Erk, Tit. 4 deS Cap. von der Berathung abzusetzen, einstimmig angenommen.
Cap. 146, Vorsorgliche Geländeerwerbungen für spätere Erweiterungen der Eisenbahnen, wird mit 180 000 Mk. und Cap. 147, Hofbauwesen, mit 58 600Mk. genehmigt. Ebenso wird Cap. 148, Unterhaltung der Staatsstraßen, mit lOOOOOMk. ohne Debatte bewilligt.
Zu Cap. 149, Territorial-Fluß- und Dammbau, wird Tit. I, Erbauung eines Hafens zu Gernsheim, "mit 383000 Mk., Tit. II, Regulirung des Rheins am linken Ufer bei Rhein- Dürkheim und am rechten Ufer, mit 279 000 Mk. einstimmig genehmigt. Ebenso Cap. 150, Ergänzung des Staats- domanialvermögens, mit 282 000 Mk., Cap. 151, Ausleihungen aus der Hauptstaatskasse mit 20 000 Mk., Cap. 152, Zuschuß zu den Aufwendungen für Matricularbeiträge, 1500 000 Mk., und Cap. 153, Ausgaben, welche nicht zur laufenden Verwaltung gehören, 12000 Mk.
Hiermit sind die außerordentlichen Einnahmen und Ausgaben erledigt.
Nunmehr setzt das Haus seine Berathung mit dem zurück- gestellten Cap. 9, Verzinsung und Tilgung der Staatsschulden, fort. Der Ausschuß wünscht, daß von Seiten der Regierung eine regelmäßige Tilgung der Staatsschuld angestrebt werden möge, wie dies schon auf dem vorigen Landtag der Wunsch beider Kammern war. Der Staat, der das Gleiche bei den Änlehen aller seiner Aufsicht unterstellten Gemeinden verlange, müsie hier mit gutem Beispiel vorangehen. Die Bedenken, daß durch eine regelmäßige Amortisirung eine Beunruhigung der Inhaber von Papieren eintrete, hält der Ausschuß für unbegründet. Man ist ferner der Ansicht, daß mit einer regelmäßigen Tilgung von */zpCt. des 1876er 4procentigen Etsenbahnanlehens der Anfang gemacht werden soll.
Abg. Wo lfSkehl begründet in eingehender Weise diese Anträge.
Finanzminister Weber kann sich mit den Ansichten des Ausschusses nicht einverstanden erklären. Er spricht sich für Tilgung der Staatsschuld in indirecter Weise, event. durch Rückkauf dieser Eisenbahnschuld an der Börse oder für Ver- loosung aus. Der hessische Staat habe in indirecter Weise seine Schulden so getilgt, wie es kein anderer Staat gethan habe.
Abg. Metz- Darmstadt stimmt im Allgemeinen der Ansicht der Regierung zu.
Abg. Metz-Gießen wird aus reinen practischen Gründen gegen den Ausschußantrag stimmen, ebenso der Abg. Jöst und seine politischen Freunde.
Es liegen noch weitere Anträge der Abg. Wolfskehl und Hechler vor.
Der Antrag des Ausschusses, sowie die beiden Anträge werden abgelehnt und demgemäß von einer Tilgung der Staatsschuld in der geplanten Weise abgesehen.
HiMnit ist die Tagesordnung beendigt.
Morgen früh 9 Uhr Sitzung. Auf der Tagesordnung steht die Weinsteuer.
totale* rrrr- ^ovinzielles.
Hießen, den 25. April 1894.
* * Der Vorsitzende des Landesausschusses der laudwirth- jchastlicheu Vereine des Großherzogthnms, Herr Kreisrath Haas in Offenbach, ließ am Vermählungstage an unser Herrscherpaar im Namen der hessischen Landwirthe daS nachfolgende Glückwunsch-Telegramm abgehen:
Ihren Königlichen Hoheiten dem Großherzog und der Großherzogin, Coburg.
