Diese Ausgaben bezw. die Creditüberschreitung eine Erläuterung noch vorgelegt wird. Der der heutigen Versammlung vorgelegte ziffernmäßige Nachweis über diejenigen Ausgabeposten, bezüglich deren der Voranschlag überschritten worden, wurde gutgeheißen.
Zwei Rechnungen über orts gerichtliche Gebühren und über Schulbücher für solche Kinder, deren Eltern eine Erklärung, daß sie zur Anschaffung der Bücher nicht im Stande seien, noch nicht abgegeben, erhalten die vorschriftsmäßige Decretur.
Das Gesuch des Herrn W. Reinhold um Erlaubniß zur Aufstellung von Zierbäumen in Kübeln vor seinem Restaurant in der Schulstraße wird mit Rücksicht auf die große Trottoirbreite, aber unter der Bedingung und auf Widerruf genehmigt, daß die Kübel nicht mehr wie 70 Ctm. Raum nach der Straße hin beanspruchen.
Das Gesuch des Herrn Peter Borre um Erlaubniß zum Verkauf von Obst auf einem städtischen Platze an der Südanlage wird mit Rücksicht auf die Oertlichkeiten, die von der Deputation aus mancherlei Gründen als ungeeignet bezeichnet wurden, abgelehnt.
Gegen die von der Direction der Main - Weser - Bahn geplanten Wegv er leg ungen östlich und westlich des Bahnhofs, in Nähe der künftigen Güterbahnhofs, hat die Versammlung nichts zu erinnern, sofern die Steigungen das gegebene Maß von 1 :20 nicht überschreiten und für ungehinderten Abfluß des Waffers Vorsorge getroffen wird.
Bezüglich des Gesuches des Herrn W. Noll um Erlaubniß zum Wirthschaftsbetrieb für das Haus Marktstraße 32 sprach sich die Versammlung gegen die Bejahung der Be« dürfnißfrage aus; sie erklärte in Uebereinstimmung mit der Commission, daß der häufige Wechsel der Wirthe in genanntem Hause ein Bedürfniß nicht erkennen lasse.
Herr Ferdinand Schott in der Bahnhofstraße hat gelegentlich der nachgesuchten Erlaubniß zur Ausdehnung seines Weinwirthschastsbetriebs auf ein weiteres Local wiederholt um die Erlaubniß zum Ausschank von Liqueur nachgesucht. Die Versammlung beschloß Bejahung der Bedürfniß- irage, weil Gesuchsteller Concession zum Wirthschaftsbetrieb besitzt.
Auch bezüglich des Gesuches des Herrn Louis Weiffenbach um Ertheilung der Erlaubniß zum Ausschank von Liqueuren und Branntwein in seiner im Rüger'schen Hause am Kreuzplatz errichteten Conditorei spricht sich die Versammlung für Bejahung der Bedürfnißfrage aus, weil für die Besucher einer Conditorei mit Cafe das Bedürfniß zu Genuß eines Liqueurs rc. vorhanden sei.
Coeafcs ttirö KrsviirzteUe-
Gießeu, den 20. Juli 1894.
** Von der Universität. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben AÜergnädtgst geruht: am 14. Juli den ordentlichen Professor Dr. Gaffky zu Gießen zum Rector der Landes-Universität für die Zeit vom 1. October 1894 bis dahin 1895 zu ernennen.
** Ernannt wurden: am 15. Juli l. Js. die Finanzaspiranten Georg Mas sing aus Griesheim, Daniel Lan- telm e vom Jllbacher Hof bei Reinheim und Julius I ö ckel aus Darmstadt zu Calculatoren, die Geometer 1. Klasse Adam Spam er aus Schotten, Christoph Löwer aus Laubach und Valentin Perschbacher aus Babenhausen zu Eisenbahngeometern, die Geometer 1. Klasse Ernst Seiler aus Stockhausen und Ludwig Betz aus Worms zu Wafferbaugeometern und Karl Fink aus Kohden zum Kunstwärter und Untererheber bei der Badeanstalt zu Salzhausen, der Kreisbauaufseheraspirant Wilhelm Bi er au aus Wieseck zum Straßenmeister.
