Ausgabe 
20.9.1894 Erstes Blatt
 
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fident schloß seine Rede mit den Worten:Ihnen vertraut die Republik mit ihrer Fahne die Ehre und mit den Söhnen ihre Zukunft an. Wer, wie Sie, alles hochhält, was das Herz groß, den Willen stark macht, bereitet den Soldaten für die Vertheidigung, den Bürger für die Freiheit vor. Ich trinke auf die französische Armee." Saussier dankte im eigenen Namen und in dem der Armee und versicherte den Präsidenten seiner Ergebenheit und verehrungsvollen Sym­pathie. Nichts möge den Präsidenten hemmen, seine ruhm­volle Bestimmung zu erfüllen. Möge er noch lange im Stande sein, für die Wohlfahrt und Größe Frankreichs zu wirken. Nach dem Frühstück fuhr der Präsident zu Wagen n-ch Paris zurück.

Madrid, 18. September. Nach einer Meldung des Heraldo" aus Fez ist der Gesundheitszustand des Sultans von Marokko nicht befriedigend- der Sultan sei zu schwach, um zu Pferde zu steigen und habe am Freitag den 7. September zur Moschee getragen werden müsien.

Haag, 18. September. Die Königin-Regentin eröffnete die Generalstaaten mit einer Thronrede, worin der Zustand des Landes als befriedigend bezeichnet wird. Die Viehseuche sei gehemmt, die Beziehungen zum AuSlande seien die freundschaftlichsten. Die Meinungsverschiedenheiten mit Venezuela, die von 1875 herrührten, seien freundschaft­lich beendet. Marine und Armee seien lobenswürdig. Die Königin beklagt mit bewegter Stimme die ernsten Verluste der Armee in Indien und spricht die Hoffnung aus, daß trotz des Mißgeschicks die Ehre der holländischen Waffen in Lombok aufrecht erhalten würde. Schließlich wird erwähnt, daß eine ernstere Ausdehnung der Cholera dem Lande er­spart worden sei. An Vorlagen werden angekündigt: Wahl­reform, Revision der Personalsteuer, Militärstrafgesetzbuch, Modificationen des Handelsgesetzbuchs, Vorlagen zur Er­neuerung des MartnematerialS, beffere Bewaffnung der Armee und Marine und andere militärische Vorlagen, ferner eine Vorlage über die Organisation von Arbeitskammern und Arbeitergesetze, eine Vorlage über die Erhöhung der Eingangs­und AuSgangSzölle in Indien und über Maßregeln zu Gunsten Surinams. Die infolge des Congreffes für daS internationale Privatrecht abgeschloffenen Conventionen werden voraussichtlich vorgelegt werden.

WB. Shanghai, 18. September. An der coreanischen Küste fand am 16. ds. zwischen der chinesischen und der japanischen Flotte ein heftiger Kampf statt. Die Chinesen verloren vier, die Japaner drei Kriegsschiffe- der chinesischen Flotte gelang es, eine Truppenmacht zu landen, während die japanische Flotte sich zurückzog.

Deveschen btl Bureau »Herold*.

Berlin, 18. September. Das Vorgehen der Criminql- polizet gegen die Wucherer zieht immer weitere Kreise. Gestern wurden wieder bei verschiedenen verdächtigen Personen Haussuchungen vorgenommen.

Berlin, 18. September. Wie dasBerl. Tagbl." mit» theilt, har die Staatsanwaltschaft heute bei der Rheinisch- Westfälischen Bank eine Bücherrevision vorgenommen, was mit dem Proceß Zusammenhängen soll, welcher gegen die Bank wegen ihrer Beziehungen zu dem Actienbauverein Unter den Linden geführt wird.

Berlin, 18. September. Major v. Wißmann hat sich, wie aus Lauterberg a. Harz gemeldet wird, mit Fräulein Hedwig Langen, Tochter des Geh. Commerzienraths Langen in Köln, verlobt.

