Ausgabe 
22.9.1894
 
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18. Herr Konrad Dicke! von Borsdorf Simmenthaler Race 10 Jt,.

19. Ad. Wilh. Strauch von Borsdorf Simmen ­thaler Race $

20. Heinr. Seibert von Hungen Simmenthaler Race 8

21. Wilh. Heinr. Bender von Hungen Simmen­thaler Race 8

22. Heinr. Hofmann III. von Hungen Simmen­thaler Race 8

23. Conr. Zimmer von Lich Simmenthaler Race 8

24. M Heinr. Schmidt von Langsdorf Simmen­thaler Race 8

23. Phil. Roth VII. von Langsdorf Simmen­thaler Race 5

24. Daniel Bender Wittwe von Langsdorf

Simmenthaler Race 5

25. Phil. Köhler V. von Langsdorf Simmen­thaler Race 5

26. Konrad Köhler von Langsdorf Simmen­

thaler Race 5

320 Mk.

Hungen, den 17. September 1894.

Die Commission für Prämürung

1. der Bullen: Georgi

Bopp Köhler.

2. der Kühe: Feldmann

Beilstein Seibert

3. der Rinder: Zimmer

' Wolf Helfrich.

Zur Ausführung der Preisvertheilung sind zur Ver­fügung gestellt worden:

1. von dem landwirthsch. Bezirksverein Gießen j 550 Mk.

2. von der Stadt Hungen 200

zusammen 750 Mk.

An Preisen wurden gewährt:

1. für Bullen Simmenthaler u. Vogelsberger Race 165 Mk.

2. für Kühe » 265

3. für Rinder 320

zusammen 750 Mk.

Hungen, den 17. September 1894.

Der Director des landwirthsch. Bezirksoereins Gießen.

C. Jost, Regierungsrath i. P. und Rechtsanwalt.

Deutscher Reich.

Berlin, 20. September. Die großen Flotten­übungen in der Ostsee, welche sich in Gegenwart des Kaisers zunächst an der SHifte Pommerns und dann bei Danzig in directer Anknüpfung an die Kaisermannöver der Landtruppen abspielten, haben nunmehr ebenfalls ihren Ab­schluß gefunden. Ihr Verlauf bewies, daß die deutsche Marine eine in jeder Richtung fortschreitende Entwicklung bekundet und daß sie in ihrer Ausbildung, Tüchtigkeit und Schlagfertigkeit dem Heere nicht im Geringsten nachsteht. Deutschland darf darum mit Fug vertrauen, daß seine Flotte im Ernstfälle die ihr zukommenden Pflichten und Aufgaben im vollsten Maße erfüllen würde. Am Freitag findet die Auflösung der gesammten Manöverflotte statt, worauf der Kaiser an Bord derHohenzollern" Abends in Swinemünde eintrifft und von dort aus alsbald mittels Hofzuges nach Thorn weiterfährt, um daselbst den Festungsmanövern bei­zuwohnen.

Breslau, 20. September. Gestern sind in Oberschlesien 11 neue Cholerafälle feftgestellt worden, 10 im Kreise Kattowitz, 1 in der Stadt Oppeln- letzterer Fall ist auf Verschleppung der Seuche zurückzusühren.

Breslau, 20. September. Das Königliche Eisenbahn­betriebsamt in Kattowitz macht bekannt: Infolge der Cholera fallen die Personenzüge 152 der Strecke Sosuowice- Kattowitz, sowie 455 und 456 auf der Strecke Sosnowice- Schopptnitz aus.

Neueste Nachrichten»

Wolffs telegraphisches 6orrdponbeni= ®ure«b

Berlin, 20. September. Nach einem Berichte des Reichsanzeigers" über die Ausgrabungen in Troja- Hissarlik 1894 stellte der Kaiser 30,000 Mk. aus dem Fonds des Reiches und Preußens für die Fortsetzung und den Abschluß der Untersuchung zur Verfügung. Die Aus­grabungen, deren diesjährige Hauptaufgabe in der Freilegung der ganzen Burgmauer der sechsten Schicht und in der Auf­deckung der im westlichen und östlichen Theile der Burg ge­legenen Jnnengebäude bestand, sind nunmehr beendet. An den aufgedeckten Stellen ist die Mauer außerordentlich gut erhalten. Mehrere Thore, Thürme und Gebäude im Innern der Burg, sowie eine größere Anzahl von Vorrathsräumen der sechsten Schicht wurden aufgedeckt. Zahllose Topfwaaren und auch ein Brunnen wurden aufgesunden, ebenso Gräber aus griechischer Zeit. Die Ergebnisse der diesjährigen Arbeit sind sehr zufriedenstellend. Die Anlagen der sechsten Schicht find vielfach so gut erhalten und machen einen solchen Ein­druck, daß die Räume Trojas zu den sehenSwerthesten antiken Bauwerken gerechnet werden dürften.

