Wie es heißt, hat sich gestern Graf Waldersee im Auftrage des Kaisers nach Friedrichsruh begeben.
Berlin, 24. Januar. Das Aeltesten-Collegium der Kaufmannschaft hat dem Handelsminister mitge- iheilt, daß es in der Miiwirkung der Landwtrlhschaftskammern bei der Verwaltung der Productenbörse einen Eingriff in die Selbstverwaltung erblicke.
Berlin, 24. Januar. Der Strike der Taxameter» Droschkenkutscher wurde heute Vormittags auf einer Versammlung für beendet erklärt. — Die Handelsvertragscommission des Reichstags nahm heute Vormittag» das Uebereinkommen mit der Schweiz betr. den gegenseitigen Patent-, Muster- und Markenschutz fast einstimmig an. — Dem Abgeordnetenhause ist der Vertrag zwischen Preußen und Lübeck zugegangen betreffend den Elbe-Trave- kanal nebst einem Gesetzentwurf über die Gewährung eines Beitrags Preußens zu den Kosten der Herstellung des Kanals durch Lübeck. — Der Bundesrath hält morgen seine regelmäßige Wochensitzung ab. Auf der Tagesordnung steht: Verlängerung des Handelsprovisoriums mit Spanien, der Gesetzentwurf betreffend die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten, die Vorlage betreffend die Anerkennung belgischer Prüfungszeichen für die Handfeuerwaffen in Deutschland, zahlreiche Petitionen. — Graf Herbert Bismarck erhielt eine Einladung zu der heutigen im königlichen Schlöffe stattfindenden Cour.
Frankfurt a. M., 24. Januar. Die „Franks. Ztg." meldet aus Berlin, daß man in agrarischen Kreisen befürchte, die Aussöhnung des Kaisers mit dem Fürsten Bismarck könne zu Gunsten des deutsch-russischen Handelsvertrages verwerthet werden. Um dieses zu verhindern, sei bereits an den Grafen Herbert Bismarck telegraphirt worden.
Mannheim, 24. Januar. Eine unter dem Vorsitze des Handelskammer Präsidenten Disfen6 stattgehabte Sitzung von Getreidehändlern sprach sich für die Aufhebung des Identitätsnachweises aus.
Wien, 24. Januar. Wie die „Polit. Corresp." aus Konstantinopel meldet, bezeichnet man in dortigen diplomatischen Kreisen die Nachricht, daß Nelidow an Stelle Mohrenheims nach Parts versetzt werden soll, als vollständig unbegründet.
Prag, 24. Januar. Da die Karlsbrücke immer stärkere Risse aufweist, befürchtet man ihren Einsturz.
Rom, 24. Januar. Die Sammlungen für die Hinterbliebenen der Ermordeten von Aigues-Mortes betragen bereits 200,000 Lire.
Odessa, 24. Januar. Zu der 1896 in Nischni- Nowgorod ftattfindenden russischen Kunst- und Industrie-Ausstellung melden sich schon viele ausländische Unternehmer, doch soll möglichst alles aus russischem Material und von Russen hcrgestellt werden. Wie verlautet, soll auch eine französische Abtheilung sich in der Ausstellung befinden.
Der Aufenthalt der Prinzessin Melitta Victoria von Sachsen-Coburg-Gotha in
Darmstadt.
(Originalbericht für den „Gießener Anzeiger".)
„Ein feiner Regen prikelt herab Eiskalt wie Nähnadelspttzen . . ." An diesen Heine'schen Vers fühlte man sich unwillkürlich gemahnt beim Anblick des grauen, wolkenverhangenen Himmels, der am Dienstag über unserer Residenz hing. Nichtsdestoweniger flatterten die Fahnen und Flaggen lustig im Winde und boten in ihren verschiedenen Farben, aus welchen das Weiß-Grün von Coburg-Gotha besonders heiter und freundlich herausleuchtete, das festliche Bild einer Residenz, welche sich zur Begrüßung ihrer künftigen Fürstin anschickt.