Frankfurt a. M., 18. September. Wie dieFrkf. Ztg." aus Belgrad meldet, wird König Alexander am 17. October Abends zum Besuch Kaiser Wilhelms in Berlin eintreffen. Der König wird im Königlichen Schlöffe absteigen und vier Tage in Berlin verweilen - er wird während seiner Anwesenheit einem größeren militärischen Schauspiele beiwohnen, indem der Kaiser in dieser Zeit die Verleihungen von Fahnen an die neuerrichteten vierten Bataillone fortsetzt. König Alexander wird vom Ministerpräsidenten und dem Kriegsminister begleitet.

Kiel, 18. September. Die KreuzercorvettePrinzeß Wilhelm" ist während der Manöver in der Ostsee auf den Grund gerathen.

Wien, 18. September. In Mährisch Ostrau ist ein Bergarbeiter an asiatischer Cholera gestorben.

Lemberg, 18. September. In Otthnia hat die Cholera, da sich das Volk, wie vor einiger Zeit gemeldet, den behördlichen Maßregeln aus Aberglauben widersetzt, be­denkliche Dimensionen angenommen, besonders nachdem der Ortsvorftand, bewogen durch einen Ueberfall auf daS Cholera­spital, bei dem die Beamten mißhandelt und zwei kranke Frauen entführt wurden, erlaubt hatte, die Kranken in ihren Häusern zu pflegen. In vergangener Nacht wurde das Haus des Ortsvorstehers in Brand gesteckt, weshalb noch heute ein RegierungScommiffar abgefandt ist.

Paris, 18. September. DerGauloiS" theilt mit, der gesammte Briefwechsel des Grafen von Parts solle demnächst veröffentlicht werden. Die Correspondenz sei sehr umfangreich und meist vom Grafen selbst geschrieben.

Paris, 18. September. Präsident Casimir Perier, welcher gestern Abend hier eingetroffen ist, fährt morgen nach Chateaudun, wo er am Donnerstag sowohl nach der Truppenschau wie nach dem Esten eine große politische Rede halten wird.

Brüssel, 18. September. Eine gestern Abend abgehaltene Versammlung der Arbeiterpartei lehnte einstimmig das von den vereinigten Liberalen angebotene Wahlbündniß ab, obwohl dastelbe von den Progressisten Feron und Janson warm befürwortet wurde.

London, 18. September. Nach einer Drahtnachricht hiesiger Blätter aus Ping Hang betrug der Verlust der Chinesen in der Schlacht vom Freitag auf SamStag circa 17 000 Mann, lieber 14000 davon sind Gefangene, die in Abtheilungen zu je 1000 nach Japan gebracht werden sollen.

. Auch fünf chinesische Generale und ein großer Theil des Generalstabs wurde gefangen genommen.

Belgrad, 18. September. König Alexander beab­sichtigt, auf der Reise nach Berlin den Kaiser von Oje st erreich am 12. k. M. in Pest zu besuchen.

Belgrad, 18. September. Der Kreisphhsikus Rado­van ovic, der Sohn des Mörders des Fürsten Michael, ist aus Furcht davor, daß er wegen Betheiligung an der Cebinac- Verschwörung zur Verurtheilung herangezogen werden könnte, plötzlich wahnsinnig geworden. Seit den Verhaftungen in der Cebinac Affaire zeigte Radovanovic bereits Zeichen ausbrechenden Wahnsinns - er glaubte fortwährend von Polizisten verfolgt zu sein. Sein jetziger Geisteszustand ist die wüthendste Tobsucht.

Bukarest, 18. September. Bei den gestrigen Muni- cipalwahlen haben 37 Städte regierungsfreundlich und 8 oppositionell gewählt. In 5 Städten sind Stichwahlen erforderlich. Auch in Bukarest haben drei Stichwahlen statt­zufinden.

Petersburg, 18. September. Um einem allzu starken Zufluß fremder Staatsangehöriger nach dem Kaukasus vorzubeugen, soll demnächst durch einen Regierungs­erlaß eine besondere Bestimmung bekannt gegeben werden, wonach die Genehmigungen zur Ansiedlung geregelt werden.

Algier, 18. September. Eine Abtdeilung franzö­sischer Truppen, welche das Fort Mac Mahon an der Saharagrenze verproviantiren sollte, wurde von Arabern überfallen. Die Truppen vertheidigten sich erfolgreich und tödteten eine Anzahl der Angreifer. Die Franzosen verloren nur fünf Mann.

totale* tinb provinzieller.

