Ausgabe 
28.11.1894 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Stelle. Der Kaiser, in Husarenunisorm mit weißer, pelz- desetzter Attila, stand rechts, die Braut links, hinter dem Kaiser der König von Dänemark, die Kaiserin« Wittwe und Großfürst Wladimir, umgeben von den übrigen Großfürsten; hinter der Braut der Großherzog von Hessen und die aus­ländischen Fürstlichkeiten. Die TrauungSceremovie vollzog sich in folgender Weise: Der Beichtvater Janitschew tauschte die Eheringe dreimal zwischen Kaiser und Braut aus. Das Brautpaar zündete dann die geweihten, mit Orangebändern und Orangeblüthen umhüllten Kerzen an, worauf der Priester «it einer Epitrarchil-Stola die Hände des Paares verband. Unter Chorgesängen umschritten dann die unvermählten Groß­fürsten und der Kronprinz von Griechenland das Brautpaar, indem sie die Krone über dem Brautpaar hielten. Darauf erfolgte die Einsegnung, wonach die Ehe als vollzogen gilt. Sodann begann das Tedeum. Nach der Trauung sand im Winterpalais ein Frühstück statt, an dem die Neuvermählten, ^ie Kaiserin Wittwe und die kaiserliche Familie nicht theil- nahmen. Mit dem heutigen Festtage ist die allgemeine öffent­liche Trauer beendigt. Merkwürdig berührte, wie beim Durch­schreiten der Säle der Brautzug mit dem Rufe: Hoch sollen sie leben! begrüßt wurde. Unter den an der Feier theil- nehmenden Priestern befand sich auch Pater Johann von Kronstadt.

Kairo, 26. November. Telegramm des Reuter'scheu Bureaus. Mit Rücksicht auf den niedrigen Preis der Baum« «olle beschloß die Verwaltung der öffentlichen Schuld, auf Antrag von Str Ewin Palmer, die Erhebung von 260,000 Pfd. Grundsteuer bis zum nächsten Jahre zu verschieben. Trotzdem wird der Ueberschuß des laufenden Jahres ein ziemlich beträchtlicher sein.

WB. Varziv, 27. November. Die Fürstin Bismarck ist früh 5 Uhr gestorben. Graf Herbert ist Nachts eingetroffen, von den übrigen Verwandten erwartet. Ueber die Beisetzung der Fürstin ist noch nichts bekannt.

WB. Berlin, 27. November. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Ihre Mittheilung, als bestehe die Absicht, daß dem Reichstage bei seinem Zusammentritt nur die Umsturz­vorlage zugehe, wäre nach näheren Erkundigungen irrthümlich;

habe vielmehr allen Grund anzunehmen, daß man an maßgebender Stelle nach wie vor gesonnen sei, an der bis­herigen Praxis festzuhalten und dem Reichstage beim Sessions­beginn sämmtliche bis dahin fertige Vorlagen, also namentlich den Etat, sogleich zu überweisen.

«ITc.'.

Depeschen bei Bure« »Herold*.

Berlin, 26. November. Heute erfolgte die Begna­digung des wegen Zweikampfes zu vier Monaten Festungs­haft verurtheilten Redacteurs Polstorff vomKladde­radatsch".

Berlin, 26. November. In der hiesigen russischen Botschaftscapelle wurde Mittags anläßlich der Hochzeit des Czaren ein G o t t e s d t e n st abgehalten.

Berlin, 26. November. DieNordd. Allg. Ztg." spricht sich heute in einem Leitartikel wieder für eine stärkere Heranziehung des Tabaks zur Besteuerung aus uud bezeichnet denselben als das einzige Object, welches gegenwärtig zu der durchaus erforderlichen Vermehrung der Retchseinnahmen führen könne. Andererseits werde solche weder auf dem Wege einer Erhöhung der Matricularbeiträge, «och auf dem der Einführung einer Reichseinkommensteuer erreicht werden können.