Thorn, 20. September. Die Ausschmückung der Stadt für die bevorstehende Ankunft des Kaisers und die Auf­stellung des Kaiserzeltes auf dem altstädtischen Markte sind nahezu beendet. Auf dem Rudaer Schießplätze fanden gestern und heute die Vorparaden der Fußartillerie-Regimenter Nr. 5, 11 und 15 statt.

Paris, 20. September. In einem Tagesbefehl, in dem er an die Vertheidigung von Chateaudun im Jahre 1870 erinnert, theilt General Gallifet mit, daß er die

gesetzliche Altersgrenze erreicht habe und von den Truppen Abschied nehme.

Chateaudun, 20. September. Bei dem Casimir Peri er gestern gegebenen Banket erwiderte der Präsident der Republik den Toast des Maires. Er dankte für den Empfang und führte aus: Indem die Regierung das Ver­trauen der Demokratie erhalten habe und die Mitarbeit aller guten Bürger zu gewinnen strebe, werde sie die wesentlichen Rechte ihr<r Macht auözuüben und, getreu den Traditionen Frankreichs, der Sache des Fortschritts und der Civilisation zu dienen wiffen. Casimir Perier richtete sodann an Alle, die Frankreich lieben, die Aufforderung, den alten Zwist zu vergeffen. Alle hätten hier vor 24 Jahren gekämpft, um eine Fahne geschaart- heute fordere die Republik ihre Söhne auf, sich die Hand zu reichen zum Werke des Friedens und des gesellschaftlichen Fortschritts. Die Rede machte einen tiefen Eindruck, Beifall und Hochrufe folgten ihr.

Chateaudun, 20. September. Im Verlaufe des Em­pfanges auf der Unterpräfectur erwiderte Casimir Perier dem Vorsitzenden des Vereins der Vertheidiger von 1870: Mit freudiger Bewegung sehe er die Ueberlebenden der helden- müthigen Kämpfe zur Vertheidigung von Chateaudun und begrüße sie mit Stolz. Sie gehören zu Jenen, welche in einem Augenblicke, wo nicht alles zu retten war, wenigstens die Ehre retteten.

Chateaudun, 20. September. Nach der Rückkehr vom Manöver gab Casimir Perier den höheren und fremd­herrlichen Offizieren ein Frühstück. Er hielt dabei e ne Ansprache, in der er allen dankte und den Wunsch aussprach, die Armee möge alle Geisteskraft und alle Willensstärke in sich vereinigen, ein Abbild der Nation fein. Er erinnerte an die Erfolge, die während der Friedensperlode, deren Europa sich erfreute und noch erfreuen wird, erreicht wurden, eine Periode, während welcher Patriotismus, Parlament, Wissen­schaft, Arbeit und Selbstverleugnung die Armee stärker mochten als jemals. Er beglückwünschte die Generäle dazu, daß sie nicht allein die Bataillone, sondern auch die Gemüther wehr­fähig gemacht und durch ihr Vorbild in der französischen Demokratie den ®eift der Disciplin und der Pflichttreue erhalten hätten. An dem Tage, da das Vaterland bedroht würde, werde er mit Vertrauen die der Obhut der Generale anvertraute Fahne begrüßen. Die Rede klang in einem Hoch auf Mercier, die fremdherrlichen Offiziere und die französische Armee aus. Mercier dankte und versicherte, die Armee werde sich der Erfüllung ihrer Pflichten hingeben. Er er­innerte an die Haltung Casimir Periers während des Krieges, an seine Mitwirkung als Deputirter bei der Reorganisation der Armee und schloß Namens der Armee mit einem Trink­spruch auf den Präsidenten. Hierauf brachte General Gallifet den zweiten Trinkspruch auf den Präsidenten aus.

London, 20. September. Ein von den Morgenblättern veröffentlichtes Telegramm aus Shanghai besagt, daß etwa sechs Kriegsschiffe, nachdem sie in der Schlacht am Dienstag erheblich beschädigt wurden, nach Port Arthur zurückgekehrt seien. Sie seien mit Verwundeten angefüllt. Von der Bemannung der beiden gesunkenen Kriegsschiffe Chi Auen" undKing Auen" seien 600 umgekommen. Auch mehrere Transportschiffe sollen gesunken und die Mann­schaften eines derselben nicht gelandet sein. Der Verlust der Chinesen wird auf 1500 u?b derjenige der Japaner auf 1000 geschätzt. DieTimes" berichtet, daß Admiral Ting und Hauptmann v. Hannecken den Angriff wieder ausgenommen hätten.

