Ausgabe 
24.4.1894
 
Einzelbild herunterladen

Eisenach, 21. April. Se. Majestät der Kaiser ist heute Nachmittag von Coburg hier eingetroffen und wurde am Bahnhofe vom Erbgroßherzog empfangen. Se. Majestät begab sich, vom Publikum lebhaft begrüßt, durch die festlich geschmückten Straßen auf die Wartburg.

Barmen, 21. April. Die Handelskammer kann in ihrem Jahresbericht zum ersten Male seit einer Reihe von Jahren ein günstigeres Bild von der wirthschaftlichen Lage des Bezirks entwerfen. Das Jahr 1893 hat zum weitaus größten Theile und soweit die Haupt-Jndustrie (Besatzartikel) in Betracht kommt, im Zeichen einer regen Thätigkeit gestanden. Der flotte Geschäftsgang übte auf alle Hilssindustrien, Färbereien, Maschinenfabriken re. den wohltätigsten Einfluß aus. Die Knopfindustrie und manche anderen Zweige der Textilindustrie lagen nach wie vor darnieder, Eisen- und Stahlwaaren-Jndustrie, sowie die Briefumschläge-Fabrikation klagen über schlechten Geschäftsgang, besonders hat der Export vielfach gelitten. Der Bericht begrüßt den endlichen Abschluß des deutsch-rusfischen Handelsvertrags und hofft, daß die Re­gierung mit derselben Consequenz auf dem Ansturm gegen die deutsche Münzgesetzgebung entgegentreten wird. Betreffs der Steuergesetzgebung huldigt die Kammer nach wie vor der Meinung, daß die Ausbildung des Systems der indirecten Abgaben auf solche Luxusartikel, welche größere Erträgnisse versprechen, das erstrebenswerthe Ziel bildet. Der Bericht klagt zum Schluß über den Stillstand auf dem Gebiete des Verkehrswesens.

Attslarrö.

Wien, 21. April. Das offictöseFremdenblatt" be­zeichnet die Verlobung des Großfürsten-Thron- folgers mit der Prinzessin Alix von Hessen als einen neuen Beweis dafür, wie erfreulich die Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland sich gestaltet haben.

Prag, 21. April. In vergangener Nacht wurde ein czechischer Student in dem Moment verhaftet, als er die deutschen Straßenschilder und die Reichsadler an den Brief­kästen beschmutzte.

Petersburg, 21. April. Heute fand in Gatschina anläßlich der Verlobung des Großfürsten-Thronfolgers mit der Prtn- zeisin Alix von Hessen ein feierlicher Dankgottesdienst statt.

Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände.

nn. Darmstadt, 21. April 1894.

Die Beratungen werden nach Verkündigung zweier Ein­läufe mit Cap. 2, Erträge aus Staatsdomänen, fortgesetzt. Der Ausschuß beantragt, die Titel 1 und 2 unverändert ein- zustellen. Die unter Titel 1 beantragte Erhöhung der Funk­tionszulage des Vorstandes der Bade-Direction zu Bad Nau­heim mit 570 Mk. und die Vergütung an den Badecommiffär mit 300 Mk. nicht zu genehmigen- zu Titel4s, Betriebsüber­schuß derMain-Neckar-Bahn, die Gehalts-Erhöhung des Bau- und Betriebsinspectors von 400 auf 505 Mk. zu bewilligen und demgemäß den Betriebsüberschuß um diesen Betrag niedriger also mit 947 345 Mk.- zu Tit. 4b, Betriebsüberschuß der Nebenbahn Eberstadt-Pfungstadt, mit 4350 Mk. einzustellen. Zu Tit. 4c, Oberhess. Eisenbahnen, beantragt der Ausschuß, den Revisoren 2. Cl. neben der vorgesehenen Gehaltserhöhung eine persönliche pensionsfähige Gehaltszulage von 200 Mk. bis zu ihrem Vorrücken in die 1. Cl. zu gewähren, den Be­triebsüberschuß demgemäß auf 202 300 Mk. einzustellen.

