Ausgabe 
26.1.1894 Zweites Blatt
 
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die schließliche Entdeckung der 125 verwesten oder, wie man vielfach annimmt, noch verwesenden Leichen mit sich bringen wird, und es ist daher auch erklärlich, daß trotz des hohen Lohnes viele Kohlengräber zu den gegenwärtigen Arbeiten nicht zu bewegen waren.

* Unter einer Ladung Postfrachtstucken von London nach Deutschland kamen kürzlich in Vltssingen zwei Sendungen mit lebenden Thier en an, eine Kiste mit einem Jagdhund (Fox Terrier) und ein Korb mit Brieftauben. Während der Weiterbeförderung in einem geschloffenen Güterwagen scheint der Lund die Tauben gewittert zu haben- mit Hilfe seines scharfen Gebiffes gelang es ihm nicht allein, sich aus seiner Kiste zu befreien, sondern auch den Korb mit den Tauben zu öffnen, die er sämmtlich erwürgte. Beim Oeffnen des Wagens an der deutschen Grenze wurde der Fall entdeckt und der Miffethäter wieder in sichern Gewahrsam gebracht. Unter den Tauben sollen sich mehrere werthvolle Thtere befunden haben, welche bereits wiederholt bei Wettflügen mit Preisen ausgezeichnet worden waren. Der Absender des Hundes wird für den Schaden aufzukommen haben.

* Eia guter Rath. Nach mehrjährigen Erfahrungen (schreibt ein Meister) habe ich es mir zum Grundsatz gemacht, nie einem Gesellen in der Aufregung über ein von ihm be­gangenes Vergehen oder eine Ungehörigkeit zu kündigen, ebensowenig eine in der Aufregung ausgesprochene Kündigung anzunehmen. Ich sage in solchen Fällen ganz einfach: wir wollen morgen darüber sprechen. Ich habe dann fast immer die Genugthuung, daß am nächsten Tage der Geselle, wenn ich allein mit ihm spreche, sein Unrecht zugibt. Sehr oft haben mir die Leute gedankt, daß ich ihnen Zeit zur ruhigen Ueberlegung gelaffen hatte- das sind dann meine zuverlässigsten Gesellen geworden.

* Einer Anzahl seiner treuesten Stammgäste, zumeist Künstlern und Schriftstellern, hat der jüngst verstorbene Pariser Bierhallenbesitzer Pouffet Legate im Gesammtbetrage von 800 000 Frcs. vermacht. Ebenso schenkte er den zahl­reichen Gästen, die im Testament mit Namen angeführt waren, sämmtliche Schuldforderungen, die er an sie hatte. Das nachgelassene Baarvermögen Poussets beläuft sich auf 2«/2 Millionär.

Eine Bergfahrt*)

im Herrenstübel.

Donnerwetter, meine Herren! War eine schneidige Tour! Fünf Stunden ge­klettert, Felswände so steil und glatt wie Glas! Sehen Sie dies Edelweiß! Ich er­blickte es an dem schrecklichsten Abgrunde, klettere zu schon halte ich es in der Hand da löst sich ein Felsblock ich schwindle es wird mir schwarz vor den Augen? In diesem Augenblick reißt mich mein Füh­rer zurück ich habe ihn könig­lich belohnt!"

erzählt

im Führerzimmer.

Himmel - Kreuz - Donner­wetter ! An solchen Herrn wann i no amol krieg, na steck i met Handwerk auf! Grod zieh'gen hon i'n müss'n den ganzen Berg aufi, wo's a bißl schiech ganga is, do hätt' i eam am liebstn glei a Scheuleder füribund'n vor sei dalket's GsrieS! Und schundt ts er g'wen! Koan Btff'n Brot, koa Tröpferl Wei! Um mei Führerlohn hon i mi raufn müss'n und af d'letzt Hot er mir no mei Edlweiß vom Hut obettlt!"

*) Aus dem in München bei H. Ktllinger erscheinenden Alpenfreund".

CUaraiut unb Arrnst.

In Arnold Berpsträßers Verlag in Darmstadt ist so­eben eine kleine Schrift unter dem Titel »Beitrag zur Reform der direeten Steuer« im Grotzherzogth«« Hefte« «tu KSuigretchPreußen* vonI. I Rau, Steuerrath i.P. erschienen. M>t Sachkenntnih, reicher Erfahrung und freimüthiger politischer Ueberzeugung ausgerüstet, hat der Verfasser als ein Veteran der hesstsche» Steuerbeamten die im Großherzogthum Hessen seit etwa 20 Jahren auf dem Gebiete der bitecten Staats- und Gemeindesteuern erwachsene» Reformarbeiten in gedrängter Kürze geschildert, die bestehenden Gesetze krittsirt und seine Vorschläge für den Ausbau rationeller Reformen des gesammten bitecten Steuerwesens beigesügt, bies Alles mit wärmster Befürwortung gleicher und gerechter VertheUung der directen Steuern mit Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtige» aller Berufsklaffen und mit möglichster Schonung der schwächere» Steuerkräfte. Was Preußen betrifft, so heißt es im Eingang deS 7. Abschnittes der Broschüre:Im Königreich Preußen ist vermöge außerordentlicher Thatkraft des Königlichen Finanzministers Dr. Miquel und gleichzeitigen Entgegenkommens beider Häuser des Landtags durch die Steuergesetzgebung von 1891 und 1893 eine totale Reform der directen Staatssteuern und des Eommunalsteuer- wesens erzielt worden. Dieser imponirenbe Vorgang veranlaßt mich, meine Betrachtungen burch näheres Eingehen auf diese Geietzgebung zu erweitern, jedoch mit der mir selbst auferlegten Beschränkung, daß ich nur die Hauptzüge der bezüglichen 5 Gesetze bat lege un» meine fachmännischen Bemerkungen anknüpse." In biefen Anfügungen zu den Gesetzen, von denen die drei jüngsten erst mit Anfang April 1896 wirksam werden, ist eine vollständige sachliche Kritik enthalten, welche überall von hervorragender Sachkenntniß zeugt. Als Schluß seiner interessanten Arbeit hat der Verfasser einen kurzen Abschnitt über die Reichssteuerfrage mit einem warm empfundenen patriotischen Appell an die Reichsvertretung beigefügt. Allen Denen, welche be­rufen sind, bei der Lösung der ©teuerfragen mitzuwirken ober die Gesetze in Anwendung zu bringen, sowie Denjenigen, welche sich über die Steuergesetzgebung im Ganzen und Einzelnen informiren wollen, darf die kleine Schrift, deren Ladenpreis nur 1 Mk. beträgt, angelegentlich empfohlen werden.

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