In althessischer Treue und Liebe dem neuvermählten Fürstenpaar huldigend, senden die Landwirthe des Groß- herzogthums die ehrfurchtsvollsten und innigsten Glückwünsche. Gottes reichster Segen ruhe für alle Zeiten auf unserem Großherzog und unserer Großherzogin. Im Auftrage: Haas.
Hierauf ist von Allerhöchster Stelle folgendes gnädigstes Antwort-Telegramm eingegangen:
Präsident Haas Darmstadt.
Allen meinen getreuen Landwirthen bitte unseren herzlichen Dank auszusprechen für die Glück- und Segenswünsche.
Ernst Ludwig.
* Berichtigung. In dem in Nr. 94 gebrachten Berichte über den Festcommers zu Ehren des Herrn Geh. Hofraths Professor vr. Heß finden sich einige Namensentstellungen und Jrrthümer. Von letzteren muß mindestens der Paffus über die Anwesenheit auswärtiger Forstwirthe dahin berichtigt werden, daß weder Professor Dr. Lorey- Tübingen, noch Oberforftmeister Dr. Borggrev e-Wiesbaden anwesend waren.
* * Unfall. Gestern Abend gerieth am Seltersweg ein dreijähriges Kind unter ein Fuhrwerk und wurde am Fuße verletzt. Den Fuhrmann trifft keine Schuld.
* * Die im Großherzogthum Heffen ausäsfigeu Zahnärzte hielten in Darmstadt am vorigen Sonntag eine Versammlung, in welcher die Gründung eines Vereins hessischer Zahnärzte beschlossen wurde. Der Verein bezweckt neben der Förderung der zahnärztlichen Wissenschaft die Wahrung der Staudes- Interessen der hessischen Zahnärzte. In den Vorstand wurden die Herren Koch-Gießen, Köhler-Darmstadt, Langheinz- Darmstadt, als Beisitzer die Herren Stahn-Mainz und Jäger-Gießen gewählt. Der Verein hat zunächst viertel- jährliche Versammlungen in Aussicht genommen.
* * Zur Weinsteuer. Nach Schluß der Redaction ging uns aus Darmstadt folgendes Telegramm zu: In namentlicher Abstimmung lehnte die zweite Kammer mit 22 gegen 21 Stimmen die Ein- stellung von 300,000 Mark, Ertrag für Weinsteuer, ins Budget ab. Die Kammer vertagte sich hierauf auf 14 Tage.
♦ * Der Kaiser als Regimentschef. Die Zahl der Regimenter, deren Chef oder Inhaber der Kaiser ist, ist durch seine Ernennung zum Chef des Großbritannischen 1. Royal-Dragoner-Regts.
auf 17 gestiegen. Von ihnen gehören 8 der preußischen Armee an, nämlich das 1. Garderegt. z. F. in Potsdam, das 110. (bad.) Gren.-Regt. in Mannheim und Heidelberg, das 116. (Hess.) Jnf.-Regt. in Gießen, das 145. Jnf.-Regt. in Metz, das Regt, der Gardes du Corps in Potsdam, das Leib Garde-Hus.-Regt. in Potsdam, das 13. Ulanen-Regt. in Hannover und das 1. Garde-Feld-Art.-Regt. in Berlin, je ein Regiment ist bayerisch (1. Ulanen) in Bamberg, sächsisch (101. Grenad.) in Dresden und württembergisch (120. Jnf.- Regt.) in Weingarten, so daß der Kaiser an der Spitze von 11 deutschen Regimentern steht. Im österreichisch-ungarischen Heere ist er Oberst-Inhaber des Jnf.-Regts. Wilhelm I. Nr. 34 und Inhaber des ungar. Hus. - Regts. Nr. 7; im russischen Chef des Petersburger Garde-Gren.-Regts. König Friedrich Wilhelm III. und des 85. Jnf.-Regts. Wyborg- endlich wird er in der portugiesischen Armee als Ehrenoberst des 4. Cavall.-Regts. geführt. Von fremden Marinen führen die schwedische und die norwegische den Kaiser ä la suite; ferner gehört er als Ehrenadmiral der dänischen und als Admiral ok the fleet der englischen Marine an. SE2 4^
* * In Amerika verstorbene Heffen. New-York City, N. 2).: Auguste Mayer, Gattin von Wilhelm Mayer, 52 Jahre alt, aus Gießen. Friedrich Landmann, 84 Jahre alt, aus Hirzenhain. Pauline Schlieshahn, geb. Racky, aus Mainz. — Darke County, O.: Heinrich Gottlieb Diesmeier, 78 Jahre alt, aus Darmstadt. — Hi ghbrid ge bei Chicago, Jll.: Franz Baer, 78 Jahre alt, aus Klein-Winternheim. — Oil City, Pa.: Georg Paul, 73 Jahre alt, aus Schlitz. — Town Byron, Fond du Lac County, Wis.: Jakob Lerß, 78 Jahre alt, aus Darmstadt.
