Ausgabe 
22.11.1894 Erstes Blatt
 
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Standard" bezeichnet denselben als einen günstigen für England.

London, 20. November. DerStandard" meldet aus Petersburg über ein vermeintliches Attentat gegen den Czaren Nicolaus folgendes: Als der Czar mit dem Großfürsten Michael am vorigen Sonntag durch die Straßen von Petersburg fuhr, sprang ein Monjik auf das Trittbrett des Wagens und warf einen Gegenstand vor die Füße des Czaren,- man glaubte an ein Attentat und verhaftete den Monjik sofort. Der Czar naim kaltblütig den Gegenstand auf, der sich als einfaches Bittgesuch entpuppte und versicherte dem auf seinen Befehl sofort freigelasienen Manne, dasielbe zu prüfen.

Warschau, 20. November. Der Prastdialchef des General­gouverneurs, Bozowski, wurde seines Amtes enthoben. An seine Stelle ist der Sohn Gur kos berufen worden. Hierüber herrscht allgemeine Unzufriedenheit oder Miß­stimmung, da man diese Berufung als ein Zeichen für das Fortbestehen des jetzigen Systems ansieht.

Bukarest, 20. November. Die hiesige Studenten­schaft hat anläßlich des Jahrestages der Krönung des wallachischen Fürsten Michael des Tapferen zum Fürsten von Siebenbürgen Straßendemonstrationen geplant. Die Behörde traf alle Vorsichtsmaßregeln.

WB. Weimar, 21. November. Der Erb großherzog ist heute Nacht lls/4 Uhr gestorben.

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Sieben, ben 21. November 1894.

* * Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädtgft geruht, der Hofballetmeisterin Elise Dittmann die goldene Medaille des Ludewtgs- Ordens zu verleihen.

* * Ernennung. Ernannt wurde der Hilfsheizer bet den Oberhessischen Eisenbahnen Heinrich Luft aus Annerod zum Heizer bei diesen Bahnen, mit Wirkung vom 1. De- cember I. I. an.

* * Kreisausfchuß'Sihung. Samstag den 24. November d. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Regierungs­gebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Kreisausschuffes des Kreises Gießen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen: 1. Gesuch des Ludwig Muhl zu Großen-Linden um Erlaubniß zum Betriebe einer Schank- wirthschaft. 2. Gleiches Gesuch des H. Weimer zu Daubringen. 3. Gleiches Gesuch des I. Volkert zu Alren-Buseck. 4. Bureau- kosten des Großh. Bürgermeisters zu Watzenborn-Steinberg.

* * Kuustvereiu Gießen. Dem Vernehmen nach wird demnächst das neue Ausstellungslocal imThurmhauS am Brand" mit einer besonders gewählten Gemälde-Aus­stellung neu eröffnet werden : die Mitglieder des Gießener Zweigvereins werden sich damit und mit dem in diesem Jahr (December) wiederum zur Vertheilung gelangenden Vereins- blatt wohl reichlich entschädigt finden für die unvermeidlich gewordene Unterbrechung der ständigen Kunstausstellung. Neue Mitglieder, welche noch im Laufe dieses Monats dem Verein (mit einem Jahresbeitrag von 10 Mk.) beitreten, nehmen überdies bereits Theil an der am 8. December statt­findenden jährlichen Verloosung von Gemälden und Kunstwerken aller Art.

* * Theater-Verein. Am Mittwoch den 28. November wird der^ berühmte Recitator Alexander Strakosch, einer Einladung des Theater-Vereines Folge leistend, in Gießen (Festsaal) einen Vortragsabend abhalten. Strakosch gehört zu den bedeutendsten modernen Rhapsoden, seltene Modulations- fähigkeit der Stimme steht ihm zu Gebote. Der Recitator hat schon wiederholt seine Kunst anderen Zwecken, als dem Gelderwerb, zu Diensten gestellt. Auch diesmal gilt es ihm hauptsächlich darum, seinem Lehrer und Freunde, dem unvergeßlichen Heinrich Laube in dessen Vaterstadt ein würdiges Denkmal errichten zu helfen. Strakosch hat eben­falls in seiner Lehrthätigkeit als Dramaturg eine Reihe hervorragender Talente der deutschen Bühne herangebildet - wir erinnern hier nur an die uns bekannten Künstlerinnen Frau Claar und Fräulein Kathi Frank. Wir möchten noch speciell darauf Hinweisen, daß der Vortrags-Abend außer Abonnement ist, ben Mitgliedern des Theater« Vereins aber wesentliche Preisermäßigung geboten wird.

