Ausgabe 
31.3.1894 Erstes Blatt
 
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Berlin, 29. März. Ein Bund deutscher Frauen­vereine hat sich heute hier constituirt, bisher sind ihm 36 Vereine beigetreten. In den Vorstand wurden gewählt: Fräulein Auguste Schmidt (Leipzig), Frau Schepeler-Lette (Berlin), Frau Anna Simson (Breslau), Frau Hanne Bieber- Böhn (Berlin), Fräulein Auguste Förster (Cassel), Fräulein Helene Lange (Berlin), Frau von Förster (Nürnberg), Fräulein Ottilie Hoffmann (Bremen), Frau Doctor Naue (München).

Leipzig, 29. März. Der zweite Deutsche Historiker­tag wurde heute eröffnet. Archivrath Ermtsch (Dresden) überreichte eine im Auftrage des sächsischen Staatsministeriums verfaßte Festschrift. Zu Vorsitzenden wurden die Profefforen Lamprecht und Arndt gewählt. Erster Berathungsgegenstand ist die Stellung der Alten Geschichte im gelehrten Unterricht- Referenten: die Profefforen Jäger, Hannak und Koemmel.

Hamburg, 29. März. Die Todtenfeier Hans von Bülows hat in der reichdecorirten, großen Michaelis­kirche stattgefunden. Die Leiche war auf dem Emporium glänzend aufgebahrt und mit Kränzen bedeckt. Zahlreiche Deputationen auswärtiger Musikcorporationen und einzelne Künstler hatten sich eingefunden. Der Bachverein sang die Todtenlieder. Der Hauptpastor Behrmann hielt die Gedachtniß- rede. Er betonte, daß Bülow ein kirchliches Glaubens- bekenntniß nicht gehabt habe. Der Anschar-Verein von 1876 trug den Sarg auf den Pracht-Todtenwagen. Der Zug durch die Stadt wurde wohl von 15000 Menschen angesehen. Die Verbrennung der Leiche findet im Krematorium zu Ohlsdorf statt.

Udine, 29. März. Der Sonderzug mit der Leiche Kossuths traf Mittags 11 Uhr 21 Min. hier ein und wurde von dem Präfecten, dem Deputirten Guardini, dem Senator Prampero, dem Bürgermeister, den Spitzen der Behörden und einer großen Anzahl Mitglieder von Vereinen, die mit Fahnen erschienen waren, empfangen. Seitens der Muntcipalität wurde ein prachtvoller Kranz überreicht. Der Bürgermeister, der Präsident des Veteranenvereins und der Deputtrte Duardini hielten Ansprachen, auf die der Sohn Kossuths erwiderte. Um 3 Uhr erfolgte die Weiterfahrt nach Pest. Die Veteranen gaben die Ehrenwache.

Depeschen des Bureau »Herold*.

Berlin, 29. März. In Regierungskreisen ist man ent­schlossen, die Arbeiten desReichstags noch vor Pfingsten zu beendigen. Eine zweite Lesung der Tabak- und Weinsteuer gilt als unwahrscheinlich. Die weitere Verhandlung des Stempelsteuergesetzes soll, soweit als eine Erledigung vor Pfingsten zulässig ist, hinausgeschoben werden, da man nachher auf ein beschlußfähiges Haus nicht rechnen könne. DaS neue Börsensteuergesetz tritt am 1. Juli im Falle der Annahme in Kraft.

Berlin, 29. März. Während des Aufenthalts des Kaisers in Abbazia geht von hier allabendlich mit dem Nochtschnellzuge ein Courier des Hauptpostamts mit den für die kaiserliche Familie bestimmten Postsachen dorthin ab.

Spandau, 29. März. In einigen Betrieben der hiesigen Königlichen Fabriken soll versuchsweise der Achtstundentag eingeführt werden.

Wien, 29. März. Der Kaiser hat dem Präsidenten Carnot das Großkreuz des Stephan-Ordens verliehen.