* * Oeffentliche Anerkennung edler Thaten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Schiffs- führer Wilhelm Jansen aus Duisburg in Anerkennung der von demselben am 12. Februar dss. Js. mit Muth und Entschlossenheit, sowie eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung des Erich Klug von Mainz vom Tode des Ertrinkens, sowie der Andreas Jöckel lV. Ehefrau, Marte, geb. Greb, zu Lanzenhain, in Anerkennung der von derselben am 11. Februar l. Js. mit Muth und Entschloffenheit, sowie eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung der Ehefrau des Carl Jöckel I. von da vom Tode des Ertrinkens je eine Geldprämie zu verleihen geruht.
* * Schuldienst - Nachrichten. Am 31. März wurde dem Schulamtsaspiranten Johann Diehl aus Wies-Oppen- heim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Oppenheim, — am 4. April wurde dem Schulverwalter August List zu Ensheim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst, — an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Bergk aus Lang-Göns eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Groß-Eichen, Kreis Schotten, — an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Seipp aus Gambach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rüsselsheim, Kreis Groß-Gerau, — am 7. April wurde dem Schulamtsaspiranten Carl Eimer aus Großen-Linden eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Allendorf a. d. Lda., Kr. Gießen, — an demselben Tage wurde der Schulverwalterin Elisabetha Dietz zu Hechtsheim eine Lehrerinnenstelle an der Gemekndeschule zu Klein-Krotzenburg, Kr. Offenbach, — an demselben Tage wurde der Schulamtsaspirantin Cäcilie Gutperle aus Viernheim eine Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Bürgel, Kreis Offenbach, — am 11. April wurde dem Schullehrer Johann Adam Carl Werner zu Ober-Kainsbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Richen, Kreis Dieburg, — an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Philipp Bersch aus Neu-Isenburg die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rodheim, Kr. Gießen, übertragen.
* * Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Unter-Schönmattenwaag, Kreis Heppenheim, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900—1000 Mk. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bermersheim, Kreis Worms, mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.
Romrod, 23. April. Das Hochzeitsgeschenk der Stadt Romrod für Seine Königliche Hoheit den Großherzog ist durch die Großherzogltche Bürgermeisterei unterm 16. April Großherzoglichem Hosmarschallamt übersandt worden. Da unser Landesfürst zu dieser Zeit bereits in Coburg weilte, konnte das Geschenk erst am Tage des Einzugs der Allerhöchsten Herrschaften in Darmstadt präsentirt werden, worauf noch am selben Tage dem Herrn Bürgermeister Schmidt der Allerhöchste Dank telegraphisch, wie folgt, zuging:
„Das schöne Geschenk.meiner alten treuen Stadt Romrod hat mich sehr gefreut; viel herzlichen Dank bitte allen auszurichten.
Ernst Ludwig."
Die Freude der braven Romröder über diese Anerkennung seitens des geliebten Landesherrn war natürlich groß; der Tag des erhofften Einzugs des Allerhöchsten Paares in Romrod wird auch der Landesherrin die treuen Gesinnungen der Einwohnerschaft bezeugen. D. Ztg.