** Grobe Mißhandlung. Ein am Leihgesterner Weg mit Einernten von Roggen beschäftigtes Ehepaar gerieth heute Morgen ohne besondere Veranlaffung in Streit. Der Mann griff nach dem Bindeftock und schlug unbarmherzig auf seine Frau ein auf Rücken, Arme, Brust und Gesicht, und trat dieselbe, schließlich mit den Füßen. Die Frau brach zusammen. Anzeige ist erhoben worden.
* * Laterueuwärler Wißner, welcher vor einigen Tagen i sich einen Schuß in die Brust beigebracht hatte, ist heute ji Morgen in der Klinik infolge der Verletzung gestorben, j
* * Ein jugendlicher Brandstifter. Vorgestern wurde ein ' 8jähriger Junge dabei betroffen, wie er in einer Scheuer am Seltersweg das dort liegende Stroh in Brand steckte. Der kleine Thunichtgut erklärte auf Befragen, er habe nur mal sehen wollen wie es brenne.
* * Uebersahreu. Gestern wurde in der Wallt horstraße ein Kind von einem Bäckerkarren überfahren. Wenn man zuweilen sieht, wie kleinere Kinder unbeaufsichtigt auf der Straße sich tummeln, ist es nicht verwunderlich, daß derartige Fälle vorkommen.
* * Diebstahl. In der Nacht vom 18. auf 19. d. Mts. wurde von einer Bleiche an der Lahn eine Parthie Wäsche gestohlen.
* x Ein Jubiläum. In diesem Sommer werden es 20 Jahre, daß die unter dem Namen Christine bekannte Obftverkäuferin am Neuenweger Thor ihre Waare dem Publikum feilbietet. Durch ihr freundliches Entgegenkommen dem Publikum gegenüber hat sich dieselbe bereits einen großen \ Kundenkreis erworben, den sie auch in jeder Hinsicht zu erhalten bestrebt ist.
** Regatta. Die Vorbereitungen zur bevorstehenden vierten Ruder-Regatta sind nahezu beendigt, die erforderlich gewesenen Baulichkeiten bedürfen nur noch der letzten Hand, namentlich des Decorateurs, und der Regatta-Platz wird, gleichwie in früheren Jahren, den Besuchern des interessanten Sportfestes ein schmuckes, allen billigen Anforderungen entsprechendes Aeußere bieten. Die Tribüne, welche ca. 300 bequeme Sitzplätze bietet, ist so angelegt, daß fast die ganze Wettfahrtstrecke übersehen werden kann und ist, trotz der da
durch verursachten beträchtlicheren Kosten, mit Holzfußboden versehen. Der für das Regatta - Comite und den Vorstand unbedingt erforderliche abgegrenzte Raum ist auf das geringste Maß beschränkt, im Uebrigen der ganze lange Platz zu beiden Seiten und hinter der Tribüne, welche die Aussicht nicht behindert, mitsammt dem Boothause der allgemeinen Benutzung der Inhaber von rothen Passe - Partout- sowie grünen und rothen dreieckigen Karten freigegeben. — Die Ehrenpreise für die einzelnen Nummern des Programms sind zum Theil Seitens der betr. Stifter selbst angekauft und werden, da sie durchweg aus prächtigen und gediegenen, zum Theil sehr werthvollen Kunstgegenständen bestehen, den als Siegern aus den einzelnen Wettkämpfen hervorgehenden Vereinen eine schöne Erinnerung an die vierte Gießener Regatta bieten. Es sei an dieser Stelle der noch immer ziemlich verbreiteten irrigen Auffassung begegnet, als ob im Rudersport der Preise wegen gerudert würde. Nichts weniger als dies. Die einzelnen Ruderer, welche sich zu ihrem eigenen Wohle dem schönen Rudersporte hingeben, haben nicht den geringsten materiellen Vortheil, wenn sie für ihren Verein einen Ehrenpreis erringen, wohl aber haben sie — dies zu bestreiten wäre nutzloses Beginnen — für ihre Person in körperlicher und gesundheitlicher Beziehung alle jene Vortheile, welche beispielsweise das Turnen bietet, das ist in erster Linie Stählung und Abhärtung des Körpers und Gewöhnung an strenge Disciplin, dann aber auch lernen sie den eignen Willen, die Sucht nach allen möglichen, dem Körper nicht zuträglichen Genüssen, den Interessen der Gesammtheit ihres Vereins unterordnen, damit ein bestimmtes Ziel erreicht wird, in dem Falle die Erlangung eines durch das sogen. Training zu erreichenden körperlichen Zustandes, der