Ausgabe 
21.12.1894 Erstes Blatt
 
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S. Trais-Horloff, 19. December. Auf der hiesigen

schaftScommission hielt gestern Abend eine Sitzung ab, in welcher die vorläufige Abrechnung über die Einnahmen im Bierboykott vorgelegt wurde. Eingegangen sind zusammen 155148 Mk., ausgegeben find zusammen 143 737 Mk. Es wurde Klage darüber geführt, daß von außerhalb die Ein­zahlungen sehr spärlich waren, so z. B. hat Hamburg nur 160 Mk. geschickt. Ferner wurde mitgetheilt, daß 152 Brauerei­arbeiter ausgesperrt seien. Gegen den neu errichten Arbeits­nachweis der Vereinigten Brauereien wurde Stellung ge­nommen. Diejenigen ausgesperrten Arbeiter, welche sich daran betheiligen würden, würden der Unterstützung verlustig. Der Brauereibohkott besteht nach wie vor, die gegentheiligen Blättermeldungen sind unrichtig.

Berlin, 19. December. Der Kaiser empfing heute Miltag 1 Uhr den russischen General Sswetschin, welcher mit der Ratification der Thronbesteigung deS Kaisers Nicolaus II. von Rußland beauftragt war und ein bezügliches Schreiben überreichte.

Berlin, 19. December. DieNatioualzeitung" schreibt, in der freisinnigen Preffe werde die Hoffnung, in der confer» vattven die Befürchtung ausgesprochen, daß der auf Ver­schärfung der parlamentarischen Strafgewalt gerichtete Beschluß des Reichstags vom 15. d. MtS. auf dem Papier bleiben werde. Das Blatt hegt jedoch zu dem Prä­sidenten v. Levetzow, der in diesem Beschluß den Auftrag erhalten hat, für die Ausführung deffelben den Vorsitz der Geschäftsordnungs-Commission zu übernehmen, das Vertrauen, daß er eine Verschleppung nicht zulaffen werde.

Berlin, 19. December. Wie verlautet, beginnt mit dem 1. Januar 1896 die Reorganisation der Feld­artillerie. Nach dem ursprünglichen Project sollte als kleinste tactische Kampfeinheit die Compagnie Artillerie er­halten, sodann das Regiment und die Division. Die Brigade wird in mehrere Abtheilungen und jede dieser Abtheilungen in Batterien zerfallen, wobei die Zahl der Abtheilungen in den Brigaden je nach Standort oder Kriegsbedürfniß ver­schieden sein wird.

sowie auf^Koften der türkischen Negierung für ein gutes Honorar Vorträge in England über die glückliche Lage in Armenien zu halten. Mit dieser Bestechung soll der Polizei­minister Nasim Pascha betraut worden sein. Der Forschungs­reisende hat jedoch das Ansinnen der türkischen Regierung zurückgewiesen.

Rom, 19. December. Die Situation wird trotz der in Rom bestehenden Ruhe als eine sehr kritische be­zeichnet. Die Preffe und die Bevölkerung verlangen Auf­

erweiterungen vorgenommen. Unter Anderen wird ein, neuer Grubenschacht in Angriff genommen, welcher gegen 60 m tief, und somit der tiefste Schacht hiesiger Grube werden soll. Während die bereits früher angelegten Schächte mit Holz ausgebaut wurden, wird dieser neue Förderschacht mit besonders zu diesem Zwecke gebrannten Steinen ausgemauert werden. Die Lieferung dieser Steine hat die Gail'sche Dampfziegelet in Gießen übernommen.

