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Frankfurt a. M., 17. April. Wie man hört, werde Kai j er Wilhelm am 22. d. M. anläßlich des Geburts­tages seiner Schwester, der Landgräfin von Hefien-Rumpen« beim, auf Schloß Rumpenheim verweilen. Auch die Kais erin Friedrich wird anwesend sein.

Wien, 17. April. Wie verlautet, finden gegenwärtig Verhandlungen zwischen den Ministerien sämMtlicher euro­päischer Staaten behufs Einführung eines einheitlichen e uropäischen Telegrammtarifs statt. Als einheitliche Taxe für jedes Telegramm bis zu einer bestimmten Wortzahl ist 6er Betrag von 1 Fr. beabsichtigt.

Wieo, 17. April. In hiesigen maßgebenden Kreisen wird die von einer Pariser Zeitung gebrachte wiederholte Auffrischung des mehrmals dementirten Gerüchtes, Kaiser Wilhelm habe bei dem österreichischen Kaiser, dem Czaren und dem König von Italien die Abrüstungssrage in Anregung gebracht, sei aber vom Czaren rundweg abgewiesen worden, als absolut aus der Lust gegriffen bezeichnet.

Wien, 17. April. Die Abendzeitungen melden, daß Kaiser Wilhelm dem Feldzeugmeister Freiherro v. Schön­feld einen prachtvollen Jnfanteriesäbel zum Geschenk ge- machr habe.

Wien, 17. April. An dem heute begonnenen Strike der Tischlergehilffen betheiligten sich 15,000 Gehilfen, deren Forderung lautet: Achtstündige Arbeitszeit, Abschaffung der Aeeordarbeit, wöchentlicher Minimallohn von 10 Gulden und Freigebung des 1. Mai. Bis jetzt ist seitens der Strikenden keine Ruhestörung vorgekommen.

Prag. 17. April. Hierselbst wurden von der Polizei 70,000 revolutionäre Broschüren beschlagnahmt, die von Wien mit der Bahn hierher gesandt wurden. Dieselben enthielten Aufreizungen gegen die besitzenden Klassen und Auf­forderung an die Arbeiter, am 1. Mai zu feiern.

Lodz, 17. April. In den letzten acht Tagen wurde vor dem Patrikauer Bezirksgericht gegen eine aus 30 Per­sonen, darunter acht Frauen, bestehende Räuberbande verhandelt, welche in verschiedenen Gouvernements in den letzten Jahren Raubanfälle auf den Landstraßen verübte, Morde beging und Edelhöfe plünderte. Der Anführer der Räuberbande war ein aus Sibirien entflohener Sträfling Namens Mizlazwack- er wurde zu 20 Jahren Zwangsarbeit in Sibirien, die Uebrigen zu 3»/2 bis 12 Jahren Zwangs­arbeit verurtheilt.

Aus den Verhandlungen der Zweiten

Kammer der hessischen Stände.

nn. Darmstadt, 17. April 1894.

Die Beratungen werden heute sofort mit Cap. 112, Kosten des Catasters, fortgesetzt.

Der Ausschuß beantragt hier die in Titel 1 14 ge­forderten 96 393 Mk. zu bewilligen, lehnt dagegen die Fest­setzung des Gehaltes für einen Steuerinspector im Betrage von 4825 Mk. über den Etat hinaus ab. Dabei drückt der Ausschuß den Wunsch aus, die Einführung des Instituts der Kreis- oder Bezirksgeometer, welche in der Zahl von etwa 18 einer für jeden Kreis in Betracht zu ziehen. Obgleich beide Kammern an die Regierung schon mehrmals ein diesbezügliches Ersuchen gerichtet hätten, sei bis jetzt noch kein Schritt zur Erfüllung des landständischen Wunsches geschehen, was um so auffallender erscheine, als die Regierung die Gründe für diese Reorganisation aner­kannt habe.

