daß die Verminderung der Patronen nach den Erfahrungen der letzten Feldzüge durchaus keine Gefahr in sich birgt, und d e des Schanzzeuges auch dadurch begründet sein möchte, daß die große Durchschlagskraft der neuen Gkwebrgeschosse die einstigen leichten Sparen-Deckungen illusorisch 'macht und größere Dimensionen der schützenden Brustwehren erfordert, die im Laufe einer sich hin- und herschiebenden Feldschlacht kaum geleistet werden können. Zur Herstellung nachhaltig verrheidigungssähiger Stellungen würden doch Kolonnen heran- Anziehen sein, die Schanzzeug mit sich führen. Der Rest des tragbaren Schanzzeuges würde genügen, um die laufenden Arbeiten im Abstechen von Grabenrändern, im Biwak u. s. w. imszusühren.
Zur Beachtung. Vielfach gebraucht der"Geschäfts- mann für seine Maaren Bezeichnungen, welche beim Käufer den Anschein erwecken, als sei der Gegenstand patentirt oder stände unter Musterschutz. Es ist deshalb darauf aufmerksam zu machen, daß nach dem Patentgesetze Derjenige mit einer Geldstrafe bis zu 1000 Mark bestraft wird, welcher Gegenstände oder deren Verpackung mit einer Bezeichnung versieht, welche geeignet ist, den Glauben zu erwecken, daß die Gegenstände durch Patent geschützt seien. Das Gleiche gilt natürlich von öffentlichen Anzeigen rc. Die Bestrafung tritt auch dann ein, wenn nur Fahrlässigkeit vorliegt.
** Deutschlands Feuerwehren. Nach der letzten statistischen Aufnahme des deutschen Feuerwehrausschusses bestanden im Deutschen Reich 10306 freiwillige Feuerwehren (darunter 5877 allein in Bayern), 7666 Pflicht- und 47 Berufsfeuerwehren. Oesterreich besitzt 5073 freiwillige Corps. In Deutschkand bestehen 34 Landes- und Provinzialfeuerwehrverbände und in Oesterreich 8.
** Die Influenza im Winter 1893/94. Obwohl die gegen den November vorigen Jahres hin in dritter Invasion aufgetretene Jnfluenzaepidemie zur Zeit noch nicht erloschen ist, wenn dieselbe auch ihren Höhepunkt überschritten zu haben scheint, so läßt sich doch- jetzt schon die deletäre Bedeutung derselben für die Bevölkerung des Großherzogthums erkennen und genügend würdigen, nachdem die Nachweise über die Mortalität in den Monaten November und December 1893
vorliegen. Nach Ausweis der ärztlichen Bescheinigungen auf den Todeszeugnissen sind, nachdem im Monat October 1893 nur 9 Sterbesälle durch Influenza, sämmtlich in Starkenburg, zur Aufzeichnung gekommen waren, im November 222 und im December 352 Personen dieser Seuche erlegen, in den drei letzten Monaten des Jahres zusammen 583, während in der Epidemie 1889/90 deren Zahl sich auf 515 und in der des Jahres 1892 auf 571 belaufen hatte - die Zahl der als solche verzeichneten Jnfluenzasterbefälle ist demnach schon jetzt vor völligem Ablauf der Epidemie eine größere gewesen, als früher. Erfahrungsgemäß gelangen aus bei anderer Gelegenheit erörterten Gründen die Sterbefälle an Influenza nur zum Therl als solche zur Aufzeichnung- es wird aus deren Zahlenverhältniß allein ein verlässiges Bild über die Mortalität der Seuche nicht gewonnen, einen sicheren Anhalt ergeben dagegen die Beobachtungen der Sterblichkeitsverhältnisse in den einzelnen Altersklassen und vorzugsweise derjenigen des regelmäßig zumeist gefährdeten höheren Alters. Im Vergleiche der gleichnamigen Monate des vorausgegangenen Jahres 1892 mit mittleren Verhältnissen ergeben sich für die Monate November und December in 1893 folgende Differenzen. Es find an Sterbefällen verzeichnet in den Monaten November und December:
im 1. vom 2.-5.