Gießen, den 19. September 1894.

* * Gießener Omuibusgesellschaft. Heute Mittwoch Abend findet im Restaurant Bavaria die Generalversamm­lung statt, auf welche die Herren Actionäre der Tages­ordnung wegen aufmerksam gemacht werden. (S. Inserat.)

* * Daß der Obstreichthum in diesem Jahre durchschnitt­lich ein ganz bedeutender ist, geht daraus hervor, daß in der Maingegend der Centner gelbe Pflaumen zu 15 Pfg. versteigert wurde.

* * Rückkehr an8 dem Mannöver. Der Stab und das 1. Bataillon des Kaiser Wilhelm-Regiments treffen heute Abend 1034 Uhr mit Sonderzug hier ein, das 2. u. 3. Ba­taillon um 1056 Uhr.

* * Cholera. Als ein weiteres gutes Zeichen über Bürgeln bezeichnet dasMarb. Tgbl." die Mittheilung, daß Professor Dr. Fränkel auf einige Wochen nach seinem späteren Bestimmungsorte Halle verreist ist. Amtlich wird unterm 18. September weiter gemeldet: Vier Cholerakranke in Bürgeln gelangen heute zur Entlassung aus der Baracke. Die übrigen werden morgen und übermorgen entlasten. Voraussichtlich wird der Abbruch der Baracke am Freitag erfolgen können.

* * In Amerika verstorbene Heffen. Newyork City, N. I.: Katharina Hangen, 41 I. alt, aus Zotzenheim. North Minneapolis, Minn.: Elisabeth Springer, 87 I. alt, aus Heimertshausen. Tuna Canyon, Cal.: John Lieser, 73 I. alt aus Darmstadt.

* * Der Verband der Verwaltungsbeamten der Orts, krankeukaffen Deutschlands, der sich über ganz Deutschland er­streckt, wird am Sonntag den 23. September in Leipzig seinen Verbandstag abhalten. Ein großer Theil der Anträge gilt einer festeren Gestaltung der rechtlichen Verhältnisse der Kastenbeamten bezüglich ihrer Anstellung, Pensionirung rc. Weiter sind Anträge gestellt, die eine Ausdehnung des Ver­bandes auf die Beamten der Berussgenostenschaften bez. der Organisationen der gesummten socialpolitischen Gesetzgebung bezwecken. Sodann soll über eine an den preußischen Landtag zu richtende Petition Beschluß gefaßt werden, in der die Gleichstellung der Krankenkaffenbeamteu hinsichtlich der Com- munalbesteuerung beantragt wird.

* * Der Bund der deutschen Gastwirthe führte in Leipzig am Freitag seine Verhandlungen zu Ende. Die vom Reichs­tage zurückgegebenen Petitionen auf Einführung gesetzlicher Bestimmungen, nach denen die Hersteller der Gläser für deren richtige Größe verantwortlich gemacht werden, und auf eine periodische Nachaiche sämmtlicher Fäffer sollen auf An­trag der süddeutschen Delegierten erneut an den Reichstag abgehen, lieber das Kapitel der Haftpflicht der Gastwirthe sprach Herr Weidc-BreSlau unter Bezugnahme auf den Ent­wurf des deutschen bürgerl. Gesetzbuches. Beschlossen wurde, der mit derAusarbeitung dieses deutschen bürgl.Gesetzbuches betrauten Commission in einem Memorandum die Wünsche der Gastwirthe zu unterbreiten. Im Wetteren bildeten die Sondersteuern der Gastwirthe den Gegenstand lebhafter Klagen. Bei der Reichspostverwaltung soll die Herabsetzung der Telephon­gebühr von 150 auf 100 Mark pro Jahr erstrebt werden. Landau wurde als Ort für den nächstjährigen Verbandstag bestimmt und die Leitung des Bundes dem bisherigen Vor­stände überlasten, ebenso verbleibt der Sitz in Leipzig.