Abg. Metz-Gießen wünscht, daß baldmöglichst die Be­amten der Oberhess. Eisenbahnen den Beamten an der Main- Neckarbahn gleichgestellt werden möchten.

Abg. P sann stiel stimmt dem Abg. Metz zu und führt Klage, daß die Schaffner der Oberhess. Bahnen im Winter in ungeheizten Coupes sitzen müßten und wünscht Abhilfe.

(Musik), Frl. Schickhardt (Malerei), Frl. Widmann (Tanz) und Frl. Ethel (Schauspielkunst).

Herr Capellmetster Willem de Haan hat zu dem lyrischen Spiel eine stimmungsvolle Begleitungsmusik corn- ponirt.

An dieHuldigung der Künste" schloß sich E. Humper­dincks MärchenoperHänsel und Gretel", über deren tonliche Reize ich demGießener Anzeiger" schon anläßlich der Frank­furter Premiöre referirt habe. Ich füge heute hinzu, daß das Werk auf Grund seiner gediegenen thematischen Behand­lung und gediegenen Jnstrumenration auch in Darmstadt die ihm gebührende Anerkennung gefunden hat. Die Rollen­besetzung war folgende: die Hauptfiguren der beiden Kinder wurden durch Frl. Egli (Hansel) und Frl. Jungk (Gretel) vertreten- Frl. Neumeyer, unsere Altistin, gab die Knusperhexe", unsere Coloratursängerin Frl. Schickhardt, hatte Sand- und Taumännchen darzustellen. Das Eltern­paar, Peter und Gertrud, waren durch Herrn Weber und Frl. Wisthaler repräsentirt.

Ein Epilog, welchen einGenius" (Frl. Cretius) zu sprechen hatte, beschloß die Vorstellung. Die neuen Deco- rationen, welche dabei in Anwendung gelangten, sind aus dem Atelier des Herrn Hostheatermalers Schwedler. Der ausgegebene Theaterzettel trägt nach Druck und Ausstattung den Character eines Kunstblattes. Zum Verkauf sind nur die Plätze des dritten Ranges und der Galerien gelangt, alle übrigen waren an geladenes Publikum vergeben.

Nach Theaterschluß begaben sich die Herrschaften sofort an die Bahn zum Empfang ihrer hohen Gäste. In den Schau­fenstern der Buchhandlungen liegen jetzt auch die Bilder des russischen Thronfolgers und seiner hohen Braut, der Prin­zessin Alix von Hessen, in -verschiedenem Format auf.

(Schluß folgt.)

Ober-Finanzrath Ewald erwidert, daß, wenn die Be­amten der Oberheff. Bahnen denjenigen der Main-Neckar­bahn gleichgestellt würden, jeder Ueberschuß bei den Ober- Hess. Bahnen wegfalle. Der Dienst sei auch nicht so groß wie derjenige der Main-Neckar-Bahnbeamten. Aus ersterer Bahn würden täglich 4 Züge verkehren, während auf der Main- Neckarbahn etwa 50 Züge täglich verkehren. Nachdem noch Abg. Wolfs kehl als Berichterstatter die Anträge begründet hat, werden dieselben fast einstimmig genehmi gt.

Cap. 3, Regalien, werden 4500 Mk. in Einnahme ge­stellt. Cap. 4, Jndirecte Auflagen: Tit. 1, Tranksteuer von Wein und Tit. 2, Brückengeld und Uebersahrten wird von der Tages Ordnung abgesetzt. Zu Tit. 3, Stempel­abgaben und Gerichtsgebühren, wünscht der Abg. Wolz die Stempelabgaben für Viehhandelsprotocolle herab­gesetzt, da dieselben für den kleinen Landwirth sehr drückend seien. Die Abg. Muth und Dael vonKöth stimmen dem­selben zu.

Abg. Jöckel meint, daß der geringe Betrag von 50 Pfg. pro Protocoll doch sicher keine Abschreckung für Auf­stellung derselben sei.

