Ausgabe 
20.3.1894 Erstes Blatt
 
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sind, an dem Attentat theilgenommen zu haben, find in ver­gangener Nacht verhaftet worden.

Abbazia. 17. März. In amtlichen Wiener Kreisen ver­lautet gegenüber der wohl beglaubigten Nachricht, daß der Deutsche Kaiser Dienstag Mittag 2 Uhr nach hier komme, seine Ankunft werde erst Donnerstag oder erst nach den Oster- tagen erfolgen. Die Marine-Akademie zu Fiume trifft bereits alle Vorbereitungen zum Besuch. Der Kaiser kommt allein, ohne Begleitung des österreichischen Monarchen. Seit heute Morgen find die Absperrungsmaßregeln im Parke ver­schärft worden, da die Zudringlichkeit des Publikums überhand nimmt. Der große Promenadeweg darf vorläufig nicht be­nutzt werden. Am morgigen Sonntag wird die illuftrirte Festnummer desMoniteur d'Abbazia" erscheinen.

Loudon, 17. März. Seitens der Polizei wird mit her­vorragendem Eifer auf die Anarchisten gefahndet. Es herrscht die Ansicht, Lord Roseberry werde in dieser Beziehung energischer vorgehen lasten, als dies unter Gladstone geschah. Gelegentlich der täglich stattfindeuden Haussuchungen wurden bei dem französischen Uhrmacher Rosteau hochwichtige anar­chistische Papiere beschlagnahmt. Die Polizei sucht vor allen Dingen die Bomben-Werkstatt zu entdecken.

Moskau. 17. März. Im Dorfe Bogorodskoje wurde Nachts bei einem Bauern eine geheime anarchistisch^ Druckerei entdeckt. Ueber 10,000 revolutionäre Broschüren sind confiscirt und viele Verhaftungen vorgenommen worden.

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Hießen, den 19. März 1894.

** Sitzung Großh. Handelskammer am 13. März 1894. Anwesend die Herren Koch, Scheel, Gail, Heichel­heim, Homberger, Katz, Klingspor, Kraatz. Der Vorsitzende erstattete Bericht über die Sitzungen des Bezirks­eisenbahnraths Frankfurt a. M. und Köln vom 27. Februar und 7. März I. I., in welchem derselbe die Kammer ver­treten hat. Gegenstand der Sitzung in Frankfurt a. M. war lediglich die Frage hinsichtlich der Bahnsteigsperre und der Platzkarten. Die Versammlung beschloß, bei Sr. Excellenz dem Herrn Minister Thielen die vollständige Auf­hebung der erstgenannten Maßregel zu befürworten, falls sich nicht die durch dieselbe besonders hervorgetretenen Belästig­ungen des Publikums in kurzer Zeit in geeigneter Weise be­seitigen lasten würden, ferner zu befürworten, daß die Platz­karten zum einheitlichen Betrag von 2 Mark in Wegfall und statt deren kilometrische Zuschläge zur Erhebung kommen. Außerhalb der Tagesordnung beantragte der diesseitige Ver­treter nachstehende Resolution:Der Bezirkseisenbahnrath erklärt, daß es eine nicht zu rechtfertigende Maßregel ist, Schnellzüge, welche dem Localverkehr dienen, zu O.-Zügen mit erhöhten Fahrpreisen (Platzkartengebühr) umzuwandeln, ohne gleichzeitig dem Localverkehr geeigneten Ersatz durch Einstellung einer neuen Zugverbindung zu gewähren." Der Antrag wurde einstimmig angenommen. In der Sitzung zu Köln kam insbesondere die Vorlage der Kömgl. Eisenbahn- Direction, betr. Aufnahme der Artikel Speck, sonstige Fleisch- waaren, Rohmargarine und Schmalz in die Klaste 2 des Ausnahmetariss für den Verkehr mit den Elbe-, Weser- und Emshafenstationen," zur Verhandlung. Die Vorlage gelangte nach längerer Debatte zur Annahme. Infolge diesseitiger Anregung bei der König!. Eisenbahn-Direction Hannover wird ab 1. Mai a. er. Zug 405 folgenden Fahrplan er­halten : Frankfurt a. M. ab 73°, Friedberg an 842, Fried­berg ab 8", Gießen an 939. Der Zug hält auf allen Stationen und erreicht Gießen vor Zug 75, dessen Abfahrt von Frankfurt ab 1. Mai l. I. von 8 Uhr Abends auf 840 verlegt wird- die Ankunft hier erfolgt 950. Die Züge 236 nach Diez und 219 nach Betzdorf werden entsprechend später gelegt (Gießen ab 957 bezw. IO05). Zug 99a erleidet eine gleiche Aenderung (Gießen ab IO05, Marburg an 1050). Von Großh. Ministerium der Finanzen liegt eine Einladung der Kammer zu der am 29. l. Mts. in Darmstadt statt- fiudenden Sitzung des Eisenbahnbeiraths vor. Die Kammer wird in derselben durch ihren Vorsitzenden vertreten sein. Etwaige an jener Stelle vorzubringenden Wünsche von Jutereffenten nimmt die Kammer gerne entgegen. Die Großh. Bürgermeisterei Alzey bittet unter abschriftlicher Mit­theilung der die Aenderung der Fahrpläne bezw. Einlegung von durchgehenden Schnellzügen auf den Strecken Mainz- Alzey-Kaiserslautern pnd Bingen-Alzey-Neustadt betreffenden Eingabe an die Dpecial-Direction der Hess. Ludwigsbahu um Unterstützung dieser Vorstellung bet dem Großh. Eisenbahn­beirath. Derselben soll nach Prüfung der einschlägigen Ver­hältnisse Rechnung getragen werden. Die aus der Deut­schen Colonie in Brüssel hervorgegangeneDeutsche Han­delskammer in Brüssel" theilt ihre Gründung, Tendenzen rc. mit und stellt ihre Dienste den vaterländischen Mutter-Handelskammern zur Verfügung. Von dem Königl. spanischen Viceconful wurde der Kammer ein Circular, betr. die 1894er Weltausstellung in Madrid, zugesandt. Etwaige Interessenten belieben sich wegen weiterer Aus- kunftsertheilung an die Kammer zu wenden. Es liegt eine weitere Mittheilung über zweifelhafte Firmen im Ausland (Großbritanien und Niederlande) vor. Nähere Auskunft kann von der Kammer ertheilt werden.