Budapest, 29. März. Verschiedene Ministerien, sowie das Corpscommando verfügten, daß sich weder Beamte noch Offiziere am Leichenbegängniß Kossuths betheiligen dürfen. Da Honvedosfiziere trotzdem theilnehmen wollen, sollen am Begräbnißtage alle nichtactiven Offiziere in der Honvedkaserne consignirt werden.

Bern, 29. März. Beim Bundesrath gingen 70000 Bürgerunterschriften ein, welche verlangen, daß die Eid­genossenschaft von den Z o l l e i n n a h m e n 6 Millionen Franken unter die Cantone vertheile. Anläßlich dieses Jnitiativbegehrens wird eine allgemeine Volksabstimmung stattfinden.

Rom, 29. März. Heute Vormittag erfolgte im Teatro Constanci die Eröffnung des medicinischen Con- gresses. Im Theater war das Parkett ausgeräumt und der Raum durch Hinzuziehung der Bühne vergrößert. Dieselbe war für den Hof, das diplomatische Corps und die Deputirten reservirt. Um lO1^ Uhr erschien König Humbert mit seiner Gemahlin. Ministerpräsident Crispi hieß alsdann mit herzlichen Worten die Aerzteversammlung willkommen und erklärte den Cougreß für eröffnet. Professor Virchow hielt alsdann in fließendem Italienisch eine kurze Rede. Hierauf folgten An­sprachen der Delegirten der einzelnen Nationalitäten. Das provisorische Comite wurde als definitives gewählt. Die Majestäten ließen sich zum Schluß die Delegirten vorstellen, worauf sich das Theater leerte. Ungefähr 800 Personen waren anwesend gewesen.

Madrid, 29. März. Aus Santander wird gemeldet, daß morgen Vormittag das noch im Schtffsruwpf des Machichaco" befindliche Dynamit gesprengt werden solle, dessen Vorräthe bedeutend größer seien, als man ursprünglich angenommen habe. Da man eine neue Katastrophe befürchtet, herrscht unter der Bevölkerung ungeheure Aufregung.

Loudon, 29. März. DieTimes" meldet aus Buenos- Ähres, eine Handelskrisis drohe binnen Kurzem infolge anhaltender Trockenheit auszubrechen. Die Wahlen haben der Opposition neue Kräfte gegeben. Die 'politische Lage in Argentinien sei bedenklich. Die Eisenbahneinnahmen seien bedeutend geringer als das Vorjahr.

Laudou, 29. März. DieDaily News" meldet aus St. Petersburg, die Begegnung des Czaren mit dem deutschen Kaiser werde im September in Stettin oder in Königsberg stattfinden. Der Czar wolle dem Kaiser Wilhelm persönlich Dank aussprechen für den Abschluß des

Handelsvertrags. Auf Wunsch des Czaren solle Caprivi der Zusammenkunft beiwohnen.

Revyork, 28. März. In Newyork ankommende Schiffe melden von gefährlichen Eisbergen im atlantischen Ocean, die sie vorgefunden haben.

tocates unö ^provinzielle-,

Hießen, den 30. März 1894.

** Bismarckfeier. Unserer gestrigen Notiz können wir zur Ergänzung des Festprogramms nachtragen: Die Feier wird durch einen von einem auswärtigen Herrn verfaßten und vorgetragenen Prolog eröffnet werden, Toaste und gemein- same Gesänge unter letzteren sehr schöne Dichtungen zur Bismarckfeier von Eügen Schwetschke, Johs. Frojem und Graf Westarp werden einander folgen, zwischen den Pausen und nach der offiziellen Feier concertirt die hiesige Regiments­capelle unter Leitung des Herrn Musikdtrectors Krauße. Die Dauer des offiziellen Theiles ist auf 22i/2 Stunden berechnet. Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Für den Aus­schank eines sehr guten Glas Bieres ist Sorge getragen. Küche und Keller des Herrn Stein werden bestrebt sein, auch sonst den materiellen Ansprüchen der Festtheilnehmer zu genügen.

* * Postalisches. Vom 1. April ab werden die Schalter des Postamts wieder um 7 Uhr Morgens geöffnet.

