Ausgabe 
19.9.1894 Erstes Blatt
 
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Loudon, 17. September. Wie dieTimes" au- Shanghai melden, find die Behörden von Tientsin davon benachrichtigt worden, daß 21 japanische Transportschiffe mit 10000 Mann Truppen abgesegelt sind, um einen Einfall in China zu bewirken. Die chinesischen Hafenbehörden haben auf diese Nachricht hin alle notwendigen Vorsichtsmaßregeln ergriffen. Der chinesische Admiral Ting fährt in südlicher Richtung den japanischen Schiffen entgegen.

Glasgow, 17. September. Der Bergarbeiteraus­stand naht seinem Ende; heute früh sind ca. 10 OO0 angefahren.

Petersburg, 17. September. Der Großfürst-Thron­folger reist Anfangs October nach Darmstadt.

Petersburg, 17. September. Zwei Kanonen- und vier Torpedoboote gingen von Kronstadt nach dem Mittelländischen Meere ab, um sich mit den KreuzernDschiquit",Haida­mack" undWsadnik", sowie mit dem PanzerschiffKaiser Nicolaus I." nach den koreanischen Gewäffern zu begeben. Zu dem Mittelmeergeschwader werden das Panzerschiff Gangert" und der KreuzerWladimir Monomach" stoßen.

Konstantinopel, 17. September. Im Bezirk Erzerum fanden zwischen Steuereinziehern und Armeniern blutige Strahenkämpfe statt, die solchen Umfang annahmen, daß eine Truppenverstärkung dort nothwendig wurde.

Tanger, 17. September. Wie letzte Meldungen aus Casablanca besagen, find die der marokkanischen Regierung zugegangenen Proteste wegen der Vergewaltigung des britischen, dänischen und anderer europäischer Consuln völlig erfolglos geblieben. Die Negierung des Sultans sei ganz ohnmächtig, die Urheber der Attentate zu bestrafen.

Loyaler mti provinzielle»

Gießen, den 18. September 1894.

* Au8 dem GerichtSdieust. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 13. September wurden bis auf Weiteres beauftragt: der Gerichtsaffessor Martin Hessel in Lauterbach mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Worms und 2) der Gerichtsassessor Dr. Schneider in Mainz mit Wahrnehmung der Dienst- Verrichtungen eines Amtsanwalts bei den Amtsgerichten Lauterbach, Herbstein, Schlitz und Ulrichstein.

* * Neues Theater. Wie wir hören, soll das Theater im Stein'schen Saalbau am 30. September mit einem Gesangs- SchauspielDer Trompeter von Säckingen" eröffnet werden und dürfen wir in Anbetracht der großen Beliebtheit dieses DolkSstückes wohl ein vollbesetztes HauS erwarten.

* Zu dem Doppel-Selbstmord, über welchen wir in vor. Nr. berichteten, kann heute nachgetragen werden, daß die beiden Leichen gestern Nachmittag nach Lollar gebracht wurden. Die $rau wurde als die Gattin eines hiesigen Schreiners erkannt; sie hatte sich in Gesellschaft ihres eben­falls taubstummenFreundes" am Freitag aus der ehelichen Wohnung entfernt und sich mit demselben in Wieseck, später in Lollar aufgehalten.

* * Braud. Heute Mittag s/412 Uhr brach Löwen- gaffe 13 durch Entzünden von Holzwolle vor den im Hofe an daS Wohnhaus stoßenden Ställen ein Brand aus, der, wenn nicht schnelle Hilfe seitens der Nachbarschaft zur Stelle gewesen wäre, leicht hätte große Dimensionen annehmcn können.

Die Gießener OmuibuSgefellschaft hat die neu ange­schafften Sommerwagen in Dienst gestellt.

* * Die Rückkehr des Kaiser Wilhelm Regiments aus dem Manöver erfolgt morgen Abend gegen 11 Uhr. Die Quartier­macher sind bereits hier eingetroffen.

* * Cholera. Aus Bürgeln wird amtlich gemeldet: Eine Neuerkrankung an Cholera ist auch in den letzten Tagen nicht vorgekommen. Die alten Kranken befinden sich wohl. Ein Theil ist soweit wieder hergestellt, daß er in den nächsten Tagen aus der Baracke entlassen werden kann.