** Parlamentarisches. Die Erste Kammer der Stände hält Dienstag den 20. März, Mittags 12 Uhr, ihre dritte Sitzung ab. Auf der Tagesordnung stehen:

I. Neue Einläufe.

II. Berichterstattung.

III. Mündliche Berichterstattung, Berathung und Abstimmung über die Mittheilungen der Zweiten Kammer.

1) Vorlage der Großherzoglichen Ministerien des Innern und der Justiz, sowie der Finanzen, den Gesetz­entwurf, die Beschaffung weiterer Mittel für die Landescreditkaffe im Betrage von 3850000 Mk. betreffend;

2) Vorlage Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Verwilligung emes Theilbetrages von 4250 Mk. zur Verbesserung des DampfbootesHasfia" betr.-

3) Vorlage Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Verwilligung eines Darlehns von 115 181.69 Mk. an eine Reihe von oberhessischen Gemeinden wegen deren Beitragsleiftung bei Erbauung der Eisenbahn von Friedberg nach Hanau betr.-

4) Vorlage Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Prorogation des Finanzgesetzes betr.

** Gerichts - Personal. Nachrichten. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz wurden die D^nstverrichtungen: 1) eines Amtsrichters bet dem Amtsgericht Lorsch dem Gerichtsaffeffor H a u st aedt in Offen­bach, 2) eines Amtsrichters bet dem Amtsgericht Worms dem Gerichtsaffeffor Eller in Darmstadt, 3) eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Darmstadt II dem Gerichtsaffeffor Wiener in Gießen, 4) eines Amtsanwalts in Offenbach dem Gerichtsaffeffor Neuenhagen in Bingen, 5) eines Amtsanwalts in Bingen dem Gerichtsaffeffor König in Mainz, 6) eines Amtsanwalts bei dem Amtsgericht Darm­stadt I dem Gerichtsaffeffor Müller in Gießen, 7) eines Amtsanwalts in Gießen dem Regierungsaffessor Wolff in Gießen, 8) eines Hilfsgerichtsschreibers bei dem Landgericht der Provinz Oberheffen dem Gerichtsaffeffor Gl äs sing in Gießen, 9) eines Hilfsgerichtsschreibers bei dem Landgericht der Provinz Rheinheffen dem Gerichtsaffeffor Bus in Darm­stadt übertragen.