Jahre Jahre
1892 731 710
1893 888 834
vom 15.—60. über 60 über« Jahre Jahre Haupt
907 949 3297
1283 1906 4911
Hiernach entfällt auf die Monate November und December 1893 mit epidemischer Influenza ein Mehr von 1614 Sterbefällen, welche sich auf die einzelnen Alterscategorien in der
Weise vertheilen, daß auf das erste Lebensjahr ein Mehr von 157, auf die Kinder jenseits des ersten Lebensjahres ein solches von 124 Sterbefällen trifft, während in der Alters- klaffe von 15 bis 60 Jahren 376 Personen und im Greisenalter sogar 957 Personen mehr als in derselben Periode eines günstigeren Jahres verstorben sind. Wird zum Vergleich die differente Sterblichkeit nach den hauptsächlichsten Todesursachen in Betracht gezogen, so entfällt auf die Lungenschwindsucht in den gedachten Monaten des Jnfluenzajahres ein Mehr von 133 Todesfällen auf entzündliche Affectionen der Athrnungs- organe, unter welcher Rubrik die Jnfluenzasterbefälle der Mehrzahl nach inbegriffen sind, ein Plus von 725, bei den Sierbefällen an Altersschwäche ein Mehr von 261 und auf Todesfälle aus unbekannt gebliebener Ursache ein solches von 213. — Voraussichtlich wird die lausende Epidemie eine Vermehrung der Todesfälle im Großherzogthum von 1600 bis 1700 zur Folge haben und könnten, eine gleich hohe Gefährdung der Bevölkerung durch die Seuche auch in den Ädrigen Bundesstaaten vorausgesetzt, im Deutschen Reiche der diesmaligen Epidemie nicht weniger als 80 000 Personen zum Opfer fallen. D. Z.
Grüllberg, 20. Februar. In unser sonst so stilles Städtchen ist in letzter Zeit einige Bewegung gekommen. Mehrere Güter wurden, auf freiwilliges Anstehen ihrer Besitzer, parcellenweise verkauft, und die Grundstücke fanden zu entsprechenden Preisen Käufer, woraus wir schließen zu dürfen glauben, daß unsere Bürger, bei ihrem bekannten Fleiße, den Betrieb der Landwirthschast noch als eine rentable Beschäftigung ansehen. Auch mehrere Hofraithen sind in diesen Tagen durch freiwilligen Verkauf und meist gegen Baarzah- lnng in die Hände anderer Besitzer gekommen. Gr. Anz.
Butzbach, 22. Febr. Durch unseren Landtagsabgeord- netcn Herrn Dr. Vogt wird uns soeben eine Depesche des Herrn Grafen Oriola mitgetheilt, wonach in vorgestriger Sitzung der Budgetcommission des Reichstages, betr. unsere Garnisonfrage, der Vertreter des Kriegsministeriums Oberst Erfltng auf directe Anfrage hin sich geäußert habe: Die
ganze Angelegenheit befinde sich noch in einem unreifen Sradium. Die Centralverwaltung würde jedoch in jedem Fall bedacht sein Ersatz zu schaffen, falls die jetzige^Garntson verlegt werden sollte. W. B.
0. Ortenberg, 22. Februar. Mit welchen Preisen gutes Bau-, Werk- und Nutzholz ausgezeichnet wird, beweist die in unserer Oberförsterei in den Districten Eschberg, Stickes, Orlitz und Wanne abgehaltene Versteigerung, wobei Buchen, Eichen, Kiefern, Lärchen, Fichten und Hainbuchen zum Ausgebote kamen. Die Erlöse betrugen 70 Procent über den Anschlagspreis und es waren sogar Steiglustige au§ Freiburg im Breisgau erschienen.
