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26.4.1894 Erstes Blatt
 
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Nr. 96 Erstes Blatt. Donnerstag den 26. April

1894

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Aints- und Anzeigeblutt für den Tiveis Gietzen.

iBnelet Injrigt* > brr NechueNtags für b«w Mfoibm leg erfcheinenden Nummer bis 8em. 10 Uhr.

V~ chratisönkage: chießener Aamikienökätter.

«Re Nlluoncen-Burraux des In. und Auslandes u^m «jttgen für den .Gießener Heutiger- entgegen

A»ntlicher- Theil.

Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Bauarbeiten ist der Verkehr für Fuhrwerke und Reiter vom Kanzleiberg bis an die Ecke der Schul» und Lonnenstraße bis auf Weiteres gesperrt.

Gießen, den 24. April 1894.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Fresenius.

Bekanntmachung,

betr. die Faselschau zu Gießen.

Bei der am 18. l. Mts. zu Gießen abgehaltenen öffent­lichen Faselschau, find die nachfolgend verzeichneten Fasel für tauglich befunden worden, als Gemeinde-Zuchtstiere verwendet zu werden. Sämmtliche Thiere sind an einem Horn mit BrandstLmpel versehen.

Gießen, den 18. April 1894.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Orb.

Gigenlhümer

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Wohnort

Rasse

Alter

Farbe

.rtotper: beschaffenbeit

Gcsundveiis- u.Nähr»ustand

1

Pachter Güngerich

Hof Heibertshausen

Vogelsb. Bastard

2 Jahre

Braun

Genügend

Gut

Angekört.

2

Julius Zimmer

Lauter

'Vogelsberger

15 Monat

Braun

Gut

Gut

dito.

3

Derselbe

ff

16 Monat

Braun

Gut

Gut

dito.

4

Heinrich Henrich

Lang GönS

vogelSb. Bastard

17 Mona«

Braun

Genügend

Gut

dito.

5

Ludwig Müller

Wieseck

W H

l/i Jahr

Braun

Genügend

Gut

dito.

6

Georg Hahn

Bellervheim

Simmenthaler

16 Monat

gelb u. wdft

Gut

Gut

dito.

7

Bert und Lantelm

Londorf

u

14 Monat

g'lb u. weift

Genügend

Gut

btto.

Deutsches Reich.

Berlin, 24. April. Kaiser Wilhelm hat eS sich auch in diesem Jahre nicht nehmen lassen, seinem erlauchten väterlichen Freunde und hohen Berdttndeken, dem König Albert von Sachsen, zu dessen GeburtSseste persönlich seine Glückwünsche darzudringen. Zu diesem Behuse traf der Kaiser, von Eisenach kommend, am Montag Mittag ^12 Uhr auf dem Böhmischen Bahnhose in Dresden ein, wo ihn König Albert empfing- die Begrüßung zwischen beiden Monarchen war ungemein herzlich. Nach der Ankunft im Residenzschloffe begrüßte der kaiserliche Gast die Königin Carola und die Prinzessinnen, später begab er sich mit dem König Albert zu Wagen nach dem Alaunplatze, auf welchem große Truppenparade stattsand. Bei derselben führte der Kaiser sein sächsisches Grenadier - Regiment zwei Mal dem Könige vor. Um 4 Uhr war Familientafel in der königlichen Billa zu Strehlen, nach deren Beendigung der Kaiser von der Haltestelle Strehlen aus nach Eisenach, resp. der Wartburg, zurückreiste.

Der Bundesrath ist sehr fleißig bei seiner Nach­lese zur vergangenen ReichstagSsession. Am Montag hielt der BundeSrath eine außerordentliche Sitzung ab, in welcher der vom Reichstage genehmigte Antrag Schröder, betreffend die Kündigungsfrist für Handlungsgehilfen, den zuständigen Aus- schüffen überwiesen wurde, während das neue Börsen- steuergesetz definitiv die Zustimmung deS BundeSratheS in der vom Reichstage beschloffenen Fassung erhielt. DaS letztere kann also am 1. Mai ungehindert in Kraft treten.

Ueber die angeblichen Pläne der Reichs- regieruug in Bezug auf die Wiederaufnahme der steuer- und finanzpolitischen Action tauchen schon jetzt allerhand Nachrichten auf. Ihnen zufolge soll regierungS« tätig beabsichtigt sein, dem Reichstage in seiner nächsten Session die Steuer- und Finanzreform im verengten Rahmen wieder vorzulegen, unter Verzicht auf die projectirte Ueber- wetsung von 40 Millionen Mark jährlich aus ReichSmitteln an die Einzelstaaten und unter Herabminderung der Sätze der Tabakfabrikatsteuer. Letztere Angabe wird indeffen von anderen Meldungen mit der Versicherung bestritten, daß man in RegierungSkreisen eine etwaige Herabminderung der Sätze der Tabaksteuer noch gar nicht in Erwägung gezogen habe. Jedenfalls erscheinen alle Mittheilungen über neue Steuer­pläne der Reichsregierung sür die nächste Reichstagssession einstweilen noch sehr verfrüht, auch ist schwerlich zu glauben, daß man sich an maßgebender Stelle in Berlin über die Umarbeitung des gescheiterten Steuer- und Finanzreformwerkes bereits schlüssig gemacht haben sollte.