* Schuldienst Nachrichten. Am 18. Februar wurde dem Schullehrer Johannes Metzger zu Finthen eine Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Wald-Michelbach, Kr. Heppenheim, und dem Schullehrer Peter Ignatz Wahl zu Wald Michelbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Finthen, Kr. Mainz, am 26. Februar wurde dem Schulverwalter Carl Döring zu Stockhausen eine Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Ober - Ramstadt, Kreis Darmstadt, am 5. März wurden den Schulamtsaspi­rantinnen Barbara Arnold aus Bingen, Anna Dicken­scheid aus Mainz und Louise Rady aus Wimpfen a. B. Lehrerinnenstellen an der Volksschule zu Mainz, an dem­selben Tage wurde dem Schullehrer Otto Leineweber zu Dietersheim die Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Wimpfen a. B., Kr. Heppenheim, übertragen- am 7. März wurde der provisorische erste Lehrer und Dirigent der höheren Bürgerschule zu Langen Carl Schmitt zum ersten Lehrer und Dirigenten dieser Schule, unter Verleihung der Rechte eines definitiv angestellteu Volksschullehrers, ernannt - an demselben Tage wurde der von dem Herrn Grafen von Schlitz, genannt von Görtz, auf die Cantoratsstelle an der Gemeindeschule zu Schlitz präsentirte Schuloerwalter, Schul­lehrer Carl Bohl daselbst für diese Stelle bestätigt- an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Georg Zaiger aus Neu-Isenburg die Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Glattbach, Kreis Bensheim, an demselben Tage wurden dem Schulverwalter, Schullehrer August W ech zu Rüsselsheim, und dem Schulamtsaspiranten Gustav Müller aus Jugenheim Lehrerstellen an der Gemeinde- schule zu Rüsselsheim, Kreis Groß Gerau, an demselben Tage wurde dem Schulverwalter Franz Ronnebaum zu Nieder - Olm eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bürstadt, Kr. Bensheim, am 9. März wurde dem Schul­lehrer Peter Hedrich zu Ober-Ofleiden die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Maulbach, Kr. Alsfeld, an dem­selben Tage wurde demSchulamtsaspiranten Georg Lampert aus Siedelsbrunn eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Crumstadt, Kr. Groß Gerau, übertragen.

* * Da8 Fahrrad m der Armee. Nach den soeben publicirten Bestimmungen über den Etat des Reichsheeres 189495 werden die Infanterie- und Jägerbataillvne mit einer Anzahl Fahrräder für die Zukunft ausgerüstet. Damit hat das Fahrrad seinen offiziellen Einzug in die Armee gehalten. Weitere Verfügungen hierüber werden dem­nächst erfolgen.

+ Kesselbach. 29. März. Ein größerer Leichenzug, wie sich solcher heute zu Ehren des nach zweijährigem Leiden hier verstorbenen Lehrers Sch mehl von Weitershain nach hie­sigem Friedhöfe bewegte, ist wohl hierorts noch nicht gesehen worden. Der Verblichene, der im 55. Lebensjahre stand und über dreißig Jahre in der Schule segensreich gewirkt hat, war stets ein treuer, biederer und wahrer Character. Ob­wohl als Lehrer recht fleißig und tüchtig, versäumte er in seiner freien Zeit keine Gelegenheit, sein kleines Besitzthum stets mustergiltig zu bewirthschaften, um nicht blos als Lehrer, sondern auch als Landwirth seiner Gemeinde ein leuchtendes Vorbild zu sein. Darum waren auch seine Schüler, der Gesangverein und sehr viele Leidtragende von Weitershain herbeigeeilt, ihrem Lehrer und Freund von seinem neuerbauten, erst vor einigen Monaten bezogenen Heim aus das letzte Geleit zu geben. Aus der Umgegend waren viele Collegen, denen er stets ein treuer Amtsgenosse und offener Berather gewesen war, erschienen.

