Arthurs den erbittertsten Widerstand geleistet haben. Bei der Erstürmung jedes Forts kam es zu blutigem Handgemenge. Am heftigsten tobte der Kampf auf den Forts bet Han shin- chaug, wo Hunderte von Chinesen der Uebermacht der Feinde erlagen. Ueber den Eindruck, welchen die Eroberung Port Arthurs in Tientsin, Shanghai und Peking macht, fehlt jede Nachricht.
Loudon, 27. November. Die „Times* halten es für nicht unmöglich, daß die neue Kaiserin von Rußland bei ihrem Gemahl zu Gunsten des Friedens großen Einfluß ausüben kann, indem sie die in Rußland gegenüber Deutschland herrschenden Vorurtheile an maßgebender Stelle beseitigt.
Petersburg, 27. November. Alle hiesigen Blätter bezeichnen die Haltung des Publikums bei den Hochzeits- f eierlichkeit en als eine musterhafte- der Jubel und Enthusiasmus der Volksmenge sei aufrichtig gewesen. Bis in die späten Nachtstunden hinein wogten dichte Menschen- maffen auf den. Straßen,- überall ertönte die Nationalhymne.
Petersburg, 27. November. Die anläßlich der Vermählung des Czaren erlasiene Amnestie hat eine allgemeine freudige Stimmung hervorgerufen und man glaubt, es werden Reformen in freiheitlichem Sinne bald nachfolgen. — In Hofkretsen wird vielfach commentirt, daß der General BotS- deffre noch nicht abgereist ist.
Sofia, 27. November. Gestern wurde der frühere Polizeipräfect Luganow auf offener Straße von einem unbekannten Manne an gefallen und durch Stockschläge nicht unerheblich verletzt.
Coeoto ttttö provkn;i«lle»
Gieße«, den 28. November 1894.
** Zur Vermählung Ihrer Kaiserlichen Hoheit der Prim zesfi» Alix hatte Oberbürgermeister Gnauth am 26. d. M. das nachstehende Telegramm abgesandt:
An Seine Königliche Hoheit den Großherzog von Hessen Petersburg.
Mit seinem Fürstenhaus vereint in Freud und Leid nimmt au dem frohen Ereigniß dieses Tages herzlichen An- theil mit dem ganzen Hesienland auch Euer Königlichen Hoheit treues Gießen; Namens desselben wagt es der unter» than igst Unterzeichnete, solcher Gesinnung hiedurch Ausdruck zu geben mit der ehrfurchtsvollen Bitte, Eure Königliche Hoheit wolle Ihrer Majestät der Kaiserin zu dem nun geschloffenen Ehebunde auch Gießens Segenswünsche gnädigst Übermitteln.
Gnauth, Oberbürgermeister.
Am gestrigen Nachmittag ist darauf aus Petersburg das nachfolgende Telegramm hier eingetroffen:
Oberbürgermeister Gnauth. Gießen.
Kaiserin dankt mit mir herzlichst für die treuen Gesinnungen und aufrichtigen Segenswünsche.
Ern st Ludwig.
** W. Ehrung für Professor Dr. Gaffky. Während der Ferien lehnte bekanntlich unser derzeitiger Rector Herr Pro- feffor Dr. Gaffky einen an ihn ergangenen Ruf der Universität Halle a. d. S. ab. Die akademische Jugend beabsichtigt nun, dem bedeutenden Gelehrten eine Ovation zu bringen und ist für die nächste Woche ein Fackelzug der Studentenschaft geplant. Der Tag, an dem dieses geschehen soll, ist noch nicht sicher festgesetzt.