* * Zur Sicherung der Sparkaffeubucheiulageu. Bekannt­lich ist die Sicherung der Sparkassenbucheinlagen bis heute noch keine absolute gewesen, weil Unberufene noch hin und wieder die Einlagen abheben können. Um die Abhebung von Sparkassenguthaben durch unbefugte Personen thunlichft zu vermeiden, hat die Direction der Hannoverschen Capital- versicherungsanstalt eine, wie es scheint, sehr nachahmens- werthe Einrichtung getroffen. Sie hat nämlich für ihre Sparer von den Sparkassenbüchern getrennt zu haltende Con­trollnummern anfertigen lassen und zu deren Benutzung durch folgenden Anschlag in den Räumen der Sparkaste auffordern lassen:Zur Nachricht. Es ist verschiedentlich vorgekommen, daß von unserer Sparkasse ausgegebene Sparkassenbücher ihren Eigenthümern entwendet und daß die Guthaben auf diese Sparbücher von Unberechtigten abgehoben sind. Um solchen Vorkommnissen für die Zukunft vorzubeugen, wird von jetzt ab jedem Einleger auf dessen Wunsch neben dem Spar­

kassenbuche eine besondere Nummer ausgehändigt werden, bie getrennt von dem Sparkassenbuche zu verwahren ist. Diese Nummer, die verschieden ist von der des Sparkassenbuches, muß mit dem letzteren bei jeder Abforderung des Guthaben- öder eines Theiles desselben vorgelegt werden, widrigenfalls die Auszahlung des zurückgeforderten Betrages so lange ab- gelehnt wird, bis die das Sparkastenbuch überreichende Person nachweist, daß sie zur Abhebung des Geldes berechtigt ist-"

** Vor fünfzig Jahren. Am 9. September 1844 ver­öffentlichte die Gesetzsammlung für das Königreich Preußen eine Cabinetsordre, betr. die Portoermäßigung für Briese und Briessendungen, die in jener Zeit als ein großer Fortschritt im Verkehrswesen lebhaft begrüßt wurde. Da­nach sollte das Porto für den einfachen Brief vom 1. October 1844 ab betragen: Bis zu 5 Meilen 1 Silbergroschen ( 12 preußische oder 10 Reichspfennige), über 5 bis zu 10 Meilen V]2 Silbergroschen, über 10 bis zu 15 Meilen 2 Silbergroschen, über 15 bis zu 20 Meilen 21/a Silber- groschen, über 20 bis zu 30 Meilen 3 Silbergroschen, über 30 bis zu 50 Meilen 4 Silbergroschen, über 50 bis zu 100 Meilen 5 Silbergroschen und über 100 Meilen für jede weitere Entfernung innerhalb des Staates 6 Silbergroschen. Das Briefschreiben war damals also eine ganz kost­spielige Sache.

Lumda, 16. September. Heute wurde in unserem fest­lich geschmückten Dörfchen die Einweihung des neuere Schulhauses gefeiert. Nachmittags um 2 Uhr ver­sammelten sich die Schüler mit ihrem Lehrer, die verschiedenere Ortsbehörden, die erschienenen Vertreter der Kreisschul­commission und zahlreiche Festtheilnehmer an dem alten Schulhause, von wo aus nach einer kurzen Ansprache de- Herrn Schulrath Büchner und nach dem Gesang des Liedes Unseren Ausgang segne Gott" sich der Zug nach dem neuere Schulhause bewegte. Nachdem man hier angekommen, richtete Herr Lehrer Keller herzliche Begrüßungsworte an die Festtheilnehmer, worauf bet Geistliche des Kirchspiels, Herr Pfarrer Ahlheim zu Wirberg, die Weiherede hielt. Herr Provinzialdirector v. ® tigern wies in seiner Ansprache darauf hin, welch großes Opfer die Gemeinde durch den Bau des schönen und allen Anforderungen entsprechenden Schul­hauses gebracht habe und stellte der Gemeinde eine weitere namhafte Unterstützung aus Staatsmitteln in Aussicht. Zum Schluffe betonte Herr Schulrath Büchner, wie durch daS schöne, geräumige Schullocal nunmehr eine Bedingung zur ersprießlichen Wirksamkeit des Lehrers und der Schule erfüllt sei. Hauptsache sei jedoch, baß auch bie Eltern als Erzieher der Jugend ihrer Aufgabe voll und ganz gerecht würben und sich nach Kräften bemühten, ben Lehrer in seinem mühevollere Berufe zu unterstützen. Nachbem ber leitenbe Baumeister, Herr KreiSingenieur Stahl aus Gießen, mit entsprechenber Ansprache ben Schlüssel zum Hause unserem Herrn Bürger­meister überreicht hatte, schloß mit bem Gesang bes Liebes Lobet ben Herren" die Einweihungsfeier. Hierauf wurden bie Schüler mit Bretzeln beschenkt, währenb bie Besucher be$ Festes eine Besichtigung bes schön unb zweckmäßig einge­richteten Schulhauses unb seiner Räume vornahmen.