L. Leidhecken i. d. W., 22. Februar. Durch das un- oorsichnge Behandeln der Petroleumlampen ist schon manches Unglück herbetgeführt worden, aber auch durch daß Zuschrauben von Wärmflaschen, wie folgender, bei uns vorgekommene Fall beweist. Eine Frau stellte die fest zugeschraubte Wärmflasche in den stark geheizten Ofen, damit die Flasche wieder die nöthige Wärme ansammeln sollte. Nach einiger Zeit ging die Frau in den unteren Stock, wo die Familie versammelt war. Kaum dort angekommen, ertönte plötzlich oben ein furchtbarer Donnerschlag. Das Haus erbebte in seinen Grundfesten, die Fensterscheiben flogen hinaus und im oberen Zimmer klirrte und tobte es, als wäre ein Hagel von Etsentrümmern herumgeschleudert worden. Die Leute waren einige Minuten gelähmt vor Schrecken, dann eilten sie in den oberen Stock hinauf, wo sich ein schrecklicher Anblick darbot. Der Ofen war in tausend Fetzen zertrümmert und diese herumgeschleudert, die Fenster hinausgeschlagen, das Mobiliar kunterbunt durcheinander geworfen worden. Man glaubte, es hätte ein Dynamitattentat stattgesunden, so gewaltig war die Wirkung der Dämpfe, welche in der Wärmeflasche luftdicht eingeschlossen waren. Wenn die Frau nicht wenige Minuten früher weggegangen wäre, hätte sie ihre Unvorsichtigkeit wahrscheinlich mit dem Leben büßen müssen. Es wird hiermit dringend davor gewarnt, zugeschraubte Wärmflaschen in die geheizten Oefen zu stellen. Man öffne vorher die Schraube, oder was noch besser ist, man fülle die Wärmflaschen mit heißem Wasser und stelle sie überhaupt nicht in geheizte Oefen oder auf Feuerheerde. — Die im vorigen Sommer hier geborenen Drillinge, zwei Mädchen und ein Knabe, befinden sich wohl und gedeihen recht gut.
§ Bannerod (Kreis Lauterbach), 21. Februar. Auf Antrag der Großherzoglichen Staatsanwaltschaft Gießen wurde ein hiesiger Landwirth unter der Anklage des Meineids verhaftet.
Kohden bei Nidda, 21. Februar. Bei der heute hier stattgehabten Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Beigeordnete Wilhelm Ockel mit 50 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Der Gegencandidat Friedrich Kromm, Landwirth, Schwiegersohn des vorletzten Bürgermeisters Bingel, erhielt 47 Stimmen. Die Wahlbetheiligung war sehr stark.
D. Ztg.
Bensheim, 21. Februar. Der hiesige Abdecker hatte gestern eine krepirte Kuh in Lorsch geholt und auf den Sch'nd- anger geschafft. Im Laufe des Nachmittags brachte 'der Abdecker auf einem Karren zwei gefüllte Säcke in die Stadt und stellte dieselben in der Nähe seiner Wohnung auf die Straße. Die Neugierde der Leute hatte bald entdeckt, daß die Säcke Fleisch enthielten und setzten die Gendarmerie davon in Kenntniß, welche denn auch Abends gegen 10 Uhr den „Fleischlieferanten" auf der Lorscher Straße mit den bewußten Säcken abfaßte, als er im Begriff war, das Aas nach Lorsch zu fahren, mußte aber wieder umkehren und die Säcke auf hiesigem Rathhaus abliefern. Auf Befragen der Gendarmerie, wem er das Fleisch habe bringen wollen, gab er ausweichend zur Antwort, er kenne den Namen des Mannes nicht, werde aber an den „Lorscher Pappeln" erwartet, wo der Mann das Fleisch in Empfang nehmen werde. Die Nachforschungen der Gendarmerie waren im Augenblick ohne Erfolg, es unterliegt jedoch keinem Zweifel, daß in der Kürze das nöthige Licht in die Angelegenheit kommt, da ein Fleischverkäuser von Auswärts, sog. Aushauer, am Nachmittag mit dem Abdecker in Bensheim verkehrt und ihn in seiner Wohnung aufgesucht haben soll.
Vermischtes.
* Köln, H2. Februar, vr. Wieg mann, der s. Z. einen Mordversuch gegen sein Dienstmädchen versucht hatte, wurde heute zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurtheilt. Das Schwurgericht erkannte mit Rücksicht auf den tief verbrecherischen Willen und die Scheußlichkeit der That nach dem Anträge des Staatsanwalts auf das Strafmaximum.