- Unter Regenschirmen wogte eine zahlreiche Menschenmenge so um die vierte Nachmittagsstunde Rhein- und Wil- helminenstraße auf und ab. Da, kurz vor Einfahrt des Zuges, klärte sich das Wolkengrau, der Regen hörte auf und ein flüchtiger Sonnenschimmer gab dem Straßenbikd sofort ein holderes Ansehen. Ein offener Wagen konnte benutzt werden, und da der Empfang keinen eigentlich officiellen Charakter trug, fuhren die Herrschaften im einfachen Zweispänner. Die junge Prinzessin saß neben ihrer Mutter, der Herzogin von Edinburg, ihr gegenüber unser Großherzog, rechts vom Herzog von Sachsen Coburg-Gotha. Auf die ihr von der freudig erregten Bevölkerung gespendeten Hochs und enthusiastischen Zurufe dankte die hohe Braut nach allen Seiten auf das liebenswürdigste.
Die fremden hohen Gäste wohnen im „Alten Schloß", wo die grün-weiße Fahne aufgezogen ist.
Am Abend des Ankunftstages fand im Theater Vorstellung bei festlich beleuchtetem Hause statt. Obschon längst bekannte Sachen das Repertoire bildeten, waren doch schon Mittags 12 Uhr sämmtliche Billets vergriffen. Die theatralischen Gerichte bestanden auS Opern-, Ballet- und Schau- spielkoft. Auf das allerliebste Brüll'sche Operchen „Grin- goire" folgte der durch sein prächtiges Farbensptel fesselnde Serpentinentanz und den Beschluß bildete des Frankfurter Schauspieler Schönfelds Lustspiel „Mit fremden Federn".
Genau um 7 Uhr erschienen die Herrschaften in den Großherzoglichen ProseeniuMslogen rechts von der Bühne — die große Hofloge in der Mitte war für die Cavaliere und Hofdamen reservirt. — Hoftheaterdirector Wünzer erhob sich und rief mit seiner sonoren, markigen Stimme „Ein Willkommen dem hohen Brautpaare in diesen der Kunst geweihten Hallen, Se. Königl. Hoheit der Großherzog und die Prinzessin Melitta Victoria von Sachsen-Coburg-Gotha sie leben hoch!" Begeisterungsfroh stimmten die Anwesenden in diesen Gruß ein, das an diesem Abend unter Leitung des Herrn Musikdirector Doebber stehende Orchester imonirte die Nationalhymne, und die Vorstellung nahm hierauf einen äußerst animirten Verlaus, da die betheiligten Künstler selbstredend mit Eifer und Energie bestrebt waren, Wort und Ton zu schöner Geltung zu bringen.
Der heitere Schönfeld'sche Schwank, der eigentlich nichts anderes als ein großes „DerlobungSftück" ist, paßte so recht, in die Stimmung des festlichen Abends. Der Großherzog, der zwischen Braut und Mutter der Braut saß, unterhielt sich mit den Damen in den Pausen aufs lebhafteste. In der Nachbarloge befanden sich der Vater der Braut, Prinzessin Alix und die Schwester der Braut. Die Herrschaften blieben im Theater bis zum Schluß der Vorstellung.
Bei dem heutigen brillanten, klaren Winterwetter war das Neue Palais in den Mittagsstunden fortwährend von Leuten aus allen Gesell'chaftskreisen umringt, die sich keine Ein- oder Ausfahrt entgehen lassen mochten. V-
Heute Abend findet nun der costümirte the dansant statt, ZU dem die Vorbereitungen in größter Heimlichkeit getroffen sind und über dessen Programm in der Presse noch kein Wörtchen verlauten durfte. Ich bin nun in der glücklichen Lage, den Leserinnen Ihres geschätzten Blattes doch einige Details ausplaudern zu können. An diesem Abend wird erstens ein origineller englischer Tanz aufgesührt werden, bei welchem die Damen die faltigen Gewänder ähnlich wie beim Serpentinentanz zu werfen haben. In der vorderen Reihe tanzt der Großherzo g mit Prinzessin Alix, und der Herr von Frankenberg mit Frl. von Fabrice. Dann kommt eine Blumenquadrille, bei deren Arrangement auch ein sehr erlesener Geschmack gewaltet hat. Folgende „Blumen" erscheinen: Heckenrose, Nelke, Lilie, blaue Wasserrose, Chrysantemum, Butterblume, Kornblume, Marguerite. Ich könnte Ihnen auch mittheilen, wie diese Blumen im bürgerlichen Leben heißen, aber aus Discretion unterlasse ich es. Die Herren kommen in grünen Fracks, Escarpins, die Blume der Partnerin im Knopfloch. Ein „Menuett", für welches auch ein sehr originelles Costüm gewählt ist, bildet die dritte Glanznummer des Tanzprogramms.
