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20.3.1894 Erstes Blatt
 
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März. Die Menen im-EchzellReichen in Angriff gtnommttL hördr [MtbtnbaVw.

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gibt «eine Wacht ausgeschlagen habe! Ja, eS waren da­mals herrliche Tage, diese ununterbrochene Kette glänzender Siege, doch ^wurden leider auch viele heute theilweike noch blutende Wunden geschlagen! Meine Wache wird jetzt bald Überflüssig sein, indem die Völker von nun an sich friedlich nebeneinander vertragen werden müssen. Denn wie mir mein braver wackerer Jnvaltd da unten zu meinen Füßen unzählige Male vorgelesen, hat Schneider Dove in Mannheim jetzt thatiüchlich einen undurchdringlichen Panzer erfunden und so­mit ist mit einem Schlag die ganze Kriegskunst hinfällig ge worden. Daß die- eintrete, wüniche ich, die Germania, au- ganzem Herzen!* Noch starr und sprachlos über diesen un­ergründlichen Monolog, wandte sich eine der anwesenden Per­sonen, diejenige, die zunächst dem Denkmal gestanden hatte, um und sagte mit einer verbindlichen Verbeugung:Verzeihen bie geehrten Anwesenden, daß ich mir einen Scherz erlaubt habe, ich bin nämlich Bauchredner, der Ihnen in geschehener Art nur einen Beweis seiner Kunst geben wollte !" In der That war der Sprecher der weithin bekannte und berühmte Ventriloquist Paul Sandor, der vor einigen Tagen in Mainz und gegenwärtig im Theater Wallenda in Frankfurt mit seiner merkwürdigen Kunst großen Beifall erntete. Einem biederen Bäuerlein von dem Westerwald, da- der Scene vor dem Denkmal beiwohnte, wollte die Auflösung des Räthstls durchaus nicht in den Kops und er ist jetzt noch in dem Glauben, daß die merkwürdige Stimme auS derGermania" gesprochen habe.

Köln a. Rh, 17. März. Nachdem der Kaiser das TodeSurtheil gegen den Doppelmörder Am Winkel bestätigt hatte, sand dessen Hinrichtung heute früh 6 Uhr durch den Scharfrichter Reindel mittelst Guillotine statt.

Mannheim, 17. März. Die Leiche deS Bankiers Ludwig Nadenheim ist im Rhein bei Nordheim geländet worden.

Berlin, 16. März. Ueber den bekannten S e l b st - Mordversuch eines Postens bringt derReichsanzeiger" eine Darstellung, wonach Füsilier Eggers vom zweiten Garde Regiment Morgens 5.15 auf dem Rückmarsch vom Posten zur Wache auf der Schloßbrücke drei Schüsse auf sich abgegeben und sich an der Backe voraussichtlich nicht lebens­gefährlich verletzt hat. Eggers war kurz vorher von der Offizier-Ronde im Schilderhause stehend angetroffen worden und will den Selbstmordversuch auS Furcht vor Strafe ge­macht haben. Die Patronen Halle er sich auf dem Rückwege Dom Posten von einem Manne der Ablösung geben lasten, der im Innern des Gebäudes gestanden hatte und mit Patronen ausgerüstet war.

* Berlin, 15. März. Ein Bankier in der Oranienstraße suchte sür sein Geschäft einen jungen Mann durch die Zeitung. Im Ganzen meldeten sich fünfhundert Bewerber, zum Theil solche, die fünf fremde Sprachen beherschen. Das Alter der Stellensuchenden schwankt von Anfang der zwanziger bis Ende der vierziger Jahre. Dte Ansprüche beliefen sich in verschiedenen Fällen auf nur 75 Mark monatlich.

Berlin, 17. März. Da- sechste Opfer der Eisenbahn- Eataürophe in Eharlottenburg der 31 Jahre alte Arbeiter Richard Kappel auS der Thurmstraße 12, der mit schweren Verletzungen dem Krankenhause zugesührt wurde, ist gestern gestorben. AlS Todesursache wird Lungenzerreißung angegeben.

Berlin, 17. März. Der Distanzmarsch-Berein Berlin- Wien beabsichtigt, in den Pfingsttagen einen Di stanz mar sch von Berlin nach FriedrichSruh zu veranstalten.

* Wefel, 14. März. Der Kaiser hat einem armen Mädchen in Wesel, daS feine alte Mutter und fünf Geschwister durch der Hände Arbeit unterhält, eine Nähmaschine geschenkt.

* Innsbruck, 17. März. Gestern wurde der Postaspirant Würtemberger durch einen elektrischen Strom aus dem Spazier­gang getödtet. Er berührte einen durch Schneefall abge­rissenen Telegrophendraht, der sich mit dem Hauptleitungsdraht des ElectricitätSwerkeS von Mühlhauer Klamm nach Innsbruck verwickelt hatte.