Abg. Hechler spricht sich für Einführung der Bezirks­geometer aus, ersucht aber das Haus, vor Einführung der­selben sich diesen Schritt sehr wohl zu überlegen, ehe man es zur Vorlage kommen lasse, um diese eventuell dann ab­zulehnen.

Mintsterialrath Krug erklärt, daß die Regierung nach wie vor geneigt sei, das Institut der Bezirksgeometer einzu- führen. Der Ansicht der Vereinigung des Vermessungswesens mit der oberen landwirthschaftlichcn Behörde könne die Regierung nicht beitreten, sondern sie müsse es als einen Fehler ansehen, gute und bewährte Einrichtungen ohne Grund zu ändern.

Abg. Haas tritt in warmer Weise für das Institut der Kreis- oder Bezirksgeometer ein, von denen er eine weientlich raschere Erledigung der Geschäfte des Vermessungs­wesens, der Feldbereinigung u. s. w. erhofft. Er weist noch darauf hin, daß z. B. in Baden eine Trennung des Vermeffungswesens schon längere Zeit durchgeführt sei.

Nach erfolgter Abstimmung wird der Antrag des Ausschusses mit 96 393 Mk. und Ablehnung des Gehaltes des Steuerinspectors mit 4825 Mk. einstimmig genehmigt. Das Ersuchen, wegen Einführung des Instituts der Bezirks­oder Kreisgeometer dem Landtag demnächst eine Vorlage zu machen, wird sodann mit allen gegen 8 Stimmen ange­nommen.

Ein weiteres Ersuchen, die Bereinigung der Verwaltung des Vermessungswesens unter Verweisung desselben in das Reffort der inneren Verwaltung mit derjenigen der Landes- cultur, insbesondere der Feldbereinigungsangelegenheiten, in der Hand der für letztere Behörde eingesetzten Fachbehörde baldthunlichst herbeizuführen und Großh. Regierung zu er­suchen, die Höhenkurvenkarten derart zu beschleunigen, daß jährlich eine größere Zahl von Blättern als seither zur Aus­gabe gelangen, wird einstimmig angenommen.

Zu Tit. 113, Loeal-Baubeamten, wünscht der Abg. Römer die Abstellung des Mißstandes, daß der Kreisbau­meister von Alzey in Worms wohne. Es sei dies eine Un- zuträglichkeit, welche nicht mehr länger dauern könne.

Finanzminister Weber erklärt, Zweckmäßigkeitsgründe seien maßgebend gewesen, um den Kreisbaumeister am Sitze des Kreisamtes zu haben. Sobald ein Wechsel in der Person des Kreisbaumeisters eintrete, werde voraussichtlich auch hier eine Aenderung eintreten.

Zu dem Capitel selbst beantragt der Ausschuß, im

Ganzen 303 995 Mk. mit der Einschränkung zu bewilligen, daß von den Gehalten der Kreisbaumeifter zwei nur für die dermaligen Inhaber genehmigt sind. (Dabei wurde insbesondere auf die Kreisbauämter Alzey, Bingen, Dieburg, Erbach und Offenbach hingewiesen.)

Finanzminister Weber erklärt, daß es nicht gut sei, wenn man an einer Organisation zu rütteln suche, die sich bewährt habe. Ueberhaupt habe man an Abstrichen jetzt des Guten zu viel gethan, er verweise dabei auf die Forstmeister, die man ebenfalls zum Tode verurtheilt habe. Gerade das Bauwesen leide an einem gewissen Mangel an angestellten Beamten und viele Stellen würden nur commissarisch ver­sehen. Deshalb leide das Bauwesen auch unter diesem Um­stand, denn junge Techniker gingen dann lieber ins Ausland, wo sie eine bessere Bezahlung erhielten. Dies sei um so bedauerlicher, als man sich in einer Periode befinde, in welcher so viel gebaut werde, wie nie zuvor. Ueberall seien große Aufgaben zu lösen und überall werde der Regierung das Personal verkürzt. Er bittet das Haus dringend, die Regierung nicht wieder in die Enge zu treiben; dieses Mal sei genug am Finanzministerium operirt worden.

