zur Wintersaat. Die Aussichten auf eine günstige Weizenernte sind erheblich zurückgegangen, besonders in Posen. Auch die Roggenernte bleibt hinter den Erwartungen zurück- der Strohertrag ist überaus reich, aber der Körnerertrag bleibt bedeutend hinter dem Vorjahr zurück. Die Gerste ist in den östlichen Provinzen gut eingebracht worden, in den westlichen vielfach verregnet. Hafer zeigt guten Stand, Erbsen wenig Früchte. Am wenigsten zuträglich war^.die^Witterung den Kartoffeln.
Berlin, 21. August. Dem Vernehmen nach hat Seine Majestät der Kaiser den Professor Anton v. Werner mit der Ausführung eines größeren Bildes, das sich auf die Feier des 9 0. Geburtstages Moltkes bezieht, beauftragt.
Fulda, 21. August. Die Bischofsconferenz wurde heute früh mit einer Andacht in der Bonifaciusgruft eröffnet. An der Conferenz nehmen der Erzbischof von Köln, der katholische Feldprobst Bischof Aßmann, sowie die Bischöfe von Paderborn, Hildesheim, Münster, Trier, Ermland, Culm, Limburg, Fulda und Mainz persönlich Theil. Die Erzbischöfe von Posen und Freiburg, der Fürstbischof von Breslau und der Bischof von Osnabrück sind durch andere Mitglieder i der Conferenz vertreten. Den Vorsitz führt der Erzbischof von Köln. Die Berathungsgegenstände der Conferenz, welche voraussichtlich bis morgen Abend dauern wird, entziehen sich der öffentlichen Kenntnißnahme.
Wladiwostok, 21. August. Gestern traf hier das f r a n z ö s t s ch e Panzerschiff „Bayard" ein und wurde von den Behörden sowie von der Bevölkerung festlich empfangen.
New-Nork, 21. August. ES verlautet, Japan habe sin New-Aork 100 000 Gewehre nebst Munition bestellt.
Port Said, 21. August. Unter den Mannschaften der im Hafen liegenden, der Suezcanal - Gesellschaft gehörigen Baggerschiffe ist ein Slrike ausgebrochen.
Shanghai, 21. August. (Meldung des „Bureau Reuter.") Seit dem 12. d. Mts. liegen keine Meldungen vom Kriegsschauplatz vor- die Verbindungen sind vollständig unterbrochen. Die nach Korea beorderten Korrespondenten mußten deshalb ^urückkehren. Shanghai ist ruhig, es fanden keine Kundgebungen gegen Europäer statt. Die Japaner verließen das Chinesenviertel, sie befinden sich unter dem Schutz der Vereinigten Staaten.
Depeschen deS Bureau »HeroL*.
Berlin, 21. August. Der „Börsencourier" hört, die Abhaltung der Kaisermanöver in Ost- und Westpreußen sei wegen der Cholera in Frage gestellt.
Berlin, 21. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Es ist uns nicht verständlich, wie noch immer der Einwand gegen den Gedanken, das preußische Bereinsgesetz practischer und zeitgemäßer zu gestalten, eine Rolle spielen kann, daß die Gewaltthaten der socialrevolutionären Bewegung durch Strafgesetz und Poltzeimaßregeln nicht zu verhindern seien. Das erwartet auch kein besonnener Beur- theiler von ihnen, aber man ist zu der Annahme berechtigt, daß durch ein schärferes Vereinsgesetz die Verbreitung der geistigen Miasmen, aus denen am Ende die Gewaltthaten hervorgehen, erschwert wird.
Berlin, 21. August. In der gestrigen Sitzung der Cholera-Commission wurden sämmtliche aus den einzelnen Bezirken etngegangenen Berichte über den Stand der Cholera gründlich durchberathen. Die gefaßten Beschlüsse werden vorläufig geheim gehalten. Einen Commissar für den Rhein zu wählen, wurde für opportun bezeichnet, die Persönlichkeit jedoch noch nicht bestimmt.