* * DaS Grabdenkmal des Gründers des hessischen Landes- lehrervereins, Herrn JohannSchmitt, wird voraussichtlich in den ersten Tagen des Monats October aufgertchtet werden. Bei der Enthüllungsfeier werden die Vertreter der Bezirks­lehrervereine, sowie sonstige Mitglieder deS Vereins und Freunde deS Verstorbenen anwesend sein. D. Ztg.

* * Obstmarkt deS Oberheff. ObstbauvereiuS. Am 3. October wird im Saalbau zu Friedberg der Obstmarkt des Ober- hesfischen ObstbauvereinS abgehalten. Zu demselben sind seitens der sich Betheiligenden Durchschnittsproben von 5 Pfund einzusenden. Auch ist die Menge des zu verkaufenden ObsteS sowie der Mindestpreis, zu dem es abgegeben werden darf, anzugeben. Auch diesmal wird man bemüht sein, im Jnter- effe der Verkäufer die höchsten Preise zu erzielen. Es ist deshalb unerläßlich, daß die lobenswerthen Bestrebungen deS Vereins seitens der verkaufenden Züchter dadurch unterstützt werden, daß die Waare thatsächlich den Proben entspricht. Daher ist es auch nur zu billigen, wenn die Beschicker bei unreeller Lieferung von den ferneren Unternehmungen deS Vereins ausgeschlossen werden. Man hat denObftmarkt absichtlich so spät gelegt, um dadurch nämlich den Züchter zu bewegen, sein Obst nicht zu früh abzumachen, sondern es möglichst lange am Baume hängen zu lasten, weil es dadurch seine volle Güte für Tafel und Obstweinbereitung erhält.

* * Preußische Staatsbahu - Verwaltung. Die mittleren Bureaudienstbeamten der Staatsbahnverwaltung, welche infolge der Eisenbahnorganisation ab 1. April einen anderen amt­lichen Wohnsitz erhalten, sollen noch in diesem Monat davon benachrichtigt werden. Die den ab 1. April 1895 functionirenden Eisenbahn - Directionen beizugebenden Rechnungs - Directoren sollen für ihre wichtigen Stellungen mit weitgehenden Be­fugnisten ausgestattet werden.

* * Die Fahrkarten für die Harmouikazüge. Um die Streitfrage, ob der Inhaber einer mit dem VermerkGiltig für alle Züge" versehenen Fahrkarte bet Benutzung der sog. DurchgangS.(Harmonika»)Züge zur Zahlung deS Platzkarten- zuscklags verpflichtet sei, endgiltig zu erledigen, beabsichtigt die Eisenbahnverwaltung, den betreffenden Fahrkartenvermerk

behufs Vermeidung mißverständlicher Auffastungen eine andere, Mißdeutungen der Art ausschließende Fassung zu geben. Der Neudruck zahlreicher Fahrkarten wird einige Zeit in Anspruch nehmen. In der Zwischenzeit wird an der bis­herigen Erhebung deS Zuschlags nichts geändert.

* * Der Ausschuß der deutschen Turnerfchaft hat bet Ge legenheit deS 8. deutschen Turnfestes in Breslau darüber berathen, wie man sich gegenüber foctaldemokratifchen Turnern zu verhalten habe. Der Ausschuß hat nach dieser Richtung Abänderungen des bisherigen Vereinsgrundgesetzes in Aussicht genommen, in denen bestimmt wird: Der Aus­schluß eines Mitgliedes kann vom Turnrathe beschlosten werden: 1) wenn dasselbe seinen Beitrag trotz vorheriger Mahnung drei Monate nicht entrichtet hat, 2) wegen grober und wiederholter Vergehen gegen die BereinSgesetze, 3) wegen geflissentlicher Gefährdung des turnerischen Lebens durch poli­tische Umtriebe innerhalb deS Vereins.