** P. Freigesprocheu. Unsere Leser erinnern sich gewiß noch der Verhaftung eines städtischen Arbeiters, welcher, wie wir s. Zt. meldeten, dringend verdächtig war, am Vorabend vor Pfingsten die auf dem Hochreservoir am Lutherberg vom Brunnenmeister Rodewald gezogenen neun edlen Rosenbäumchen beschädigt zu haben und ebenso acht Tage später an der Ostanlage, am Ausgange der Senkenbergstraße, acht Rosen- stämmchen an der Krone abgebrochen zu haben. Das Schöffengericht hatte den Verdächtigen für schuldig befunden und denselben zu drei Monaten Gefänguiß verurtheilt. Gestern beschäftigte sich die Strafkammer als Berufungsinstanz mit dieser Sache. Der Angeklagte wurde von Herrn Rechtsanwalt Dr. Fuhr vertreten. Die Anklage vertrat Herr Staatsanwalt Koch. Nach sehr eingehender Beweisaufnahme (17 Zeugen wurden gehört) plaidirte der Verthetdiger für Freisprechung. Die Anklagebehörde vertrat den Standpunkt des VordergerichtS, beantragte aber eine sechsmonatliche Ge- fängntßftrafe statt der erkannten drei Monate. Der Gerichtshof erkannte wegen nicht ausreichender Beweise auf Aufhebung des schöffengerichtlichen Unheils und Freisprechung des Angeklagten, obwohl der Vorsitzende, Herr Landgerichtsdirector Jöckel, die Wahrscheinlichkeit betonte, daß der Angeklagte der Thäter gewesen sein könne.
** Unfall auf bet Deutz Gießener Bahn. Ein erhebliches Eisenbahnunglück hat sich, wie der „W. A." meldet, vorgestern Abend auf der Station Betzdorf der Deutz- Gießener Bahn zugetragen. Ein zu später Stunde in die genannte Station etnlaufender Güterzug fuhr nämlich in demselben Geleise ein, auf welchem eine Rangirmaschine stand. ES erfolgte hierdurch ein Zusammenstoß, bei welchem, vorläufigem Vernehmen nach, vier Bremser, ein Maschinensührer, ein Zugführer und ein Heizer verwundet wurden- außerdem sollen 17 Güterwagen zertrümmert sein. Glücklicherweise sollen die Verletzungen der Beamten nicht von besorgniß- erregender Beschaffenheit fein.
** Militäranwärter feien auf § 15 der Anstellungs- gruudfätze hingewiesen, welcher besagt, daß zur Vermeidung der Streichung in den Bewerberverzeichniffen die Wiederholung der Meldung der vor dem 1. Januar d. I. in denselben vorgemerkten Miltäranwärter bis zum 1. December d. I. bei den betreffenden, die Berzeichniffe führenden Behörden zu bewerkstelligen ist.
♦* Gettchttbieust. Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 22. November ist der Gerichtsvollzieher-Aspirant Feldwebel Heinrich Eckel zu Worms mit Wahrnehmung der Dienftverrichtungen eines Gerichtsvollziehers und Amtsgerichtsdieners in Laubach beauftragt worden.
** Panorama. Eine höchst interesiante Serie, das L a h n - und Nahethal, sowie die Badeorte Ems, Wiesbaden, Baden-Baden, Kreuznach wird diese Woche geboten. Ueber alle Anfichten ist ein herrlicher Sonnenschein mit den natürlichen Farbentönen auSgebreitet und sind die Bilder, welche wir nicht alle namhaft machen können, vorzüglich hergestellt. Am schönsten sind die Ansichten von Baden-Baden, die verschiedenen Panoramen, die Gerolsaus-Cascade, die Allerheiligen-Abtei, der Waldsee. Ferner von Ems das linke Lahnufer, sowie eine Fahrt mit der Malbergbahn. Von Wiesbaden sind am schönsten die Ansichten vom Kurgarten, sowie der Neroberg mit der russischen Capelle, Sonnenberg- Ruine 2c. Kurzum, es ist eine herrliche Reise, die wir unseren Lesern bestens empfehlen.
** HeereLersatz Aushebung. Diejenigen jungen Männer, welche in der Zeit vom 1. Januar bis 31. December 1875 geboren sind, sich nicht an ihrem Geburtsorte aufhalten, und für die nächste Heeresersatz-Aushebung in Betracht kommen, wollen bei Zeiten daran denken, sich zur Vermeidung von Nachtheilen mit Geburtsscheinen oder sonstigen Beweismitteln über die Zeit und den Ort ihrer Geburt zu versehen. Die für den genannten Zweck aus den Kirchenbüchern bezw. Geburtsregistern der Standesämter u. f. w. zu ertheilenden Bescheinigungen müssen kostenfrei auSgefertigt werden. Die Termine für die Anmeldung zur Recrutirungs-Stammrolle werden in der ersten Hälfte des Januar k. I. bekannt gemacht.
