1. in dem bei uns einzureichenden Baugesuche besonders angegeben wird:
a) ob drei oder weniger Räume zum Wohnen ver- miethet werden sollen;
b) ob Räume an Schlafgänger vermiedet werden sollen;
c) ob Räume als Schlafräume für Gesellen, Gehülfen, Lehrlinge oder sonstige Arbeiter, die bei dem Arbeitgeber wohnen, sowie für Dienstboten bestimmt sind.
2. In dem oben erwähnten Baugesuche eine besondere Verfügung in gesundheitlicher Hinsicht über die Benutzung der Räume (neben dem Gesuche um baupolizeiliche Genehmigung) beantragt wird.
Die baupolizeiliche Genehmigung allein schließt die vorbemerkte Verfügung nicht in sich und greift dieser nicht vor.
Die Räume, für welche die Verfügung beantragt wird, sind ihrer Bestimmung gemäß genau zu bezeichnen. Gießen, den 16. Januar 1894.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
Bekanntmachung, betreffend die Ergänzungswahl des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde Gießen.
Bei der am 17. ds. Mts. vorgenommenen Wahl ist Herr Simon Reis zum Mitglied des Vorstandes der rsraelrtrschen Religionsgemeinde dahier gewählt worden.
Es wird dies mit dem Anfügen öffentlich bekannt gemacht, daß wahrend dreier Tagen, nämlich am 22., 23. und 24. d. Mts. i $ $®a^Protocott mit allen Anlagen auf dem Büreau des 1. Vorstehers, Herrn Sigmund Heichelheim dahier, offen gelegt fern wird, und daß während der unerstrecklichen Frist dieser drei Tage die Stimmberechtigten, sowie der Gewählte von dem Wahlprotocoll und dessen Anlagen Einsicht nehmen und Einwendungen gegen die Wahl oder gegen den Gewählten, berw. auch eine Ablehnung der Wahl, bei Vermeidung des Ausschlusses bei Großherzoglichem Kreisamt Gießen vorbringen
Gießen, den 17. Januar 1894.
Der von Großh. Kreisamt Gießen ernannte Wahlcommissär: Hach.
Deutscher Reichstug.
28. Sitzung. Mittwoch den 17. Zauuar 1894.
— Zuf der Tagesordnung stehen zunächst Wahlprüfungen.
™C.a,»tr?0Lfür. flüüi0 ru erklären die Wahlen der
? Broekmann (Ctr.), Graf v.d. Decken (Welfe),
Haus (Ctr.) Hilpert (bayr. Bauernd.), Jebson (ntl.), Legier (Soc.j
^cons.)' Graf v. Mirbach Vcons.), Zimmermann (Ctr.), Miß (Erst Volksp.), Wellstein (Ctr.), Wenders (Ctr.), v. ArnSwaldt- Bohrne (Ctr.-Hosp.), Buddeberg (frf. Volksp.), Dr. v. Diernbowski- Iom an (Pole), Graf v. Kanitz (cons), Lotze (Reforrnp.), Schrntdt- Sachsen (Soc.) und Weidenfeld (Ctr.). Ebenso sollen für gültig erklärt werden die Wahlen der Abgg. Hosang (ntl.), v. Winterfeldt- °* Wolszlogier (Pole), v. Colman (cons.), Mer- bach (Rp.) und Stephann - Torgau) (Rp.). Bezüglich der Wahlen der Letztgenannten sollen indeh noch Erhebungen über in Wahlprotesten behauptete Vorgänge stattfinden.
Das Haus beschließt durchweg nach den Anträgen der Commission.
J?.?0 Berathung deS Centrumsantrags auf Abänderung des Gesetzes betr. die Erwerbs- und Wirths chaftsgenossen- ich asten.
Abg. Wattendorff (Ctr.) begründet den Antrag, welcher den Consumvereinen den Verkauf von Maaren an Nichtmitglieder M Strafe untersagt wissen will, weil damit dem Kleingewerbe schwerer Schaden zugefügt werde. Was nütze es dem Schuhmacher wenn er noch so viel in feiner Lehre gelernt hat, wenn die Consum- vereüie mit Schuhen, Stiefeln und Pantoffeln handeln! Er gehe zu Grunde oder komme in Abhängigkeit von dem Consumverein. Eine Berechtigung der Consumvereine als Preisregulateure bestehe unter den heutigen Verhältnissen nicht mehr. Die Consumvereine Mtngen den Kaufmann zur Weiterausdehnung des BorgsystemS.