Unter denselben Titeln ist auch die Abgabe von Waffen- pässen enthalten. Es wird jetzt eine Erhöhung derselben um 8 Mk. vorgeschlagen. Durch diese Erhöhung ergiebt sich eine Mehreinnahmen von ca. 35 000 Mk. Auch mit der Einführung von Wochenkarten ä 5 Mk. ist der Ausschuß einverstanden. Der Ausschuß beantragt demgemäß, 1464 000 Mk. in Ein­nahme zu stellen und wird derselbe einstimmig genehmigt.

Für Titel 4, Aichgebühren, werden 26 000 Mk., für Titel 5, Erbschafts- und Schenkungssteuer, 485 000 Mk. und für Titel 6, Abgaben von Hunden und Nachtigallen, 210050 Mk. in Einnahme gestellt. Zu letzterem Titel wünscht Abg. Köhler, daß die Ausdehnung der steuer­freien Hunde sich auch auf die zum Gewerbe nöthigen Hunde erstrecken möge. Abg. Wasserburg beantragt, die Hunde, welche zur Bewachung einzelner Gehöfte dienen, von der Steuer zu befreien. Die Abg. Vogt und Jöckel sprechen hiergegen. Der Antrag des Ausschusses findet Annahme.

Cap. 5, Reichssteuern, wird abgesetzt.

IV. Einnahmen aus verschiedenen Quellen. Cap. 6, Geldstrafen, richtet der Abg. Breim er das Ersuchen an Gr. Regierung, daß die Gefängnißsträflinge auf den Arbeiter- Colonien beschäftigt würden. Der Finanzminister erklärt, daß dies Sache der Justizverwaltung sei. Er könne keine Auskunft hierzu geben.

Das Capitel wird hierauf nach dem Ausschußsntrag mit 298600 Mk. in Einnahme gestellt.

Bei Capitel 7, Verschiedene Einnahmen, fragt der Abg. Reinhardt an, ob die Regierung nicht beabsichtige, die Bahn Worms-Offstein auch nach Grünstadt weiter zu führen. Er fragt, welche Gründe dafür vorliegen, da Worms doch schon bedeutende Summen gegeben, um den Verkehr zu er­weitern. Auch die hessische Ludwigsbahn sei für den Weiter­bau und der bayrische Landtag habe schon vor drei Jahren den Weiterbau beschlossen.

Finanzminister Weber erklärt, die Regierung hätte sich früher auch für Weiterführung interessirt, jetzt habe man sich aber überzeugt, daß durch eine Weiterführung der ganze Verkehr Worms verloren gehe. Darum habe man mit der Inangriffnahme gezögert.

Das Capitel wird sodann mit 1 265 969 Mk. in Ein­nahme gestellt.

Cap. 8, Directe Steuern, wird abgesetzt.

Hiernach erfolgt einstimmige Genehmigung von 40000 Mk. für Erweiterungsarbeiten am Collegiengebäude, nachdem sich die Nothwendigkeit derselben herausgestellt hat.

Hierauf wird zu den Außerordentlichen Einnahmen und Ausgaben übergegangen. In rascher Folge werden die Cap. 128139 genehmigt.

Zu Cap. 140, Beitrag zur Erbauung von Kreisstraßen, beantragt der Ausschuß: zur Bestreitung von einem Viertel der Kosten des Neubaues von Kreisstraßen wird jeder der drei Provinzen für die drei Jahre der Finanzperiode ein weiterer Betrag bis zur Höhe von 190 000 Mk. zur Ver­fügung gestellt. In einer Provinz nicht verwendete Summen verbleiben der Staatskaffe. Es werden darnach beantragt 570 000 Mk. und als weiterer Dispositionsfond 45 000 Mk. zu genehmigen.

Abg. Haas beantragt die Wortebis zur Höhe" und den SatzIn einer Provinz" bis Staatskasse wegzu- laffen.

An der ausgedehnten Debatte betheiligten sich die Ab­geordneten Haas, welcher seinen Antrag begründete, Hirsch, Pfannstiel, Schönberger, Jöst, Breimer, Muth, Möllinger und Wolfskehl. Letztere empfehlen den Ausschußantrag.

Der Antrag Haas tpird gegen 10 Stimmen abgelehnt und der Antrag des Ausschusses genehmigt.