** Verpflegung der Truppen. Die „Straßb. Post" weist auf die allgemein zugegebene Thatsache hin, daß die gegenwärtige Verpflegung der Soldaten unzureichend sei, und theilt mit, daß man diesen Uebelstand beseitigen wolle. Jetzt soll in der Garnison die Fleischportion um 30 Gramm, die Gemüseportion auf die Sätze des Gemüse- theils der Manöververpflegung unter gleichzeitiger Fettzugabe von 40 Gramm und die Manöverkost durch eine Fettzugabe von 60 Gramm erhöht werden. Hierdurch wird es auch ermöglicht, dem Soldaten eine regelmäßige Abendkost zu gewähren, welche er sich jetzt aus seinen recht knapp bemessenen Gebührnissen an Löhnung selbst beschaffen muß- bei der ge meinschastlichen Bewirthschastung der zugebilligten Mittel wird sich sogar meist eine warme Abendkost, jedenfalls aber in der strengeren Jahreszeit, Herstellen laffen. Der Soldat zahlt jetzt für die ihm in der Kaserne gewährte Verpflegung von seiner Löhnung einen Antheil von 13 Psg.- bei der geplanten neuen Verpflegung würde dieser Antheil nicht ausreichen und es sollen in Zukunft dem Manne 15 Pfg. in Abzug gebracht werden. Der Soldat würde also für seine Abendkost nur 2 Pfg. zu bezahlen brauchen, da das Uebrige in natura von der Verwaltung geliefert wird. Bei der vortrefflichen Verwaltung unserer Truppenmenagen steht also den Mannschaften eine erhebliche Verbesserung ihrer Verpflegung in Aussicht. Die zur Durchführung dieser Maßregel erforderlichen Geldmittel sind mit in den nächsten Etat eingestellt worden und es gilt wohl als selbstverständlich, daß deren Bewilligung im Reichstage anstandslos erfolgen wird.
Friedberg, 26. November. Der in weiten Kreisen bekannte Lackfabrikant Friedrich Roßbach, welcher sein Geschäft von kleinem Anfang zu bedeutender Blüthe brachte, ist gestern im 73. Lebensjahr dahier gestorben.
Zlbeshausen, 26. November. Bet der am vergangenen Montag abgehaltenen Jagd wurden 14 Rehe, am Dienstag 13 Rehe und 1 Schwein zur Strecke gebracht.
Darmstadt, 27. November. Die Enthüllung des von der Stadt Darmstadt dem verstorbenen Oberbürgermeister Ohly auf dem Friedhof an der Nieder-Ramstädter Straße errichteten Denkmals findet voraussichtlich nächsten Samstag, 1. December, Vormittags ll1^ Uhr statt.
verMischtes.
* Berlin, 25. November. Der hiesige Restaurateur Schwanke, der unter dem schweren Verdachte der Ermordung der Breslauer Kellnerin Else Groß verhaftet worden war, ist Samstag Mittag aus der Untersuchungshaft entlassen worden, nachdem der von ihm angetretene Alibibeweis durch die Vernehmung von 14 Zeugen vollständig bekräftigt worden war.
* Hochstadt, 26. November. Heute Morgen wurde hier die Familie des Landwirthes W. Strobel, Vater, Sohn, deffen Frau und Kind, in ihrem Schlafzimmer bewußtlos und dem Tode nahe aufgefunden. Am gestrigen Abend hatte die Frau Kaffee für die heute Morgen zu erwartende Waschfrau gekocht und zum Warmhalten des Getränkes vor dem Schlafengehen auf das Ofenfeuer naffe Kohlen aufgelegt. Die Kohlen geriethen nickt richtig in Brand und es entwickelte sich das giftige Kohlengas. Der Vater, der im oberen Theile deö Hauses schläft, war frühzeitig aufgestanden, um den Sohn zu wecken. Er muß beim Betreten des mit Kohlendunst angefüllten Zimmers sofort bewußtlos geworden sein. Ihn wie den Sohn und deffen Frau fand man auf dem Boden des Zimmers liegend. Dem herbeigerufenen Arzt ist es gelungen, die vier Personen wieder zum Athem zu bringen, doch ist es noch fraglich, ob sie am Leben erhalten werden können.
