Ausgabe 
20.9.1894 Erstes Blatt
 
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rottl erscheine», daS insbesondere auch der Stadt Schlitz zur höchsten Zierde gereicht. Die innere Einrichtung der Dienst- räume ist eine zweckentsprechende und würdige zu nennen. Im Erbgeschoß befinden sich die Geschäftsräume des Großh. Amtsgerichts, während daS Obergeschoß dem OberamtSrichter als Dienstwohnung überwiesen ist. Die Pläne zum Neubau find hervorgegangen aus dem technischen Baubureau Großh. Ministeriums der Finanzen, Abtheilung für Bauverwaltung, die Ausführung der Arbeiten erfolgte unter der bewährten Leitung des Großherzoglichen KreiSbauaffefforS Diehm von Lauterbach. (Darmst. Ztg.)

B. Büdingen, 17. September. Man hat bei uns mit der Herstellung von Obstwein begonnen und macht Ankäufe zu diesem Zwecke, wodurch Leben in das Obstgeschäft kommt. Der Büdtnger Aepfelwein erfreut sich eines treff­lichen Rufes bis an die Nord- und Ostsee. Die Aepfelerme ist dieses Jahr bei uns nur eine mäßige, denn im Vorjahre brachen viele Bäume unter der Last ihrer Früchte. Für daS Malter (Doppelcentner) Kelter ob st werden 5 bis 6 Mark gezahlt. Birnen und Zwetschen gibt eS sehr reichlich, sind aber weniger begehrt.

nn. Darmstadt, 17. September. Nachdem gestern, Sonntag, Nachmittag um 6 Uhr, die fünf Opfer der fo traurigen Familien-Tragödie in drei Leichenwagen nach dem Leichenhause auf dem städtischen Friedhöfe verbracht worden waren, fand deren Beerdigung heute Nachmittag um 3 Uhr start. Eine ungeheure Zahl Leidtragender, wie sie der stille Ort des Friedhofes kaum gesehen, hatten sich hierzu eingefunden. Insbesondere die Einwohner aus der Martins- gemeinde, in der die Wohnung der Opfer sich befindet, gaben den Verstorbenen das letzte Geleite. AlS um 3 Uhr die drei Särge, in denen sich je zwei Mädchen und zwei Knaben, sowie der Vater befanden, durch Friedhofsbedienstete aus der Leichenhalle zu Grabe getragen wurden, da blieb kein Auge thränenleer und überall hörte man lautes Schluchzen. Den Särgen folgten zwei katholische Geistliche, welche am Grabe für die jugendlichen Opfer eine Meffe und das Vaterunser lasen. Einen herzerschütternden Eindruck machte es aus die Versammlung, als später die Mutter mit ihrem achtjährigen Sohne Ludwig die Grabstätte besuchte, wo sie ihre Kinder und ihren Gatten zur letzten Ruhe schon eingebettet fand. Nur mit Mühe war die trostlose Frau von dem Grabe zu entfernen, in welches ihre ganze Hoffnung hinabgesenkt worden war. Dem Wunsche WölfelschneiderS entsprechend ruht der­selbe zwischen seinen Kindern.

nn. Darmstadt, 18. September. Zu den gestern an unserem Großh. Hoftheater stattgehabten Concurrenz- spielen um die zweite und vierte Contra - Bassistenstelle für die Hoftheatermusik waren 46 Meldungen aus aller Herren Länder eingelaufen. Zur engeren Concurrenz wurden nur 14 Herren geladen, welche vor einer besonderen Com­

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Barometerstand

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Thermometer: min. + 3>/»°Ii., max. + 51 R.

Mission spielten und ihr ganzes Können in die Waagschale warfen. AlS Sieger für die zweite Stelle gingen aus dem Wettstreit nach scharfer Probe hervor: Herr Hofmufiker Müller von hier, seitheriger Inhaber der dritten Basfisten­stelle, sowie für die drttte und vierte ein Mufiker aus Leipzig und Braunschweig. Die übrigen Herren mußten ohne Erfolg von dannen ziehen, doch erhielten sie eine Vergütung für ihre Reisekosten.

nn. Darmstadt. 18. September. Der Mühlenbau-Anstalt, Maschinenfabrik und Eisengießerei, vormals GebrüderSack in Darmstadt, wurde auf der Weltausstellung zu A n t w e r p e n die höchste Auszeichnung, bestehend in einem Ehren-Diplom, für gute Müllereieinrichtungen zuerkannt. In gleicher Welse wurde die genannte Firma auch auf der diesjährigen inter­nationalen Weltausstellung für Bäckerei, Müllerei n. s. w. in Amsterdam prämiirt. _

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wittermngsarrsfichten

am 19. September Morgen« 8 Uhr (Wetterhäuschen in der Südanlage)

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Trocken und schön. I ... .

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I. Lebensjahr

Vermischter

* Berlin, 18. September. Ein hiesiger Kaufmann wurde nach seiner Angabe von zwei Reservisten, mit denen er gekneipt hatte, auf der Hasenheide niedergeschlagen und beraubt.

* Köln. 18. September. An dem Neubau der katholischen Kirche in Deutz brach daS Gerüst, infolgedessen mehrere Arbeiter aus beträchtlicher Höhe in die Tiefe stürzten. Ein Klempner ist tobt, zwei Personen sind schwer verletzt. Wen die Schuld trifft, ist noch nicht feftgestellt.

