Pyrmont und SchaumburA-Llppe, sowie der Erbprinz Reuß j. L. io Berlin eintreffen. Di«- genannten Fürstlichkeiten werden wit Ausnahme des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin, -der erst atn Mittwoch Nachmittag in Wildpark eintrifft, auch der borgen stattfindenden Nagelung der Fahnen beiwohnen.
Berlin, 16. October. In Sachen des Brauerei- Boycotts finden heute eine Reihe von Versammlungen statt, 27 von socialdemokratischer Seite gegen die Aufhebung des Boyeotts und nur eine Versammlung, in welcher unab> 9ältlig von den Brauereien durch die Saslcommisston der Berliner Gastwirthe der Versuch gemacht werden soll, eine Einigung »uf anderer Basis zu erzielen.
Berlin, 16. October. Heute Morgen wurde das Charits-Krankenhaus von vier Ministern, dem Eultus-, Finanz- und Kljegsminister, sowie dem Minister der öffent- lichen Arbeiten einer eingehenden Besichtigung unterworfen. Wie verlautet, sollen die Herren sich von der Nothwendigkeit eines durchgreifenden Neu- und Umbaues vollständig überzeugt haben.
Berlin, 16. October. Vor einer ad hoc gebildeten Disciplinarkammer in Pots dam stand heute der ehemalige Kanzler Leist- ihm wurde zur Last gelegt, den am 15. December 1893 zu Kamerun- ausgebrochenen Ausstand verschuldet zu haben. DaS Unheil lautete auf Strafversetzung, Gehaltsreduction um ein Fünftel und Tragung der Prozeßkosten. Der Staatsanwalt hatte die Amtsentsetzung
^Eisleben, 16. October. Infolge Erdsenkungen droht ein Theil der hiesigen Armenkirche einzustürzen. Seitens der Gemeinde wurden die nöthigen Maßregeln angeordnet.
Wiesbaden, 16. October. Die Stadt prangt im Festschmuck, besonders zeichnet sich die Wilhelmstraße mit ihren drei Triumphbogen aus. Die Garnisontruppen, die Unteroffizierschule aus Biebrich, gegen 2000 Angehörige der Kriegervereine von Wiesbaden und Umgegend und 4000 Schüler unb Schülerinnen werden an der Einzugrftraße Spalier bilden. Neben Anderen sind bereits HausministerWedell und Professor Güßfeld eingetroffen, ebenso viele auswärtige Theaterinten- danten und Vertreter der Preffe.
Wiesbaden, 16. October. Der Kaiser traf pünktlich um 4 Uhr 20 Min. mittelst SanderzugeS aus dem Taunus- bahnhofe ein, wo er von dem Oberpräsidenden Magdeburg, dem Regierungspräsidenten von Tepper-Laskt, dem Polizeipräsidenten Schütte und den Spitzen der Behörden empfangen wurde. AIS der Sonderzug einfuhr und der Kaiser den Waggon verlaffen hatte, wurde er vom Oberpräsidenten Magdeburg begrüßt. Dieser stellte dem Monarchen die anwesenden Würdenträger vor, welche von Seiner Majestät mit Handdruck freundlichst begrüßt wurden. Der Kaiser trug die Uniform seines Husarenregimenls, darüber den grauen Militärmantel. Sodann fuhr Seine Majestät im offenen Zwei- fpänncr — neben ihm hatte der Flügeladjutant Graf Hülsen- Häseler Platz genommen — durch die in eine via triumphalis umgewandelte Wilhelmstraße, in der das Militär, Krieger- vcreine und die Schulen Spalier bildeten, zu dem Denkmals- Platze. Nach einer Begrüßungsansprache des Oberbürger- weifiers von Uebel wurde die Enthüllungsfeier durch einen Männerchor eingeleitet. Auf Befehl des Kaisers fiel die Hülle um das Denkmal, welches den hochseligen Kaiser Wilhelm in kleiner Generalsuniform ohne Kopfbedeckung darstellt. Hierauf nahm der Kaiser den Parademarsch der Ehrencompagnie ab und fuhr sodann zum Königlichen Schlöffe. Don 6 bis 8 Uhr fand die Eröffnungsvorstellung im neuen Hoftheater statt. Eingeleitet wurde die Feierlichkeit durch Beethovens „Weihe des Hanfes", worauf ein von den Intendanten von Hülsen und I. Lauff gedichtetes Festspiel mit Musik von dem Wiesbadener Hoftheater-Orchester-Dirigenten Rebicek in Scene ging. Den Weiheact beschloß der zweite Act aus „Tannhäuser". Nach der Festvorstellung begab sich der Kaiser in die Wohnung des Intendanten v. Hülsen, bei dem er sich Aum Abendessen, wie er selbst sagte, „nur zu einem Butter- brode und einem Glas Bier" eingeladen hatte. Um 11 Uhr fuhr der Kaifer nach Berlin zurück.