Gruuberg, 29. März. Im nächsten Monate werden es fünfzig Jahre, daß Herr Lehrer Reuß seinem Berufe, den er jetzt noch mit erfreulicher körperlicher und geistiger Rüstig­keit pflegt, obliegt. Während seiner langen und segensreichen Thätigkeit hat es derselbe verstanden, die Liebe, Anhänglich­keit und Dankbarkeit seiner Schüler, wie die Achtung aller Einwohner in solch hohem Maße sich zu erwerben, daß sein Ehrentag wohl nicht vorübergehen wird, ohne die mannig­fachsten Zeichen der Anerkennung für den Jubilar zu zeitigen.

Laubach, 27. März. Am 2. Osterfeiertage veranstaltete Herr Lehrer S ch m t d t mit seinem Gesangvereine aus Rupperts­burg in der Horst'schen Wirtschaft auf der Kreuzburg ein Concert, zu welchem Hunderte von Einheimischen und Viele aus der Umgegend sich etngefunden hatten, so daß der Saal die Zuhörer kaum zu fassen vermochte.

veElmrschtes.

' * Bromberg. 28. März. Der 29jährige Schiffsknechr Ernst Hohm, welcher am 20. Januar vom Schwurgericht zum Tode verurtheilt wurde, weil er am 19. December vorigen Jahres die dreijährige Tochter des Schuhmacher» Gatza vergewaltigt, den Kopf des Kindes an einem Pappel­baum zerschmettert und die Leiche in den Bromberger Canal geworfen hatte, wurde heute früh im Hofe des Bromberger Gerichtsgefängnisses durch den Scharfrichter Reindel auL Magdeburg hingerichtet.

* Paris, 29. März. Auf dem Pfefferkuchenmarkt sowohl

0. Ans Oberheffeu, 27. März. Zur Wetterlage. Die Osterfeiertage sind, von herrlichster Witterung begleitet, vorübergegangen. Leider muß ausgesprochen werden, daß die seit zehn Tagen herrschende Witterung dem Landmanne nicht viel Tröstliches in Aussicht stellt, denn die Hellen Nächte mit scharfem Reif und Frost, der wolkenlose Himmel am Tage mit intensivem Sonnenschein, sowie der beständige Nordost­oder Nordwind trocknen das Erdreich zu rasch auS - alle drei Erscheinungen gleichen aber genau denjenigen in den Jahren 1892 und 1893 und deuten, wie die beiden Vorjahre bewiesen haben, auf ein trockenes Frühjahr bis um die Mitte Juni. Wir wollen daher nicht versäumen, die Landwirthe darauf aufmerksam zu machen, daß sie für das Ausstellen von Früh­jahrsfutterpflanzen rechtzeitig und umsichtig Sorge tragen möchten. Weiter versäumen wir nicht, an die drei heißen, trockenen Jahre 1857, 1858 und 1859 zu erinnern, die sich ähnlich anließen, wie die Jahre 1892, 1893 und wahrscheinlich auch 1894. Die Wahrscheinlichkeit, daß wir wieder ein trockenes Frühjahr erhalten werden, geht noch aus Folgendem hervor: Jahrhunderte lange Beobachtungen und Aufzeichnungen bestätigen, daß die Tage vom 18. bi» 26. März fast ohne Ausnahme entscheidend für die Witterung des nächsten / Vierteljahres sind. Wie der Windstrich sich in diesen acht Tagen stellt, bleibt er bis Mitte Juni mit wenigen Abänderungen stehen. Ist die Witterung in diesen acht Tagen naß, dabei rauh und veränderlich, so kommt ein rauhes, ungemüthliches Frühjahr. Westwinde mit milder, feuchter Luft, mit öfterem Regen verkünden ein mildes, heiteres, ge- wüchsiges Frühjahr. Kalte, Helle Nächte, mit anhaltendem Nord- oder Nordostwind, bei Hellem, wolkenlosen Himmel wie wir es seit zehn Tagen beobachten deuten auf ein trockenes Frühjahr mit Reif und Frost in den Nächten. Es mag Jeder von diesen Aufzeichnungen und Beobachtungen halten und denken, was er will- soviel bleibt gewiß: eS schadet nicht, wenn man vorsichtig ist. Die Futtervorräthe sind nur noch sehr gering- schon deshalb empfiehlt es sich, in jeder Beziehung Vorsorge zu treffen. Kommt dann, trotz der schlechten Aussichten, ein gutes Futterjahr, dann ist der Vorsorgende im Besitze reichlicher Futtervorräthe und er kann den herabgeminderten Viehstand wieder heben und vermehren. Folgt den schlechten Aussichten aber daS dritte schlechte Futter­jahr und der Bauer hat nicht vorgesorgt, dann sieht es sehr bedauerlich aus, der geringe Viehstand müßte gegen Schleuder­preise weiter reducirt werden und es entstünden Verluste, die nach Jahren nicht zu ersetzen wären. Darum sei man vor­sichtig und umsichtig. Jetzt ist es noch Zeit.

