gericht erfolgen kann. Nach der Auffassung des Ministeriums
wird hiervon heute Abend im liberalen Club officiell Mit
theilung machen.
Nom, 27. December. Der Papst hat dem russischen Botschafter Lobanow, welcher die Thronbesteigung des
müffen diese Roh- und Hilfsstoffe nach den Marktpreisen zu den Betriebsausgaben der Brennerei gerechnet werden.
Reggio (Calabrien), 27. December. Heute Morgen
um 7 Uhr wurde hier ein ziemlich heftiger Erdstoß verspürt.
Czaren notificirte, den Chriftusorden in Brillanten verliehen.
Brüssel. 27. December. In Grammont fanden zwischen strikenden Zündholzarbeitern und solchen, welche sich dem
Kopenhagen, 27. December. Die Vereinigte Dampf- schiffs'Gesellschaft in Kopenhagen hat heute eine Depesche er«
halten, laut welcher ihr Dampfer „Alexander III.* am Sonntag Morgen in der Nordsee total verunglückt ist. Capitän Rabe und fünf Mann sind an der Mündung der Elbe gerettet worden, das Schicksal der übrigen sechzehn oder siebzehn an Bord Befindlichen ist unbekannt.
Paris, 27. December. Das Abkommen Frankreichs mit Spanten verlängert den handelspolitischen modus vivendi, der am 31. December erlöschen würde, auf unbestimmte Zeit, so daß er bis zur ausdrücklichen Kündigung, die drei Monate vorher auszusprechen ist, in Giltigkeit bleibt.
Loudon, 27. December. Rach einer Meldung des Reuter'schen Bureaus aus Kanigurum vom 23. d. Mts. ist eine Abtheilung, die abgeschickt war, um die Posten der Maasud Waziris zu zerstören, gestern Abend nach einem Scharmützel mit dem Feinde dorthin zurückgckehrt. Zwei englische Offiziere und vier eingeborene Sappeure wurden verwundet. Die Verluste deS Feindes find unbekannt. Eine derachirte Abtheilung hatte ebenfalls ein Zusammentreffen mit dem Feinde, über das nähere Mittheilungen fehlen.
Petersburg, 27. December. Der Kaiser und die Kaiserin werden am 5. Januar auS Zarskoje-Sselo hierher zurückkehren. — Die Reise der Kaiserin-Wittwe nach dem Kaukasus ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden.
Yokohama. 27. December. Meldung des Reuter'schen Bureaus. General Nodzu, der Befehlshaber der ersten japanischen Armee, hat gestern telegraphirt, daß die Lage in Feng-Huang Tscheng unverändert ist. Eine Depesche des Generals Kaftura aus Haitscheng vom 24. d. M. meldet, daß General Sung nach der Niederlage bei Kogasai sich nach Niutschuang zurückbegab, sodann aber Niutschuang verließ und sich mit dem größten Thetl der dort liegenden Truppen nach Denschodai zurückzog,- in Niutschuang befinden sich jetzt keine chinesischen Truppen. Die chinesischen Streitkräfte in Naisam- barsi find seit dem 18. dsS. Mts. mit der Ausdehnung der Verschanzungen und der Verstärkung der Cavallerie beschäftigt. In der Richtung von Potschi ausgesandte Recog« noscirungs-Abtheilungen meldeten, daß 8000 Mann chinesischer Truppen von Cilco die Küste entlang vorrücken.
Depeschen Bureem
Darmstadt, 27. December. Der russische Vtceadmiral Kremer ist Weihnachten hier eingetroffen und im Hotel zur Traube abgestiegen. Heute Nachmittag wurde derselbe vom Großherzog empfangen, um die Thronbesteigung Kaiser Nicolai H. anzuzeigen. Später fand Galatafel statt.
Berlin, 27. December. Generallieutenant v. Blum-
Ausstande nicht angeschloffen hatten, blutige Erawalle statt. Dieselben waren so ernsthafter Natur, daß die Polizei energisch einschreiten mußte.