Wien, 16. October. In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß die Regierung die Einführung des allgemeinen Wahlrechts vorläufig noch nicht beabsichtigt. Um den Arbeitern entgegenzukommen, soll versucht werden, ein den Ansprüchen der Arbeiterschaft Genüge leistendes Detailproject zu Stande zu bringen. Diesbezügliche Besprechungen mit parlamentarischen Persönlichkeiten sollen in ben nächsten Tagen stattfinden. Am nächsten Donnerstag soll abermals ein Massenmeeting der Socialdemokraten mit ber Tagesordnung „Heraus mit dem allgemeinen Wahlrecht!" abgehalten werden.
Paris, 16. October. Die belgischen Wahlen und deren Resultate bilden in der hiesigen Preffe fortgesetzt ben Gegenstand lebhaftester Erörterungen. „Liberte" meint, die Rolle, welche die Socialtsten auf dem Schachbrett der europäischen Staaten spielen würden, sei nur eine vorübergehende ; die Freiheit werde in einigen Jahren wieder zu ihrem Rechte kommen. Die „Rspublique frantz." äußert sich dahin, daß alle europäischen Staaten nach einander die Wahl zwischen der reacdvnären und der revolutionären Partei zu treffen haben würden. Die „Debats" sehen die Resultate der belgischen Wahlen für eine Zermalmung der liberalen Partei an.
Brüffel, 16. October. Nach offictellen Telegrammen find 51 Clerikale unb 24 Liberale in ben Senat gewählt - eine Stichwahl ist erforberlich. In bie Kammer sind 74 Clerikale, 5 Liberale unb 13 Socialtsten gewählt worben. Am nächsten Sonntag finden die erforderlichen 60 Stichwahlen statt.
London, 16. October. Die „Times" meldet, daß'Japan folgende Friedensbedingungen gestellt hat: Kriegsentschädigung, Unabhängigkeit von Corea, Annectirung von Formosa, bedeutende Reformen in der Verwaltung von Korea, Ausschluß chinesischer Einmischung in derselben, Eröffnung mehrerer chinesischer Zentren für den europäischen Handel. —
Die „Times" erörtert in abfälliger Weise bie von der englischen Regierung ben europäischen Mächten gemachten Vorschläge betreffend bie Intervention in Ostasien. Ein vollständiges Scheitern bieser Vorschläge würbe das Ansehen Englands vermindern und der Regierung die Möglich- 'feit nehmen, im geeigneten Augenblick bie eigenen Interessen zu wahren.
London, 16. October. Wie aus Peking gemeldet wird, 4at. der Kaiser von China ein Edict erlassen, worin er strengstens bie Unverletzlichkeit aller fremben Ansiebler, Reisenden unb Missionare befiehlt unb Zuwiderhandlungen mit den schwersten Strafen bedroht. Der Vicekönig von Hukwang, Chan-Chi Lung, wurde nach Peking berufen, um dem Kaiser über den im Innern Chinas ausgebrochenen Aufstand Bericht zu erstatten. — Den „Times" wird aus Tientsin gemeldet, daß das Pingyang-Geschwader die Docks verlassen habe. Da die Reparaturen beendet seien, zeige sich die Flotte wieder seefähig.
Petersburg, 16. October. Der Hofpope Janisch ess kehrte aus Darmstadt nach hier zurück. Es verlautet, der Großfürst Sergius und seine Gemahlin werden in nächster Woche nach Darmstadt reisen.