Oberbaurath Po sein er widerlegt die Auffassung, als sei an den vorgenannten Kreisämtern keine Arbeit.

Nachdem noch der Berichterstatter Haas sich für den Ausschuß ausgesprochen, der alle Für und Wider erwogen, nimmt die Kammer den Antrag des Ausschusses mit allen gegen 3 Stimmen an.

Zu Cap. 114, Centralbauwesen im Ressort des Mini­steriums der Finanzen, sind Seitens der Regierung 40 000 Mk. für den Umbau des westlichen Flügels des Collegiengebäudes angesordert, vom Ausschuß jedoch gestrichen. Nach Erklärungen des Finanzministers, der die Unhaltbarkeit der Zustände für die betreffenden Beamten darlegt, wird ein Beschluß hierüber ausgesetzt und sollen wettere Erhebungen gemacht werden.

Im Weiteren werden 50 040 Mk. bewilligt.

Zu Cap. 115, Hofbauwesen, werden 71 163 Mk., zu Cap. 116, Domanialbauwesen, 128 427 Mk. bewilligt.

Abg. Bogt fragt nach dem Stand des Fonds für Re- staurirung des Münzenberger Schlosses.

Präsident Weber erwidert, daß der Fond bei Weitem noch nicht so groß sei, um größere Leistungen vertragen zu können.

Abg. Hechler wünscht, daß den Pachtern die Ver­zinsung größerer Bausummen für ihre Pachtungen erlaffen werden.

Für Cap. 117, Erhaltung und Restaurirung staatlicher Bau- und Kunstdenkmäler, werden 8000 Mark jährlich ge­nehmigt.

Cap. 118, Unterhaltung der Staatsstraßen, wird wegen Verhinderung des Referenten abgesetzt.

Für Territorial-, Fluß- und Dammbauten werden im Ganzen 335 672 Mk. bewilligt.

Bei Cap. 120, Unterhaltung der Schiffbrücke zu Worms und der Ueberfahrten bei Gernsheim und Oppenheim, bespricht der Abg. Reinhardt die Mißstände, die sich bei Hochwasser und Eisgang für die Bewohner der beiderseitigen Ufer herausgebildet haben. Insbesondere im Winter sei für die Bewohner, welche nach Worms zur Arbeit gingen, ein Nach­richtendienst einzurichten, um dieselben zu benachrichtigen, daß sie nicht über den Rhein könnten. Im Interesse der zahl­reichen Gemeinden von Starkenburg und Rheinhessen bittet er Großh. Regierung, die abgelehnte Brücken Vorlage wieder einzubringen. Er hoffe und erwarte, daß dann im Hause eine andere Stimmung gegen dieselbe herrschen werde.

Finanzminister Weber erklärt, er mache kein Hehl daraus, daß die Regierung die Absicht habe, die Vorlage auf Herstellung einer Straßenbrücke bei Worms im Budget wieder einzustellen. (Bravo.)

Hiermit ist die Sitzung geschlossen.

Cotate* tmb -provinzielles.

Gießen, den 18. April 1894.

** Anläßlich der Vermahlung unseres Großherzogs sei an die geehrte Einwohnerschaft Gießens die Bitte gerichtet, am Donnerstag und Freitag durch Beflaggen der Häuser der allgemeinen Freude Ausdruck zu geben.

** Fahnenschmuck. Alle Diejenigen, welche der oben ausgedrückten Bitte um Schmückung ihrer Häuser mit Fahnen nachkommen wollen, möchten wir auf die allgemein üblichen Grundsätze beim Fahnenhissen aufmerksam machen. Alles Flaggentuch muß bis zum Fahnenknopf aufgezogen werden, die kürzer (Halbmast) gehißten Flaggen sind nicht das Zeichen der Freude, sondern der Trauer. Die Farben laufen vom Fahnenknopf abwärts, also: schwarz-weiß-roth, roth-weiß, weiß-grün (nicht grün-weiß!), ebenso weiß blau, schwarz-weiß, schwarz-roth rc.