Freiherr v. Unruhe - Bomst, der bekannte frühere ReichStagsabgeordnele, ist auf seinem Gute Langhainers- dorf in der Neumark infolge eines Schlagfluffes, 69 Jahre alt, gestorben. 1857 zum Landrath deS Kreises Bomst er­nannt, vertrat der Verstorbene denselben bis in die sechziger Jahre hinein im preußischen Abgeordnetenhause. Seit 1867 aber war Herr v. Unruhe der Vertreter seines landrathlichen Kreises im Reichstage und zwar ununterbrochen bis 1893. Hier gehörte er der freiconservativen Partei an- imCanell- reichStage" von 18871890 war Herr von Unruhe - Bomst zweiter Dicepräsident. Sein Reichstagsmandat hatte er kurz

vor den Neuwahlen des Jahres 1893 aus persönlichen Gründen dcfinitiv niederlegt, nachdem er am 1. April 1893 bereits aus dem Staatsdienste geschieden war.

Arr-laird.

Petersburg, 23. April. DieNordische Telegraphen- Agentur" meldet aus Moskau: Die Stadtverordneten- Versammlung beschloß, den Majestäten anläßlich des für ganz Rußland freudigen Ereigniffes der Verlobung deS Großfürften-ThronfolgerS bie aus liefstem Herzen kommenden, treu untertänigen Glückwünsche Moskaus unter­breiten zu lassen, sowie dem Brautpaar und dem Großfürsten SergiuS und Gemahlin zu gratuliren. Das Stadtamt wurde beauftragt, Vorschläge zn machen, wie Moskau die bevor­stehende Vermählung am würdigsten begehen könne.

Neueste

WolffS telegraphisches Correspondmz- Bureau.

Berlin, 24. April. Saaten st and für Gesammt- deut sch land für Mitte April: Winterweizengut, Sommer­weizen gut bis mittel; Winterspelz gut; Winterroggen gut, Sommerroggen gut bis mittel; Sommergerste gut; Hafer gut bis mittel; Klee mittel, Wiesen mittel. Die Wintersaaten waren vielfach durch Trockenheit beeinträchtigt, die um die Mitte des April eingetretenen Regensälle berechtigen zu guten Hoffnungen; für die Frühjahrsbestellung war die trockene warme Witterung außerordentlich günstig, doch ist von der Saat in Folge der Trockenheit erst wenig aufgegangen.

Berlin, 24. April. Platen und Genoffen brachten im Herrenhause eine Interpellation ein, ob der Regierung der Umfang der durch den Orkan vom 12. Februar verur­sachten Beschädigungen bekannt sei und eventuell welche Maß­regeln die Regierung zu ergreifen gedenke, um dem durch die gedachten Zerstörungen geschaffenen Nothstande deS KleinbefitzeS abzuhelfen.

Fulda, 24. April. Die Bischofs wähl hierselbst findet am 27. April statt.

München, 24. April. Im Finanzausschuß äußerte der Finanzminister in der Debatte über den Etat der Zölle und inbirecten Steuern u. A.: Seit der Einführung der Abstufung des MalzaufschlagS zu Gunsten der kleineren Brauereien im Jahre 1889 find in Bayern 489 kleinere Brauereien entstanden. Aus der Tabaksteuer und den Tabak­zöllen wurden al6 Antheil Bayerns 25,100,000 Mk. etatifirt. Man erwartet, daß im Herbst eine Erhöhung der Tabak­steuer ab 1895 eintreten wird.

Rom, 24. April. In der Rede, die der Papst heute in der vatikanischen Basilika in spanischer Sprache verlesen ließ, heißt es: Die spanische Wallfahrt war von so großer Bedeutung, daß Niemand ihrer vergeffen wird; sie konnte auch den Augen der Sektirer nicht unbemerkt bleiben, von denen einige in Eurem Vaterlande selbst unwürdige Hand­lungen begingen; dieselben brachten indeß eine gegenteilige Wirkung hervor, indem sie Eueren Eifer entflammten und vor der Welt die Bedeutung Euerer Huldigungen bekundeten. Die Rede betont dann, daß daS ganze katholische Spanien bis in die gesetzgebenden Versammlungen von dem Unwillen

über die erwähnten Handlungen erfüllt war, worüber der j Papst seiner lebhaften Genugthuung Ausdruck gibt.

Depeschen bei Bureau .Herold*.