Cocafe* rrrr- provLrrzzettes
Gießen, bett 17. October 1894.
* * Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 13. October den Ersicn Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen Ludwig Jöckel zum Landgerichtsdirrctor bei diesem Gericht und den LandgerichtSiath bet diesem Gericht Dr. Gustav G ünger ich zum Ersten Staatsanwalt bei demselben, beide mit Wirkung vom 16. October 1894, zu ernennen.
* * Ernannt wurde am 10. October Johannes Reeh in Gießen zum Canzleidiener an der Landes-Universität.
* * 3000 Mark Belohnung. Die Reichsschuldenverwaltung erläßt folgende Bekanntmachung: „Es werden fortgesetzt falsche Reichskassenscheine zu 50 Mk. angehalten. Wir sichern Demjenigen, welcher einen Verfertiger oder wissentlichen Verbreiter solcher Falschstücke zuerst ermittelt und der Polizei- oder Gerichtsbehörde dergestalt nachweist, daß der Verbrecher zür Untersuchung und Strafe gezogen werden kann, eine nach den Umständen von uns zu bemessende Belohnung bis auf die Höhe von 3000 Mk. zu."
* * DaS Corpshaus der Starkenburgia wird am 27. und 28. Oct ob er d. I. eingeweiht. Für die Festlichkeiten aus diesem Anlaß ist folgendes Programm festgesetzt: 1. Samstag den 27. October: a) Nachmittags 3 Uhr: Zug der Festtheilnehmer mit Musik von der Pulvermühle nach bem neuen Corpshaus in der Wilhelmstraße; daselbst angekommen: Uebergabe des Hauses Seitens des Alten-Herren-Vereins an daS active Corps; b) Abends 8*/z Uhr: Festcommers (in Bier) im Ccrpshaus. — 2. Sonntag den 28. October: a) Vormittags 11 Uhr: Frühschoppen im Corpshaus, b) Nachmittags 1 Uhr: Mittagessen unter Theilnahme der Damen im Saale des Gesellschaftsvereins, c) Abends 6 Uhr: Eon- cert mit anschließendem Tanz in den Räumen des Gesellschaftsvereins.
* * Der Oberhesfische Verein für innere Mission hält seine Jahresversammlung am 30. und 31.|October in Gießen ab. Herr Pfarrer Simon aus Bielefeld ist für die Festpredigt gewonnen. Die Herren Professor Stamm und Pfarrer Schuster werden über „Die Gefahren des modernen Lebens für bie Kindererziehung" referiren. Der Jahresversammlung geht eine Sitzung des Vorstandes und der Synodalveitreter voraus; am 30. October findet eine freie Versammlung in Steins Garten statt.
* * Sedan • Collecte. Von ben am Sebantage bei den Festgottesdiensten unb bei sonstigen Vereinigungen für bie Invaliden und Hinterbliebenen des Krieges 1870/71 erhobenen Collecten gingen bei dem Vorstand des HtlfsvereinS im Großherzogthum Hessen insgesammt ein: 963,09 Mk., davon aus Gießen 21,22 Mk., Sich 20 Mk., Nidda 10 Mk.
* * Neues Theater. Die nächste Vorstellung findet Freitag ben 19. d. M. statt. Zur Aufführung kommt ein für Gießen kaum bekannter älterer urkomischer Schwank von Rub. Kneisel, „Chemie fürs Heirathen", in welchem Herrn Alexa über Otto glänzenbe Gelegenheit geboten wirb, i sein schönes Talent als Lustspiel-Bonvivant zu zeigen.