* Auf derInternationalen Ausstellung für Gewerbe, Nahrungsmittel und DolkSernährung in EottbuS" erhielt der allbekannte Zusatz bezw. Ersatz für Bohnenkaffee, Kathreiner- Kneipp Malzkaffee die höchste Auszeichnung, die goldene Medaille mit Ehrenpreis.

St. Brüssel, 17. März. Ein kleiner harmloser Vorfall, der sich vorgestern hier abspielte, hat hier in Brüssel und noch mehr in Antwerpen große Heiterkeit erregt. Der ziemlich bekannte französische Romanschriftsteller Lermina war nämlich Hierselbst eingetroffen, um einen Vortrag über das Meer zu halten. Mit begeisterten poesiereichen Worten schilderte der Redner seinen Zuhörern den Ocean und seine Schönheiten, wobei er bemerkte, daß die wenigsten von den französischen Schriftstellern, welche das Meer beschrieben, dasselbe jemals mit eigenen Augen gesehen hätten. Es sei dies eine Er­scheinung, die mit der leider nicht zu bestreitenden Unwiffenheit der Franzosen auf dem Gebiete der Geographie in einem ge- wissen Zusammenhänge stände. Er (Redner) dagegen hätte sich gediegene Kenntnisse in geographischen Dingen erworben und er könnte auch aus eigener Anschauung über das Meer sprechen, da er es in Antwerpen oft genug bewundert hätte. Da nun Awwerpen noch wenigstens 12 Wegestunden von der See entfernt ist, so steht man in Brüssel und in Antwerpen nicht an zu erklären, daß man die scharfen Augen des Herrn Lermina noch weit mehr bewundert, als dieser jemals das Meer von der Stadt Antwerpen angestaunt haben könnte.

LpttlpUw -er verewigten Frankfurter Ktabttheater

Opernhaus.

Dienstag den 20. März: Hänsel und Gretel. Puppensee. Mittwoch den 21. März: Maria Stuart. DonnerStaa den 22. März: Entführung auS dem Serail. Cavalleria ruaticana Freitag den 23. März geschlossen. Samstag den 24. März: Hänsel und Gretel. Puppenfee. Sonntag den 25. März: Lohengrin. Montag den 26. März, Nachmittags 3Vi Ubr: Lumpact-VagabunduS. Abends 7 Uhr: Hänsel und Gretel. Bajazzo.

DlenStag den 20. März: Der Herr Senator. M'ttwoch den 2L ,: Die Jugend. Donrerütea d n 22. März: Wallenstein » Tod. Freitag den 23 z g'lchlofftn. Samstag den 24. März: Der Misanthrop. Vorher: Der Wunsch. Sonntag den 25. März, Nachmittags 3*/,Uhr: Edarleps Tante. Abends 7 Ubr: Heimath. Montaa de - 26. Mürz, Nachmittags 3'/, Ubr: Char leoS Tante. Abends 7 Uhr: Der ungläubige TboinaS. ÖlHitSr fromm.

Sdbiffsnacbricbtcn -er Nord-. Lloyd.

In Gießen vei treten

durch die Agenten Earl Loo- und I. M. Schulhof.

Bremen, 15. März. (Per transatlantischen Telegraph, j Der Schnelldampser Lrhn, Eapt. H. HellmeiS. vom Norddeutschen Llovd in Bremen, welcher am 6. März von Bremen und am 7 März von Southampton abgegangen war. ist gestern 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Newport angekommen.

Der DampferPennsylvania" derRed Star Linie" in Asntwerpen ist laut Telegramor am 16. März wohlbehalten in Philadelpbia angetommen.

Verfcbr, Land- rrn- Volkrrvirthschäft.

Gründer-, 17. März. Frachtpreise. Weizen JL 14.40, Korn A 14.62, Gerste A 15,00, Hafer A 17,00. E> bsen A 21,50, Linsen 00.00, Wicken A 00,00, Lein A 00.00, Kartoffeln A 00,00, Damen A 22,00.

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Die während des Rechnungsjahres 1894/95 oorzunehmende Reinigung der Oefcn in den städtischen Ge­bäuden soll

Dienstag, 20. März ds. Js.

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im hiesigen Rathhause öffentlich mindest- fordernd versteigert werden.

Gießen, den 19. März 1894.

Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.

G n a u t h.2436

ttren unb rasstniren nur diejenigen Par- thieen, welche vollkommen rein be­funden werden und garantiren dafür, daß wir die Waare auch rein, d. h. ohne jede Beimischung belassen. Man achte als äußeres Erkennungszeichen unserer Waare aus die an den Böden und Set» ten der Gesäße angebrachte Schutzmarke^. Diese Marke verlange man auch ausdrücklich b. d. Herren «rosfifieu.

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