??n ^aeren fkitenS der Consumvereine an Ntcht- mttglieder ist schon heute verboten; aber es fehle eben die Strafbestimmung zur Durchführung des Verbots.
Abg. Clemm-Ludwigshafen (ntl): Die beantragte Straf- oestimmung würde die Consumvereine unmöglich machen, da die Verkäufer unmöglich alle Mitglieder kennen können.DieConsumveroerine wirkten zu Gunsten der Baarzahlung und beförderten den Spartrieb. ^aF.Snll!D?Dr^cinLa^ltcnr °uch größtentheils Steuern und müßten deshalb dieselben Rechte haben wie die Kaufleute. Eine Straf- bestimmung ließe sich höchstens gegen die Consumvereine rechtfertigen, ™trfM*e„tmluerSrti!a6,‘n- , ™?n Möge aud) an die eitlen land- wtrthschaftlichen Consumvereine denken, die keineswegs nur an Mit- gueoer verkauften.
voll- (cons.): Den Consumvereinm solle
XnKSti0ret£-rocS on' ?ber keine Bevorzugung vor anderen Ge. fteU^ 6Jre6cr bas GenossenschaftSprincip auf den Kopf
IrStP fanden Consumvereinen dm Verkauf an Nichtmitglieder erlaubte. Redner stimmt mit seinen Freunden für den Antrag.
Cons,.^-.»!' .^\eiber (M- Volksp.): Die Vorstände der
?uderer Genossenschaften unterliegen bereits so trollrnaßregeln, daß eine weitere Verschärfung nur Verbitterung Hervorrufen müßte.
Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) spricht für den Antrag. Die foba ^Ewerbtleibenden schwere Concurrenz,
^re Geschäfte über den Kreis ihrer Mitglieder hinaus fAmJ? u’r /$ C, 23erctne ^ien allerdings steuerpflichtig, aber es sei !5”err' Einkommen zu ermitteln, da dasselbe in Gestalt billiger W-armpreise den Vereinsmilgliedern zugetheilt werde. 9
t.IbUw !?".) und v. Czarlinski (Pole) sprechen sich ^Ür be" aus. Letzterer wünscht, daß namentlich die Offizier- und Beamtenvereine getroffen würden da diese die Ge- werbtreibmdm besonders schädigten. ' '
Hin^JanLbeL'
Abg. Klemm-Dresden (Resormp.): Die Consumvereine seim meist entartet; sie seien große capitalistische Unternehmen geworden So arbeite der große Breslauer Consumverein mit einem Jahresumsatz von 11 Millionen Auf einer Marine-Werkstatt habe der Consumverein allein an Bier 30 000 Mk. verdient, weil man die Arbeiter gezwungen habe, ihren Bedarf vom Consumverein au entnehmen, obwohl sie das Bier anderswo billiger haben konnten
Ludwig von Bayern habe in hochherziger Weise erklärt, daß er die Offizier-Vereine nicht wünsche, um nicht eine Kluft zwischen Offizierm und Bürgern zu schaffen.
Abg. Dr. Osann (natl.) erklärt jedenfalls eine Ergänzung des '
| *nkrass dahin für nöthig, daß die Strafe nur bei absichtlicher Zu- ’ Widerhandlung eintrete.
Abg. v PodbielSki (conf.) weist darauf hin, daß die Offizier- und Beamtmvereine gewöhnlich nicht Genossenschaften, sondern Actiengesellschasten und andere Vereinigungen mit Corporattons- rechtm seim, deren Grundcapital meist auS freiwilligen Beiträgen zusammengebracht sei. Man könne sie nicht mit Consumvereinen auf gleiche Stufe stellen.
Abg. Dr. Hammacher (natl.) widerspricht dem. Der Rahmen des AntraaS müsse auch auf diese ausgedehnt werden.
Die Verweisung deS Antrags an eine Commission wird ab- gelehnt. Die zweite Berathung findet sonach ohne Weiteres im Plenum statt.