* * Neues Theater. Wenn wir durch den verhältniß- mäßig guten Besuch des Theaters am letzten Sonntag die Hoffnung gehegt hatten, eß würde in Bezug auf die Betheiligung des Publikums eine Besserung eintreten, so müssen wir heute mit Beschämung eingestehen, daß wir uns schmählich getäuscht haben. Das Ensemble des Herrn Reiners ist so gut, wie es für eine Provinzialbühne, die von keiner Seite — noch nicht einmal vom Publikum — unterstützt wird, überhaupt sein kann. Wir Gießener sollten froh fein, für den Winter eine so annehmbare Bühne zu besitzen. Statt dessen ist man über alle Begriffe gleichgültig. Der Zustand, der eben herrscht, ist einfach jammervoll unb wahrhaftig kein gutes Zeugniß für die Einwohnerschaft. Es gibt hier eine große Anzahl Leute, die die Zeit hätten, ein ober zwei Abende in der Woche das Theater zu besuchen und ein Abonnement ganz gut nehmen könnten. Aber Niemand denkt daran, oder meint, das mögen Andere besorgen. Was ist die Folge davon? Herr Reiners kann die wirklich guten Kräfte, die er glücklich gewonnen hat, auf bie Dauer nicht halten unb wirb die Abgänge fortgefetzt burch minberwerthige ersetzen müssen. Dann sind wir um unser gutes Theater und das Publikum schimpft, ohne zu bedenken, daß es ganz allein an dem Uebel schuld ist. Wenn dieser Appell an Alle, die allenfalls noch ein Interesse daran haben, unserer Stadt bauernd ein gutes Schauspiel-Ensemble zu erhallen, erfolglos sein sollte, bann müssen wir eß einfach aufgeben, tauben Ohren zu predigen, unb können nur bebauern, baß Herr Reiners fo viel Zeit, Mühe unb Gelb an eine Sache ge- ; wendet hat, die es nicht werth ist. — Daß Stück „Die
Rosa-Dominos" ist geschickt componirt und hält das Interesse an der tollen und etwas uriwahrscheinlichcn Handlung stets rege. Aber es verlangt eine gute Darstellung, um wirken ju können. Wir müssen offen gestehen, daß dies zu unserer Verwunderung trotz der leeren Sitzreihen geschehen ist. . Jnscenirung unb Darstellung waren gleich gut und dürfen uneingeschränkt gelobt werden. Auf kleine Unebenheiten ein» zugehen, lohnt nicht. Wenn der Theaterbesuch ein besserer geworben ist, dann erst vermag auch die Kritik ihr Theil zur Hebung der Leistungen im Einzelnen beizutragen.
* * Das vergangenen Samstag Neue Bäue 1 eröffnete Panorama des Herrn Schmidt hatte sich gleich eineß guten Besuches zu erfreuen. Wenn schon vor zwei Jahren die vorgeführten Bilder-Serien allgemeine Bewunderung erregten, fo müssen wir gestehen, daß wir etwas Vollendeteres auf diestm Gebiete der Plastik, als wie der Eröffnungs - Cyclns, Hamburg, Helgoland, Norderney, Schloß Friedrichsruh, noch nicht gesehen haben. Wir machen einen Rundgang durch Hamburg, sehen verschiedene Ansichten des Hafens, das See- mannshous, den Verkehr auf St. Pauli mit den vielen Ver- gnügungSetabliffements, die Kaiser Wilhelm Brücke rc. Sodann kommen wir nach Friedrichsruh, wo wir das Schloß mit ber berühmten Terrasse, wo Fürst Bismarck im vorigen Jahre die verschiedenen Deputationen tmpsangen hat, sehen- eine Ansicht stellt Bismarck am Arbeitstisch bar, auch bas Forst* haus am Sahsenwa'b ist vertreten. Jetzt beginnt die Reise nach Helgoland, wo wir als erste Ansicht die Insel vom Schiff aus sehen, ferner die Nordspitze mit der Nonne rc., der Lcuchtthurm, bas Denkmal Hofmanns von Fallersleben. Von Norderney sind interessant: Rettungöhaus, Herrenbad, Napoleonsschanze, Wellenschlag rc. Eine natürlichere Wiedergabe wie diese ist kaum denkbar, und muß man über bie herrliche Plastik staunen. Ein Besuch des Panoramas zn dieser wirklich einzigen Prachtserie ist ein sehr lohnender und wir können denselben auf das Wärmste empfehlen.
* * Karioffeldieb. Vorgestern hatte eine Frau auf ihrem am Nahrungsberg ihre Kartoffeln geerntet unb dieselben in ein verschließbares Gartenhaus untergebracht. Am ankern Morgen sand sie das Häuschen erbrochen und die Kartoffeln verschwunden. Der Dieb wurde ermittelt unb u er* haftet. Die Kartoffeln fanben sich in ber Wohnung eines Frauenzimmers auf dem Nahrungsberg, wohin sie der Dieb gebracht, vor.
