Ausgabe 
25.4.1894 Erstes Blatt
 
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choleraartig" hinzustellen, können über den wahren Character der Krankheit nicht mehr täuschen, zumal ein in Madrid eingegangener Bericht des spanischen Consuls in Lissabon bereits einen Todesfall an Cholera mittheilt. Bei der Lässigkeit der portugiesischen Behörden werden die Regierungen der europäischen Mittelmeerstaaten, also besonders Spaniens, Frankreichs und Italiens, um so schärfer den Verlauf der Choleraepidemie in Portugal beobachten müssen, damit eine Verschleppung derselben ins Ausland noch rechtzeitig verhütet werden kann. Uebrigens zeigt sich der unheimliche asiatische Gast nicht nur im fernen Westen Europas, sondern auch im Osten des Welttheilös, wo in G a l i z i e n, unweit der russischen Grenze, bereits eine ganze Reihe von Erkrankungen wie von Todesfällen infolge Cholera amtlich festgestellt worden sind.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 23. April. Der Bundesrath stimmte dem Börsen st euerge^etz in der Fassung des Reichstags zu.

Dresden, 23. April. Aus Anlaß des Geburtstages des Königs ist die Stadt reich geschmückt. Um 11^ Uhr traf der Kaiser ein und wurde vom König, von dem preußischen Gesandten, Stadtcommandanten und Polizeipräsidenten em­pfangen. Die Monarchen umarmten sich wiederholt und begaben sich unter begeisterten Hochrufen des Publikums nach dem Schloß, wo das Frühstück eingenommen wurde. Um 1 Uhr war große Parade in Gegenwart des Kaisers.

Petersburg, 23. April. DasJournal de St. Petersb." schreibt:Ganz Rußland steht unter dem Eindrücke des glück­lichen und wichtigen Ereignisses, welches sich soeben durch die Verlobung des Großfürsten-Thronsolgers mit der Prinzessin Alix vollzogen hat. Die Prinzessin wird auf russischem Boden mit denselben Gefühlen aufrichtiger und tiefer Ergebenheit empfangen werden, mit der alle Herzen für den Sohn des vielgeliebten Herrscherpaares erfüllt sind. Möchte das Ereigniß, welches ganz Rußland freudig erregt, eine Quelle höchster Glückseligkeit für die ganze kaiserliche Familie, eine Quelle neuer Segnungen für das Gedeihen und den Ruhm des theueren Vaterlandes sein!"

Depeschen deS Bureau .Herold".

Berlin, $3. April. DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Seitens des Königs von Württemberg erfolgte Ernennung des außerordentlichen Gesandten Freiherrn v. Varnbüler zum Bevollmächtigten im Bundesrath.

Berlin, 23. April. DasBerliner Tageblatt" erfährt von zuständiger Seite zu der in den Blättern verbreiteten Nachricht, die Reichsregierung beabsichtige, unter Verzicht­leistung auf die den Einzelstaaten zugedachteLiebesgabe" in der Höhe von 40 Millionen und unter Herabminderung der Satze der Tabaksteuer in der nächsten Session die Steuer- und Finanzreform dem Reichstage in verengtem Rahmen wieder vorzulegen, über die Steuervorlagen sei noch nichts bekannt- allerdings sei richtig, daß die Reichsregierung auf dieLiebesgabe" verzichte.

Berlin, 23. April. In parlamentarischen Kreisen wird versichert, das endgiltige Schicksal der Vorlage betreffend Landwtrthschaftskammern werde erst in dritter Lesung im Äbgeordnetenhause besiegelt werden.

Berlin, 23. April. Die Commission^ des Abgeordneten­hauses zur Borberathung des Gesetzentwurfs betreffend den Dortmund-Rhein-Canal ist heute Nachmittag gewählt worden. Zum Vorsitzenden ist Abg. Stengel (freiconseroativ) bestimmt.