Berlin, 26. November. Der Präsident der französischen Republik, Casimir-Perier, hat, wie demB. T." aus Weimar geichrieben wird, beim dortigen Hofe anfragen lassen, ob eS genehm sei, wenn er, der Präsident, der Leiche des verstorbenen Erbgroßherzogs das Geleit geben würde. Der Trauerzug mit der Leiche des Erbgroßherzogs nimmt feinen Weg durch Frankreich und wird morgen früh die französisch­deutsche Grenze zwischen Belfort und Mülhausen i. E. über­schreiten.

Berlin, 26. November. Aus Wien wird nunmehr ge­meldet, daß die Telephonltnie nach Berlin am I. December bestimmt dem Verkehr übergeben wird, falls nicht noch inzwischen ganz unvorhergesehene Hindernisse ein­treten. Die Sprech- und Hör-Versuche haben sowohl in Wien all auch in Berlin die allerbesten Resultate ergeben.

Budapest, 26. November. Franz Kossuth hat heute vor dem Oberbürgermeister Kammermeyer das Gelöbniß der Treue als ungarischer Staatsbürger und Unterthan des Königs abgelegt.

Rom, 26. November. Die Encyclica, welche der Papst an die nordamertkanischen Katholiken richten wird, enthält vier Capitel. Im ersten wird die Lage der amerikanischen Katholiken dargelegt, im zweiten die apostolische Delegation mit der Aufgabe betraut, alle Streitfragen der amerikanischen Katholiken zu schlichten, im dritten werden praktische Winke ertheilt für die Ausdehnung des Katholi- cismus und die Vermeidung jeglicher Conflicte und im vierten wird die sociale Frage der Ehescheidung, sowie die Einigkeits- nothwendigkeit behandelt. Der Paffus über die sociale Frage wird auch auf Europa Bezug haben und, wie die Encyclica über die Arbeitsfrage, großes Aufsehen erregen.

Amsterdam, 26. November. Seit gestern striken hier die Bäcker, sodaß sich bereits ein großer Brodmangel fühlbar macht.

Amsterdam, 26. November. Der allgemeine Bäcker- auSstand wird von den Socialisten zu eifriger Propaganda benutzt. Die Ruhe ist bisher zwar noch nicht gestört worden, doch befürchtet man öffentliche Demonstrationen. In der ganzen Stadt herrscht fühlbarer Brodmangel. Die Bäckerei­befitzer ! backen das Brod selbst unter polizeilicher Aufsicht. Das Militär soll für die Versorgung herangezogen werden.

Loudon, 26. November. DieTimes" meldet aus Hiroshima, daß die Tonghoks neuerdings in Korea Agi­tationen Hervorrufen. Mit Hilfe der coreanischen Soldaten wird die Bewegung von den Japanern energisch unterdrückt.

Loudon, 26. November. Einer telegraphischen Meldung aus Chefoo zufolge wüthet in Port Arthur ein großes Feuer. Die chinesische Flotte befindet sich in Wei-Hat-Wei. Aus Shanghai kommt die Nachricht, daß Marschall Oyama Port Arthur verlaffen habe, wahrscheinlich um sich der Armee Yamagatas anzuschließen. Man sieht einem vereinigten Angriff auf Wet-Hat-Wei entgegen.