** Als Vertreter der Stadt Gießen an den Einzugs­feierlichkeiten in Darmstadt nimmt Herr Oberbürgermeister Gnauth Thetl; derselbe hat auch eine Einladung zur Hof­tafel am Freitag erhalten.

Der Schulunterricht wird morgen (Donnerstag) aus­gesetzt,- es finden dafür entsprechende Schulacte statt.Zur Zeit der Trauung (zwischen 12 und 121/2 Uhr) wird mit allen Glocken geläutet.

** Entwischt. Ein in der Klinik als krank aufgenommener Handwerksbursche erbat sich gestern Nachmittag zwei Stunden Urlaub, um einmal in die Stadt zu gehen, kehrte aber bis jetzt nicht wieder zurück. Es stellte sich dann heraus, daß er mehreren Kranken Geld und auch eine Taschenuhr abge­schwindelt und das Welte gesucht hat.

** Militärisches. Im Lause des Sommers finden Ein­stellungen und Uebungen von Reservisten und Leuten der Landwehr in großem Maße start. Einer durch das Königl. Kriegsministerium bekannt gegebenen Bestimmung zufolge erhalten diejenigen Mannschaften des Beurlaubten­standes der Infanterie, Jäger (Schützen), welche zu den

Friedensübungen eigene brauchbare Fußbekleidung mitbrmgen und tragen, eine Prämie von je 3 Mk. für jede auch nur angefangene Hebung. Die Truppentheile und Bezirks- commandos sind angewiesen, vor den Uebungen resp. bei den Controllversammluugen diese Bestimmung bekannt zu machen.

** Auf deu preußischen Staatsbahuen dürfen künftig Körbe und Kisten, gleichviel ob gefüllt oder leer, falls sie nicht als Händegepäck mit in das Coupe genommen sondern als Gepäck aufgegeben werden, nicht mehr frei befördert werden, auch wenn diese Gepäckstücke weniger als 25 Kilogramm wiegen. Ganz besonders gilt diese Bestimmung für leere Fischkörbe.

** Tabakbau im Großherzogthum Heffeu. Im Groß- herzogthum Hessen wurden im abgelauienen Rechnungsjahr 39 816 Ar mit Tabak gebaut. Dieselben lieferten 666 610 Kilo­gramm im Werthe von 618568 Mark.

** Deutscher Mathematiker-Tag. Der dritte deutsche Mathematiker-Tag wird nach Pfingsten in Wiesbaden zusammentreten und dort am Dienstag und Mittwoch nach Pfingsten seine eigentlichen Verhandlungen haben, bei denen es sich um Förderung des Unterrichts in der Mathematik und den Naturwissenschaften handelt.

** Zeugeugebühreu. Es kommt häufig vor, daß Personen in einer Voruntersuchung und ebenso in der Hauptverhandlung als Zeugen vernommen werden. In den meisten Fällen nehmen nun diese Personen an, daß sie ihre Zeugengebühren in der Hauptverhandlung für sämmtliche Wege zusammen erhalten würden. Das ist aber entschieden eine irrige Ansicht, da der Richter in der Hauptverhandlung nur die Gebühren für die Versäumniß während der Hauptverhandlung' zubilligen kann. Jede als Zeuge fungierende Person hat sofort bei ihrer jedesmaligen Vernehmung ihren Anspruch auf Zeugengebühren geltend zu machen, wenn keine Einbuße entstehen soll.

§ Appenrod, 17. April. Das Christoph Friedrich'sche Ehepaar feierte dahier in voller Rüstigkeit seine goldene Hochzeit. Dem in bescheidenen Verhältnissen lebenden Paare wurde von Seiten Sr. König!. Hoheit dem Groß. Herzog an seinem Ehrentag ein Geschenk von 25 Mark aller- gnädigst bewilligt. Möge dem sich ehrlich und redlich geführten: Jubelpaar noch ein heiterer Lebensabend beschieden sein!