* * Berufs- und Gewerbezahluug. DerDeutsche Reichs­anzeiger" erwähnt den schon seit längerer Zett hervorgetretenen Wunsch nach Vornahme einer neuen Berufs- und Ge- werbezähluug. Das Bedürfniß sei nicht in Abrede zu stellen, da sich seit der letzten Zählung die gewerblichen i BerufSverhältnisse vielfach erheblich geändert hätten. AuS den Nachweisungen der Berufögenossenschaften ist gefolgert, daß von 1866 bis 1891 die Zahl der hauptsächlich in­dustriellen Arbeiterschaft im Reiche um etwa 40 pCt., die Zahl der Arbeiter in der Eisenindustrie und der Textilindustrie je um mehr als 100,000, der Bergarbeiter um 80,000 ge­wachsen ist. Sowohl bei den gegemtmitig schwebenden Er­örterungen über die Mittel zur Förderung der Landwirth- schaft, wie bei der Gesetzgebung aus dem Gebiete der Hand­werkspolitik macht sich das Fehlen einer neueren Berufs- und Gewerbestatistik fühlbar. Dem Bundesrath ging eine Vor­lage zu, betreffend die neue Statistik, worin zugleich als Zeitpunkt der neuen Statistik der 5. Juni 1895 vorge­schlagen wird.

W. Au8 der Wetterau, 17. September. Dieser Tage brachte derGießener Anzeiger" eine CorrespondenzAus dem Vogelsberg", welche auf die werthvollen, eßbaren Pilze, die jetzt überall erscheinen, aufmerksam machte. Was dort mitgetheilt wird, ist ganz richtig; es soll aber hier noch auf etwas aufmerksam gemacht werden, was viele Pilzliebhaber entweder nicht wissen, oder übersehen. Der feinste und werthvollste Pilz ist ohne Zweifel derChampignon". Beim Ernten der Champignons wird nun ein großer Fehler ge­macht, nämlich: der Pilz wird auSgestochen. Durch das Aussiechen thut man sich einen empfindlichen Schaden, weil der zurückbleibende Rumpf in Fäulniß übergeht und die nebenstehenden Champignons mit verdirbt. Daher kommt es, daß diejenigen Champignoncolonien im Freien, welche aus- gestochen werden, nach und nach zu Grunde gehen. Man vermeidet den Ruin dadurch, daß man die Champignons nicht aussticht, sondern aus dreht, wodurch das Faulen und damit das Verderben der Colonie verhindert wird.

A Aus dem Ohwthal, 17. September. Die noch jungen Molkereien unseres Thales erfreuen sich auch während des Sommers einer dauernden guten Zufuhr von Milch. Die Erkenntniß bricht sich doch immer trotz aller Vorurtheile weiter Bahn, daß der Landwirth durch seine Milchwirtschaft selbst niemals den gleichen Erlös erzielen kann, wie durch Ablieferung der Milch an eine Molkerei. Milchlteseranten, denen nach den ersten Abrechnungen die Sache nicht behagte und die wieder zurgewohnten Hausbutterei zurückkehrten, merkten doch gar bald, daß das Hausbuttergeld lange nicht die Summe ausmachte, die sie in einem gleichen Zeiträume von einer Molkerei erhielten, und sie kehrten wieder zur Molkerei zurück. Gerade solche Versuche beweisen das Lucrative der Mtlch- lieferung an eine Molkerei. Die Magermilch, die von den Molkereien zurückerhältlich und der man anfänglich vielerseits gar keinen Werth beimaß, hat man mehr schätzen gelernt, seit­dem man eingcsehen, daß sie ein treffliches Nahrungsmittel für das Haus wie auch das Vieh ist. Der Glaube, daß der Vollmilch nicht allein das Fett, sondern auch noch andere Stoffe entzogen würden, so daß die Magermilch gehaltlos sei, ist glücklich beseitigt. Thatsache bleibt, daß das Eiweiß in der Magermilch fünfmal weniger kostet, als das Eiweiß in der Form von Rindfleisch.

H. Aus dem Horloffthal, 17. September. Unser Bahn- project ist um einen Schritt weiter gefördert worden. Ein Comitv, aus sieben Herren bestehend, hat eine sDenkschrift über die zu erbauende Bahn ausgearbeitet und an das Finanzministerium abgesandt. Außerdem geht dieser Tage eine Deputation von sechs Personen nach Darmstadt, um bei Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoge, sowie bei den Excellenzen Finger und Weber die Wünsche der Bevölkerung vorzutragen und um Beschleunigung des Bahnbaues zu bitten.

