local (Cafe Ebel) anwesenden Mitgliedern Herr Director Otto Bergen durch einen höchst interessanten Vortrag über einen der hervorragendsten Jünger Gabelsbergers, den Stiftsprior, kömgl. geistlich'« Rath P. Gratzmüller O. 8. B. in Augsburg (Verfasser der Münchener Preisschrift und des Gebetbuches in stenographischer Schrift). Gratzmüller wird anläßlich seines 7 0. Geburtstages (19. Januar) von der ganzen stenographischen Welt geehrt und beglückwünscht, so daß sich auch der St.°V. G. entschloß, dem Jubilar seine Glückwünsche darzubringen in einem kunstvoll ausgestatteten (in der Brübl'schen Druckerei hergestellten) Diplom, componirt von unserem Ehrenmitglied Herrn Otto Bergen, der als junger Mann 1857—1861 selbst Schüler P. Gratzmüllers war und von seinem verehrten Lehrer die erste Anregung und Aufmunterung erhielt zu seinen einzig dastehenden zeichenkünstlerischen Compositionen aus Gabels- berger'schen Schriftzeichen. Herr Bergen führte nun an einer Schulwandtafel eine Reihe seiner Compositionen vor und demonstrirte so recht ad oculos die überaus anmuthige Berwendbarbeit der stenographischen Schriftzeichen. Wer sich an diesen interessanten Compositionen erfreuen will, sei auf Bergen, -Stenographik, Folio-Format, 20 Seiten, Verlag von I. I. Weber in Leipzig (Preis nur 1 Mk. 20 Pf.) verwiesen. Durch solche Schöpfungen gewinnt man Freude an der Redezeichenkunst. — Der Verein ist Herrn Direetor Bergen für diese lehrreichen Stunden sehr dankbar und hegte Jeder den stillen Wunsch nach öfterer Wiederholung solch angenehmer Abende.
Z. Neues Theater. Nach fast zweijähriger Pause ging gestern Abend wieder einmal Sudermanns vieractiges Schauspiel „Die Ehre" über unsere Bretter und in der That, man muß gestehen nach den vielen Wiederholungen, die der — sit venia verbo — wirklich seichte Schwank „Charleys Tante" in den letzten Wochen erlebte, ohne daß wir darüber der Direetion irgendwie einen Vorwurf machen wollten, war eine etwas kräftigere und vernünftigere Kost für das Theaterpublikum sehr am Platze, was dieses auch durch sein zahlreicheres Erscheinen und durch den nachhaltigen Beifall, mit dem es die einzelnen Leistungen begleitete, zur Evidenz bewies. Gerade Sudermanns „Ehre" ist eines von den Stücken, das sich, obwohl die deut,che Schauspielbühne in der letzten Zeit von hervorragenden Novitäten wesentlich anderen Genres beherrscht wird, trotzdem stets auf dem Repertoire gehalten hat und das mit vollem Recht, hat es doch der geniale Ver- fasier verstanden, uns in den vier Acten ein Stück socialen Lebens zu zeichnen, das in seiner Wahrheit jeden Menschenfreund ergreifen und in der Treue, mit der es gegeben wird, jeden Kunstverständigen zu offener Bewunderung fortreißen muß. Sudermann verzichtet auf jegliche Mache, seine Cha- ractere imponiren durch ihre Klarheit und Schärfe, mit der sie gezeichnet sind, allein und bedürfen keineswegs an den Haaren herbeigezogener Mittelchen, um den Zuschauer für sie zu gewinnen. Wie großartig und unmittelbar wirken so die beiden in der Mitte der Handlung stehenden Personen „Robert" und „Graf Traft" ! Eben aus dieser Gewohnheit des Autors, auf jegliches Beiwerk zu verzichten, mag auch die Rücksichtslosigkeit resultiren, mit der er die Nebenfiguren