* Aus Rheinhessen, 19. December. Eine holde Küchenfee hatte das Bedürfniß, ihrem bei den Dragonern dienenden Herzallerliebsten mit etwas Münze unter die Arme zu greifen, weßhalb sie mehrere Markstücke einem Couvert einverleibte und letzteres mit folgendere Adresse versah:Au mein Satz in Puschbach" (Butzbach). Als ihr von den Postbeamten bemerklich gemacht wurde, daß eine derartige Sendung un­zulässig, auch die Adresse ungenügend sei, konnte die Holde nur mit großer Mühe und durch langes Zureden bewegt werden, die richtige Adresse anzugeben, da sie den Namen des Angebeteten nicht verralhen wollte. Etwas schlimmer ging es einer Angebeteten in einem pfälzischen Dörfchen in der Nähe des Donnersberges. Diese verwendete eine abge­stempelte, aber noch gut erhaltene Dreipfennigmarke, die sie auf einem alten Couvert erbeutet hatte. Durch Nachfrage bei dem Adressaten wurde die Absenderin bekannt und gegen dieselbe Anklage wegen Betrug erhoben. Doch soll, wie verlautet, die Anklage in letzter Stunde, da die Angeklagte beschränkt ist, fallen gelaffen worden sein.

klärung darüber, warum Crispi nicht zugleich mit der Ver­tagung der Kammer von dem König seine Entlassung erbeten habe. Der König wird als Gefangener CrispiS betrachtet, der durch das vorzeitige Vertrauen, was er demselben schenke, die Monarchie selbst in Gefahr bringe.

Rom, 19. December. Aus Mailand werden fort- | während Unruhen gemeldet. Vor den Redactionen der regierungsfreundlichen Blätter kam es zu einem tumultua- rischen Auftritte, welcher einen so großen Umfang annahm, daß die Polizei einschreiten mußte.

Paris, 19. December. Heute fand der erste Verhand- lungötag im Prozesse Dreyfus statt. Es waren 25 Zeugen, deren größerer Theil aus Offizieren bestand, geladen, unter ihnen befand sich auch Generalstabschef Bois- j deffre. Die Anklage soll sich nur auf ein Document stützen, welches die verstellte Schrift von Dreyfus darstellen soll.

Paris, 19. December. Im Prozesse Dreyfus be­antragte der Vertheidiger Demange, die Verhandlungen öffentlich zu führen, nicht, weil er die Unparteilichkeit der Richter bezweifele, sondern weil die Ehre mehrerer Offiziere angegriffen sei. Hierauf forderte der Präsident den Ver- theidiger auf, den Antrag schriftlich einzubringen. Auf das Ersuchen des Verthetdigers wurde diese Verfügung proto» kollirt. Nachdem sich sodann der Gerichtshof zurückgezogen und über den Antrag Demanges berathen hatte, ordnete der Präsident den Ausschluß der Oeffentlichkeit an.

London, 19. December. Es ist den Japanern gelungen, der chinesischen Nordarmee den Rückzug abzuschneiden. Die japanische Armee geht bereits auf Tabuk, welches zu Wasser und zu Lande angegriffen werden soll, vor.

Loudon, 19. December.Daily News" melden tele­graphisch aus Odeffa, daß eine russische Agitation be­stehe, welche auf eine Annection Armeniens abziele.

Rewyork, 19. December.World" veröffentlicht eine angeblich von dem japanischen Ministerium des Aeußern stammende Erklärung, wonach die japanischen Soldaten bei der Einnahme von Port Arthur nur Civilkleider tragende chinesische Soldaten getödlet hätten.

Dreschen dev BureauHerold*.

Berlin, 19. December. Das Staatsmini st ertum hat heute Nachmittag unter dem Vorsitze des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe eine Sitzung abgehalten.

Berlin, 19. December. Auf der russischen Bot­schaft wird heute ein Telegramm erwartet, welches die Ent­scheidung über die Abberufung oder das Bleiben des Grafen Schuwaloff auf seinem Berliner Posten bringen soll. In diplomatischen Kreisen erzählt man sich, der deutsche Kaiser habe sich beim Czaren Nicolaus verwendet, um den Grafen Schuwaloff auf seinem hiesigen Posten zu belassen.

Berlin, 19. December. DieNeust. Nachr." lassen sich aus Varzin melden, bei der Uebersiedelung des Altreichs­kanzlers nach Friedrichsruh werde Fürst Bismarck in Berlin keinen Aufenthalt nehmen. Die Fahrt soll ohne Aufenthalt vom Stettiner Bahnhof nach dem Lehrter Bahnhof und von dort nach Friedrichsruh von Statten gehen.