Berlin, 21. August. Nach Mittheilung eines hiesigen Correspondenzbureaus plant die Regierung im Hinblick auf die Zunahme der anarchistischen Verbrechen und insbesondere aus den jüngsten Vorfall inj Berlin die Vermehrung der Crtminal- und Politischen Polizei.
Berlin, 21. August. Durch Cabinetsordre vom 20. ds, ist Prinz Heinrich von Preußen, bisher Commandant des Panzerschiffes „Sachsen", zum Commandanten des Panzerschiffes „Wörth" ernannt worden.
Köln, 21. August. Nachdem nun auch noch ein Maurer aus Emmerich im hygienischen Institut in Bonn an asiatischer Cholera gestorben ist, die durch den Genuß von Rhetnwasser verursacht gewesen sein soll, sind von einer ganzen Anzahl Orte Proben des Rheinwassers für genanntes Institut eingefordert worden. Die hiesige Stadtbehörde hat die Vermehrung der Wasserzspfstellen für Schiffer angeordnet.
Köln, 21. August. Der Londoner Correspondent der „Köln. Ztg." erfährt aus bester Quelle, daß die innere japanische Anleihe von 60 Millionen Dollars zweimal überzeichnet worden ist.
Köln, 21. August. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Berlin: „Wie jetzt erst bekannt wird, hat sich am vergangenen Samstag nach der großen Parade der Afrikareifende Hauptmann Morgen bei dem Kaiser behufs Abstattung seines Dankes für die ihm verliehene Auszeichnung gemeldet. Der Kaiser erkundigte sich bet diesem Anlaß mit hohem Interesse eingehend nach den jetzigen Zuständen in Kamerun und verlieh seiner Freude darüber Ausdruck, daß dort jetzt wieder Ruhe und Ordnung hergestellt sei."
Posen, 21. August. Mit Rücksicht auf die drohende Choleragefahr wurden die öffentlichen Badeanstalten in Posen polizeilich geschlossen.
München, 21. August. Dem „Bayerischen Courier" wird aus Mannheim gemeldet, Schneidermeister Dowe sei gestern bet einer Vorstellung mit seinem Panzer in Aachen verwundet worden.
Loudon, 21. August. Die Meldung, daß China mit England wegen Aufnahme einer Kriegsanleihe unterhandelt habe, bestätigt sich.
Madrid, 21. August. Nach einer Meldung aus Tanger nimmt die Agitation gegen den Sultan Abdul Aziz von
Tage zu Tage einen gefährlicheren Character an. Der Sultan wird in den nächsten Tagen eine bedeutende Truppen- abtheilung nach den Südprovinzen gegen die Kabylen absenden, um die Truppen seines Oheims bei der Bestrafung der Kabylen zu unterstützen, welche bei einer Rebellion einen Abgesandten des Sultans getödtet hatten, nachdem sie ihm die Steuerzahlung verweigert hatten. Sämmtliche Stämme Südmarokkos sind stark bewaffnet- ein blutiger Zusammenstoß zwischen denselben und den Truppen beS Sultans steht nahe bevor.
Rewyork, 21. August. 11,000 Arbeiter in den Spinnereien von New-Bedford striken wegen Lohndifferenzen.
Coeafc* tuib
Gießen, den 22. August 1894.
* * Kirchliche Dieustnachricht. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 15. August den von Seiner Erlaucht dem Grafen von Solms-Laubach auf die erledigte erste evangelische Pfarrstelle zu Laubach im Decanat Schotten präsentirten Pfarrer Theodor Nebel zu i Höchst i. O. für diese Stelle zu bestätigen.