Morgen: Weinfteuergesetz.
Neueste Nucheßchteir.
Wolffs telegraphisches Correspondmz-Bureau.
Prag, 17. Januar. Omladinaproceß. Heute begann das Einzelverhör mit dem Angeklagten Holzbach, welcher die bei ihm vorgefundenen Pläne und Skizzen der Omladina-Unternehmungen als Skizzen zu einem Roman bezeichnet, den er zu schreiben beabsichtigte. Das Programm seines Vereins bestände nur in allgemeinen freiheitlichen Bestrebungen.
Rom, 17. Januar. Die Stadt Massa wurde in der vergangenen Nacht von Truppen bewacht- in Carrara sind drei weitere Compagnien eingetroffen. Die Municipalität von Carrara erließ an die Einwohnerschaft eine Proclamation, in der sie dieselbe zur Ruhe und Achtung vor dem Gesetze auffordert. Die strickenden Marmorarbeiter zwingen noch die Arbeitenden, die Arbeit einzustellen. Infolge des gestrigen Zusammenstoßes vor den Stadtthoren verbargen sich achtzig Anarchisten in den Häusern Massas, wo sie verhaftet wurden. Truppen verfolgten die Ruhestörer ins Gebirge. — Auf Sieilten herrscht weiter Ruhe- die Entwaffnung wird fortgesetzt.
Rom, 17. Januar. Dem den Belagerungszustand über die Provinz Massa-Carrara verhängenden königlichen Decret geht ein Bericht der Minister an den König voran, worin die unaufhörlich von bewaffneten Anarchistenbanden verübten Gewaltthaten dargelegt werden. Der Bericht bemerkt, die Bewegung sei keine politische, sondern eine gegen den Bestand der Gesellschaft gerichtete, da sie auf die nationale Auflösung, die Schädigung des Eigenthums und die Zerstörung der Familie abziele. Die Handlungen und Programme dieser Feinde des Vaterlandes beweisen zweifellos den Zusammenhang der Vorgänge in Massa-Carrara mit den sicilianischen. Zur raschen Unterdrückung dieser rohen Aus- chreitungen schlägt der Ministerrath den Belagerungszustand vor.
Deveschm deS Bureau „Herold".
Karlsruhe, 17. Januar. Die zweite Kammer stellte an die Regierung die Aufforderung, im BundeSrathe gegen die Tabakfabrikatsteuer zu stimmen. Die Nationalliberalen sprachen sich dahin aus, daß die Abstimmung sich lediglich gegen den jetzigen Gesetzentwurf richte. Ferner wurde die Regierung seitens der Kammer aufgefordert, gegen Frachtbrief- und Quittungssteuer zu stimmen.
Wien, 17. Januar. Die Polizei entdeckte in Wels eine geheime Verbindung, welche meistens aus Lehr- mrschen besteht und nach socialdemokratischem Muster organi- trt ist. Dieser Verein stand auch mit erwachsenen Socialdemokraten in Beziehung und wurde, wie es scheint, von letzteren geleitet.
Wien, 17. Januar. Wie das „Armeeblatt" meldet, hat der Reichskriegsminifter eine Verordnung erlassen, nach welcher der schriftliche Verkehr in der österreichisch-ungarischen Armee künftighin auf den unumgänglich nothwendigen Bedarf zu beschränken sei und in den schriftlichen Ausführungen alles vermieden werden solle, was nicht zur Sache selbst gehöre.
Prag, 17. Januar. Omladinistenprozeß. Der Hauptangeklagte Holzbach erklärte bei dem heutigen Verhör auf eine Frage des Mitangeklagten Hain, ein Polizist habe ihm versprochen, daß er aus der Haft entlassen würde, wenn er die Namen der Omladinaführer nenne. — Als der Bericht- erstatter des „Hlas Naroda" in den Gerichtssaal trat, wurde er vom Publikum mit Schimpfworten überschüttet und beinahe thätlich angegriffen. Der Präsident verhinderte mit der Androhung strenger Strafen weitere Demonstrationen seitens des hocherregten Publikums.
Prag, 17. Januar. In der verflossenen Nacht wurde wiederum eine große Anzahl von Broschüren aufrührerischen Inhalts in die Kasernen geworfen. Es gelang, die Verbreiter der Broschüren festzunehmcn.