Berlin, 19. December. Sämmtliche Handelskammern und wirthschaftlichen Vereine sind von dem Handelsministerium angewiesen worden, umfaffende Erhebungen über die bisherigen Wirkungen ber Handelsverträge vorzunehmen.

Berlin, 19. December. Von den wegen Falschmünzerei angeklagten Anarchisten wurden Pieschel und Lorenz zu je fünf Jahren Zuchthaus, Schettler zu einem Jahre Gefängntß verurtheilt. Ein Angeklagter wurde freigesprocken.

Berlin, 19. December. Die Berliner Gewerk- ;

* Einegeblaute" Hochzeitsgesellschaft. Ein echtes Brüsseler Straßenbild hat sich, wie man derPoss. Ztg." aus Brüssel, 11. December, berichtet, dort abgespielt. Ein Einwohner der Rue de Flandre halte mit einer hübschen Arbeiterin der Straße Rempart des Moines Beziehungen unterhalten,- drei Kinder waren entsprossen. Vor 4 Wochen theilte der Herr der Arbeiterin mit, daß er sich verheirathen wolle und sie verlassen müsse. Das Mädchen nahm sich das Leben und mildthätige Nachbarn nahmen die Kinder auf, aber sie schwuren Rache. Gestern fand die Vermählung des Ver­führers statt. Hunderte hatten sich vor dem Rathhaufe auf­gestellt und empfingen bei der Auffahrt und Abfahrt daS Brautpaar und die Hochzeitsgäste mit Zischen, Pfeifen und Gejohle. Dasselbe wiederholte sich, als die Wagen vor der Katharinenkirche erschienen. Das ganze Viertel war auf den Beinen. Die Polizei eilte herbei und hinderte die entrüstete Menge, die Pferde von dem Wagen abzuspannen. Als aber das Brautpaar und die festlich gekleideten Hochzeitsgästc die Kirche verließen, wurden sie mit Indigo enthaltenden Päckchen überschüttet und zum Jubel der Menge erschien die ganze Hochzeitsgesellschaft im schönsten Blau.

* Die Frage der Kindersterblichkeit in den großen Städten beschäftigte dieser Tage die im Hygienischen Institut zu Berlin versammelte Deutsche Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege. In Berlin sterben von den 50000 Kindern, welche jährlich geboren werden, 12000, oder genauer berechnet 24,7 pCt. schon im ersten Lebensjahre. Die Frage ist somit in der That von hoher Bedeutung. Der Director >es statistischen Amtes der Stadt Magdeburg, Silbergleit, )er bereits auf dem letzten Pester Congreß die Sache be­handelt, hatte den einleitenden Bericht übernommen und brachte ein großes Zahlenmaterial zur Beurtheilung der Frage, wie die Kindersterblichkeit in bestimmender Weise von Factoren bedingt sei, die der menschlichen Einwirkung mehr oder weniger zugänglich sind. Der Redner hat von 6b europäischen Großstädten daS statistische Material der letzten 12 Jahre gesammelt. Im Allgemeinen hat er gefunden, daß die geringste Kindersterblichkeit der hohe Norden und

CoeoUf rrir-

Gießen, den 20. December 1894.

** Empfang. Seine Königl. Hoheit der Großherzog empfingen am 19. December u. A. den Taubstummenlehrer Heiland und den Commerzienrath Trapp von Friedberg den Kreisarzt Dr. Schwarz von Alsfeld.

** Staatsschulden. Nach einer Zusammenstellung der Ergebnisse der Rechnung über die Staatsschulden­verwaltung des Großherzogthums Hessen für das Etats- jahr 1892/93 betrugen die Activa 6,071,901 Mk. 13 Pfg., die Passiva 36,905,264 Mk. 79 Pfg., bleibt Passivstand zu Ende des Etatsjahres 1892/93 30,833,363 Mk. 76 Pfg.

