Ausgabe 
27.11.1894 Erstes Blatt
 
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auferlegt. 3. Gleiches Gesuch deS Johannes Volkert zu Alten-Buseck. Wie in den beiden ersten Fällen hatte der Kreisausschuß unterm 3. d. M. die Ertheilung der fragl. Concession abgelehnt, worauf von Setten deS Vertreters Rechtsanwalt Jost mündliche Verhandlung beantragt wurde. Begründet wird die Bedürfntßfrage im Wesentlichen damit, daß sich in unmittelbarer Nähe eine Ctgarrenfabrik befinde, deren Arbeiter den Wirthschaftsbetrieb wünschten, und daß die nächste Wirthschaft von Vogel namentlich im Sommer öfters geschlossen sei. In der fraglichen Straße hätten früherhin vier weitere Wirthschaften bestanden, ein Bedürfntß zur Errichtung einer zweiten Wirthschaft in jener Straße liege darum gewiß vor. Ein auf Veranlaffung von der Firma EmmeliuS anwesender Vertreter derselben erklärt, daß in der Ctgarrenfabrik zu Alten-Buseck zusammen etwa 150160 Personen, darunter vielleicht 20 Fremde, beschäftigt seien. Für diese Arbeiter sei ein Bedürfniß zur Errichtung der neuen Wirthschaft nicht vorhanden, die Leute aus dem Orte könnten nach Hause gehen, die Firma Emmeltus wäre bereit, die Arbeitspausen von 20 auf 30 Minuten zu erweitern. Der Kreisausschuß beschloß, die nachgesuchte Con- cessiou wiederholt zu versagen, dem Gesuchsteller auch die Kosten des Verfahrens und einen Aversionalbetrag von 3 Mk. zur Last zu setzen.

* Theater-Verein. Auf Veranlassung deS Vorstandes des Theater-Vereins hat sich die Gießener Omnibus- Gesellschaft bereit erklärt, am Schluß der Vorstellung nach fünf verschiedenen Richtungen hin Wagen fahren zu lassen, und zwar Wagen Nr. 1 über KreuzSeltersweg Bahnhof,kWagen Nr. 2 über MarktBahnhofstraßeBahnhof, Wagen Nr. 3 über MarktSchulstraßeGrünbergerstraße, Wagen Nr. 4 über WallthorOstanlageSüdanlageWest­anlagen, Wagen Nr. 5 über MarktKreuzNeuenweg Ludwigstraße. Der auf 20 Pfg. festgesetzte Fahrpreis ist in Anbetracht der späten Stunde und da derselbe gleich­zeitig dazu dienen soll, den geplagten Beamten der Omnibus- gesellschaft eine Extravergütung zu verschaffen, ein durchaus angemessener. Wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, fahren schon am Mittwoch Abend (Strakosch-Vorlesung) die Omnibusse die angegebenen Touren.

Ueber Alexander Strakosch lesen wir in der Wiener Neuen Freien Presse":Aus Mailand schreibt man uns: Alexander Strakosch, der bekannte Bortragsmeister, hat vor einigen Tagen auch Mailand seine Kunst gezeigt, und zwar im hiesigen Deutschen Sprachvereine, dem auch eine Anzahl Oefterretcher angehört, und der es im sechsten Jahre seines Bestehens auf nahezu 200 meist verheiratete Mitglieder gebracht hat. An beiden Vortragsabenden war der geräumige schöne Saal desGrand Hotel Continental" dicht gefüllt und der Beifall groß. Besonders packend er­wies sich der Vortrag dramatischer ©eenen: der Thurmseene aus denRäubern", des großen Monologs ausFaust", verschiedener ©eenen ausKönig Lear" und namentlich der berühmten Forumscene ausJulius Cäsar". Aber auch die kleineren Dichtungen von Heine, Schiller und Copps, die zum Vortrage gelangten, wurden voll gewürdigt. Das ge­waltige biegsame Organ des Redners, der, wie gewöhnlich, Alles frei vortrug, und seine ausdrucksvolle Geberdensprache machten großen Eindruck,- bisweilen freilich schienen sie fast allzu mächtig für den immerhin beschränkten Raum, was man aber gern der Begeisterung zugute hielt, welche die herrlichen Dichterwerke in dem Vortragenden erregten. Die hiesigen Deutschen würden sich sehr freuen, wenn Meister Strakosch sein Versprechen baldigen Wiederkommens einlöste.

