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Reichstag geplanten Wiederzulassung der Jesuiten in Deutschland gelangt zur Verlesung und wird morgen berathen werden.
Darmstadt. 25 Januar. (Privatdepesche.) Die Evangelische Landessynode sprach sich einstimmig gegen die vom Reichstage in zweiter Lesung beschlossene Zulassung der Jesuiten in Deutschland aus.
A Mainz. 24. Januar. Laut Benachrichtung an die hiesigen Rhedereien ist der Rhein jetzt wieder vollständig e i S s r e i. Die Köln-Düsseldorfer und die Niederländische Dampsschiffsahrrgesellschaft haben ihre regelmäßigen Fahrten wieder ausgenommen, ebenso find schon einige Schleppzüge oorübergekommen. Leider geht der Wafierstand noch immer zurück, so daß, wenn nicht bald eine Wendung zum Besseren eintritt, die ganze Schifffahrt abermals eingestellt werden muß. — Das vor drei Wochen abgebrannte Casino zum „Gutenberg" hier wird voraussichtlich wieder an der seitherigen Stelle aufgebaut werden. Von den verschiedensten Seiten find eine Reihe Projecte sür einen neuen Prachtcasino- bau gemacht worden, die sich aber fast sämmtlich als zu kostenspielig und unpraktisch erweisen, wrßhalb man es für uagezrigt hält, den Neubau innerhalb den seitherigen Grenzen zu bethätigen. Während der Bauzeit wird das Casino seine Heimstätte in dem alten Patrizierhaus zum „Wambolderhof" aufschlagen, dessen Besitzer, Commerzienralh Lauteren, die prachtvollen Räume der Gesellschaft gegen eine kleine für dir Armen bestimmte Miethe bereltwilligst überlassen hat.
Seligenstadt, 23. Januar. Gestern Abend drangen Plötzlich jämmerliche Hilferufe aus dem Mainstrome zu unseren Uferbewohnern. Eine unbekannte Persönlichkeit kämpfte mit den Wellen und schrie herzzerreißend nach Rettung. Dieselbe konnte ihr indessen trotz größter Anstrengungen wegen der herrschenden Dunkelheit nicht mehr rechtzeitig gebracht werden. Bei der Stärkemehlfabrik wurde der Unglück« liche als Leiche gekündet und etwas später nach dem städtischen Hospitale verbracht. Inhaltlich einer bei ihm vorgefundenen Jnvalidttätskarte ist der Ertrunkene der 43 jährige Arbeiter Heinrich Schwarzkopf aus Schneppenbach in Unter franken. Derselbe stattete in Heirathsangelegenheiten unserer Stadt «inen Besuch ab. Nach allgemeiner Ansicht liegt <etn Selbstmord vor, veranlaßt durch Verdienstlofigkeit und die geringen Aussichten auf Verwirklichung der Heiratsideen. Das eiskalte Mainbad scheinen in dem Selbstmordcandidaten neue Lebenslust entfacht und ihm das Nothgeschrei erpreßt 3« haben.
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* Paris, 17. Januar. In Melun wurde heute der jugendliche Verbrecher Scherer hingerichtet, welcher am 5. September vorigen Jahres in einer Villa am Saume des Waldes von Fontainebleau das Dienstmädchen der Herrschaft, die ihn wegen mehrerer Diebstähle entlasten hatte, im Stalle überfiel und tödrete, endlich auch noch an einem Strick aufhängte. Dem herbeieilenden Dienstherrn, de la Villeherve, hatte Scherer ebenfalls mehrere Stiche versetzt, und dieser, wie seine Frau, wären wabrscheinlich der Wuth SchererS erlegen, wenn nicht unerwartete Hilfe gekommen, wäre. Scherer hatte gehofft, die dreifache Missethat würde ihm von den Gerichtsärzten als Wahnsinn gedeutet werden, und er könnte früher oder später aus einer Irrenanstalt entweichen. Als er zum Tode verurtheilt wurde, vermochte er dies nicht zu fasten, und als die Begnadigung auSblieb, wurde er von Tag zu Tag ängstlicher und fragte seine Hüter: „Man wird mich doch nicht hinrichten wollen? Was soll denn aus mir werden?" Die Angst rieb ihn immer mehr auf. Schließlich starb er aber auf dem Schaffst gefaßt.