behandelt, hier vor allem die übrigen Mitglieder der Familie Heinecke. Die Frage, was aus ihnen wird, läßt Sudermann offen, eine Thatsache, die man ihm hin und wieder zum Vorwurfe gemacht hat. Indessen wir glauben, daß gerade die Virtuosität, mit der er seine Hauptfiguren behandelt, hierfür den Grund und vielleicht auch eine gewisse Entschuldigung bieten kann, ihm schien es nicht der Mühe werth, jene weiter zu verfolgen, an solcher Thätigkeit Befriedigung zu finden, überließ er Geringeren. — Die Aufführung war im Allgemeinen, Dank der umsichtigen Regie des Herrn Niemeier, eine wohl abgerundete und zufriedenstellende. Honoris causa erwähnen wir lobend an erster Stelle Frau Luise Wehn, zu deren Benefiz die Vorstellung stattfand. Frau Wehn ist eine routi- nirte Künstlerin, deren schauspielerische Begabung wir wiederholt anerkannt haben. Ihre gestrige Rolle (Frau Heinecke) bot allerdings keine Gelegenheit zu so wirkungsvoller Entfaltung derselben, wie wir dies an ihrem Ehrenabend gerne gesehen hätten. Indessen die echte Künstlernatur zeigt sich auch im Kleinen. Frau Wehn machte aus ihrer Partie, was der Autor aus derselben gemacht haben wollte und darin liegt eben die wahre Kunst des Schauspielers. Der enthusiastische Beifall, der den Leistungen der Dame folgte und das prächtige Rosenbouqet, mit dem sie beschenkt wurde, werden ihr bewiesen haben, daß sie es verstanden hat, sich die Sympathien der (Einwohner Gießens in reichem Maße zu erwerben. Die beiden Hauptpersonen des Stückes waren in den Herren Reifs (Robert) und Niemeier (Traft) vorzüglich vertreten. Auch dem Herrn Direetor Reiners (der alte Heinecke), dessen Frau (Alma) und Herrn Gohr (Mühlingk) gebührt volle Anerkennung für das von ihnen Gebotene. Herr Raschig verdarb seinen „Curt" durch seine schlechte Haltung und Herr Majewski machte aus dem stutzerhaften „Hugo Stengel" einen Hanswursten, was der Dichter kaum gewollt haben dürfte. Herr Stückel würde vielleicht gut daran gethan haben, wenn er dem „Reservelieutenant" statt des Tones des Tragöden etwas mehr nachlässige Blasirtheit hätte angedeihen laffen.
* • Gießener Zitherclub (Wohlthätigkeitsverein). Bei der gestern abgehaltenen ] zahlreich besuchten Generalversammlung wurde zunächst der Rechenschaftsbericht vorgelegt. Die Einnahmen betrugen 1441,39 Mark, die für die Zwecke des Vereins Verwendung fanden. Zum ersten Präsident wurde, nachdem Herr A. Keßler eine Wiederwahl abgelehnt hatte, der seitherige Rechner Herr Franz Nebl, zum zweiten Präsident Herr H. Schmidt gewählt. Ferner wurden in den Vorstand gewählt: der seitherige Schriftführer Herr K. Conrad, die Herren I. Sorger, W. Schmall, M. Rüger, B. Wisker, R. Rüdiger, Chr. Stiehl und L. Lüter. — Dirigent bleibt der Begründer des Vereins PH. Brand.
* * Der Bitte um Schlittschuhe für den Knabenhort ist erfreulicher Weise reichlich entsprochen worden. ES wurden 47 Paar Schlittschuhe geschenkt. Herr Oberlehrer Hahn ersucht uns, den Spendern auf diesem Wege bestens zu danken.
* * Die Waschanstalt in der neuen Kaserne soll in Zukunft durch einen Gasmotor betrieben werden. In dem Voranschlag des Gaswerks für 1894/95 sind bereits die Kosten eingestellt, welche die Fortsetzung der Rohrleitung bis in die Kaserne erfordert.
