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Nr 95 Erstes Blatt. Mittwoch beit 25. April
1894
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Rcdacteurs des „Kladderadatsch", soll sich täglich bessern, eine Lebensgefahr für den Verwundeten gilt nunmehr als völlig ausgeschlossen. Zur Vorgeschichte deS Duells will die „Röln. Ztg." erfahren haben, daß Herr Polstorff, als er bei Annahme der an ihn ergangenen Herausforderung einen spätere« Termin für den Zweikampf wünschte, dies in der Absicht ge- than habe, seine Gewährsmänner inzwischen heranzuziehen, letztere hätten ihn aber in Stich gelassen. Vorerst läßt sich diese Meldung noch nicht auf ihre Richtigkeit hin prüfen.
Eiseaach, 23. April. Der Kaiser verblieb gestern auf der Wartburg und machte in der Nähe der Burg Spaziergänge mit dem Großherzog. Abends 11 Uhr fuhr der Kaiser zur Aucrhahnjagd in die Wasunger Forst, von wo er heute Morgen zurückkehrte und sogleich die Reise nach Dresden fortsetzte. Von dort wird er in kommender Nacht wieder nach Wasungen zur Jagd fahren und sich morgen Vormittag zur Wartburg begeben.
Nr. 14 de» Reich-Gesetzblatts, ausgegeben den 19. l. Mts., enthält:
(Nr. 2161.) Gesetz, betreffend die Abänderung des Zolltanfgesetzcs vom 15. Juli 1879. Vom 14. April 1894.
(Nr. 2162.) Bekanntmachung, betreffend Ergänzung und Berichtigung der dem internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr beigefügten Liste. Vom 31. März 1894.z
Nr. 15 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 20. l. M., enthält:
(Nr. 2163.) Allerhöchster Erlaß, betreffend die Aufnahme einer Anleihe auf Grund der Gesetze vom 16. März 1886,23. Juli 1893 und 18. März 1894. Vom 15. April 1894.
Gießen, 24. April 1894.
Grobherzogliches Kreisamt Gießen.
v. G agern.
An-larr-.
— Griechenland ist wieder einmal von einer jener elementaren Katastrophen betroffen worden, welche das Land der Hellenen schon während der letzten Jahre in Gestalt von Erdbeben wiederholt schwer heimgesucht halten. DaS diesmalige Erdbeben wuthete hauptsächlich in der Provinz Larissa, also im nördlichen Theile Griechenlands, doch litten auch die Provinzen Theben, Lokris u. s. w. heftig unter den Wirkungen des Erdbeben-, dessen Stöße man selbst in dem viele Meilen vom Centrum der Katastrophe entfernten Athen spürte. Obwohl der angerichtete Schaden und die Zahl der getödteten oder verwundeten Opfer der Katastrophe noch nicht genau ermittelt ist, so steht doch schon fest, daß das Erdbeben in feinen verheerenden Wirkungen das ähnliche elementare Ereigniß, welches seiner Zeit die Insel Zante traf, noch übertrifft.
— Die verdächtige Cholerine-Krankheit, welche vor einigen Tagen in Lissabon und Umgegend ausgetreten ist, entpuppt sich nun als die wirkliche Cholera- die Vertuschungsversuche der portugiesischen Behörden haben also nichts genutzt. D'e krampfhaften Bemühungen der portugiesischen Regierung selbst, die vom Freitag zum Sonnabend in Lissabon vorgekommenen 85 neuen verdächtigen Krankheitsfälle als lediglich
Bekanntmachung.
Nachdem Jacob Tiegel dahier das Gewerbe als Dienstmann niedergelegt und die Aushändigung der von ihm hinter-
Amtliche» Tbeil.
Bekanntmachung, betreffend: die Zulassung von Loosen auswärtiger Lotterien )um Vertrieb im Großherzogthum; hier Gesuch der oberbadischen Zuchtgcnossenschaft um Erlaubniß zum Vertrieb der Loose einer Zuchtviehverloosung zu Radolfszell.
Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat dem Verband der oberbadischen Zuchtgenossenschaften die Erlaubniß ertheilt, die Loose einer anläßlich des am 15. September d. Js. zu Radolfszell stattfindenden Centralviehmarkls zu veranstaltenden Verloosung von Zuchtvieh innerhalb des Großherzogthums zu vertreiben.
Nach dem von der zuständigen Behörde genehmigten Verloofungsplan dürfen 30 000 Loose ä 1 je. ausgegeben werden und müssen 19 000 zum Ankauf von Gewinnsten verwendet werden.
Gießen, den 21. April 1894.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I. V.: Dr. Melior.
legten Dienstcaution verlangt hat, fordern wir Diejenigen auf, welche Ansprüche an diese Caution aus der Eigenschaft des p. Siegel als Dienstmann erheben zu können glauben, solche bei Meldung des Ausschlusses binnen 8 Tagen bei uns vorzubringen.