♦ Ans Ostpreußen, 21. Januar. In Angerburg entzündeten sich gestern in einem Geschäft fünf Millionen rothköpfiger Streichhölzer und flogen in die Luft. Die starke Erschütterung wurde in der ganzen Stadt gespürt. Die beiden Lehrlinge, die den Unfall verschuldeten, kamen mit leichten Verletzungen davon. Das Dach des Hauses wurde durch den Luftdruck in die Höhe gehoben.
* Obdachlosigkeit in Berlin. Bereits im Monat November benutzten das A>yl für nächtliche Obdachlose 36093 Personen, nämlich 35 072 Männer und 1021 Frauen. Im städtischen Obdach befanden sich am 1. November 51 Familien mit 270 Personen, darunter 15 Säuglinge - am 1. December war der Bestand 60 Familien mit 198 Personen, darunter 18 Säuglinge.
♦ Bor einiger Zett suchte ein technisches Bureau in Berlin gegen monatliche Vergütung von 50 Mk. einen Schreiber. Hierauf meldeten sich insgesammt 213 Personen, darunter 11 frühere Offiziere, 7 ehemalige Gelehrte und zwar 4 Philologen, 2 Juristen, 1 Mediciner - 116 Bewerber gehörten dem Kaufmannsstande an und nur 75 derselben waren berufsmäßige Schreiber.
* Fünfzig Jahre auf dem Meeresgrund. Die norwegische Barke „Elsa Anderson" hat das Wrack einer englischen Brigg in Galvefton, Texas, eingebracht, die vor 50 Jahren untergegangen ist. Em unterseeisches Erdbeben bei den Faröer- Jnfeln brachte die Brigg wieder an die Oberfläche des Meeres. Der Rumpf des Schiffes war mit Seemuscheln bedeckt. Die unteren Schiffsräume enthielten aber wenig Wasser. In der Capilänscajüte sand man mehrere eiserne Kisten. Die darin befindlichen Schriftstücke waren breiartig geworden bis auf einen ledernen Sack. Dieser war so hart, daß man ihn mit einer Axt aufschlagen mußte. In dem Sacke befanden sich etwa tausend englische Souoereigns vom Jahre 1809. Auch waren mehrere Uhren und eine Perlenschnur darin, die vom Seewaffer natürlich völlig werthloS gemacht worden waren. Man fand in dem Schiffe außerdem drei Menschenfkelette.
* Ein schlafender Abgeordneter und ein wachender Präsident. Man berichtet aus Dresden, 21. Januar: Folgender .Zwischenfall ereignete sich kürzlich im sächsischen Landtage: Als im Laufe der Debatte der Socialdemokrat Stolle-Gesau
gegenüber dem antisemitischen Abg. Schubert-Chemnitz die * Frage aufwarf: „Besinnt sich denn Herr Schubert nicht mehr auf die Zeit, wo er im söcialdemokratischen Verein war, oder hat er da geschlafen?" legte sich der Präsident Acker, mann ins Mittel und rief dem Redner zu: „Ich kann nicht dulden, daß Sie sagen, Herr Schubert habe geschlafen." Abg. Stolle: „Herr Präsident, ich habe nicht gesagt, daß der Abg. Schubert in der Kammer geschlafen hat, sondern vor Jahren außerhalb der Kammer." Präsident Ackermann: „Ich kann auch nicht zugeben, daß der Abg. Schubert außerhalb der Kammer geschlafen hat." — Nachdem Herr Ackermann ob dieser Bemerkung einen großen Heiterkeitserfolg erzielt hatte, konnte Abg. Stolle in seiner Rede fortfahren.
Erklärung.
Nachdem das „Gießener Tageblatt" durch die Veröffentlichung eines vollständig erlogenen Artikels, in Sachen des sog. Millionenprocesses und der 175000 Mark Anwaltsge- bühren, so gründlich hereingefallen war, hätte man glauben sollen, daß für die Folge, wenn eine Ente zufltegt, man mit mehr Vorsicht solche Vögel besichtigen werde. Aus der jüngsten Leistung in Nr. 19 des Blattes, unter der Spitzmarke „Unglaublich aber wahr", deren Einsendung ähnlichen Motiven entflossen sein mag, wie die frühere Tartarennachricht — sie stammt auch aus demselben Personenzirkel — ist ersichtlich, daß die Sucht noch Sensationsnachrichten stärker als die Vernunft und der Sinn für Wahrheit ist.