* * Ans bet Schule. Während im verflossenen Jahrzehnt im Großherzogthum Hessen zu Beginn der Schuljahre stets zahlreiche Schulklassen neu errichtet werden mußten, ist in den letzten Jahren ein Stillstand nicht nur eingetreten, sondern wir finden durchweg in unserem Lande die auffällige Erscheinung einer starken Abnahme der Schulkinder. Im Landbezirke des Kreises Mainz verminderte sich im verflossenen Jahre die Zahl um 110, im Kreise Bingen um 80, im Kreise Offenbach um 103. Die stärkste Abnahme weift die Provinz Oberhessen auf, wo dieselbe im Kreise Alsfeld 210, im Kreise Friedberg sogar 736 beträgt. Es ist dies für die vielen der Anstellung harrenden Schulamts- Aspiranten keine erfreuliche Aussicht. N. H. V.
* * Der Getreidemarkt. Die Stagnation im Geschäftsverkehr auf dem Getreidemarkt hält noch immer an, die in Roggen und Weizen erzielten Umsätze waren an den meisten Plätzen nur sehr geringe. Trotz der mangelnden Kauflust behaupteten sich indessen beide Artikel fast überall im Preise, während Hafer hie und da sogar anzog. Uebrigens lauten auch die Meldungen vom amerikanischen Weizenmarkt fortgesetzt ungünstig. Notirungen an der Berliner Productenbörse: Weizen 137 bis 149 Mark pro 1000 Kilogramm, Roggen 123 bis 129 Mk., Hafer 142 bis 181 Mk., Gerste 110 bis 180 Mark.
* * Der Hauptgewinn der Ulmer Münster-Bau-Lotterie (75 000 Mark) fiel auf Nr. 175471.
Heldenbergeu, 18. Januar. Der hiesige Dekan Herr Geistlicher Rath Brentano hat nun schon zum zweitenmale 3000 Mark für die hiesige Kleinkinderbewahranstalt und das Schwesternhaus für Kranke aller Confessionen gestiftet. Der edle Spender hat sich durch seine Hochherzigkeit ein bleibendes Denkmal in den Herzen unserer gesummten Bevölkerung gesichert.
Neu-Zsenburg, 18. Januar. Ein hoch in den 60er Jahren stehendes Fräulein war seit etwa 30 Jahren bei einer wohlhabenden Wfttwe dahier in deren Wascherei thätig. Als eine von auswärts zufließende Unterstützung aufhörte und das alte Fräulein nicht mehr so viel leisten konnte, wie früher, suchte ihre Herrin sie anderweitig unterzubringen, und brachte ein Gesuch bei dem Bürgermeister vor. Dieser wies aber auf die früheren Leistungen und den Nutzen hin, den die Frau durch das Fräulein gehabt habe, wodurch sie auch bewogen wurde, das Fräulein bei sich zu behalten. Gestern erschien nun unverhofft der hiesige Gendarm und erkundigte sich nach dem Fräulein resp. nach ihrer Wohnung und Lebensweise. Die Wohnung befand sich im Hintergebäude in einem — Stalle, woselbst neben der Krippe ein Bett stand, in dem das alte Fräulein lag. Untersuchung ist eingeleitet. Vorläufig soll die arme Person in einem Krankenhause untergebracht werden.
* Offenbach, 18. Januar. Auf eine höchst rasfinirte Weise wurde vor einigen Tagen eine Frau in der Domstraße bestohlen. Bei derselben erschien nämlich ein elegant gekleideter junger Mann, um ein zu vermiethendes möblirtes Zimmer anzusehen. Ohne lange um den Preis zu handeln, miethete er das Zimmer und bat dann die Frau um ein kleines Darlehen, um seine Sachen an der Bahn abholen zu können, was ihm jedoch die Vermietherin abschlug. Sodann verlangte er Feder und Tinte, um nach Hause um Geld schreiben zu können. Während die Frau das Zimmer verließ, um das Verlangte zu holen, entledigte sich der Fremde seines Ueberziehers, zog ein an der Wand hängendes neues Jaquet und einen dito Ueberzieher eines in dem Zimmer logirenben Herrn und sodann seinen eigenen Ueberzieher darüber an, schrieb, als die Frau mit Feder und Tinte zurückkehrte, ein paar Zeilen und entfernte sich mit einem freundlichen „Aus Wiedersehen heute Abend!" Die Geschädigte bemerkte das Fehlen der Kleidungsstücke erst, als es zu spät war.
