Ausgabe 
21.9.1894
 
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Petersburg. 19. September. DieHandels- nnd In­dustrie-Zeitung" kündigt eine baldige und gründliche Reform der Etsenbahntarife für ausländische Güter beim Transport von russischen Häfen und den Zollämtern an der Landesgrenze ins Innere an. Als Grundlage hierfür soll der seit dem 1. October 1893 in Kraft befindliche Generaltarif der ersten und zweiten Eisenbahngruppe dienen.

Rewyork, 19. September. Eine von der republi­kanischen Staats.Convention des Staates New- Aork gefaßte Resolution fordert alle Diejenigen, welche das Aufhören der Tarifagitation wünschen und an eine Wieder­herstellung des republikanischen Schutzsystems glauben, auf, in jedem Districte republikanische Candidaten für das Re­präsentantenhaus zu wählen- die Resolution tadelt ferner die Unionsregierung, weil sie eine jährliche Einnahme von acht Millionen Dollars aus den Wollzöllen pretsgegeben und dafür eine zehnmal größere Last durch die Besteuerung des Zuckers auferlegt habe und schließlich spricht sich die Convention für ein internationales Abkommen aus, damit sowohl Gold als Silber als Umlaufsmittel gebraucht werden.

Depeschen de« Bure« »Herold*.

Berlin, 19. September. ReichSrath Lueger aus Wien befindet sich als Gast des Deutschen Antisemitenbundes hier und spricht am Donnerstag in einer Versammlung.

Berlin, 19. September. DieBerl. N. Nachr." bleiben bet ihrer Behauptung, daß sämmtliche Soldaten mit dem Namen Kowalski im 17. Armeecorps verhaftet worden sind.

Berlin, 19. September. DieKreuzzeitung" äußert anläßlich der Verlobung Wißmanns, daß die Ueberzeugung nunmehr immer mehr Raum gewinne, Wißmann kehre nicht nach Afrika zurück und werde seine Stellung als kaiserlicher Commiffar für Ostafrika in naheliegender Zeit aufgeben.

Berlin, 19. September. Entgegen anderweitiger Mel­dung erfahren dieBerl. N. Nachr.", daß die Aufhebung des Verbots der Beleihung russischer Werthe außer Frage stehe.

Berlin, 19. September. DerReichsanzeiger" ver­öffentlicht eine Reihe von Ordensverleihungen an russische Beamte.

Berlin, 19. September. DiePost" meldet aus Straßburg: Die neulich aus Wilna mitgetheilte Nach­richt russischer Blätter, daß der Czar der Fürstin Hohen­lohe, Gemahlin des kaiserlichen Statthalters von Elsaß- Lothringen, gestattet habe, das Gut Werkt bei Wilna als Eigenthum für sich und ihre Erben zu behalten, ist vollständig unbegründet.

Kaffel, 19. September. Der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke beschloß in seiner Jahresversammlung ein weiteres Vorgehen zu Gunsten deö Trunksuchtsgesetzes und schloß sich einer Reso­lution des Justizraths Hennecke aus Soest an, welche das Verbot oder die erhebliche Einschränkung des Branntwein- Verkaufs von SamStag Nachmittag bis Montag früh für wünfchenswerth erklärte. Dr. Möller aus Brackwede forderte die Bestimmung eines Höchstgehaltes an Alkohol und Fuselöl tm Branntwein und die wtffenschaftliche Untersuchung der Biere auf Alkohol und schädliche Beimengungen. Der Sitzung ging eine stark besuchte Volksversammlung voraus.

Stuttgart, 19. September. Die hiesigen Küfer- gesellen haben gestern Abend beschloffen, in den Aus- stand einzutreten, nachdem eine Einigung mit den Meistern betreffs der Bezahlung der Ueberstunden an Wochentagen nicht zu erzielen gewesen' war. Die Gesellen verlangen. 35 Psg. pro Ueberstunde.