* Aus Süddeutschland, 24. November. Die abnormen Fleischpreise zeigen jetzt in Süddeutschland wieder eine Tendenz zum Sinken, nachdem auch die Märkte besser befahren sind, als in den letzten Wochen. Besondere Verhältnisse scheinen in Hof obzuwalten. Es wird dort prima Schweinefleisch ä Pfund 50 Pfg., in Halben und Vierteln billiger, und Ochsenfleisch ä. Pfund 50 Pfg. ausgeboten,
prima Lammfleisch zu 45 Pfg., ja sogar Schweinefleisch zu 48 Psg. (Zur Nachahmung bestens empfohlen. Der Setzer.)
• Wie«, 27. November. Der hiesige Geschäftsinhaber Falck wurde von seinem Compagnon Johann Fischer durch einen Hammerschlag schwer verletzt. Fischer tödtete sich alsdann durch einen Revolverschuß.
* Marseille, 24. November. Der Oberst eines Regiments soll laut den militärischen Reglements die Fahne seines Regiments bei sich aufbewahren. Nun wohnt aber der Oberst des 61. Regiments, das hier garnisonirt, in einem Hotel meubte, welchen Ort er für die Trophäe nicht passend hielt, trotzdem er die militärische Schildwache beibehalten hat. Die Fahne gab er einem seiner Hauptleute zur Verwahrung, der sein Empfangszimmer damit auöschmückte und sie über dem Kamin aufhängte. Gestern zündete das Dienstmädchen Feuer im Kamin an und es ging durch einen unglücklichen Vorfall die Fahne mit in Flammen auf. Dieselbe trug die Inschriften von Heliopolis 1800, Wagram 1809, Sebastopol 1854—55, Solferino 1859. Eine Untersuchung ist eingeleitet.
* Zum Capitel der Schund Litteratur. Schon zu verschiedenen Malen haben wir Beispiele gebracht, wie junge Gemüther nur durch das Lesen schlechter Bücher auf die Bahn des Verbrechens gerathen sind. Auch kürzlich spielte sich vor dem Schwurgericht II in Berlin ein derartiges Drama ab. Einem jungen Burschen, dem Dienstknecht Gustav Preuß aus Werder bei Rehfelde, wurden nicht weniger als neun Brandstiftungen zur Last gelegt. Nach längerem Leugnen gab er endlich die Erklärung ab, daß er einen Hintertreppen Roman (den berüchtigten „Scharfrichter von Berlin") gelesen habe und dadurch in einen Zustand steter Aufregung versetzt worden sei, die sich bis zur völligen Verwirrung seines Kopfes gesteigert habe. In dem Buche fei auch von Brandstiftungen die Rede gewesen, und da habe sich dann der Gedanke zur fixen Idee ausgebildet, daß er selber Feuer anlegen müsse, um zu sehen, wie sich das in der Wirklichkeit mache, was er in dem Roman gelesen. Nachdem ihm die erste Brandstiftung gelungen fei, habe er die zweite unternommen, bis er nicht mehr anders gekonnt habe, als Feuer anzulegen. — Der Mann hat seine schwere Strafe zu verbüßen. Was für eine Strafe aber erhalten die Urheber dieses unsäglichen Elendes und Leides, die Verfasser und Verleger? Einen gefüllten Geldsack, gefüllt von den abgedarbten Groschen armer, ungebildeter, lesehungriger Menschen? Soll doch jener Schundroman in 25 0,000 Exemplaren verbreitet worden sein und dabei ein Capital von drei Millionen Mark ins Rollen gebracht haben. Ist eS nicht himmelschreiend, daß das Volk in dieser Weise belogen, betrogen und beraubt wird? Ist es nicht Pflicht des Staates, Mittel und Wege zu schaffen, gerade das unmündige Volk vor derartiger materieller, moralischer und geistiger Schädigung zu