An diesem Abend empfängt die Prinzessin Braut von ihrem hohen Bräutigam zum Geschenk einen nach Material und Arbeit überaus kostbaren Fächer, der aus dem Atelier des Hofjuweliers Wondra hervorgegangen ist.
Die Prinzessin Melitta Victoria wird voraussichtlich bei uns bis zum Freitag Morgen verweilen. Am Freitag Abend begiebt sich der Großherzog nach Berlin zum Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers. Dr. E. M.
Locales rrnd provinzielles.
Gießen, den 25. Januar 1894.
** Technische Notiz. Nach einer Statistik des Kaiser!. Patentamtes sind, wie uns das Intern. Patentbureau von Heimann u. Comp. in Oppeln schreibt, im Jahre 1893 14265 Patent-Anmeldungen und 6430 Patent-Ertheilungen erfolgt. Den Löwenantheil hat wie immer Berlin mit 771 Patent-Ertheilungen. Gar keine Patente sind nach Waldeck und Pyrmont, sowie den Hohenzollerschen Landen ertheilt worden,' 1 Patent-Ertheilung hat Schaumburg-Lippe aufzuweisen- das Großherzogthum Hessen ist mit 103 Patent-Ertheilungen vertreten. Die meisten Patent-Ertheilungen, nämlich 300, sind auf dem Gebiete der hauswirthschaftlichen Geräthe zu verzeichnen, die wenigsten — je 4 — auf dem Gebiete der Korbflechterei und des Salinenwesens. (Obengenanntes Patentbureau ertheilt den geschätzten Abonnenten dieses Blattes Auskunft und Rath in Patentfachen gratis.)
? Alsfeld, 24. Januar. Zu der bereits mjtgetheilten Verhaftung eines Handwerksburschen in einer hiesigen Herberge wegen Verausgabens von falschen Zweimarkstücken ist noch ergänzend zu berichten, daß es zwei Handwerksburschen waren, welche angeblich aus Norddeutschland stammen und ein Zweimarkstück zu Begleichung ihrer Zeche in einer Wirth- schast hinterlegten. Ganz zufällig nahm der Wirth dies Geldstück, um bei einem benachbarten Kaufmanne Einkäufe zu besorgen. Dieser erkannte sofort, daß das Geldstück gefälscht sei. Rasch eilte der Wirth zurück, aber die Handwerksburschen hatten sich inzwischen aus dem Staube gemacht. Der Wirth zeigte den Vorfall der Polizei an und es gelang, die beiden Vögel in einer anderen Herberge zu verhaften. Hier sand man noch in einem Versteck ca. 160 neue falsche Ein- und Zweimarkstücke, die dem Gerichte überliefert wurden. Offenbar hat man es hier mit zwei Mitgliedern einer Falschmünzerbande zu thun.