A Mainz, 19. Januar. Aus höhere Anordnung hin findet im Bereich des 11. Armeecorps binnen Kurzem- die Verpflegung der Truppen mittelst gefrorenen Fleisches statt. Das zur Verwendung kommende Fleisch entstammt den Militärschlächtereien in Metz und Straßburg, wo dasselbe durch Kühlapparate in den gefrorenen Zustand verbracht wurde. Die Verpflegung der Truppen mit diesem Fleische findet nur versuchsweise auf die Dauer von zwei Monaten statt. Dem größten Theil der bisherigen Fleischlieferanten sind Seitens der Militärbehörde die Lieferungsverträge bereits gekündigt worden. Von Sachverständigen wird behauptet, daß das Fleisch durch den Gefrierprvzeß sowohl an Nährwerth, wie an Schmackhaftigkeit beträchtlich einbüße. — Wie verlautet, soll die hessische Regierung mit einer hiesigen Rhederfirma einen Vertrag vereinbart haben, der darauf abzielt, mit Beginn des Frühjahres hier versuchsweise eine zweite Trajectanstalt zwischen Mainz und Kastel einzurichten. Diese zweite Trajectverbindung soll auf dem diesseitigen Ufer in der Mitte der Neustadt, etwas oberhalb dem Zollhafen ihren Abgangspunkt erhalten und auf der Safteier Seite die Landungsbrücke unmittelbar unter die Straßenbrücke an das „Ankerthor" gelegt werden. Mit diesem Versuch will man einem von den Bewohnern der Neustadt lebhaft geäußerten Wunsche nachkommen.
Vermischtes.
* Ms. Nieder-Marsberg, 19. Januar. Zu dem gemeldeten Kampfe zwischen Weißen und Schwarzen auf ro ther Erde ist noch ergänzend mitzutheilen, daß die 'Schwarzen eine Suaheli-Truppe aus dem Innern OstasrikaS waren, welche, von einem Engländer geführt, sich hauptsächlich in Kriegstänzen, Gefechtsübungen rc. produeiren. Die Ver- anlaffung zu dem Streite ist, wie unserem Gewährsmanne von amtlicher Seite mitgetheilt wird, in folgendem Umstande zu suchen: Die Neger hatten, wie bereits erwähnt, viel „Brandy" getrunken und machten in ihrem Rausche nun so eine Art Carnevalsscherz, indem sie eine schwarze schmierige Flüssigkeit ins Bier machten, bezw. mit dem Biere geschmeidiger machten und sich nun gegenseitig die Gesichter beschmierten und bemalten. Dies machte ihnen unendlichen Spaß und als sie unter sich fertig waren, da fingen sie an — vielleicht ahnten sie, daß wir mitten in der Carnevals- saison leben — auch die „Bleichgesichter" in ihrer wilden Weise zu bemalen. Und das wollten die sich eben nicht gefallen lassen, worauf der Kampf entbrannte. Die Widersetzlichkeit gegenüber der vermeintlichen Wohlthuerei (wie es die Neger auffaßten) steigerte ihre Wuth aufs Höchste. Die Fenster des Wartesaales sind theilweise zertrümmert, viele Biergläser dienten als Wurfgeschosse und gingen in Scherben. Nachdem die Theilnehmer am Kampfe vor den Amtmann geführt und vernommen worden — fuhren die Mitglieder der Negertruppe mit dem Nachtzuge nach Arnsberg zu weiter. Trotz großen Menschenandranges ging die Abfahrt ohne Störung vor sich.
* Leipzig, 18. Januar. Vom Landgericht wurde nach dreitägiger Verhandlung der Agent Lieb old zu zwei Jahren Gefängniß und fünf Jahren Ehrverlust verurtheilt, welcher verschiedene Schwindeleien ausgeübt und u. a. sich zu Auctions- zwecken Cigarren hatte anfertigen lassen pro 1000 zu 14 Mk. inclusive aller Spesen. Von diesen „Havannas" hatte L. 65,000 Stück Herstellen und zum Preise von 19 Mk. pro Tausend versteigern lassen. Wie Mancher mag da geglaubt haben, daß er ein gutes Geschäft in der Auction machte!