Petersburg, 26. November. Seit früher Morgenstunde hatte sich auf dem NewSkiprospect eine vieltausendköpfige Menschenmenge angesammelt, um die Auffahrt der hohen Herrschaften anzufehen. Die Truppen bildeten vom Palais des Großfürsten Sergius bis zum Winterpalais Spalter. Dte Stadl ist vollständig ohne Schmuck. Gegen lP/2 Uhr fuhr der Czar mit glänzender Suite nach dem Winterpalais - er trug die Husarenunisorm. In einem mit vier Schimmeln bespannten Galawagen folgte die Czarenwittwe mit der Braut. Militär begleitete den Zug. Eine zahlreiche Menschenmenge brachte Hurrahrufe dar. Dte hohen Herrschaften dankten lebhaft. In der Capelle des WinterpalaiS war die Geist­lichkeit, sowie die Großwürdenträger versammelt, welche den Brautzug an der Thüre empfingen. Dte Czarenwittwe führte die Braut. Der Czar wurde begleitet von drei General­adjutanten, sowie vom Oberhofmarschall Grafen Woronzow Daschkow, sodann folgten die fürstlichen Gäste und dte Mit­glieder der Czarenfamtlte. Nach dem Gottesdienst fand der Rtngwechsel statt, bei welchem der Beichtvater der Braut assistirte. Bei der darauf folgenden Einsegnung hielten die Könige von Dänemark und Griechenland dte Kronen über die Neuvermählten. Nachdem noch ein Gebet für die Gesundheit des Czarenpaares gesprochen war, sand eine Gratulationscour statt. Hierauf begaben sich die Neuvermählten in ihre De­partements, woselbst das diplomatische Corps und die Minister ihre Glückwünsche darbrachten. Bei der darauf folgenden Fahrt nach der Kasankathedrale brach dte Menge in einen unbe­schreiblichen Jubel aus. Das Czarenpaar war sichtlich gerührt von der Huldigung der Bevölkerung. Nach dem Gottesdienste in der Kaffankathedrale fuhr das Paar nach dem Anitschkow- palais.

Petersburg, 26. November. Der Kaiser ließ aus Anlaß des Festtages gegen 40 000 Arme speisen.

Petersburg, 26. November. Die polnische Depu­tation wurde erst vorgestern und zwar äußerst huldvoll vom Czaren empfangen. Der Rücktritt des Generalgouverneurs Gurko gilt als sicher. Als Nachfolger desselben nennt man den Großfürsten Konstantin und den General Pufiowsky.

Petersburg, 26. November. Wie verlautet, beabsichtigt der Czar kurz nach der Vermählung mit seiner Gemahlin Moskau zu besuchen.

Petersburg,26. November. Die Beisetzung Rubin­steins findet voraussichtlich am 30. November statt und wird sich zu einer imposanten Trauerfeier gestalten.

Gründung eines Central-Verbandes von Ortskrankenkaffen im Deutschen Reiche.

A Frankfurt a. M., den 26. November.

In unserer Stadt fand gestern eine Versammlung statt, deren Resultat für die weitere Entwickelung des Krankenkassen- wesens, dieses so überaus wichtigen Factors im socialen Leben, von weittragender Bedeutung werden dürfte: Die Gründung einesCentralverbandes von Ortskrankenkassen im Deutschen Reiche. Es ist eine bekannte Thatsache, daß, je größer eine Corporation ist, desto eher ist es ihr mög­lich, bet ihren Bestrebungen Erfolge zu erringen. Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, haben sich in den letzten Jahren eine Reihe von Krankenkassen-Verbänden gebildet. Zweck der heutigen Versammlung^war, die jetzt schon bestehenden Verbände zu einem Central-Verband zu vereinigen und dte Gründung weiterer Unterverbände anzuregen. Gegen 11 Uhr eröffnete der Vorsitzende der genannten Vereinigung, Verlagsbuchhändler S chn e gelb erge r - Wiesbaden, dte Versammlung und be­grüßte dte Erschienenen Namens des Ausschusses, dasselbe that Herr Stadtrath Dr. jur. Matti Namens des Magistrats der Stadt Frankfurt. Es waren anwesend die Vertreter des Ortskrankenkassen-Verbandes Thüringens mit dem Sitze in Gera - Reuß (ca. 70000 Mitglieder), der Ortskrankenkasse Dresden (ca. 68000 Mitglieder), der Ortskrankenkassen der vereinigten Gewerbe und Berufe in Göttingen (3000 Mit­glieder), der Vereinigung der sächsischen Krankenkaffen (ca. 350 000 Mitglieder), der Freien Vereinigung der Orts- krankenkaffen in Elsaß-Lothringen (22000 Mitglieder), der Freien Vereinigung der Krankenkassen im Großherzogthum Hessen (60 000 Mitglieder) (Buchdruckereibesitzter Carl Theyer und Breitinger Mainz), des Verbandes des Regierungsbezirks Schleswig, der Badischen Orts-, Betriebs-, Bau- und JnnungSkrankenkassen (ca. 70 000 Mitglieder), der Freien Vereinigung von Krankenkassen im Reg. - Bezirk Wiesbaden (60 000 Mitglieder). Als Gäste waren u. A. anwesend: Die Herren Regierungsrath Dr. Dietz-Darmstadt, Vorsitzender der Jnvaliditäts- und Altersversicherungsanftalt im Groß­herzogthum Hessen, Oberrechnungsrath Dr. Zeller-Darmstadt, Joh. Hch. Roth, Vorsitzender der Ortskrankenkasse Frankfurt, Dr. Strecker - Mainz. Nach Eintritt in die Verhandlungen zeigten sich alsbald Meinungsverschiedenheiten, indem ein Theil der Delegirten den zu begründenden Centralverband auf die Ortskrankenkassen beschränkt sehen, während ein anderer Theil auch dte Betriebs-, JnnungS- und Knappschafts­kassen ausgenommen wissen wollte. Nach längeren, zum Theil äußerst lebhaften Debatten, an welchen sich fast sämmtliche Delegirte, der erste und zweite Vorsitzende, sowie ein Theil