niemals schädigt und der sie befähigt, bei dem friedlichen Wettkampfe auf der Regatta den Sieg zu erringen. Derselben Vortheile werden auch diejenigen Ruderer theilhaftig, welche ohne sichtbaren Erfolg von der Regatta heimkehren, Alle aber haben bei der abendlichen Ausübung ihres schönen Sportes den, weder beim Turnen, noch bei irgend einem anderen Sporte vorhandenen großen Vortheil, daß die Leibesübungen in der köstlichen, staubfreien Atmosphäre des Wassers stattfinden, und daß die Schönheit der Landschaft, welche auf kilometerweite Entfernungen in Minuten durcheilt wird, das Auge entzückt. Nur in Folge aller dieser unbestreitbaren Thatsacheu findet denn auch gerade der Rudersport von allen Seiten ganz besondere Unterstützung- sämmtliche deutschen Fürstlichkeiten stiften und stifteten seit langen Jahren schon Ehrenpreise, meist in Form nie zu gewinnender Wanderpreise, ebenso staatliche, städtische und sonstige Behörden rc. Mögen diese Unterstützungen und Gunstbezeugungen dem edlen Rudersporte auch fernerhin zu Theil werden, möge insbesondere die Einwohnerschaft Gießens auch ihre, erst am
' vergangenen Dienstag Abend in so großartiger Weise bewiesenen Sympathieen bet der Regatta am Sonntage von Neuem bethätigen.
** Sechzehnter Hessischer Feuerwehrtag. Für die Delegirten- Versammlung des Verbandes freiw. Hessischer Feuerwehren am Samstag den 18. August, Nachmittags 3*/z Uhr, ist folgende Tagesordnung festgesetzt worden:
Punkt 1. Begrüßung, Berichterstattung über den Stand des Feuerlöschwesens im Großherzogtbum.
Punkt 2. Antrag des oberhesstschen Feuerwehr-Verbandes: Der Landesverband möge bei Großh. Staatsregterung vorstellig werden, den Feuerwehrleuten, welche Delegtrten- versammlungen besuchen, Fahrpreisermäßigung aus den Eisenbahnen zu gewähren und zwar in Form freier Rückfahrt auf ein gelöstes einfaches MtlitärbtUet an Feuerwehrleute in Uniform. Berichterstatter Feller-Lollar.
Punkt 3. Antrag des Kreisfeuerwehr-Verbandes Darmstadt: 1. Errichtung einer Sterbekasse für die Mitglieder der Ver- bandöwehren nach bayerischem Vorbild.
2. Großh. Staatsregterung zu ersuchen, den 8 17 der Aus- führungsbesttmmungen des Gesetzes vom 29. März 1890, betreffend die Landesseuerlöschkasse dahin umzuändern, daß der vorgeschriebene Dienstweg bet dem Gesuche um Unterstützung möglichst vereinfacht, daß weiter die Gemeinde - Vertretungen angewiesen werden, einem in ihrer Gemeinde verunglückten Wehrmann aus der Gemeindekasse einen noch zu vereinbarenden wöchentlichen Betrag auszuzahlen, welcher nach beendigter Unterstützung von der Landesseuerlöschkasse zurückgezahlt wird. Fischer- Darmstadt.
(Punkt 4. Antrag der Freiw. Feuerwehr Hainstadt:
Der Landesausschuß möge bei Großh. Brandversicherungskammer vorstellig werden, daß aus deren Mitteln Beiträge für Führercurse bewilligt werden, indem es im Interesse obengenannter Behörde liegt, wenn tüchtiges, gemeinschaftlich ausgebildetes Führerpersonal vorhanden ist. Hutter-Hainstadt.
Punki 5. Antrag Bingen:
In Erwägung, daß nach Absatz 4, Artikel 14 des Gesetzes Die Landesfeuerlöschordnung betr., für verunglückte Feuerwehrleute bezw. deren Hinterbliebenen im Todesfall Schadenersatz oder Unterstützungen nur nach Maßgabe btr in der Kasse vorhandenen Mittel gewährt werden, sowie in weiterer Erwägung, daß im Falle der Unzulänglichkeit der Kasse unter besonderen Umständen möglicherweise die Haftpflicht auf die Führer ausgedehnt werden könnte, möge der hessische Feuerwehrtag in Gießen beschließen, bet Großh. Hessischer Regierung um eine allgemeine Unfallversicherung der Feuerwehrleute auf Staatskosten nachzusuchen, resp. zu beantragen, daß die im gewerblichen Betrieb durch das Unfallversicherungsgesetz gewährleisteten Entschädigungen in gleicher Weise auch verunglückten Feuerwehrleuten bezw. deren Hinterbliebenen von Staats wegen gesichert werden.