* * Feuerwehrfest. Das finanzielle Ergebniß des Festes ist, wie in der gestrigen Sitzung des Ausschusses ermittelt wurde, ein schlechtes. Es wurde vorläufig ein Deficit von circa 4500 Mark festgestellt. Wenn auch verschiedene Wege nachgewiesen wurden, auf welchen sich eine Minderung des Deficits erreichen ließe, so war doch die Ansicht eine fast allgemeine, daß ohne eine Nachfeier am Samstag und Sonntag — bei mäßigem Entre und Bierpreis — nicht herumzukommen sei. Die Sonderausschüsse sind deshalb bereits in Thütigkcit getreten und — trotz der kurzen Zeit — sind die von ihnen eingeleiteten Schritte schon von einem solchen Erfolge gewesen, daß auf eine sehr schöne Nachfeier gerechnet werden kann. Die bei der Hauptseier mit so vielem Beifall aufgenommenen Vorführungen hiesiger Vereine werden sich wohl wiederholen lassen. Die betreffenden Vereins-Vorstände würden damit sicher nicht nur den Dank des Comitss, sondern auch denjenigen der Gesammtbevölkerung erwerben. Gelingt es auf diesem Wege, ein besonders schönes Programm zu Stande zu bringen und hat der Himmel ein Einsehen, indem er seine Schleußen schließt, so wird der Nachfeier- Erfolg wohl ein befriedigender. Gut Wehr!
* * Die in den Tagen des Feuerwehrfestes zur Ausgabe gelangte Festschrift hat bet Allen, die in ihren Besitz kamen, ungetheilten Beifall gefunden. Das elegant ausgestattete, 8 Bogen starke Werk bietet des Interessanten und Unterhaltenden so viel, daß es mit Befriedigung gelesen werden kann. Der Verfasser, Herr Pfarrer Dr. Naumann, hat die Schrift, in richtiger Erkenntniß der Wichtigkeit des Feuerlöschwesens im Allgemeinen, zu einem Geschichtswerk ausgestaltet, welches werthvolle Aufschlüsse über die Geschichte des Feuerlöschwesens hauptsächlich im deutschen Vaterland gibt. Dieser Theil, sowie die folgende Geschichte des Feuerlöschwesens im Großherzogthum Hessen, sind nicht nur für den Feuerwehrmann, sondern für jeden, der Interesse an der Entwicklung unserer vaterländischen Verhältnisse in politischer, wirthschaftlicher und gesellschaftlicher Beziehung hat, von Werth. Ausführlich werden die 223 freiw. Feuerwehren, soweit sich das mitunter recht mühsam zu erhaltende Material beschaffen ließ, behandelt, die hessischen Feuerwehrtage besonders erwähnt. Den Gießenern speciell wird die Geschichte der beiden hiesigen Freiw. Feuerwehren interessanten Lesestoff bieten- es wird hier von den beiden Feuerwehren ein Bild gezeichnet, das die verschiedenen Phasen, die sie unter er* i freulichen und unerfreulichen Verhältniffen bis zum Jahre 1894 durchmachen mußten, trefflich wiedergibt- ein vollständiges Namensverzeichntß der activen und inactiven Mitglieder, der Geräthe u. s. w. ist der Geschichte jedes Corps beigefügt. Weiter verbreitet sich die Schrift über die Aufgabe der Feuerwehrsache- die Mittheilungen über das 16. Verbandsfest und über die Stadt Gießen (letztere von Herrn Real- ghmnasiallehrer Jann verfaßt) sind ebenso anziehend wie intereffant. Das Werk ist auch vorzüglich mit Bildern ausgestattet - so finden wir in demselben das wohlgetroffene Btldniß Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs, das Hessische Wappen, das Gießener Wappen, die Burg Gleiberg, das Btldniß des Gründers der Freiw. Gail'schen Feuerwehr, Gg. Ph. Gail, das Thurmhaus am Brand, eine Ansicht der Stadt Gießen, die Johanneskirche, das Ltebigdenkmal, Steins Garten, das alte Rathhaus. Der beigefügte Plan der Stadt Gießen ist speciell für die Festschrift neu ausgearbeitet worden. Die Festschrift ist in den hiesigen Buchhandlungen zu haben.