Brüssel, 17. Januar. Die heutige Kammersitzung war nur von 55 Abgeordneten besucht und wurde infolgedessen aufgehoben.
Rewyork, 16. Januar. Die Meldungen über die Ereignisse in Brasilien lauten widersprechend. Es heißt, in den Provinzen Bahia und Pernambuco sei die öffentliche Meinung den Insurgenten günstig. Bei der Eroberung der Eugenos-Jnsel durch die Insurgenten wurden 40 Regierungssoldaten getödtet und 60 gefangen genommen. In Riogrande haben die Insurgenten die Stadt Nilotes verbrannt. Die Insel Concelias ist von den Insurgenten mit 250 Mann besetzt worden.
Berlin, 18.Januar. Der preußische Etat 1894/95 beziffert sich in den ordentl. Einnahmen auf 1,879,449,391 Mk. gegen das Vorjahr mehr 43,936,131 Mk., die ordentlichen Ausgaben beliefen sich auf 1,891,612,410 Mk., gegen das Vorjahr mehr 47,509,155 Mk., die außerordentlichen Ausgaben auf 58,036,981 Mk., gegen das Vorjahr mehr 8,826,976 Mk., zusammen 1,949,649,391 Mk., Fehlbetrag 70,200,000 Mk., also mehr 12,400,000 Mk., welcher durch eine Anleihe zu decken ist. Der Beitrag Preußens zu den Reichsausgaben ist 37,058,915 Mk. höher als im Vorjahre.
Eoealer rrriö provinzielles,
Gießen, den 18. Januar 1894.
** Allarm. Heute Morgen 7i/t Uhr wurde das hiesige Regiment allarmirt.
** Goldene Hochzeit. Nachdem am vorigen Sonntage 50 Jahre vergangen, seit Herr Möbelfabrikant Reiber m den Ehestand getreten, fand gestern Abend auf dem Lenz'schen Felsenkeller eine solenne Feier dieses frohen Ereignisses statt. Die Feier verlief in heitester Stimmung, legte aber auch Zeugniss für das gute Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitern ab. Ein kunstvoll ausgeführtes Diplom war dem Jubelpaare bereits am Sonntag überreicht worden.
§ Oueckborn, 17. Januar. Die käufliche Abtretung eines in hiesiger Gemarkung gelegenen reichen Quellengebtets an die Stadt Gießen behufs Verstärkung der dortigen Wasserleitung kommt der Gemeinde in mehrfacher Hinsicht sehr zu Statten. Neben einer namhaften Kaufsumme erhält der Ort selbst eine Wasserleitung, welche drei im Orte herzustellenden Brunnen das Wasser zuführen soll. Außerdem gewähren die schon seit einigen Wochen begonnenen Erdarbeiten an der Wasserleitung jetzt in einer ohnehin verdienstlosen Zeit den Leuten Gelegenheit, ein Stückchen Geld zu verdienen, was bei einer fast nur Ackerbau treibenden Bevölkerung von Belang ist.
□ Ans dem Ohmthal, 17. Januar. Obgleich das Milchergebniß der Kühe durch den Futtermangel erheblich beeinträchtigt wird, ist doch die Ablieferung von Milch an die Molkereien eine durchaus zufriedenstellende. Die Lieferungen Seitens der Landwirthe sind in steter Zunahme begriffen. Allerdings vollzieht sich die Umwandlung von der Hausbutterei in den Beitritt zur Molkerei nur langsam, da man in kleinbäuerlichen Kreisen häufig noch immer den Molkereien mit einigem Mißtrauen begegnet. Dessenungeachtet greift aber auch die Erkenntniß von der entschieden besseren Verwerthung der Milch durch Ablieferung an die Molkerei immer weiter um sich. Zu den bereits seit längerer Zeit in Thätigkeit befindlichen Molkereien unseres Ohmthales zu Nieder-Ohmen und Nieder-Gemünden ist nun letzthin noch eine zu Grünberg getreten, die ebenfalls Milch aus den oberen Thaldörfern abholen läßt.