** Militärdienstuachrichten. Becker, Sec.-Lieut. vom Jnf.-Regl. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum Pr.-Lieut., Oßwald, Vicefeldwebel vom Landw.-Bezirk Gießen, zum Sec.-Lieut. d. Res. des 1. Großh. Hess. Inf.- (Leibgarde-)Regts. Nr. 115 befördert.

** Plötzlicher Tod. Gestern Abend wurde es einem Paffagier des um 10 Uhr hier eintreffenden Zuges der Oberhessischen Bahn zwischen Station Großen-Buseck und Gießen unwohl. Der alsbald herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod infolge eines Schlaganfalls constatiren. Die Leiche wurde in das Leichenhaus gebracht und als die­jenige de? Müllers Dörr von Z-ilbach agnoScirt.

** Eine weitere Ehrung WallotS. Der Erbauer des Reichstagsgebäudes wurde von seiner Vaterstadt Oppen­heim a. Rh. zum Ehrenbürger ernannt.

** Armee-Waschanstalt. Für den Bereich des 11. Armee­corps soll tn Frankfurt a. M. eine große Militarwaschanstalt errichtet worden. Auf die 25. (Großh. Hess.) Division wird sich die Thätigkeit der Anstalt jedenfalls nur teilweise er­strecken, da die größeren Garnisonen (darunter auch Gießen) eigene Waschanstalten besitzen.

** Schuldienst-Nachrichten. Am 8. December wurde dem Schullehrer Peter Nicolai zu Hirschhorn eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Kastel, Kr. Mainz, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Karl Heyder zu Jügesheim eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Hirschhorn, an dem» selben Tage wurde dem Schullehrer Gottfried Jffland zu Münster eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weisenau, Kr. Mainz, übertragen.

** Unverlangte Zusendungen. Für Alle, welche durch unerbetene Zusendung von Maaren u. dgl. belästigt werden, ist. folgender vomBau" mitgetheilter Fall von Interesse: Ein Kaufmann machte einer Dame in einer anderen Stadt ein Angebot von Kaffee mit dem Bemerken, daß der Kaffee abgeschickt würde, wenn in acht Tagen keine ablehnende Ant­wort einginge. Die Adressatin ließ die Postkarte unbeachtet und erhielt dann wirklich das Packet unter Nachnahme. Als die Einlösung verweigert wurde, drohte der Absender mit einem Rechtsanwalt und schrieb, daß erhebliche Kosten ent­stehen würden. Diese Mahnung wurde der Staatsanwalt­schaft angezeigt und diese erhob Klage wegen Erpressung. Das Gericht verurtheilte den Kaufmann zu zehn Tagen Gefängniß. Das Reichsgericht hat die Revision des 93er» urtheilten verworfen.

* Zur Wahrung des BriefgeheimuiffeS. Wie sich Fürst Bismarck zur Zeit des seligen Bundestages tn Frankfurt gegen unberufenes Lesen feiner »rief e sicherte, erzählt Hermann Jahnke in seinem jüngst erschienenen Buche: //Fürst Bismarck. Sein Leben und Wirken." Der Vertreter Hannovers beim Bundestage glaubte annehmen zu müssen, daß seine Briefschaften auf einem geheimen, aber durchaus nicht mehr ungewöhnlichen Wege zur Kenntniß des Bundes­tags Präsidiums kämen. Er richtete eines Tages an seinen preußischen Genossen die Frage, wie er es nur anfange, daß seine Briefe und Depeschen ungeöffnet durch die Straße der Spionage gelangten. BiSmarck forderte seinen Leidens­gefährten, dem er Vertrauen schenken durfte, auf, ihn auf einem Spaziergange zu begleiten. Er führte ihn in eine entlegene Gasse, wo nur kleine Leute und Gewerbetreibende der bescheidensten Art ihre Wohnung hatten. Dort angelangt, zog er zum Erstaunen seines Begleiters Handschuhe an und trat dann mit ihm in einen Krämerladen.Habt Ihr hier auch Seife?" fragte er den Ladendiener.Ja wohl" Welche Sorte?" Der Diener nannte verschiedene und legte Bismarck einige Stücke vor, von denen dieser ein besonders stark riechendes wählte und in seine Tasche gleiten ließ. Dann fragte er nach Briefumschlägen und der Verkäufer legte ihm einige der gewöhnlichsten Art vor. Darauf zog Bismarck eine Depesche aus der Brusttasche seines Rockes, steckte sie in den Briefumschlag, forderte Tinte und Feder und fing an, die Adresse zu schreiben. Aber mit den Hand­schuhen ging das nicht, er bat daher den Handlungsdiener, diese Arbeit für ihn zu besorgen und der junge Mann that dies sehr bereitwillig. Nun steckte Bismarck die Depesche iu die Tasche zu der Seife und sagte auf der Straße zu dem Hannoveraner:So, unter dieser Aufschrift und diesem aus den Düften von Seife, Heringen, Talg und Käse zusammen- gesetzten Parfüm sollen sie nun mal meine Depesche herauS- schnüffeln!"