Die thatsächlichen Verhältnisse bezügl. der Frage, ob das Werk unberechtigter nnd illoyaler Weise Krankenunterstützungen, die den Bergleuten von anderer Seite zufließen, in Abzug bringt, sind folgende:
Die Leistungen an Krankenunterstützungen liegen nicht dem Bergwerkseigenthümer ob, sie sind vielmehr Sache der Knappschastskasse, die eine statutarische Verfassung besitzt. Dieses Statut ist auf Grund des Gesetzes errichtet und. von der oberen Bergbehörde genehmigt, auch von den Mitgliedern selbstverständlich anerkannt. Jedes Mitglied besitzt ein Exemplar dieses Statuts. Dasselbe regelt die Verwaltung, die Beiträge und Letstungen der Kasse in der vollständigsten Weise und weder das Werk selbst noch irgend eine Person kann davon abweichen. Die Krankenunterstützungen, welche die Knappschaftskasse gewährt, bestehen
1. aus Krankengeld, nach Klassen festgestellt-
2. aus freier Kur und Arznei.
In Bezug auf die Krankenunterstützung ist reichsgesetzlich und statutenmäßig ausdrücklich bestimmt, daß Mitglieder, welche anderweit Krankenunterstützung beziehen, nur insoweit Krankengeld erhalten, als dasselbe mit allen Unterstützungen zusammen den von der Verwaltungsbehörde für die Stadt Gießen festgesetzten ortsüblichen Tagelohn nicht übersteigt. Den Betrag der zu erwartenden Unterstützungen aus anderen Vereinen geben die Mitglieder schon bei der Aufnahme an.
Auf Grund dieser Angaben werden alle derartigen Unterstützungen in Anschlag gebracht und sind auch die hier in Betracht kommenden Kriegervereinsunterstützungen berücksichtigt worden, dies im Hinblick auf Art. 23 des Statuts, wo ausdrücklich vorgeschrieben steht, daß das Krankengeld „mit der anderweit bezogenen Krankenunterstützung zusammengerechnet den ortsüblichen Tagelohn nicht übersteigen darf", und hat man hiernach die Berücksichtigung dieser regelmäßigen Unter« stützungsgelder für richtig gehalten. So ist seit Einführung der Gesetze verfahren worden und Niemand hat sich darüber beklagt. Wohin würde es auch führen, wenn ein Arbeiter im Krankheitsfälle die im Voraus bestimmten, ihm bekannten Unterstützungen, welche höher sind als der Lohn für Gesunde, voll erhalten würde. Es wird der Leitung der Knappschaftskasse nicht einfallen, freiwillig gespendete Unterstützungen Dritter bei ihrer Krankengeldberechnung einzubeziehen, es ist aber auch von solchen, abgesehen von den freiwilligen Leistungen des Werks selbst, nichts bekannt geworden.
Wir wollen näher auf die freiwilligen, regelmäßig oder gelegentlich erfolgenden Leistungen des Werks nicht emgehen — es, wird kein Kranker, keine Wittwe und Waise dorten Noth leiden — wir wollen aber doch die Einrichtungen aufzählen, die zum Zwecke der Unterstützung der Arbeiter bestehen. Das Werk besitzt nämlich abseitens der oben genannten Knappschaftskasse eine, von dem Bergwerkseigenthümer ausschließlich dotirte, besondere Unterstützungskasse für Invalide, Wittwen und Waisen, welche ebensoviel leistet, als die Knappschaftskaffe, sodaß die Hülfsbedürftigen doppelte Unterstützung genießen.
Das Werk zahlt ferner die Beiträge zur Jnvaliditäts- und Altersversicherung ganz allein, sodaß jeder Arbeiter schon hierdurch ein Beträchtliches spart.
Endlich erhält jeder Arbeiter seinen täglichen Verbrauch an Kaffee unentgeltlich und Reconvalescenten sowie altersschwache Leute empfangen Wein und Fleisch zur Kräftigung.
Die Summen aller dieser freiwilligen Werksunterstützungen belaufen sich auf Tausende im Jahr.
Es entspricht nicht unserem Sinne, diese Thatsachen hier bekannt zu geben, es zwingt uns aber der gegen uns lancirte gehässige Angriff, der in versteckter Form Befriedigung der Habsucht auf Kosten der Arbeiter uns vorwtrft, zur Auf- klärung der Verhältnisse.