Berlin, 23. April. Wie verlautet, soll nach einer Coburger Mittheilung desDaily Telegraph" die Hochzeit des Großfürsten-Thronsolgers vonRußland mit der Prinzessin Alix von Hessen im August in Petersburg stattfinden. An demselben Tage soll sich auch die Großfürstin Xenia vermählen.

Berlin, 23. April. Wie gemeldet wird, erwartet man für den Sommer in Petersburg den Besuch des Prinzen Heinrich, sowie des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin.

Berlin, 23. April. Wie dieM. P. K." hört, hat gegen die Wiedereinführung der Berufung in Strafsachen das Königreich Sachsen Bedenken erhoben, Bayern sich aber mit der Maßnahme grundsätzlich einverstanden erklärt.

Berlin, 23. April. Der frühere Reichstagsabgeordnete v. Unruhe-Bomst ist gestorben.

Men, 23. April. Wie diePol. Corr." aus Rom meldet, sind die Bemühungen der französischen Regierung, im nächsten Consistorium die Ernennung zweier französischer Eardinäle durchzusetzen, gescheitert. Es sollen nur vier Italiener, ein Spanier, ein Franzose und der bayrische Jesuiten- Pater Steinhuber zu Cardinälen ernannt werden.

Brünn, 23. April. Der gestern hier abgehaltene Parteitag der Jungczechen hat beschlossen, an den bisherigen Forderungen der Partei, nämlich Erreichung des böhmischen Staatsrechts und Errichtung czechischer Hochschulen, festzuhalten und die jungczechischen Abgeordneten zur heftigsten Opposition gegen das Coalitionsministerium aufzufordern.

Budapest, 23. April. In Basarhely hat gestern zwischen Feldarbeitern und Gensdarmen ein heftiger Zu­sammenstoß stattgefunden. Die Arbeiter hatten von der Stadthauptmannschaft die Herausgabe beschlagnahmter Flug­schriften verlangt- da diesem Verlangen aber nicht nachgegeben wurde, stürmten die Socialisten das Stadthaus. Die Poli­zisten mußten von ihren Schußwaffen Gebrauch machen und rödteten mehrere Arbeiter. Unter den Tumultuanten, deren Zahl immer größer ward, entstand über das Vorgehen der Gendarmerie die heftigste Erbitterung, sie griffen die Poli­zisten thätlich an und jagten sie in die Flucht. Erst einem größeren Militär-Detachement gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. Hebet 60 Verhaftungen wurden vorgenommen.

Abbazia, 23. April. Die deutsche Kaiserin tritt am 27. April die Rückreise an. Die Fahrt erfolgt über Wien, wo aber kein Aufenthalt stattfindet.

Benedig, 23. April. Infolge des heftigen Regens der letzten Tage sind in ganz Oberitalien große Heber* schwemmungen eingetreten. Besonders hat die Hmgegend von Bologna sehr stark unter dem Einfluß des Hnwetters gelitten. Alle Straßen sind durch herabgestürzte Lawinen völlig unpassirbar. Der Eisenbahnverkehr stockt fast ganz. Der Regen hält noch an.

Paris, 23. April. Die Morgenblätter besprechen den Hebelstand, der sich bei der Heberzeichnu ng der An­leihe herausgestellt habe. Den bedeutendsten Finanz- inftituten waren je 300 Anmeldungsbogen zur Verfügung gestellt worden. Diese Institute beauftragten indeß ihre Be­amten, nur 100 Formulare auszuthetlen, deren jedes zum Empfang von vier Obligationen berechtigt. Da infolge des Zurückbehaltens der Formulare das Publikum geschädigt wurde, verlangen die Zeitungen energisch Hntersuchung der Angelegenheit.

Paris, 23. April. Die Blätter reproduciren einen langen Artikel der PetersburgerNowosti", der nachzuweisen sucht, das französisch-russische Bündniß sei eine Noch« Wendigkeit für den europäischen Frieden- der deutsch-russische Handelsvertrag könne die guten Beziehungen Rußlands zu Frankreich nicht trüben.