* Köln, 21. Februar. Passagiere des gestern Abend kurz nach 7 Uhr hier eingetroffenen holländischen Schnellzuges erzählen, daß, als der Zug die Station Düsseldorf passirte, eine junge seingekleidete Dame sich Plötzlich vor die Maschine geworfen und von dieser überfahren worden sei. Wie es heißt, wurden der Lebensmüden beide Beine abgefahren, so daß au ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Der Grund des versuchten Selbstmords ist unbekannt.
* Dnitzburg, 22. Februar. Heute Morgen ist der Gattenmörder Pötz aus Niederweyer im Hofe des hiesigen Gerichts- gesängnisses hin gerichtet worden.
* Ans Westpreußen, 20. Februar. In Zempelburg verletzte eine anscheinend geisteskranke Frau ihren schlafenden Mann durch zwei Beilhiebe so schwer, daß der Tod sicher eintreten wird.
* Am Technikum Mittweida ist durch die Fenigstellung des neuerbauten „Electrotechnischen Institutes" namentlich der Unterricht in der Electrotechnik bedeutend erweitert worden. Dasselbe enthält 15 größere Arbeits-, Sammlungs- und Maschinenräume und ist nur für den Unterricht in der Electrotechnik nebst den zugehörigen Hülfs- wissenschaften bestimmt. Der Betrieb mehrerer Dynamo
maschinen, welche 9000 Volt - Ampere liefern, wird durch Gasmotoren bewirkt. Außerdem ist eine größere Accumulatoren- batterie aufgestellt. Sämmtliche Räume sind electrisch beleuchtet. Im laufenden Winterhalbjahr 1893/94 zählt die Anstalt 1188 Besucher, welche der Abtheilung für Maschinen - Ingenieure und Electrotechi iker, bez. der für Werkmeister (zugleich für Gewerbetreibende und Electro- mechaniker) angehöre.i. Der Unterricht für das nächste. Sommerhalbjahr beginnt am 3. April und der unentgeltliche Vorunterncht zu demselben am 19. März c. Der Besuch des letzteren ist eine Vorbereitung für das eigentliche Semester. Programm mit Jahresbericht erhält nmn von der Direktion des Technikum Mittweida.
* Berlin, 22. Februar. Die Knopfmacherfrau Klahn Hierselbst erwürgte heute ihren neunjährigen Knaben und entfloh dann mit ihrem fünfjährigen Mädchen. Man ver- muthet, daß sie die That in einem Anfall von Geistesstörung verübt und selbst den Tod im Wasser gesucht har.
* In Großzsch ocher im Hause ihrer Tochter starb am 18. Februar im Alter von 91 Jahren die oft genannte Rosine Haubenreiber, die als zehnjähriges Mädchen Augenzeugin von der Auffindung des tm Gefecht bei Lützen verwundeten Lützowers Theodor Körner gewesen war. Am Morgen des 18. Juni 1813 wurde die Aufmerksamkeit von Leuten, die sich im Walde bei Großzschocher befanden, durch menschliches Stöhnen und das Schnauben eines Pferdes nach einer Stelle im Gehölze gelenkt, an der man bei näherem Nachforschen den verwundeten Dichter fand, der nach seiner Verwundung bis hierher gekommen war. Bei den Leuten, die den Verwundeten auffanden, aufhoben und zu seiner weiteren Unterbringung behilflich waren, befand sich auch die nunmehr verstorbene Rosine Haubenreißer. Sie bezog eine jährliche Pension, die ihr vom Kaiser Wilhelm I. ausgesetzt worden war.
* Sydney, 8. Februar. Ein höchst merkwürdiger Selbstmord wird aus Melbourne gemeldet. Dort hat sich nämlich der Henker am Samstag die Kehle durchgeschnitten, um die auf den 15. d. Mts. anberaumte Hinrichtung der Engelmacherin Knorr nicht vornehmen zu müssen.