Paris, 27. December. Zu Ehren der russischen Specialcommission ist gestern im Elyfee ein großes Diner abgehalten worden. Demselben wohnten das ganze Personal der russischen Botschaft, sämmtliche Minister, mit Ausnahme des erkrankten Ministers des Aeußern Honotaux, sowie die Präsidenten des Senates und der Kammer bet. Präsident Casimir Perier brachte bei der Tafel ein Hoch aus- den Czaren aus.
Paris, 27. December. Frau Dreyfus beabsichtigt ihren Gatten nach Neucaledonien zu begleiten.
Paris, 27. December. Gestern wurde der gerichtliche Verkauf der Immobilien von Cornelius Herz abgehalten. Der Ertrag — 1348 000 Franken — fließt tu die Liqui- dationskaffe der Panamagesellschaft.
Rouen, 27. December. Vom Portale des hiesigen Domes wurden 20 Statuen gestohlen. Die unbekannten Diebe verkauften dieselben.
London, 27. December. Es sind bis jetzt 130 Todesfälle gemeldet worden, welche durch die letzten Stürme herbeigeführt worden sind.
Petersburg, 27. December. Behufs Hebung deö Besuchs der Universität Dorpat, der seit Aufhebung des deutschen Sprachunterrichts sehr gesunken war, hat die Unterrichtsverwaltung beschloffen, eine größere Vermehrung des Lehrpersonals vorzunehmen und eine namhafte Summe zur Unterstützung russischer Studenten auszusetzen.
Loyaler tut» ptMtSttifeHe».
Gießen, den 28. December 1894.
** Persoualveräuderuug am Großh. Amtsgericht. Amts- gerichtßrath Gebhardt übernimmt als Vorsitzender Richter mit dem 1. Januar die Leitung des Schöffengerichts. Amtsgerichtsrath Seeger wird von demselben Zeitpunkt an die Civil-Abtheilung des Amtsgerichts übernehmen.
♦* Prüfung für Gerichtsschreiber und Gerichtsvollzieher. Das Ergebniß der in Darmstadt von 22. bis 27. October d. I. unter dem Vorsitze des Herrn Oberlandesgerichtsraths Forch abgehaltenen Prüfung für Gerichtsschreiber und Gerichtsvollzieher ging jetzt den daran betheiligt gewesenen Herren zu. Von 14 aus den drei Provinzen erschienenen Candidaten haben diesmal nur 6 bestanden und zwar aus Starkenburg die Herren Gerichtsschreiber-Aspiranten I. Sch man dt und L. Wagner-Darmstadt, I. Neff aus Biblis, aus Oberhessen G. O r b ig-Gießen, aus Nheinheffen I. Hcckmann-
rö d er, Commandant des hiesigen Jnvalidenhauses, ist gestern früh im Alter von 75 Jahren gestorben.
Berlin, 27. December. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." hört, steht die Bekanntgabe des Untersuchungsergebniffes in der Angelegenheit der Oberfeuerwerkerschüler in kurzer Zeit bevor.
Berlin, 27. December. Die „Berl. Neust. Nachr." können zu der Meldung der „Augsb. Abendzeitung", daß der letzte Besuch deS Grafen Herbert Bismarck in Berlin dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe gegolten habe, hinzusügen, daß dieser Besuch den Zweck hatte, dem Fürsten Hohenlohe den Dank des Fürsten Bismarck für die erwiesene Theilnahme auszusprechen.
Berlin, 27. December. Wie die „Post" meldet, wird der Reichskanzler Fürst Hohenlohe morgen Nachmittag mit seiner Familie aus Podtebrand wieder in Berlin eintreffen.
Berlin, 27. December. Es ist angeregt worden, dem Fürsten Bismarck zu seinem 80. Geburtstage eine Huldigung der Lehrkörper sämmtlicher Universitäten des Reiches darzubringen. Dem Vernehmen nach haben bereits mehrere Senate zugestimmt.
Berlin, 27. December. Das Generalcommando des Garde-Corps theilt mit, daß eine Abhaltung von Winter- manövern bisher nicht vorgesehen ist.