* Das Geschenk, welches die hessischen Städte anläßlich der Vermählungsfeier des Großherzoglichen Paares widmeten, ist fertiggestellt und kommt jetzt im Schaufenster der Hos- silberwaarcn - Fabrik von E. L. Victor in Darmstadt zur Ausstellung.

* * Unvorsichtig. Am Donnerstag Abend fuhr ein Knecht mit einem Bterwagen durch die Etsenbahn-Barrivre in der Frankfurterstraße, bevor dieselbe vollständig geöffnet war. Er riß mit seinem Wagen einen Theil der Barriöre fort und wird sich, wenn auch nicht wegen Gefährdung eines Eisen­bahntransports, so doch wegen Sachbeschädigung zu verant- Worten haben.

* * Ausgeruckt. In verflossener Nacht entfernte sich heimlich aus seiner Schlafstelle, und zwar durchs Fenster, ein Arbeiter und nahm seinem Schlafcoüegen unter Anderem die Taschenuhr mit. Der Dieb wurde am Bahnhofe noch erwischt und verhaftet. Die gestohlenen Sachen fanden sich «och in seinem Besitz.

* * Eine Keilerei, die eine Anzeige wegen Körperverletzung nach sich zieht, fand in verfloffener Nacht in der Westanlage statt.

* Verhaftet wurde am vorigen Samstag ein von Darmstadt aus verfolgter Arbeiter wegen Diebstahls und ein junger Bursche aus Wteseck wegen Betrugs rc.

* * Diebstahl. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag haben Diebe wiederholt der Ackermann'schen Cigarren­fabrik einen Besuch abgestattet und ca. 910000 Cigarren entwendet. Den Weg nahmen dieselben durch ein offenstehendes Fenster von der Gartenseite aus.

* * Betrug. Ein Ehepaar eines benachbarten Dorfes wurde in letzterer Zeit durch einen r af f intrten Betrüger arg gerupft. Dasselbe hat einen Sohn, der Kaufmann ge­lernt, und sich in der Fremde befindet. In langer Zeit hatte der in der Fremde, unbekannt wo, weilende Sohn nichts von sich hören lassen, bis eines Tages ein Brief aus Oester­reich eintraf, worin er mittheilte, er sei krank und stellenlos und brauchte Unterstützung, die ihm daraufhin auch von den Eltern in vollem Maße gewährt wurde. Von jetzt ab trafen regel­mäßig Briefe ein, auch eine Rechnung über VerpflegungS- kosten in einem Krankenhause und alles wurde prompt be­richtigt. Vor einigen Tagen nun traf ein Brief vom rich­tigen Sohn ein, worin er feinen Eltern mittheilte, daß er sich in guter Stellung befinde und daß es ihm nach wie vor recht gut gehe. Die Eltern, sehr erstaunt, auf einmal zwei Söhne in der Fremde zu haben, theilten der Polizei die

Sache mit und wurde der Pseudo-Sohn, als er wieder um Geld schrieb, verhaftet. Derselbe entpuppte sich als ein ge­riebener, schon oft bestrafter Betrüger, Namens Jeschke aus Frankfurt a. M. Derselbe hatte sich den Militärpaß des betr. jungen ManneS zu verschaffen gewußt und auf Grund dieses die Betrügereien verübt.

* * In Gebrauchsmustern wurde folgende Eintragung voll­zogen : Kegelförmige Metall-SchutzhÜlse, oberhalb der Zwingen- fcheibe an Jagdstöcken: Brüder Schmidt, Gießen, 1. 10.94.