D Vom Vogelsberg, 29. März. Seit gestern hat der Landwirth Wagen, Pflug und Egge wieder in Thätigkeit gesetzt und die landwirthschaftlichen Arbeiten haben ihren Anfang genommen. Das herrliche Frühlingswetter Ostern bat diesmal trotz seinem frühen Zeitpunkt wirklich auch der Natur zur Auferstehung geläutet hat den Erdboden sehr gut abgetrocknet, so daß er mit Ausnahme ganz nasser Lagen als vollständig bearbeitungsfähig sich erweist. Das Fahrvieh, das hier lediglich aus Kühen besteht, zeigt ein besseres Aus­sehen, als man es nach dem gehabten Futternothstande ver- muthen sollte. Unsere Landwirthe haben aber die Opfer nicht gescheut, ihrem dccimirten Viehstande durch Fütterung von Krastfuttermitteln Ersatz für das fehlende Heu und Grummet zu geben. Der warme Sonnenschein hat da» junge Wachsthum ersichtlich gefördert. Schon färben sich die falben Wiesen mit Hellem Grün. Die Wintersaat, namentlich Korn und Weizen, zeigen ein in der That gutes Aussehen. Die Obstbäume haben mehr Tragknospen angesetzt, als man nach einer solchen Obsternte und solchem trocknen Jahrgang erwarten konnte. Diese Knospen beginnen schon stark zu treiben. Giebt es nicht wieder einen ungünstigen Rückfall in der Witterungslage, so sind die Hoffnungen auf ein gute» und baldes Frühjahr voll berechtigt.

Darmstadt, 29. März. Von Seiten eines Comite- Mitgliedes wurde angeregt, bei der am Einzugstage de» neuvermählten fürstlichen Paare darzubringendeu Serenade den Marktplatz durch electrische Scheinwerfer zu erleuchten, und wäre gewiß zu wünschen, daß diese Idee zur Ausführung käme.

Mainz, 29. März. Die feierliche Diensteinweisung des Bürgermeisters Dr. Gaßner findet den kommenden Samstag Vormittag in einer Extrasitzung der Stadtverordneten durch Provinzialdirector Rothe statt. Die diesjährige Jahresvers amm lung desKatholischen LehrerverbandeS Deutschlands" findet gemeinschaftlich mit der ersten Jahres­versammlung des katholischen Lehrervereins des Großherzog- thums Hessen an den kommenden Pfingsttagen hier in Mainz statt. Ursprünglich war Cassel als Versammlungsort in Aussicht genommen, doch zeigten sich die dortigen Säle bei der großen Zahl der vorliegenden Anmeldungen zu klein. Innerhalb vier Tagen sind aus dem hiesigen Untersuchung»- gefängniß drei Verbrecher entsprungen, zwei am SamStag und der eine gestern. Der Flüchtling, der gestern das Wette gesucht, ist ent sehr gefährlicher Verbrecher, ein Schlosser Namens E n d l aus Rieden in der Pfalz, der mit dem in Darmstadt in Haft befindlichen gemeingefährlichen Gauner Glotzbach gemeinschaftlich mehrere schwere Verbrechen be­gangen hat.

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