Budapest, 19. September. Zwischen mehreren tausend Arbeitern, welche auf dem Westbahnhofe zur Begrüßung des aus Temesvar ankommenden Arbeiterführers Gtbon ver­sammelt waren, und der Polizei kam es zu einem heftigen Zusammenstöße. Zahlreiche Arbeiter wurden verhaftet.

Budapest, 19. September. An der galizischen Grenze im Comitat Maramaros wurde die Cholera eingeschleppt. Die Seuche grasfirt dort heftig unter den beim Bahnbau beschäftigten Arbeitern. Die Regierung trifft Maßregeln zur Verhinderung der Weiterverbreitung.

Rom, 19. September. Vom Vatican ist an alle Bischöfe Italiens der Befehl ergangen, in ihren Sprengeln die Grün­dung katholischer Bauernvereine mit allen Mitteln und Kräften zu fördern, um dadurch eine spätere Wahlaction vorzubereiten.

Triest, 19. September. Aus Florenz wird gemeldet, daß zwei Edelleute, Namens di Guelfi, welche von den Welfen abzustammen behaupten, beim Deutschen Kaiser wegen der Herausgabe des Welfenfonds vorstellig geworden seien.

Brüffel, 19. September. König Leopold mißbilligt die Absicht des Herzogs von Orleans, sich in Brüssel niederzulaffen, und ist entschloffen, Kundgebungen irgend welcher Art nicht zu dulden und auf kurze Dauer deö Auf­enthalts hinzuwirken.

Loudon, 19. September. Meldungen aus Shanghai zufolge herrscht dort in allen Kreisen furchtbare Auf­regung, weil allgemein die Annahme Glauben findet, daß trotz der telegraphischen Nachricht von einem Siege der Chinesen und trotzdem die Japaner bei dem Seegefecht in der Minderheit waren, die letzteren den Steg davongetragen haben.

Shaughai, 19. September. Nach weiteren Meldungen haben in der Seeschlacht auch die Chinesen vier Schiffe verloren, so daß sich die Verluste ungefähr gleichstehen. Die Schlacht dauerte sechs Stunden. Auf beiden Seiten gab es mehrere tausend Tobte und Verwundete.

Cecales Anö KesvrnzieUes

Gießen, den 20. September 1894.

* * Buchner-Feier. Vom Comitv der Professor Dr. Buchner-Feier geht uns nachstehende Zuschrift zu:Um viel­fach ausgetretenen Zweifeln zu begegnen, sei hierdurch noch­mals hervorgehoben, daß die auf Samstag, den 22. d. M., Abends 8V2 Uhr, in Steins Garten vorbereitete Feier nicht nur ausschließlich für die Schüler Buchners geplant ist, sondern daß auch alle Freunde und Verehrer des auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens so verdienten Mannes hierzu zahlreich erwartet werden." Das Comitv hat durch eine schöne sinnige Saaldecoration und durch Engagement unserer vorzüglichen Regimentsmusik, unter persönlicher Leitung des Herrn Musikdirector Krauße, Alles aufgeboten, um den Abend zu einem genußreichen zu ge­stalten, und hofft, daß seiner Einladung aus allen Kreisen unserer Stadt zahlreich entsprochen wird.

* * Generalversammlung der Omnibus-Gesellschaft. Gestern Abend sand im Restaurant Feidel eine Generalversammlung unter dem Vorsitz des Herrn Rechtsanwalt Grünewald statt. Den Bericht über die Betriebsergebnisse erstattete Herr Hanau, denjenigen über die Statutenänderung Herr Helfrich und denjenigen über die definitive Einführung der neuen Linie GrünbergerstraßeBahnhof Herr Jean Kirch. Die Abrechnung über den Betriebsmonat August ergab einen Ueberschuß von 100 Mark. Der § 21 der Statuten wurde dahin abgeändert, daß die Genossenschaft nicht dem Starken­burger Verband, sondern dem Verband der Erwerbs- und Wirthschastsgenoffenschaften für Oberhessen angehöre. Es haben sich zur Genossenschaft ferner weitere 63 Genossen mit 78 Antheilen gemeldet. Die Generalversammlung nahm ferner die provisorisch eingeführte umgeänderte Linie Grün­bergerstraßeBahnhof, welche sich sehr gut rentirt, definitiv an. Herr Rechtsanwalt Grünewald eröffnete alsdann eine allgemeine Discussion, an der sich verschiedene Herren betheiligten. Vom 1. October ab tritt der Winterfahrplan in Thätigkeit, welcher einige Abänderungen des jetzigen Fahrplans enthalten wird.