Punkt 6. Antrag der Freiw. Feuerwehr Ortenberg:
Was soll es mit dem angesammelten Vermögen der Landesverbandskasse geben, eventuell Beschlußfassung Hierüber, desgl. über die Verwendung der Zinsen.
Punkt 7. Wie ist die Prüfung der Schlauchkuppelungen mit gleichen Hälften Seitens des deutschen Feuerwehrausschusses verlaufen, refp. welche Kuppelung wurde angenommen.
Punkt 8. Einführung eines einheitlichen Feuerwehrgrußes. Es wird hierfür „Gut Wehr" in Vorschlag gebracht.
Punkt 9. Wahl derjenigen Wehr, welche den nächsten hessischen Feuerwehrtag übernimmt.
** Der Ausschuß der deutschen Turnerschaft hat 1 gegenwärtig in Gemeinschaft mit dem Centralausschuß zur ; \ Förderung der Jugend- und Volksspiele in Deutschland einen 1 Aufruf veröffentlicht, in welchem die Aufforderung an alle
Freunde der Leibesübungen ergeht, thatkräftig für die Förde^ rung der Volksgesundheit einzutreten. In dem ansprechenden, wohlgelungenen Aufruf heißt es am Schluß: „Wohlan! Setzet nur ein mit kräftigem Wollen, überwindet in Leibesübungen die körperliche Trägheit, regt in frohem Tummeln Eure Glieder und gesundere Neigungen, Gewohnheiten und Sitten werden in Euch wieder zur Herrschaft gelangen! In turnerischen Hebungen Selbstvertrauen, Gewandtheit und Kräfte zu gewinnen, straffer Zucht nicht minder sich zu fügen, wie kecken Wagmuth zu erproben — in fröhlichem Spiel auf freiem Plan Unermüdlichkeit, Geistesgegenwart, Verträglichkeit und Gemeinsinn darzuthun — in munterer Wanderfahrt durch die Gaue der deutschen Heimath die Gottesnatur in ihrer Größe und Schönheit zu genießen und zu bewundern: Das ist rechte Volkserholung und Volkserziehung, das ist der Weg zur Gesundung unseres Volksthums! Darum geht unser Ruf hinaus in alle Gaue des Vaterlandes zur Mitarbeit an diesem schönen segenverhetßenden Werke! Unsere Zeit mahnt dringend dazu. Manches ist vorgearbeitet — das Meiste bleibt zu thun. Dazu aber bedürfen wir die Unterstützung durch selbstlose Männer und edle Frauen, sei es, daß sie sich an bestehende Vereine anschließen, sei es, daß sie aus eigener Kraft heraus neue Vereinigungen ins Leben rufen, sei es, daß sie, Beispielen hochherzigen Sinnes folgend, für diese echte Volkssache reichlichere Mittel stiften. Mögen sie Alle sich zusammen- schließen und unsere Jugend und das ganze deutsche Volk um das Banner schaar-n, auf dem geschrieben steht: „Durch Hebung des Leibes zur Gesundung des Volkes an Leib und Seele!" Der Aufruf ist von sämmtlichen Mitgliedern beider Ausschüsse unterzeichnet, vom Ausschuß der deutschen Turner- schast an erster Stelle von Profeffor Boethke - Thorn und Dr. med. Goetz - Leipzig - Lindenau und vom Centralausschuß für Jugend- und Volksspiele von dem Abgeordneten von Schenkendorff - Görlitz und Dr. med. F. A. Schmidt- Bonn. Die Veröffentlichung des gesammten Aufrufs durch die deutsche Presse erscheint sehr erwünscht. Derselbe ist kostenfrei zu beziehen durch Dr. med. Goetz in Leipzig- Lindenau. Möchte der darin von so sachverständiger und begeisterter Seite gegebenen Anregung zum Wohle unseres Vaterlandes weitgehendste Folge gegeben werden. Wieviel Leid verschwände durch regelmäßige Leibesübung und wieviel Freud und Kraft würde geschaffen und in den Dienst des Vaterlandes gestellt. — Möchte dieser Aufruf auch Widerhall in unserer Stadt finden! Mit Schaffung eines Spielrasens würde der erste Schritt zur Einbürgerung der Jugend- und Volksspiele gethan werden.