M. Gnuzeuau, 17. September. Der Großherzogliche Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsteher Möller dahier ist heute wegen verschiedener Vergehen im Amte [in Unter­suchungshaft genommen worden.

** Rixfeld, 17. September. Trotz der fast täglich vorkommenden Unglücksfälle beim Maschinenbetriebe wird nicht die erforderliche Vorsicht beobachtet. Der nachfolgende Fall mag wiederholt zur Warnung dienen. DaS 12jährige Söhnchen des Maurermeisters Schaub hantirte in der Scheuer an der im Gange befindlichen Fegmühle. Plötzlich gerieth ein Finger in das Räderwerk und verwickelte sich derart, daß das Kind aus der gefährlichen Lage erst befreit werden konnte, nachdem daS Räderwerk auseinander ge­nommen worden war. Ein Finger ist vollständig zerquetscht.

-1- Rudlos, 17. September. Einem hiesigen Landwirth entsprang dieser Tage ein trächtiges Multerschweiu und flüchtete in den nahen Wald. Trotz aller Mühe war ein Einfangen deö Thieres unmöglich. Erst nach einigen Tagen, nachdem das Thier im Walde eine Anzahl Ferkel geworfen, konnte dasselbe mit seinen munteren Nachkommen wieder in seinen Stall zurückgebracht werden.

0. Orteuberg, 17. September. Wir erfahren aus guter Quelle, daß das Bahnproject StockheimLindheimFrankfurt in letzter Zeit eifrig gefördert worden ist. Unser Städtchen hat bekanntlich eine reizende Lage, die lebhaft an diejenige von Lindenfels im Odenwald (Weschnitzthal) erinnert. Die romantische Burgruine, daö sogen. Konradskloster gegenüber Selters und das dicht dabei liegende Dörflein Selters, welchem das Dörflein Effolderbach mit seinem schönen Kirch­lein gegenübersteht, dazu saftige Wiesen, schöne Waldungen und prächtige Berge geben aus einem Raume von kaum einer Stunde ein Gesammtbild, wie nicht häufig wieder zu finden ist. Ein reicher Frankfurter Herr hat sich eine Villa bei uns gebaut und eine wettere ist projectirt. Wenn die Bahn, wie oben bezeichnet, ausgebaut ist, wird unser reizendes Nidderthal, das auch weiter aufwärts nach Lißberg, Hirzenhain und Gedern herrliche Punkte aufzuweisen hat, alljährlich hunderte von Frankfurtern und anderen Touriften- anlocken, denen der Umweg über Gelnhausen seither zuviel Zett wegnahm. Durch diese dtrecte Bahnlinie wird der ganze westliche Vogelsberg bedeutend gewinnen und das gegen ihn gehegte Dorurthetl dürste sich in vielen Gegenden bald verlieren.

* Schotte», 17. September. Gestern Nachmittag brannte in dem eine Stunde von hier gelegenen Rudingshain Scheuer und Stallung des Heinrich Neumann II. bis zur Erde nieder. Die Scheuer war bis zur Firste mit Erntevorräthen angefüllt. Der Brandbeschädigte ist versichert. Man spricht davon, daß spielende Kinder daS Feuer ange­zündet haben tonnten, Gewisses ist über die Entstehungs­ursache bis jetzt noch nicht bekannt geworden.

nn. Darmstadt, 17. September. Ueber das von mir gemeldete Familien-Drama kann ich noch das Nach­folgende berichten: Schon bereits vor längerer Zeit sollen sich bei Wölfelschneider Spuren einer fixen Idee gezeigt haben, so daß er seinem Dienst nicht mehr in dem Maße entsprach, als es nöthig war. Man trug fich sogar bei seiner Direktion mit dem Gedanken, W. zur Kräftigung seiner Gesundheit auf eine Zeitlang zu beurlauben. Dieses Anerbieten scheiterte aber an dem Widerspruch Ws. Infolge dieses Zu­standes hatte seine Frau sehr viel zu leiden, ohne daß jedoch der häusliche Frieden hierdurch gestört wurde. Nachdem Wölfelschneider seine schauderhafte That vollbracht und seine vier Kinder tobt vor sich liegen sah, versuchte er sich an drei Stellen in seiner Wohnung aufzuhängen, zunächst an einem Nagel des Spiegels, ebenso an der Uhr und an einem B'.ld, wobei er das Bett abgerückt hätte. Da sämmtliche Nägel die Last nicht trugen und ausbrachen, richtete W. den Revolver gegen sich und feuerte sich einen Schuß in die rechte Schläfe. Gestern Abend wurden die Leichen auf den Friedhof gebracht. Bemerkenswerth ist dabei noch der Um­stand, daß der Verstorbene den letzten Wunsch ausgesprochen hat, zwischen seinen vier Kindern beerdigt zu sein. In der ganzen Stadt herrscht allgemeine Theilnahme um die so schwer geprüfte Frau, welche von einem so harten Schicksal betroffen wurde.