Haag, 20. September. Das Budget der Nieder­lande für 1895 wurde heute vorgelegt. Das Deficit beträgt 8 Millionen, wovon eine zu Lasten des ordentlichen Budgets fällt. Für die Kosten der in vier Jahren durch- zuführenden besseren Bewaffnung der Armee und Flotte, die auf 91/2 Millionen geschätzt werden, ist eine Anleihe erfor­derlich, die mit einer Annuität von 640,000 fl. amortifirbar ist. Die Vorlage wird eingebracht behufs befferer Siche­rung der Einfuhrzölle ad valorem als Gegenwerth der Anleihe. ____________

"WB. Rönne, 21. September. Die CorvettePrinzeß Wilhelm" wurde gestern Abend wieder flott gemach.t, ohne Schaden genommen zu haben. Der Kaiser traf an der Strandungsstelle ein und setzte nach Beendigung der Abbringungsarbeiten die Fahrt nach Swinemünde fort.

Depeschen dev Bure«, ^Herold*.

Berlin, 20. September. Reichskanzler Graf Caprivi wird am 25. d. Mts. Abends aus Karsbad wieder hier ein* treffen.

Berlin, 20. September. Wie die hiesige japanische Gesand schäft mittheilt, stieß die japanische Flotte am 16. September gegen 1 Uhr Nachmittags 35 englische Meilen nördlich der Insel Hai Yang Tao (zwischen Port Arthun und der Aalu-Mündung) auf 11 chinesische Kriegsschiffe und 6 Torpedoboote. Die Japaner gingen zum Angriff über und bohrten vier chinesische Kriegsschiffe in den Grund- eins derselben wurde von den Chinesen selbst in Brand gesteckt. Die japanische Flotte hat keinerlei Schaden erlitten.

Berlin, 20. September. DiePost" erklärt, an zu­ständiger Stelle sei von einer Aenderung in der Besetzung des Gouverneurpostens von Deutschostafrika nichts bekannt. Es werde vielmehr geglaubt, daß sich Freiherr v. Schele auf dem Zuge gegen die Wahehe neue Lorbeeren erringen werde.

Berlin, 20. September. Nach derPost" hat Major v. Wißmann bisher dem Auswärtigen Amte noch keine Mittheilung davon gemacht, daß er nicht wieder nach Afrika zurückkehren und sein Amt niederlegen wolle.

Neustadt a. d. H., 20. September. Der Director der Pfälzischen Eisenbahnen, Regierungsdirector v. Lavale, verbot den Beamten der Pfälzischen Eisenbahnen das Lesen des hier erscheinenden nationalliberalenPfälzischen Curier". Anlaß zu dieser Maßregelung des Blattes hat

ein in demselben aus derAugsburger Abendzeitung" über-^ nommener ArtikelPfälzische Bahnschmerzen" gegeben, an welchen derPfälzische Curier" eine ArtikelserieEisenbahn- Dividendenpolitik" knüpfte.

Wien, 20. September. Das Palais des Herzogs Philipp von Württemberg, der, wie gemeldet, dem­nächst nach Württemberg übersiedelr, wurde um drei Millionen Gulden von der französischen Negierung angekauft, die dasselbe zu einem Botschafterpalais umbauen lasten will.

Venedig, 20. September. In Roccaraso wollte eine aufgeregte Volksmenge drei Arbeiter, welche wegen aufrührerischer Rufe verhaftet worden waren, befreien und versuchte die Carabinieri-Kaserne zu stürmen. Die Carabinieri machten, als die Ruhestörungen immer größer wurden, schließlich von ihren Waffen Gebrauch und nahmen über 30 Verhaftungen vor.

Chateaudun, 20. September. Die von Gallifet com- mandirte Truppenschau verlief glänzend. Zum Schluß ließ Gallifet eine große Cavallerieattacke aussühren. Präsident Casimir-Perier war von einer Menge fremder Offiziere umgeben.

Brüffel, 20. September. Ein Königliches Decret löst Senat und Kammer auf und schreibt die Neuwahlen auf den 14. Oktober aus.

Warschau, 20. September. Während der Fahrt des Czaren nach Spala war die ganze Bahnstrecke von. Bjelowesch bis Spala mit Militär besetzt. Sämmtliche anderen Eisenbahnzüge mußten eingestellt werden und sämmt- ltche Wechsel wurden vernagelt. Infolge der rauhen Witterung wird der Czar nur kurze Zeit in Spala verweilen und sich bald nach der Krim begeben.

Ceeeles «i»L provinzielle»

Gießen, den 20. September 1894.