Cap. 141, Bauwesen im Ressort für innere Verwaltung wird zunächst Tit. 1, Museum, abgesetzt. Tit. 2, Central­stelle für Gewerbe, 200 000 Mk.- Tit. 3, Anstalt für Blöd­sinnige Aliccstift werden 451 200 Mk. - Tit. 4, Landes­hospital Hofheim, 1 025 000 Mk.- Tit. 5, Kreisamtsgebäude zu Offenbach 51 200 Mk. - Tit. 6, Universitätsgebäude zu Gießen, 552 160 Mk.- Tit. 7, Kreisamtsgebäude zu Alzey, 950 000 Mk. - Tit. 8, landwirthschaftliche Versuchsstation zu Darmstadt, 12 500 Mk.- Tit. 9, Arbeitshaus zu Dieburg, 3216 Mk. - Tit. 10, Restaurirung der Stadtkirche zu Fried­berg, 50 000 Mk.- Tit. 11, Errichtung eines katholischen Pfarrhauses zu Holzhausen, wird wegen Neubearbeitung eines anderen Projects abgesetzt- Tit. 12, Restaurirung des Domes zu Worms, werden 75 000 Mk. genehmigt.

Hiermit wird die Sitzung abgebrochen.

Nächste Sitzung am Dienstag 9y2 Uhr.

Neueste NachvLchtett^

WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Paris, 22. April. Die Pariser Stadtanlethe ist bisher 83mal gezeichnet und zwar 70mal von Finanzgesell- schasten, 13mal von Privatleuten.

Lüttich, 22. April. In vergangener Nacht wurde vor dem Hause des Bürgermeisters ein Packet mit 18 Dynamit» Patronen gefunden. An dem Packete befand sich eine be­reits brennende Zündschnur. Trotz der schleunigsten Vor­kehrungen erfolgte eine Explosion, welche eine Panik hervor­rief. Der angerichtete Schaden ist jedoch nicht bedeutend.

CocaUs und provinzielles.

Gießen, den 23. April 1894.