W. Lich, 24. April. Wie ein treues Lehrerwirken geehrt wird, zeigte gestern in herzerfreuender Weise die Stadt Lich bei der Beerdigung des am vorigen Samstag verstorbenen Herrn Lehrer Sauer, denn einen gewaltigeren Leichenzug als den des Entschlafenen hat man hier noch niemals gesehen. Dem Sarge voraus gingen die Schüler des Entschlafenen, die Zöglinge der PräparandentzAnstalt, verschiedene Vereine und ungefähr 60 Lehrer, während demselben die Angehörigen, der Stadtvorstand und viele, viele weitere Leidtragende aus allen Ständen nachfolgten. Die Gedächtniß- rede hielt in tiefempfundenen und ergreifenden Worten Herr
StiftSdechant Klingelhöffer, weitere Reden wurden noch gehalten von Herrn Schulrath Büchner aus Gießen und dem Obmann des hiesigen Bezirkslehrervereins; Grabgesänge fanden statt durch die Schüler des Verstorbenen, den Lehrerverein und einen hiesigen Gesangverein. — Herr Sauer war nur wenige Tage erkrankt; ein Plötzlich aufgetretenes Nierenleiden bereitete dem sonst so gesunden und kräftigen Manne ein rasches Ende in dem noch nicht vollendeten 59. Lebensjahre. Die hiesige Schule verliert in ihm einen vorzüglichen, pflichttreuen Lehrer, die Lehrer selbst einen offenen, ehrlichen und biederen Freund und wackeren College», viele Einwohner einen allezeit freundlichen Berather. Sein Gedächtniß wird deshalb im Segen bleiben.
+ Lich, 24. April. Herrn Schulverwalter G ö d t e l dahier wurde eine Lehrerstelle in Londorf definitiv übertragen; zu seinem Nachfolger an hiesiger Schule wurde Herr Schulamtsaspirant Alt von hier ernannt.
△ Grunberg, 24. April. Der Umsatz der Kartoffeln hat seinen Höhepunkt jetzt in der Zett des Setzens der Kartoffeln erreicht. Die seitherigen guten Preise für Kartoffeln brachten auf dem letzten SamstagSmarkt eine ungemein starke Zufuhr aus der Wetterau. Die Preise gingen in Folge des starken Angebots erheblich herunter. Bezahlte man bei Beginn des Marktes noch 5,50 Mark für den Doppelcentner, so sank im Verlauf desselben der Preis bis auf 3,50 Mark. Im Durchschnitt kann der Preis mit 2,50 Mark per Centner veranschlagt werden. Nahe an 1000 Centner gelangten zum Verkaufe. Außer der starken Zufuhr auf dem hiesigen Fruchtmarkt werden aber noch von Händlern ganze Waggons Kartoffeln aus der Wetterau bezogen und in die Dörfer unseres westlichen Vogelsberges verbracht. Nicht der Mangel an Kartoffeln selbst veranlaßt den Ankauf anderer Kartoffeln, sondern die gemachte Erfahrung, daß ein Wechsel in den Setzkartoffeln die Grundbedingung einer guten Kartoffelernte ist.
Grunberg, 23. April. Wie nunmehr bestimmt, wird das fünfzigjährige Dienstjubtläum des Herrn Lehrer Reuß hier am Montag den 21. Mai gefeiert werden. Das zum Zwecke der Feier gebildete Comite ist bereits in Thätigkeit, um den Tag zum Ehrentag sowohl für den Jubilar als auch für unsere Stadt zu gestalten.