der Gäste wiederholt betheiligten, wurde beschlossen, daß ein Central'Verband der Ortskrankenkassen gegründet werden solle. Da die sofortige Berathung des vorliegenden Statuteuent- Wurfs im Plenum als nicht practisch befunden wurde, wählte man eine aus den Herren Nttzsche-Gera, Lehmann-DreSden, Schnegelberger-Wiesbaden, Meyenberg-Göttivgen, Uhlmann- Leipzig, Zwermann Straßburg, Theher-Mainz, Stechel-Neu- Münster und Dr. Dietz-Darmstadt bestehende Commission zur Vorberathung der Statuten, weshalb die Versammlung um 1274 Uhr vertagt wurde. Die Commission waltete ihres Amtes und war um 6i/2 Uhr in der Lage, der Versammlung das Re­sultat vorlegen zu können. Nach längeren eingehenden und vielseitigen Debatten, an welchen wieder fast sämmtliche Dele- gtrte u. f. w. theilnahmen, wurde der Entwurf der Com> Mission mit einigen kleinen Aenderungen angenommen. Nunmehr wurde die in Berlin im Verlag von Siemenroth u. WormS er­scheinende, von Dr. jur. P. Honigmann redigirte Zeitschrift : Die Arbeiter Versorgung" zum Organ des Centralverbands erwählt. Lehmann-Dresden beantragt hierauf Wiesbaden als Vorort, und den Vorsitzenden der Ortskrankenkasse Wies­baden, Schnegelberger, zum Vorsitzenden des Centralver­bandes zu erwählen. Diesem Anträge wird mit allen gegen zwei Stimmen stattgegeben. Auf Antrag Nitzsche-Gera wurde alsdann folgende Resolution angenommen:

Der Verbandslag der deutschen Ortskrankenkassen zu Frankfurt am M. am 25. November 1894 erkennt die Noth- Wenigkeit der Umänderung des Unfallversicherungsgesetzes vom 6. Juli 1884 namentlich in Bezug auf die Bestimmungen über die Rechte und Pflichten der Ortskrankenkassen an. Es empfiehlt sich deßhalb vorstellig zu werden, daß bei den Berathungen der Novelle möglichst der Vorstand der Deut­schen Ortskrankenkassen gutachtlich gehört werde, um sich hierüber zu äußern und eventuell Anträge stellen zu können.

Ferner wird angenommen der von dem Vorsitzenden vertretene Antrag des Ausschusses der Freien Vereinigung von Krankenkassen im Regierungsbezirk Wiesbaden, eine weitere Eingabe an die Reichsregierung zu machen um Her­absetzung der Rücklagen in den Reservefonds der Kranken­kassen von 10 auf 5% der Beiträge. Zum Schluß wird Leipzig als Versammlungsort für das nächste Jahr erwählt (wofür Herr Schultz-Leipzig dankte) und alsdann nach 8 Uhr die Versammlung durch den Vorsitzenden mit dem Dank an die Anwesenden und dem Wunsche, daß das angefangene große Werk blühen und gedeihen möge, geschloffen.