* * Streit. Zwischen einem Arbeiter von hier und einem Ehepaar aus Oppenr-d entstand gestern Mittag in der Neu* k ftadt ein Streit, wobei das Ehepaar blutige Köpfe davontrug.
* * Wechfelstempelsieuer. Im Oberpostdirectionsbczirt Darmstadt wurden im Monat September d. I. an Wechiel- stempelsteuer 12 819 Mk. 50 Pf. vereinnahmt, einschließlich der Vormonate (ab 1. Ayril d. I.) 76 318 Mk. 30 Pf. (oder 3215 Mk. 30 Pf. mehr als im entsprechenden Zeit* raume des Vorjahres).
* ** Lich, 17. October. Anläßlich des morgen statt- findenden EmzngS unseres neuvermählten Erbprinzen- Paares tn unsere Stadt prangt Lich bereits heute im schönsten Festschmuck. Für die Festlichkeiten ist die Capelle des Gießener Kaiser Wilhelm-Regiments engagirt. Im Schlöffe findet nach dem Einzüge ein Diner statt. Nachstehend theilen wir das Menn zu demselben mit: Consomme ä, la Monaco. — Petits pätes de jambon ä la bourgeoise. — Filets de Soles ä la Normande. — Cuissot de veau, tomates farcies. — Pate de foie gras. — Faisans rötis, Salate et Compote. — Asperges en branches. — Mousse d’avelines. — Dessert.
N. Nieder Mockstadt, 16. October. Die Zwiebeln, welche in unserer Gegend von besonderer Güte gezogen werden, gelten gegenwärtig 2 Mk. pro Gentner. Infolge ber Nässe im Nachsommer zeigen sie Neigung zum Faulen. Die Erträge sind auch dieses Jahr wieder recht befriedigend, denn es wurden 150 bis 250 Gentner, und sogar noch mehr, pro Morgen geerntet, womit die Erträge ber Zuckerrüben, für welche dieses Jahr nur 85 Psge. unb weniger gezahlt werden, bedeutend überboten werden. Die Zwiebelcultur wird daher in unserer Gegend nicht so leicht von einer anderen Gultur verdrängt werden.
§ Vom höheren Vogelsberg, 15. October. Heute Morgen zeigten die Spitzen unseres Gebirgs ben ersten Schnee. Ein früher Winter wird erwartet, die landwirthschaftlichen Arbeiten sind aber noch sehr zurück. Das Kornsäen ist beendet. Das letzte Grummet konnte biß jetzt nicht, trotz aller Mühe, heimgebracht werden. Die Kartoffel-Ernte hat bereits begonnen und ist dieselbe als eine ziemlich geringe zu bezeichnen. Die meisten Kartoffeln sind schon im Felde verfault. Eine gute Ernte dagegen hofft man an Dickwurz und Kohlraben.
Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gießen.
41. Woche.
Vom 7. October bis 13. October 1894.
Einwohnerzahl: angenommen zu 22 100 (incl. 1600 Mann Mllitürl,
SterdlichkeitSziffer:
16,47°/« bezw. 7,05 nach AuSschl. der Ortsfremden.
Kinder
ES starben an: Zusammen:
Erwachsene: im
vom
Diphtheritis
2 (1)
1. Lebensjahr:
2.-15. Jahr
2 (1)
Unterleibstyphus
1 (1)
1 (1)
Lungentuberculose
Tuberkulose anderer
1 (1)
1 (1)
—
Organe
Sonstige benannte
1
1 —
Krankheiten
1 (1)
1 (1) -
—
Unbek. Todesursache
1
— 1
—
x Summa: 7 (4) 4 (3) 1 2 (1)
Anm. Die tn Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle tn der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Lsngesandt.
Gießen, 16. October 1894.
Eine ständige Klage der Gastwirthe kehrt immer wieder, die der sogen. „Privatkostgebereien". Vielfach sind schon die Verbände der Gastwirthevereine thätig gewesen, um diesem Krebsschaden deS