Warschau, 23. April. Die bei der Demonstration an­läßlich der Kosciusko-Feier arretirten und dann wieder frei- gelassenen 200 Personen, unter denen sich viele angesehene Männer und Frauen befinden, sind auf Befehl des Gouver­neurs General Medcm neuerdings verhaftet und in die Citadelle gebracht worden. Die Aufregung in der Stadt ist außer­ordentlich groß.

Athen, 23. April. Die Nachrichten über das Erd­beben lauten immer schrecklicher. In Chalcis sind alle Häuser unbrauchbar geworden- die Gefangenen mußten aus den Kerkern entlassen werden. In Dragana zeigen sich tiefe Erdrisse- es kamen viele Bergrutschungen vor, durch welche zahlreiche Häuser zertrümmert wurden. In Lokris (Bezirk) wurden neun Ortschaften gänzlich vernichtet. In Malessina ist eine große Anzahl Todter constatirt worden. In Proskano stürzte das Kloster zum hl. Martin ein, wobei 20 Schul­kinder unter den Trümmern begraben wurden. Von Zante, wo ebenfalls ein Erdbeben stattgefunden, fehlt bisher noch jede Nachricht.

totales nnd provhtsielles,

Hießen, den 24. April 1894.

* * Anläßlich der Verlobung Ihrer Grobherzoglichen Hoheit der Prinzesfin Alix mit Seiner Kaiserlichen Hoheit dem Großfürsteu-Thronfolger von Rußland hat Oberbürgermeister Gnauth Namens der Stadt Gießen den hohen Verlobten ehrfurchtsvollen Glückwunsch übermittelt und darauf gestern aus Darmstadt die folgenden Telegramme erhalten:

Oberbürgermeister Gnauth

Gießen.

Der Stadt Gießen sage ich für Ihre Glückwünsche zu meiner Verlobung den besten Dank.

Alix,

Prinzessin von Hessen."

Oberbürgermeister Gnauth

Gießen.

Ich spreche Ihnen und der Stadt Gießen meinen wärmsten Dank für Ihre freundlichen Glückwünsche aus.

Nicolaus."

* * Der Kaiser trifft am Mittwoch Nachmittag nach Beendigung seines Aufenthalts auf der Wartburg in Schlitz zu einem mehrtägigen Besuche des Grafen Görtz ein. Der kaiserliche Herr gedenkt in den ausgedehnten Gräflich Görtz'schen Forsten, wie schon in früheren Jahren, Jagden abzuhalten. Die Fahrt nach Salzschlirf erfolgt morgen Nachmittag 3/4 5 Hhr von Fulda aus mittelst Sonderzuges der Oberhessischen Eisen­bahnen, von Salzschlirf nach Schlitz mittelst Pferdegespann. Die Ankunft in Schlitz dürfte gegen V27 Uhr erfolgen.

* * Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten-Ver- sammluug Donnerstag den 26. April 1894, Nach­mittags 4 Hhr pünktlich: 1. Gesuch der Gebrüder Röhrle um Erlaubniß zur Anlage einer Wasserleitung von der Marburgerstraße nach ihrer Brauerei. 2. Gesuch des Theodor Brück um Erlaubniß zur Errichtung eines Schuppens am Schiffenbergerweg. 3. Gesuch des W. Noll IV. um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen an seinem Hause Nordanlage. 4. Gesuch des Karl Schleenbecker um Erlaubniß zum Bauen am Leihgesternerweg. 5. Gesuch des Zugsührers Gerhards um Erlaubniß zum Bauen an der Lahnstraße. 6. Die Kasseverwaltung der Vorschule des Gymnasiums. 7. Die Tonnenabfuhr in der Stadt Gießen. 8. Vergebung von Arbeiten aus freier Hand, 9. Förderung der Lahncanalisation.