n Lollar, 25. November. Zn Großherzogs Geburts­tagsfeier, welche wegen des gleichzeitigen Todtenfestes still begangen wurde, hatten in Lollar der Bahnhof, die Schule, das Hüttenwerk, die Villa Buderus und das Vereinslocal des Kriegervereins Flaggenschmuck angelegt. Die 5 Krieger- vereine des Kirchspiels marschirten geschlossen und mit wehen­den Fahnen zum Gottesdienst nach Kirchberg, in welchem der vielseitigen Bedeutung des Tages als Geburtstag des LandeS- vaters und Höchstdeffen Gemahlin, als Schlußstein deö Kirchenjahres und als Todtenfest gebührende Würdigung zu Theil wurde. Sehr zu Herzen gehend wies der Herr Pfarrer auch darauf hin, daß die Versammelten, speciell die Krieger, an diesem Tage auch ihrer gebliebenen Kameraden sich erinnern sollten, was dadurch bekräftigt wurde, daß die Vereine nach Schluß des Gottesdienstes das gemeinsame Kriegerdenkmal, vor dem Abmarsch, umzogen. Der Verein Lollar trat, nach kurzer Ansprache und einem kräftigen Hurrah, den Rückweg an.

Nidda, 22. November. Der Mensch, der den neulich gemeldeten Raubmordversuch im ©chottener Wald ver­übt hat, ist, nachdem er gestern Abend in das hiesige Amts- gerichtsgefängniß verbracht worden war, heute früh unter starker Bedeckung geschloffen nach Gießen abgeführt worden. Als Weg nach der Bahn wurde der hinter der Stadt her- führende Pfad gewählt, um Menschenansammlungen zu ver­meiden. Trotzdem hatte sich eine zahlreiche Menge in der Nähe des Gefängniffes eingefunden. Der Betreffende machte in seinem Aeußeren so recht den Eindruck eines Zuchthäuslers. Sein Opfer, obwohl schrecklich zugerichtet, ist noch am Leben.

Darmst. Ztg.

Gambach, 24. November. Dem Forstwart der Gemeinde- Forstwartei Gambach, Herrn Eberhard Klein, wurde vom Großherzog aus Anlaß seines am 23. November stattgehabten 50jährigen Dienstjubiläums der Character alsFörster" verliehen. Anläßlich des Jubiläums fand gestern Abend in der Wirthschaft des Herrn Müll ein Festesten statt, woran sich die Forstbeamten von Butzbach und der Umgegend zahlreich beteiligten.

A Mainz, 25. November. Ueber die Verwendung des sich auf über 50,000 Mk. belaufenden Überschusses vom elften deutschen Bundesschießen sind einer gestern stattgehabten Sitzung der verschiedenen Ausschüsse folgende Vorschläge gemacht worden: Mk. 34,000 soll die Mainzer Schützengesellschaft erhalten und zwar aus dem Grunde, weil sie sich vor dem Schützenfest bereit erklärt hat, zur Deckung eines etwaigen Deficits Mk. 25,000 beizutragen. Mk. 16,000 sollen wohlthätigen Anstalten zufallen und ferner will man eine dauernde Erinnerung an das Fest schaffen, Über welche der Landesausschuß mit dem hiesigen Verschöne­rungsverein in Unterhandlung treten wird. Bei den letzten Manövern der hessischen Truppen hat ein Soldat des 117. Regiments dadurch den Tod gefunden, daß ihm ein einjährig-freiwilliger Arzt aus Versehen statt eines schmerz­stillenden Mittels ein Löffel Carbol eingab. Der Arzt ist letzthin von dem Militärgericht fretgesprochen worden- der­selbe hat sich aber dem Vater des Verstorbenen gegenüber freiwillig verpflichtet, alljährlich mehrere hundert Mark zu bezahlen.

Vermißtes,

* Frankfurt a. M., 23. November. DieKl. Pr." schreibt: Am Dienstag Abend fand der Kassirer der Reichs­bank beim Kaffenabschluß, daß ihm 20,000 Mark fehlten, die er im Laufe des Tages zu viel ausgegeben haben mußte. Die Direction der Bank setzte die Polizei in Kenntniß, die daraushin auf Ersuchen bet einem Ausläufer der Deutschen Genossenschaftsbank, der im Auftrage seiner Bank am Dienstag einen größeren Betrag erhoben hatte, am Mittwoch Morgen Haussuchung vornahm. Inzwischen stellte es sich heraus, daß das Bankhaus D. und I. de Neufville, das am Dienstag 20,000 Mk. bet der RetchSbank erhoben, statt 20,000 Mk. 40,000 Mk. erhalten hatte. Der Kassirer des Bankhauses sand diesen Jrrthum erst am Mittwoch Vormittag und benach­richtigte dann sofort die Reichsbank.