h. Bismarckfeier. Zur Feier des 79. Geburtstages des Fürsten Bismarck ist ein Festausschuß zusammen­getreten, bestehend aus den Herren: Dr. C. Fuhr, Jean Kirch, Karl Mayer, Stadtverordneten Louis Petri II. und Dr. Pitz, welcher am Sonntag den 1. April Nachmittags 5 Uhr im großen Saal des Stein'schen Etabliffements einen Festcommers mit Damen arrangieren wird. Hervorragende Kräfte und Redner, sowie eine Gesangsabtheilung sind dafür gewonnen - für den musikalischen Theil ist die Capelle des 116. Infanterie-Regiments (Kaiser Wilhelm) engagiert.

- y Lieutenant von Zangen. Die Leiche des Lieutenants von Zangen, welcher, wie wir bereits berichteten, in der hie­sigen alten Klinik an seinen im letzten Manöver erhaltenen Verletzungen verstorben ist, wurde heute Vormittag gegen 10V2 Ahr nach dem Bahnhof geleitet, um nach Darmstadt, seinem Garnisonsort, übergeführt zu werden. Die hiesige Regimentsmusik sowie eine Ehrencompagnie eröffneten den Zug. Hierauf folgte der Leichenwagen, dem der Bruder des Verstorbenen sowie eine Deputation des Artillerie-Regiments, welchem Letzterer angehörte, sowie ein Theil des hiesigen Osfiziercorps folgte.

* * Die neuen Schuhen Abzeichen werden seit gestern von Unteroffizieren und Mannschaften vom Infanterie « Regiment Kaiser Wilhelm getragen.

* * Sonntagsfeier. Nach dem hessischen Polizeistrafgesetz sind am ersten Osterfeiertage, sowie auch am Vorabend und in der ganzen Charwoche alle öffentlichen Lust­barkeiten gänzlich untersagt.

* * Verhaftet. Ein am hiesigen Reiners scheu Theater beschäftigt gewesener junger Mann wurde auf Requisition der Staatsanwaltschaft in Hamburg dahier verhaftet. Ferner wurde ein Metzgergeselle verhaftet, der vor einiger Zeit in einer hiesigen Wirtschaft logirt und hierbei einen Rock ge­stohlen hatte.

* Wegen lüderlichen Umhertreibens wurden zwei Frauen­zimmer festgenommen.

* * Militärisches. Ueber die Heranziehung der vierten Bataillone der Infanterie - Regimenter zu den diesjährigen Herb st Übungen wurde Folgendes bestimmt: Ein Theil der heuer auf 20 Tage zur Einziehung kommenden Reservisten ist zur Completirung der sämmtlichen vierten Bataillone der an den großen Corpsmanövern betheiligten Infanterie-Regimenter, der andere Theil bei den übrigen Armeecorps zur Auffüllung von zwei vierten Bataillonen jeder Division auf die Stärke der Friedensbataillone in den Grenzen des niedrigen Etats während der Manöver zu verwenden.