Hinlänglich bekannt dürfte übrigens sein, daß dem Besitzer des Gießener Braunstein-Bergwerks eine humane Behandlung der Arbeiter wie eifrige Fürsorge für deren Wohl und Wehe sehr am Herzen liegt, und daß die Leitung des Werks bestrebt ist, diesen Intentionen gerecht zu werden.
Da dies allgemein in der hiesigen Bevölkerung und auch dem Einsender des Artikels genau bekannt ist, so erscheint,es auffällig, daß er einen Wunsch, dem gegenüber man sich gewiß nach Möglichkeit entgegenkommend verhalten hätte, nicht bei der richtigen Instanz angebracht hat, sondern einen Weg und eine Form gewählt hat, durch welche die Annahme nahe gelegt wird, es habe ihn nicht, oder doch nicht allein der Wunsch geleitet, dem Interesse der Kriegervereinsmitglieder zu dienen.
Wenn von „riesigen Summen", „ungeheuerer Ausbeute",
„vorzüglicher Dotirung des DirectorS" gesprochen wird, so erwecken solche Ausfälle aus der Feder eines Mannes, der sonst kein Verächter deS Capitals und guter Dotirung ist, leicht den Argwohn, daß nicht gute Absicht und Fürsorge für vermeintlich gedrückte Arbeiter allein diese Feder geführt hat, sondern daß auch ein Stück Neid und Mißgunst mitwirkte.
Gicficner Braunstein-Bergwerk.
Eingesandt.
Gießen, 24. Januar 1894.
a. In der gestrigen »Gießener Zeitung* ist unter der Aufschrift: „Unglaublich, aber roabt" eine r><u,Heilung enthalten, welche leicht zu btklagenswerthen Mißverständnissen führen könnte. Ohne näher auf die Angelegenheit eingehen zu wollen, möchte ich doch die Behauptung ausstellen, daß in nah und fern keine Fabrik, keine Gesellschaft so vorzüglich für ihre Kranken sorgt, als gerade daS Gießener Braunsteinbergwerk. Abgesehen davon, daß dasselbe vor länger als 50 Jahren, also zu einer Zeit, in welcher erst nach Jahrzehnten die jetzigen Krankengesetze geschaffen wurden, — schon in ähnlicher Weise für feine Kranken sorgte, wie es jetzt vom Staate gesetzlich vorgeschrieben ist —, abgesehen davon, daß der Besitzer deS Werkes in freundlichster Weise jedem JnvaUdgewordenen ganz freiwillig dieselbe Pension, welche die Statuten der Krankenkasse vorschreiben, noch einmal aus seiner eigenen Tasche bezahlt —, hat derselbe auch angeordnet, daß Reconvalescenten, ganz ungerechnet die Wohllhaten der Krankenkasse, in vielen Fällen Stärkungsmittel verabreicht werden, was mit und ohne Antrag bes betreffenden Arztes von der überaus humanen Direction in reichlichster Weise ausgeübt wird. - Rach Klarstellung dieser Thatsachen ist es unglaublich, role Verfasser der genannten Zeilen in so unüberlegter Weise sich zu tadeln erlaubt, wo nur zu loben ist. Taß leicht etn 2hbeiter, ber bie Woblthaten mehrerer (auch ber „freiwilligen") Anstalten gleichzeitig genießt, mehr Lohn erhalten könnte, wenn er nicht arbeitet, als wenn er arbeitet, leuchtet boch ein unb ebenso klar ist es, baß Die Vor- stänbe ber Krankenkassen burch Statuten biesem Unwesen entgegentreten müssen. Also künftighin etwas mehr Vorsicht, damit nicht gar einmal ben Herrn Artikelschreiber ber Verbackt des Wühlens trifft.
Verkehr, Land- nnd Volkswirthschafi.
Limburg, 24. Januar. Fruchtmarkt. Rother Weizm X 12.11, weißer Weizen JL 11.80, Korn 9.85, Gerste JL 8.25, Hafer JL 7.25.
£iteratar uttfc Kttnft.