* BreSlau, 24. November. Wie derBrest. General- Anzeiger" meldet, lauerte heute früh 8 Uhr der 22jährige Maler Teich ert auS Liegnitz in einem dunklen Hausflur in der Albrechtstraße hierfelbft dem Geldbrtefträger Hübner auf und versetzte demselben mit einem Mester mehrere Stiche- darauf versuchte er, dem Briefträger feine Geld­tasche zu entreißen. Auf das Hilfegeschrei des Letzteren eilten Leute herbei und es gelang, den Thäter festzunehmen. Der Geldbriefträger trug eine bedeutende Summe bei sich.

* Hamburg, 24. November. In Boberg bei Berge­dorf ist in der vergangenen Nacht ein Bauernhaus vollständig nieder geb rannt. Aus den Trümmern wurden heute bte verkohlten Leichen der drei alten Bewohner des Hauses, Namens Schreck, Perschen und Klingenberg, hervorgeholt. Auch Vieh ist verbrannt. Man glaubt allgemein, daß Raub­mord und Brandstiftung vorliegt. Bon dem Thäter fehlt jede Spur. Vor Ausbruch des Feuers wurde in dem Hause Licht bemerkt.

Die Liebigs Fleifch-Exttact Compagnie London hat eine Vereinbarung mit der Compagnie des Produits Kemmerich in Antwerpen dahin getroffen, daß letztere ihre Fleisch Extract- und Pepton-Fabriken in Santa Elena und San Javier der Compagnie Liebig zu ausschließlicher Benutzung zur Verfügung

stellt. Mit kommendem Jahr wird die Compagnie Liebig auch dort unter Leitung von aus Fray Bentos entsandten Kräften in bisheriger bewährter Weife und genau nach den Vorschriften deS Erfinders, Baron Justus von Liebig, die Herstellung von Fleisch Extract für ihre eigene Rechnung be­ginnen. Gleichzeitig übernimmt die Compagnie Liebig die Herstellung und spätestens am 1. Juli 1895 den Vertrieb deS Professor Dr. Kemmerich'schen Fleisch Peptons, um auch die für diesen Artikel bestehende Nachfrage befriedigen zu können. Näheres über die Vereinbarung, die angesichts der grasen Verbreitung des Liebigs Fleisch Extrakts das Interesse der weitesten Kreise erregen wird, finden unsere Leser im Anzeigentheile des heutigen Blattes.

* Eine schreckliche Hochzeitsfeier fand am Donnerstag in der Behausung des in der Reinickendorferstraße zu Berlin wohnhaften Rentiers E. statt. Dort wurde die Hochzeit der einzigen liebreizenden Tochter mit einem jungen Eisenbahn- beamten ans Stettin gefeiert. Wirth und Gäste befanden sich in der fröhlichsten Stimmung, als gegen Mitternacht der Hochzeitsvater anfing sich zu beklagen, daß er nach dem Scheiden seines Kindes nun ganz allein dastehen würde- diesen Klagen folgten Vorwürfe gegen den Schwiegersohn- die Vorwürfe endeten in einer Fluth von Schmähungen gegen den jungen Mann. In eine immer heftigere Erregung ge­ratend, packte er schließlich den Schwiegersohn und suchte ihn zu erwürgen. Die Gäste bemerkten mit Schrecken, daß sie es mit einem plötzlich irrsinnig Gewordenen zu thun hatten. Nur mit äußerster Anstrengung gelang es, den Bräutigam dem Tobsüchtigen zu entreißen, dessen Hände wie Eisenklammern seinen Hals umschlungen hielten. AIS man E. endlich von seinem Opfer getrennt hatte, zerschlug er Tische und Stühle und warf durch die zertrümmerten Fenster Alles, was er nur erlangen konnte. Die Anstrengungen, den herkulisch gebauten Mann zu bewältigen, erwiesen sich als vergeblich. Seine Kräfte waren ins Kiesige gewachsen, und gleich einem wilden Thiere schlug und biß er um sich, so daß man sich ihm nur mit äußerster Gefahr nähern konnte. Durch den entstandenen Lärm war das HauS, ja selbst die Straße in einen förmlichen Aufruhr geraden. Von den Hausgenossen herbeigeholt, erschien schließlich die Polizei an der Stätte des Schreckens und Entsetzens, aber erst den Anstrengungen und dem muthigen Vorgehen von vier kräf­tigen Beamten gelang es, den Rasenden zu fesseln und mit­tels Droschke nach der Jrrenstation der Charitee zu Überführen.