* Militärdienstnachrichlen. Caspari, Oberstlieute­nant z. D., unter Ertheilung der Erlaubniß zum Tragen der Uniform des 3. Großh. Hess. Jnf.-Regts. (Leib-Regts.) Nr- 117 und unter Verleihung des Königlichen Kronenordens 3. Kl. von der Stellung als Commandeur des Landwehr­bezirks Gießen entbunden- Detring, Oberstlieutenant'z.D., zuletzt Bataillons-Cornmandeur im 2. Nass. Jnf.-Rgt. Nr. 88 zum Commandeur des Landwehrbezirks Gießen ernannt.

** Sängerkranz. Wohlthäligkeits Coucert. Wir kommen heute nochmals auf das Concert, welches am Donnerstag stattfinden wird, zurück, um noch einmal auf dessen musikalischen Werth besonders hinzuweisen. Die beiden Hauptwerke des Abends: Landerkennung von Grieg und Walpurgis­nacht von Mendelssohn sind nicht etwa speciell für den 26. April kurzer Hand borbereitet, sondern schon einmal im engeren Kreise des Vereines mit größtem Erfolge zu Gehör gebracht worden. Gleich damals bei der Aufführung, zu der eine Anzahl musikverständiger Herren geladen war, wurde

der Wunsch laut, so vortrefflich dargebrachte Proben ber Gesangslüeratur größeren Kreisen zugänglich zu machen, zumal ja weltliche Chorwerke größeren Umfanges in Gießen zu sporadisch dargebracht werden. Die strebsame Leitung des Vereines wollte jedoch nicht gleich nach ihrer zweiten Auf­führung die öffentliche folgen lassen, es ist fleißig weiter an der Vollendung gearbeitet worden, um jede, etwa noch vorhandene Unebenheit auszugleichen. Jetzt glaubt aber der Verein fertig zu sein und auch vor strengerer Kritik zu bestehen. Wir hoffen für den fleißigen Verein auf einen ebenso ehrenvollen, als erfolgreichen Concertabend.

* * Kaufmännische Fachschule. Am Montag Abend von 810 Uhr sand im Vereinslocale des Kaufmännischen Ver­eins (Postkeller) die öffentliche Prüfung der Kauf­männischen Fachschule durch die Herren Lehrer Plaut und Knauß statt. Es wurden zunächst zwei Parallelklassen je eine halbe Stunde in einfacher Buchführung geprüft, so­dann eine weitere Klasse je, die gleiche Zeit in Wechsellehre und Rechnen. Die Leistungen der Lehrlinge waren durchweg gut, die Antworten derselben ließen Fleiß und Vertrautheit mit den Gegenständen erkennen, soweit dies in der beschränkten Zeit zu zeigen möglich war. Die erste Klasse, die während des Winterhalbjahres Unterricht in doppelter Buchführung genoffen hatte, an dem auch Handlungsgehilfen theilgenommen haben, konnte wegen Mangel an Zeit diesmal nicht geprüft werden - die Hauptbücher dieser Abtheilung, sowie jene der ersterwähnten Klassen, ferner die Correspondenz-, Wechsel- und Rechnen-Hefte lagen zur Einsicht aus. Anwesend waren Vertreter der Handelskammer, der Kreisschulcommission, des Stadtvorstandes, mehrere ältere Vereinsmitglieder, sowie der Vorstand des Vereins.

* * Verhaftet. Ein auswärtiger Arbeiter wurde gestern verhaftet, weil er seinem Arbeitgeber einen Rock ent­wendet hatte.

* * Streit. In der Kaplansgasie fand gestern Abend kurz vor 10 Uhr ein Menschenauflauf statt. Zwei Bewohner eines Dauses hatten sich in den Haaren, daran betheiligte sich auch die bessere Hälfte des einen der Streitenden, indem sie besonders durch heftiges Schreien für die Unterhaltung der Zuschauer sorgte. Ein Strafbefehl für die Betheiligten wird nicht ausbleiben.

* * Ohne Kleidung wurde heute Morgen von Bewohnern der Rodheimerstraße auf dem Felde ein Mann betroffen und der Polizei übergeben. Hier stellte es sich heraus, daß man es mit einem Geisteskranken zu thun hatte, welcher wahr­scheinlich aus einer Irrenanstalt entlaufen ist.