* * Eisenbahnunfall. Wie wir erfahren, ist dem gestern Abend 8 Uhr 14 Mtn. hier abgelaffenen Personenzuge in der Nähe von Vilbel ein Unfall zugestoßen. Es sollen fünf Personen Verletzungen davongetragen haben.

* * Unfall. In der Ltndengasse blieb heute Morgen das Pferd eines Fuhrmannes mit dem Hufe in dem Rost eines Einfallschachtes hängen und kam zu Fall. Der Rost flog heraus und ging in Stücke, während das Pferd keinen Schaden nahm.

* * Zu schnelles Fahren. Gestern Nachmittag jagte ein Personenfuhrwerk durch die Kaplansgasse und fuhr einen da­selbst stehenden, mit Wäsche beladenen Karren derart an, daß die Wäsche auf die Stcutze flog und der Karren entzwei gefahren wurde. Der Fuhrwerkslenker wird nicht allein für den entstandenen Schaden aufkommen, sondern auch noch eine Poltzeistrafe zahlen müssen.

* * Ungetreue Bedienstete. In einem hiesigen Geschäft kamen in letzter Zett häufig kleine Diebstähle vor und hegte man Verdacht, daß diese von Bediensteten ausgeführt würden. Dieser Verdacht sollte sich gestern bestätigen. Bei zwri Be­diensteten wurden Haussuchungen vorgenommen und fanden sich eine Menge Gegenstände vor, die aus dem Geschäft stammten. Da die beiden Uebelthäter geständig waren, wurden sie aus der polizeilichen Haft wieder entlassen.

* * Obstdiebiuuen. Gestern Abend traf ein Schutzmann zwei schon oft wegen Diebstahl bestrafte hiesige Frauenzimmer, wovon die eine einen Korb, die andere einen Bündel trug, und revidirte letztere. Sie enthielten Zwergobst, schöne dicke Birnen, welches die beiden aus einem Garten am Hamm gestohlen hatten. Zwei schöne Bäume Zwergobst, das noch nicht ganz reif, waren von den Diebinnen geplündert worden.

** Der EutlaffuugStag, der von den Reservisten so lange erwartet, hat nun seinen kalendermäßigen Einzug gehalten. Der Soldat hat bekanntlich seinen eigenen Kalender. Er rechnet nicht wie die Mehrzahl der Menschen vom 1. Januar bis zum 1. Januar, sondern vom 15. October, dem durch­schnittlichen, seit Einführung der zweijährigen Dienstzeit an­genommenen Einstellungstage, bis zum 15. September, dem gewöhnlichen Entlassungstage. Auf jeder Kasernenftube hängt ein Kalender, gewöhnlich in Buntdruck, der an den Seiten mit Bildern geziert ist, die den von Allen sehnsüchtig erwarteten Termin, den Entlassungstag, verherrlichen: dort steht die Braut und erwartet mit offenen Armen den Ge­liebten, hier gehen die alten Eltern dem heimkehrenden Sohne entgegen. Der Soldat beginnt an dem Tage, an dem er zum ersten Male eine Reservisten-Entlassung erlebt, also wenn er selbst ein Jahr abgedtent hat, zu zählen, wie lange er noch zukloppen" hat. Sein Kalender zeigt es ihm an, es sind noch dreihundert und dreißig Tage. Nun ist es Sache des Gefreiten, jeden Abend vor dem Schlafengehen den ver­flossenen Tag mit einem Blaustift zu durchstretchen, und zwar mit einem einfachen Strich von links nach rechts. Wird der Strich aus Versehen doppelt, so gilt dies als Zeichen dafür, daß man den Tag noch einmalbeim Commiß" erlebt, wird der Strich von rechts nach links gemacht, so glaubt man, daß daraus irgend ein Unglück entstehen wird. ,©inb sieben Tage, eine Woche, verflossen, so werden die schon einmal durchstrichenen Tage nochmals durchstrichen und zwar mit einem dicken, schrägen Kreuz. So geht Tag für Tag, ja selbst in das Manöver wird die Tafel mitgenommen und bildet dort ein Hauptgesprächsthema. Aber nicht allein das Führen des Kalenders, sondern auch ein anderes Factum ist stets ein sicheres Zeichen, daß die Leute sich im Gedanken nur noch mit der Entlassung beschäftigen, ist dies das Photo­graphieren. Es ist ein alter, schöner Brauch in der Armee, daß jeder Jahrgang sich zusammen aufnehmen läßt und hierzu wohl die Offiziere und Unteroffiziere seiner Compagnie ein­ladet. Die letzteren erhalten jeder ein Bild geschenkt und