Nidda, 14.Januar. Von einem schweren Schicksalsschlage wurde gestern gegen Abend die Familie des Großh. Bürgermeisters Knöpp zu Kohden betroffen. Letzterer hatte im Laufe des Nachmittags amtliche Geschäfte erledigt und begab sich darauf in seine nebenan gelegene Werkstätte (er war seines Handwerks Zimmermann). Bald darauf hörte man in der Nähe einen dumpfen Knall. Da in Kohden gegenwärtig die außerordentlich zahlreich vorhandenen und dem Ackerbau schädlichen Sperlinge abgeschossen werden, so glaubte man in der Nachbarschaft, der Knall rühre von einem SpaHen- schuß her. Als aber einige Minuten darauf Knöpp von seiner Tochter gesucht wurde, weil ein Bürger nach ihm fragte, fand ihn dieselbe in seinem Blute schwimmend entseelt in der Werkstätte. Vor ihm lagen in die Hobelbank gespannt die beiden Läufe einer Doppelflinte, deren Schaft abgeschraubt seitwärts liegend vorgefunden wurde, daneben ein Hammer und anderes Werkzeug. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat Knöpp die Flinte zerlegen wollen, wodurch ein in dem einen Laufe befindlicher alter Schuß losging, ihn ins Herz traf und am Rücken wieder herausging. Der Tod ist augenscheinlich sofort eingetreten. Der Schmerz der betroffenen Familie ist groß. Knöpp war 56 Jahre alt, verheirathet und Vater zweier Kinder. Das Bürgermeisteramt verwaltete er erst etwas über zwei Jahre. D. Ztg.
Butzbach, 16. Januar. Am vergangenen Samstag hatte sich eine größere Anzahl von Mitgliedern des Oberhessischen Obstbauvereins in denselben Räumen des Hessischen Hofes versammelt, in denen genau vor fünf Jahren der Wetterauer Obstbauveretn durch Landwirthschaftslehrer Dr. v. Peter ins Leben gerufen wurde. Deßhalb fand auch an diesem Tage die Hauptversammlung des Vereinsbezirks Friedberg, des Gebietes des ehemaligen Wetterauer Obstbauvereins, statt. Der Präsident des Gesammtvereins, Geh. Reg.-Rath Dr. Braden, begrüßte die Versammelten und gedachte zunächst des unser ganzes Hessenland mit Freuden erfüllenden Ereignisses, der Verlobung S. K. H. des Großherzogs. Hieraus wurde Kreisamtmann Süffert einstimmig zum Vorsitzenden des Vereinsbezirks Friedberg des Oberhessischen Obstbauvereins an Stelle des ausgeschiedenen KreisamtmannS Dr. Wallau gewählt, worauf Dr. v. Peter, der Director der Geschäftsstelle des Vereins, ein anschauliches Bild von der Entwickelung des Vereins, der jetzt 4500 Mitglieder zähle, gab, und die außerordentlich rege Thätigkeit desselben in den fünf Jahren schilderte. An diesen reihte sich ein Vortrag des Secretärs des Vereins, C. Reichelt, an, über die fernere Thätigkeit des Obstbauvereins, sodann gab Obstbautechniker C. Metz in humoristischer Weise seine freudigen und traurigen Erlebnisse als Obstbauapostel in Oberheffen zum Besten. An diese Versammlung, welche von 1/212 bis 3 Uhr dauerte, schloß sich ein gemeinsames Mittagessen an, das mit ernsten und heiteren Reden gewürzt war, in denen besonders der Verdienste der Stadt Butzbach, deren Vertreter jedoch fehlte, und des Oberforstmeifters Neuß um die Sache des Obstbaues gedacht wurde. Auch die Großh. Regierung in Darmstadt hatte sich durch Oeconomterath Müller von da vertreten lassen, der den Verein als einen der rührigsten Obstbauvereine Deutschlands feierte. Mögen die weiteren Erfolge des Vereins denen der ersten fünf Jahre entsprechen, dann wird der Obstbau Oberhessens alsbald eine Bedeutung erlangen, die dem Absatz in wirksamster Weise zu Gute kommen muß.
Vermischtes.
* Mannheim, 15. Januar. Der „reichste Bauer im Odenwald", der Landwirth und Gemeinderath Johann Urban