Gießen, den 27. November 1894.

* Parlamentarisches. Der Erste Ausschuß zweiter Kammer hat eine Reihe Berichte erstattet, von denen wir folgende mittheilen: Der Bericht über den Antrag des Ab­geordneten Metz (Gießen), betr. die Wiederherstellung eines selbständigen Justizministeriums, bean­tragt: den Antrag vorerst auf sich beruhen zu lassen. Der Bericht über die Bittgesuche des Schullehrers i. P. Adam Volk in Harbach, betr. dte Erhöhung seines Gehalts, beantragt: Die Kammer wolle, diese Bittgesuche für erledigt erklären. L er Bericht über den Antrag des Abgeordneten Dr. Schmitt, betr. die Aufhebung aller Brücken-, resp. Ueberfahrtsgelder, beantragt: beide Anträge (einen generellen und einen eventuellen) abzulehnen. Der Bericht über die Vorstellung der Kreis amts g ehilf en im Großherzogthum Hessen um Besserung ihrer Anstellungs- und Gehaltsverhältnisse beantragt, an Großh. Regierung das Er­suchen zu richten: eine Vorlage des Inhalts an dte Kammer gelangen zu lassen, daß jedem Kreisamt ein Kreissecretär von ähnlicher Vorbildung wie dte eines Gerichtsschreibers bet­gegeben und außerdem Gehalte für eine Anzahl von ange­stellten Gehilfen für die größeren Kreisämter vorgesehen werden. Der Bericht über die Vorlage Großh. Mtniste- rtums des Jynern und der Justiz, betr. dte Erwerbung von Gelände an der psychiatrischen Klinik zu Gießen, beantragt: den geforderten Credit mit 15,500 Mk. zu Lasten der Ueberschüsse der HauptstaatSkasse zu bewilligen. Der Bericht über das Gesuch des Bahnmeisters i. P. Feiger in Hungen, betr. Erhöhung seines Ruhegehalts, beantragt: die zweite Kammer wolle dem Gesuche keine Folge geben.

n. Der gestrige erste Concertabend der Tiroler Säuger« Gesellschaft Plouer u. Hoff (4 Damen, 3 Herren) nahm einen recht schönen Verlauf. Es würde schwer fallen, einen Unter­schied zu finden, ob wir den überaus reichen und ansprechenden Damenfttmmen den Vorzug geben sollten oder den nicht minder um die Palme des Abends streitenden Männerstimmen. Die durchweg mit großer Sorgfalt zu Gehör gebrachten Solis sowohl als die Chorgesänge wurden stürmisch applau- dirt und die bereitwillig gewährten Einlagen ließen auf eine reichhaltige Auswahl von Vorträgen schließen. Wir können den heutigen letzten Concertabend hiermit angelegentlich empfehlen.

** Bon hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt. Taglöhner Karl Ewert aus Mtloslaw, zuletzt in Burg- Gräfenrode, von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Sittlichkeitsverbrechens- Dienstknecht Jakob Herd aus Lorsch vom Amtsanwalt in Offenbach wegen Diebstahls- August Lein aus Rüdtngshatn, dann in Gernsheim, zuletzt im Landkrankenhause in Darmstadt, vom Untersuchungsrichter I in Darmstadt wegen Untreue und Unterschlagung- Taglöhner Nicolaus Neff aus Unter-Schönmattenwag vom Amtsgericht Wald Michelbach wegen Strafvollzugs.

Ockstadt,^26. November. Ein hiesiger Gastwirth und Manufacturwaarenhändler veranstaltet in den nächsten Tagen eine Waarenverstetgerung. Da sich nach der imOberh. Anz." veröffentlichten Anzeigealle Welt an dieser außer­ordentlich günstigen Versteigerung betheiligen soll", so dürfte es gewiß für weitere Kreise interessant sein, zu ersahren, welch' liebenswürdige Aufnahme die Käufer finden würden. ES heißt da:Mit den VerstetgerungSartikelu wird alle