* Ein technisches Kunststück wurde am Dienstag in Straubing in Anwesenheit des kgl. Oberbaudirectors v. Siebert und des kgl. Oberbaurathes Matthels durch die Maschinenbau-Actiengesellschast Nürnberg, vormals Kramer- Klett, unter Leitung des Directors der Gesellschaft Herrn Rieppel ausgeführt. Es wurde nämlich die ganze, 90 Meter lange hölzerne Brücke über die Donau von ihrem bisherigen Standort auf einen 15 Meter weiter flußabwärts gelegenen verschoben. Der Zweck dieser Arbeit war: die alte Brllcken- stelle zur Erbauung einer neuen Brücke frei zu machen und die alte nun seitlich verschobene Brücke während der Er­bauung der neuen als NothbrÜcke zu benützen. Die Vor­arbeiten hierzu hatten schon im Juli begonnen und bestanden in der Herstellung von starken hölzernen Gerüsten, auf welchen die jetzige Brücke auf ihre neuen Stützen, die ebenfalls von Holz gebaut sind, verschoben werden sollte. Die Brücke wurde auf kleine, eiserne Rollenwagen gesetzt, welch letztere auf Eisenbahnschienen liefen und durch. Winden angetrieben wurden. Die Verschiebungs-Arbeiten begannen Morgens 9 Uhr und waren Mittags 3 Uhr beendet, sie dauerten mit Abrechnung der den Arbeitern belassenen Erholungspausen 4Vz Stunden. Das ganze Brückengewicht beträgt ungefähr 6000 Gentner. Um diese bedeutende Last von der Stelle zu schieben, waren nur 20 Arbeiter erforderlich. Schon Früh­morgens hatte sich eine große Anzahl Schaulustiger an der Baustelle eingefunden, um dem höchst seltenen Vorgänge bei­zuwohnen. Begreiflicherweise hat dieses seltene Ereigniß auch im Kreise der Techniker das regste Interesse hervorgerufen, und waren schon Tags vorher eine große Anzahl Ingenieure aus allen Richtungen herbeigeeilt.

* Ein Duell, bei dem die Secundanten verwundet werden, ist fein alltägliches Ereigniß. In einem kleinen ungarischen Orte hat sich der merkwürdige Fall zugetragen. Bei einem Zweikampfe versagte die Waffe des einen der beiden Duellanten, worauf die Secundanten die Pistole übernahmen, um sie zu untersuchen. Dabei zersprang der Lauf und beide Secundanten wurden an den Händen verwundet. DasDuell" war damit beendigt und die beiden Gegner verließen unberührt den Kampfplatz.

Schiffsnachvichten.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof.

Bremen, 24. November. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Saale, Capt.fH. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 13. November von Bremen und am 14. November von Southampton abgegangen war, ist heute 3 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Eingesandt.

Gießen, 26. November 1804.

Die von allen Schichten der Bevölkerung freudig begrüßte Ein­richtung einer Omnibus-Berbindttng in hiesiger Stadt kann be­greiflicherweise nur dann extsttren, wenn sie von den Interessenten und das sind alle Emwohner von Gießen wirksam unterstützt wird. Wir bemelken, daß nach dem Jubel der ersten Wochen der Verkehr innerhalb der Stadtgrenzen auf ein Minimum gesunken ist, und diese Gleichgültigkeit gegen ein so bedeutsames und wichtiges Unternehmen ist um so auffallender, als an den Geldsäckel des Ein­zelnen doch nur die geringe Anforderung gestellt wird, wöchentlich ein paar Ntckelstücke zu opfern. Jeder, dem die fortschreitende Ent­wicklung unsrer Stadt am Herzen liegt, sollte in seine Ausgaben einen kleinen Betrag aufnehmen, um die OmnibuS-Gesellschaft zu unterstützen und damit ihr Fortbestehen zu sichern. Gießen ist auf dem Wege, sich in die Reihe der größern Städte zu stellen, mögen