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1894
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Amts« und Anzeigeblatt für den "Kreis Giefzen.
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Amtlichen Theil.
Bekanntmachung,
oetr. die Ausführung des Reichsgesetzes vom 14. Januar 1894 über die Gewährung von Unterstützungen an Invaliden aus den Kriegen vor 1870 und an deren Hinterbliebenen.
Die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung der Königl. Kreutz. Regierung zu Cassel wird mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Anmeldungen von Ansprüchen Hinterbliebener, die im Großherzogthum wohnen, bei den Gr. Bürgermeistereien des Wohnortes zu erfolgen haben.
Gießen, den 20. April 1894.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I. SB.: Dr. Melior.
Bekanntmachung.
Rach dem Reichsgesetz vom 14. Januar 1894 sind den Invaliden aus den Kriegen vor 1870 und deren Hinterbliebenen Zuschüsse zu ihren bisherigen Gebührniflen nach Maßgabe der durch das Militär-Pensionsgesetz vom 27. Juni 1871 sowie durch die Reichsgesetz Novelle vom 22. Mai 1893 den Invaliden und deren Hinterbliebenen aus dem Kriege 1870/71 gewährten höheren Beträge zu gewähren.
Diejenigen pensionirten Offiziere und Militärbeamten, welchen bis Ende März d. I. noch keine bezügliche Mitthei lung zugegangen ist, wollen sich an die Pensionsabtheilung des Königlichen Kriegsministeriums zu Berlin, die Hinter- bliebenen an die zuständigen Landrathsämter wenden, falls sie auf Grund des in Rede stehenden Gesetze» Ansprüche zu baden glauben, wogegen die Invaliden vom Feldwebel abwärts auf jeden Fall ihre Ansprüche bei den betreffenden Bezirkskommandos geltend machen müssen.
Cassel, den 8. März 1894.
Der Regierungs-Präsident. __________________________I. SB.: gez. v. Pawel.
Bekanntmachung,
betreffend: Nnfallmeldewesen.
Rach den bisherigen Erfahrungen wird die durch $ 55 ; des Reichsgesetzes vom 5. Mai 1886 den landwirthschaftlichen ! Betriebsunternehmern auferlegte Pflicht, von jedem Unfälle, durch welchen eine in ihrem Betriebe beschäftigte Person ge- tobtet oder länger als drei Tage erwerbsunfähig wird, binnen zwei Tagen bei der Ortspolizeibehörde Anzeige zu erstatten,
ganz außerordentlich oft vernachlässigt. In vielen Fällen wird überhaupt keine Anzeige erstattet, in eben so vielen erst nach Ablauf mehrerer Monate oder gar Jahre.
Unliebsame Verzögerungen bei der Feststellung der Unfallentschädigungen, schwere Schädigungen sowohl der Berufs- genossenschaft, wie der EntschädigungSberechttgten sind die bedauerlichen Folgen dieses Verhaltens der Betriebsunternehmer.
Mit Rücksicht auf die Reuheit der landwirthschaftlichen Unfallversicherung hat der Vorstand der landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft bisher davon Abstand genommen, mit Strafen gegen die säumigen Betriebsunternehmer vorzugehen. Wenn indessen die geordnete Durchführung der durch Reichsund Landesgesetz der Berufsgenossenschaft auferlegten Aufgaben nicht völlig in Frage gestellt werden soll, wird fernerhin gegen die Säumigen eingeschritten werden müssen. Der Genossenschaftsvorstand hat daher den Beschluß gefaßt, von jetzt an in allen Fällen, in welchen die durch § 55 des Reichsgesetzes vom 5. Mai 1886 vorgeschriebene Unfallanzeige entweder gar nicht oder nicht rechtzeitig erstattet wird, von der durch § 124 Absatz 2 des Reichsgesetzes ihm verliehenen Strafbefugniß Gebrauch zu machen und die Schuldigen mit Ordnungsstrafen zu belegen.
Die Betheiligten werden hiermit auf die ihnen hiernach obliegende Verpflichtung und der ihnen eventuell drohenden Bestrafung nochmals aufmerksam gemacht.
Gießen, 21. April 1894.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I. V.: Dr. M eli o^.
Gießen, den 21. April 1894.
DaS Gwßherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie in Ihren Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise veröffentlichen und die Betriebsunternehmer vorkommendenfalls an ihre SB er pflichtung unter Hinweis auf die drohende Bestrafung erinnern.
I. SB.: Dr. Melior.
Deutscher Reich.