E. Echzell, 20. Januar. Die Diphtheritis, welche im vergangenen Sommer so heftig bei uns, in Bingenheim und Nidda wüthete, ist endlich als erloschen zu betrachten, wenn auch hier und da noch vereinzelte Fälle auftauchen. Aehnlich ist es in dem benachbarten Weckesheim, von welchem Ihre Zeitung Nachricht gebracht hatte. Dagegen ist bei uns seit Kurzem eine heftige Keuchhustenepidemie aufgetreten, die wiederholt Opfer gefordert hat. Merkwürdig ist, daß vor 15 oder 20 Jahren Diphtherie, Masern, Scharlach und andere Kinderkrankheiten meistens im Spätjahre (wenn sich die Zunder Erkältungen zuzogen) auftraten- im Frühjahre und Sommer, beim Eintritt warmer Witterung, verschwanden die Plagen. Jetzt treten sie zu jeder Jahreszeit auf. — Unsere Gemeinde wird demnächst eine Vicinalftraße nach dem benachbarten Wölfersheim bauen, wo bedeutende Braunkohlenwerke sind. Die Wölfersheimer Braunkohlen erfreuen sich großer Beliebtheit und werden ziemlich weit befördert. Der neue Weg wird die Abfuhr der Kohlen bedeutend erleichtern. Bei dem Wegneubau, welcher ca. 30000 Mk. kosten kann, wird den jetzt nicht ober wenig beschäftigten Arbeitern, besonders auch den Leuten, die unbeschäftigte Gespanne haben, Gelegenheit zu Verdienst gegeben. Derartige Bauten sind bei der gegenwärtigen mageren Zeit sehr am Platze, denn auch die Arbeitgeber finden ihre Rechnung dadurch, daß sie reichliche und billige Hilfskräfte anwerben können.
nn. Darmstadt, 23. Januar. Die vierte ordentliche evangelische Landessynode trat heute Morgen um i/210 Uhr unter dem Vorsitz des Oberlandesgerichtsraths Heinzerling im Sitzungssaale der Zweiten Ständekammer
zu zweitägigen Berathungen zusammen. Nach Verkündigung einer Reihe neuer Einläufe und Berichtsanzeigen fand zunächst die Beeidigung der neueingetretenen Mitglieder, Divisions- psarrer Noack, sowie Oberstlieutenant Otto, statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung beschloß die Synode den Erlaß einer Adresse an Seine Königliche Hoheit den Großherzog ans Veranlassung seiner Verlobung mit der Prinzessin von Coburg Gotha. Zunächst erfolgt nunmehr die Berathung der Vorlage des Großh. Oberconfistoriums betr. den Nachweis des Vermögens st andes der unter der Verwaltung Großh. Oberconfistoriums stehenden Fonds in der Budgetperiode 1880/85. Die Vorlage wird genehmigt. Ein Antrag des Abg. Stromberger, betr. Ablösung der Acci- denzien, welche niedere Kirchendiener zu beziehen haben^ sowie desselben Abgeordneten auf Ablösung der Accidenzien für kirchliche Functionen der Organisten, Cantoren und Lectoren gibt zu längerer Debatte Veranlassung. Der Antragsteller, sowie die Synodalen Dieffenbach, Hager u. A. treten warm für die Ablösung dieser Accidenzien ein. Seitens des Oberconfistoriums sprach man sich dahin aus, daß es erwünscht und den Gemeinden zu empfehlen sei, daß auch die Fixirung der Gebühren, welche den Lehrern als Organisten und Kantoren zukommen, sowie der Kirchendiener erfolgen möge. Dagegen müsse es ablehnen, eine zwangsweise gesetzliche Fixirung zu beantragen, da zu befürchten fei, daß dadurch Mißstimmung in den Gemeinden erregt werde. Um indessen nach Möglichkeit dazu beizutragen, daß die Organisten rc. vor dem infolge der Aufhebung der Accidenzien der Geistlichen ihnen drohenden Einnahmeausfall bewahrt bleiben, werde das Oberconsistorium an die Kreisämter das Ersuchen richten, auf eine vertragsmäßige Fixirung der fragl. Gebühren hinzuwirken und zugleich die Geistlichen anzuweifen, die Bemühungen der Großh. Kreisämter nach Kräften zu unterstützen. Auch der Ausschuß theilt die Erwägungen des Großh. Oberconsiftoriums und beantragt daher, den Antrag für erledigt zu erklären. Die Synade beschließt mit 24 gegen 22 Stimmen demgemäß. — Ein Antrag des Synodalen Heß, betreffend die Erhöhung des Betrags ber Pensionen der Wittw en und Waisen von Geistlichen