W. Fest Commers zu Ehren des Herrn Geh. Hofrath Profeffor Dr. Heß. Der Festsaal des Einhorn-Hotel bot am Sonntag Abend ein prächtiges Bild. Gewinde aus Tannen-Reisig waren von den Ecken und Seiten nach einem Punkte der Mitte des Raumes in Bogen gespannt, dazwischen hingen an den Wänden Geweihe der Thiere des Waldes, eine Decoratton von Waffen der lustigen Jägerei, ein Arrangement von Blattgewächsen gaben dem ganzen Bilde das gehörige Relief. Die auf den Tischen vorerst noch liegenden Festlieder haben die Farbe des Waldes, sie sind auf grünem Papier gedruckt. Gegen 8 Uhr füllte sich der Raum, über­wiegend mit Männern desWaldes, unser hiesiges Professoren- C o llegi um mit dem Herrn Rector Paasch an der Spitze ist fast vollständig auf dem Platze. Wir bemerken auch einzelne Vertreter unserer Bürgerschaft. Professor Sch w a b a ch ist ans Eberswalde erschienen, ebenso Professor Or. Tuiske, Köret) Tübingen und der Oberforstmeister Dr. Borgg reve- Wiesbaden. Um 8i/i Uhr erschien der Herr Jubilar und begrüßte die Versammelten, jedem Einzelnen die Hand reichend. Herr Oberförster T r a u t w e i n übernahm das Präsidium und als echter Waidmann zog er den Hirschfänger, um mit einernSchlage desselbenLilentium zu bieten. Nachdem Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog ein Hoch gebracht war, nahm Herr Oberförster Gut sch-Schotten das Wort, um den Herrn Geh. Hofrath Profeffor Heß als Lehrer im Namen seiner 1 früheren und jetzigen Schüler zu feiern, er pries den bedeutenden und liebenswürdigen Lehrer, hob dessen literarische Thätigkeit hervor, indem er ausführte, daß Heß nicht nur sehr gute Lehrbücher geschrieben, sondern daß diese feine Bücher auch für den draußen im Dienst stehenden Forstmann practische Nachschlagebücher bilden. Freudig erregt stimmten die Versammelten in das dem Jubilar gebrachte brausende Hoch ein. Se. Magnificenz Rector Professor Paasch feierte den liebenswürdigen Collegen und alle Zeit treuen Berather des Profefforen-Collegiums in herzlicher Rede. Hierauf nahm der Herr Jubilar das Wort, um vorerst mit bewegten Worten seinen Schülern zu danken für die vielen Beweise der Liebe und Anhänglichkeit, welche sie ihm seither immer bethätigt, doch lehnte er es entschieden ab, mehr gcthan zu haben als seine einfache Pflicht und Schuldigkeit. Geheimrath Heß dankte seinen Collegen für die Achtung, die sie seinem wissenschaftlichen Wirken stets gezollt und schilderte in der dem Redner eigenen humoristischen Art, wie er vor 25 Jahren nach Gießen gekommen. Damals habe er, der practische Forst­mann, gezagt, ob er den Ruf an unsere Hochschule annehmen sollte und da sei er nach Minden zuHeyer geeilt, um mit diesem die Sache zu besprechen- diese Unterredung habe ihn noch wankelmüthiger gemacht, doch seine Frau habe ihm aufseineBedenken rund heraus erklärt:Mann, Du sollst und mußt in Gießen Professor werden", und diese Erklärung seiner Ehehälfte war entscheidend für ihn. Der Redner toastete auf seine Schüler und Collegen. Profeffor Netto feierte die Forstwissenschaft als eine echte Wissenschaft, denn sie erhalte den Körper und Geist gesund und frisch, wie die Figura des Jubilars zeige. Professor Oncken feierte die Frau des Jubilars in schwungvoller Rede, er sprach in seiner Eigenschaft als alter Freund der Familie Heß und als Vertreter des Dienstag Kränzchens. Professor Schwabach, als Vertreter der Forst»Academie Eberswalde, sprach zuerst seine Freude aus, in Mitten so vieler seiner früheren Schüler ein Mal wieder weilen zu können. Er feierte in geistreichen Worten die Universität als die Trägerin und Pflegerin aller wissenschaftlichen Disciplinen, er hob aber auch die Wichtigkeit der Forstakademie hervor, welche sich nicht etwa die Wissenschaft nur dienstbar mache, sondern das von derselben Gebotene practisch und national» öconomisch verwerthe, sein Hoch galt der Universität und der Wissenschaft. Begrüßungrtelegramme waren eingegangen unter andern von den Professoren der Forst - Akademie Tharandt, vom Mährisch-Schlesischen Forstvereijn, von der Forst-Akademie Minden, ebenso Fürstenwalde und Eberswalde, ferner zahlreiche Telegramme aus Darmstadt, Georgenthal, Mainz, München, Wien, Heidelberg. Erst gegen 1 Uhr endete die offi- cielle Feier und wurde bis gegen Morgen, wie es rechte Waidmannssitte, noch manches Waidmannsheil auf den Jubilar beim schäumenden Gerstensaft ausgebracht. Heute Morgen um 10 Uhr versammelten sich die Festtheilnehmer in der Aula der Universität, um einen gemeinsamen Ausflug nach dem Forstgarten zu machen. Gut Waidmanns Heil!

** Die diesjährige Ganturofahrt des Gaues Hessen, mit welcher Gauwettturnen verbunden ist, und Wetzlar als Festort bestimmt worden ist, findet auf Antrag des Turnvereins Wetzlar nicht am 27. Mai, sondern am 8. Juli statt.

** Höhere Mädchenschulen bestanden im Schuljahre 1892/93 im Großherzogthum Hessen 5 (Darmstadt, Offen­bach, Gießen, Mainz und Worms) mit 65 Schulklassen und 102 Lehrern und Lehrerinnen- die Zahl der Schülerinnen betrug am Schluß des Schuljahres in Darmstadt 512, in Offenbach 246, in Gießen 290, in Mainz 635 und in Worms 261. An Schulgeld gingen ein in Darmstadt 45 504 Mark, in Offenbach 19 071 Mark, in Gießen