Darmstadt, 21. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 20. April, Nachmittags um 58/4 Uhr, in den Assembleezimmern des Großh. Residenz- schlosses Se. Durchlaucht den Fürsten Bruno zu Ysenburg- Büdmgen, Ersten Präsidenten der Ersten Kammer, und Herrn I
Justizrath Dr. Weber, Ersten Präsidenten der Zwetren Kammer der Stände, welche in einer Adresse das von den beiden Ständekammern beschlossene Hochzeitsgeschenk Überreichten. Sodann geruhten Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Ihre Königliche Hoheit die Großherzogi n die BureauS der beiden Ständekammern, zuerst Se. Durchlaucht den Fürsten zu Ysenburg-Büdingen, Se. Erlaucht Graf Görtz und Se. Exc. Wirklichen Geheimerath Dr. Goldmann, dann die Präsidenten Justizrath Dr. Weber und WolfSkehl und die Secretäre KreiSrath Haas und Re- gierungSrath Hechler behufs Entgegennahme einer Glückwunsch- Adresse zu empfangen.
Darmstadt, 22. April. Der Großfürst.Thron- folger von Rußland, die Prinzessin Alix, Prinzessin Heinrich von Preußen, die Großfürsten SergiuS und Paul sind gestern um 7,11 Uhr Abends hier eingetroffen.
Frankfurt a. M., 21. April. Der diesjährige social- demokratische Parteitag findet nicht, wie ursprünglich bestimmt, in Nürnberg, sondern hier statt, da in Bayern von behördlicher Seite der Betheiligung von Frauen an den Der- Handlungen Schwierigkeiten bereitet werden.
Berlin, 21. April. Wie der „ReichSanz." meldet, hat die Königin von Großbritannien den deutschen Kaiser zum Chef deS ersten royal dragoon-SRegiment» ernannt. ES ist das älteste fast der Armee und hat schon bei Dettingen sich ruhmreich ausgezeichnet.
Berlin, 21. April. In parlamentarischen Kreisen ist da» Gerücht aufgetaucht, daß die verbündeten Regierungen Er- wägungen darüber anftellen, den Reichstag zu einer kurzen Tagung im Juli einzuberufen. Als Veranlassung zu dieser Tagung wirb die Vorlegung des deutsch-portugiesischen Handelsvertrages angegeben.
Berlin, 21. April. In einem „Epilog" überschriebenen Leitartikel zieht die „Nordd. Allg. Ztg." heute wiederum gegen die Führer der conservativen Partei zu Felde, wobei daS Blatt nochmals auf die Niederlage der Conservativen bei den Reichstagsverhandlungen über den Antrag Kanitz zurückkommt. DaS officiöse Blatt schließt den Artikel wie folgt: „Eine Führung, die alles dieS fertig gebracht hat, muß schließlich in allen besonnenen conservativen Elementen die Sehnsucht noch einer Parteiresorm Hervorrufen, in der wieder die guten conservativen Grundsätze zur Herrschaft kommen."
Coburg, 21. April. Der Commandeur deS Garde- Dragoner-Regiments Königin von Großbritannien und Irland, v. d. Knesebeck, erhielt von der Königin Victoria daS Großkreuz des Bathordens.
SarmftaM im FeMkide.
(Fortsetzung.)
(Origtnalbericht für den „(Siebener Anzeiger".)
Dr. M. Bis in die sinkende Nacht wogte das Leben in den Straßen auf und ab. Auch seine Industrie hatte der Festrag gezeitigt, bestehend in Festnummern, welche von den „Neuen Hess. VolkSbl." und der „Coburger Zeitung" herauSgegeben worden waren, kleinen Erinnerungsmedaillen, Postkarten, welche in zierlicher Umrahmung die Bilder der Neuvermählten tragen. Daneben einen VerS von Karl Schäfer, dem Sänger des „Odenwalds", der bei solchen Anlässen immer mit einer hübschen dichterischen Idee zur Stelle zu sein pflegt (von diesenKarten sind an die Tausende umgesetzt worden!) und kleinen Fächern, gleichfalls mit dem Porträt deS Großherzoglichen Paares.
Bei ihrer Rundfahrt muß es der Großherzogin und dem Großherzog zu Muth gewesen sein, als wenn sie sich durch eine Spiegelgalerie bewegten. Schier unermeßlich ist die Menge der Bilder, Photographien, Stiche und Büsten, die Son überall auS den Erkern und Schauläden in geschmack- Doller Fassung hervortreten. In der Rheinstraße machen sich besonders bemerkbar: ein hübsches Pastellbild von einem Leipziger Maler Concelli (das aber allem Anschein nach auch mach Photographieen, nicht nach der Natur gefertigt worden ist) -und sodann eine Arbeit, die freilich mehr Kunststück als Kunstwerk heißen muß: im Schauladen eines Haarkünstlers sieht man nämlich die Bilder der Herrschaften sehr sorgfältig und LurchauS ähnlich aus Haaren hergestellt. Auf Chocoladen- Räfelchen hat man sie selbstredend auch schon angebracht.