Gießen, den 23. April 1894.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius. ___________
Deutsche» Reich.
Berlin, 22. April. In einigen Reichstagswahlkreisen find im Laufe der nächsten Zeit Ersatzwahlen vorzunehmen , so in den Wahlkreisen Flalow - Schlochau (Westpreußen), Jnowrazlaw Magilno, Pinneberg- Segeberg (Schleswig Holstein) und Plauen i. V. Von diesen Ersatzwahlen dürsten namentlich diejenigen in den beiden letztgenannten Wahlkreisen zu besonders heftigen Wahl- kömpsen führen, da sich in den betreffenden Kreisen die con- currirenben Parteien das Mandat von jeher scharf streitig gemacht haben und da -weder in dem einen, noch in dem anderen Wahlkreise irgendeine Partei als die herrschende be- zeichnlt werden kann. Vertreter deS Wahlkreises Pinneberg- ©egeberg war zuletzt Gras Moltke, den Wahlkreis Plauen i. V. vertrat Herr v. Polenz, beide Herren weisen in ihren Paria- mentarüchen Geschicken eine merkwürdige Gleichartigkeit auf. Denn Gras Moltke wie Herr v. Polenz gehören zur con- servativen Partei, beide wurden sie zu Beginn der jetzigen Legislaturperiode an Stelle anderer Parlamentarier gewählt, beide drangen sie erst in der Stichwahl durch, beiden stand ihnen hierbei ein Socialdemokrar gegenüber und beider Herren Mandate sind am Ausgange der letzien Reichstagssession vom Plenum für ungiltig erklärt worden, weil bet beiden Wahlen grobe Unregelmäßigkeiten vorgekommen waren. Jedenfalls wird die Nachwahl in beiden Fällen heiße Kämpfe vcran lassen und durchaus ungewiß ist dort wie hier deren schließ- ttcher Ausgang. Bezeichnender Werse haben sich in Pinneberg- Segeberg wie in dem genannten Wahlkreise des sächsischen BoigtlandeS die Socialdlmokraten schon mit aller Kraft in die Wahlbewegung gestürzt, während auf Seiten der bürgerlichen Parteien noch nichts geschehen ist.
— DaS Befinden des Herrn Polstorff, des vom Geh. LegationSrath v. Kiderlen-Wächter im Duell verwundeten
Feuilleton.
Einr Bsurrnlragödit.
Nach wahrer Begtbenhcii erzählt von G. Schähier.
(Schluß aus Nr. 94.)
Bor dem noch röchelnden jungen Manne sank der Förster nieder. Der Stolz seiner alten Tage — sein Einziger — seine letzte Freude — dahin!
„Verzeihe mir, Vater, — ich konnte nicht — er war — der Vater von Kathrin —"
Jankof horchte, waS war baß?
„Meine Liebe — brachte mir den Tod!"
Es war bald vorbei- im nassen Grase ruhte der bleiche Kopf und heiße Thränen tropften auf baß Gesicht beß Tobten. Sie entfielen unaufhaltsam den Augen deS alten Mannes.
«Mein einziger — mein lieber, armer Junge," wimmerte der Förster.
Nachtthau breitete sich über die Leiche und über Jankof, der die Todtenwache hielt bei feinem Sohne. Mit rothem Schimmer brach bann der Tag an und Holzfäller fanden den Förster und die beiden Tobten.
Ohne ein Wort beutete der Förster auf feinen Sohn unb bte brei Arbeiter machten tieferschüttert auß Zweigen unb Tannenreisern eine breite Tragbahre.
Dem Förster schwanb bie Besinnung,- bie Aufregung ber Nacht war zu viel für ben alten Körper gewesen. Während einer der Arbeiter bei ihm blieb und ihn mittelst seines Korn- branntmemß zum Leben zuriickzu^ufen suchte, legten die beiden anberen Friebrich unb ben jungen Dollinger nebeneinander auf bie Bahre.
3anfof rührte sich. Rasch nahmen die beiden Männer bie Leichen auf, um bem Erwachenben diesen Anblick zu entziehen und bogen in ben Wald ein.
So ruhig und friedlich lagen die beiden Feinde nebeneinander auf bem grünen Lager, bedeckt von thaufrischen Tannenzweigen. Schwankend ging eß über die Waldwege, hoch in ben Baumkronen jubilirten bie erwachenben Sänger unb ber Walb duftete so süß und wonnig.
Als die Mäntwr dem WaldauSgange näherkamen, schrillten vom Dorfe herüber die Töne der Feuerglocke.
„(Sott sei uns gnädig!" flüsterten die Träger. Sie mußten erst am Tannenhof vorüber, — der Weg führte so — dort wollten sie den jungen Dollinger ablegen.