Darmstadt, 24. April. Der Großfürst-Thron­folger von Rußland wird sich von Coburg birect nach Petersburg zurückdegeben, während die Prinzessin Alix die Königin Victoria nach England begleitet.

Berlin, 24. April. DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Abberufung des Gesandten am bayerischen Hofe Grasen , Eulenburg von seinem Posten behufs anbertoeiter dienst- 1 kicher Verwendung.

Berlin, 24. April. Nachdem die Ausführungen zu dem irtoeiterten Reichs ft empelabgabengefetz in der Instanz des BundeSralhS genehmigt wurden, wird die Veröffentlichung deS Gesetzes in den nächsten Tagen erfolgen.

Berlin, 24. April. DieVoff. Ztg." plaidirt in einem Leitartikel für gesetzliches Verbot deS Duells unter Hinweis auf das längst bestehende Verbot desselben in der englischen Armee. Staatsmänner wie Caprivi und Miquel hielten es für angebracht, selbst Edelleute nicht zum Zwei­kampf aufzufordern, sondern dem Gericht zur Rechtsprechung zu übergeben; was dem Kanzler und einem Minister recht sei, sollte auch einem Lieutenant billig sein. Religion und Vernunft verurtheilten gleichermaßen den Zweikampf.

Berlin, 24. April. Die im Lause des WinterS erfolgten Bemühungen für Wiederaufnahme des Flachsbaues in Deutschland Haden mehrfachen Erfolg gehabt, besonders in Süddeutschland und Westfalen. W

Frankfurt a. M., 24. April. Die Anwälte deS hiesigen Oberlandesgerichtsbezirks beriethen gestern in einer außer­ordentlichen Versammlung über den Erlaß deS Justizministers betr. die Beschränkung der Freiheit der Advocatur. Die Versammlung stellte in Abrede, daß im Anwaltsstande durch die Freiheit der Advocatur Mißstände entstanden seien, sprach sich gegen jede Beschränkung der letzteren auS und ersuchte den Vorstand, in diesem Sinne eine gutachtliche Aeußerung abzugeben.

Rom, 24. April. Ministerpräsident Crispi verbot für den 1. Mai in ganz Italien jede öffentliche Kundgebung ober Procesfion.

Paris, 24. April. In Marseille wurde ein deutscher Major NamenS Senn wegen Verdacht der Spionage ver­haftet, aber auf höheren Befehl wieder freigelaffen.

Aus den Verhandlungen der Zweiten

Kammer der hessischen Stände.

nn. Darmstadt, 24. April 1894.

Nach Verkündigung einiger Einläufe setzt die Kammer ihre Berarhungen mit Cap. 142, Justizverwaltung, fort.

Der Ausschuß beantragt hier eine Reihe von Abstrichen, insbesondere die für das Asphaltiren der daS Justizgebäude zu Darmstadt umgebenden Straßen geforderte Summe von 30900 Mk., ebenso kann der Ausschuß nicht befürworten den Neubau einer Anstalt für jugendliche Gefangene, Errichtung eines Backhauses im Hofe deS Provinzialarresthauses zu Darmstadt, sowie die Ei Weiterung der Haftlocale zu Höchst, Fürth und Großumstadt.

Für den weiteren Neubau eines dritten Flügels in der Zellenstrafanstalt Butzbach wurden 390000 Mk. bewilligt; ebenso für den Neubau eine« AmtSgerichtSgebäudeS in Ost­hofen 69 700 Mk. und für Pfeddersheim 90000 Mk. Im Ganzen werden 641 140 Mk. bewilligt.

Zu Cap. 143, Centralbauwesen, werden für Errichtung eines DienstgebäudeS in Groß-Gerau 76 700Mk. genehmig:. Die Berathung wegen Errichtung eines solchen in Offenbach wird ausgesetzt.

Für Errichtung eines DienstgebäudeS des KreiSbauamtS in Gießen werden 34000 Mk. genehmigt.

Cap. 144, Baufond der Maln-Neckar-Bahn, wird mit 14600 Mk. genehmigt.

Abg. Friedrich dankt der Regierung für die geplante Verlegung der Station Arheilgen, wofür 46000 Mk. vor­gesehen sind.

Abg. HaaS fragt die Regierung, ob es sich nicht em­pfehle, auf der Main-Neckar-Bahn eine andere Construction der Eisenbahnwagen herbeizusühren, insbesondere für d>e durchgehenden Schnellzüge. Er verweist dabei auf die preußi­schen Bahnen.

Ministerialrath Michel erwidert, die Anschaffung neuer Wagen habe noch nicht ftattgefunben und würde der Wunsch deS Abg. Haas später berücksichtigt.

Zu Cap. 145, Baufond der Oberhessischen Eisenbahnen, werden 252 000 Mk. genehmigt und ein Antrag des Abg.