Prachtvoll verlief das Belenchtungsfeft. Wir wissen feit langer Zeit in allen Culturländem so ziemlich, waS eine Illumination ist: Und doch hebt die Geschichte derselben so «echt eigentlich erst mit der Erfindung des electrischen Lichtes an: Unsere Voreltern hatten ja kaum eine schüchterne
Ahnung von den Licht- und Farbenwundern, die sich jetzt erzielen lassen! Auf welche einfachen Formen waren noch die JlluminationSfefte im Kriegs- und SiegeSjahr 1871 beschränkt, und welch eine Fülle von Variationen hat man jetzt! Weithin flammte vom Postgebäude der Reichsadler, eine Licht- fluth versendeten vom Stadthaus die blitzenden Räder und Spiralen. Prächttg nahmen sich am Bankgebäude die in den Hessischen und Coburger Farben leuchtenden Initialen E. L. und V. M. aus. TageShelle herrschte aus den Straßen — aber das Volksgetümmel concentrirte sich auf bestimmte Punkte wie: Rheinftraße, Wilhelminenstraße und Marktplatz. Die Promenade z. B. lag wie auSgestorben da und bildete in ihrer füllen Ruhe, ihrer vornehmen, einheitlichen Beleuchtung einen eigenartigen Gegensatz zu dem Menschengewühl im Eentrum. Zum Marktplatz konnte man schon um 8 Uhr fast nur noch mit Lebensgefahr vordringen. Hingegen ließ sich der Fackel- zug, eben deshalb, weil alles dem Markt zugeströmt war, von verschiedenen Punkten recht gcmächllch besichtigen. Wenn uns das Wort „Illumination" einen kurzen Vergleich zwischen Jetzt und Früher nahe legte, so zwingt das Wort „Fackelzug" zu einer Parallele in umgekehrtem Sinne. Der Fackelzug hat eigentlich seine Glanzzeit gehabt, sie fiel in die Epoche der ärmlichen Beleuchtungskörper! Zur Zeit der Unschlittkerze, der trüben Stalllaterne — da machte eS einen gewaltigen Eindruck, wenn plötzlich die Pechfackeln ihre rothe Gluth auf die engen Straßen warfen, und unter Vorantritt eines Musikcorps: Studenten, Bürger- oder Kriegervereine als „Lucifere" auftauchten. Diese Wirkung hat der „Fackelzug" eingebüßt. Die Flamme der Pechfackel nimmt sich fast wie ein dunkler Körper neben dem electrischen Licht aus. Seine Bedeutung liegt nunmehr einzig darin, daß er Anlaß giebt zu einem pompösen Aufmarsch verschiedener Corporationen. Höchst originell nahm sich in dem Zuge am Freitag u. A. die Gruppe der „Gärtner" und die der „Metzger" aus. Außer den Pechfackeln sah man auch noch Stocklaternen, Magnesiumfackeln, bunte Lampions :c. Auf dem Marktplatz,
wo die Serenade stattfand, wurden die brennenden Fackeln zu Haus geschichtet, und ihr Qualm erfüllte in weitem Umkreis die Lust, beeinträchtigte aber glücklicherweise nicht die Stimmen der Sänger, die ihre Aufgabe tadellos lösten.
Die Fahrt, welche am SarnStag um 8 Uhr Abends die Herrschaften vom Neuen Palais, woselbst Cour abgehalten wurde, und wieder zurück unternahmen, beschäftigte die Schaulust im höchsten Grade. Denn diesen Galawagen mit seinen 6 Kronen, den prächtig aufgeschirrten 6 Pferden, geführt von Hofoffizianten, und seinen Spitzenreitern bekommt man eben nur bei ganz außergewöhnlichen Anlässen zu sehen.
Ein große» Festprogramm wickftte sich am Sonntag ab. Der Nachmittag war dem vom Reiterverein veranstaltete« Rennen in Kranichstein gewidmet. Nach Tisch war in ga«z Darmstadt nicht ein Wagen mehr aufzutreiben, so stark erwies sich der Zudrang zu diesem Schauspiel.
Punkt 7 Uhr Abends begann im Hoftheater die Galavorstellung. Das Gebäude selbst hatte auch fest-, lichen Schmuck angelegt, der aber wegen der breiten, massive« Bauart deS Kunsttempels vorwiegend auf den Portikus z« beschränken war. Um die dicken, stämmigen Säulen zu umwinden, sind schon Riesenguirlanden nöthig gewesen.
Nachdem in dem festlich beleuchteten Raume die hohen Herrschaften bei ihrem Erscheinen durch Wort und Orchestertusch, wie Üblich, begrüßt worden waren, begann daS lyrische Spiel „Die Huldigung der Künste," welche, von unserem Schiller eigens für eine besondere Gelegenheit versaßt, gerade für eine Hochzeit die edelsten und zutreffendsten Gedanken enthält.
Die ersten Worte in diesem lyrischen Spiele: „Wachse, wachse, blühender Baum mit der goldenen Früchtekrone, den wir auS der fremden Zone pflanzen in den heimischen Raum fielen Herrn KniSp el zu. Weiter wa'ren von unseren ersten Kräften an dieser Darstellung beteiligt: Frl. CretiuS - Rav enau (Genius), Frl. Cramer (Poesie), Frl. Berl.