Aus bem Walbe tretenb, standen sie erstarrt still über den Anblick, der sich ihnen bot.
Der Tannenhof stand in Flammen, er brannte von allen Seiten. Scharfer Morgenwind fuhr ins glühende Gebälk und trieb die Feuerfunken weit hinaus. Vom Dorfe her stürmten die Bauern, um zu retten, doch alles war umsonst, daS ganze Gehöft war ein Flammenmeer. Erschüttert stellten die Träger ihre traurige Last zur Erde.
Dom Tannenhof erscholl plötzlich durch bas kreischenbe Prasseln ber Balken eine verzweifelnbe Stimme, bie fort» während nach Hilfe rief. Im Hause mußte Jemanb bem Verbrennen nahe sein.
Jetzt staub ber Förster Jankof neben den Trägern - er war nachgefolgt und schaute mit weitgeöffneten Augen nach dem Feuer.
,/Hilse — ich verbrenne!" gellte eS herüber.
Des Försters Gesicht veränderte sich, seine Mienen spannten sich straff, das alte Auge leuchtete. Bald war er vor dem Tannenhof.
Da standen alle schreckbebend, unfähig, zu helfen. An einem Fenster im ersten Stock, um dessen Eisenftäbe schon die Flammen züngelten, erschien in kurzen Zwischenpausen ein von gräßlicher Angst verzerrtes Mäbchengesicht. Es war Kathrin, bie die verbrannten Hände zu den Bauern streckte und um Rettung schrie. Die Leute schauten blöde zu ihr auf — sie konnten doch nicht helfen, bie Stiege und alles brannte ja.
Der Mädchenkops verschwand.
//O, — ich Derbrenne!“ hörte man noch, worauf es ruhig ward. Der Dachstuhl barst auseinander — ein Schreckensruf erscholl von der Menge — von innen auf die sprühenden Trümmer sprang der alte Dollinger und schlug eine Iau*e Lache auf. Aber die Flammen faßten ihn von allen Seiten, ein Balken sauste herab unb schlug ihn auf den Kopf- eine dicke Rauchwolke wirbelte auf. Die Bauern sanken auf die Kniee und bekreuzten sich. Niemand merkte, daß ber Förster Jankof burch ben bichten Rauch ins HauS gebrungen »ar; er suchte die Tochter seines Feindes zu retten.
Nach einigen Stunden — immer mehr Volk hatte sich eingefunden unb ben Tannenhof umlagert — war bas Ge- bäube bis auf bie Grunbmauern niebergebrannt. Nur wenig würbe gerettet, für wen auch? denn eben zogen die Träger der Leichen langsam durch die zurückweichende Menge; HanS Dollinger schlief unter dem TannenreiS — fein Vater unb feine Schwester waren Derbrannt.---
Mitten im buftenben LLalde stand bad ForsthauS, um- kränzt Don einem parkähnlichen Garten. Nur Jankof und feine alte Wirthschafterin befonben sich in der Stube.
Schon röthete sich draußen der Himmel, ber Abenb brach an; über den Bäumen, die herbstliche Farben trugen, erglänzte eß in letztem golbtgrofigem Schimmer.
Monate find Hergängen seit dem Brande.
Jankof oerließ die Stube unb ging durch den Garten. Völlig im Hintergründe desselben stand eine Gruppe Don Trauer-Erlen. Sich selbst hatte er bie Bäume einst gepflanzt ; er wollte schlafen in seinem Walde, nun lag sein einziger Sohn darunter gebettet.
Wie ein Idyll war daS Plätzchen — so lauschig, traulich — auf der kleinen Bank unter den Erlen Derträumte Jankof allabendlich eine Stunde. Hier unterhielt er sich halblaut mit seinem Sohne, oersprach ihm bald zu folgen. Um ihn rauschten dann die Zweige, schwankten hin und her; baß hohe Gras um bie weiße Marmorplatte bog sich zitternd auf bie Fläche, als küßten die Gräser den Namen seines Lieblings. — — —
Mit eigener Lebensgefahr hatte Jankof beim Brande bie Tochter beS Dollingers auß bem Feuer gerettet — eß war umsonst gewesen. Sie starb kurz nachbem er sie burch eine Hinterthür inß Freie unb nach dem Forsthause gebracht, an ben Folgen der starken Brandwunden in seinen Armen. Unb sie starb gerne, nachbem sie alles erfahren unb oerftanben.
Ihre letzten Worte waren „Verzeihung" unb ber Name „Friedrich".
Als düsteres Wahrzeichen liegt bie Branbruine ba; keiner ber Bauern kümmert sich Diel barum unb nur bem Wanberer, ber an der unheimlichen Stätte stillsteht, erzählen sie daß Ende der Dollinger.