* * Abonnement - Fahrscheine beabsichtigt die hiesige Omnibusgesellschaft mit dem 1. December d. I. aus­zugeben, mit welchen gleichzeitig eine Fahrpreisermäßigung von 10pCt. verbunden sein wird. Zu beliebigem, also nicht nur zum persönlichen Gebrauch werden Blocks von 50 Fahr­scheinen zu 4.50 Mk. ausgegeben, welche biß zum 1. Juli 1895 giltig bezw. verwendbar sind. Die Fahrscheine dürfen nur vom Schaffner losgetrennt werden, sind von demselben zu markiren und dem Fahrgast zurückzugeben, um als Legitimation bei vorkommender Controlle zu dienen. Einzelne bezw. los­getrennte Fahrscheine sind ungültig. Man sieht, der rührige Vorstand des Unternehmens läßt nichts unversucht, den all­gemeinen Bedürfnissen und Wünschen soweit als möglich Rechnung zu tragen; möge das Unternehmen durch allseitige Benutzung die verdiente Unterstützung finden. Die Neu­einrichtung dürfte für jede Hausfrau und den Hausherrn nicht minder ein praktisches und willkommenes Geschenk für den Weihnachtstisch fein.

Der Vorstand des Bundes deutscher Gastwirthe bereitet eine Petition an den Reichskanzler, sowie an die einzelnen Landes­regierungen vor, in der um die Herbeiführung strengerer gesetzlicher Maßregeln gegen die Verhängung des Bohcotts seitens der Socialdemokratie ersucht werden soll.

* * Nach der neuesten Lebensmittelpreis - Tabelle der Statistischen Correspondenz" sind im October d. I. die Lebeusmittelpreife noch weiter gesunken, während der Preis der Kartoffeln im Steigen begriffen ist. Die Fletschpretse haben im Allgemeinen nur noch eine geringe Erhöhung er­fahren. Der Durchschnittspreis des Wetzen- ist von 128 auf

123 Mark zurückgegangen und hat damit einen beispiellos niedrigen Stand erreicht. Seit Bestehen dieser Statistik, dem October 1882, ist er zum ersten Mal im December 1892 unter 150 Mk. gegangen, später ist er wieder etwas gestiegen, dann aber unausgesetzt gefallen. Der Durchschnittspreis des Roggens ist von 112 auf 110 Mk. gegangen und hat damit ebenfalls den niedrigsten Stand der letzten 12 Jahre erreicht. Ein Vergleich mit den Preisen im October 1893 ergiebt, daß bi Higer geworden sind: Heu um 75,8 pCt., Stroh um 33,8, Hafer um 28,6, Gerste nm 16,1, Roggen um 14,1, Weizen um 14,0, Weizenmehl um 13,8, Linsen um 12,5, Roggenmehl um 12.0, Eßbutter um 9,0, Erbsen um 8,7, Speck um 2,9, Schmalz um 2,9 und Eier um 1,2 pCt. Denselben Preis wie im Vorjahr hatte das Schweinefleisch. Theurer sind geworden: Speisebohnen um 1,0, Rindfleisch um 6,1, Hammelfleisch um 6,7, Kalbfleisch um 8,1 und Eß­kartoffeln um 15,8 pCt. Da ist es kein Wunder, wenn unsere Landwirthe klagen, trotz der reichen Ernte, die sie im vergangenen Sommer und Herbst heimgebracht haben, denn Vieh, deffen Verkauf zur Zeit einzig und allein lohnt, ist in Folge der schlimmen Futterverhältniffe im vorigen Jahre in unserer Gegend nirgends im Ueberfluß vorhanden.

* * Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Taglöhner Heinrich Al b oh n aus Hattenrod von der Staats­anwaltschaft in Gießen wegen Diebstahls; Taglöhner Joh. Helfrich aus Güls von derselben Behörde wegen Diebstahls; Dienstknecht Georg Armbrüster aus Blödesheim von der Staatsanwaltschaft in Mainz wegen Entwendung eines auf 1156 Mark lautenden Sparkassebuchs- Maurer Georg Bohland auö Pfungstadt, zuletzt in Mommenheim, von derselben Behörde wegen Betrugs und Urkundenfälschung; Musiker Joh. Ducka aus Ober-Roden, zuletzt in Rimbach, von der Zellenstrafanstalt in Butzbach wegen Strafvollzugs- Schmied Oskar Eckert aus Einhausen in Sachsen-Meiningen von der Polizeiverwaltung in Kastel wegen Diebstahls- Dienstmagd Elisabeth Frankenberger aus Pfungstadt vom Amtsanwalt I in Darmstadt wegen Diebstahls - Portefeuiller Wilhelm Groh aus Offenbach vom Amtsgericht in Offenbach wegen Strafvollzugs- Schreinergeselle Phillpp Grünewald aus Höllerbach vom Amtsanwalt in Alzey wegen Körperverletzung- Schirmflicker Adolf Gütig aus Oberrink, Reg.-Bez. Breslau, vom Amtsgericht Darmstadt II wegen Strafvollzugs- Georg Montag aus Worms vom Amtsgericht in Worms wegen Strafvollzugs - Wagner Georg Münk aus Darmstadt vom Untersuchungsrichter I daselbst wegen betrügerischen Bankrotts- Minna Zoll aus Nieder- Ohmen vom Polizeiamt in Gießen wegen Diebstahls und Betrugs.

A. Bad Nauheim, 19. November. Am vergangenen Sonn­tag waren 25 Jahre verflossen, daß das neue Schulhaus dahier eingeweiht und die hiesige Stadtschule einer Reorgani­sation unterworfen wurde. Bei dieser Gelegenheit wurden drei Lehrkräfte an hiesiger Stadtschule neu angestellt, nämlich die Herren Schultnspector Schaub, jetzt Kreisschulinspector und Schulrath in Offenbach, Sprachlehrer Knell und Lehrer Wagner. Von den damals an hiesiger Schule wirkenden sieben Lehrkräften ist Lehrer Wagner nur noch der einzige, welcher an derselben thätig ist und hat der größte Theil der jetzigen Generation Nauheims bei ihm Schulunterricht ge­nossen. Der Stadt, Schul- und Kirchenvorstand glaubte daher diesen Ehrentag nicht vorübergehen lassen zu dürfen, ohne dem verdienstvollen Lehrer seine Anerkennung zu zollen. Die Vertreter der genannten Vorstände nebst dem gejammten Lehrerpersonal begaben sich daher nach beendetem Gottes­dienst um 11 Uhr in die Wohnung des Jubilars. Zunächst ergriff das Wort der Vorsitzende des Schul- und Kirchen­vorstandes, Herr Pfarrer Wisstg, und gedachte in seiner herz­lichen Ansprache der langjährigen, gewissenhaften und erfolg­reichen Thätigkeit des Jubilars als Lehrer und Organist der Gemeinde und sprach den Dank des Schul- und Kirchenvor­standes aus. Herr Bürgermeister Wörner hob besonders die ersprießliche, gemeinnützige Wirksamkeit als Vorsitzender des Kur« und Verschönerungsvereins hervor und sprach den Dank der Stadt aus. Herr Oberlehrer Feuerbach beglückwünschte ihn im Namen des Lehrerpersonals als treuer College und gewissenhafter Lehrer. Sichtlich gerührt dankte Herr Wagner für die vielen Beweise der Verehrung und gelobte, sein eifrigstes Bestreben werde auch fernerhin sein, sich die Liebe und Achtung seiner Gemeinde und seiner Collegen zu be­wahren, sowie in gemeinnütziger Weise für die Hebung des Bades zu wirken. Die Festtheilnehmer verbrachten darauf noch ein Stündchen in gemüthlicher Unterhaltung bei dem Jubilar. Zahlreiche Glückwünsche liefen noch am Nachmit­tage ein. Möge es Herrn Wagner vergönnt fein, auch sein goldenes Dienstjubiläum nach 21 Jahren in derselben Frische und Gesundheit zu begehen!