* * Von hesfischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Korbmacher Heinrich Herth aus Gedern von der Staats­anwaltschaft in Gießen wegen Betrugs - Maler Otto Mind e aus Danzig vom Polizeiamt Gießen wegen verschiedener in der medicinischen Universitätsklinik zu Gießen zum Nachtheil von Kranken verübter Unterschlagungen- Dienstmagd Philippine Pfannkuchen aus Mörsfeld in der Pfalz von der Staats­anwaltschaft in Mainz wegen Betrugs- Elisabeth Pistor ius aus Wersau vom Amtsanwalt I in Darmstadt wegen Controll­übertretung- Kellnerin (Hausmädchen) Lina Elisabeth Schneider aus Frankfurt a. M. vom Polizeiamt Darmstadt wegenUhrendiebstahls- Heinrich Sperling aus Bleichenbach vom Amtsgericht Ortenberg wegen gewerbsmäßiger Wilderei - Dienstmagd Christine Thon aus Hohenechen bei Kaisers­lautern vom Amtsanwalt in WormS wegen Diebstahls.

th. Bad Nauheim, 22. April. Heute Vormittag wurde im Nieder-MörlenerFrauenwald" die Leiche eines Mannes gefunden, dessen Persönlichkeit bis jetzt nicht festgestellt werden konnte. Das Fleisch an Händen, Füßen und Gesicht war nämlich ganz abgenagt; man kann somit annehmen, daß die Leiche schon seit Wochen gelegen hat, zumal verschiedene Personen schon seit längerer Zeit den Körper liegen sahen, jedoch in der Annahme, einen Betrunkenen vor sich zu sehen, weiter gingen.

§ Hercheuhain (Kreis Schotten), 92. April. Den hie­sigen 74 Jahre alten Landwirth Gottlieb Jost fand man heute in seiner Scheune erhängt vor. Man vermuthet, daß sich derselbe krankheitshalber das Leben genommen hat.

Darmstadt, 23. April. Der Gstoßherzog sprach gestern Abend während der Theepause im Großh. Hostheater Herrn Oberbürgermeister Morneweg gegenüber seinen herzlichsten Dank aus für die so großartige Schmückung der Staat, die gleich schöne Illumination und namentlich die warme Theil- nahme der gelammten Bevölkerung an den freudigen Ereig­nissen der letzten Tage^. Eine gemeinsame Fahrt unter­nahmen heute sämmtliche hier versammelten hohen Glieder unseres Herrscherhauses. Im offenen Vierspänner suhren sie gegen 12 Hhr hinaus auf das Mausoleum an der Rosen­höhe. Zuerst begaben sie sich an die Gruft des verstorbenen Großherzogs, wo sie längere Zeit verweilten. Dann erschienen zuerst die Prinzessin Alix und die Großfürstin Sergrus in dem Garten, der an der Westseite des Mausoleums liegt. Hier pflückten sie auf dem Rasen einige Blumen zu einem kleinen Sträußchen. Bald tarnen auch die übrigen Herrschaften und gesellten sich zu Prinzessin Alix und der Großfürstin Sergius. In munterer Unterhaltung verweilten die Herr­schaften noch längere Zeit in dem blüthenprächtigen Garten. Als die Großherzogin begann, sich Blumen zu einem Sträußchen zu sammeln, eilten sogleich der Großherzog und die Großfürsten, der hohen Frau die schönsten Blüthen zu pflücken und darzubieten. Nachdem sich die Herr­schaften längere Zeit in dem Garten ergangen hatten, erschien plötzlich der Großherzog mit einem großen Strauß blauen Flieders in der Hand und sah sich nach dem Wagen um. Da fein Diener in der Nähe war, trat ein junger Herr, der zur Seite stand, hervor mit der Frage, ob er den Wagen rufen dürfe. Freundlich gab der Großherzog seine Erlaub« niß hierzu. Von der an der Erbacherstraße versammelten Menge lebhaft begrüßt, fuhren die Herrschaften vom Mauso­leum ab.