Darmstadt, 17. April. Der zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilte G l o tz b a ch ist gestern Nachmittag durch zwei Gendarmen nach dem Zuchthaus Marienschloß verbracht worden. Der Transport sollte schon am Vormittag erfolgen, doch behauptete der Verbrecher, er sei leidend. Die ärztliche Untersuchung stellte aber fest, daß er vollkommen transportfähig sei und so mußte er denn die Fahrt nach den ihm vertrauten Räumen von Marienschloß sogleich antreten.

Seligenstadt, 16. April. Auf der in Leipzig gegenwärtig, stattfindenden Ausstellung deutscher Erzeugnisse der D r e ch s l e r- und Bildschnitzerbranche wurde unserem Mitbürger, Drechslermeister Franz Schmitt, unter etwa 1500 Con- currenten der erste Stadtpreis Leipzigs zuerkannt. Herr Schmitt hatte nämlich folgende eigenhändig gefertigte Kunstproduete als alleiniger Aussteller aus Hessen in Drechsler­arbeiten ausgestellt: einen altdeutschen Ziertisch mit getriebener Kupferplatte (Alles Handarbeit), einen Nußbaum-Massiv- Blumentisch, 3 Meter hoch, bunfelmattirt mit Gold unD automatisch bewegbar, ferner einen gewundenen Blumen- eandelaber in Birnbaum, schwarz polirt und mit Gold aus­gezogen, endlich verschiedene electrotechnische und kleinere Facharbeiten. Bezeichneter Blumeneandelaber wurde sofort vom Leipziger Fachmuseum käuflich erworben. Der Preis­gekrönte ist unter allen Ausstellern der zweitjüngste, erst 32 Jahre alt, und als eifriger Mitarbeiter für Fachzeitschriften und Specialist in Bau- und Möbelarbeiten auch auswärts vortheilhaft bekannt.

Oppenheim, 15. April. Heute Morgen fuhr ein Schlepp­zug im Anhang vonMannheim 3" zu Berg. Am Grund fiel von einem Schiffe das sechsjährige Kind des Schiffer Hofmann aus Gernsheim über Bord und trieb an den anhängenden Schiffen vorbei, ehe von denselben Hilfe geleistet werden konnte. Vor dem letzten Anhangschiff befand sich gerade der Proviantfahrer Mathias Ulrich von Nierstein. Derselbe hatte das Glück, daß Kind zu ergreifen und dem Strom zu entreißen, in dem es sonst hätte umkommen müssen, da jede anbeA Hilfe zu spät gekommen wäre. Kaum sind die Reben getrieben, fo stellen sich auch schon die Rebschädlinge ein. So werden in hiesigen Lagen und in den naheliegenden Gemarkungen Käfer angetroffen, welche nicht allein die jungen Triebe, sondern die noch zurückgebliebenen Augen der Reben ausnagen. Der Käfer gehört zu den Rüsselkäfern, ist 8 Mmtr. lang, gestreckt eiförmig, schwarz mit langen Fühlern. Man macht darauf aufmerksam, dieselben fleißig zu lesen und zu tödten.

Vermischtes.

* Frankfurt, 17. April. Gestern Abend um 7 Uhr wollte der Schüler Adolf Mehl, 14 Jahre alt, in Bocken- heim wohnhaft, den Bahnübergang an den Wiesen am sogen. Ginnheimer Spieß" überschreiten. Er stand auf einer Drehscheibe in Begleitung feines Vaters, ließ den von Bockenheim herkommenden Personenzug Nr. 111. vorbeifahren, und wollte sich dann über das Bahngeleise begeben. In diesem Augenblick kam der Kasseler Schnellzug Nr. 56 heran­gebraust, erfaßte den Knaben und schleuderte ihn zu Boden. Der verunglückte Knabe wurde sofort im Tragkorb nach dem städtischen Krankenhaus verbracht, starb dort jedoch binnen Kurzem.

Berlin, 17. April. AIS muthmaßlicher Mörder der Schwester vom Rothen Kreuz, Helene Schmeichel, wurde heute früh der Maurer Julius Thiede in Schöneberg bei

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