Essen, 27. December. .Der Bergarbeiter-Congreß hat heute Morgen folgende vom Reichstagsabgeordneten Möller-Waldenburg eingebrachte Resolution angenommen: Eine längere Schichtzeit für die Bergarbeiter als die achtstündige verhindert die nothwendtge Erholung und Wiederkräftigung, führt somit zur fortschreitenden Verelendung und zwar ohne eine Mehrleistung zu erzielen, weil im gleichen Verhältniß, wie die stetige Uebermüdung fortgesetzt wird, das Maß der Arbeitsleistung sinkt. In Erwägung dieser That- sachen erklärt der Congreß die Einführung der Achtstundenschicht, einschließlich der Ein- und Ausfahrt, für eine dringende Nothwendtgkeit.
München, 27. December. Beim hiesigen Jufauterie- Leibregiment erkrankten 49 Mann an Scharlach, in 33 Fällen ist die Erkrankung eine leichtere.
Wien, 27. December. Aus Arco (Südtirol) wird gemeldet, der Exkönig Franz von Neapel leide an Zuckerkrankheit. Sein Zustand sei andauernd bedenklich.
Wien,27. December. Exkönig Franz von Neapel ist heute in Arco gestorben.
Lemberg, 27. December. Die Statthalterei löste den akademischen Verein auf, weil derselbe einen Ausruf zur Veranstaltung einer Nationalfeier zur Erinnerung an die dritte Thetlung Polens nachdrücklich empfohlen hatte.
Budapest, 27. December. Der Kaiser ist bereits hier eingetroffen und wird zuerst den Ministerpräsidenten Wekerle, alsdann den Fürstprimas Vashary und die Präsidenten des Abgeordneten- und Magnatenhauses empfangen. Wekerle
Planig (z. Z. in Mainz) und F. Beck-Worms. Gerichtsvollzieher-Aspiranten waren keine erschienen.
* * Jubiläum. Am 29. December sind es 25 Jahre, seit Herr Maschinenmeister Qu er n er, der technische Leiter der Betriebswerkstätte der Oberheff. Eisenbahnen, in dieser Eigenschaft thätig ist. Der Verkehr und das Einvernehmen zwischen dem Jubilar und seinen Untergebenen waren während der langen Reihe von Jahren recht gute, und von ganzem Herzen werden dem Herrn Querner an seinem Jubeltage deren Segenswünsche begleiten. Wir wünschen, daß dem Jubilar in seiner verantwortungsvollen Stellung noch eine recht lange und glückliche Laufbahn beschieden sein möge.
* * Kirchendiebstahl. Am 2. Weihnachtsfeiertage in den Stunden nach V24 Uhr Nachmittags wurde in der katholischen Kirche der Inhalt einer dort aufgestellten Sammelbüchse entwendet, doch dürfte die dem Dieb gewordene Beute nur wenige Pfennige betragen haben, da kurz vorher, als man den Diebstahl merkte, der Behälter entleert worden war. Die geleerte Sammelbüchse fand sich später vor dem Gotteshaus liegend wieder.
’* Klein Feuer im Kaiferhof. Als gestern gegen Abend im Kaiserhof einer der Kellner das Gas anzündete, kam er mit dem aus einer SpirttuSflamme bestehenden Anzünder der Portierendecoration zu nahe, so daß dieselbe in Brand gerieth. Dem energischen Zugreifen eines anwesenden Gastes gelang es, das Feuer im Keime zu ersticken und ist der Schaden nur unbedeutend.
* * Seminaristisch gebildete Lehrer au höheren Schulen. Mit Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs hat das Ministerium an die Stände des Großherzogthnms, zunächst an die Zweite Kammer derselben, das Ansinnen ge-
mit 1650
1.
5.
31. Dienstjahre an,
und 2) daß der
zur Durchführung dieser neuen Gehalts
1900
2150
2400
2650
2900
3150
I II III IV V VI VII
// // // n
H
// // // //
//
6,-10.
11.—15.