* * Fackelzug. Herrn Prof. Br. Buchner werden seine, der Schule noch angehörenden Schüler heute Abend einen Fackelzug bringen, der sich um 1/i 8 Uhr vom Ludwigsplatze aus durch die Ludwigstraße nach der Franksurterstraße be­wegen wird. Es ist dies ein neues Zeichen der Verehrung, die der aus seinem Amte scheidende Lehrer der Realschule und des Realgymnasiums, der auch durch die Erforschung und Veröffentlichung der Geschichte unserer Stadt alle Gießener zum Danke verpflichtet hat, genießt, dem ja, wie bekannt, feine früheren Schüler, sowie alle, die sich zu seinen Freunden zählen, morgen Samstag Abend in Steins großem Saale einen Commers geben werden, zu dem schon eine ansehnliche Zahl Einlaßkarten gelöst worden sein soll. Ueber den Ver­lauf dieses Commerses werden wir besonders berichten.

* * Ueber den Stand der Cholera in Bürgeln wird amtlich von gestern gemeldet: Nachdem durch wiederholte bacterio- logische Untersuchung das Fehlen von Cholera-Vibrionen bei sämmtlicheu Erkrankten conftatirt worden ist, wird die Baracke heute vollständig geräumt werden.

* »Struwelpeter". Der Verfasser dieses allgemein be­liebten Kinder-Bilderbuches, Br. Heinrich Hoffmann ist, 85 Jahre alt, gestern Abend in Frankfurt a. M. gestorben.

* * Unterricht in russischer Sprache. Auf Befehl des preußischen Kriegsministeriums werden soeben bei sämmtlicheu preußischen Truppen Unterrichtscurse für Offiziere und Unteroffiziere in der russischen Sprache abgehalten. Es sind dazu fünf Lehrer auf einer Rundreise durch die sämmtlicheu Garnisonsorte der Monarchie begriffen. Das Marb. Tgbl." schreibt dazu: Für unser Bataillon wird am 1. October begonnen werden. Es wird übrigens auch bei genügender Betheiligung ein Cursus für Civtlpersonen ein­gerichtet werden.

* * Beleuchtet die Treppen. Angesichts der Thatsache, daß der Eintritt der Dunkelheit jetzt von Tag zu Tag früher erfolgt, werden Hausbesitzer, um sich vor Schaden beb Unfällen zu bewahren, gut thun, sich ihrer Pflicht in Bezug auf die Treppen-Beleuchtung zu erinnern.

* * Preisausschreiben für Fraueuerwerb. Die Frauen- Erwerbs-Gesellschaft in Frankfurt a. M. beabsichtigt dem­nächst eine Abtheilung für Hausindustrie einzurtchten, welche sich über ganz Deutschland erstrecken soll. Es handelt sich sowohl um practische Gebrauchs- wie um Luxusartikel, welche einen Masten-Absatz im In- und Auslande ermöglichen, um tausenden erwerbsbedürftigen deutschen Frauen und Jung­frauen eine auskömmliche angemeffene Existenz im Hause zu verschaffen. Zu diesem Zweck setzt die Frauenerwerbs-Gesell- schafr 3 Preise im Gesammtbetrage von 500 Mark für die geeignetsten Vorschläge, Zeichnungen oder Muster aus. Die Bildung eines Preisrichter-Amts hat die städtische Arbeits­lehrerin Fräulein Elise Hege übernommen. Preis-Be­dingungen können von der Direction der Frauen-Erwerbs- Gesellschaft Frankfurt a. M. kostenlos bezogen werden.

** Billigeres Brod, größere Weck'! Von den in voriger Woche in Stuttgart versammelt gewesenen deutschen Bäckern wurde beschlossen, angesichts der niederen Mehlpreise und dem allgemeinen Verlangen entsprechend, den Preis des Schwarz- brodes überall erheblich zu ermäßigen und die Dretpfennig- Wecken wieder verhältnißmäßig größer zu backen.

Butzbach, 20. Septbr. Die beiden hier garntsonirenden Dragoner-Escadrons treffen am Sonntag Morgen wieder hier ein. Die Entlassung der Reservisten findet als­bald nach ihrem Eintreffen in ihren Garnisonen statt.

Huugen, 20. September. Der Gemeindehebamme Maria Schmidt dahier wurde die Silberne Medaille des Ludewigs- ordens verliehen.

K. Dauernheim, 20. September. Der- Einbrecher Michel von hier, der am vergangenen Samstag in Fried­berg verhaftet worden, hat sich in der vergangenen Nacht im Gefängniß zu Friedberg an seinem Taschentuche auf» gehängt.

Laubach, 19. September. Das hiesige Gymnasium begann am heutigen Tage sein Winterhalbjahr. Neu aus­genommen wurden 7 Schüler, sodaß die Schülerzahl äugen-