von 850 auf 1000 Mk. wird einstimmig für erledigt erklärt, nachdem Seitens des Kirchenregiments, sich dahin ausgesprochen wurde, daß dasselbe die Frage in ernstliche Er- wcgung gezogen habe, ob und wie weit ein erhöhter Zuschuß des Centralkirchenfonds in die geistliche Wittwenkaffe in Aussicht genommen werden könne, um die Verhältnisse der Pfarr- wittwen und -Waisen aufzubessern. Die Verhandlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen, würden aber so gefördert, daß bei Aufhebung des Voranschlags 1895/1900 bestimmte Entschließungen gefaßt werden könnten. Eine Erhöhung der Wittwenpenfionen ist nicht projectirt, sondern die Bewilligung von Waisengeldern neben den Pensionen. —• Nunmehr erfolgt tte Beantwortung der Interpellation des Abg. Dr. Dieffenbach, betreffend die Neuordnung der kirchlichen Vermögens-Verwaltung. Der Interpellant wünscht Erleichterung nach dieser Richtung hin herbeigeführt, weil man augenblicklich noch zuviel in der Bureaukratie der Staatsverwaltung stehe. Seitens des Präsidenten Gold mann wird erklärt, daß die Frage im Schoße des Consistortums in Erwägung gezogen worden fei. Das Consistorium stehe der Frage sympathisch gegenüber, halte aber augenblicklich den Zeitpunkt nicht für geeignet, der Synode dementsprechende Vorlage zu machen. Ober- consiftorialrath Köstlin spricht sich ebenfalls dahin aus. — Eine weitere Interpellation des Abgeordneten Dr. Rieger auf Ausarbeitung einer Agende für die ev. Landeskirche wird Seitens des Oberconsiftoriums dahin beantwortet, daß dasselbe zwar das Bedürfniß nach einer solchen in vollem Maße würdige, aber sich auch die großen Schwierigkeiten nicht verbergen könne, auf welche man bei Ausarbeitung einer solchen Agende stoßen würde. Insbesondere sei aus Zweckmäßigkeitsgründen so lange zu warten, bis die in Preußen geführten Verhandlungen zum Abschluß gekommen seien. Damit ist die heutige Tagesordnung erledigt. Morgen früh 9 Uhr Sitzung.
nn. Darmstadt, 24. Januar. Landessynode. Die Sitzung wird heute um ^10 Uhr eröffnet. Nach Verkündigung einer Reihe neuer Einläufe und Berichtsanzeigen tritt die Synode sofort in die Berathung des vom Kirchenregiment der Synode unterbreiteten Leitfadens für den Religionsunterricht in den evangelisch-unirten Gemeinden des Großherzogthums. Bei der Generaldebatte erklärte Oberconsistorialrath Dr. Köstlin, daß es dem Kirchenregiment von der höchsten Wichtigkeit gewesen sei, für die ev. Landeskirche ein Werk zu schaffen, das allen Anforderungen itt Kirche und Schule genügen möge. Glaube die Synode jedoch noch Wünsche in der einen oder anderen Richtung zu haben, so sehe das Oberconsistorium gerne diesen Wünschen entgegen. Nur möge man das mit Mühe zusammen- gefügte Werk nicht zerstören, sondern demselben wenn möglich eine einstimmige Annahme bereiten. Die Einführung des neuen Katechismus soll nicht auf dem Wege des Zwanges vor sich gehen. Die Synodalen Dieffenbach, Kalbhenn, Wahl u. A. machen an der Zusammenstellung des Katechismus- stoffes eine Reihe von Ausstellungen. Oberconsistorialrath Walz schlägt daher vor, daß der Sonderausschuß alle an dem Werk etwa gemachten Ausstellungen sammeln und dem Oberconsistorium mittheilen soll. Nach der Einzelberathung des 104 Abschnitte umfassenden Leitfadens tritt die Synode dem Antrag des Ausschusses, der sich mit dem Inhalt der Vorlage einverstanden erklärt, einstimmig bei und nimmt somit den vom Oberconsistorium vorgelegten Entwurf an. Bezüglich des Titels soll der Name „Katechismus" gewählt werden. Oberconsistorialrath Walz dankt der Synode für ihren einstimmigen Beschluß und bezeichnet es als einen erhebenden Moment, daß nach 70jährigem Bedürfniß ein Werk entstanden sei zum Wohl und Segen der evangelischen Kirche. — Hiermit ist die Tagesordnung erledigt. — Ein Antrag wegen Stellungnahme der Synode und des Kirchenregiments zu der vom