Froschhausen, bei Seligenstadt, 18. November. Unsere ganze Gemeinde ist ob eines hierher gefallenen Haupttreffers der Braunschweiger Lotterie in freudige Erregung gerathen. Der Straßenwärter Sa lg spielte ein Viertel-Loos genannter Lotterie, auf welches ein Gewinn von 200000 Mark entfiel. Nach Abzug der planmäßigen Procente rebucirt sich der Viertelantheil auf 42500 Mark. Salg, ein ruhiger, fleißiger und besonnener Mann, hatte noch keine Ahnung von seinem Glücke, als vorgestern zwei Herrn aus Frankfurt, woher er das Gewinnlos bezogen hatte, bei ihm vorfuhren und ihm 42 500 Mark einhändigten. In feiner begreiflichen Erregung übermittelte Salg den Ueberbringern des plötzlichen Reich- thums zur Belohnung anstatt 500 Mark, fünf Scheine a 1000 Mark. Mit diesem fürstlichen Honorar entfernten sich die Herren, welche überhaupt keine Ansprüche auf be­sondere Belohnung erhoben hatten, vielmehr schon mit dem Abzüge von 500 Mark am Gewinnantheile zufrieden gewesen wären. Salgs Freude über das unverhoffte Glück wurde in den verschiedensten Formen Ausdruck gegeben.

Vermischtes

* Müsstet i. W., 20. November. Der Artillerie Lieute- nant v. Brandenstein starb infolge eines Sturzes vom Pferde- erjtrnr im Steigbügel hängen geblieben.

* Münster i. W-, 20. November. Bei einem Kampf zwischen Förstern und Wilderern wurde ifl Buer ein Wilddieb erschaffen, ein zweiter verwundet.

Hirfchberg, 17. November. Kürzlich wurde ein Reihe von Concursfällen aus Berlin genannt, welche die den Gläubigern zugefügten Schäden wirklich haarsträubend er« scheinen ließen. Cunnersdorf im Hirschberger Kreise hat aber jetzt Berlin überholt. Ein Fall wie der Bankerott des Dr. Salomon in Cunnersdorf steht wohl einzig in der so umfangreichen Geschichte der Concurse da. Der hohe» Summe der angemeldeten Forderungen von 2,109,809 Mk. steht der winzig kleine Maffenbestand von 5274 Mk. gegen­über. Die Gläubiger erhalten also für je 1 Mk. ihrer Forde­rungen V4 Pfg., das ist auf 1000 Mk. ganze 2 Mk. 50 Pfg.

* Slolp, 20. November. Der Dachdecker Karl Behnke aus Kuhblank, welcher am 9. Juni vom Stolper Schwurgericht zweimal zum Tode verurtheilt wurde, weil er am 28. December 1892 zwischen Reinwasser und Dulzig die Wittwe Dargatz und in der Nacht zum 30. Mai 1893 zwischen Wittenberge und Kuhblank den Arbeiter Hacker er­mordet und beraubt hatte, wurde heute früh durch Scharf­richter Reindel aus Magdeburg hingerichtet.

* Blankenburg a. H., 19. November. Hier erschoß sich der Musketier Friedrich von der 10. Compagnie des 92. Braunschw. Jnf.-Regts. Hierbei zeigte sich wieder die furchtbare Durchschlagskraft unserer neuen Geschosse. Die Kugel ging dem Mann durch den Kopf, durchschlug die Wand und im Dache noch einige Ziegelsteine.

* Hamburg, 20. November. Letzte Nacht ist in der Königstraße bei dem Brande eines Fachwerkhauses ein Kind umgekommen; sechs Erwachsene sind beim Einsturz deö Hauses infolge von Betäubung oder durch Hinabspringen schwer verletzt worden.

* Mannheim, 20. November. Der Wiesbadener Uhrendieb wurde gestern Abend hier verhaftet.