* * Festschrift. Herr Pfarrer Dr. Naumannn, der Verfasser der Festschrift zum 16. Verbandsfest Hessischer Freiwilliger Feuerwehren, erhielt von der Cabinets- Direction Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs folgendes Schreiben:
Euer Hochwürden
beehre ich mich im Allerhöchsten Auftrag für die aufmerksame Einsendung der von Euer Hochwürden verfaßten //Festschrift zum 16. Verbandsfest Hessischer Freiwilliger Feuerwehren in Gießen", welche sowohl wegen ihres interessanten Inhalts, wie wegen ihrer geschmackvollen Ausstattung (die Herstellung erfolgte in der von Münchow'fchen und in der Brühl'fchen Druckerei) die Anerkennung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs gefunden hat, Allerhöchst deren besten Dank hierdurch ergebenst zu übermitteln.
Mit dem Ausdruck vorzüglichster Hochachtung Der Vorstand des Großh. Cabinets: Römheld.
* * Manöver. Das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm ist heute Vormittag zum Manöver ausgerückt. Das Regiment wurde in mehreren Extrazügen zunächst nach Seligenstadt befördert, woselbst 6 Compagnien Quartier beziehen, die übrigen Compagnien in der Umgebung. Die Rückkehr des
Regiments erfolgt am 21. September. Wir wünschen den Truppen neben guten Quartieren vor Allem gutes Manöverwetter.
* * Militärdienstnachrichteu. Winter, Oberstlt. z. D., unter Wiederertheilung der Erlaubniß zum Tragen der Uniform des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, von der Stellung als Commandeur des Landw.-Bez. Friedberg entbunden. Die Portepeefähnrichs B o ell, Schwendy, vom Jnf.-Reg. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zu Secondelieutenants befördert.
* * Der Verbaudstag der Bäcker des Unterverbandes „Mitteldeutschland", auf dem auch Gießen durch zwei Delegirte vertreten ist, begann gestern in Marburg.
* * Patent - Ertheilung: Elelectrische Maschine mit feststehenden Drahtspulen: O. Dieffenbach in Eudorf bei Alsfeld, vom 26. Mai 1893 ab.
* * Die jüngste Stadt des Großherzogthums. Die Gemeinde Neu-Isenburg wurde durch Entschließung Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs zur Stadt erhoben.
* * Extrazug nach Antwerpen zur Ausstellung. Am Samstag 1. September wird ein Sonderzug mit zweiter und dritter Wagenklasse von Köln ab 6 Uhr 40 Mtn. Vormittags über Aachen-Mastricht nach Antwerpen gefahren. Es werden zu dem Zuge besondere Rückfahrkarten zu ermäßigten Fahrpreisen mit achttägiger Gültigkeit ausgegeben werden.
* * Zwölfstündiger Wachdienst. Bedeutende Umänderungen im Wachdienst macht die zweijährige Dienstzeit erforderlich. In einigen Garnisonen, z. B. in Spandau, ist, nach der „Voss. Ztg.", seit kurzem die zwölfstündige Wache an Stelle der vierundzwanzigstündigen, vorläufig versuchsweise, eingeführt. Während der Soldat bisher von 12 Uhr Mittags bis zum andern Mittag 12 Uhr den Dienst versah, ziehen die Wachen jetzt um 6 Uhr Morgens und um 6 Uhr Abends auf. Bisher waren für jeden Posten drei Mann commandirt, die sich alle zwei Stunden ablösten, nach der neuen Anordnung sind für jeden Posten nur zwei Mann bestimmt, die einander ablösen. Nach dem alten System mußte also der Mann viermal zwei, gleich acht Stunden von 24 Stunden Posten stehen, während er jetzt dreimal zwei, gleich sechs Stunden von zwölf Stunden den Posten versehen muß. ES werden also an den Mann selbst höhere Anforderungen im Wachdienst gestellt, dagegen wird die Zahl der durch den Wachdienst der Truppe entzogenen Mannschaften um ein Drittel gegen früher vermindert. Dies erscheint als Hauptzweck der neuen Einrichtung.