regelmäßig von Abtheilungen dieser Soldaten abpatrouillirt werden. Nahe den Gesandtschafts-Hotels wurden 60 Zelte als Lager dieser Wache errichtet. Die Spitzen der Behörden, sowie der intelligentere Theil der chinesischen Bevölkerung halt dieDcrsicherung aufrecht, daß kein Grund zur Besorgniß für die Sicherheit ausländischen Lebens und Eigenthums vor­liege, am allerwenigsten jetzt, da die Hauptstadt sich voll­ständig unter verläßlicher militärischer Controle befindet.

Shanghai, 19. December. Reuter-Meldung. Es sind ferner Verhaftungsbefehle erlassen gegen den Com- mandanten von Talienwan, Tsaohuiyi, wegen Feigheit, gegen den Befehlshaber der Schiffsdtviston Wehnkwei, weil er den Mannschaften Plünderungen gestattete, und gegen den Gou­verneur von Petschili, Achchihchoco, weil er, statt den Ver­lust von Pingyang und Antschan zu melden, über angebliche Siege berichtete.

Yokohama, 19. December. Die erste japanische Armee, welche von Tschenlientscheng aus operirt, bereitet den Vormarsch auf Mukden und Nintschuang vor und rückt langsam weiter. Das Terrain ist schwierig und die Chinesen leisten vielfach Widerstand. Die erste japanische Armee scheint Nintschuang ober Schanghailwan nicht eher erreichen zu wollen, als bis die andere Armee bereit ist, Tientsin an­zugreifen.

Tokio, 19. December. Feldmarschall Aamagata wurde mehrere Male in Privataudienz vom Kaiser empfangen. Der Kaiser drückte dem Marschall seinen lebhaftesten Dank für die dem Lande geleisteten werthvollen Dienste aus und ernannte ihn zum Generalinspecteur der Armee. In Folge dessen legte Feldmarschall Uamagata den Vorsitz deö CabinetS- raths nieder.

* Görlitz, 19. December. DemN. Görl. Anz." zu­folge sind auf dem Braunkohlen - BergwerkGlückauf" in Licht en au das Maschinenhaus und der Förderthurm total niedergebrannt. Die Arbeiter sind dadurch zumeist brodlos geworden.

Kiel, 19. December. Mit der Errichtung einer Land- wirthschaftskammer für Schleswig-Holstein erklärte sich der landwirtbschaftliche Centralverein einverstanden.

Köln, 19. December. DieKöln. Ztg." veröffentlicht weitere armenische Briefe, welche die türkischen Greuel- thaten in Armenien schildern. Darnach wurden23Dörfer vollständig eingeäschert, 11 Dörfer ausgeplündert und sämmt- liche Einwohner, darunter 40 Geistliche, ermordet. Aus Konstantinopel erfährt dieKöln. Ztg.", daß dem dort weilenden spanischen Forschungsreisenden, welcher den Greuelthaten in Bitlis beiwohnte, türkischerseitL eine große Summe angeboten wurde, um ihn zu einer die armenischen Vorgänge ver» ... ______VVV| w

meinenden Erklärung in den englischen Zeitungen zu bewegen, BraunkohlengrubeFriedrich" werden gegenwärtig Betriebs-