* Karlsruhe, 16. November. Eine Brutalität, wie sie leider unter den Studirenden nicht zu den Seltenheiten gehört, fand gestern vor der hiesigen Strafkammer ihre Sühne. Der 21jährige Polytechniker L. necke von Klein- Schwirfen rempelte in einer Sommernacht auf der Kaiser­straße zwei Herren an. Er verlangte alsdann von ihnen dieKarten" und schlug schließlich, als der eine ihm bedeutete, er set betrunken und gehöre nach Hause", diesem mit seinem schweren Holzstock derart in das Gesicht, daß der Geschlagene längere Zeit in ärztlicher Behandlung war und die Sehkraft seines linken Auges dauernd beeinträchtigt ist. Der Raufbold wurde mit 6 Monaten Gesängniß und 2000 Mk. Geldstrafe belegt.

* München, 19. November. Sonntag Nacht wurde hier wegen verdächtigen Besitzes von Bauholz ein Mann auf der Siraße von einem Gensdarmen angehalten. Der Mann setzte sich mit dem Messer zur Wehr. Der GenSdarm wehrte zuerst mit dem flachen Säbel ab, versetzte dem Manne aber dann einen Stich in den Oberarm und in die linke Brustseite. Der Getroffene entsprang, wurde aber nach 10 Minuten tobt aufgefunden.

* Kopenhagen, 20. November. Das Dampfsägewerk Olsen im dichtbevölkertsten Theil der Stadt steht rettungs­los in Flammen- der Schaden ist unberechenbar.

* Turnhout (Provinz Antwerpen), 16. November. In dem Orte Oolen beiHerenthals vergiftete ein Trunken­bold Namens Rosenbacker feine beiden Stiefkinder durch Alkohol. Nachdem er selbst zwei Liter Branntwein genossen, gab er den Kleinen mit Gewalt so viel von dem Getränk ein, daß das eine Kind, ein 5jähriges Mädchen, nach etwa 12 Stunden starb, während das andere, ein 7jähriger Knabe, in größter Gefahr schwebt. Der Unmensch ist verhaftet.

* Unter den auf der Weltausstellung in Antwerpen preisgekrönten Firmen befindet sich auch die Firma Gebr. Körting, Frankfurt a. M., Stammhaus in Körtings- dorf'Hannover, der für eine dort ausgestellte Gasdyuawo und für ihre Heizungssysteme das, noch über der goldenen Medaille stehendeDiplome dHonneur verliehen wurde. Die Gas« dynamo, welche aus einem Präzisions-Gasmotor nebst direct gekuppelter Dynamomaschine besteht und sich als ein außer­ordentlich einfaches und wegen des sehr sparsamen Gas­verbrauches zweckmäßiges Mittel zur Erzeugung electrischen Lichtes der Anerkennung sämmtlicher Autoritäten erfreut, wurde in diesem Jahre außerdem mit drei ersten Preisen, goldenen Medaillen in Freiberg i. S-, Stuttgart hier außerdem noch ein Ehrenpreis und Norden, ausgezeichnet. Am letzten Platze geschah der Betrieb durch eine auf einem eisernen Wagengestell monttrte 6pferdige Gasdynamo, welche in Ermangelung von Gas durch Naphtha betrieben wurde und dabei ein genau ebenso ruhiges Licht erzeugte, als ob Gas zum Betriebe gedient und die Maschine auf festem Fundament gestanden hätte. Dieser gleiche Benzin-Dynamo- Wagen liefert augenblicklich daS electrische Licht für die Nachtarbeit an dem bedeutenden Vergrößerungsbau der Werkstätten für Gasmotoren und electrische Anlagen der Firma Gebr. Körting in KörtingSdorf.

* Gegen die Nachzügler. Ein probates Mittel, um daS leidige Zuspälkommen einzelner Concertbesucher zu verhindern, hat der Cäcilien-Verein.zu Frankfurt a. M. ergriffen. Der Vorstand erläßt für daS* Mittwochsconcert im Saalbau folgende Bestimmungen:Zur gefälligen Notiz! E n zwei« maliges Glockenzeichen in den Vorräumen wird den bevor­stehenden Beginn des Concertes bekannt geben. Nach dem zweiten Glockenzeichen werden die Zugänge zum Saal, ein­schließlich Logen und Galerie, geschlossen und erst nach Be­endigung der ersten und sodann nach der sechsten Nummer wieder geöffnet werden, worauf wir die geehrten Concert- besucher ganz besonders ansmerksam machen."