durch nichts kann man die Mannschaften empfindlicher kränken' und beleidigen, als wenn man aus irgend einem Grunde dic Annahme des Geschenkes verweigert, oder sich bei der Auf­nahme des Bildes ausschließt. Die Gruppirung eines solchen Bildes ist Jahr aus, Jahr ein immer dieselbe: in der untersten Reihe sitzen die Offiziere und Unteroffiziere der Compagnie, rechts und links von ihnen steht je ein Soldat in feldmarschmäßiger Ausrüstung mit aufgepflanztem Seiten­gewehre, zu ihren Füßen liegen malerisch gruppirt die vier Spielleute und hinter ihnen steht die Mannschaft in drei ober vier Reihen im Tuchanzug mit ber Felbmütze unb bem umgehängten Brobbeutel. Aus keinem Reservisten- bilbe fehlt bas Bierfaß, auf bem mit Kreibe geschrieben steht:

Wir dienen unferm Kaiser treu Unb unferm Mädchen auch dabei." Oder man liest den Spruch:

Und ruft das Vaterland uns wieder Als Reservist, als Landwehrmann, Gleich legen wir die Arbeit nieder Und folgen Deutschlands Fahne treu."

Die Unkosten für ein solches Bild sind nicht gering. Der Betrag dafür wird in der Weise aufgebracht, daß die Mannschaften sich ein ganzes Jahr hindurch von ihrer kärg­lichen Löhnung von zwei Mark und zwanzig Pfennigen alle zehn Tage die Summe von 20 Pfennigen abziehen lassen. Selbst der Aermste ber Armen unterwirft sich gerne diesem Zwange, und es hat vielleicht in ber ganzen Armee noch keinen Solbaten gegeben, ber ohne Reservistenbilb heirn- gekehrt ist. Der Entlassungstag ist endlich hereingebrochen. Zum letzten Mal haben sich die Soldaten auf dem Kasernen-- Hof versammelt, aber nicht wie sonst zum Exercieren und Marschieren, sondern um Abschied zu nehmen, von den Vor­gesetzten und Kameraden. Zum letzten Mal spricht ihr Kom­mandeur zu ihnen, ernste, mahnende Worte, und schließt mit einem donnernden Hoch auf den obersten Kriegsherrn. Die Musik spielt einen frischen fröhlichen Marsch, und bann ziehen die Reservisten davon, entweder in geordnetem Zuge, ihre Reservistenstöcke schwingend, der Feldflasche fleißig zusprechend zum Bahnhofe, ober zu Fuß unb Wagen nach ihrem nahen Heimathsorte. Unsere 116 er ftnb gestern Abenb spät mittelst zwei Sonderzügen aus dem Manöver in Starken- bürg zurückgekehrt unb in aller Stille in bie Stabt ein­gezogen. Bei Dieburg hatte im Laufe bes Vormittags noch ein Treffen ber Division mit einem markirten Feinbe statt- gefunben, worauf in Groß-Umstabt bie Einschiffung ber Fuß- truppen erfolgte. Die Reservisten würben heute Vormittag in ber üblichen Weise entlassen. Gegen 11 Uhr wurden sie, ea. 800 Mann stark, an der Bürgermeisterei zusammen, gezogen und unter Vorantritt der ganzen Regimentsmusik nach dem Bahnhof geleitet, von wo aus sie von den nach 12 Uhr auf sechs Linien abdampfenden Zügen entführt, wurden.