Neu • Ulrichstein, im April. Die Arbeitercolonie Neu- Ulrichstein, die unter dem Protectorate S. K. H. des Großherzogs steht, hat den Vermählungstag S. K. H. durch eine Fest fei er ausgezeichnet. Gestern Abend versammelten sich die Colonisten im Sonntagsanzuge zu einer Andacht^ die von dem evangelischen Geistlichen über das Wort: „Fürchtet Gott, ehret den König" abgehalten wurde und sichtlich Eindruck machte. Bei dem Abendessen, wozu den Colonisten Bier gereicht wurde, brachte der Jnspector einen Toast auf die hohen Neuvermählten aus, der kräftigen Widerhall fand. Patriotische Gesänge wurden angestimmt, auch von den Colonisten Gedichte vorgetragen. Der katholische Pfarrer ergriff die Gelegenheit, von der freundlichen Fürsorge des Vorstandes und der Freunde der Colonie zu sprechen und daran einen Toast anzuschließen. Auch dem Jnspector wurde Anerkennung gezollt, selbst durch eine Rede eines Colonisten und so verlief der Abend in fröhlichster Stimmung aller Theilnehmer und. lieferte aufs Neue den Beweis, daß die Leitung sich bemüht und es versteht, den patriotischen Sinn zu pflegen und in das Leben der Arbeit ermunternde Festlichkeiten einzuflechten. D. Ztg.
M. Herbstein, 23. April. Nach der heute dahier abgehaltenen Controlversammlung entwickelte sich in einer Wirih- schaft durch einen Wortwechsel eine Prügelei, bei welcher ein Herbsteiner junger Mann ganz erheblich am Kopfe verletzt wurde, so daß schleunigst ärztliche Hülfe in Anspruch genommen werden mußte.
Darmstadt, 22. April. Der weniger bemittelten Bevölkerung sollte aus Anlaß der Vermählung des Großherzogs eine besondere Freude bereitet werden. Hierzu hatten sich am Samstag Nachmittag im Garten des städtischen Saalbaues 12 0 Armen- und Waisenkinder etngefunden, die hier bewirthet werden sollten. Zuerst wurden auf dem Altane vor dem Gartensaale die Namen der einzelnen Knaben und Mädchen (durchgängig unter 12 Jahren) verlesen; wer aufgerufen war, durste sich in den Saal begeben. Hier waren lange Tafeln gedeckt, aus denen Platten mit verlockendem Zimmetkuchen standen. Herzerfreuend war es, zu sehen, wie sich dann die Kleinen in ihren schönen, sauberen Kleidchen Kaffee und Kuchen schmecken ließen. Nachher ging man in den Garten, wo die Kleinen unter der Leitung mehrerer Damen, die sich freiwillig zur Beaufsichtigung bereit erklärten, sich nach Herzenslust tummeln durften. Den lustigen Spielen dieser Kinder, die die Noth des Lebens noch nicht kennen, zuzuschauen, ihnen in ihre glückstrahlenden Augen zu blicken, dies war für viele wohl einer der schönsten Momente während der ganzen Festtage.
Darmstadt, 24. April. Die „Coburger Zeitung" theilt noch mit, daß am Donnerstag bei der Trauung des Großherzoglichen PaareS iy der Schloßktrche zu Coburg Ihre Majestät die Königin von Großbritannien und Irland ben. Brautschleier trug, den Ihre Majestät seiner Zeit bei Aller- höchstihrer eigenen Trauung getragen hat. Ihre Königliche Hoheit, die Prinzessin-Braut, nunmehrige Großherzogin Victoria Melita von Hessen, trug den Brautschleier, den die Mutter des hohen Bräutigams, die hochseltge Großherzogin Alice von Hessen, Tochter Ihrer Majestät der Königin von England, einst bet ihrer Trauung getragen hat. Seine Kaiserliche Hoheit der Großfürft-Thronfolger von Rußland haben vor der gestrigen Abreise dem Groß- herzoglichen Oberbürgermeister Herrn Morneweg für die hiesigen Stadlarmen die Summe von 5000Mk. zustellen lassen.
A Mainz, 24. April. Zu der von dem hiesigen Turnverein veranstalteten deutschen Turnerfahrt nach Italien haben sich annähernd 80 Theilnehmer gemeldet und zwar aus allen Gauen Deutschlands. Durch das Entgegenkommen der Eisenbahnen, Hotels und Behörden werden die pecuniären