* Zürich, 16. Januar. Eine arg verstümmelte Depesche ist kürzlich, wie die „N. Z. Ztg." berichtet, aus Berlin nach Zürich gelangt und hat hier einen liebenden Bräutigam in nicht geringe Aufregung versetzt. Ein junger Herr aus einer bekannten Züricher Familie ist mit einer schönen Berlinerin verlobt/ da ist die Auserwählte seines Herzens an der tückischen Influenza plötzlich krank geworden. Der besorgte Bräutigam telegraphirt nach Berlin und erbittet sich sofortige Auskunft über das Befinden seiner Angebeteten. Wie groß war aber sein Erstaunen, als die ersehnte Drahtantwort endlich eintraf und das Telegram schwarz .auf weiß die folgenden Worte trug: „Wiener Würstel!" Was sollte das bedeuten? War die Dame seiner Wahl Plötzlich anderen Sinnes geworden und ihr der Bräutigam und die ganze Verlobung „wurscht" geworden? Den „Seelenzustand", in den der liebende Bräutigam durch diese verhängnißvolle Depesche versetzt wurde, kann man sich leicht ausmalen. Bald klärte sich glücklicherweise das Mißverständniß auf. Die Braut hatte mit fliegender Feder auf die besorgte Anfrage des Geliebten geschrieben: „Wieder wohler!", und der neckische Telegraph machte daraus: „Wiener Würstel". Das Histörchen klingt wie eine luftige Erfindung, hat sich aber buchstäblich so ereignet.
* Gleiwitz, 19. Januar. Auf der hiesigen Königin Luisen- Grube explodirte infolge vorzeitiger Entzündung eineDynamit- patrone. Der Häuer Kitta wurde sofort getöbtet und fünf Schlepper schwer verwunder. Die Verunglückten wurden sämmtlich in das Knappschastslazareth geschafft.
* Paris, 19 Januar. Aus St. Trond wird gemeldet, daß durch den Genuß vergifteten Pferdefleisches bereits 14 Personen gestorben sind.
* Ein Capital von 100000 Mk. hat der kürzlich verstorbene Dr. Adolf Düst erhoff der Berliner Universität vermacht. Die Zinsen sollen zur Unterstützung eines fleißigen Studenten der Medicin verwandt werden.
* Eine Rieseu-Ratte ist gegenwärtig ein Metzger in Brüssel zu zeigen in der Lage. Das Unthier mißt jammt Schwanz 1 Mtr., wiegt 4 Kilogr. und ist somit größer als eine ausgewachsene Katze. Der Besitzer des Thieres wurde desselben in seiner Fleischhauerei auf dem „Fischplatz" vermittels eines Sackes, und zwar in dem Augenblick habhaft, als es eben im Begriff stand, einen Hund zu verzehren. Für das seltene Stück, welches tagtäglich einer zahlreichen Menge zur Schau gestellt wird, wurden dem Eigenthümer bereits 500 Frs. geboten. Derselbe ist jedoch nicht Willens^ die „Rattenseltenheit" um diesen Preis zu veräußern.
* Die „Holzauktion".
E Lehrer hvt unlängst sei' Bübcher Des Aa'-mvl-aans so üwerhört, Un so e ganzer klaaner Doppcher, Sv hoch knapps wie zwaa Kaffeekvppcher, Der Hofs gekennt, wie sich's gehört.
Allein de nächste — der blieb stecke! Der Hofs halt ewe net gekennt.
Er Hofs zwaa-, breimol a’gefange, Des Dings is awer net gegange, Do Hot bes Bübche bann geflennt.
Des Hot ben erste Quotch gebauert.
Flink springt er uff, ber schlau Sujon; „Herr Lehrer, bhun S'en nor net haage! „Des kann ber Bub heit noch net sage, „Awer — er kann — bie Hvlzauction!" Was wollt halt bo ber Lehrer mache? Da gibt mer nooch am klügste boch!
Die „Holzauction" — er hot se g'sunge, Die is em ganz famos gelange, Sei Aa -mvl-aans — bes lernt er noch.
(Darmst. Tgl. Anz) K. Schafsnitt^