» Mannheim, 18. September. Im Rhein ertrank heute ein Fuhrmann nebst zwei Pferden.

* Würzburg, 18. September. Köhlers-Brauerei steht in Flammen. Der Schaden dürfte groß werden.

* Bayreuth, 18. September. Die Staatsanwaltschaft theilt mit, daß die 18 j ä h r i g e B e e r e n s u ch e r i n Margaretha Wolfrum im Walde von Rehau ermordet aufgefunden wurde.

* Genua, 18. September. In dem benachbarten Orte Oneg li o beschloffen zwei Mädchen von 18 und 20 Jahren, die densc.ben Mann liebten, einen Zweikampf mit scharf geschliffenen Meffern. Bald stürzte das ältere Mädchen in die Brust getroffen tobt nieder, worauf bas jüngere sich ben HalS burchschnitt.

* Troyes, 17. September. Die 30jährige Wittwe Abamski erhielt mit ber Poft eine Schachtel Bonbons- kaum hatte sie von ben Süßigkeiten genossen, als sie unter furcht­baren Schmerzen verschieb. Die Untersuchung führte zur Ver­haftung bes Apothekers R., ber früher in Beziehungen zu ber AbamSki stanb. mr v

Unterschied.Wer ist ber ältere Offizier zu Pserbe? Hier ber Regimentscommanbeur."Warum nur hier?"Weil zu Hause seine Frau bas Regiment führt."

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Vertreter am hiesigen Platz'. Heinrich Wallach, ^Kaufmann

Schiff-nachrichten.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Earl Loos und I. M. Schulhof.

Bremen, 18. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Ems, Capitän W. Reimkasten, vom Nord- deutfchen Lloyd in Bremen, welcher am 8. September von Bremen und am 9. September von Southampton abgegangen wer, ist gestern 5 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Wöchentliche Urberficht der TodeSMe in Gieße«.

37. Woche. Vom 9. September bis 15. September 1894. Einwohnerzahl: angenommen zu 22 100 (incl. 1600 Mann Militär) SterblichkettSziffer: 21,17°/« bezw. 9,41 nach Ausschl. der Ortsfremden.

Kinder

Diphtheritis

Lungen tuberculose Brechdurchfall Athrophie Altersschwäche Sonstige benannte

Krankheiten - ___

Summa: 9 (5) 4 (3) 2 3 (2)

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben en, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

« e.

Die Rechnungen der vier evangelische« Kirchengemeinden I SRßfflttttttnttlfiUUa vom 20. Sevtember d. I. an in den Wohnungen der Pfarrer OVUUUUUlUUJMHy

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nachbenannter Produtte auf dem öffentlichen Submisfionswege vergeben werden und zwar:

20 Centner Aepfel,

(500 Ctr. magnum bonum 100 Ctr. Spätrosa),

Die LieferungS'Bedingungen können auf dem Verwaltungsbureau der neuen Kliniken an den Wochentagen, Nachmittags von 35 Uhr, einge- fehen werden.

Offerten sind verfchloffen, mit ent­sprechender Aufschrift versehen, bis

Verdingung.

Die zur Herstellung eines Fuß- gängerbankets am Riegelpfad und von 560 qm Chaussirung längs des Anatomie - Gebäudes erforderlichen Pflaster- und Chanffirarbeiten sollen

Montag, den 24. d. Mts., Bormittags 11V2 Uhr, im Wege des schriftlichen Angebot­verfahrens auf dem Stadtbauamte vergeben werden. Arbeitsbeschreibunf und Bedingungen liegen daselbf während der Dienstftunden offen und sind Angebote auf vorgeschriebenem Formular bis zum genannten Termin dorthin einzureichen.

Gießen, 18. Septbr. 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Stück

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10 500 150 400 200 350

Hauer- und Setzerlöhne für den Gießener Stadtwald pro 1895/96.

Die vorbemerkten Löhne sollen

liegen vom 20. September d. I. an in den Wohnungen

(die der Markusgemeinde im Pfarrhause der MatthäuSgemeinde), 8 Tage lang zu Jedermanns Einsicht offen.

Gießen, den 19. September 1894. 7697

Mittwoch den IV.Octbr 1894, Bormittags 12 Uhr, auf das erwähnte Bureau einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Tage.

Gießen, am 15. September 1894.

Großherzogliche Direktion der neuen Kliniken.

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Vom 15. October bis 15. Deeember wird wieder em Curfus für Weihnachtsarbeiten eingerichtet.

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Dienstag, den 25. d. Mts., Vormittags 11 Uhr,

> im Saal des alten Rathhauses öffent- I lich versteigert werden.

' Gießen, 18. September 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen.

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Freitag den 21. d. Mts., Nachm. 5 Uhr, wird im Main-Weser- Bahnhos dahier eine Grube Dünger meistbietend öffentlich versteigert.

Gießen, den 19. September 1894. 7673 Königliche Eisenbahn-Station. Montag den 24. Septbr. soll das Gemeinde-Obst der Gemeinden Holzheim und Bergheim, zum größten Theil aus Zwetschen be­stehend, versteigert werden. Der An­fang ist am Baumgartenweg, Vor­mittags um 9 Uhr. Das Obst der Gemeinde Bergheim wird Nachmittags um 3 Uhr versteigert. Anfang am Bergheimer Brunnen.

Holzheim, den 10. Septbr. 1894. Großh. Bürgermeisterei Holzheim.

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