* * Grobherzogliche Technische Hochschule zu Darmstadt. Vorlesungen und Hebungen über Electrotechnik im Sommersemester 1894. Beginn des Sommersemesters: 17. April. Elemente der Electrotechnik, Geh. Hofrath Prof. Dr. Kittler, zwei Stunden wöchentlich. Specielle Electro- technik, Derselbe, zwei Stunden wöchentlich. Electrotechnisches Seminar, (Berechnung von Dynamomaschinen, Aufgaben über electrische Arbeitsübertragung) Derselbe, eine Stunde wöchent­lich. Electrotechnisches Practikum (Galvanische Arbeiten, Magnetische Untersuchungen, Bestimmung der von Motoren auf electrische Maschinen übertragenen Arbeit und photo­metrische Untersuchungen an Bogen- und Glühlichtlampen) Derselbe, sechs Stunden wöchentlich. Selbstständige Arbeiten aus dem Gebiete der Electrotechnik für vorgeschrittenere Studirende, Derselbe, Zeit nach Vereinbarung. Electrotechnische Meßstunde, Prof. Dr. Wirtz, zwei Stunden wöchentlich. Telegraphie und Telephonie, Derselbe, zwei Stunden wöchent­lich. Heilungen im Construiren elektrischer Maschinen und Apparate, (im Anschluß an das electrotechniscye Seminar) Prof. Berndt in Afsistenz mit dipl. Maschinen-Jngenieur M e r t s ch i n g , drei Stunden wöchentlich. Elektrochemie, Dr. Dieffenbach, zwei Stunden wöchentlich. Electro- chemisches Practicum (im Laboratorium des electrotechnischen Instituts) Geh. Hofrath Prof. Dr. Kittl er mit Dr. Dieffen­bach, Zeit nach Verabredung.

* * Der Getreidemarkt. Die Genehmigung des deutsch­russischen Handelsvertrags hat auf das einheimische Getreide­geschäft zunächst noch keineswegs irgendwelche deprimirende Wirkung geäußert. Ja, es ist sogar seitdem auf dem deutschen Geireidemarkt eine kleine Besserung eingetreten, von der namentlich Roggen profitirt hat- es scheint demnach beinahe.

! als ob die endliche Erledigung dieser Frage eher belebend auf das Getreidegeschäft einwirkt. Allerdings darf auch ntdr vergessen werden, daß vom Reichstage zugleich die Aufhebung des Identitätsnachweises beschloffen worden ist, eine Maß­nahme, die offenbar den Hnternehmungsgeist im Getreide­verkehr anzuspornen geeignet erscheint. Die wieder eingetrrtene flaue Tendenz des amerikanischen Marktes ist aus Haltung des einheimischen Marktes zunächst noch ohne Einfluß geblieben. Notirungen an der Berliner Productenbörse: Weizen per 1000 Kilogramm 135146 Mk., Roggen 119127 Mk., Hafer 134-176 Mk., Gerste 107180 Mk.

* * Brandstatistik. Der Bericht der Landesbrand­kasse über die Ergebnisse der Kaffe im Jahre 1891 weist eine Gesammteinnahme von Mark 2,111,737.38 und eine Ausgabe von Mark 959,226.94 auf, so daß ein Heberschuß von Mark 1,152,510.44 verbleibt, in welchem aber ein Kaffenvorrath von Mark 1,119,055.62 enthalten ist. An Brandentschädigungskosten wurden 1891 bezahlt an Oberheffen Mark 252,914.89, an Starkenburg Mark 369,504.11 und an Rheinhessen Mark 206,591.87. Von den einzelnen Kreisen der drei Provinzen erhielt der Kreis Offenbach den höchsten Betrag mit Mark 94,728.35, bann kommen die Kreise Gießen und Dieburg. Der geringste Betrag entfällt auf den Kreis Büdingen.

r. Reiskirchen, 18. März. Ein reger Verkehr hat sich infolge der zwischen Queckborn und Gießen herzustellenden Wasserleitung auf hiesiger Station entwickelt. Tagtäglich treffen mehrere Wagenladungen mit verschiedenen zur Anlage der Wafferleitung erforderlichen Geräthschaften und Materialien ein. Die Leilungsröhren, welche einen Durchmesser von ungefähr 27 cm haben, werden vor ihrer Verwendung einer Probe in Bezug auf ihre Stärke unterzogen. Mit der Legung der Rohre ist hier schon begonnen worden.

