriftsmäßigen Stoff für Postkarten nennen will, hergestellt, sondern aus Baumrinde. Der Absender, der Amerikaforscher Rudolf Gronau, der sich zur Zeit auf einer Wanderung in Ganaba befindet, hat von der Rinde eines dortigen Baumes ein post­kartengroßes Stück abgelöst. Auf die Vorderseite hat er ein Stück Papier geklebt und mit der AufschriftPostkarte der amerikanischen Urwaldspost" versehen- darunter steht die Adresse. Die Rückseite enthält das, was man bei gewöhn­lichen Postkarten die Schrift nennen kann: eine Reihe von Mittheilungen, die freilich nicht geschrieben, sondern mittelst eines scharfen Messers in die Baumrinde eingeritzt, aber vollkommen deutlich und lesbar sind. Diese seltsame Postkarte ist in einer Postanstalt in Ganaba ber Name ist nicht deutlich zu erkennen, wahrscheinlich ist es Montreal am 14. Juli d. I. aufgegeben worben unb gestern in Straß­burg richtig zur Bestellung gelangt. Der Straßburger An- kunftsstempel ist ber Karte mit mustergültiger Deutlichkeit aufgebiücEt. Der Empfänger will bte Karte bem Postmuseum in Berlin zuweisen.

* Von dem vor Kurzem verstorbene» Professor Hyrtl in Wien, bem berühmten Anatomen, machen folgenbe Anecdoten die Runbe burch bte Blätter:Meine Herren", begann Prof. Dr. Hyrtl in den ersten Tagen des Wintersemesters 1869 auf 1870,schaffen Sie sich Todtenschädel an; ohne Todten- schädel ist das Studium der Anatomie kaum möglich. ES 1 muß ein Jeder von ihnen Mittel finden, sich einen Todten-