* Schicksal eines berühmten Gemäldes. Der österreichischungarische Graf Ferdinand Zichy, ein Schwiegersohn des jüngst verstorbenen Grafen Edmund Zichy, hatte das von Makart gemalte Porträt seines Schwiegervaters, ein weltbekanntes Gemälde, nach Budapest mitgenommen und wollte dort von dem Maler Kardos mehrere Copien für Familien- Mitglieder Herstellen -lassen. Vor einigen Tagen ließ der Maler das berühmte Bild aus dem Palais des Grafen in Ofen abholen. Der Diener benutzte einen Wagen, auf dessen Bock er Platz nahm. Das Bild hielt er fest in seinen Händen. Ein heftiger Sturm strich durch die Straßen. Als der Wagen die Kettenbrücke passirte, entriß der Wind dem Diener das werthvolle Gemälde, das in einem großen Bogen in die Donau geschleudert und dann stromabwärts getrieben wurde. Entsetzt sprangen Kutscher und Diener vom Bocke. Sie suchten einen Kahn, um dem Bilde nackzurudern. Aber kein Kahn war zu sehen. Endlich erblickten sie ein Boot, aber der Eigenthümer gestattete den Beiden nicht, es zu benutzen. Händeringend und laut jammernd liefen sie nun am Ufer hin und her, laute Verzweiflungsrufe ausstoßend. Aber alle Hilferufe der Beiden waren vergebens — immer mehr entschwand das Bild ihren Augen und bald war auf der Donau nichts mehr davon zu sehen. Die Polizei verständigte alle donauabwärts gelegenen Ortschaften von dem Vorfälle, allein es ist wenig Hoffnung, daß das kostba-e Bild wieder beigebracht wird.
* „Auch eine Reliquiensälschung." Unter diesem Titel erzählt ein Mitarbeiter des „Bär", was ihn die Wittwe K. in vertraulicher Stunde hat wissen lassen. „Der Krieg jejen Frankreich war jücklich alle und mein seliger Jatte, der bei de Berliner Feuerwehr als Spritzenmann anjekommen war, hatte jrade Wache, als auf einmal alarmirt wurde. „Kinder, der Kronprinz ist da, er will Euch bei der Arbeit sehen und seinem englischen Schwager zeigen, wat Ihr leisten könnt. Reißt Euch zusammen!" hatte der Brandmeister jesagt. Na, nu können Sie sich wohl denken, wie da allens fein klappte. Zuletzt, als dem fremden Jast yllens jezeigt war und die junge Mannschaft wieder antreten mußte, meinte unser Kronprinz zu meinem Seligen: „Sollten wir uns nicht kennen?" — „Jewiß — det heißt zu Befehl, Kaiserliche Hoheit, wir kennen uns von Frankreich, denn ick habe ja zu Ihrer Armee jehört." — „Ah, also Kriegskameraden. Wie heißen Sie?" — „Ich, ich — habe die Ehre, der K. zu sein, den Kaiserliche Hoheit nach der Schlacht bei Wörth nach Feuer frugen und dann mit ’ne Ziehjarre verehren thaten." Die Hoheit lachte und fragte: „Hat se Ihnen denn ooch jut jeschmeckt?" „Famos, Kaiserliche Hoheit!" „Na, dann versuchen Sie mal von dieser Sorte, die ist besser als das französische Kraut." Damit reichte die Hoheit meinem Seligen sein (Stroie hin und meente: „Schade, hab leider blos noch eine." „Dann behalten Kaiserliche Hoheit se nur unterthänigst selbst," wagte mein Seliger zu bemerken, worauf der Kronprinz schmunzelnd versetzte: „Na, nehmen Se se nur allergnädigst an, ich habe zu Hause noch mehr davon." — Es war ne pikfeine Nummer und mein Alter wollte se jar nich anstecken, aber wat seine Coüejens waren, die bestanden druff, det er se anroochte. Nach 'n Paar Züje ließ er ihr ausjehn und brachte se mir nach Hause, um se als ewtjet Andenken for die Kinder und Kindeskinder uffzuheben, aber ’t kam anders. Mittlerweile war nämlich unser Aeltester ranjewachsen und in de Schule jekommen und wie ick eenmal von't Einholen zurückkomme, da steht der Stift mitten in de Stube und pafft, det 's man so ne Art hat. Und wat roochte er? Die Kronprinzen ziehjarre, die unter die Käseglocke, die ick zu meine Hochzeit jeschenkt jekriegt hatte, lag. Wenn bet meine Oller erfuhr, hätte er den Jungen halb bot jeschlagen, barum koofte ick I jene andere, schnitt se halb durch, kohlte ihr an und ließ meinen Selijen in dem Jlauben sterben, bat bet bte bewußte Havannah jewesen war."