0. W. Aus dem Horloffthale, 14. März. Die Arbeiten für die Nebenbahnstrecke OberwiddersheimEchzellReichels­heim-Friedberg sind nun auch bei uns in Angriff genommen- Drei Techniker wurden von der Baubehörde für Nebenbahnen in Oberhessen entsendet und mit dem nöthigen Hilfspersonal versehen und es werden seit einiger Zeit von Ober-Widdersheim nach Schwalheim und Echzell Absteckungen, Nivellements und Querprofilaufnahmen vorgencmmen. Ober - Widdersheim ist bekanntlich eine kleine Station der Bahnlinie GießenGeln Hausen. Ob die Nebenbahn FriedbergEckzell in Ober» Widdersheim einmünden oder über Bad Salzhausen gehen und in Nidda anschließen wird, ist noch nicht entschieden. Da die Regierung für das reizend gelegene Salzhausen in den letzten Zähren viel gethan hat, ein Badeort ohne Eisenbahnstation aber niemals recht voran kommen kann, ist man der Ansicht, daß die Bahn über Salzhausen nach Nidda führen wird.

Alsfeld, 15. März. Die hiesige erweiterte Hand- werkerschule unter Leitung des Herrn Hauptlehrers Kilp wurde in dem nun zu Ende gehenden Wintersemester von 19 Schülern besucht, die in zwei Abteilungen von 5 Lehrern unterrichtet wurden. Von den Schülern widmen sich 16 dem Bau«, 3 dem Maschinenfache - 5 waren aus der Stadt Alsfeld, 11 aus dem Kreise Alsfeld und 3 aus dem Königreiche Preußen. Der Schluß des diesjährigen Wintercursus findet am 21. März mit Ausstellung der Schülerarbeiten und einer öffentlichen Prüfung statt.

Darmstadt, 16. Marz. Auf das an die Großh. (25.) Division durch die Großh. Bürgermeisterei Darmstadt gerichtete Ersuchen ist von ersterer nun in entgegenkommendster Weise ge­nehmigt worden, daß die Musikcapellen der Garnison Darmstadt» Beffungen, soweit sie nicht dienstlich in Anspruch genommen sind, dem Festcomite für die Spalierbildung und die abend­liche Fackel - Serenade bei dem demnächstigen Einzug des neuvermählten Großherzoglichen Paares zur Verfügung zu stellen sind. An die Großh. Commandantur Darmstadt ist von der Großh. Bürgermeisterei ferner das Ersuchen gerichtet worden, für das in Aussicht genommene Volksfest am Tage nach dem Einzuge des neuvermählten Großherzoglichen Paares einen Theil des Exerzierplatzes zur Verfügung stellen zu wollen. Im Falle der Ge­nehmigung würde dann mit Zustimmung der Eigentümer die T u r n f e st h a l l e als Mittelpunkt des Volksfestes Verwendung finden.

A Mainz, 18. März. Von den der hiesigen Stadt­verordnetenversammlung angehörenden Socialdemokraten wird gegenwärtig ein Antrag vorbereitet, der darauf hinausläuft, allen städtischen Beamten jede mit Bezahlung verknüpfte Arbeit zu verbieten. Der ^Antrag richtet sich hauptsächlich gegen verschiedene Angestellte des Stadtbauamtes, sowie Beamte der Bürgermeisterei, welche ihre Stellung zu sehr einträglicher Thätigkeit für die Presse benutzen. Da der neue Bürgermeister auf allen Gebieten der städtischen Ver­waltung eine große Energie betätigt, darf man wohl an- nehmen, daß bewegter Antrag dessen Intentionen entspricht.

Vermischtes

*A Rudesheim, 16. März. Eine komisch-drama­tische Scene spielte sich gestern Nachmittag vor dem Niederwald-Denkmal ab. Während mehrere Personen in unmittelbarer Nähe des Denkmals standen und sich in Be­wunderung über das herrliche Reliefbild an der Vorderseite ergingen, vernahm man plötzlich unverständliche, menschliche Worte, die in so eigenartigem Tone anscheinend aus dem Denkmal hervordrangen, daß sich den Anwesenden großes Er­staunen bemächtigte. Das Erstaunen wuchs noch und paarte sich bei Einzelnen mit großem Schrecken, als die unheimliche Stimme sich zu nähern schien und man deutlich aus gedämpfter Kehle folgende Worte vernahm:Elf Jahre stehe ich jetzt nun schon bald hier auf meinem erhabenen Piedestal und be­schütze und beschirme meinen lieben Rhein gegen ftemde Ein­dringlinge! Es war eine Folge der glorreichen Stege der Jahre 1870/71, daß ich hier auf diesem herrlichen Stückchen