bewahren und jenen schriftstellerischen und buchhändlerischen Unmenschen das Handwerk zu legen? Müßten nur die Verfasser und Verleger und auch die (Kolporteure die Strafen mittragen, welche durch ihr Verschulden jenen unglücklichen Menschen zutheil werden, so würde die Herstellung und der Vertrieb dieser erbärmlichen Erzeugnisse bald Nachlassen. Gerade da, wo es klar erwiesen ist, daß die Verbrechen durch Bücher veranlaßt worden sind, sollte das Gesetz unnachsichtig gegen Verfasser, Verleger und Vertreiber einfchreilen. Hier ist jede Nachsicht eine Schwäche, die die Vergiftung der Volksseele mit verschuldet und das Volkswohl mehr oder minder untergräbt oder wohl gar zu nichte macht. WaS nützt es, wenn man den Stamm äußerlich von Raupen und ähnlichen Gethier zu säubern sucht, dabei aber geduldig zusieht, daß die Würmer die Wurzeln zerstören und die Maden das Mark angreifen ? Die Bücher und die Zeitungen find die geistigen Säfte des Volksstammes. Wird hier nicht Wandel geschaffen und der Verbreitung der Schund- Litteratur Einhalt gethan, so ist alles Kämpfen für die idealen Güter unseres Volkes ein Kamps gegen die Windmühlenflügel.
* Ueber einen in 33 oberg bei Hamburg vorgekommenen entsetzlichen Raubmord mit Brandstiftung berichtet man dem „Hamb. Corr." unterm 24. d. M.: Heute Nacht entstand in dem alten, mit Stroh bedeckten Hanfe des Käthners Heinrich Schreck in Boberg Feuer, welches das alte niedrige Gebäude vollständig in Asche legte. Der auf der Bahn-Haltestelle „Mittlerer Landweg" beschäftigte Bahnwärter Bergmann, dessen Wohnhaus in unmittelbarer Nachbarschaft des Schreck'schen Hauses belegen ist, sowie dessen Ehefrau nahmen gegen V/2 Uhr Nachts verdächtiges Licht in dem Hanse deS Käthners Schreck wahr. Dreiviertel Stunden später stand das Schreck'sche Hans bereits gänzlich in hellen Flammen. Bergmann eilte sofort an die verschlossenen Fenster der Stube, in der, wie er wußte, der 42jährige Herr Schreck schlief und schlug eine Scheibe ein. Er behauptet, daß dieses Zimmer noch nicht vom Feuer ergriffen gewesen sei. Da er auf sein wiederholtes, lautes Rufen keine Antwort erhielt, nahm er an, daß Schreck sich bereits geflüchtet habe. Als die Boberger und Billwärder Feuerwehren erschienen, war an eine Rettung des ziemlich umfangreichen Gebäudes nicht mehr zu denken. Es brannte total nieder. Heute Morgen wurden sofort die Nachforschungen nach den drei menschlichen Bewohnern des Hauses, dem 74jährigen Altentheiler Perschen, der etwa 70jährigen Haushälterin Frau Klingenberg und dem 42jäh- rigen Heinrich Schreck angestellt. Gegen 11 Uhr fand man zunächst unter den fortgeräumten Trümmern des heruntergestürzten Daches die vollständig verkohlten Ueberrefte der Leiche des Herrn Schreck. Es war nur noch der Rumpf vorhanden, an dessen Rücken noch einige erkennbare Ueber» refte deS wollenen Hemdes, mit dem Schreck bekleidet gewesen, sichtbar waren. Gleichfalls in den verkohlten, Resten ihres Bettes fand man die alte Frau Klingenberg, deren Körper zusammen mit den Resten des Bettzeugs, Alles ein einziger, unförmlicher und unkennbarer Klumpen, herausgeschafft wurde. Aus der verkohlten Masse Tagten nur unten die Beinknochen bis etwa zum Knie hervor.