Reu Isenburg, 18. September. Zur Feier ber Er­hebung Neu-Isenburgs zur Stabt Neu-Isen­burg fanb am Samstag Abenb im Saale bes Schützen- Hoses hier ein Festessen statt, wozu auch Herr Kreisrath Haas unb die Herren Kreisamtmänner erschienen waren.

Mainz, 19. September. Ein Liebespaar ans Mann­heim, 18 unb 17 Jahre alt, bas gestern hier angekommen war, unternahm einen Vergiftungsversuch. Beibe würben lebenb in baS HoSpital verbracht.

BeuSheiw, 18. September. Eine zweite Schnecken­züchterei wurde von dem Schreinermeister Herrn Volk dahier eingerichtet.

Vom Odenwald, 18. September. Infolge des nun feit - acht Tagen anhaltenden schönen Wetters kommt die Ohm et- oder Grummet er nie gut nach HauS. Solche fällt gleich­falls wie die erste Heuernte sehr reich aus, daher der Umstand, daß das Heu täglich abschlägt. Zu 1 Mk. 70 Pfg. bis höchstens 2 Mark kann man in den verschiedenen Thälerw unserer Gegend Wiesenheu erster Qualität haben. Ver­schiedene in den letzten Tagen stattgehabte Ohmetversteiger- ungen blieben ganz und theilweise ohne Erfolg, da nur pro Morgen 2 bis 3 Mk. geboten wurden, weßhalb der Zuschlag nicht ertheilt wurde.

Vermischtes,

* Frankfurt a. M., 19. September. Die zwanzigjährige Tochter eines beim Opernhaus Angestellten hat sich das Leben genommen.

Oberwiuter, 18. September. Zwei Arbeiter, die auf einem Nachen bet Ausbaggerung des Oberwinterer Hafens beschäftigt waren, ertranken heute im Rhein.

* Boppard, 19. September. In der vergangenen Nacht wurden durch eine Feuer Sbrun st in ber Jubengaffe acht Häuser zerstört.

* Werden, 17. September. Auf bem benachbartenHügel" ereignete sich gestern ein recht trauriger Unglücksfall. Dort waren bei bem Obergärtner I. zwei junge Mäbchen auf Besuch, bie gemeinsam in einem Zimmer schliefen. Heute Morgen fanb man nun bie eine ber jungen Damen tobt in ihrem Bette, währenb bie anbere beinahe bewußtlos war. Das Unglück soll burch Ausftrö.men von GaS ent» stauben sein.

* Essen, 19. September. Auf Zeche Hannover würbe ein Bergmann durch Kohlen v er schüttlet unb nach einer Stunbe von ben Kameraden tobt herausgeschafft.

* Thorn, 16. September. In dem russischen Grenzborse Laznia kam es zwischen zwei Schwägern wegen eines Wiesen­stückes beim Mähen desselben jzum Streit. Die Fran des einen, die vermitteln wollte, wurde von ihrem Bruder mit der Sense durchbohrt, sodaß der Tob sofort eintrat. Dann stürzte sich ber Wüthenbe auf ben Schwager unb töbtete auch diesen. Die 15jährige Tochter ber Ermorbeten würbe bem Tobenben nur mühsam entrissen.

* Lübeck, 17. September. Ein außergewöhnlich großer Granitstein im Gewichte von ca. 12000 Kilo würbe bei