** In Amerika verstorbene Heffen. Pittsburgh, Pa. Margaretha Fettig, geb. Freitag, 61 Jahre alt, aus Osthofen. Chillicothe,O. Georg Wintersheimer, 48 Jahre alt, aus Lampertheim. Sheboygan, Wts. Elisabeth Muth, geb. Vollert, 75 Jahre alt, aus Sandhof, Kreis Worms.
** Während der bevorstehenden Herb st Übungen werden auch der Cavallerie probeweise Radfahrer betgegeben werden, denen die Aufgabe zufallen wtrd, Erkundigungen einzuziehen und die Verbindungen zwischen den einzelnen Truppen- theilen aufrecht zu erhalten. Dadurch hofft man die durch die anderweitigen Dienstleistungen in Anspruch genommene Cavallerie ohne Beeinträchtigung der militärischen Bedürfnisse entlasten zu können.
** Beschädigte Reichsmüuzeu gelten, wie viel zu wenig beachtet wird, nicht als kassamäßiges Geld. Sehr häufig kommt es vor, daß offenbar aus purem Muthwillen beschädigte, gebogene und zerschlagene Münzen aller Sorten zur Ausgabe gelangen und namentlich im Kleinverkehr auch unbeanstandet genommen werden. Es sammelt sich im Jahre bet manchem Kleingewerbe ein ganz auftändiges Sümmchen solcher verkrüppelten Silber- ober Nickelmünzen, und den Schaden hat der zu tragen, welcher sie annimmt, weil sie von der Bank zurückgewiesen werden. Um sich vor solchen Schaden zu wahren, wird man also gut thun, derartige Münzen gleich von erster Hand zurückzuweisen.
** „Wir bekommen bessere Zeilen!", so beginnt der „Confect." die folgenden Ausführungen: Man begegnet jetzt häufiger der Ansicht, daß eine Besserung der Geschäftslage in naher Aussicht steht. Schon daß es möglich ist, diese Frage zu erörtern, weist darauf hin, daß diese Ansicht, in weitere Kreise dringt. Dadurch wtrd das Vertrauen gestärkt und Muth zu neuen Unternehmungen eingeflößt. Für die kommende Besserung der Geschäftslage wtrd Folgendes angeführt: In Amerika stehen gute Geschäfte in Aussicht. Man glaubt daselbst, daß die fünf kommenden Jahre zu den besten des Jahrhunderts gehören werden. England hat einen geschäftlichen Niedergang durchgemacht, wie er seit langen Jahren nicht dagewesen ist. Nach dieser rückgängigen Bewegung steht noj? dem gewöhnlichen Verlauf der Dinge eine Erhöhung in Aussicht - daß ein günstiger Geschäftsgang in diesen beiden Ländern auch auf uns rückwirkend sein muß, kann nicht bezweifelt werden. Noch mehr aber als daS spricht die Thatsache für eine Besserung der Geschäftslage mit, daß die Vorräthe gering sind, daß die Production eingeschränkt worden ist, daß der leichte Geldstand seinen üblichen Einfluß ausüben muß, daß die herrschende Billigkeit einen vermehrten Verbrauch im Gefolge haben muß, daß, wenn die Arbeiter wieder Verdienst haben, sie auch wieder mehr ausgeben. Alle diese Umstände zusammengenommen, sollen eine Besserung der Geschäftslage herbeiführen, von der wir wünschen, daß sie recht bald in Erscheinung treten möge.
-r- Vom Fuße des Hoherodskopf, 19. Juli. Bei uns wird etwas später Sommer als in den warmen Fluß- thälern der Ebene, daher kommt es, daß Heu-, Getreide- und Kartoffelernte viel später eintreten, als in warmen Lagen. Unsere Heuernte z. B. ist in verschiedenen Gemeinden wie Breungeshain, Crainfeld, Herchenhatn, Ilbeshausen u. a. O.
1 nur einschürig und wird erst gegen Ende Juli beendigt, ' denn bis zu diesem Termine müffen die Wiesen, wenn nicht