— Einen großen Schritt vorwärts bat mit bem Beginn bes neuen Jahrgangs bte »Deutsche Romanbibliothek" (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) gemacht; sie bat sich in gemäßigter Form mit modernem Geist erfüllt unb wirb, wenn sie in ben eingeschlagenen Bahnen sorttährt, nicht nur bem großen, lefefreubigen Publikum, fonbern auch bem ernsten, kunstverstänbigen Leser Anregung unb Unterhaltung gewähren. Zwei Romane: „Gebrochene Flügel" von Ossip Schubin unb „Asphobil" von Wilhelm Jensen liegen letzt abgeschlossen vor, von welchen ber zuerst genannte zu den hervor- ragenbften der ganzen modernen erzählenden Literatur gehört. ES ist ein Seegemälde von so gewaltiger Kraft, daß nur die Meisterwerke der dramatischen Literatur gleich packend und erschütternd wirken. Ruhigere Bahnen wandelt „Asphobil", aber auch er erhebt sich weit über bas Durchschnittsmaß bes gewöhnlichen Unterhaltungsromans unb fesselt besonbers burch das Helldunkel der Stimmung, bas Jensen ja wie kein zweiter beutscher Erzähler beherrscht. E. L«ß-Blanc (Lina Weiß), bie in letzter Zeit burch ihre geistvollen satirischen Skizzen aus ber Gesellschast so große Hoffnung erweckt hat, bebutirt in ber „Deutschen Romanbiblothek" mit einem originellen, farbenreichen Gemälbe aus dem Winterleben in Khamonix, während A. Niemann im „Agitator" ein dramatisch bewegtes Bild aus dem modernen socialen Leben fließt, zu bem ihn sichtlich bas tragische Enbe Lassalles angeregt hat. Das Feuilleton hat burch kleine Erzählungen ebenfalls an Ausbehnung unb Reichthurn gewonnen. So entwickelt sich bie „Deutsche Rornanbibliothek" aus einer Dependance von „lieber Land und Meer" zu einem selbständigen Unterhaltungsblatt ersten Ranges, das die Aufmerksamkeit und Unterstützung aller Kreise verdient, um so mehr, da ber Preis (vierteljährlich 2 Mark ober 35 Pfennig bas 14täglge Heft) der alte geblieben ist.
— Akademischer Taschen »Kalender für 1894. Leipzig, C. 21. Kocks Verlag (I. Sengbusch), Preis 60 Psg. Als ein willkommener Führer durch die zahlreichen studentischen Korporationen aller deutschen Universitäten unb thierärztlichen Hochschulen bietet sich nun in seinem 12. Jahrgange ber „Acabemische Taschen- Kalenber" bar. Abermals ist auch bie Verlagshanblung bestrebt gewesen, das Material gewissenhaft zu sammeln unb zu orbnen, zu Tage getretene Unrichtigkeiten zu verbessern und ein möglichst klares unb zuverlässiges Bild von dem studentischen Korporation^ leben zu schaffen. Ein wesentlicher Vorzug des Kalenders ist die Angabe der Garnisonen, welche sich in den einzelnen Universitätsstädten befinden.
Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.
3. Woche. Vom 14. Januar bis 20. Januar 1894. Einwohnerzahl: angenommen zu 22 100*) (incl. 1600 Mann Militär), Sterblichkeitsziffer: 32,94°/« bezw. 14,11 nachAusschl. ber Ortsfremden.
Kinder
Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.—15 Jahr:
Diphtheritis
Tuberculofe anderer
4 (4)
—
—
4 (4)
Organe
1
—
—
1
Lungenentzündung
3
3
—
—
Gehirnschlagfluß
1
1
—
—
Magen-Darmcatarrh
1
—
1
—
Neubildungen
Sonstige benannte
2 (2)
2 (2)
2 (2)
—
—
Krankheiten
2 (2)
—
—
Summa: 14 (8) 8 (4) l 5 (4)
21 nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gieß-n gebrachte Kranke kommen.
*) Nach ben Ermittlungen der Großh. Eentralstelle für die Landesstatistik über die Bevölkerungszunahme der Städte, ist die Einwohnerzahl der Stadt Gießen für bte Mitte bes Jahres 1894 auf 22100 gegen 20 611 nach ber Volkszählung vom 1. December 1890 anzunehmen.
rttrehliehe Anzeigen der errang. Gemeinde.
SamStaa, ben 27. Januar:
(Geburtstag Sr Majestät bes Kaisers) Vorm. 98/4 Uhr: Militärgottesbienst in ber Stadtkirche.
Pfarrer Dingeldey,
Gottesdienst in der Symifloqe.
Samstag den 27. Januar:
Vorabend 4« Uhr, Morgens 9« Uhr, Festgotte,dienst zur Feier des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers. Nachmittags 3” Uhr, Sabdathausgang 6W Uhr