Friedberg, 16. September. Heute tagte hier eine Ver­sammlung bes Bunbes ber Landwirthe, worin Herr Lucke-Patershausen bie besonberen Aufgaben bes BunbeS im Großherzogthum Hessen kennzeichnete. Reichstags- und Landtagsabgeorbneter Graf Oriola, ber zum Bezirksvorsitzenbere gewählt würbe, erklärte seine Zustimmung zu ben Forberungen bes Bunbes. Diese beziehen sich auf Steuern, Schullasten, Eisenbahnen, Bildungsanstalten für Lanbwirthe, Entschädigung bei Seuchen, Kaufstempel bei Immobilien unb finb besonders Aufgaben des hessischen Landtages und der Regierung.

E. Echzell, 18. September. Sobald bie Nachrichten über bie Thätigkeit ber Dreschmaschinen ins Laub gehen, pflegen btejentgen Über Unglücksfälle bei ben Maschinen als hinkende Boten hintendrein zu folgen. In bem benach­barten Bingenheim war ein Mäbchen bei ber Dresch­maschine beschäftigt, es kam bem Treibriemen ber mit voller Dampfkraft arbeitenben Maschine zu nahe unb ber Riemen schnitt ber Bedauernswerthen bie Nase glatt weg. DaS Mäbchen, in ben zwanziger Jahren stehenb, sehr fleißig, brav unb tüchtig, steht im Begriffe, sich zu verheirathen. Man kann ben Leuten nicht genug Vorsicht bei ben im Gange befinblichen Maschinen anempfehlen.

D. Dauernheim, 18. September. Der Einbrecher, welcher einem hiesigen Einwohner 1200 Mk. ans ber Schub­labe stahl, ist entbeeft und hinter Schloß unb Riegel gebracht worben. ES ist ein hiesiger Bursche, ber mit ben Local­verhältnissen jenes Hauses, worin er bie Summe stahl, genau vertraut ist- er hat aber wie bies bei ben meisten ber- artigen Dieben zu geschehen pflegt burch sein Benehmen alSbalb ben Verbacht auf sich geloben unb sich selbst ver- rathen, benn er schaffte sich eine golbene Uhr mit golbener Kette an, hatte nicht weniger als vier goldene Ringe an den Fingern, legte sich einen feinen Ueberzieher und dem­entsprechenden Hut zu, kurz unb gut, er machte solche Depensen, baß man balb auf bie unerhörten Geldausgaben aufmerksam wurde. Auch an gutem Essen unb Trinken ließ eS ber junge Mann nicht fehlen. Die 1200 Mark sollen radikal verjubelt sein, benn in Friedberg konnte ber Bursche zuletzt seine WirthshanSrechnung nicht mehr begleichen. Der Be­stohlene kann sich allenfalls noch an bie Uhr mit Kette und die goldenen Ringe halten, sonst wirb er bas Nachsehen haben.

§ NöSberlS (Kreis Lauterbach), 16. September. Heute würbe bie neue Brücke zwischen hier unb Wetd-MooS feierlich eingeweiht.

Schlitz, 17. September. Am 11. ds. Mts. wurde hier seitens des Großh. Kreisbauamts Alsfeld das neuerbaute Amtsgerichtsgebäude seiner Bestimmung Übergeben- Sowohl die äußere als die innere Ausstattung lassen bas Gerichtsgebäude als ein allen Anforderungen, die man heut­zutage in dieser Beziehung stellt, voll entsprechendes Bau-