A Maiuz, 17. September. Die allgemeine deutsche Gartenbauausstellung erfreut sich eines fortwährend steigenden Besuches. Die Zahl der bis jetzt gelösten Eintrittskarten ist um ein Drittel größer, als vorgesehen war. Heute Nach­mittag verweilte Staatsminister Finger von Darmstadt in der Ausstellung. Bei der gestern begonnenen Preisvertheilung erhielten die Ehrenpreise: den Kaiserpreis für die großartige Gesammtleistung die Firma Weber & Cie.-Wiesbaden, den Ehrenpreis vom Großherzog für die zweitbeste Gesammt­leistung I. Bose-Mainz, den Ehrenpreis des Großherzogs von Baden für Coniferen P. Smith Hamburg, den Ehrenpreis der Stadt Mainz für Obst der Rheingauer Obstbauverein, die fünf Ehrenpreise der Mainzer Damen: I. Wolf-Mainz für Gesammtleistung, I. Rose-Mainz für Gesammtleistungen in Bindereien, Weber & Cie.-Wiesbaden für Gesammtleistung, Gebr. Boland-Mainz für Bindereien, F. Wolf-Mainz für Gesammtleistung, Ehrenpreis der landwirthschaftlichen Behörde in Darmstadt die Herren Pawlitzki & Möller-Wiesbaden für Bäume, Ehrenpreis des Mainzer Gartenbauvereins die Firm» Weber & Cie.-Wiesbaden für die schönste Decorationsgruppe, Ehrenpreis der dendrologischen Gesellschaft M. Leichtlein- Baden für Brataegus-Neuheit, die Ehrenpreise der Frankfurter Gartenbaugesellschaft M. König-Wiesbaden, Walther DueSberg- Nieder-Walluf und A. Hoß-Frankfurt für Begonien, für Rosen und für Lilium, Ehrenpreis deS Gartenbauvereins von Baden Gebrüder Harster-Speyer für Nymphheen, Ehrenpreis deS Gartenbauvereins der preußischen Staaten M. Becker- Mainz für die sschönste Decorationsgruppe, Ehrenpreis des Gartenbauvereins in Darmstadt I. Wols-Mainz für Decorations­gruppe, Ehrenpreis des Gartenbauvereins-Mainz G. Schube- Leipzig für Decorationsgruppe.

Vermischte».

* Berlin, 17. September. In der letzten Nacht wurde der Geschäftsführer einer hiesigen Telegraphenbauanstalt in Halensee nahe beim Grunewaldbahnhof bei der Be­gehung eines Sittlichkeitsverbrechens gegen ein Schul­mädchen betroffen und verfolgt. Er rannte auf der Flucht in einen sumpfigen Pfuhl und ertrank darin.^

* Berlin, 17. September. Der Bildhauer Henning, dessen Atelier sich im Rauch-Museum befindet, hat sich heute erschossen.

* Solingen, 17. September. Auf eine eigentümliche Weise ist hier ein Mann zu Tode gekommen, In der Wohnung eines Freundes hatten verschiedene Männer vor­gestern Abend deS Guten zu viel genossen; einer, der nahe am Ofen saß, war eingeschlafen und ruhte so fest in Mor­pheus Armen, daß er von den Zechgenossen nicht mehr zu wecken war; deshalb beschloß man, ihn schlafen zu lassen. In der Nacht jedoch fiel dem Betreffenden, der auf dem Stuhle saß, immer mehr der Kopf nach unten; er fing sich mit seiner Halsbinde in der Klinke der Ofenthür, an dieser

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