16.—20.
richtet zu einer Einrheilung der an den Gymnasien, Realgymnasien, Realschulen und Taubstummenanstalten bestehenden 84 Stellen für definitiv angestellte, seminaristisch gebildete Lehrer in sieben Gehaltöklasseu mit einem Mtnimalgehalt von 1650 und einem Maximalgehalt von 3150 Mk., sowie weiter dazu die Zustimmung zu ertheilen: 1) daß die betreffenden Lehrer tn die betreffenden Gehaltsklaffen bei tadelloser Dienstführung nach Maßgabe ihrer Anciennität, und zwar mit Wirkung von der ersten dienstlichen Verwendung nach bestandener Definitorialprüfung, wie folgt aufrücken:
regulirung erforderliche Mehrbedarf, der sich zur Zeit auf etwa 11,000 Mk. beläuft, aus Ueberfchüssen der vorderen Finanzpertoden entnommen wird.
in
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Klaffe
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1!
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Dienstjahr, u n // // n
21.-25.
26.—30.
** Zu Amerika verstorbene Heffen. New.York City, N. Y.: Johann Philipp Mauer, 51 Jahre alt, aus Flonheim. Baltimore, Md.: Nathan Lehmann, 58 Jahre alt, aus Darmstadt. Indianapolis, Jnd.: Valentin Köhler, 37 Jahre alt, aus Freimersheim. Pittsburg, Pa.: Peter Engel, 44 Jahre alt, aus Büßfeld. Town Alma, Wis.: Joseph Vollmer sen., 75 Jahre alt, aus Darmstadt.
* Grünberg. 26. December. Ueber eine traurige Störung des Wechnachtsfeftes wird aus Burg-Gemünden berichtet: Während der Vorbereitungen zur Weihnachtsbescheerung wurden die beiden Jungen des Herrn Oberförsters Kutsch in ein Nebenzimmer gewiesen, wo der eine eine geladene Pistole ergriff und seinen Bruder durch einen Schuß verwundete. — Heute Morgen wurden zwei Hunde, den Herren Kreisveterinärarzt Neunhöffer und Bauaufseher Maringer gehörig, der eine in der Hundehütte und der andere in einem Latten- verschlag vergiftet aufgesunden. Ob ein Zufall oder ein Act von Schurkerei vorliegt, konnte nicht festgestellt werden.
Gr. Anz.
§ Grebenhain, 26. December. Heute starb dahier die älteste Frau unseres Kirchspiels, M a r i a F a i tz, im 87. Lebensjahre stehend- sie hinterläßt neben Kindern, Enkeln und Urenkeln auch Ur-Urenkel.
Darmstadt, 27. December. Staatsminister Finger vollendet am 13. Januar n. I. sein siebzigstes Lebensjahr. Es war beabsichtigt, bei dieser Gelegenheit eine öffentliche Kundgebung und Begrüßung zu Ehren des Jubilars zu veranstalten. Dieselbe muß jedoch unterbleiben, weil der Jubilar gebeten hat, von einer solchen Abstand zu nehmen. N. H. V.
* Seligenstadt, 26. December. Die seit einiger Zeit unter der Kinderwelt unserer beiden Nachbargemeinden Klein- Krotzenburg und Hainftadt herrschenden Masern wurden in Einzelfällen auch in unserem Städtchen feftgestellt. Einem jungen Ehepaare fielen am Sonntage innerhalb weniger stunden zwei Kinder der meist mit Complicationskrankheiten auftretenden Krankheit zum Opfer. In Klein Krotzenburg sind bereits 30 Kinder der Seuche erlegen. Die dortigen Schulen sind seit 3 Wochen geschlossen. In Hainstadt forderte die Epidemie schon 4 junge Menschenleben. Darmst. Ztg.