A. Treis a. d. Lda., 21. August. Nachdem flauf den Kreisstraßen hiesiger Gegend verschiedene anerkennenswerthe Verbesserungen in letzter Zeit stattgefunden haben, muß noch ganz besonders erwähnt werden, daß schon vor zwei bis drei Monaten durch eine dauerhafte Brücke über die Lumda auf der Straße zwischen Mainzlar und Daubringen, sowie einem höchst zweckmäßigen Canal im Ort Mainzlar selbst einem schon seit Jahren sehr fühlbaren Bedürfniß in dankenswerther Weife abgeholfen worden ist. Herr Kreisingenteur Stahl hat es namentlich auch noch verstanden, daß durch die Herstellung dieser Brücke und des Canals der Verkehr auf den zuständigen Straßen nur ganz kurze Zeit unterbrochen war.
D Ruppertenrod, 21. August. Zu dem unaufhaltsamen Regenwetter gesellte sich gestern noch ein wolkenbruch- artiger Regen, der Nachmittags mit ungewöhnlicher Heftigkeit sich über unsere und die Nachbargemarkungen ergoß.. Unsere gut angelegten Gossen und überbrückten Straßen vermochten die gewaltigen Wassermassen nicht alle aufzunehmen, sie überschwemmten die Straßen und drangen in die Hof- raithen, in Scheunen und tlefgelegene Ställe ein. Im Felde rissen die Wassermassen die Ackererde fort, schwemmten Steine hinweg und richteten überhaupt bemerkenSwerthen Schaden an. Der Wolkenbruch war von einer gewaltigen Windhose begleitet, die auf der Staatsstraße von hier nach Ulrichstein in der Nähe von Ober-Ohmen an den dort befindlichen Obstbäumen ihr furchtbares Zerstörungswerk ausübte. Alte, mit Früchten reich beladene Obstbäume find mit der Wurzel aus dem Boden gerissen, andere zersplittert und zerspalten oder geknickt wie Strohhalme, junge Stämmchen mit sammt ihrem Pfahl umgestürzt, kurz die ganze Reihe der Bäume sieht aus, wie von Granaten zerschossen. Die in der Nähe befindlichen Mais- und Bohnenpflanzungen wurden zu Boden geweht. Von den Aeckern weit weggeschleuderte Garben, bezeichneten den Weg, den die Windhose genommen. Ein Glück war es, daß sich auf der sonst belebten Straße kein Mensch befand. — Durch das unaufhörliche Regenwetter und die gestrigen Regenmaffen ist der Ackerboden so aufgeweicht, daß man auf ihm fast zu versinken droht. Nur mit Mühe vermag man die Kartoffeln zum täglichen Verbrauch aus der schlammigen Erde zu bringen. Die im Felde lagernde Frucht ist mit dem Boden zusammengewachsen und die noch auf dem Halm stehende hat sich so tief zur Erde geneigt, daß auch hier die Körner auf dem Halm gekeimt sind.
§ Vom höheren Vogelsberg, 20. August. Durch das ununterbrochene Regenwetter in vergangener Woche sind die Landwirthe in trübe Stimmung versetzt worden- denn die Leute wollen ernten und können nicht. Jetzt, wo alle Gewächse so prächtigen Stand haben, ist kein Erntewetter da, und ist dies fast schlimmer wie im vorigen Jahre, wo das wenige Gewachsene gut geerntet werden konnte. Der noch stehende Roggen ist auf dem Halm gewachsen. Die Erntearbeiten drängen sich schließlich so zusammen, daß die Landwirthe dieselben mit ihren vorhandenen Kräften nicht allein bewältigen können und gezwungen sind, noch Hilfskräfte heranzuziehen, was denselben unnöthige Ausgaben verursacht.
Offenbach a. M., 20. August. Eine unglückselige That hat heute hier ein Menschenleben vernichtet. Durch den in der vergangenen Nacht bei einem Brandausbruch entstandenen Lärm geweckt, trat der Waldstraße 66 wohnhafte 20 Jahre alte Schlosser Friedrich Heil an das Fenster.