A Mainz, 27. December. Der Maschinenführer des während der Feiertage hier vor Anker gelegenen holländischen Dampfers „Emma, Königin der Niederlanden", Martin Cälois aus Amsterdam, erlitt gestern Nachmittag einen grauenvollen Tod. Derselbe wurde von der Kolbenstange der Maschine erfaßt und ihm die Hirnschale total zerschmettert, so daß der Tod sofort eintrat. — Die hiesigen Stadtverordneten haben heute Abend — einen vor 14 Tagen gefaßten Beschluß cassirend — beschloffen, die „Stadthalle" dem Carnevalsverein „Narrhalla" gegen die übliche Miethe von Mk. 7000 während der nächsten Caruevalsaison zu überlassen. Bei dem vor 14 Tagen gefaßten Beschluß war bedingt worden, daß der Stadtkaffe auch die Hälfte aus der Einnahme von dem Maskenballe zufließen solle, welche Bedingung in gewissen Kreisen eine arge Aufregung verursacht und man sich daher zur Aufhebung bereglen Beschlusses veranlaßt gesehen hat. — Die Einfuhr inländischer Weine in hiesiger Stadt hat in letzter Zeit außerordentlich zugenommen. Dieselbe betrug im verflossenen November 14,490 Hectoliter, mehr als das Doppelte von der Einfuhr in dem gleichen Monat des Vorjahres, indem im November 1893 nur 6489 Hectoliter eingeführt wurden.
Vermischtes.
* Frankfurt a. M., 27. December. In der Strafanstalt zu Preungesheim starb gestern der ehemalige Haupt- cassirer des Bankhauses M. A. von Rothschild & Söhne, Rudolf Jaeger, welcher wegen Defraudation im Jahre 1892 zu 10 Jahren Gefängniß verurtheilt worden war. Jaeger, welcher schon längere Zett leidend war, zeigte sich in der letzten Zett auffallend renitent und wurde deshalb öfter mit Dunkelarrest bestraft.
^Is. Karlshafen, 27. December. In Ergänzung der Nachricht über den Zusammenstoß zweier Güterzüge in dem Wahvbecker Eisenbahntunnel auf der Bahn Ottbergen- N o r t h e t m ist noch folgendes Nähere mitzutheilen: Der Güterzug Nr. 825, welcher von Köln-Soest kam, war sehr ausgedehnt und mit Stückgütern, Weihnachtssendungen rc. beladen, derselbe kam ungefährdet und ungehindert bis Carlshafen, von wo aus er in der Richtung nach Bodenfelde-Northeim zu gegen Mitternacht in dienstlich vorschriftsmäßiger Weise auch abgelassen wurde. Der andere Güterzug Nr. 832, welcher aus entgegengesetzter Richtung kam, scheint nicht vorschriftsmäßig abgegangen zu sein, wodurch der furchtbare Zusammenstoß herbeigeführt worden ist. In der Mitte des etwa einen Kilometer langen eingleisigen Tunnels fuhren die beiden Züge mit fast voller Fahrgeschwindigkeit aufeinander, ein furchtbares Zerstörungswerk anrichtend, weil wegen der im Tunnel immerhin herrschenden beschränkten Beleuchtung die Locomotivführer der beiden Züge erst wenige Sccunden vor der Katastrophe das Schreckliche der Situation erkennen konnten. Die beiden Locomottven bohrten sich tief in einander, die nachfolgenden Wagen zertrümmerten unter furchtbarem Krachen und thürmten sich hoch übereinander, stürzten um und fielen zur Seite, den Tunnel fast vollständig blockirend, dazu finstere Nacht, das Geschreie und Wehklagen der Schwerverletzten, die in den Trümmern wie mit Schrauben und eisernen Klammern eingekeilt waren und nach geraumer Zett erst herausgesägt und gehauen werden konnten, in der That ein schauriges Bild grauenhafter Vernichtung. Nach dem Zusammenstöße brach in einem Wagen, der eine entzündliche Masse enthielt, Feuer aus, doch wurde dasselbe alsbald gelöscht. Wie bereits mitgetheilt, ist der Packmeister des Soester Zuges tobt, die Locomotivführer, Heizer, Zugführer und mehrere Bremser, zusammen acht, lebensgefährlich verletzt. Nachdem die Aerzte aus Carlshafen und Lippolds- berge auf der Unglücksstätte den ersten Verband angelegt, wurden die Schwerverwundeten in die Krankenhäuser nach


